Hunde

Einen Hund darf man nicht unterschätzen!

Wir waren wieder einmal auf einer Recherche im Jagdrevier von Mensdorff-Pouilly unterwegs. Und mein tapferer Hundefreund Kuksi hat mich, wie so oft, dabei begleitet. Heute war niemand auf der Jagd, aber wir wollten diese Fasankisten finden, die sich kreuz und quer in diesem seltsamen Jagdrevier befinden. Diese Kisten sind wenige Quadratmeter groß und gerade einmal 50 cm hoch, ins Unterholz fix montiert. Dort lässt Mensdorff-Pouilly die Fasane aus der Voliere hineinsetzen, wenn sich hochgestellte Persönlichkeiten zur Jagd angesagt haben. Kaum stehen die Schützen vor dem Waldstück, in dem sich die Kisten befinden, öffnet ein Helfer die Käfigtür und die Fasane verteilen sich im Gebüsch, außer Sichtweite der JägerInnen. Dann schickt man die Jagdhunde in den Wald und schon fliegen die Zuchttiere, eines nach dem anderen, Angst erfüllt über die Wiese hinaus und können von den Schützen abgeknallt werden. Manche unserer Mitmenschen verstehen unter einer erbaulichen Freizeitbeschäftigung eine derartige Tätigkeit.

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Gedanken zu Kurt Kotrschals Buch „Einfach beste Freunde“

Erfreulicherweise fasst der Tierschutzgedanke zunehmend akademisch Fuß. Um diese Entwicklung zu fördern habe ich ja seinerzeit im Jahr 2000 überhaupt das Studium der Philosophie begonnen, um es 2005 mit einer Dissertation über Tierrechte abzuschließen. Doch die „Human-Animal-Studies“ enthalten in meinen Augen einen Wermutstropfen: sie sind kaum naturwissenschaftlich basiert. Vielmehr geht es um das Mensch-Tier Verhältnis in der Kulturgeschichte, und der Blickwinkel darauf ist oft sehr anthropozentrisch. Ja, wie ich bei einem Symposium zu dem Thema an der Uni Wien feststellen musste, zuweilen grundsätzlich anthropozentrisch, weil man in den Sozialwissenschaften der Auffassung zuneigt, dass die Realität menschengemacht ist. Unter dieser Prämisse ist ein Speziesismus unausweichlich: wenn „wir Menschen“ die Realität schaffen, sind „die Tiere“ nur Objekte „unserer Realität“ und können niemals gleichberechtigte PartnerInnen sein.
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Ein Hund ist ja kein Mensch! – oder doch?

Wenn ich von meinem partnerschaftlichen Zusammenleben mit Kuksi berichte, da schütteln manche den Kopf. „Ein Hund ist ja kein Mensch“, heißt es dann. Den muss man ganz anders behandeln. Ein Hund ist kein Mensch. Stimmt. Und eine Frau ist kein Mann, ein Schwarzer kein Weißer. Was sagt uns das? Es mag Unterschiede geben, wesentlich ist doch die Gemeinsamkeit. Was sollen also ein Hund und ein Mensch nicht gemeinsam haben, das einen unterschiedlichen Umgang rechtfertigt?
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In 30 ¾ Stunden quer über den Hochschwab!

Das Hochschwabgebirge ist nicht nur ein Berg, es ist eine ganze Bergregion. Und von Wien aus kommend, die mit Abstand wildeste, in einer Distanz von 150 km von der Hauptstadt entfernt. Der Hochschwab ist meine Heimat, wenn ich das so pathetisch sagen darf. Dort habe ich mit 16 meine erste große Felswand erklettert. Dort bin ich in den stillsten Winkeln unterwegs, in urwaldartigen Restbeständen, in Fels und Eis, oder auf den weiten Hochebenen. So reifte in mir der Gedanke den Hochschwab einmal sozusagen auszumessen. Ich wollte ihn von West nach Ost an einem einzigen Tag begehen. Dieselbe Route bin ich im November 2008 mit meinem Hundefreund Kuksi als seine erste Hochgebirgstour gegangen. Damals allerdings 5 Tage lang. Warum also nicht einmal die gesamte Länge in 24 Stunden durchqueren, ohne Pause? Von Hieflau an der Enns, am Ausgang des Gesäuses, bis zum Brandhof am Seebergsattel.
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Ohne Leine? Dem Hund vertrauen!

Von der Podiumsdiskussion über Hunde in der Volkshochschule Ottakring in Wien am 12. Juni 2015 sind noch einige weitere Eindrücke bei mir hängen geblieben. Eine Mitarbeiterin der Veterinäruni Wien saß neben mir am Podium und stellte fest, dass sie nie im Leben ihren Hund irgendwo in der Nähe einer Straße von der Leine lassen würde. Das sei unverantwortlich. Man wisse nie, was einem Hund einfalle und was er als nächstes tun werde. Eine andere Diskussionsteilnehmerin kritisierte mich, weil ich meinen Hundefreund Kuksi mit einem Kollegen aus dem Büro spazieren gehen ließ, ohne diesen Mann vorher auf seine Hundetauglichkeit zu überprüfen.
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Konditionierungstrainng für Hunde: gewaltige Unterschätzung ihrer Fähigkeiten

Letzten Freitag gabs in der Volkshochschule Ottakring in Wien eine Podiumsdiskussion über „Hundetraining“, zu der ich freundlicher Weise eingeladen war. Gemeinsam war uns DiskutantInnen die Ablehnung des dominanzbasierten Umgangs mit Hunden. Doch einmal mehr fiel mir auf, was für Welten meine Vorstellung eines partnerschaftsbasierten Zusammenlebens mit Hunden und jene des konditionierungsbasierten Zusammenlebens auseinander liegen. Die Unterschiede sind nicht marginal, das Bild von Hunden fundamental verschieden.
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Die menschliche Nase funktioniert – laufende Motoren stinken!

Als ich bei einer Podiumsdiskussion über mein Buch von meiner engen Freundschaft mit Hund Kuksi sprach und meinte, der einzig richtig wesentliche Unterschied zwischen uns bestünde darin, dass meine VorfahrInnen vom Äquator kommen und ich daher nicht nackt im Schnee stehen kann – und zwar überhaupt nicht! –, sagte Prof. Ludwig Huber, nein, es gebe größere Unterschiede, z.B. die Nase. Nun, meine Aussage hat sich hauptsächlich darauf bezogen, dass viele PhilosophInnen einen qualitativen, unüberbrückbaren Unterschied zwischen Menschen und anderen Tieren in der Sprache sehen. Menschen nutzen die Sprache zum Denken, Hunde nicht, daher sind sie unvergleichbar. Meine Erfahrung in der Wildnis ist das nicht. Dort denke ich auch ohne Sprache. Wenn Kuksi und ich uns überlegen, wie wir eine Felsstufe überwinden, die sich vor uns aufbaut, dann machen wir das auf dieselbe Art. Ebenso bei einem wilden Fluss, der zu überqueren ist, oder anderen Gefahren. Wir entscheiden beide vernünftig und beide auf der Basis mentaler Bilder, mit denen wir uns die Überwindung des Hindernisses zunächst ausmalen, bevor wir es in der Realität angehen.
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Hund Kuksi auf Vortragstournee

In meinem Buch „Der Hund und sein Philosoph“ ist Kuksi ja eigentlich die Hauptperson. An der Beziehung zu ihm ist das Argument aufgebaut, dass Tiere sich selbst Zwecke setzen und dadurch auch im Kantschen Sinn autonom sind. Meine Schlussfolgerung ist letztlich die Forderung nach Personenrechten für Tiere, und nach Bürgerrechten für Hunde. Zu letzteren gehören nicht nur die Rechte, in der menschlichen Gesellschaft existieren zu dürfen und bei politischen Entscheidungen die eigenen Interessen vertreten zu bekommen, sondern auch das Recht auf politischen Aktivismus, d.h. die Möglichkeit, sich aktiv für die eigenen Vorstellungen der Gesellschaftsgestaltung zu engagieren. Und wie ich meine hat Kuksi das u.a. dadurch getan, dass er mit mir bei meinen letzten Vorträgen und Buchpräsentationen aufgetreten ist bzw. auch auftreten durfte, was manchmal nicht so einfach war und sogar von ihm erst erkämpft werden musste.
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