Tierrechte

Zur abolitionistischen Kritik an meinem positiven Bericht von einem Schweinebetrieb

Diese Diskussion zwischen Abolitionismus und Reformismus in der Tierrechtsbewegung ist schon sehr alt. Jahrzehnte alt, genau genommen. Aber sie flammt immer wieder auf. Kein Wunder, kommen doch junge Menschen neu in die Bewegung und glauben, im Handumdrehen die Tierindustrie demontieren zu können. Ein paar vegane Flugis verteilt, ein paar Videos von Massentierhaltung und Massenschlachthöfen gezeigt, und schon bricht der Tierkonsum ein. Oder auch nicht.

Ich lebe seit nunmehr 32 Jahren vegan. Meine Kinder sind vegan, meine ganze Lebensausrichtung ist vegan, und das wird auch bis zu meinem Tod so bleiben. Ja, ich habe sogar 1999 mit meinem Bruder und meiner damaligen Partnerin die Vegane Gesellschaft Österreich gegründet und bin seither bis heute im Vorstand. Ich habe also viele Jahrzehnte Erfahrung mit vegan outreach, und ich sehe darin auch eine wichtige Funktion. Aber vegan outreach allein wird diese Gesellschaft im Umgang mit Tieren nicht revolutionieren können.

Ich habe dazu schon sehr viel geschrieben. Herzstück des Arguments für Reformismus ist meine „Balluch-Kurve“, wie sie mittlerweile genannt und immer wieder zitiert wird. Man findet sie hier beschrieben: https://vgt.at/publikationen/texte/artikel/20080325Abolitionism/index_en.php. Weitere Artikel auf diesem Blog dazu hier https://martinballuch.com/abolitionismus-gegen-reformismus-klaus-petrus-in-wien/ und hier https://martinballuch.com/aus-der-erfahrung-lernen-das-verbot-des-fasanaussetzens-und-reformismus-versus-abolitionismus/. Ich möchte mich nicht wiederholen, also versuche ich einen etwas anderen Zugang.

Ziel meiner politischen Arbeit ist eine Gesellschaft, die nichtmenschlichen Tieren gegenüber völlig gewaltfrei ist. Das bedeutet natürlich auch, dass nichtmenschliche Tiere möglichst selbstbestimmt und autonom leben können. Landläufig wird dieses Ziel „Tierbefreiung“ genannt, also die Befreiung nichtmenschlicher Tiere von der Unterdrückung durch den Menschen. „Tierbefreiung“ ist hier gesellschaftspolitisch und nicht aktionistisch gemeint, also nicht einzelne Individuen aus einer Tierfabrik zu holen, sondern alle nichtmenschlichen Tiere in der Gesellschaft von der Unterdrückung durch den Menschen zu befreien. Wohlgemerkt: mein primäres Ziel ist nicht die Reduktion von Tierleid. Ich will mich also nicht am konsequentialistischen „Erbsenzählen“ beteiligen, ob nach meinen Aktivitäten mehr oder weniger Tiere leiden oder sterben. Mein Maßstab ist, ob es sich um einen Schritt Richtung Tierbefreiung handelt oder nicht.

Gut. Nun gibt es offenbar einige Menschen, die glauben, man müsse nur immer mehr Menschen zum Veganismus bekehren, und wenn die Mehrheit vegan lebt, dann wird der Veganismus gesetzlich verpflichtend eingeführt. Oder vielleicht, sicherheitshalber, wenn 75 % vegan leben. Oder vielleicht meinen auch manche, wir überzeugen einfach alle sukzessive und brauchen Tiermissbrauch nie zu verbieten. Und, presto, die Tiere werden nicht mehr genutzt, sind also befreit.

In diesem Szenario gibt es Tierfabriken mit den allerschlimmsten Bedingungen, und mangels Nachfrage werden sie immer weniger, aber weiterhin leiden die Tiere dort unter den schlimmsten Bedingungen, bis sie verboten oder durch die Konvertierung des/der letzten Fleischesssers/in obsolet werden. Dieses Szenario, d.h. der Schritt von brutaler Tierfabrikshaltung zum Verbot oder Ende der Fleischproduktion über Nacht, ist total irreal. Nie entwickeln sich Gesellschaften so diskontinuierlich. Entwicklungen gehen immer sukzessive, Schritt für Schritt, vonstatten. Das Ende der Tierfabriken kann also nur durch eine sukzessive Verbesserung der Tierhaltung kommen.

Trotz jahrzehntelanger vegan outreach Arbeit gibt es in dieser Richtung praktisch keine Entwicklung. Ja, es etabliert sich eine vegane Nische, aber nein, diese ist weiterhin sehr weit davon entfernt, auch nur irgendwie die große Masse zu erreichen. In Österreich sterben pro Jahr etwa 100.000 Menschen. Diese Menschen boykottieren die Tierproduktion auf einen Schlag dauerhaft. Eine typische Größenabschätzung aus der Naturwissenschaft sagt uns, dass die Veganisierungsrate ein Vielfaches der Todesrate sein muss, damit sich die Gesellschaft wirklich ändert. Doch davon sind wir meilenweit entfernt. Es gibt in Österreich insgesamt etwa 80.000 Veganer:innen, Tendenz gleichbleibend. Das merkt man u.a. am Fleischkonsum pro Person pro Jahr, der in Österreich in den letzten 10 Jahren nur unmerklich abgenommen hat. Aber das ist überhaupt nicht verwunderlich. Und das zeigt uns die Balluch-Kurve: Menschen sind soziale und nicht rationale Wesen, sie machen in erster Linie das, was alle anderen machen. Der soziale Druck auf vegan lebende Menschen ist noch immer so groß, dass die allermeisten Veganer:innen früher oder später aufgeben. Selbst wenn man die Menschen überzeugt, ändern sie nicht ihr Verhalten, zumindest nicht dauerhaft. Abgesehen davon ist die simple Rechnung, dass jeder Mensch soundsoviele Tiere pro Jahr isst, also vegane Menschen ebenso viele Tiere pro Jahr „retten“, falsch. Einerseits ist es seltsam zu sagen, ich ermorde heuer niemanden, hätte aber gerne drei Menschen ermordet, also habe ich drei Menschen gerettet. Andererseits bestimmt die Nachfrage nur sehr bedingt das Produktionsvolumen, gibt es ja noch Subventionen, die viel stärker marktsteuernd wirken. Jeder vegan lebende Mensch, der sich ein veganes Essen kauft, zahlt dafür Steuern, mit denen Tierfabriken und Großschlachthöfe finanziert werden. Jeder vegan lebende Mensch in dieser Gesellschaft trägt also zum massiven Tiermissbrauch bei, apropos „gerettet“.

Ich habe ein anderes Szenario zur Entwicklung Richtung Tierbefreiung vor Augen. Ich denke die Gesellschaft muss zunehmend tierfreundlicher werden, der Status der Tiere in der Gesellschaft muss sukzessive ansteigen, die Gesetze zum Schutz der Tiere müssen immer strenger werden und in der Praxis auch umgesetzt sein. Damit wird es u.a. immer teurer und aufwendiger, Tiere für die Fleischproduktion zu verwenden. Letztlich wird dadurch auch das Fleisch teurer und verschwindet schließlich ganz vom Markt. Technologische Entwicklungen, wie Fleisch, Milch und Leder aus dem Labor, können bei der praktischen Entwicklung helfen, sie ersetzen aber die Notwendigkeit nicht, den Status von nichtmenschlichen Tieren in der Gesellschaft zu erhöhen. Das ist das Um und Auf. Ohne dem keine Tierbefreiung.

Und in den letzten 35 Jahren meiner Tierschutzarbeit sieht man eindeutig eine Entwicklung in diese Richtung. Waren sogenannte Nutztiere noch in den 1980er Jahren überhaupt nicht gesetzlich geschützt und war es den Menschen um 2000 noch immer relativ egal, wie es Hühnern geht, so ist heute Nutztierschutz das wichtigste Tierschutzthema und Legebatterien gibt es bei uns nicht mehr. Und keine Pelztierfarmen, Fleischkaninchen in Käfigen, Tierversuche an Menschenaffen, Wildtiere im Zirkus usw. Der Status von Tieren ist heute wesentlich höher als vor 35 Jahren. Und die Ansicht der Menschen zu nichtmenschlichen Tieren eilt dem de facto Status auch noch weit voraus. Dank vegan outreach, z.B., wissen sehr viele Menschen vom Tierleid in Tierfabriken. Sie konsumieren nur trotzdem noch Produkte daraus. Doch sie wären bereit, eine gesetzliche Änderung mitzutragen. Und genau das tun wir im VGT: wir nutzen die in Sachen Tierschutz sehr progressive Meinung in der Gesellschaft, um gesetzliche Fortschritte zu erreichen, die den Status von Tieren erhöhen. Momentan arbeiten wir an einem Verbot des Vollspaltenbodens in der Schweinehaltung und an einer gesetzlich vorgeschriebenen Stroheinstreu. Mehr als 90 % der Menschen wollen das auch und konsumieren gleichzeitig Vollspaltenboden-Fleisch. Mit Hilfe dieser Menschen könnten wir also ein Verbot erreichen und mit ein bisschen mehr Aufwand den Handel auf Linie bringen, und schon konsumiert niemand in Österreich mehr Vollspaltenboden-Fleisch. Dazu brauchen wir niemanden mehr zu überzeugen. Die Menschen sind bereits überzeugt. Wir brauchen nur eine Kampagne, um diese Überzeugung in einen tatsächlich erhöhten Status für die Tiere umzuwandeln. Und deshalb Reformismus. Ich behaupte: es gibt keinen anderen Weg zur Tierbefreiung.

Nun, konkret stoßen sich einige Personen, wie mir berichtet wird, daran, dass ich einen Schweinebetrieb, der zwar Schweinen Stroh bietet, aber nicht einmal eine Bio-Freilandhaltung ist, lobend erwähnt habe: https://martinballuch.com/zu-besuch-bei-einem-etwas-anderen-schweinebetrieb/. Ja, in dem Zusammenhang habe ich sogar kritisiert, dass dieser Betrieb keine Subventionen bekommt, aber Vollspaltenboden-Betriebe schon. Wieso mache ich das?

Ganz einfach. Ein ganz wesentlicher Teil einer erfolgreichen Reformismus-Kampagne ist es, eine funktionierende Alternative zu haben, die das Gleiche wie das Bisherige, das abgeschafft werden soll, leistet, wohin also die Gesellschaft sofort umsteigen kann. Veganismus ist das nicht, wie ich schon herausgearbeitet habe. Bei der Kampagne für ein Legebatterieverbot war das die Bodenhaltung. Die Eierproduktion wurde zwar doppelt so teuer, aber die bereits etablierte Nische bewies, dass der Schritt möglich ist. Und er gelang auch. Bei unserer Kampagne für ein Verbot des Kastenstands gab es diese etablierte Alternative nicht. Zwar bekamen die Schweinemütter in Biohaltung ihre Kinder ohne Kastenstand, aber die Biohaltung ist keine Alternative, die das Gleiche leistet. Jedenfalls nicht in den Augen der Gesellschaft. Das ist keine Massenproduktion, und das ist preislich nicht massentauglich. Die Folge war, dass wir zwar ein Kastenstandverbot bekamen, aber erstens mit Wermutstropfen (tageweisen Ausnahmen) und zweitens erst in 21 Jahren. Begründung: man müsse erst eine Alternative entwickeln.

Und deshalb freue ich mich sehr über jeden Schweinebetrieb, der ohne Vollspaltenboden auskommt und den Schweinen Stroh bietet, aber gleichzeitig keine Bio-Freilandhaltung ist, sondern massentauglich, sowohl im Produktionsvolumen als auch im Preis. Ohne solche Alternativen würde die Übergangsfrist, bis das Vollspaltenbodenverbot in Kraft tritt, wieder über 20 Jahre sein. Deshalb stelle ich diesen Betrieb als Alternative in den Raum.

Zum Übergang in einem absehbaren Zeitraum vom Vollspaltenboden zur Stroheinstreu bedarf es auch Subventionen. Anders lauft das in der Praxis nicht. Heute bekommt die Landwirtschaft in Österreich 2,8 Milliarden Euro Subventionen pro Jahr. Diese Zahl können wir nicht einfach so in Frage stellen, wir können sie nur umwidmen. Und wenn wir den Status von Tieren erhöhen wollen, dann muss die Subvention weg von den konventionellen Tierfabriken hin zu den progressiveren Tierhaltungen. Es ist tatsächlich ein Skandal, dass Landwirtschaftsministerin Köstinger sogar noch den Neubau von Vollspaltenbetrieben finanziert, aber diesem Strohbetrieb überhaupt kein Geld gibt. Es sollte umgekehrt sein, dann würde sich der Status der Tiere rasch erhöhen.

Das ist also das Argument für meine Vorgehensweise, und ich persönlich finde das natürlich überzeugend. Dennoch möchte ich noch ein paar Punkte anführen, die ich, wie gesagt, nicht für primär wichtig erachte, die aber auch für mein Vorgehen sprechen:

1) Reformkampagnen schädigen das Image der gesamten Tierbranche

Wir im Tierschutz kennen das bereits. Wenn Tierschutzverein X Spenden missbraucht hat, dann schlägt das bei allen anderen Vereinen auch insofern durch, als dass die Menschen weniger spenden. Sie differenzieren da nicht so genau. Ebenso: wenn ein Gütesiegel für Tierprodukte kritisiert wird, dann schädigt das das Image von allen anderen mit. Das ist ein längst etabliertes Faktum, das jeder Mensch kennt, der mit Gütesiegeln zu tun hat. Und genauso schädigt eine Reformkampagne gegen eine gewisse Tiernutzung das Image aller anderen im selben Bereich mit. Beispiel Gatterjagdkampagne. Wir haben zwar nur die Gatterjagd und die Jagd auf gezüchtete Tiere kritisiert, aber das Image aller Jagdformen ist dabei in den Keller gesunken. Dieses Faktum war nicht nur überall zu spüren, es wurde auch in sämtlichen Jagdzeitschriften als Problem erkannt und benannt. Es ist also nicht so, dass eine Kampagne gegen den Vollspaltenboden in der Schweinehaltung das Image alternativer Haltungsformen heben würde, und damit den Schweinefleischkonsum ankurbeln.

2) Reformkampagnen retten Leben

In der konventionellen Massentierhaltung wird eine Mortalitätsrate von 15 % einkalkuliert. Man hält die Tiere also so mies alias billig, dass 15 % an der Haltung sterben. Würde man sie besser halten, dann würde das mehr kosten als die verringerte Todesrate bringt. Würde man sie schlechter halten, würde die erhöhte Mortalitätsrate die Profite schmälern. Wenn wir also eine Reformkampagne gewinnen, sodass wir die schlechtest erlaubte Haltungsform auf einen deutlich höheren Standard anheben, dann sinkt die Mortalitätsrate. Beim Wechsel von Vollspaltenboden auf Stroh in der Schweinehaltung z.B. um das Dreifache, bei einem etwaigen Wechsel zu den Strohschweinen auf Naturboden im Freien im Zelt sogar um das Siebenfache. Dieser Reformschritt, wenn er gelingt, rettet also sehr viele Schweineleben, selbst wenn der Schweinekonsum in der Gesellschaft konstant bleibt. Werden, sagen wir, bisher 5 Millionen Schweine pro Jahr in Österreich im Schlachthof getötet und zu Fleisch verarbeitet, dann bedeutet das, dass 15 % davon, oder 750.000, zusätzlich davor noch an den Haltungsbedingungen gestorben sind. Wenn die Mortalitätsrate also auf 5 % oder gar 2 % sinkt, dann würde dieser „Extrakill“ nur mehr 250.000 oder gar 100.000 ausmachen. Mit anderen Worten: der Reformschritt, den gesetzlichen Mindeststandard von Vollspaltenboden auf Stroh in Österreich anzuheben, würde 500.000-650.000 Schweinen pro Jahr den Tod ersparen.

Der konkrete Betrieb, den ich positiv erwähnt habe, mästet 350 Schweine 3 Mal pro Jahr, also zusammen 1.050 pro Jahr. Auf Vollspaltenboden würden für 1.050 Schweine im Schlachthof vorher 158 Schweine an der Haltung gestorben sein. Es wurden also anfangs 1.208 Schweine in die Tierfabrik eingestallt. Bei diesem Betrieb sterben 2 % pro Jahr an der Haltung, also 21 pro Jahr, es wurden also für die gleiche Fleischmenge am Schlachthof nur 1.071 Schweine eingestallt. Dieser Betrieb rettet also 137 Schweine pro Jahr, indem er 1.050 Schweine pro Jahr zum Schlachthof schickt.

3) Reformkampagnen verbessern das Lebensgefühl der betroffenen Tiere vor ihrer Tötung

Die Erbsenzählerfraktion argumentiert zuweilen, es komme nicht darauf an, wie ein Tier gelebt hat, bevor man es im Schlachthof tötet, sondern nur, ob es getötet wird. Diese Meinung zeugt von erstaunlich wenig Einfühlungsvermögen. Ich bin 105 Tage in U-Haft im Gefängnis gesessen. Ich hatte 6 m² in einer Einzelzelle zur Verfügung, nur Betonwände und Neonlicht, kein Fenster mit einer Sicht nach draußen. Ich wurde aber auch in andere Gefängnisse verlegt. Da war ich u.a. in einer viel größeren, offeneren Haltung mit mehr Personen, oder auch mit 1 Stunde Freigang in einem Wäldchen mit echten Bäumen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das einen wahnsinnig großen Unterschied macht. 6 m² sind sehr deprimierend, der Auslauf im Wäldchen dagegen war sehr wertvoll.

Schaue ich mir Schweine auf Vollspaltenboden an, dann bin ich mir sicher, dass die keinen einzigen glücklichen Moment erleben. Dieser Boden ist eine Dauerfolter. In der Strohhaltung unter dem Zelt dagegen sah ich definitiv Schweine, die glückliche Momente erlebt haben oder zumindest erleben können. Subjektiv für diese Tiere macht das einen sehr großen Unterschied, wie sie gehalten werden. Und diese subjektive Sicht der nichtmenschlichen Tiere dürfen wir niemals außer acht lassen.

4) Reformkampagnen machen Tierprodukte teurer

Klar ist, dass eine erfolgreiche Reformkampagne die Tierproduktion erschwert, indem es höhere Tierschutzauflagen gibt. Höhere Auflagen machen das Produkt teurer. Damit werden die Tierprodukte im Wettkampf am Markt den veganen Produkten gegenüber benachteiligt. Es ist zu vermuten, zumindest ab einer gewissen Preiserhöhung, dass dadurch weniger Tierprodukte statt veganer Alternativen verarbeitet werden, und dass vielleicht auch mehr Menschen zur veganen Alternative greifen. Das reduziert dann das Volumen der Tierproduktion und die Anzahl der missbrauchten Tiere. Mit einer geschwächten Tierindustrie ist der nächste Reformschritt leichter.

Tierschutz und Tierrechte: verschieden oder doch gleich?

4 Jahre Kampagne gegen die Gatterjagd und das Aussetzen gezüchteter Tiere für die Jagd in Österreich hat die konventionelle Trophäenjägerschaft in Aufruhr versetzt. Da bilden sich sogar Aktionsgruppen, die dann versuchen, zu diesem oder jenem Thema Shitstorms gegen den VGT oder den Tierschutz auszulösen. Na fein, sei ihnen unbenommen (wenn es da nicht manchmal sehr infantil zuginge). Sogar die FPÖ-Chefin Svazek und die ORF-Redakteurin Ulli Wolf sind auf den Zug aufgesprungen. Einer dieser Schachzüge, auf die sie sich offenbar viel einbilden, ist, zu behaupten der VGT (und andere Gruppen, eigentlich alle Gruppen, die sich in der Öffentlichkeit für Tierschutz engagieren), seien eigentlich Tierrechtsorganisationen und da gäbe es einen großen Unterschied. Die wirklichen Tierschützer_innen sind natürlich die Jäger_innen, die ja voller Liebe 70.000 Füchse pro Jahr, Tag wie Nacht und Winter wie Sommer, über den Haufen schießen und andere offensichtlich tierschutzbewegte Schritte setzen, wie Schnepfen, Auerhähne, Murmeltiere oder Dachse töten, die Gatterjagd betreiben und Zuchtenten aus Massentierhaltungen ankaufen, um die dann in Massen wieder aus der Luft zu knallen.

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Mein neues Buch: „Im Untergrund“, Promedia Verlag, € 19,90

Im Alter von 25 Jahren ging ich an die Uni Cambridge in England, um am Institut von Stephen Hawking in angewandter Mathematik als Universitätsassistent zu arbeiten. Schon am Abend meiner Ankunft sah ich ein Plakat am Busbahnhof hängen, auf dem für den nächsten Tag eine Podiumsdiskussion über „Animal Welfare versus Animal Warfare“ angekündigt wurde. Ohne soziale Kontakte dort, schien mir das eine gute Gelegenheit, Menschen kennen zu lernen. So geriet ich sehr rasch in den Sog der dortigen Tierrechtsbewegung.

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Ein neues Biedermeier-Zeitalter droht

Nach der erfolgreichen französischen Revolution mit ihrer Forderung nach gleichen Menschenrechten und nach einer Demokratie, war in den absolutistisch regierten Staaten wie Österreich Feuer am Dach. Das Feuer dieser neuen Idee musste erstickt werden. Deshalb wurde Österreich zum ersten echten Polizeistaat der Geschichte. Man erfand die Geheimpolizei und das Spitzelsystem, genauso wie die Zensur und das Unterlaufen des Briefgeheimnisses. Die ersten Opfer waren 1795 die frühen Demokraten, die von einem Spitzel aufgedeckt und dann in den Jakobinerprozessen zu furchtbaren Strafen verurteilt wurden (https://martinballuch.com/das-schicksal-der-ersten-osterreichischen-demokraten-der-galgen-am-schottentor-1795/).

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Passt das Wort „Vergewaltigung“ auch auf Tiere?

Ich habe kürzlich aus Tierrechtskreisen gelesen, dass man bei Tieren nicht von Vergewaltigung sprechen dürfe. Tiere seien nun einmal nicht so intelligent wie Menschen und könnten daher das Ausmaß einer solchen Tat als Opfer nicht realisieren. Durch die Reflexionsfähigkeit des Menschen sei auch bei biologisch gleichem Vorfall von einer ganz anderen Dimension des Leids auszugehen.

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Critique of the political aspects of CEVA workshops

First and foremost let me stress here that I am not against CEVA workshops. CEVA is the Centre for Effective Vegan Advocacy and their workshops are held by Melanie Joy and Tobias Leenaert across the world. Our group VGT has organised such a workshop in Vienna as well. So, yes, please do participate in those workshops and take a number of relevant skills with you. But that should not stop me voicing some criticism.

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Should we force uncontacted tribes of humans into the modern world?

In the New Scientist issue of 30th September 2017, author Curtis Abraham from Uganda asks the question, if we as a technological mass society should force uncontacted tribes of aboriginal peoples into our global human civilisation or leave them be and act as they wish. I think this is a very interesting question with a lot of implications for speciesism and especially the view that humans should intervene in wildlife. The arguments for the interventionist perspective are essentially that our global human society has introduced human rights (and might introduce more generally animal rights), which do not exist in the wild, be it human or non-human aboriginal life. And, the argument goes, only basic rights can prevent interpersonal violence, which it is our duty to prevent. So, yes, they say, we should intervene and extend human rights and police powers to uncontacted tribes of humans and extend animal rights and interventional forces to nonhuman wild living animals. I have argued to the contrary, see https://martinballuch.com/a-summary-why-life-in-the-wilderness-is-better-than-in-a-technological-mass-society/.

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Mein Hundefreund Kuksi und ich zu Besuch im Tierparadies Schabenreith

Das Tierparadies Schabenreith feiert heuer seinen 25ten Geburtstag. Grund genug, wieder einmal zu Besuch zu kommen, zumal es dort ja auch eine vegane Frühstückspension gibt. Und mein Hundefreund Kuksi hat sowieso eine besondere Beziehung dorthin, hat er da ja in seinem ersten Lebensjahr etwa 2 Monate gelebt, bevor ich ihn bei mir aufgenommen habe. Wenn er die beiden BetreiberInnen des Tierparadieses begrüßt, ist er vielleicht deshalb immer so völlig außer sich vor Freude – auch 9 Jahre nachdem er zu mir übersiedelt ist.

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Most wild animals are happy most of the time!

Being just back from a trip with the tent into the wilderness of the Southern Carpathians in Romania, I realised once again the truth of the statement: Most wild animals are happy most of the time. With wild animals I mean here animals, who are not being persecuted by humans, who live an independent life outside of civilisation. I say that, because I keep seeing animals in the wild, and they almost always seem content and happy. Some are frolicking in the sun, some are playing, some are making love, some are resting and simply enjoying themselves. In only very rare occasions do I see animals, who are suffering.

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