Natur

Die Flucht in den Urwald!

In Österreich gibt es schon ganz erstaunlich schöne Naturjuwelen! Natürlich, wir haben keine großen Urwälder mehr, aber wie ein Fleckerlteppich ziehen sich Primärwälder und naturnahe Sekundärwälder durch die Berge Ostösterreichs. Platz genug, um aus der Zivilisation zu flüchten.

Letzte Woche war es wieder einmal so weit. Ich musste mit dem Zelt hinaus in den unberührten Wald. 7 km vom nächsten Haus, 22 km vom nächsten Dorf und 45 km vom nächsten richtigen Ort entfernt, haben wir unser Zelt aufgeschlagen. Ein echter Urwald. Einer der wenigen.

Wir wollten einfach einmal dort bleiben. Uns hinlegen und die Baumriesen entlang in den Himmel schauen, der langsam düster wird. Der Schrei des Waldkauzes, Wühlspuren einer Wildschweingruppe, Kot von Rothirschen und Rascheln im Unterholz. Dann kam ein Gewitter.

Es ist so wunderbar, diese Urgewalten zu spüren. Unangenehm vielleicht, hilflos ausgeliefert, aber mit einem Urvertrauen der Natur gegenüber. Um wieviel schöner wäre es, würden hier Bär, Wolf und Luchs die Wälder durchstreifen! Almen gibt es weit und breit nicht, im zig Kilometer Umkreis.

Am nächsten Tag streifen wir durch den Wald. Da, ein Schrei, ein Adler, keine 15 m über uns zwischen den Bäumen! Später treffen wir auch eine Höllenotter. Und sehen ein Mäuschen einen umgefallenen Urwaldriesen entlang huschen.

In der Fantasie stelle ich mir vor, wie unfassbar schön es wäre, wenn von hier bis Wien kein Mensch leben würde, keine Forststraßen und Kahlschläge den Wald verunstalten, keine Jagdstände und Hirschgatter die Natur verschandeln. Ich würde mich so frei fühlen, so wunderbar. Und in dieser Umgebung gelingt mir das auch für einige Augenblicke. Ich habe die Wildnis gespürt.

Ich bin so froh, dass meine Tochter das erleben darf. Und sie ist glücklich hier. Wildnis und Natur sind für sie bereits wie selbstverständlich. Mit allem kann sie spielen! Da merke ich erst, wie das Plastikspielzeug in der Zivilisation lediglich ein schwacher Ersatz für das Wirrwarr von Ästen, Tannenzapfen, Moosen, Blumen und all der Dinge ist, die man im Wald so findet. Als wir auf ein Feld von Walderdbeeren stoßen, klatscht sie begeistert in die Hände.

Hat sie keine Angst gehabt, im dunklen Wald, fragt mich eine Frau, nachdem wir zurück gekommen sind. Nein. Überhaupt nicht. Keine Spur. Die Gefahr in der Zivilisation Gewalttäter_innen oder Kinderpornograf_innen in die Hände zu fallen, ist viel höher, wie uns das Beispiel in Deutschland zeigt, als im Urwald Opfer der Naturgewalten zu werden. Unvergleichbar viel höher. Meine Tochter empfindet die wilde Natur nicht als feindlich, sondern als freundlich.

Es ist so wichtig dieses Wilde zu erhalten, als Eigenwert für sich selbst und für die Tiere, die dort unbehelligt wohnen, aber auch für unsere nachkommenden Generationen!

Corona-Isolation: 3 wunderschöne Monate im Wald!

Also für mich war die durch Corona erzwungene Isolation ein Segen. Ich durfte 3 wunderschöne Monate mit meiner Familie im Wald erleben. Das drohende Burn-out wurde verschoben. Wir haben nur noch rein biologische Zutaten selbst gekocht und daher viel gesünder gegessen. Plötzlich gabs nur noch gute Luft, kaum Autoverkehr, kein Lärm. Eine wohltuende Stille. Kein Kaufrausch mehr. Und keine Flugzeuge am Firmament. Durch eine Sonderfreistellung konnte ich die Karenzzeit mit meiner Tochter um einen Monat verlängern!

Jetzt bin zurück im 40 Stunden Job, seit einigen Tagen in Wien. Und es ist kaum auszuhalten. Nirgendwo etwas, das ich Wald nennen würde. Ein unglaublicher Lärm. Das fällt einem erst so richtig auf, wenn man aus dem stillen Wald kommt. Ein Rattern und Knattern, ein Geschrei, ein Autolärm ohne Ende. In der Nacht in unserer Waldhütte dagegen strahlen die Sterne am Himmel und der einzige Ton ist das Rauschen des Windes in den Baumwipfeln.

In den U-Bahnen oder beim Einkauf ein dichtes Gedränge. Wie sehne ich mich da nach einem social distancing. Und nach dem Wald. In alle Richtungen keine Spur von Menschen.

Der Gestank ist kaum auszuhalten. Erst wenn die Nase die frische Luft gewöhnt ist, riecht man die Autoabgase. Und sie sind praktisch überall. Es gibt kein Entkommen. Im Wald dagegen versprüht jede grüne Nadel und jedes grüne Blatt ununterbrochen frischen, von Feinstaub gefilterten Sauerstoff in die Luft!

Und wo sind die farbigen Blumen, die ich jeden Tag angeschaut habe. Und die Rinde von den Bäumen, so rau und harzig duftend. Und die ungeheure Weite, wenn man von einer Erhöhung in die Landschaft schaut.

Ich habe das Gefühl, psychisch und physisch nicht mehr in der Lage zu sein, auch nur wenige Tage hintereinander in der Stadt verbringen zu können. Ich ersticke. Und wenn ich an mein Töchterchen denke, packt mich fast schon die Panik. Nur die wunderbare vegane Kindergruppe hält uns hier in der Stadt. Ansonsten würde mich dieser stinkende, lärmende Betondschungel nur mehr zu Kurzbesuchen wiedersehen!

Buchrezension: „Wildkräuter Outdoor Küche für Kinder“, Freya Verlag

In der Natur mit Kindern und vegan – eine Kombination so ganz nach meinem Geschmack. Unsere Kinder bestimmen die Zukunft unserer Gesellschaft, und da insbesondere, wie mit der Natur und den Tieren umgegangen wird. Deshalb halte ich es für sehr wichtig, mit den eigenen Kindern sehr häufig draußen in möglichst unberührter Natur zu sein. Damit meine ich nicht, in den Bergen von einem Gipfel zum nächsten zu rasen, sondern einfach draußen sein, der Natur zuhören, sie ansehen und alles auf sich wirken lassen. Am besten geht das natürlich, wenn man gleich über Nacht draußen bleibt.

Nur leider wird immer noch ein naturnahes Leben mit dem Jagen und Töten von Tieren verbunden. Die Natur sei nun einmal hart, dort gelte das Recht des Stärkeren. Der Abenteurer Nicolas Vanier berichtet stolz, dass er seine 1 ½ jährige Tochter dazu gebracht hat, bis zum Knöchel im Blut eines Elchs zu stehen, den er selbst geschossen hat, ohne sich unwohl zu fühlen. Und Gatterjägermeister Mayr-Melnhof freut sich darüber, dass sich seine Tochter zum 10. Geburtstag den Abschuss eines Hasen wünscht. Wie schön wäre aber die Gesellschaft, wenn unsere Kinder stattdessen die rückhaltlose Liebe zu den Tieren lernen würden. Wenn sie sie zu achten und zu respektieren lernen, und sie zu schützen, nicht zu töten! Könnten wir so nicht eine ganz andere Welt schaffen?

Dieses Buch zweier Schwestern, Jennifer Frank-Schagerl und Corinna Frank, Erlebnis- und Kräuterpädagoginnen, ist ein Schritt in diese Richtung. Es verbindet das Outdoorabenteuer zwanglos mit einem veganen Grillessen am Lagerfeuer, noch dazu mit von den Kindern selbst gesammelten Pflanzen. 15 Kräuter werden vorgeschlagen, die sich dadurch auszeichnen, dass es sie fast überall gibt und dass man sie kaum mit Giftpflanzen verwechseln kann. Tatsächlich wachsen alle diese Pflanzen bei mir in der Obersteiermark ums Haus. Und sie schmecken!

Dazu gibt es in diesem Buch 36 Rezepte, wie diese Pflanzen leicht und rasch am Lagerfeuer zu einem leckeren Essen zubereitet werden können. Diese reichen von einem mit Kräutern garnierten Steckerlbrot, über Haferflocken-Brennessel-Suppe oder Hirtentäschel-Bohnen-Nuggets, bis zu Süßigkeiten wie heiße Gundelreben-Schokolade. Die Ideen sind dabei so simpel, dass sie leicht umsetzbar sind. Gleichzeitig wirken sie geschmacklich so interessant, dass ich einige mit meiner Tochter ausprobieren werde. Abgesehen davon hat das Buch ein kinderverträgliches, lustiges Layout.

Die Natur kann Kindern sehr viel geben, fürs ganze Leben. Doch wir wollen keine Blutspur hinterlassen, nicht Angst und Schrecken unter den Tieren verbreiten, sondern bescheiden und respektvoll staunen. Dieses Buch kann dabei helfen, das Naturerlebnis mit unseren Kindern in diese Richtung zu lenken.

18 Stunden 15 Minuten auf der Königsetappe des Niedere Tauern Höhenwegs

Vor ziemlich genau 31 Jahren war es, als ich mit einer Gruppe von Personen über den „02“-Weitwanderweg die gesamten Niederen Tauern überschreiten wollte. Das Buch, das den Weg beschrieb, warnte vor der „Königsetappe“ von der Edelrautehütte zur Planneralm. Diese Überschreitung dauere 14 Stunden reine Gehzeit, es gebe dazwischen keine Übernachtungsmöglichkeit. Als auch der Wirt auf der Edelrautehütte die gleichen Töne anschlug, beschloss die Gruppe diese Tour mit Fahrzeugen außen herum gute 70 km über die Straßen im Tal zurückzulegen.

Nur meine Freundin und ich wagten das Unternehmen. Aber aus einer Mischung aus Unsicherheit und mangelnder Fitness seitens meiner Partnerin drehten wir nach einem Teil der Strecke um und ließen uns abends wieder von der Edelrautehütte abholen. Auf der Planneralm war man wenig überrascht. Das sei die Norm, nicht die Ausnahme, wenn die Leute umkehren. Ich beschloss irgendwann einmal wieder zu kommen.

Ein Jahr später kehrte ich wieder und kam diesmal von der anderen Seite, von Südwesten, genauer von Oberwölz und dem Greimberg, und zog mit einem Zelt in mehreren Tagen durch die „Königsetappe“ letztlich bis zum Ötscher. Doch die Etappe in einem durch zu gehen, blieb ein Wunschtraum.

Und der hat sich letzten Sonntag erfüllt. Noch im Dunkeln verließen wir zu zweit um 4:30 Uhr früh die Edelrautehütte. 22 benannte Gipfel und 3600 Höhenmeter verteilt über rund 25 km lagen vor uns. Am Großen Hengst begann es im Osten zu dämmern. Am höchsten Punkt der Tour, am Kleinen Bösenstein in 2400 m Höhe, war die Sicht völlig klar und es versprach, ein schöner Tag zu werden.

Doch dann begannen die Berge zu brodeln und zu kochen. Über die nächsten paar Gipfel kamen wir noch unbehelligt, bis der Nebel plötzlich aus dem Tal bis zu uns herauf vorstieß. Und mit ihm kam ein heftiger Sturm und ein Nieselregen, der sich durch den Wind besonders unangenehm ausmachte. Es war bereits nach kurzer Zeit nicht mehr möglich, trocken zu bleiben. An umzudrehen war auch nicht mehr zu denken, dafür waren wir zu tief in die Etappe vorgedrungen. Also blieb nur im dichten Nebel vorsichtig nach dem Weg zu suchen, und der Wetterunbill zu trotzen.

Den Großen Geierkogel Nordostgrad mussten wir durch waschelnasses Gras und feuchte Felsen senkrecht hinauf klettern, ohne viel zu sehen. Nach dem übernächsten Gipfel verloren wir den Weg. Da diese Tour offenbar doch sehr selten begangen wird, gibt es kaum Trittspuren. Systematisch und mit Kompasshilfe suchten wir die Hochebene ab, bis wir endlich wieder auf Markierungen stießen. Vor 31 Jahren hat es diese hier im Mittelteil der Etappe noch nicht gegeben. Jetzt halfen sie uns aus der Misere.

Doch Wind, Nebel und Regen hielten an. Es blieb schwierig, nicht nur am Weg zu bleiben, sondern auch nicht umgeblasen zu werden. Nach 14 Stunden und 3000 Höhenmetern überschritten wir mit der Breiteckkoppe unseren 19. Gipfel. Da begann die Nebeldecke aufzureißen. Wir konnten gerade noch 2 Stunden den Fernblick genießen, bevor die Sonne tiefrot am westlichen Horizont unterging. Und wir blieben im Stockdunkeln zurück.

Der Weg hier war wenig ausgeprägt markiert und prompt haben wir ihn verloren. Da war guter Rat teuer. Sollten wir uns hier zwischen die Latschen legen, um die Nacht ohne Schlafsacke und Matte zu verbringen? Der klare Himmel mit den unendlich vielen Sternen und einem aufgehenden Mond ließ uns aber anhand der Bergkonturen erahnen, wohin wir gehen müssten. Und so zogen wir quer weglos über einen Bergrücken in den nächsten Sattel und fanden dort tatsächlich den Weg wieder. Ein letzter Gipfel noch, und um 22 Uhr sahen wir erstmals wieder die Lichter menschlicher Behausungen tief unter uns. Das musste die Planneralm sein, unser Ziel. Wenig später, nach genau 18 Stunden und 15 Minuten Gehzeit, trafen wir dort ein.

Schlafplatz gab es aber keinen mehr, sämtliche Gastwirtschaften hatten geschlossen. Ebenso die Plannerhütte. Mittlerweile war es fast Mitternacht. Da zeigte sich überraschend die Türe in die JUFA Jugendherberge offen. In der Rezeption war niemand mehr, aber endlich konnten wir aus den Schuhen raus. Sollten wir uns nun hier auf den Boden legen? Nein, zufällig war eines der Gastzimmer offen und nicht besetzt. In dieser Notsituation legten wir uns einfach so dort in das Bett. Den Rest würden wir am nächsten Morgen klären.

Am nächsten Tag war die Wirtin durch unsere Eigeninitiative keinesfalls verärgert, sondern belustigt. Normalerweise, so erklärte sie, sei sowohl die Eingangstür als auch jedes nicht bezogene Zimmer abgesperrt. Wie durch ein Wunder hatten wir also doppelt Glück gehabt.

Im Rückblick ist klar, dass diese Etappe des Niedere Tauern Höhenwegs eine ernste Tour ist. Bei besserem Wetter wird man sicher schneller durch kommen, allerdings ist dann die Blitzgefahr nicht zu unterschätzen. Jedenfalls ist die Gegend sehr einsam und wild. Wir haben keinen Menschen, aber dafür Steinböcke getroffen, die allerdings keinerlei Angst vor uns zeigten. Nirgendwo war eine Alm oder stießen wir auf Kühe, Schafe oder andere Nutztiere. Wäre das nicht auch eine gute Gegend für den Wolf?

Österreich ist landschaftlich wunderschön. Umso wichtiger, dass wir diese Natur erhalten und nicht zerstören, dass wir sie nicht zu Tode nutzen, sondern einen Gutteil den Wildtieren überlassen, die genau so das Recht haben, hier zu wohnen, wie wir.

Sonnenaufgang
Unerschrockene Steinböcke
Die Berge beginnen zu kochen
Nebel fällt ein
Nach kurzer Zeit waschelnass
Nach 11 Stunden Sturm, Nebel und Regen taucht die Sonne auf
… und geht gleich wieder unter!

Österreich reines Kulturland? Nein!

Ja, ich weiß. Ich gehe oft genug durch Fichtenmonokulturen in Österreich, wo sich eine Forststraße ständig mit der nächsten kreuzt. Einige Mitmenschen nutzen diesen Umstand als Argument, um völlig das Wilde in der Natur hierzulande aufzugeben. Alles wäre Kulturland, so die Ausrede, und deshalb könnten wir doch gleich Kahlschläge durchführen und künstlich neu Aufforsten, den Bau von Forststraßen unter dem Vorwand der Förderung unterentwickelter Regionen steuerlich finanzieren und, natürlich, Luchs, Bär und Wolf draußen halten, während Rehe und Hirsche ohne Unterlass für die Jagd gefüttert und aufgemästet werden.

Nein, so einfach ist das nicht. Kulturland zeichnet sich dadurch aus, vom Menschen aus dem ökologischen Gleichgewicht gebracht worden zu sein, sodass unbedingt menschliche Hilfe nötig wäre, um das Ökosystem am Laufen zu halten. Das ist glücklicherweise in weiten Teilen unserer Bergwelt nicht der Fall.

Ich bin gerade aus dem westlichen Teil des Toten Gebirges zurück, wo ich 10 Tage verbracht habe. Dort fand ich einen weiten alpinen Urwald vor. Ich sah einen Hirsch – aber weder Futterstellen noch Jagdstände. Dort gibt es keine einzige Forststraße. In den Randzonen mögen sich eine handvoll Almen befinden, aber die Natur ist weitgehend unberührt. Und das nicht nur auf wenigen 100 ha, sondern so weit das Auge reicht:

Urwaldwildnis im Toten Gebirge

Nur zwei Tage davor habe ich den Schiffwald im Hochschwab besucht. Das ist ein riesiges Waldgebiet, das der Stadt Wien gehört, und das vollständig außer Nutzung gestellt worden ist. Auch hier keine Forststraßen, keine Jagdstände und keine Fütterungen. Der Wald strahlt eine außergewöhnliche Ruhe und Harmonie aus. Eine wundervolle Gegend!

Der Schiffwald im Hochschwab ist außer Nutzung gestellt

Aber damit noch lange nicht genug. Nur eine Woche davor habe ich den größten verbrieften Urwald Mitteleuropas besucht, den Rothwald am Dürrenstein. Er ist nach außen durch Wälder gebuffert, die man erst in guten 3 Stunden durchwandern muss, um bis zu seinem Rand vorzudringen. Und dann breitet sich eine unberührte Wildnis aus, ebenfalls ohne Forststraßen oder jagdliche Einrichtungen. Überall liegen riesige alte Baumstämme herum, während der Jungwuchs gute 5 m hoch ist. Auch dieser Wald ist beruhigend groß, auf diesem Bild reicht er die Hänge bis zur Baumgrenze hinauf:

Der Rothwald ist der größte Urwald Mitteleuropas

Und nur wenige Wochen davor habe ich wieder einmal den kleinen aber feinen Urwald bei Dürradmer besucht. Auch da müssen erst 4 Stunden Anmarschzeit eingeplant werden. Doch dann wird man für alle Mühen entschädigt! Bis 1400 m reicht dieses unter dem höchsten IUCN-Schutz stehende Waldgebiet hinauf. Ein Stück Natur, das hoffentlich auch noch für unsere Nachkommen im Urzustand erhalten bleiben wird.

Eine wunderschöne Urlandschaft bis 1400 m

Ja, es gibt sie noch, wunderschöne Wildnisgebiete. Auch bei uns in Österreich. Keine Rede von Kulturlandschaft, keine Notwendigkeit irgendwie einzugreifen. Daraus schließe ich zweierlei. Erstens müssen wir diese Kleinode unbedingt erhalten. Unter keinen Umständen dürfen die irgendeinem Nutzungswahn zum Opfer fallen. Diese Landschaften sind gerade deshalb so schön, weil sie wild und unberührt sind. Sie kommen am allerbesten ohne Menschen aus.

Und zweitens sei den Gegner_innen der Wölfe, insbesondere der Jägerschaft und den Unverbesserlichen unter den Nutztierhalter_innen, ins Stammbuch geschrieben, dass es sehr wohl unberührte Wildnis in Österreich gibt, von der sie offenbar keine Ahnung haben. Und die ist bei weitem groß genug, um den großen Beutegreifern Luchs, Bär und Wolf Platz zu bieten. Also lassen wir diese Tiere einfach in Frieden bis dorthin einwandern. Den Rest regelt die Natur von selbst.

Endlich wieder im Urwald zu Besuch!

Im Wissenschaftsmagazin New Scientist wurde vor einigen Monaten eine Studie über die Bevölkerungsdichte in Europa in der Steinzeit vorgestellt. 400 Ausgrabungen hat man analysiert. Über die Zeitperiode zwischen vor 40.000 und 33.000 Jahren soll es demnach zwischen Spanien und Polen im Mittel etwa 35 Gruppen von Homo Sapiens zu je 42 Individuen gegeben haben. Insgesamt also 1500 Menschen in einer Region, in der heute mehrere 100 Millionen Menschen leben. Wie frei man damals atmen konnte! Unvorstellbar, irgendwie, so eine geringe Bevölkerungsdichte. Wir haben das Pech, in einer Zeit zu leben, in der die höchste Bevölkerungsdichte aller Zeiten herrscht. Mit all ihren immensen Problemen.

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Endlich: zwei Wölfe sind jetzt bei mir in den Bergen nachgewiesen!!

Es war im Jahr 2008, als ich das erste Mal Wolfsrudel heulen hörte, und zwar gleich drei zur selben Zeit aus verschiedenen Richtungen. Wir hatten schon seit Tagen immer wieder Wolfsspuren gesehen. Wir befanden uns im Fagaras-Gebirge in den Südkarpaten. Es war gegen 22 Uhr, wir hatten unsere Zelte aufgestellt und saßen um das Lagerfeuer herum. Plötzlich, ganz deutlich kam ein Heulen von weit her über die Berge, und wurde sofort von zwei weiteren Rudeln beantwortet, die deutlich näher bei uns waren. Ich erinnere mich an diesen Moment heute noch mit unbändiger Freude. Ein absolut großartiges Erlebnis, das ich niemals missen möchte!

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3rd Battle of Newbury: ein neuer Film bestätigt ein Kapitel in meinem Buch

Als ich davon gelesen habe, war ich begeistert! Der so breite Widerstand gegen die megagroßen Straßenbauprojekte der Thatcher Ära, die die letzten Reste von ursprünglicherer Natur auf den Britischen Inseln zerstören sollten, wird in einer Dokumentation filmisch thematisiert. Und ich war dabei! Tatsächlich habe ich an mehreren Protestcamps gegen solche Projekte teilgenommen, darunter Twyford Down und eben beim Newbury Bypass. Letzteres wurde durch zahlreiche Baumdörfer so lange behindert, dass schließlich die Baukosten astronomische Höhen erreichten und die allermeisten späteren Bauprojekte gestoppt wurden.

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Wir haben viel zu viele Almen in unseren Bergen!

Gleich zu Beginn: ich finde dieses Urteil gegen den Landwirt, dessen Kühe auf einer Alm eine Frau getötet haben und der dafür zu einer Schadenersatzzahlung von gut € 500.000 verurteilt wurde, katastrophal. Ich hoffe sehr, dass es in der nächsten Instanz aufgehoben wird. Unter den gegebenen Umständen ist es eindeutig am besten, dass die Kühe weiterhin auf die Alm dürfen, und die Wanderer weiterhin ungehindert durchgehen können. Konflikte mit Kühen, sowie Hunde als Wanderpartner, gehören in die Eigenverantwortung. Man kann ja nicht auch den Bergbesitzer wegen hinunter fallender Steine oder wegen Blitzen beim Wandern klagen. Ich will jedenfalls keineswegs, dass jemand verpflichtet wird, Steine und Blitze zu verhindern. Genauso wenig Konflikte mit Kühen. Wir brauchen mehr Eigenverantwortung am Berg.

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