Tierschutz

Der Hass der Jäger_innen auf Wölfe

Vor einigen Jahren wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ein gewisser Herr Dieter Nagl, der offenbar Jäger ist und eine Jagdgruppe mit damals 12.000 Mitgliedern auf Facebook moderierte, mich auf tiefste Weise öffentlich beschimpft hatte, u.a. als Abschaum. Ich kontaktierte ihn höflich und er wurde äußerst ausfällig und aggressiv. Also reichte ich eine medienrechtliche Privatanklage ein. Zu seiner Verteidigung bestritt er die Beleidigungen nicht, sondern versuchte zu beweisen, dass ich Abschaum bin. Der Richter machte ihm aber einen Strich durch die Rechnung. Letztlich musste er sich entschuldigen und mir die Gerichtskosten bezahlen. Der Richter notierte damals Folgendes zum Vergleich:

Das nahm Herr Nagl im Wesentlichen an. So viel jedenfalls dazu, was Herr Nagl für eine Art Mensch ist. Nagl hat übrigens noch andere Menschen beschimpft, z.B. nannte er Herrn Wrabetz vom ORF „blöd“. Und erst kürzlich äußerte er sich auf die folgende Weise abfällig über den Rücktritt der Kulturstaatssekretärin Lunacek:

Derselbe Nagl hat sich auch zu Wort gemeldet, als wir Treibjagden auf ausgesetzte Zuchtfasane und -enten und auf Gatterjagden von öffentlicher Straße aus dokumentiert haben:

Ein sehr netter und toleranter Mensch also. Da überrascht nicht, was er zum Wolf zu sagen hat:

Als dann ein Wolf illegal abgeschossen wurde, hatte er nur Hohn und Spott für das Opfer übrig:

Dieser Dieter Nagl hat jetzt ganz aktuell in dieser Facebook-Gruppe von Jäger_innen Folgendes zum Wolf gepostet:

Die Reaktionen der Jäger_innen sahen so aus:

Ein Sittenbild der Jägerschaft. So sind sie und so reden sie, wenn sie sich nicht beobachtet fühlen (diese Facebook-Gruppe ist geschlossen). So stehen sie zu Gesetzen (es ist verboten Wölfe zu erschießen) und so viel halten sie von einer ökologisch intakten Natur.

Wen wunderts eigentlich, dass die Jagd in der Öffentlichkeit so ein wahnsinnig schlechtes Image hat. Nicht ganz zu unrecht, würde ich sagen.

Extremistischer VGT? – ein Herr Bohrn-Mena macht sich zum Kasperl

In Zeiten von Corona und Home-Office war guter Rat teuer, wie der Tierschutzaktionismus des VGT weitergeführt werden könnte. Die Idee: „Home-Office-Demos“. Viele Menschen machen zu Hause ein Foto von sich mit einem Plakat und per Fotoshop wird das zu einer Demo zusammengesetzt, und am besten noch an einen Ort in der Öffentlichkeit verlegt, der im Hintergrund zu sehen ist. Das war die Corona Fotochallenge, die der VGT auf seinen sozialen Medienkanälen seit Corona jede Woche durchgeführt hat. Das Thema der letzten Woche war die Auslösung von Pandemien durch den massenweisen Fleischkonsum.

So wie viele andere Menschen auch, stellte sich eine Person mit einer Art „Pestmaske“ vor einen gleichmäßigen Hintergrund und hielt ein zu diesem Thema selbst gebasteltes Plakat: „eure MASSENTIERHALTUNG führt zu PANDEMIEN! GO VEGAN OR DIE!“. Dann ließ sie sich fotografieren.

Man braucht nicht viel Hirn, um die Botschaft zu verstehen: solange die Menschen weiterhin so viele Tierprodukte konsumieren, sind wir alle durch Pandemien mit dem Tod bedroht. Man könnte auch anfügen: nicht nur durch Pandemien. Wenn nicht bald viel mehr Menschen aus dem Tierkonsum aussteigen, werden wir an der Antibiotikaresistenz von Bakterien, an unserem viel zu großen ökologischen Fußabdruck und am Klimawandel zugrunde gehen.

Wie bei jeder Corona-Fotochallenge, wurde die Person und ihr Plakat nun per Computerprogramm in einen Demozusammenhang gestellt, in diesem Fall als Fotomontage vor den Hintergrund einer Fleischtheke:

Irgendwie normal, lustig, ernsthaft, zum Nachdenken anregend – und ohne die große Konsequenz. Eintritt Bohrn-Mena. Das ist jener Mensch, der das völlig daneben gegangene sogenannte „Tierschutz“-Volksbegehren initiiert hat. Bis vor wenigen Jahren hatte man von diesem Herren überhaupt nichts gehört, und schon gar nicht im Tierschutz. Da kam er plötzlich, um Tierschutzstimmen zu keilen. Er wolle mit der SPÖ ins Wiener Rathaus, ließ er uns wissen, sei sehr veganfreundlich, sogar 95 % selbst vegan. Leider würde ihn die SPÖ aber nicht an wählbare Stelle setzen, also brauche er Vorzugsstimmen. Und zwar aus dem Tierschutz.

Wir im Tierschutz greifen politisch ja nach jedem Strohhalm, also wurde seine Wahlkampagne unterstützt. Ich bewarb seine Kandidatur für ihn im Internet. Doch genug Stimmen bekam er nicht. Der Vorhang fällt.

Nächster Auftritt, diesmal für eine andere Partei, die Liste PILZ. Wieder wollte er Vorzugsstimmen, um diesmal ins Parlament zu kommen, aber nicht mehr mit der SPÖ, sondern mit Peter Pilz. Wieder generierte er sich als Tierschützer und sagte in einer Pressekonferenz, wenn er gewählt würde, dann werde er jede Tierfabrik in Österreich schließen. Wieder unterstützte ich seine Wahl. War aber nichts. Zu wenig Stimmen, er kam nicht ins Parlament, obwohl er vorher allen Leuten weisgemacht hatte, dass er auf jeden Fall ins Parlament kommen werde, wenn die Liste PILZ ins Parlament kommt. Das war aber leider die Unwahrheit.

Dritter Anlauf, irgendwie wichtig zu sein. Er initiiert ein „Tierschutz“-Volksbegehren. Gegen den ausdrücklichen Wunsch sämtlicher Tierschutzorganisationen. Warum, habe ich anderswo ausgeführt: https://martinballuch.com/kommentar-zum-tierschutz-volksbegehren/

Das allein dürfte ihn schon sehr geärgert haben, wollte er doch der neue Wunderwuzzi im Tierschutz werden. Als sich dann die konkreten Forderungen im Volksbegehren als leere Phrasen entpuppten und sich praktisch alle Tierschützer_innen von ihm abwandten, drehte er sich plötzlich um 180 Grad. Das „Tierschutz“-Volksbegehren wurde zu einem „Pro-Österreichische-Tierindustrie“-Volksbegehren. Im TV sagte er, er wolle keine einzige österreichische Tierfabrik schließen, auch wenn dort noch so viele Missstände herrschten. Dass er noch kurz davor als Anwärter fürs Parlament das Gegenteil gesagt hatte, kümmerte ihn nicht. Das zeichnet Populist_innen aus: keine Inhalte, nur Schein.

Aus Ärger über die versagte Unterstützung begann er plötzlich insbesondere mich und auch den VGT als „militant“ zu beschimpfen. Auf meine höfliche Frage warum, antwortete er doch glatt, dass das ja nur „kämpferisch“ heiße, also eh eine positive Bezeichnung sei. Na klar! Das war der Zeitpunkt, an dem ich die Kommunikation mit ihm abbrach.

Das sogenannte „Tierschutz“-Volksbegehren entwickelte sich zum totalen Flop. Logisch. Wenn man den Tierschutz vergrault, wer soll sich dann noch die Mühe machen, das zu unterschreiben? Die Tierindustrie jedenfalls nicht, die ist allergisch auf das Wort „Tierschutz“. Vor etwas mehr als 20 Jahren haben wir vom VGT zusammen mit anderen Tierschutzorganisationen ein echtes Tierschutz-Volksbegehren durchgeführt und 460.000 Unterschriften bekommen. Um zu verhindern, dass der Eindruck entsteht, dass der Tierschutz heute viel weniger Unterstützung in der Öffentlichkeit genießt als damals, habe ich genau erklärt, warum ich meine, dass dieses Volksbegehren floppt: https://martinballuch.com/warum-ist-das-tierschutzvolksbegehren-so-ein-flop/

An mangelnder Unterstützung für Tierschutzforderungen liegt es jedenfalls nicht. Bohrn-Mena steigerte seine Angriffe auf den VGT und mich, insbesondere in der Vorwahlzeit 2019, weil jetzt die Katze aus dem Sack war und er seine Felle davonschwimmen sah. Zeit, ein paar Fragen über die Finanzgebarung dieses seltsamen Vereins zu stellen, mit dem sich Bohrn-Mena offenbar finanziert hat: https://martinballuch.com/was-macht-das-tierschutzvolksbegehren-mit-seinen-spenden/

Bemerkenswert: zu den Vorwürfen Stellung genommen hat er lieber nicht. Sondern versucht, sie totzuschweigen. Zumal es sich nicht um Vorwürfe, sondern um Fakten handelt, die ich da veröffentlicht habe.

Stattdessen setzt er weiterhin auf die Karte, uns militant zu nennen. Nicht nur uns. Auch Attila Hildmann. Das ist besonders lustig, weil Attila Hildmann und Bohrn-Mena viel mehr miteinander gemein haben, als jeder der beiden mit echten Tierschützer_innen. Beide haben ein großes Ego, beide sind extrem narzisstisch, beide hatten versucht, Tierschutz bzw. Veganismus für die eigene Bekanntheit zu nutzen, beide haben dafür viele Shitstürme aus der Szene erhalten und beide schimpfen daher wie die Rohrspatzen bei jeder Gelegenheit über die militanten, extremen, unerträglichen Veganer_innen. Und die beiden schauen sich auch noch sehr ähnlich. Aber das nur am Rande.

Und jetzt kommt wieder der Herr Bohrn-Mena zum Vorschein, sieht obiges Bild der Person mit der Pestmaske und dem Plakat und legt los:

Da hat er sich aber ganz schön zum Kasperl gemacht, der Herr Bohrn-Mena:

  • Das Plakat spricht davon, dass WIR als Menschheit sterben, wenn nicht ausreichend viele Menschen vegan werden, weil sonst immer öfter Pandemien ausbrechen, die nun einmal mehrheitlich durch Massentierhaltung entstehen. Von einer Drohung ist da nichts zu sehen.
  • Darauf angesprochen, meinte er, es ginge darum, dass dieses Plakat vor einer Fleischtheke öffentlich gezeigt worden sei, und das könnten ja Kinder sehen! Kinder, die englisch sprechen? Von welchem Alter ist da die Rede? Wer bereits ausreichend englisch kann, wird sich im Internet ganz andere Plakate anschauen.
  • Der Witz: Herr Bohrn-Mena hat im Überschwang völlig verschlafen, dass dieses Plakat in der Home-Office Corona-Isolation zu Hause gehalten und fotografiert, und dann vor eine Fleischtheke rein retouchiert worden ist!
  • Abgesehen davon: wenn man kurz ein Foto mit einem Plakat vor einer Fleischtheke macht, dann ist das in 3 Sekunden vorbei und kein Kind hats gesehen.
  • Und überhaupt: was ist genau das Problem, wenn ein Kind dieses Plakat lesen und verstehen sollte? Wenn es geschockt wird, dann durch die Maske, aber sicher nicht durch diesen Spruch. Herr Bohrn-Mena dürfte keine Kinder kennen.

Danke an Corona, dass dieses Theater um das Volksbegehren bald ein Ende hat. Vermutlich wird es eh in der Versenkung verschwinden und gar nicht zur Abstimmung kommen. An Tierschutz dürfte Bohrn-Mena sowieso nicht interessiert sein. Echte Tierschützer_innen legen nämlich Designerschuhe, Designeranzug und Designersonnenbrille ab und stellen sich zu den Tieren in den Kot, um sie auszumisten, oder gehen in Tierfabriken, um das Tierleid zu dokumentieren, oder leisten die harte Knochenarbeit an sämtlichen Frontlinien des Kampfes gegen Tiermissbrauch. Und mit einem Flop dieses Volksbegehrens schadet er bestenfalls seinen hohen Ambitionen, doch noch ganz wichtig und berühmt zu werden, ohne irgendeine besondere Befähigung zu haben.

Ich war die letzten 13 Monate in Karenz und habe mich ausschließlich um meine Tochter gekümmert. Eine tolle Zeit, ich habe viel gelernt und hoffentlich auch dazu beigetragen, meine Tochter sanft in diese Welt einzuführen. Das würde ich Herrn Bohrn-Mena auch empfehlen, sich um sein Kind zu kümmern, statt öffentlich so ein Kasperltheater zu machen. Obwohl – ob er dazu die Befähigung hätte? Auch mit einem Kind sollte man das Designergewand ablegen, sonst kann keine Nähe entstehen. Mit derart noblem Auftreten wird meistens nur inhaltliche Leere kaschiert. Ehrliche Menschen haben das nicht nötig.

Was macht das „Tierschutz“volksbegehren mit seinen Spenden?

Ein Volksbegehren sammelt Unterschriften, keine Spenden. So jedenfalls haben wir das seinerzeit gemacht, als wir das echte Tierschutzvolksbegehren der Tierschutzorganisationen Österreichs durchgezogen haben. Ich habe auch sonst bei ein paar Volksbegehren mitgeholfen und nie wurden Spenden gesammelt. Und ich habe zuletzt einige unterschrieben, aber Spendenaufrufe sind mir dabei nicht untergekommen. Aber das sogenannten „Tierschutz“volksbegehren, das gerade läuft, und von dem bereits dargelegt werden konnte, dass es mit Tierschutz nichts zu tun hat, siehe https://martinballuch.com/warum-ist-das-tierschutzvolksbegehren-so-ein-flop/, sammelt Spenden. In jeder öffentlichen Mitteilung. Und mit den Tierschutzaktionen anderer Organisationen. Was geschieht mit dem Geld?

Dieser Firmenauszug zeigt die Kapitaleinlage des Vereins „Tierschutzvolksbegehren“ in eine Firma. Eine Firma übrigens, die ihren Sitz an einer Adresse der Familie Bohrn Mena hat, und die diesen Herrn offenbar als Geschäftsführer anstellt. Und diese Firma ist zu 100 % im Besitz des Vereins „Tierschutzvolksbegehren“. Diese Fakten findet man im obigen Link belegt.

Dient diese Kapitaleinlage dem Zweck ein Volksbegehren durchzuführen? Faktum ist, wenn man Spenden zweckentfremdet verwendet, dann macht man sich gerichtlich strafbar.

Der Verein „Tierschutzvolksbegehren“ hat auch die private Facebookseite von Herrn Bohrn Mena gesponsert, wie aus diesem Screenshot hervorgeht:

Der VGT sammelt auch Spenden. Er ist ja eine Tierschutzorganisation, die zahlreiche Personen angestellt hat und zahlreiche Kampagnen durchführt. Wir haben deshalb das Spendengütesiegel seitdem es dieses gibt. Dieses Spendengütesiegel bedeutet, dass ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer jedes Jahr detailliert sämtliche Ausgaben und Einnahmen des VGT tagelang prüft und dabei auch nicht nur bestätigt, dass alles seine Ordnung hat und dass sämtliche Ausgaben vom Zweck des Vereins gedeckt sind, sondern auch, dass das Geld, das für einen bestimmte Kampagne gesammelt wurde, auch wieder für diese Kampagne ausgegeben wurde. Das ist sehr wesentlich, weil damit verhindert wird, dass eine Organisation, die Spenden sammelt, eine falsche Tätigkeit vortäuscht. Das Spendengütesiegel des VGT sieht so aus:

Auf der Webseite des Vereins „Tierschutzvolksbegehren“ sucht man ein solches Spendengütesiegel vergeblich.

Beim VGT wird jede Geldausgabe durch einen 9 köpfigen Vorstand beschlossen, der einmal jährlich allen Mitgliedern Rechenschaft ablegt und jedes Jahr einmal neu gewählt wird. Beim Verein „Tierschutzvolksbegehren“ gibt es laut Angaben des Innenministeriums nur eine einzige Person, die nach außen vertretungsbefugt ist:

Wie aus diesem Auszug ersichtlich, ist diese Person für 4 Jahre an diesem Posten fixiert und kann weder abgesetzt, noch bei einer Neuwahl ersetzt werden.

Der Verein „Tierschutzvolksbegehren“ wirbt mit Aktivitäten anderer Organisationen für eigene Spenden, hier z.B. aufgrund der Rettungsaktion der Vier Pfoten von 14.000 Schafen von einem sinkenden Schiff:

Und hier wirbt der Verein „Tierschutzvolksbegehren“ für Spenden mit einer weiteren Aktion der Vier Pfoten, nämlich der Rettung von Löwen aus einem Zoo im Sudan.

Der Verein „Tierschutzvolksbegehren“ wirbt auch mit den Erfolgen anderer, wie z.B. dem Legebatterieverbot, das 2004 beschlossen wurde, also lange bevor der Verein gegründet worden ist, oder der Abschaffung der Polizeipferde oder dem Ende von Mercosur. Alles Erfolge, mit denen der Verein „Tierschutzvolksbegehren“ in Wahrheit nichts zu tun hat. Bei anständigen Tierschutzorganisationen ist es selbstverständlich, dass man nicht mit den Aktivitäten anderer zu Spenden für sich selbst aufruft. Das verhindert auch das Spendengütesiegel. Deshalb sollte man das, wenn man Geld spenden will, berücksichtigen.

Doch Herr Bohrn Mena erschließt offenbar auch andere Geldquellen. Auf der Facebookseite des Vereins „Tierschutzvolksbegehren“ wurde ein kommerzieller Werbefilm der „Salzburg Milch“ veröffentlicht.

Das ist etwas, was normalerweise niemand machen würde, ohne Geld dafür zu verlangen. Werbung einer ganz normalen konventionellen Molkerei mit typisch tierquälerischer Tierhaltung. Letzteres hat der Verein RespekTiere kürzlich aufgedeckt und zeigt dabei angekettete Kühe von Salzburg Milch:

Selbst laut Salzburg Milch ist das Einzige, was sie zu Tierwohl zu sagen haben, dass sie keine dauerhaft angebundenen Kühe zulassen. Das Verbot der Daueranbindehaltung bei Kühen wurde jedoch bereits 2005 nach einer Kampagne des VGT und anderer Organisationen gesetzlich festgeschrieben. Aber Salzburg Milch erlaubt Turbokühe mit immer höherer Milchleistung. Und genau dort liegt die größte Tierquälerei. Die Salzburger Woche hat kürzlich dargelegt, wie dramatisch die Milchleistung pro Kuh über die Jahre in Salzburg ansteigt (die rote Kurve):

In den 1950er Jahren gab eine Salzburger Kuh noch im Mittel 1700 kg Milch pro Jahr.
Im Jahr 1985 waren es 3900 kg Milch pro Kuh und Jahr.
Im Jahr 2018 sind es bereits 6600 kg Milch pro Kuh und Jahr, also fast das Vierfache der 1950er.
Derartige Milchleistungen sind nur mit völlig übernatürlich großen Eutern zu haben. Diese Turbokühe können nicht mehr artgerecht mit Gras und Heu ernährt werden, weil das für die zu produzierende Milchmenge nicht reichen würde, selbst wenn die Kühe 24 Stunden am Tag essen. Deshalb bekommen sie typischerweise synthetisches Eiweiß, das auch noch pansenstabilisiert wurde, d.h. künstlich verändert, um überhaupt für die Kuh, die eigentlich wiederkäuen will, verwertbar zu sein.

Wer konventionelle Milch in Salzburg bewirbt, der bewirbt diese horrende Tierquälerei! Und wer damit Geld verdient, der verdient dieses Geld am Leid der Tiere.

Weiß jemand wieviel der Obmann und Geschäftsführer des Vereins „Tierschutzvolksbegehren“, Herr Bohrn Mena, sich selbst als Gehalt bezahlt hat und nun bezahlt? Der VGT hat sein Gehaltsschema, das für alle Angestellten gilt, selbstverständlich veröffentlicht. Aber Transparenz ist bei der Geschäftsgebarung des Vereins „Tierschutzvolksbegehren“ nicht wirklich Priorität. Bohrn Mena war ja bei der Liste Pilz im Parlament angestellt. Der Vorstand dort hat mitgeteilt, dass Bohrn Mena ein horrendes Gehalt beziehen wollte. Begründet habe er das, so der Vorstand, damit, dass er eben einen luxuriösen Lebensstil habe.

Na dann.

Tierschutz heißt die Interessen der Tiere zu vertreten

In Diskussionen mit der Jägerschaft werde ich immer stutzig, was man dort unter Tierschutz versteht. So wird in Vorträgen zumeist beiläufig gesagt, man habe diese oder jene Jagd natürlich nach Tierschutzkritierien abgehalten. Damit gemeint ist, dass man keine Jungtiere und keine schwangeren Tiere geschossen hat. Das wars dann schon, mit dem Tierschutz. Umgekehrt, wenn ich z.B. argumentiere, dass die Jagd auf Füchse grausam ist, weil diese Tiere in Familienverbänden leben und daher die gesamte Familie trauert, wenn eines ihrer Mitglieder stirbt, dann ernte ich nur Erstaunen. Das ist ein Argument, das typische Jäger_innen beim besten Willen nicht nachvollziehen können. Warum eigentlich?

Tiere sind Sachen. So stehts in unserem Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch seit 1811. Eigentlich wurde das 1989 adaptiert. Seither steht im § 285a, dass Tiere keine Sachen sind, aber bis auf Weiteres wie Sachen behandelt werden sollen. Also keine Änderung, ein Nullgesetz. Daher ist in unserem Rechtssystem kein Platz für Interessen von Tieren. Die kommen nicht vor. Die Tierschutzombudspersonen vertreten z.B. laut Gesetz die Interessen des Tierschutzes, aber nicht der Tiere. Auch die Tierschutzsprecher_innen der Parteien vertreten den Tierschutz, aber nicht die Tiere. Sonst würden sie ja Tiersprecher_innen heißen. Und die Tierschutzombudspersonen Tierombudspersonen.

Doch die meisten Menschen, so würde man glauben, widersprechen der Ansicht, dass Tiere Sachen sind. Natürlich haben Tiere Interessen. Wie kann unser Rechtssystem dieses offensichtliche Faktum ignorieren?

Ein weiteres Beispiel fällt mir ein. Klaus Hackländer hat ein Buch über den Wolf herausgegeben, in dem alle Interessen, die von dem Thema berührt werden, vertreten sein sollen, sagt er im Vorwort. Es gibt Kapitel von der Landwirtschaft, von der Jägerschaft, vom Tourismus und sogar vom Umwelt- und Artenschutz. Aber der Tierschutz ist nicht vertreten. Hackländer würde vermutlich dazu sagen, dass es beim Tierschutz nur um die Frage geht, wie der Wolf getötet wird, nicht ob. Aber das ist doch absurd. Der Wolf ist ein Tier mit eigenen Interessen, darunter das Vorrangigste, am Leben zu bleiben. Warum wird dieses Interesse in dem Buch nicht ebenfalls vertreten?

Ich könnte viele weitere Beispiele bringen. Bei einem Gespräch im Tierschutzministerium vor einigen Wochen – bevor der Grüne Minister eingezogen ist – ging es um Tiertransporte. Tierschutz bedeutet auch hier, diese Transporte möglichst human zu machen, sie aber nicht einzuschränken oder gar zu beenden. Sie müssen möglich sein, so das Credo der Beamt_innen. Die Tierschutzorganisationen dürfen beraten, wie das möglichst tierfreundlich ginge.

Dasselbe Bild bei Tierversuchen. Alle müssen stattfinden dürfen, nur möglichst human sollen sie sein. Und in der Tierindustrie dasselbe. Es fehlt hinten und vorne der Standpunkt der betroffenen Tiere.

Bei den Diskussionen über Tierschutz vor der Nationalratswahl 2019, an denen ich teilgenommen habe, traten „Tierschutzsprecher_innen“ mit demselben Ansatz auf. Bei den Grünen war das z.B. Irmtraud Salzer, die gleichzeitig Landwirtschaftssprecherin war. Ein Widerspruch? Erstaunlicherweise in den Augen dieser Personen überhaupt nicht. Dabei geht es hier doch darum, dass eine Personengruppe, nämlich die Landwirt_innen, durch Nutzung einer anderen, der Tiere, Profit machen will. Die Tierinteressen sind doch ganz offensichtlich, möglichst nicht genutzt zu werden. Die Interessen der Landwirt_innen und jene der Tiere sind definitiv nicht gleichen. Das Verhältnis hier ist ähnlich wie zwischen Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen. Man kann doch keinen Arbeitnehmervertreter_innen sagen, sie werden nicht gebraucht, weil ihre Interessen ja sowieso durch die Arbeitgebervertreter_innen vertreten würden. Das ist doch absurd!

Nein, Tierinteressen werden politisch systematisch ignoriert, als würden sie nicht existieren. Das liegt vermutlich daran, dass man sie praktisch nur ausblenden kann, weil sie so diametral gebrochen werden.

Ich plädiere dafür, dass die Tierschutzseite in Hinkunft viel deutlicher betont, dass sie eine Interessensvertretung ist. Die Tiere bilden eine in unserer Gesellschaft völlig ausgegrenzte „Minderheit“, eine Outgroup, wie das auf englisch heißt. Ihre Interessen werden total ignoriert. Dabei haben sie zu den meisten politischen Themen in unserer Gesellschaft eine Ansicht, weil ihre Interessen davon berührt werden. Ich denke an den Verkehr, an die Stadtplanung, an sämtliche Tierschutzthemen, an den Umgang mit Hunden, den Klimawandel, den Energieverbrauch, aber auch an die bürgerlichen Freiheiten zu protestieren und die eigene Meinung frei zu äußern, an Pressefreiheit, an Datenschutz usw. Die verschiedenen Antworten auf alle diese Fragen haben direkt Konsequenzen für Tiere, die in unserer Gesellschaft leben. Warum also werden ihre Interessen nicht berücksichtigt? Warum gibt es nicht wenigstens eine Institution, die sie vertritt, und die gehört werden muss?

Wir haben noch einen weiten Weg vor uns!

Vor 25 Jahren starb Jill Phipps unter einem Tiertransporter

25 Jahre ist es nun her. Auf den Tag genau. Ich habe in meinem Buch „Im Untergrund“ davon erzählt. Jill Phipps wurde am 1. Februar 1995 bei einem Protest gegen Tiertransporte vor dem Flughafen von Coventry in England mitten unter Polizist_innen von einem Tiertransporter, der bis zum Bersten mit männlichen Kälbern aus der Milchindustrie geladen war, überrollt.

Sie stammte aus einer Familie von Tierrechtler_innen. Ihre Mutter Nancy und ihre Schwester waren in den 1980er Jahren sogar wegen einem Run-In und einer begleitenden Tierbefreiung in einem Tierversuchslabor von Unilever für 6 Monate (!) ins Gefängnis gewandert. Jill Phipps war so alt wie ich. Auf verschiedenen Demos und Aktionen vor 1995 habe ich sie immer wieder mit ihrem Sohn Luke gesehen, aber nicht wirklich wahrgenommen. Mit ihrem Bruder hatte ich mehr zu tun und ihre Mutter kannte ich auch. Jill versorgte ihren Sohn seit den späten 1980er Jahren allein. Da ich jetzt eine ganz kleine Tochter habe, kann ich verstehen, dass man da ein bisschen leiser tritt und nicht mehr an vorderster Front aktiv ist.

Tja, bis die Fähren in Dover von einem auf den anderen Tag die Mitnahme der ganz jungen männlichen Kälber aus der Milchindustrie aufgrund unserer Proteste beendeten. Plötzlich erschienen wie aus dem Nichts 8 Firmen englandweit, die diesen Transport übernahmen. Diese Leute haben nur die Möglichkeit gesehen, Geld zu machen. Ekelhaft.

Aus diesem Ekel und dem Mitgefühl mit den Kälbern entstand eine breite neue Bewegung 1995. Die großen LKWs mit je 250 Kälbern und mehr rollten plötzlich jede Früh durch kleine Ortschaften, wie Breitlingsea, zum Hafen, um ihre lebende Fracht nach Europa zu bringen. Die verschlafensten Nester wurden aktiv. Die Menschen ertrugen es nicht, den Tieren in ihre großen Augen zu schauen. Jeden Tag. Und die Schreie. Das Muhen. Die Kälber waren nicht nur verzweifelt, weil sie ihrer Mutter weggenommen worden waren. Sie hatten auch Hunger. Hunger nach der Muttermilch, die man ihnen vorenthielt, um sie an Menschen zu verkaufen. Deshalb mussten sie weg.

In den 7 Häfen, die für diese Exporte genutzt wurden, gab es überall täglich Proteste. Dort wohnten Menschen, die das jeden Tag mitansehen mussten. Die waren motiviert. Die 8te Firma allerdings verfrachtete die Kälber nicht in ein Schiff, sondern auf ein Flugzeug, am Flughafen von Coventry. Dort wohnte niemand, deshalb gab es auch keine lokalen Proteste durch Anrainer_innen, wie in den Häfen. Aber in Coventry war eine starke Tierrechtsgruppe, und ebenso in den benachbarten Städten. Auch Jill Phipps wohnte dort mit ihrem Sohn. Und sie ließ der Anblick der Kälber und ihre Hilfeschreie nach ihren Müttern nicht mehr los. Sie war ja selbst Mutter und konnte nachvollziehen, wie schrecklich das für die beteiligten Tiere war.

Deshalb stellte sie ein Zelt neben dem Flughafen auf, sodass sie jede Früh vor Ort war, wenn die Tiertransporter ankamen. Und sie war nicht allein. Bald hatte sich dort ein Protestcamp gebildet und jeden Tag wurde protestiert. Jeden Tag stellten sich die Aktivist_innen auf die Straße, wurden von einer Hundertschaft von Polizist_innen weggestoßen und zurückgedrängt. Und jeden Tag weinten sie den Kälbern nach. Und das den ganzen Winter hindurch.

Am 1. Februar 1995 waren 35 Personen im Camp. Da wurde die Ankunft der Tiertransporter gemeldet. Wie jeden Tag stellte sich auch Jill Phipps wieder auf die Straße. Gut 100 Polizist_innen waren da. Sie bildeten am Straßenrand ein Spalier und forderten den Fahrer auf, den Transporter weiter zu fahren, nur ja nicht stehen zu bleiben. Wie jeden Tag stellte sich Jill auf die Fahrbahn und breitete die Hände aus. Doch diesmal rollte der Transporter einfach über sie drüber.

Noch 25 Jahre später füllen sich meine Augen mit Tränen bei der Vorstellung. Ihr Sohn war gerade einmal 8 Jahre alt gewesen.

Und was geschah dem Fahrer? Was der Polizei, die nichts unternommen hatte, ja sogar den Fahrer angetrieben? Einfach nichts. Gar nichts. Das ist leider der Normalfall, wenn es gegen Tierschützer_innen geht. Ich könnte Seiten mit solchen Fällen füllen. Beim Tierschutz versagt der Rechtsstaat auf der gesamten Linie.

Ich nahm an Jill’s Begräbnis teil. Tausende Menschen waren da. Ein starkes Zeichen. Überall die purpurnen Ribbons, die Schleifen, die damals zum Symbol des Protests gegen Tiertransporte geworden waren.

25 Jahre sind ins Land gezogen. Nancy Phipps, Jill’s Mutter, ist mittlerweile auch schon tot. Mit ihrem Bruder hatte ich noch lange Kontakt. Jetzt aber auch nicht mehr. Nach dem Vorfall waren die Kälbertransporte zunächst nur temporär, später dann völlig eingestellt worden, auf allen 7 Häfen und dem Flughafen. Doch heute rollen sie wieder. Überall in Europa. Wir als Menschen haben nichts dazu gelernt. Wie oft bin ich diesen Transportern mit den kleinen Kälbern aus Österreich bis nach Spanien und Andorra nachgefahren, hab ihre Schreie gehört. Es ist, als wäre nichts gewesen, als hätte es nie Proteste gegeben. Jill Phipps kann noch immer nicht ihren Frieden finden.

Warum ist das „Tierschutz“volksbegehren so ein Flop?

Vor mehr als 20 Jahren führte der VGT zusammen mit anderen Tierschutzorganisationen ein echtes Tierschutzvolksbegehren durch. Alle arbeiteten zusammen, die Reaktion war beeindruckend: innerhalb von nur einer einzigen Woche unterschrieben 459.096 Personen und 35 Abgeordnete zum Nationalrat! Das waren immerhin 8 % der Stimmberechtigten.

Heute ist das Tierschutzbewusstsein viel weiter verbreitet, mehr als 400.000 Menschen sind Mitglieder von Tierschutzorganisationen. Ein echtes Tierschutzvolksbegehren heute müsste also viel mehr Zustimmung bekommen können. Momentan sammelt ein „Tierschutz“-Volksbegehren Stimmen. Nach 7 Monaten sind kolportierte 50.000 Unterstützungserklärungen zusammen gekommen. Die Dunkelziffer dürfte deutlich tiefer liegen. Wieso ist dieses Volksbegehren so ein Flop?

In einer Aussendung von Oktober 2018 sah das Volksbegehren vor, 6 große Tierschutzorganisationen als Kooperationspartner zu gewinnen. Dem Vernehmen nach gibt es keinen einzigen. Der Verein Tierschutzvolksbegehren hat nur 2 Vorstandsmitglieder, Obmann und Geschäftsführer sind dieselbe Person. Eine 1-Man-Show.

Ursprünglich wurde verkündet, es würden strenge neue tierschutzgesetzliche Auflagen gefordert werden. Laut Innenministerium unterschreibt man aber folgenden Text:

Es sollen also nicht Gesetze kommen, die die Tiere schützen, sondern Gesetze, die die heimischen Bäuer_innen und Tierfabriken stärken.

In diesem Video kann man den Gesinnungswandel des Obmanns und Geschäftsführers des Vereins „Tierschutz“volksbegehren sehen: https://www.facebook.com/watch/?v=1345583918936953

2017 sagt er: „Ich will jede Tierfabrik in Österreich schließen“

2019 sagt er: „Nein, nein, nein, kein einziger konventioneller Betrieb, egal wie groß die Missstände dort sind, soll zugesperrt werden“

Also auch die letzten ausgestalteten Käfighaltungsbetriebe von Legehennen nicht, die laut dem vom VGT und anderen Tierschutzorganisationen im Jahr 2004 (!) erkämpften Käfighaltungsverbot mit Ende des Jahres 2019 schließen müssten?

Der Obmann und Geschäftsführer des Vereins „Tierschutz“volksbegehren verkündet zu Allerheiligen, er will ab sofort nur noch ehrenamtlich für den Verein arbeiten, dafür würde er beruflich Geschäftsführer der Firma „Ökosoziale Zukunft“:

Das Firmenbuch weist allerdings den Verein „Tierschutz“volksbegehren als 100 % igen Gesellschafter dieses Unternehmens aus.

Anzeige gegen Jagdaufseher wegen Nötigung: droht Hund zu erschießen

Hundehalter_innen sind es leider gewohnt, dass Jäger_innen sie anpöbeln und sogar damit drohen, ihre Hunde zu erschießen. Die Ausrede: die Hunde würden Wildtiere bedrohen. Plötzlich tun die Jäger_innen so, als hätten sie mit genau jenen Wildtieren Mitleid, die sie selbst gerne über den Haufen schießen. Und so erschießen sie eben die Hunde – ohne jedes Mitgefühl.

Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, an denen ich beim ganz normalen Wandern auf markierten Wegen von Jäger_innen angeschrien oder sogar mit dem Erschießen bedroht wurde. In den 1970er und 1980e Jahren war das ganz normal. Doch die Zeiten haben sich etwas gewandelt, die Jagd ist deutlich mehr in die Defensive geraten, hat an Image verloren. Heute wird nur noch abseits von Wegen gepöbelt, oder eben wenn ein Hund dabei ist. Aber auch das müssen wir ihnen austreiben.

Beim Wandern in Tirol traf ich auf eine Tafel, die das Wandern abseits von Wegen und das Frei Laufen Lassen von Hunden jeweils mit dem Abschuss des Tieres bedroht. Dabei ist es unmittelbar neben dieser Tafel im Wald erlaubt, den Hund frei laufen zu lassen. Die Gemeinde Kirchdorf hat dazu Mitte 2018 eine eigene Verordnung erlassen und mit einem Plan versehen. Abgesehen davon erlaubt das Tiroler Jagdgesetz den Jäger_innen nicht einfach mir nichts dir nichts Hunde abzuknallen, wie es ihnen passt, auch wenn diese frei laufen.

Ich habe daher folgende Anzeige wegen Nötigung eingebracht:

Gefährdung der körperlichen Sicherheit? – Schuss auf Menschen!

Die öffentliche Diskussion über die Jagd ist eine sehr einseitige Geschichte. Seitens der Tierschützer_innen werden ständig Beweisvideos vorgelegt, von angeschossenen Wildschweinen im Gatter, von Rehen, die von Hundemeuten gegen den Gatterzaun gehetzt werden, von Jäger_innen, die hemmungslos auf Menschen einschlagen und jetzt eben auch von einem Jäger, der ohne zu zögern aus 150 m Entfernung genau in die Richtung von Tierschützer_innen schießt. Einfach so.

Das Video ist hier zu sehen: https://www.facebook.com/tierrechtedemokratie/videos/1205796379624717/

Der Jagdleiter von dieser Jagd am 7. November 2019 allerdings meint zu diesem Video, das sei mit einer „neuen Technik“ aufgenommen, die es erscheinen lasse, dass jemand der 1 km (!) entfernt ist, wirke, als sei er direkt vor der Kamera. Hier seine wörtlichen Aussagen in einem Interview mit der Burgenländischen Volkszeitung:

Im Gegenzug hier die Frames des obigen Films im Abstand von einer 1/25 Sekunde. Auf dem ersten Bild noch kein Schuss, 1/25 Sekunde danach raucht es aus dem direkt auf die Kamera gerichteten Lauf des Gewehrs:

Die Sachlage ist also ganz klar. Auch die Positionen des Schützen und des filmenden Tierschützers sind eindeutig, wie hier zu sehen (rotes Kreuz ist der Standort des Jägers, grüner Kreis jener des Tierschützers):

Der Tierschützer hat sich im Übrigen nicht auf einem gesperrten Gebiet befunden, auch wenn das völlig irrelevant ist.

Gut. Für mich bleiben damit folgende offenen Fragen:

  • Warum findet irgendjemand die Jägerschaft und ihre unwahre Propaganda noch immer irgendwie glaubhaft? Warum wird nicht endlich allen, von den Medien über die Öffentlichkeit bis zu den Politiker_innen, klar, dass man Jäger_innen kein Wort glauben kann, außer sie können es beweisen?
  • Und warum wird die Staatsanwaltschaft dieses Verfahren, wie alle anderen dieser Art, einfach einstellen? Sind Tierschützer_innen Menschen zweiter Klasse, auf die man einfach ungestraft schießen kann?

Veterinärmedizinische Tierversuche an Hunden in Österreich

Weil es offenbar Menschen gibt – vornehmlich, wie man hört, Angestellte und Studis der Veterinärmedizin -, die behaupten, veterinärmedizinische Tierversuche an Hunden wären eh nur ein Klacks, kleine Lächerlichkeiten, den Hunden ginge es super, und überhaupt, alles notwendig, die Versuchshunde hätten beste Familienbindung und würden schließlich an Pflegestellen vermittelt, hier eine rein faktische Auflistung der VETERINÄRMEDIZINISCHEN TIERVERSUCHE an Hunden in Österreich. Ich behaupte dabei nicht, dass diese Tierversuche an der Vet Uni Wien stattgefunden haben, stelle aber fest, dass es nur eine einzige Vet Uni in Österreich gibt.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass veterinärmedizinische Tierversuche absolut überhaupt keine ethische Rechtfertigung haben. Bei Tierversuchen bemüht man üblicherweise als Rechtfertigung die Wichtigkeit für die menschliche Gesundheit, und Menschen seien schließlich wichtiger als Tiere. Wie dem auch immer sei, dieses klassische Argument lässt sich auf Tierversuche in der Veterinärmedizin nicht anwenden. Versuchshunde sind nicht weniger wichtig oder wertvoll als Familienhunde, nur weil sie niemand liebt.

Schauen wir uns die Fakten an. Ich wähle willkürlich das Jahr 2017, weil ich von dem gerade die nichttechnischen Projektzusammenfassungen vorliegen habe. Insgesamt waren in diesem Jahr Tierversuche an 247 Hunden genehmigt. Nur 50 davon waren Versuche, bei denen die Hunde als Modell für den Menschen verwendet wurden, also in der Humanmedizin. 197 Hunde wurden für veterinärmedizinische Tierversuche verwendet:

  • 31 Hunde wurden für Versuche in der Ausbildung von Studierenden verwendet. Diese Hunde wurden manipuliert und es wurden Eingriffe geübt. Darunter fallen auch das Üben von Injektionstechniken und das Setzen von Harnkathetern.
  • An 116 Hunden wurden verschiedene neue Mittel zur Anästhesie getestet. Dafür schloss man die Tiere an ein EKG an, setzte ihnen Venenkatheter und verabreichte eine Prämedikation. Die Tiere wurden dann anästhesiert und es wurden die physiologischen Reaktionen unter der Bewusstlosigkeit aufgezeichnet.
  • An 10 Hunden wurde die Augendurchblutung gemessen. Man setzte den Tieren Venenkatheter und maß dann mit Ultraschall die Durchblutung.
  • An 10 Hunden wurden neue Augentropfen getestet. Die Tiere waren gesund. Ihnen wurden 28 Tage lang die neuen Augentropfen täglich zweimal verabreicht, dabei wurden regelmäßig Blutproben genommen und auftretende Entzündungen aufgezeichnet.
  • 30 Hunde wurden für Tierversuche zur Krankheitsdiagnostik verwendet. Dabei wurde ein neuer Thromboelstograph eingesetzt, der die Blutgerinnung testet. Es wurde ein Lokalanästhetikum verwendet.

Wenn mir Angestellte, Tierpfleger_innen oder Studierende von Institutionen, in denen Tierversuche stattfinden, erzählen, wie gut es den Versuchstieren nicht geht, dann glaube ich ihnen kein Wort. Bisher war es noch immer so, dass die Proponent_innen der Tierversuchsindustrie ihre Tätigkeit in schillernden Farben loben, aber jede einzelne von Tierschützer_innen undercover durchgeführte Recherche zeigt, dass es in Tierversuchslabors abgrundtief brutal zugeht. Und das ist nachvollziehbar: wer einem Lebewesen regelmäßig weh tut und absolute Macht über dieses Wesen hat, der muss seine Mitgefühle unterdrücken, um nicht psychisch krank zu werden. Die Folge ist Gefühlskälte und Brutalität.

Wer sagt, die oben beschriebenen Tierversuche seien sowieso harmlos, soll sich doch selbst dafür zur Verfügung stellen. Warum sind genau solche Versuche an Menschen verboten? Aha, doch nicht so harmlos. Als Tierschützer_innen sehen wir die Situation aus den Augen der betroffenen Tiere. Und für die kann es niemals gerecht sein, so etwas mit ihnen zu machen. Hunde sind Wesen, die Familienanschluss brauchen, geliebt werden wollen, mit ihren Bezugsmenschen Tag und Nacht verbringen, und keinesfalls unnötig einem derartigen Stress ausgesetzt werden. Übrigens: laut Statistik sind 54 der Hunde wiederholt solchen Tierversuchen ausgesetzt worden. Eine absolute Horrorvorstellung.

Klar ist auch: wer invasive Tierversuche egal welcher Art, und insbesondere obiger, durchführt, hat keinerlei Berechtigung als Tierarzt oder Tierärztin später aufzutreten. Für Ärzt_innen gilt der Hippokratische Eid: „Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht“. Wer den bricht – und das geschieht definitiv bei obigen Versuchen, weil sie nicht im Sinne der betroffenen Hunde sind – hat die Berechtigung verloren, heilend zu wirken.

In der Helsinki Menschenrechtsdeklaration von 1964 zu Versuchen an Menschen ist das ethische Prinzip so formuliert:

Artikel 1.5: „Concern for the interest of the subject [in experimentation] must always prevail over the interest of science and society.“

Artikel 111.4: „In research on [sentient beings], the interest of science and society should never take precedence over considerations related to the well-being of the subject.“

Dem habe ich nichts mehr hinzu zu fügen.

Antworten an einen gewissen Herrn Rudolf Gürtler, fanatischen Jäger

Grüss Sie, Herr Gürtler,

zunächst Gratulation zu Ihrer jagdlichen Pensionierung. Ich denke es ist sicher gut, wenn so fanatische Jäger_innen, wie Sie, nicht mehr auf die Tiere losgehen. Sie wissen schon, oder, dass Sie sogar in der Jägerschaft diesen Ruf haben, vornehm gesagt, ein bisschen radikal zu sein. Schon Thomas Kuhn hat festgestellt, dass Paradigmenwechsel oft erst durch das natürliche Absterben bestehender Platzhirsche möglich werden. Die neue Sprecherin des nö Landesjagdverbandes und die neue Leiterin des Wildökologischen Instituts wirken auch nicht mehr so verbohrt, wie ihre Vorgänger. Man hört die beiden Mayr-Melnhofs waren die einzigen der 9 Landesjägermeister, die das von WTV und ÖBF entwickelte Papier gegen die Paarhufer-Fütterungen nicht unterschreiben wollten. Auch da wäre das Freistellen der entsprechenden Posten für einen Paradigmenwechsel sicher positiv.

Zu Ihrem Seitenhieb auf den Veganismus. Es freut mich, dass Sie noch erleben dürfen, dass der Veganismus so boomt. Ich muss immer an den stramm rechten, seinerzeitigen Ministerpräsidenten von Bayern denken, den Herrn Strauß, der im Übrigen bei einer Jagd an einem Herzinfarkt gestorben ist. Er hat nicht nur gesagt, dass rechts von der CSU rein verfassungsrechtlich kein Platz für eine weitere Partei sein dürfe, sondern auch, dass die Grünen sicher bald der Vergangenheit angehören würden. Tja, und jetzt ist Herr Strauß tot und die Grünen sind in so vielen Regierungen, bald sogar auch in Österreich bundesweit. Ich wünsche Ihnen ein langes Leben, sodass Sie den Siegeszug des Veganismus noch miterleben können.

Konkret zu Ihrem Argument gegen Veganismus, dass beim Anbau pflanzlicher Nahrungsmittel auch Kleinstlebewesen sterben. Sie kennen sicher die Antworten. Erstens muss man Nutztieren im Mittel 7 Mal mehr pflanzliche Nahrung verfüttern, um daraus eine entsprechende Menge an Fleisch gewinnen zu können. D.h. jeder Happen Fleisch hat 7 Mal mehr Kleinstlebewesen das Leben gekostet, als ein entsprechender Happen pflanzlicher Nahrung. Ganz zu schweigen vom Tod des Nutztiers. Abgesehen davon kennen Sie als ehemaliger Anwalt sicher den Unterschied zwischen einer Tathandlung mit oder ohne Vorsatz. Das Töten des Nutztiers geschieht vorsätzlich, jenes der Kleinstlebewesen nicht. Die weiteren 37 Argumente finden Sie im Internet.

Lustig auch, dass Sie uns Religiosität vorhalten. Wer von uns geht in Hubertusmessen? Und wer beruft sich auf die Bibel, um das massenhafte Töten gezüchteter Tiere zu begründen? Letzteres macht ein gewisser Herr Maximilian Mayr Melnhof, seines Zeichens Gatterjägermeister. Wir im Tierschutz kommen ohne irgendwelche heiligen Rituale und göttliche Aufträge aus. Bei uns bestimmt die Vernunft.

Zur Fütterung. Der Unterschied zwischen unserer Ansicht beginnt schon bei unserer jeweiligen Auffassung von Jagd. Sie sehen die Jagd als Wildwirtschaft, analog zur Forst- und Landwirtschaft. Dabei gehören die Wildtiere doch niemandem. Also darf sie auch niemand bewirtschaften, würde ich meinen. Wir bewirtschaften doch eh schon alles, warum auch die Bewohner_innen der freien Natur? Die große Mehrheit der Menschen in Österreich will, dass Ökologie und Tierschutz Vorrang vor der „Bewirtschaftung“ und dem „Beutetrieb“ einiger weniger, seltsam veranlagter Mitmenschen haben. Und tatsächlich begründet die Jägerschaft ihre Tätigkeit nach außen hin mit Ökologie. Also schlage ich vor, Ökologie und Tierschutz zu den bestimmenden Prinzipien für die Jagd, die eigentlich Wildtiermanagement sein und daher auch heißen sollte, zu erheben. Es darf nur dann ein Wildtier erschossen werden, wenn das ökologisch notwendig ist und wenn alle anderen Maßnahmen versagt haben, und dann nur nach Tierschutzprinzipien, also ohne jagdlichem Trara, sondern so rasch, sicher und schonungsvoll wie möglich, unter voller Ausnutzung sämtlicher technischer Möglichkeiten. Wie im Kanton Genf.

Sie wissen genauso gut wie ich, dass die Jagd zu 99,9 % diesen ethischen Vorgaben nicht genügt. Von der Gatterjagd, die Sie ja selbst betreiben – oder zumindest betrieben haben -, über die sogenannte Niederwildjagd auf hochgezüchtete oder ausgesetzte Tiere, bis zur fanatischen Vernichtung von Beutegreifern und zum Abschuss von Tieren aus Arten, die bereits hochgradig gefährdet sind. Haben Sie meinen Beitrag über eine ganz normale Murmeltierjagd gesehen? Siehe https://martinballuch.com/eine-ganz-normale-murmeltierjagd/. Wer das richtig findet, dem ist der Wertekompass ganz schön aus dem Ruder geraten.

Das angeblich gefundene verhungerte Rotwild ist Jägerlatein, Liechtenstein und Graubünden sind sehr gute Beispiele für vitale Hirsch- und Rehpopulationen ohne Winterfütterung. Wir wissen, dass die im letzten Jahr verbreiteten Fotos und Videos, ganz zu schweigen von jenem der angeblichen Beunruhigung von Gemsen durch Schitourengeher, das sich als das Gegenteil erwiesen hat, nur Fakes waren und zum Gutteil viele Jahre alt. Ich bin ununterbrochen im Wald unterwegs, nämlich 100 Tage im Jahr, lebe sogar im Wald, und ich finde immer wieder tote Tiere, vor allem nach der Schneeschmelze, wenn die Leichen ausapern. Jedes tote Tiere dieser Art sieht wie verhungert aus, auch wenn es einfach in einer Lawine gestorben ist. Aber was, bitte schön, stört Sie an einem natürlichen Tod? Warum dürfen die Wildtiere nicht eines natürlichen Todes sterben? Haben sie da nicht auch ein Recht darauf? Ich weiß schon, wer, wie Sie, meint, man müsse Wildtiere immer nutzen, der sieht in jedem natürlich gestorbenen Tier einen Verlust. Aber, wie gesagt, Wildtiere gehören niemandem, und anständige Jäger_innen, die ihre Tätigkeit ökologischen Prinzipien unterordnen, müssten den natürlichen Tod begrüßen, weil er ihnen erspart, Gewalt auszuüben.

Kennen Sie die Studie von Leitner in Kärnten? https://www.himmel.at/wp-content/uploads/2019/11/Leitner_Wildmanagement_Gailtaler_Alpen_II.pdf Muss man da noch mehr sagen? Haben Sie Studien parat, die diese Ergebnisse widerlegen? Ich zitiere: „Die Rotwildsterblichkeit nimmt ohne Fütterung in Normalwintern im Vergleich zu Gebieten mit Fütterung nicht zu“. „Ungestörtes Rotwild passt Raumverhalten rasch auf Verhältnisse ohne Fütterung an“. Und Faktum ist ebenfalls, wie Sie sicherlich wissen, dass Hirsche und Rehe (und Gemsen) am allermeisten durch die Präsenz von Jäger_innen gestört werden. In Genf z.B., wo nicht gejagt wird, fürchten sich die Wildtiere vor keinem Menschen, die Fluchtdistanz ist sehr gering. Das entspricht auch meiner Erfahrung. Ich kann mit meinem Hund auf einem der Gipfel im Hochschwab sitzen und keine 10 m neben mir grast eine Herde Steinböcke ohne jede Beunruhigung. Auch mitten im Winter.

Wenn Sie über das Verhältnis von Fütterung und Waldgesundheit etwas lernen wollen, dann empfehle ich Ihnen den Besuch der entsprechenden Symposien des Kuratoriums Wald. Da wären Sie erstaunt, wie man dort seitens der Waldbesitzer_innen die Fütterei und die konventionelle Jagd ablehnt.

Kennen Sie eigentlich diese ganz aktuelle Studie: https://www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice/presseinformationen/presseinformationen-2019/wie-rehen-das-winterfutter-auf-den-pansen-schlaegt/. Demnach ist es sehr ungesund für Paarhufer, im Winter gefüttert zu werden. Was sagen Sie dazu, dass Sie Ihr Leben lang den Paarhufern in Ihren Revieren durch die Winterfütterung so großes Leid zugefügt haben?

Zur Trophäenjagd: Sie wissen so gut wie ich, dass man im Mittel 70 Jungtiere braucht, um eines mit einer besonders großen Trophäe zu erhalten. Und dass daher die Jägerschaft gerne männliche Tiere, aber möglichst nie weibliche schießen will, damit es viele Jungtiere gibt. So hängt die Trophäenjagd ganz direkt mit der hohen Kopfzahl jagdlich aufgefütterter Populationen zusammen, ganz zu schweigen vom Futter, das laut Herstellerangaben ja das Trophäenwachstum beschleunigen soll. Die relativ geringe Anzahl kapitaler Trophäen, die Sie anführen, ist da kein Widerspruch.

Es freut mich auch, Ihnen mitteilen zu können, dass das Spendenvolumen für den VGT von Jahr zu Jahr ansteigt. Wir haben bereits 50 Angestellte und suchen momentan eine_n weitere_n Arbeitnehmer_in für die bereits dritte Stelle als Jurist_in im VGT, um die ganzen Anzeigen zu bearbeiten, die wir zumeist aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung legen. Anzeigen wegen Tierquälerei werden in ganz Österreich immer mehr. In diesem Zusammenhang darf ich Ihnen auch das Symposium der Tierschutzombudsschaft Wien morgen Donnerstag ans Herz legen. Da geht es, wie jedes Jahr, um Tierschutzrecht. Sie müssten allerdings zur Teilnahme 40 Euro an eine Greifvogelstation spenden, und wie ich Sie kenne, widerspricht das Konzept des Greifvogelschutzes, wie jenes eines Gnadenhofs, Ihrer Einstellung fundamental. Wenn ein Tier nichts nützt, am Ende sogar „Niederwild“ isst, dann wäre es zu töten, oder nicht? Immer mehr Menschen sehen das nicht so und widmen ihre gesamte Lebenszeit dem Schutz von „unnützen“ Tieren. Ich würde sagen, diese Einstellung ist in Österreich längst mehrheitsfähig, während Ihre Einstellung nur mehr von einer kleinen Minderheit vertreten wird und am Aussterben ist.

Weil Sie Maximilian Mayr-Melnhof erwähnen, der durch kritische Kommentare so in Mitleidenschaft gezogen worden sein soll. Ist Ihnen bekannt, dass das Landesverwaltungsgericht Salzburg – später bestätigt durch den Verwaltungsgerichtshof – geurteilt hat, dass Mayr-Melnhof einem Tierschützer rechtswidrig mit Gewalt eine Videokamera entwendet hat, dass er den Tierschützer dabei an der Hand verletzt hat, dass er vor Gericht als Zeuge die Unwahrheit gesagt hat und dass er versucht hat, ein Beweismittel zu fälschen? Was sagen Sie dazu? Ist in Ihren Augen ein Mensch, der so etwas getan hat, anständig? Ist so jemand ein Vorbild? Sollte so jemand Landesjägermeister sein? Kann sich so jemand christlich nennen? Und ist so jemand in der Position darüber zu jammern, dass er von anderen beleidigt wird? Ihre Meinung dazu würde mich interessieren.

Hoffentlich finden Sie in Ihrer jagdlichen Pension endlich eine anständige Art und Weise, sich die Zeit zu vertreiben.

Martin Balluch