Tierschutz

Veterinärmedizinische Tierversuche an Hunden in Österreich

Weil es offenbar Menschen gibt – vornehmlich, wie man hört, Angestellte und Studis der Veterinärmedizin -, die behaupten, veterinärmedizinische Tierversuche an Hunden wären eh nur ein Klacks, kleine Lächerlichkeiten, den Hunden ginge es super, und überhaupt, alles notwendig, die Versuchshunde hätten beste Familienbindung und würden schließlich an Pflegestellen vermittelt, hier eine rein faktische Auflistung der VETERINÄRMEDIZINISCHEN TIERVERSUCHE an Hunden in Österreich. Ich behaupte dabei nicht, dass diese Tierversuche an der Vet Uni Wien stattgefunden haben, stelle aber fest, dass es nur eine einzige Vet Uni in Österreich gibt.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass veterinärmedizinische Tierversuche absolut überhaupt keine ethische Rechtfertigung haben. Bei Tierversuchen bemüht man üblicherweise als Rechtfertigung die Wichtigkeit für die menschliche Gesundheit, und Menschen seien schließlich wichtiger als Tiere. Wie dem auch immer sei, dieses klassische Argument lässt sich auf Tierversuche in der Veterinärmedizin nicht anwenden. Versuchshunde sind nicht weniger wichtig oder wertvoll als Familienhunde, nur weil sie niemand liebt.

Schauen wir uns die Fakten an. Ich wähle willkürlich das Jahr 2017, weil ich von dem gerade die nichttechnischen Projektzusammenfassungen vorliegen habe. Insgesamt waren in diesem Jahr Tierversuche an 247 Hunden genehmigt. Nur 50 davon waren Versuche, bei denen die Hunde als Modell für den Menschen verwendet wurden, also in der Humanmedizin. 197 Hunde wurden für veterinärmedizinische Tierversuche verwendet:

  • 31 Hunde wurden für Versuche in der Ausbildung von Studierenden verwendet. Diese Hunde wurden manipuliert und es wurden Eingriffe geübt. Darunter fallen auch das Üben von Injektionstechniken und das Setzen von Harnkathetern.
  • An 116 Hunden wurden verschiedene neue Mittel zur Anästhesie getestet. Dafür schloss man die Tiere an ein EKG an, setzte ihnen Venenkatheter und verabreichte eine Prämedikation. Die Tiere wurden dann anästhesiert und es wurden die physiologischen Reaktionen unter der Bewusstlosigkeit aufgezeichnet.
  • An 10 Hunden wurde die Augendurchblutung gemessen. Man setzte den Tieren Venenkatheter und maß dann mit Ultraschall die Durchblutung.
  • An 10 Hunden wurden neue Augentropfen getestet. Die Tiere waren gesund. Ihnen wurden 28 Tage lang die neuen Augentropfen täglich zweimal verabreicht, dabei wurden regelmäßig Blutproben genommen und auftretende Entzündungen aufgezeichnet.
  • 30 Hunde wurden für Tierversuche zur Krankheitsdiagnostik verwendet. Dabei wurde ein neuer Thromboelstograph eingesetzt, der die Blutgerinnung testet. Es wurde ein Lokalanästhetikum verwendet.

Wenn mir Angestellte, Tierpfleger_innen oder Studierende von Institutionen, in denen Tierversuche stattfinden, erzählen, wie gut es den Versuchstieren nicht geht, dann glaube ich ihnen kein Wort. Bisher war es noch immer so, dass die Proponent_innen der Tierversuchsindustrie ihre Tätigkeit in schillernden Farben loben, aber jede einzelne von Tierschützer_innen undercover durchgeführte Recherche zeigt, dass es in Tierversuchslabors abgrundtief brutal zugeht. Und das ist nachvollziehbar: wer einem Lebewesen regelmäßig weh tut und absolute Macht über dieses Wesen hat, der muss seine Mitgefühle unterdrücken, um nicht psychisch krank zu werden. Die Folge ist Gefühlskälte und Brutalität.

Wer sagt, die oben beschriebenen Tierversuche seien sowieso harmlos, soll sich doch selbst dafür zur Verfügung stellen. Warum sind genau solche Versuche an Menschen verboten? Aha, doch nicht so harmlos. Als Tierschützer_innen sehen wir die Situation aus den Augen der betroffenen Tiere. Und für die kann es niemals gerecht sein, so etwas mit ihnen zu machen. Hunde sind Wesen, die Familienanschluss brauchen, geliebt werden wollen, mit ihren Bezugsmenschen Tag und Nacht verbringen, und keinesfalls unnötig einem derartigen Stress ausgesetzt werden. Übrigens: laut Statistik sind 54 der Hunde wiederholt solchen Tierversuchen ausgesetzt worden. Eine absolute Horrorvorstellung.

Klar ist auch: wer invasive Tierversuche egal welcher Art, und insbesondere obiger, durchführt, hat keinerlei Berechtigung als Tierarzt oder Tierärztin später aufzutreten. Für Ärzt_innen gilt der Hippokratische Eid: „Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht“. Wer den bricht – und das geschieht definitiv bei obigen Versuchen, weil sie nicht im Sinne der betroffenen Hunde sind – hat die Berechtigung verloren, heilend zu wirken.

In der Helsinki Menschenrechtsdeklaration von 1964 zu Versuchen an Menschen ist das ethische Prinzip so formuliert:

Artikel 1.5: „Concern for the interest of the subject [in experimentation] must always prevail over the interest of science and society.“

Artikel 111.4: „In research on [sentient beings], the interest of science and society should never take precedence over considerations related to the well-being of the subject.“

Dem habe ich nichts mehr hinzu zu fügen.

Antworten an einen gewissen Herrn Rudolf Gürtler, fanatischen Jäger

Grüss Sie, Herr Gürtler,

zunächst Gratulation zu Ihrer jagdlichen Pensionierung. Ich denke es ist sicher gut, wenn so fanatische Jäger_innen, wie Sie, nicht mehr auf die Tiere losgehen. Sie wissen schon, oder, dass Sie sogar in der Jägerschaft diesen Ruf haben, vornehm gesagt, ein bisschen radikal zu sein. Schon Thomas Kuhn hat festgestellt, dass Paradigmenwechsel oft erst durch das natürliche Absterben bestehender Platzhirsche möglich werden. Die neue Sprecherin des nö Landesjagdverbandes und die neue Leiterin des Wildökologischen Instituts wirken auch nicht mehr so verbohrt, wie ihre Vorgänger. Man hört die beiden Mayr-Melnhofs waren die einzigen der 9 Landesjägermeister, die das von WTV und ÖBF entwickelte Papier gegen die Paarhufer-Fütterungen nicht unterschreiben wollten. Auch da wäre das Freistellen der entsprechenden Posten für einen Paradigmenwechsel sicher positiv.

Zu Ihrem Seitenhieb auf den Veganismus. Es freut mich, dass Sie noch erleben dürfen, dass der Veganismus so boomt. Ich muss immer an den stramm rechten, seinerzeitigen Ministerpräsidenten von Bayern denken, den Herrn Strauß, der im Übrigen bei einer Jagd an einem Herzinfarkt gestorben ist. Er hat nicht nur gesagt, dass rechts von der CSU rein verfassungsrechtlich kein Platz für eine weitere Partei sein dürfe, sondern auch, dass die Grünen sicher bald der Vergangenheit angehören würden. Tja, und jetzt ist Herr Strauß tot und die Grünen sind in so vielen Regierungen, bald sogar auch in Österreich bundesweit. Ich wünsche Ihnen ein langes Leben, sodass Sie den Siegeszug des Veganismus noch miterleben können.

Konkret zu Ihrem Argument gegen Veganismus, dass beim Anbau pflanzlicher Nahrungsmittel auch Kleinstlebewesen sterben. Sie kennen sicher die Antworten. Erstens muss man Nutztieren im Mittel 7 Mal mehr pflanzliche Nahrung verfüttern, um daraus eine entsprechende Menge an Fleisch gewinnen zu können. D.h. jeder Happen Fleisch hat 7 Mal mehr Kleinstlebewesen das Leben gekostet, als ein entsprechender Happen pflanzlicher Nahrung. Ganz zu schweigen vom Tod des Nutztiers. Abgesehen davon kennen Sie als ehemaliger Anwalt sicher den Unterschied zwischen einer Tathandlung mit oder ohne Vorsatz. Das Töten des Nutztiers geschieht vorsätzlich, jenes der Kleinstlebewesen nicht. Die weiteren 37 Argumente finden Sie im Internet.

Lustig auch, dass Sie uns Religiosität vorhalten. Wer von uns geht in Hubertusmessen? Und wer beruft sich auf die Bibel, um das massenhafte Töten gezüchteter Tiere zu begründen? Letzteres macht ein gewisser Herr Maximilian Mayr Melnhof, seines Zeichens Gatterjägermeister. Wir im Tierschutz kommen ohne irgendwelche heiligen Rituale und göttliche Aufträge aus. Bei uns bestimmt die Vernunft.

Zur Fütterung. Der Unterschied zwischen unserer Ansicht beginnt schon bei unserer jeweiligen Auffassung von Jagd. Sie sehen die Jagd als Wildwirtschaft, analog zur Forst- und Landwirtschaft. Dabei gehören die Wildtiere doch niemandem. Also darf sie auch niemand bewirtschaften, würde ich meinen. Wir bewirtschaften doch eh schon alles, warum auch die Bewohner_innen der freien Natur? Die große Mehrheit der Menschen in Österreich will, dass Ökologie und Tierschutz Vorrang vor der „Bewirtschaftung“ und dem „Beutetrieb“ einiger weniger, seltsam veranlagter Mitmenschen haben. Und tatsächlich begründet die Jägerschaft ihre Tätigkeit nach außen hin mit Ökologie. Also schlage ich vor, Ökologie und Tierschutz zu den bestimmenden Prinzipien für die Jagd, die eigentlich Wildtiermanagement sein und daher auch heißen sollte, zu erheben. Es darf nur dann ein Wildtier erschossen werden, wenn das ökologisch notwendig ist und wenn alle anderen Maßnahmen versagt haben, und dann nur nach Tierschutzprinzipien, also ohne jagdlichem Trara, sondern so rasch, sicher und schonungsvoll wie möglich, unter voller Ausnutzung sämtlicher technischer Möglichkeiten. Wie im Kanton Genf.

Sie wissen genauso gut wie ich, dass die Jagd zu 99,9 % diesen ethischen Vorgaben nicht genügt. Von der Gatterjagd, die Sie ja selbst betreiben – oder zumindest betrieben haben -, über die sogenannte Niederwildjagd auf hochgezüchtete oder ausgesetzte Tiere, bis zur fanatischen Vernichtung von Beutegreifern und zum Abschuss von Tieren aus Arten, die bereits hochgradig gefährdet sind. Haben Sie meinen Beitrag über eine ganz normale Murmeltierjagd gesehen? Siehe https://martinballuch.com/eine-ganz-normale-murmeltierjagd/. Wer das richtig findet, dem ist der Wertekompass ganz schön aus dem Ruder geraten.

Das angeblich gefundene verhungerte Rotwild ist Jägerlatein, Liechtenstein und Graubünden sind sehr gute Beispiele für vitale Hirsch- und Rehpopulationen ohne Winterfütterung. Wir wissen, dass die im letzten Jahr verbreiteten Fotos und Videos, ganz zu schweigen von jenem der angeblichen Beunruhigung von Gemsen durch Schitourengeher, das sich als das Gegenteil erwiesen hat, nur Fakes waren und zum Gutteil viele Jahre alt. Ich bin ununterbrochen im Wald unterwegs, nämlich 100 Tage im Jahr, lebe sogar im Wald, und ich finde immer wieder tote Tiere, vor allem nach der Schneeschmelze, wenn die Leichen ausapern. Jedes tote Tiere dieser Art sieht wie verhungert aus, auch wenn es einfach in einer Lawine gestorben ist. Aber was, bitte schön, stört Sie an einem natürlichen Tod? Warum dürfen die Wildtiere nicht eines natürlichen Todes sterben? Haben sie da nicht auch ein Recht darauf? Ich weiß schon, wer, wie Sie, meint, man müsse Wildtiere immer nutzen, der sieht in jedem natürlich gestorbenen Tier einen Verlust. Aber, wie gesagt, Wildtiere gehören niemandem, und anständige Jäger_innen, die ihre Tätigkeit ökologischen Prinzipien unterordnen, müssten den natürlichen Tod begrüßen, weil er ihnen erspart, Gewalt auszuüben.

Kennen Sie die Studie von Leitner in Kärnten? https://www.himmel.at/wp-content/uploads/2019/11/Leitner_Wildmanagement_Gailtaler_Alpen_II.pdf Muss man da noch mehr sagen? Haben Sie Studien parat, die diese Ergebnisse widerlegen? Ich zitiere: „Die Rotwildsterblichkeit nimmt ohne Fütterung in Normalwintern im Vergleich zu Gebieten mit Fütterung nicht zu“. „Ungestörtes Rotwild passt Raumverhalten rasch auf Verhältnisse ohne Fütterung an“. Und Faktum ist ebenfalls, wie Sie sicherlich wissen, dass Hirsche und Rehe (und Gemsen) am allermeisten durch die Präsenz von Jäger_innen gestört werden. In Genf z.B., wo nicht gejagt wird, fürchten sich die Wildtiere vor keinem Menschen, die Fluchtdistanz ist sehr gering. Das entspricht auch meiner Erfahrung. Ich kann mit meinem Hund auf einem der Gipfel im Hochschwab sitzen und keine 10 m neben mir grast eine Herde Steinböcke ohne jede Beunruhigung. Auch mitten im Winter.

Wenn Sie über das Verhältnis von Fütterung und Waldgesundheit etwas lernen wollen, dann empfehle ich Ihnen den Besuch der entsprechenden Symposien des Kuratoriums Wald. Da wären Sie erstaunt, wie man dort seitens der Waldbesitzer_innen die Fütterei und die konventionelle Jagd ablehnt.

Kennen Sie eigentlich diese ganz aktuelle Studie: https://www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice/presseinformationen/presseinformationen-2019/wie-rehen-das-winterfutter-auf-den-pansen-schlaegt/. Demnach ist es sehr ungesund für Paarhufer, im Winter gefüttert zu werden. Was sagen Sie dazu, dass Sie Ihr Leben lang den Paarhufern in Ihren Revieren durch die Winterfütterung so großes Leid zugefügt haben?

Zur Trophäenjagd: Sie wissen so gut wie ich, dass man im Mittel 70 Jungtiere braucht, um eines mit einer besonders großen Trophäe zu erhalten. Und dass daher die Jägerschaft gerne männliche Tiere, aber möglichst nie weibliche schießen will, damit es viele Jungtiere gibt. So hängt die Trophäenjagd ganz direkt mit der hohen Kopfzahl jagdlich aufgefütterter Populationen zusammen, ganz zu schweigen vom Futter, das laut Herstellerangaben ja das Trophäenwachstum beschleunigen soll. Die relativ geringe Anzahl kapitaler Trophäen, die Sie anführen, ist da kein Widerspruch.

Es freut mich auch, Ihnen mitteilen zu können, dass das Spendenvolumen für den VGT von Jahr zu Jahr ansteigt. Wir haben bereits 50 Angestellte und suchen momentan eine_n weitere_n Arbeitnehmer_in für die bereits dritte Stelle als Jurist_in im VGT, um die ganzen Anzeigen zu bearbeiten, die wir zumeist aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung legen. Anzeigen wegen Tierquälerei werden in ganz Österreich immer mehr. In diesem Zusammenhang darf ich Ihnen auch das Symposium der Tierschutzombudsschaft Wien morgen Donnerstag ans Herz legen. Da geht es, wie jedes Jahr, um Tierschutzrecht. Sie müssten allerdings zur Teilnahme 40 Euro an eine Greifvogelstation spenden, und wie ich Sie kenne, widerspricht das Konzept des Greifvogelschutzes, wie jenes eines Gnadenhofs, Ihrer Einstellung fundamental. Wenn ein Tier nichts nützt, am Ende sogar „Niederwild“ isst, dann wäre es zu töten, oder nicht? Immer mehr Menschen sehen das nicht so und widmen ihre gesamte Lebenszeit dem Schutz von „unnützen“ Tieren. Ich würde sagen, diese Einstellung ist in Österreich längst mehrheitsfähig, während Ihre Einstellung nur mehr von einer kleinen Minderheit vertreten wird und am Aussterben ist.

Weil Sie Maximilian Mayr-Melnhof erwähnen, der durch kritische Kommentare so in Mitleidenschaft gezogen worden sein soll. Ist Ihnen bekannt, dass das Landesverwaltungsgericht Salzburg – später bestätigt durch den Verwaltungsgerichtshof – geurteilt hat, dass Mayr-Melnhof einem Tierschützer rechtswidrig mit Gewalt eine Videokamera entwendet hat, dass er den Tierschützer dabei an der Hand verletzt hat, dass er vor Gericht als Zeuge die Unwahrheit gesagt hat und dass er versucht hat, ein Beweismittel zu fälschen? Was sagen Sie dazu? Ist in Ihren Augen ein Mensch, der so etwas getan hat, anständig? Ist so jemand ein Vorbild? Sollte so jemand Landesjägermeister sein? Kann sich so jemand christlich nennen? Und ist so jemand in der Position darüber zu jammern, dass er von anderen beleidigt wird? Ihre Meinung dazu würde mich interessieren.

Hoffentlich finden Sie in Ihrer jagdlichen Pension endlich eine anständige Art und Weise, sich die Zeit zu vertreiben.

Martin Balluch

James Sims: Menschenversuche 1845

Wie oft habe ich es schon gehört! Wer gegen Tierversuche ist, darf keine Medikamente nehmen, weil die alle irgendwann an Tieren getestet worden seien. Ob das jetzt stimmt oder nicht, Faktum bleibt, dass es doch hanebüchen wäre, bekanntes Wissen nicht zu nutzen, wenn das notwendig ist, egal wie man dazu gekommen ist. Wir müssen zukünftige Tierversuche vermeiden, vergangene können wir nicht mehr wieder gutmachen.

An dieser Stelle lächeln meine Gesprächspartner_innen zumeist überheblich, weisen auf ihre Einstellung zu Menschenrechten hin und sagen, sie würden solche Ergebnisse aus Menschenversuchen nie verwenden. Tja, stimmt nicht. Es gibt sehr viele Beispiele. Nicht nur, wie ich anderswo hingewiesen habe, dass man sogar Ergebnisse von Menschenversuchen im Dritten Reich verwendet hat, oder die unsäglichen Menschenversuche mit Geschlechtskrankheiten Mitte des 20. Jahrhunders, die zur Helsinki Deklaration der Menschenrechte 1964 geführt haben, die invasive Menschenversuche gegen den Willen der betroffenen Menschen als Versuchsobjekte ausschließen. In der Zeitschrift „New Scientist“ vom 26. Jänner 2019 bin ich auf ein weiteres Beispiel gestoßen.

James Marion Sims ist 1813 in den USA geboren worden und mit seiner Frau 1845 nach Montgomery in Alabama gezogen. Er gilt als Vater der modernen Gynäkologie. Und die entwickelte er an Sklavinnen, die er zum Teil sogar für seine Experimente kaufte oder sich ausborgte. An diesen „Versuchsobjekten“ hat er ohne Anästhesie (die kurz davor erfunden wurde) Operationen durchgeführt, weil er der Meinung war, dass Frauen mit schwarzer Hautfarbe weniger spüren würden als Frauen mit weißer Hautfarbe, und deshalb keine Anästhesie bräuchten. An manchen dieser Frauen führte er bis zu 30 Operationen durch. Und zwar schnitt er dabei vaginale Fisteln auf und versuche sie operativ zu entfernen. Dazu entwickelte er auch das Spekulum und verschiedene Operationspositionen, die heute noch seinen Namen tragen. Im Übrigen dürfte er zeitgenössischen Berichten zufolge freundlich und keinesfalls sadistisch im Umgang mit seinen Sklavinnen gewesen sein. Hätte man ihm von den 3R erzählt, wäre er sicher dafür gewesen. Jedenfalls waren seine Versuche erfolgreich, und vaginale Fisteln wurden durch ihn behandelbar. Offenbar wendet man seine Methode – mit Anästhesie – bis heute an.

Im „New Scientist“ wird diskutiert, ob man seine Ergebnisse angesichts dieser Menschenversuche überhaupt verwenden dürfe. Na klar, ist die Antwort. Es wäre doch absurd, ein bereits bekanntes Wissen nicht zu nutzen, wenn das anderen Menschen helfen kann. Aha!

Für Sims gibt es zahlreiche Denkmäler, auch Straßen sind nach ihm benannt und auf die Orte seiner Wohnhäuser wird mit Plaketten hingewiesen. Für seine „Versuchsobjekte“ gibt es kein Denkmal. Man kennt nicht einmal von allen die Namen. Lediglich ein paar Vornamen sind überliefert. Aus dem Central Park in New York hat man allerdings 2018 sein Denkmal entfernt und zu seinem Grab gestellt.

Eine ganz normale Murmeltierjagd

Spätsommer, auf einer Alm in der Kreuzeckgruppe in den Hohen Tauern, Kärnten. Meine Familie und ich verbringen dort ein paar ruhige Tage. Das Wetter ist stabil, die Abende werden schon angenehm kühl, die Kühe sind bereits ins Tal gebracht worden. Nichts kann die paradiesische Ruhe stören – so dachten wir.

Um die Almhütte gab es einige sehr vertrauensselige Murmeltiere. Eines davon ist auf dem Bild oben zu sehen. Auch eine Familie, die die letzten Sonnenstrahlen vor der langen Winterruhe genoss. Man konnte sich ihnen auf wenige Meter nähern. Der Bau war vielleicht 30 m von der Hütte entfernt. Wunderschöne Begegnungen mit frei lebenden Tieren, die von sich aus die Nähe von Menschen zuließen. Großartig, insbesondere für meine Tochter, die sich immer mehr für Tiere zu interessieren beginnt.

Doch dann braute sich ein Unheil über der beschaulichen Ruhe und scheinbaren Geborgenheit zusammen. Eines Morgens kam ein Mann mit zwei jungen Burschen aus dem Tal herauf. Vielleicht 50 m von der Hütte entfernt blieb er stehen. Wir waren gerade einige hundert Meter weiter an einem Bach. Aus dem Augenwinkel beobachtete ich die drei.

Der Mann packte ein Gewehr aus, lud es und gab es dem kleineren der beiden Burschen. Der kniete sich auf den Boden, legte das Gewehr auf einen Fels, zielte – und schoss! Ich konnte es gar nicht fassen, wunderte mich noch, warum diese Leute gerade hier zielschießen müssen.

Doch dann ging der Mann einige Meter weiter, hob etwas Schweres, Sackartiges vom Boden auf, zeigte es den Burschen und hängte es an seinen Rucksack. Da erkannte ich dieses etwas: es war eines unserer Murmeltierefreunde! Unfassbar!

Ich lief hinüber und stellte die drei zur Rede. Der Mann war aus Südtirol, ein Italiener. Der Schütze sein 14 jähriger Sohn, der sich zum Geburtstag den Abschuss eines Murmeltieres gewünscht hatte. Der zweite Bursche war 17 Jahre alt und der Jagdführer für diesen Tag, in Vertretung seines Großvaters, der dieses Jagdrevier gepachtet hatte.

Wozu, um alles in der Welt, wozu musste dieses harmlose Tier sterben? Mit dieser Frage ließen sie mich zurück. Für die drei war die Antwort selbstverständlich, wenn auch nicht artikulierbar. Eine undifferenzierte Lust. Für uns war der Frieden zerstört, das Paradies verloren. Wie kann uns die Murmeltierfamilie jemals verzeihen?

Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, wieso solche Menschen zu keinerlei Mitgefühl mit ihren Opfern fähig sind. Mich reißen derartige Erlebnisse noch Wochen später schweißgebadet aus dem Schlaf. Ich höre den Schuss, sehe, wie sich das Murmeltier in Schmerzen windet, blicke in seine starren Augen. Ein so schönes Leben völlig sinnlos und brutal beendet. Eine Familie hat eines ihrer geliebten Mitglieder verloren. Wozu? Meine Frage verhallt im Nirgendwo.

Diese Jagd war ganz klar illegal. 14 Jährige sind für so etwas noch zu jung. Aber der Almbetreiber bat mich, von einer Anzeige Abstand zu nehmen. Das würde auf ihn zurückfallen. Und überhaupt – wer hält sich in Österreich schon an die Jagdgesetze? Ist ja meistens niemand dabei, der das überwacht.

Derselbe Jagdpächter ist übrigens gerade dabei, die Gemeinde dazu zu bringen, eine Forststraße bis zur Alm und weiter in den Talschluss bauen zu dürfen. Dann müssen seine Jagdgäste nicht mehr so weit gehen. Neben dem Mitgefühl für Tiere fehlt da auch die Wertschätzung für unberührte Natur. Alles muss genutzt und in Geld umgewandelt werden. Kein Tier und kein noch so kleines Fleckchen Bergwald ist davor sicher. Mir graut.

In den Augen gebrochene Bilder …

Ängstlich blicken die großen Augen um sich. Die Schmerzen der vielen Kugeln im Körper sind unerträglich, ermöglichen keine Bewegung. Sonst hat das Niederducken doch immer so gut gewirkt, hat ihn unsichtbar gemacht, gegen mögliche Feinde. Doch hier auf der Wiese gibt es keine Deckung. Die Ohren stehen hoch aufgerichtet, um die Gefahr zu orten. Da sieht er ihn. Wie der Blitz schießt ein schwarz-weißes Monster mit aufgerissenem Maul auf ihn zu! Die großen scharfen Zähne leuchten weiß. Es gibt kein Entkommen mehr. Wie erstarrt erwartet der Hase sein Schicksal, bis sich das Raubtiergebiss in seinen Körper bohrt. Jetzt schreit er, laut, so laut er kann. Die Beine strecken sich, während der Hund seine Eckzähne in den weichen Bauch des Hasen bohrt. Ich muss mich wegdrehen.

Überall Schüsse, überall Schreie, wie von Menschenkindern. Da, ein Tier hoppelt mit grotesk entstelltem Bein davon, duckt sich ins Gras. So nahe bei mir, dass ich sehen kann, wie ihm das Blut aus dem Mund tropft. Dort lauft ein Hund einem Hasen nach, kommt immer näher an ihn heran. Drüben haben zwei Hunde denselben Hasenkörper erfasst, reißen daran, ziehen um die Wette. Jedes Mal, wenn das kleine Lebewesen auseinandergezogen wird, verkrampft sich mein Herz. Wann hört das endlich auf!

„Hast Du nicht Mitleid, mit dem armen Tier?“, frage ich einen Jäger neben mir, als vor uns ein Hase vorbei rennt, ein Jagdhund dicht auf seinen Fersen. „Wünscht Du ernsthaft, dass der Hund den Hasen erwischt, dass sein Leben ausgelöscht wird?“ „Weichei“, meint der Mann im grünen Loden zu mir. „Typisch Städter. Du hast keine Ahnung von der Natur. Die ist nämlich grausam. Da ist kein Platz für Mitleid.“ Der Hase schlägt einen Haken nach dem anderen. Ich zögere kurz, vor Angst, er könnte jeden Moment erwischt werden. „Ja, die Natur kann grausam sein“, antworte ich dann. „Von uns Bergsteigern sterben jedes Jahr einige Dutzend in einer Lawine. Wenn Du das siehst, eine Lawine am Berghang, und ein Mensch versucht zu entkommen. Auf welcher Seite bist du in diesem Fall?“. „Ha,“, braust der Jäger auf, „man kann doch nicht Mensch und Tier vergleichen.“ Oja, denke ich, kann man sehr wohl. Die gleiche Angst, die gleichen Schmerzen, der gleiche Lebenswille. Aber ich antworte: „Ok, dann sagen wir die Lawine rast auf einen Hasen zu und er läuft davon. Hoffst Du da allen Ernstes, sie würde ihn töten? Oder hast Du plötzlich doch, grausame Natur hin oder her, ein bisschen Mitgefühl?“ „Aber was, mit Dir kann man nicht reden“, winkt der Mann ab. Sagts, und reißt seine Waffe in die Höhe, um auf einen Hasen zu schießen, der in Todesangst an ihm vorbei aus dem Kessel dieser Treibjagd zu flüchten versucht.

Diese Angst überall, diese Schmerzen. Hunderte Hasen sind betroffen, ein regelrechtes Massaker. Unter der Jägerschaft nur zufriedene Gesichter, als gut 100 der Tiere an den Galgen baumeln. So nennen sie selbst das Gerüst am Anhänger ihres Wagens, mit dem sie stolz ihre eingesammelte Beute präsentieren. Eine andere, fremde Welt.

Als sie weg sind, bleiben einige tote Hasen zurück. Ein blutiges Gesicht. Was hast Du gefühlt, in den letzten Sekunden Deines Lebens? War dieses Feld hier Dein Zuhause? Was hast Du erlebt, in den Wochen und Monaten vom Frühling über den Sommer bis jetzt in den Herbst? Bist Du ungestüm in der Frühlingssonne gesprungen, hast Dich fröhlich gepaart, Dich in Rangkämpfen erprobt und die hohe Geschwindigkeit genossen, mit der Du durch die Wiesen laufen konntest? Hast Du Kinder gehabt?

Jetzt ist sein Leben dahin. Ausgelöscht. Der Körper erkaltet. In den weit aufgerissenen, starren Augen gebrochene Bilder.

Unfassbar: Die FPÖ hält Zuchtrinderexporte für gut!

Tiertransporte sind ein dankbares Thema für Parteien, die so tun wollen, als wären ihnen Tiere ein Anliegen. Das sage ich zunächst ganz wertfrei und allgemein. Wenn Parteien gegen Tiertransporte wettern, dann wettern sie meistens gegen die EU, wo schließlich die Gesetzgebungskompetenz für Tiertransporte liegt. Die FPÖ hat einen Entschließungsantrag zu Tiertransporten im Parlament eingebracht. Ein Entschließungsantrag ist ein Antrag ans Parlament, es möge die Regierung auffordern, etwas zu tun. In diesem Fall will die FPÖ vom Parlament, dass es die Regierung auffordert – 4 Tage vor ihrer Auflösung! – die EU aufzufordern, etwas zu tun. Ein Paradebeispiel von Heuchelei!

Dabei wäre es so einfach. Wie immer sollten wir zuerst vor der eigenen Haustiere kehren. Es gibt sehr viele Tiertransporte, die in Österreich beginnen und wahnsinniges Tierleid verursachen. Da gibts zunächst einmal die Schlachttiertransporte. Sie betreffen Rinder, die aus Österreich in ausländische Schlachthöfe gehen. Das kritisiert die FPÖ immerhin, allerdings ohne den wichtigen Schritt zu setzen, Schlachttiertransporte nur bis zum nächsten geeigneten Schlachthof zu erlauben. Wir hatten dieses Gesetz bereits 1995. Es wurde leider 1998 durch die EU aufgehoben. Aber warum nicht wieder einführen?

Ja, und dann gibt es noch die Zuchtrinderexporte. Im Jahr 2017 betraf das 50.000 Milchkühe, 71 % davon über die EU-Außengrenze hinaus. Österreich ist gemessen an seiner Rinderzahl der größte Exporteur von Zuchtrindern in Europa! Die Milchkühe sind alle beim Transport hoch schwanger und haben volle Euter. Die FPÖ hat auf eine Anfrage dazu folgendes zu sagen:

Und das ist tatsächlich unfassbar! In Österreich haben wir eine ganz große Überproduktion an Rindern und an Milchprodukten, etwa 160 %! Wohin werden diese Tiere transportiert?

Hauptsächlich gehts also in die Türkei, nach Aserbaidschan, und einige sogar nach Usbekistan. Neu ist, dass nun bald auch Zuchtrinder nach Ägypten und nach Turkmenistan exportiert werden sollen. Die Rinderindustrie frohlockt, ein neuer Markt tut sich auf. Aber für die Tiere ist das eine entsetzliche Perspektive.

In keinem dieser Länder gibt es Zuchtlinien österreichischer Rinder. Nein, sie werden nämlich in Wahrheit nach einem tagelangen Transport brutal geschlachtet, und zwar geschächtet. Ohne Betäubung, ohne jede Tierschutzmaßnahme. Zuerst gebären sie ihre Kinder und man nimmt die Milch, dann gehts auf die Schlachtbank. In Ägypten wurde dabei heimlich mitgefilmt: den Tieren hat man die Sehnen an den Beinen zerschnitten, sodass sie nicht mehr gehen können, und danach in die Augen gestochen. Dann erst rammte man ihnen das Messer in die Kehle – alles bei vollem Bewusstsein.

Aber auch der Transport alleine ist die Hölle. Bei unmenschlichen Temperaturen wurden Zuchtrinder in einem Tiertransport aus Österreich an der türkischen Grenze beobachtet. Tagelang standen sie dort, Tag für Tag verstarb eines der Tiere am Transporter.

Wenn also Zuchtrinderexporte für die FPÖ kein Problem darstellen, dann hat man dort entweder keine Ahnung von Tiertransporten, oder man schert sich genau gar nicht um Tierleid, wenn es um Profite geht.

Übrigens trennt die EU in Tiertransporte für Schlachtung, Zucht und „Produktion“. Letzteres sind die 80.000 männlichen Milchkälber, die Österreich Jahr für Jahr in den Süden bis nach Spanien schickt. Auch sie gehen oft nach wenigen Monaten mit dem Schiff weiter in den Nahen Osten, ebenfalls nach Ägypten, die Türkei oder den Libanon. Auch da könnte der österreichische Gesetzgeber einschreiten. Tut es aber nicht. Seit 20 Jahren dokumentieren wir diese Zustände, aber nichts, einfach gar nichts geschieht.

Es braucht einen echten Tierschützer im Parlament!

Kalender Termine Martin Balluch

Es ist viel los, in diesen Tagen. Auf vermehrte Anfrage, wo und wann man in der Öffentlichkeit mit mir in Kontakt treten kann, hier die Termine ab morgen Montag:

  • Montag 26. August: Filmaufnahmen für Beitrag zu Klimawandel am Gletscher des Dachstein.
  • Dienstag 27. August: 3 Demos vor Schweinefabriken mit Vollspaltenböden in der Südsteiermark (10 Uhr in 8451 Heimschuh, 11:20 Uhr in 8423 Hütt und 12:20 Uhr in 8421 Wolfsberg). Danach Besuch im Pferdegnadenhof Edelweiss in Wildon und anschließend bei 2 Schweinen in Thal.
  • Mittwoch 28. August: Kundgebung mit großem 5 m – Schwein (Grunzmobil) am Hauptplatz in 8010 Graz von 10-16 Uhr, Wahlrede um 11 Uhr.
  • Donnerstag 29. August: Pressekonferenz über die Ergebnisse einer Gallup-Umfrage zu Vollspaltenböden in der Schweinehaltung, 10 Uhr im Cafe Landtmann, Universitätsring 4, 1010 Wien.
  • Donnerstag 29. August: Wahlchat auf news.at von 13-14 Uhr, wer will kann online Fragen stellen.
  • Donnerstag 29. August: Teilnahme an einer Podiumsdiskussion auf dem Linzer Sender „Dorf-TV“ über das Vorhaben, an der Med-Uni in Linz Tierversuche einzuführen, ab 16:30 Uhr.
  • Freitag 30. August: live auf Radio Orange 94,0 von 11-12 Uhr.
  • Freitag 30. August: Wahlkampfauftakt mit dem Tourbus der Liste JETZT in der Wiener Mariahilferstraße Ecke Neubaugasse ab 13 Uhr.
  • Montag 2. September: Exkursion mit den Tierschutzsprecher_innen der Parteien und mit der Liste JETZT Abgeordneten Daniela Holzinger zu einem Schweinebetrieb in OÖ, der von Vollspaltenböden auf Stroh umgestellt hat, mit einer anschließenden Pressekonferenz ab 10 Uhr.
  • Dienstag 3. September: Aktion zu Tierversuchen vor einer Zuchtfabrik für Tierversuchskaninchen mit Käfigbatterien in Natschbach in NÖ ab 10 Uhr.
  • Dienstag 3. September: Diskussion der Klimaschutzsprecher_innen bei „Parents for future“ im Querraum, ab 18 Uhr.
  • Mittwoch 4. September: Aktion vor dem Landwirtschaftsministerium in Stubenring 1, 1010 Wien, zur Forderung nach Stroh für Schweine ab 10 Uhr.
  • Mittwoch 4. September: Interview für das „Magazin 1“ von ORF 1 auf dem Küniglberg ab 18:10 Uhr.
  • Mittwoch 4. September: Diskussion auf Puls4 mit allen Tierschutzsprecher_innen der Parteien ab 20:30 Uhr.
  • Donnerstag 5. September: 9:30 – 14 Uhr hat der Tourbus der Liste JETZT in St. Pölten Station.
  • Donnerstag 5. September: 14-16 Uhr, Haus der EU, Wipplingerstraße 35, 1010 Wien, Diskussion unter den Klimaschutzsprecher_innen der Parteien und Expert_innen über eine „Effizienter Klimaschutz durch CO2-Steuerung“.
  • Freitag 6. September: 11-12 Uhr live Radiosendung auf Orange 94,0.
  • Samstag 7. – Dienstag 10. September: Serie von Buchpräsentationen in Südtirol (am 8. um 20 Uhr in Mals, am 9. um 20 Uhr in Meran und am 10. um 19 Uhr in Brixen).
  • Sonntag 8. September: Diskussionsteilnahme ORF „Im Zentrum“ zum Klimaschutz mit Sprecher_innen aller anderen Parteien, ab 22:14 Uhr.
  • Mittwoch 11. September: Wahlkampfrede mit Grunzmobil in Linz, Schillerpark, 10-17 Uhr.
  • Donnerstag 12. September: Pressekonferenz mit 2 Wissenschaftern (Dr. Kurt Schmidinger und Dr. Martin Schlatzer) zur Frage nach dem Zusammenhang zwischen Tierproduktion und Klimawandel, und zu den Ursachen der Brände im Amazonas-Regenwald und der Bezug zu Österreich, im Cafe Landtmann, Universitätsring 4, 1010 Wien um 10 Uhr.
  • Donnerstag 12. September: Podiumsdiskussion mit den Spitzenkandidat_innen von NÖ aller anderen Parteien im Rahmen der Weinviertel Akademie, 2123 Schleinbach, Hauptstraße 25, ab 19 Uhr.
  • Freitag 13. September: Interview ORF NÖ Heute im Landesstudio St. Pölten.
  • Sonntag 15. September: Treffen mit RespekTiere Salzburg.
  • Montag 16. September: Grunzi in Salzburg Am Platzl ab 10 Uhr.
  • Dienstag 17. September: Pressekonferenz mit dem ehemaligen Amtstierarzt Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über den Aufwand zur Umstellung von Vollspaltenboden zu Stroheinstreu in der Schweinehaltung um 10 Uhr, Cafe Museum (Operngasse 7, 1010 Wien).
  • Dienstag 17. September: Diskussion der Tierschutzsprecher_innen der Parteien im Oe24-TV ab 13:30 Uhr über den Handelspakt „Mercosur“, gesendet um 19 Uhr.
  • Dienstag 17. September: Fellner Live mit Philippa Strache auf Oe24-TV um 19:30 Uhr.
  • Dienstag 17. September: Blind Date auf ATV um 20:10 Uhr, mit Kandidat_innen von allen Parteien, darunter Blümel, Schellhorn und Leichtfried.
  • Mittwoch 18. September: Podiumsdiskussion zur Wahl, mit ausgewählten Leser_innen der NÖN, St. Pölten, um 9 Uhr, mit Vertreter_innen aller Parteien, darunter Kickl und Sobotka.
  • Mittwoch 18. September: Podiumsdiskussion mit den Tierschutzsprecher_innen der Parteien im SkyDome, Schottenfeldgasse 29, 1070 Wien, ab 18 Uhr.
  • Donnerstag 19. September: Das Grunzmobil kommt nach St. Pölten vor den Hauptbahnhof ab 10 Uhr.
  • Donnerstag 19. September: Treffen mit interessierten Bürger_innen im Lebenshof Rinderwahnsinn, 3542 Gföhl, Eisengraben 10, ab 13 Uhr.
  • Donnerstag 19. September: Filmvorführung „Der Prozess“ mit anschließender Podiumsdiskussion ab 19 Uhr in St. Pölten, Seedose, Dr. Adolf Schärf Straße 21.
  • Freitag 20. September: Radiosendung auf Orange 94,0 von 11-12 Uhr.
  • Freitag 20. September: Treffen mit Bundeskanzlerin Bierlein im Kanzleramt um 13 Uhr.
  • Freitag 20. September: Filmvorführung „Der Prozess“ mit anschließender Podiumsdiskussion in 1070 Wien, Admiralkino, Burggasse 119, ab 18:30 Uhr.

Kommentar zum Tierschutz-Volksbegehren

Volksbegehren gibt es in Österreich seit meiner Geburt. Irgendwie ist mir das Volksbegehren gegen das Wiener Konferenzzentrum, das Vienna International Centre, in Erinnerung. Es war eine Art Denkzettel Aktion gegen den damaligen Bundeskanzler Kreisky. Mit 1.361.562 Personen oder 25,74 % unterschrieben damals mehr Menschen, als jemals vorher oder nachher ein Volksbegehren unterschreiben sollten. Und was tat Kreisky? Er sagte einfach, er gehe davon aus, dass die restlichen 75 % für das Konferenzzentrum seien, und baute es trotzdem, ohne mit der Wimper zu zucken. Heute ist es völlig etabliert. Ein ähnliches Schicksal hatte das zweitbeste Volksbegehren, jenes gegen Gentechnik, und auch das drittbeste gegen die Abtreibung usw. War Ihnen eigentlich bekannt, dass von 25. März bis 1. April 2019 zwei Volksbegehren zur Unterschrift auflagen? Vollständig von den Medien boykottiert, es kam kein einzige_r Journalist_in zu den Pressekonferenzen der Initiator_innen, wurden beide von weniger als 0,5 % der Menschen unterschrieben, obwohl die Forderungen total sinnvoll und gut waren (Volksabstimmung über CETA und für verpflichtende Volksabstimmungen bei Volksbegehren). Die Geschichte der Volksbegehren in Österreich ist eine von Initiativen ohne jede Wirkung. Das trifft leider auch auf die EU-Bürgeriniativen zu. Im Tierschutz erreichten jene gegen Tierversuche, gegen Tiertransporte und jetzt gegen die Käfighaltung von Nutztieren jeweils deutlich über 1 Million Stimmen, nur um im EU-Parlament sang- und klanglos unterzugehen.

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Die Einstellung von Kindern zu Natur, Tieren und Gewalt

Es ist für mich sehr spannend, meine Tochter aufwachsen und ihre Meinungen bilden zu sehen. Zwar habe ich nicht den Eindruck, dass ein Kind in seiner Einstellung zur Welt sozusagen am Anfang eine Tabula rasa wäre, also ohne jede eigene Persönlichkeit, wie ein leeres Blatt, bereit, vollständig von außen beschrieben zu werden. Aber zweifellos sind Kinder sehr offen und wissbegierig. Sie wollen über ihre Umgebung alles lernen und sie achten genau darauf, wie man ihnen diese Umgebung näher bringt und welche Perspektiven man bietet.

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ORF-Redakteurin Ulli Wolf aus Salzburg ist eng mit der Jägerschaft verbandelt

Ulli Wolf macht häufig Beiträge im „ORF-Salzburg Heute“, die mit der Jagd zu tun haben. Sehr freundlich ist sie zu mir auch nicht. So erreichte mich ein bösartiger Kommentar von ihr zu einem Bild von mir mit meinem lieben Hundefreund Kuksi, als wir letzten Winter im Schnee im Wald unterwegs waren. Tierschützer dürfe man sich ihrer Ansicht nach offenbar nicht nennen, wenn man mit dem Hund im Schnee im Wald spazieren geht. Was anderes habe ich damals nicht gemacht. Ich wohne allerdings im Wald und will ich mit meinem Hundefreund spazieren gehen, na dann gehts im Winter raus in den Schnee. Naja, ob mich Frau Wolf einen Tierschützer nennt oder nicht, ist mir sowieso herzlich egal.

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