Tierschutz

Eine Geschichte der Indianer Nordamerikas

Das Buch heißt „Verlorene Welten“, ist 2019 in zweiter Auflage im Klett-Cotta Verlag erschienen und vom Schweizer Aram Mattioli, Universitäts-Professor für Neueste Geschichte an der Uni Luzern, geschrieben. Der Spoiler gleich zu Beginn: ein großartiges Buch, das bei weitem Beste über die Geschichte der Indianer_innen Nordamerikas, das ich bisher gelesen habe. Ich kann es nur wärmstens empfehlen. Und zwar nicht, weil es so spannende Wild-West Geschichten erzählt, sondern weil es in deutlichen Worten klar macht, dass die Unterdrückung und weitgehende Vernichtung der Ureinwohner_innen Nordamerikas ein ungeheuerliches Verbrechen war und ist.

Zu Anfang reflektiert der Autor über 3 Seiten hinweg, welche Bezeichnungen er verwenden wird und welche nicht. So empfindet er das Wort „Stamm“ als abwertend und ersetzt es durch Nation. Auch das Amerikanische Wort „Indian“ oder „American Indian“ ist für ihn abwertend, deswegen verwendet er First Peoples, Native Americans oder das deutsche Wort „Indianer“. Letzteres wurde in seinen Augen nie abwertend verwendet. Deshalb bleibe auch ich bei „Indianer_innen“.

Das Buch rekonstruiert sehr schön den Werdegang der Westexpansion durch die USA. Unter dem englischen König wurden die Appalachen 1763 als westliche Siedlungsgrenze festgelegt. Nach der Revolution und der Unabhängigkeitserklärung der USA, legte die neue Regierung den Mississippi als neue Grenze fest. Bis 1824 wird ein Indianerbüro im Kriegsministerium gegründet. Zum dem Zeitpunkt sah man die Indianer_innen also als feindliche Macht außerhalb des eigenen Staates an. Mit dem „Indian Removal Act“ legte man sich auf die Linie fest, die Indianernationen auf amerikanischem Staatsgebiet über den Mississippi nach Westen zu deportieren.

Diese Deportationen waren richtige Todesmärsche über tausende Kilometer. Wer nicht mithalten konnte, wurde erschossen. Die Cherokee z.B. verloren auf diesem Marsch 1838 ein Viertel ihrer Nation. Auf diese Weise gründete man das „Indian Territory“ im heutigen Bundesstaat Oklahoma, das schließlich am 22. April 1889 durch den ersten „Oklahoma Land Run“ erst wieder unter weißen Siedler_innen aufgeteilt wurde. Das ist ein Vorgang, der ständig wiederholt wird: man gibt einer Indianernation per Vertrag eine Region, die zwar deutlich kleiner als ihr eigentliches Gebiet war, aber wo sie immerfort würden leben können. Und dann verkleinert man diese Region zu Reservaten, die später weiter verkleinert werden, bis die Indianer_innen völlig verelenden.

Im Goldrausch von Kalifornien, der 1849 beginnt, kommen die Indianer_innen der Pazifikküste unter die Räder. Ein Mob von Neusiedler_innen massakriert sie ohne jede staatliche Kontrolle. Mehrere Bundesstaaten erlassen sogar Gesetze, dass Weiße Indianer_innen jederzeit ungestraft töten dürfen, ja es wird sogar Kopfgeld auf Indianer_innen ausgesetzt. Wer den Beweis der Ermordung eines Indianers oder einer Indianerin erbringt, bekommt das Geld. Und Soldaten der US-Armee werden mit Preisgeldern belohnt, wenn sie an Massakern teilgenommen haben.

1853 schließlich entsteht die Idee, alle Indianernationen in Reservate zu zwängen. Das Indianerbüro wird vom Kriegs- ins Innenministerium verlegt. Die Indianer_innen werden also von jetzt ab als innerstaatliches Problem gesehen. Mit dem Homestead Act 1862 von Präsident Lincoln beginnt die radikale Unterwerfung der Prärie-Indianer_innen, die 1886 endet. Die US-Armee verübt dennoch am 29. Dezember 1890 ein letztes Massaker an einer Indianernation, den Lakota am Wounded Knee.

Gab es um 1500 in Nordamerika noch etwa 10 Millionen Indianer_innen und keine Weiße, so waren es 1750 nach zahlreichen großen Pandemien nur noch 1,5 Millionen Indianer_innen und bereits 1,25 Millionen weiße Siedler_innen. Im Jahr 1900 schließlich lebten nur mehr 237.000 Indianer_innen auf 2,3 % der Fläche der USA, während 76 Millionen Weiße den Rest beanspruchten. 1907 beantragten tausende Indianer_innen beim Kongress die Gründung eines eigenen indianischen Bundesstaates mit dem Namen „Sequoyah“. Doch Präsident Theodore Roosevelt, der Cowboy als Präsident und große Indianerhasser, lehnte ab. Er hatte 1886 in einer öffentlichen Rede gemeint: „Ich gehe nicht so weit zu sagen, nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer, aber das trifft auf 9 von 10 von ihnen zu, wobei ich mir den 10. lieber nicht zu genau anschaue.“

Wildes versus zivilisiertes Leben

Die Verfassung der USA von 1776 gilt als weltweit erste Menschenrechtsdeklaration. Und dennoch waren eigentlich und unausgesprochen nur Weiße gemeint. Es gab weiterhin Sklaverei von Schwarzen und es gab Massaker an Indianer_innen, die nicht als Personen gesehen wurden. Indianer_innen galten vor Gericht z.B. nicht als Zeug_innen. Die Begründung dafür war ein tief sitzender Rassismus, der in Essenz Indianer_innen (und Schwarze) mehr mit Tieren als mit Menschen gleich setzte. Der „primitive“ Mensch im wilden Naturzustand versus der „höherentwickelte“ Mensch in der Zivilisation.

Gutmeinende, aufgeklärte Bürger_innen der USA sahen die Lösung des „Indianerproblems“ in der Umerziehung zum zivilisierten Menschen. Tausende Indianerkinder wurden mit Gewalt ihren Eltern entrissen und in verschiedenen Internaten quer durch die USA zwangserzogen. Man schnitt ihnen die Haare – weil anständige Männer kurze Haare haben -, man steckte sie in Anzüge, man zwang sie nur noch englisch zu sprechen, man drillte sie militärisch, man bestrafte sie mit Gewalt und man versuchte ihnen elementare Bildung einzutrichtern. Allerdings ging man davon aus, dass sie eh nichts verstehen würden und in der Gesellschaft nicht aufsteigen könnten, und so beließ man es bei einem Minimum.

Dieser Ethnozid (O-Ton Autor Mattioli), dieser Versuch, das Indianische in den Indianer_innen zu töten und sie zu zwangsassimilieren, führte zu furchtbaren Tragödien, Selbstmorden und vielen missbrauchten Kinderseelen. Auf jeder dieser Schulen mussten große Friedhöfe für die gestorbenen Schüler_innen errichtet werden.

In der Tierrechtsbewegung gibt es das Ansinnen, alle Wildtiere zu zivilisieren, um die Gewalt unter den Tieren zu reduzieren. Diese Einstellung dürfte jener gegenüber den Indianer_innen damals ähnlich sein. Zweifelsohne wollten die Indianer_innen diesen „Segen“ der Zivilisation nicht. Ich gehe davon aus, dass es bei Wildtieren nicht anders ist.

Die Wildnis zivilisieren

In den publizierten Meinungsäußerungen damals schwingt ständig die Ansicht mit, die Wildnis sei lebens- und menschenfeindlich, sie müsse daher zivilisiert werden. Die große Prärie z.B. wurde gezielt in Acker- und Weideland umgewandelt, worauf man total stolz war. Endlich war das Land produktiv und nutzbar. Dafür mussten neben den Indianer_innen auch z.B. die Bisons und die Wölfe sterben. Die Bisons schoss man systematisch zusammen. Von zig Millionen noch vor 200 Jahren blieben lediglich 800 übrig, die man in einem rasch eingerichteten Reservat zu schützen begann. Aber nicht, um Wildtiere oder gar eine Wildnis zu erhalten. Sondern mit dem klaren Kalkül, sie als jagdbares Großwild für die Jägerschaft zu verfügbar zu halten. Präsident Theodore Roosevelt war stolzer Großwildjäger und auf ihn ging diese Idee zurück.

Dasselbe hat man in Österreich gemacht, ein paar 100 Jahre davor. D.h. man hat die Wildnis zivilisiert, indem man den Wald in den Bergen gerodet, Bison, Auerochse, Elch und Wisent, und später auch Luchs, Wolf und Bär ausgerottet und Almen errichtet hat. Und heute ist man darauf immer noch stolz.

Geschichte der Kampagne gegen die Jagd in Österreich 1980-1999

Leider ist es immer noch ziemlich selten, dass jemand eine akademische Arbeit über Tierrechte oder die Tierrechtsbewegung schreibt. Mit meiner Dissertation über Tierrechte im Jahr 2004 wollte ich für dieses Thema das Tor in die akademische Welt aufstoßen, obwohl es natürlich Vorgänger gab, wie Helmut Kaplan sogar bereits 1988. Doch nicht viele sind gefolgt. Deshalb freut mich die Masterarbeit von Stella Kubek in Geschichte mit dem etwas sperrigen Titel „Die Praxis der österreichischen Tierbewegung als neue soziale Bewegung in den 1980er und 90er Jahren am Beispiel des Kampfes gegen die Jagd“ umso mehr. Für einiges davon bin ich ja Zeitzeuge und wurde für die Arbeit auch interviewt.

In den 1980er Jahren war die Jagd noch felsenfest im Sattel. Der Jäger als Held in den Bergsagas stand außerhalb jeder Kritikmöglichkeit und hatte aufgrund des ausnahmslos positiven Images auch ein unendlich großes Selbstbewusstsein, das rasch in Gewalt umschlug. Ich erinnere mich noch an viele Vorfälle, bei denen ich am hellichten Tag mitten auf markierten Wanderwegen von Jäger_innen massiv angepöbelt und mit dem Erschießen bedroht worden bin, weil sie sich bei der Jagd gestört fühlten. Heute ist das ganz anders.

Spannend also, dass der Tieraktivismus (um Tierschutz und Tierrechte zu einem Begriff zusammen zu fassen, wie das die Autorin vorschlägt) in dieser Masterarbeit genau in den Jahrzehnten des Umbruchs im Jagdimage analysiert wird. Quellen für die Arbeit waren neben Interviews mit Zeitzeug_innen, 14 Zeitschriften von Tierschutzorganisationen, dem Archiv des Wiener Tierschutzvereins, dem TATblatt, dem Archiv der Sozialen Bewegungen Wien, dem Lauffeuer und der Zeitschrift HOWL insbesondere die mediale Berichterstattung. Letztere konnte auf der Basis von 4 Archiven einbezogen werden. Dort fanden sich 261 einschlägige Zeitungsartikel im fraglichen Zeitraum zum Thema.

Die Jagd war anfangs kein zentrales Thema der Tierbewegung in Österreich. 1981 unterschrieben 163.000 Personen eine Petition mit dem Titel „Auch Nutztiere sind Schutztiere“. 1982 entstand in Österreich die Initiative gegen Tierversuche und 1983 das Österreichische Komitee zum Schutz der Pelz- und Wildtiere. 1985 sind die ersten Tierbefreiungen aus Tierversuchslabors in Österreich verbürgt, nämlich Hunde aus den Instituten für Pharmakologie und Medizinische Physiologie der Uni Wien.

Und dennoch musste sich bereits 1983 „die Jägerschaft […] mit einzeln oder in Gruppen auftretenden Tierfreunden herumschlagen“, berichtete Rudolph Wojta am 29. 11. in der Wochenpresse. 1987 war der Umgang mit der Jagd eines der Themen am Österreichischen Tierschutzkongress. 1988 wurden der steirischen Landesregierung 10.000 Unterschriften gegen den Fallenfang übergeben. Neben 19 in den Quellen genannten Demos gegen die Jagd fand im November 1990 erstmals eine Jagdstörung statt. 15 Personen der Gruppe „Free Them – Recht für Tiere“ schritten in Vitis im Waldviertel gegen die Jagd auf ausgesetzte Zuchtfasane aktiv ein und stellten sich vor die Opfer. Die Jäger_innen attackierten die Tieraktivist_innen daraufhin und eine Frau wurde von einer Schrotkugel im Bauch getroffen. Der Schütze gab später an, er habe sie mit einem Fasan verwechselt. Wie üblich bei solchen Vorfällen, leider bis heute, gab es für den Gewalttäter kein gerichtliches Nachspiel.

Insgesamt sind in den Quellen 11 Berichte von Jagdstörungen im Zeitraum 1980-1999 zu finden. Darunter eine durch die Vier Pfoten im November 1995, bei der sich die Aktivist_innen mit Handschellen an Bäume ketteten, um der Festnahme durch die Polizei zu entgehen. 40 (!) Personen hatten an der Aktion teilgenommen. Im Herbst 1996 brachte wiederum der VGT eine Fasanjagd zum Abbruch. Weiters fanden sich in den Quellen 2 Blockadeaktionen gegen die Jagd, u.a. Anfang 1996 durch die Vier Pfoten im Eingang der Jagdmesse „Die Hohe Jagd“ in Salzburg.

Interessant ist, dass es in den 1990er Jahren, vermutlich aus schierer Verzweiflung gegen die scheinbare Unantastbarkeit der Jägerschaft, zu sehr vielen Straftaten gegen die Jagd kam. Zweimal wurden die Scheiben von Restaurants mit Wildwochen im Angebot, einmal die eines Jagdwaffengeschäfts und einmal die eines Jagdgeschäfts zerschlagen. Einmal wurde „Jagd ist Mord“ auf ein Jagdgeschäft gesprayt. 14 Mal kam es im Untersuchungszeitraum zur Zerstörung von Jagdständen, wobei bei jeder dieser Aktionen gleich mehrere Jagdstände unbrauchbar gemacht wurden, einmal sogar 40 in einer Nacht. Zusätzlich wurden Schlösser von 3 Jagdfahrzeugen verklebt und 4 Mal Stinkbomben in jagdaffine Räumlichkeiten geworfen.

Laut dieser Arbeit waren im Zeitraum 1980-1999 insgesamt 71 % der Aktionen gegen die Jagd Demos, 9 % Ziviler Ungehorsam alias Jagdstörung und 20 % Straftaten. 32 % der Aktivitäten gegen die Jagd hatten eine Gesetzesänderung zum Ziel, 18 % die Durchsetzung bestehender Schutzbestimmungen, 9 % die direkte Rettung von Tieren, 20 % Bewusstseinsbildung und 20 % einen finanziellen Schaden für die Jägerschaft.

Wenn ich mir diese Statistiken von heute aus, dem Jahr 2020, ansehe, dann wird mir klar, dass das damals eine ganz andere Zeit war. Die Organisationen waren viel kleiner, aber dafür wilder, lauter und radikaler. Der Tierschutz wurde bei weitem nicht so ernst genommen und politisch bekämpft, wie heute. Dafür gab es kaum messbare Erfolge, wie gesetzliche Verbesserungen. Die Straftaten von damals sind heute völlig verschwunden, stattdessen beschädigt die Jägerschaft Tierschutzfahrzeuge. Auch Jagdstörungen gibt es nur mehr sehr selten. Der Schwerpunkt heute liegt an der Dokumentation der Tierquälereien bei der Jagd und dem öffentlichen Druck auf die Landesregierungen, dagegen etwas zu unternehmen. Und das oft mit durchschlagendem Erfolg! Statt Herrn Mensdorff-Pouilly bei seinen infantilen Entenabschießbelustigungen zu behindern, und dabei von der Jägerschaft attackiert und der Polizei verfolgt zu werden, haben wir heuer ein Verbot erreicht. Jetzt schicken wir ihm die Polizei.

Die Tierbewegung hat sich über die Jahrzehnte entwickelt. Vom Sturm und Drang zur Professionalität. Mit den entsprechenden Vor- und Nachteilen.

Klarstellung zu Foto: Kalbinnen aggressiv gegen 2 Jährige

Das obige Bild, bzw. ein sehr Ähnliches, hat einen Shitstorm auf Facebook ausgelöst, wie mir berichtet wurde. Die abenteuerlichsten Vermutungen und Interpretationen wurden dazu angestellt. Deshalb hier jetzt eine Klarstellung.

Warum dieses Bild veröffentlichen?

Die Erklärung ist ganz einfach. In meinem kritischen Blick auf Almen, siehe https://martinballuch.com/ein-kritischer-blick-auf-almen/, habe ich erwähnt, dass Rinder im Toten Gebirge erstaunlich aggressiv auf meine kleine 2 jährige Tochter reagiert haben. So aggressiv, wie ich das bisher nur von Situationen kenne, in denen ich mit einem Hund unterwegs bin. Auf diese Bemerkung hin wurden mir mehrere Emails von erbosten Almleuten geschickt, die versucht haben mich lächerlich zu machen, und geschrieben haben, die Rinder seien doch nur neugierig, aber nicht aggressiv, ich würde mich nicht auskennen. Ich kenne mich aber schon ausreichend mit Rindern aus, um sagen zu können, dass sie in diesem Fall tatsächlich aggressiv waren.

Als ich dann wenige Tage später in einem Dorf an einer Weide vorbeikam und die Kalbinnen aggressiv auf meine Tochter reagierten, habe ich das fotografisch festgehalten, um es zu beweisen. Erstens wollte ich damit sagen, dass die Almleute falsch liegen, weil ja, Rinder können durchaus auf 2 jährige Kinder wie auf Hunde reagieren, und, zweitens wollte ich diesen doch sehr interessanten Umstand jenen Eltern mitteilen, die mit ihren 2 jährigen Kindern Almen zu überqueren planen. Eigentlich also ein recht bescheidener Anspruch, möchte man sagen, und unmittelbar durch Falschaussagen von Almleuten motiviert.

Wie entstand das Foto?

Erstaunlicher Weise wurde wild spekuliert, dass meine Tochter im Foto die Rinder absichtlich für das Foto gereizt hätte, dass alles inszeniert sei, dass wir auf Privatgrund stünden und dass es sich um eine Alm handeln würde. Alles falsch. Ich ging, wie jeden Tag, mit meiner Tochter spazieren und kam dabei, wie häufig, an einer Weide mit 3 Kalbinnen vorbei. Wir befanden uns auf einer öffentlichen Straße eigentlich mitten in einem Dorf. Das Foto oben habe ich so gewählt, dass man diesmal sieht, dass es sich um eine Straße handelt, auch wenn das für meine Aussage, die ich mit dem Foto treffen wollte, völlig belanglos ist. Tatsächlich steht direkt hinter uns ein Haus, direkt rechts neben uns ebenfalls, und direkt links neben uns ist eine Kirche.

Beim Vorbeigehen haben 2 der 3 Kalbinnen aggressiv reagiert und auf meine Tochter gestarrt, die Dritte kam dann angerannt. Das habe ich gleich fotografiert. Meine Tochter war nie in Gefahr, weil zwischen den Rindern und ihr ein elektrischer Zaun aufgestellt war und weil ich mich keine 50 cm hinter meiner Tochter befand. Meine Tochter ist, einfach nur aus Spaß, einen Schritt gesprungen und dabei hat eine der Kalbinnen erschreckt reagiert, was für mich beweist, dass diese Rinder meine Tochter nicht für einen Menschen sondern eher für einen Hund gesehen haben. Wäre ich gesprungen, hätten die Kalbinnen kein Ohrwaschel gerührt.

Die Situation hat sich übrigens völlig entspannt danach, ich habe meine Tochter in den Arm genommen und wir haben über den Zaun hinweg die beiden Kalbinnen gestreichelt. Die waren zwar weiterhin nervös, aber ließen sich doch beruhigen. Keine Affäre also.

Klarstellungen

Dazu gab es dann, wie man mir mitgeteilt hat, eine Reihe von Behauptungen, Mutmaßungen und Unterstellungen, die ich nun klarstelle:

  • Nein, die Situation war nicht gefährlich.
  • Nein, meine Tochter hat sich überhaupt nicht gefürchtet (siehe Bild) und fürchtet sich auch weiterhin nicht vor Rindern. Im Gegenteil, meine Tochter liebt Rinder und wir können an keiner Weide vorbeigehen, ohne dass wir stehen bleiben und idealerweise die Rinder streicheln müssen.
  • Nein, selbstredend habe ich mich auch nie vor diesen Rindern gefürchtet. Ich war als Teenager sogar einmal 3 Monate lang Senn auf einer Alm im Gailtal in Kärnten und habe spätestens seit damals keinerlei Angst vor Rindern.
  • Nein, ich habe diese Weide dort mit keinem Wort kritisiert, sondern ich finde sie gut. Es handelt sich um keine Alm, die sich, im Gegensatz zu dieser Weide, mitten in der Wildnis abseits von menschlichen Behausungen befindet.
  • Nein, es lag definitiv nicht an der Kleidung meiner Tochter, dass die Rinder aggressiv reagiert haben. Meine Partnerin ist wenige Tage davor ebenfalls dort mit meiner Tochter in anderem Gewand vorbei gegangen und hat mir berichtet, dass die Rinder auch sehr aggressiv reagiert haben.
  • Nein, der Vorfall war weder inszeniert noch geplant. Es ist einfach passiert, ich hatte mich an die Falschaussagen der Almleute erinnert und daraufhin einige Beweisfotos aufgenommen.
  • Rinder können definitiv aggressiv auf kleine Kinder reagieren. Als diese 3 Kalbinnen auf die Weide gestellt wurden, traf ich die Bäuerin, in deren Verantwortung sich die 3 Kalbinnen befinden, habe mit ihr sehr freundlich gesprochen und sie hat mir sogar explizit gesagt, diese 3 Jungrinder seien noch unerfahren und wir sollten nicht über den Zaun steigen und mit meiner kleinen Tochter aufpassen, weil die Rinder aggressiv werden könnten.
  • Nein, ich bin nicht gegen Rinder. Ich liebe sie, wie alle Tiere (auch den Wolf und die Giftschlange!). Dennoch bin ich der Ansicht, wir in Österreich haben viel zu viele Rinder gezüchtet und sollten in Zukunft deutlich weniger züchten. Wir haben eine ungeheuerliche Überproduktion an Milchprodukten und exportieren relativ mehr Rinder als jedes andere EU-Land. Abgesehen davon geht mit jeder Rinderhaltung natürlich viel Tierleid einher (Tiertransporte von Kälbern, Schlachtung) und die Rinderproduktion hat eine sehr schlechte Klimabilanz.
  • Ja, ich bin der Ansicht, dass Rinder durchaus Menschen gefährlich werden könnten. Auch ich hatte auf Almen schon sehr brenzlige Situationen, wie ich sie z.B. in meinem Buch „Der Hund und sein Philosoph“ beschrieben habe, aber immer nur durch einen Hund. Praktisch nie ging es dabei übrigens um eine Mutterkuh, die ihr Kind schützen wollte. Das ist auch mehrheitlich Almpropaganda. Mutter mit Kalb gibt es auf Almen nicht häufig.
  • Ja, es ist in meinen Augen auch ein Argument (von sehr vielen anderen) gegen Almen, dass man von Hundehalter_innen zurecht verlangt, sie müssen sicherstellen, dass ihre Hunde keine Menschen gefährden, aber bei Rindern sind immer die anderen schuld. Noch einmal betone ich: das trifft nicht auf die obige Situation zu, weil da ja die Rinder auf einer umzäunten Weide im Dorf gestanden sind. Mein Punkt war: Freilandhaltung ja, aber nicht in der Wildnis. Die sollte Wildtieren gehören.
  • Ah ja, und zuletzt haben mir verwirrte Personen geschrieben, ich solle meinen Kindern Respekt vor Tieren beibringen. Also woraus diese Personen schließen, dass meine Tochter keinen Respekt vor Tieren hätte, ist mir ein Rätsel. Sie hat vermutlich wesentlich mehr Respekt vor Tieren, als jene Personen, die das gesagt haben. Sie lebt nämlich vegan, tut keinem Tier etwas zuleide, gibt auch keine Tiertötungen für sich in Auftrag und rettet jeden Regenwurm und jede Schnecke von einer Straße, wenn sie sie sieht. Aber dass viele Leute in den sozialen Medien irgendetwas vor sich hin brabbeln ist ja nichts Neues.

Fehlt noch etwas?

Was ist von Impfungen zu halten?

Anlässlich der Corona-Krise und der Diskussion über einen möglichen Impfstoff wurde ich mehrfach gefragt, was ich von Impfungen halte. Dazu stelle ich zunächst klar: ich spreche in dieser Sache, wie überhaupt auf diesem Blog, nur für mich und nicht für den VGT. Ich erlaube mir durchaus, andere Meinungen als der VGT zu haben. Das ist mir übrigens sogar per Bescheid garantiert worden: die Datenschutzbehörde hat in einem Verfahren explizit festgestellt, dass mein Blog eine Privatsache von mir ist und nichts mit dem VGT zu tun hat.

Ich bin Naturwissenschafter. Ich war zwar nur 12 Jahre meines Lebens Uni-Assistent in Mathematik, Physik und Astronomie und arbeite ja nun schon seit geraumer Zeit nicht mehr in der Forschung, aber ich bin von der naturwissenschaftlichen Doktrin überzeugt. D.h. ich glaube gar nichts, für das es keine Belege gibt, und ich übernehme, umgekehrt, jene Ansicht, die mir am besten begründet erscheint.

Das trifft auch für die Medizin zu. Auch in der Medizin kann man wissenschaftlich erforschen, ob und warum gewisse Mittel auf gewisse Weise wirken oder nicht. Zwar sind wir da vom mathematischen Ideal der Beweisbarkeit viel weiter entfernt als in der Physik, was dafür spricht, alle Erkenntnisse mit einer gewissen Vorsicht zu nehmen, aber dennoch muss man nicht mit Bauchgefühl vorgehen. Auch in der Medizin möchte ich also nur Heilmittel verwenden, die belegbar helfen.

Vieles in der Medizin ist Symptombehandlung. Eine Krankheit bricht aus, der kranke Körper zeigt Symptome, die ihn unter Umständen sehr belasten, und Medikamente versuchen diese zu lindern. Zweifellos wichtig, allerdings wäre es besser, die Ursache der Krankheit zu bekämpfen, und noch besser, die Krankheit prophylaktisch zu verhindern.

Ich lese gerade ein Buch über die Geschichte der Indianer_innen Nordamerikas mit dem Titel „Verlorene Welten“ vom Schweizer Geschichtswissenschafter Aram Mattioli. Er wiederholt auf Seite 37 was mir schon aus anderen Büchern bekannt war: „Eingeschleppte ‚Fieber‘ wie Pocken, Masern, Typhus, Diphterie und Influenza […] führten im östlichen Nordamerika in nur knapp 200 Jahren zu einem demografischen Kollaps unter den First Peoples.“ Letztlich starben von den anfangs 10 Millionen Indianer_innen gut 90 % daran. Und warum? Mattioli: „Eurasien und Amerika hatten Jahrtausende isoliert voneinander gelebt, sodass die Native Americans keine Resistenz gegen Krankheiten besaßen, [die in Eurasien häufig vorkamen].“ Die beste Geisterheilung hatte dagegen keine Mittel, weil die Indianer_innen schlicht mit den Krankheitserregern seit Generationen nicht in Berührung gekommen waren.

Das Immunsystem von Tieren und Menschen ist sehr adaptiv. Es kann lernen, mit gewissen Erregern umzugehen. Das beste Mittel gegen eine Krankheit ist also ein gutes Immunsystem, das die Krankheit vor dem Ausbruch verhindert. Und genau in diese Kerbe schlägt die Impfung. Die Idee ist genial: ein Immunsystem mit einem Krankheitserreger in Verbindung bringen, der aber möglichst entschärft ist, sodass er den Körper nicht krank macht, das Immunsystem aber den Erreger zu bekämpfen lernt. Natürlich ist damit die Gefahr verbunden, dass die Krankheit dennoch ausbricht. Aber wenn man diese Gefahr minimieren kann, ist die Idee einer Impfung grandios.

Tatsächlich haben Impfungen in Europa sehr viele Krankheiten zum Verschwinden gebracht, insbesondere viele jener, die in Nordamerika in den Indianernationen grassiert haben. Hätte man diese Menschen vorher durchgeimpft, wäre vermutlich viel Leid erspart worden.

Impfungen sind also in meinen Augen eine gute Idee, wenn die Impfstoffe entsprechend gut getestet sind. Bleibt die Frage, ob Impfungen nicht notwendigerweise Tierversuche voraussetzen. Bei der medizinischen Forschung an sich ist das nicht der Fall, also warum sollte es gerade bei der Entwicklung von Impfstoffen so sein? Aber ist es nicht in der Realität so, dass die vorhandenen Impfstoffe zumindest auch im Tierversuch getestet worden sind? Müsste da nicht ein ethisch handelnder Mensch Impfungen ablehnen?

Müsste er nicht. Ich habe auf meinem Blog in einigen Artikeln (siehe unten) gezeigt, dass auch Heilmethoden, die in grausamen Menschenversuchen entwickelt worden sind, heute für Menschen verwendet werden. Im New Scientist wurde das ethisch reflektiert, mit der Schlussfolgerung, dass es legitim ist, auch ein Wissen zu benutzen, das auf unethische Weise zustande kam. Wissen an sich ist wertfrei. Wenn es schon da ist, wäre es unvernünftig, so zu tun, als würde man es nicht kennen.

Hier die Links:
https://martinballuch.com/medizinische-versuche-an-menschen-resultate-werden-genutzt/
https://martinballuch.com/und-doch-die-wissenschaft-verwendet-daten-von-brutalen-menschenversuchen-ohne-zustimmung-der-betroffenen/
https://martinballuch.com/james-sims-menschenversuche-1845/

Ich habe daher mein Kind bzgl. allen Krankheiten impfen lassen, bzgl. denen mir das von unserem Kinderarzt angeboten wurde. Und halte es für mich ähnlich.

Die Murmeltierjagd hat begonnen!

Gerade von einer Woche im Wald zurück, wird mir bewusst: die Jagdzeit auf Murmeltiere hat begonnen. Zumindest bei uns in der Steiermark. In Tirol und anderswo dauerts noch bis Mitte August, aber dennoch bleiben überall 2 Monate für diese Billigjagd. Der Abschuss kostet nur € 500, mit € 100 Rabatt, wenn man nicht trifft. Der Abschuss einer Gemse ist 4 x so teuer.

Das Bild oben zeigt eine Begegnung mit einem Murmeltier auf der Wetterinalm. „Wunderschöne“ Almzubringerstraße, nicht wahr? Da merkt man gleich, hier ist Natur. Das Murmeltier lebt dort unbekümmert, schert sich nicht um Wanderer, und auch nicht um meinen Hundefreund, der dabei war. Er selbst ist sowieso total friedlich mit allen Tieren.

Im letzten Herbst war ich mit meiner Familie in den Hohen Tauern einige Tage auf einer Alm, nachdem die Kühe runtergebracht worden waren. Wir freundeten uns mit einer Murmeltierfamilie dort an. Und da kam ein Jäger mit seinem 14 jährigen Sohn und einem 17 jährigen Jagdführer aus dem Tal herauf. Der 14 jährige wollte zum Geburtstag ein Murmeltier erschießen. Nichts leichter, als auf diese fast handzahmen Murmeltiere zu ballern, die mit uns gespielt hatten. Während sich diese Jäger freuten, fühlte ich mich als Verräter. Wie kann man nett zu Tieren sein, wenn dann andere diese Annäherung ausnutzen, um zu töten? Ich habe von diesem Vorfall berichtet: https://martinballuch.com/eine-ganz-normale-murmeltierjagd/

Warum wollen Menschen eigentlich Murmeltiere erschießen? Diese Frage ist falsch gestellt. Es macht ihnen halt einfach Spaß, sonst würden sie nicht dafür bezahlen. Aber wie ist das gerechtfertigt? Erstaunlicherweise mit dem Schutz der Kühe auf der Alm, und weil sich die Almwiesen weniger gut mähen lassen würden, wenn dort Murmeltierbauten angelegt worden sind. Das wurde mir als Argument von vielen Seiten bestätigt, findet sich aber auch hier in diesem Artikel des deutschen Tagesspiegel, siehe https://m.tagesspiegel.de/gesellschaft/pauschalangebote-fuer-murmeltierjaeger-wie-das-geschaeft-mit-der-jagd-auf-die-nagetiere-laeuft/26054960.html?utm_referrer=http%3A%2F%2Fm.facebook.com%2F&fbclid=IwAR1tI6KOYRkiIPLKtM2twYi6ErR_tK3IY_YNhiocYfOcvCtb-ZbcMxyMNzs#layer

Tagesspiegel vom 1. August 2020

Dabei war das Murmeltier hierzulande bereits von der Jägerschaft ausgerottet. Lernen wir je dazu? Können wir irgendwann diese seltsame Tötungslust überwinden? Werden wir irgendwann die Totalnutzung der Natur zurückschrauben, eine Wildnis ermöglichen und diese dann den Wildtieren überlassen, die uns keinen Nutzen bringen?

Prof. Kotrschal und Doz. Poteser zu Almen

An und für sich sollen Fakten für sich selbst sprechen. Es dürfte nicht notwendig sein, anerkannte Fachautoritäten zu zitieren, um den eigenen, bereits durch Fakten belegten Worten mehr Gewicht zu verleihen. Im Fall meiner Kritik an Almen hat aber die gesamte Almbauernschaft zum Shotstorm intern aufgerufen und meine Beiträge 1500 Mal geteilt. Die Botschaft: der Balluch ist ein singulär Verrückter. Niemand sonst würde etwas so Absurdes sagen. Da braucht man dann gar nicht auf die Fakten und Argumente einzugehen.

Lassen wir Univ-Prof. Dr. Kurt Kotrschal zu Wort kommen, siehe https://tierisch.heute.at/a/50692642/w%C3%B6lfe–der-tod-f%C3%BCr-die-heimische-almwirtschaft

Wortwörtlich steht in diesem Artikel u.a.:

Den Almwiesen geht es nicht gut

Ökologisch wertvoll sind etwa die bunten Borstgrasrasen der Almen. Ihr Erhaltungszustand ist aber nur in Frankreich günstig, in Österreich, Deutschland und Slowenien unzureichend und in Italien sogar schlecht. Daran ist aber nicht der Wolf schuld. Oft werden zu viele Tiere aufgetrieben, was zu Überweidung führt.

Immer mehr an verspritzter Gülle tötet die wertvolle Fauna und Flora der Almwiesen.

Sie verarmen genetisch und werden durch Über- bzw. Unternutzung geschädigt. Um das Verbuschen der Almwiesen zu verhindern, werden sie „geschwendet, die Alpenrosen, Wacholdersträucher, etc. mit schweren Maschinen gehäckselt. Das vernichtet nicht nur die Zwergsträucher, sondern vernichtet auch empfindlichen Böden, die in diesen Höhenlagen tausende Jahre brauchen, um zu entstehen.

Almen auch ohne Beweidung?

Tatsächlich sind keine der als bedroht gelisteten Pflanzen- und Tierarten der Almen an Weidewirtschaft gebunden. Die Befürchtung ist also unbegründet, diese Arten gingen durch die Aufgabe der Beweidung verloren. Alpine Matten können gar nicht bewalden, da sie oberhalb der Baumgrenze liegen. Verschwinden werden nur die Almen unter der Baumgrenze, wo Beweidung ökologisch sogar schädlich ist. Darüber bildet alpines Grasland die charakteristische Vegetation. Gerade sie wird aber durch eine ungeregelte Beweidung geschädigt.

Die hier zitierten Fakten ähneln den von mir angeführten, siehe https://martinballuch.com/fakten-zu-ein-kritischer-blick-auf-almen/

Ein Artikel im medi.um von Doz. Dr. Michael Poteser, promovierter Biologe und Umwelttoxikologe, schlägt in dieselbe Kerbe. Es geht hier darum, die wirtschaftliche Nutzung wenigstens von einigen Teilen der Österreichischen Berge einzustellen und die Wildnis wieder Wildnis sein zu lassen.

Wörtlich: Unsere Sichtweise ist vom echten Naturerlebnis so entwöhnt, dass Naturschutz für uns schon der Schutz des bestellten Feldes ist, nichts anderes ist der wirtschaftlich genutzte Wald. Diese Einstellung aber führt zu der schweren Krise, in der sich die Biodiversität in diesem Land befindet. Wir brauchen Naturräume, die von der Last wirtschaftlicher Nutzung [z.B. durch Almen] befreit sind, um neben dem weitaus überwiegenden Anteil schwer belasteter Natur zumindest ein kleines Reservoir an ökologischer Vielfalt zu erhalten.

Mit anderen Worten: Es gibt Menschen, die glauben, Almen sind ein Naturraum und Rinder kommen dort natürlich vor, ja sind dort zu Hause. Und Naturschutz bedeutet dann diese Almen zu schützen und die Rinder dort zu lassen. Das ist eine sehr naturferne Ansicht. Wer einmal ein nicht wirtschaftlich genutztes, sondern unberührtes Stück Natur gesehen und gefühlt hat, kennt den Unterschied. Naturschutz widerspricht Naturnutz in jeder Form.

Doz. Dr. Poteser sagt in dem Artikel auch: Österreich ist ein verhältnismäßig kleines Land. Bis auf ganz wenige Ausnahmen wird das gesamte Staatsgebiet wirtschaftlich genutzt und es gibt Naturräume bescheidener Größe, in welchen sich ökologische Systeme ohne den direkten Einfluss des Menschen entfalten können. […] [D]ie Natur [wird] nur so weit geduldet […], wie sie nicht die kommerziellen Erträge schmälert

Almen sind hier mit Naturräumen jedenfalls nicht gemeint. Almen sind wirtschaftlich genutzte Flächen, für die genau diese Aussage gilt: Natur, wie Wolf, Bär oder Bison, wird nur so weit geduldet (also gar nicht), soweit sie die kommerziellen Erträge nicht schmälert.

Von Almen und der Zerstörung von Naturlandschaften

In Afrika nimmt die Bevölkerung stetig zu. Von verschiedenen Seiten wird berichtet, dass dadurch immer mehr Wälder gerodet, Wildtiere vertrieben und große Rinderweiden angelegt werden, die sich immer näher an die Grenze der letzten Nationalparks schieben. Fotos zeigen das erschreckende Ausmaß dieser gnadenlosen Expansion der menschlichen Nutzung von Natur. Ähnliches können wir aus Südamerika lesen, wo der rechtsradikale Präsident von Brasilien der zunehmenden Rodung und Umwandlung von Wald in Rinderweiden nicht nur keinen Riegel vorschiebt, sondern das Ganze auch noch fördert. Die riesigen Waldbrände sind ja, wie wir wissen, extra deshalb ausgelöst worden, um Wald in Weideland zu verwandeln. Und in den USA ist die Geschichte von Buffalo Bill legendär, der die frei lebenden Bisons in der Prärie abgeknallt hat, um Rinderweiden zu schaffen. Heute grasen riesige Rinderherden, wo früher Bisons gelebt haben.

Was diese Geschichten gemeinsam haben, ist das Vorgehen der Menschheit, Wildnis zu zerstören und durch Weiden für ihre domestizierten Tiere zu ersetzen. Und zwar nicht nur dort, wo sie selbst leben, sondern auch weit entfernt mitten in einer ursprünglichen Wildnis, die dadurch keine mehr ist. Das ist sowohl aus Sicht des Klimawandels problematisch, als auch aus Sicht des Schutzes von Ökosystem und Arten, und aus Tierschutzsicht. Letzteres, weil Wildtiere, die in ihren angestammten Gebieten ein Recht auf Leben haben, ausgerottet oder zumindest vertrieben, jedenfalls nicht toleriert werden.

Nun, was sind Almen anderes als die Vernichtung von Wildnis, um Weiden für domestizierte Tiere zu schaffen? Selbst wenn diese Vernichtung schon einige hundert Jahre her sein sollte, obwohl es auch Wildnis gibt, die erst kürzlich zu einer Alm umfunktioniert wurde, wie z.B. das Rosskar im Hochschwab. Wir haben in Europa und insbesondere in Österreich die Wildnis total an den Rand gedrängt. Nur mehr maximal 2 % des Landes ist wild und ein verschwindender Teil der Biomasse an Landwirbeltieren stammt von Wildtieren.

Dennoch gibt es ein ganz seltsam positives Image für Almen in Österreich. Fast ist es ein Sakrileg, Almen zu kritisieren. Ich kenne jedenfalls keine öffentliche Almkritik. Also fange ich einmal damit an. Wie stark dieses Image wirkt, zeigt sich in folgendem Beispiel: Sagen wir, ich würde eine Alm pachten und dann dort 100 Hunde unbeaufsichtigt sich selbst überlassen und täglich ausreichend Nahrung hinauf bringen. Diese Hunde verbellen Wanderer, greifen zuweilen die Hunde von Wanderern an und töten dabei ab und zu einen Menschen, und sie bedrohen Kleinkinder. Ja, und sie koten natürlich jeden Tag, ohne dass das entfernt wird. Wie würde die Öffentlichkeit reagieren? Mit Fassungslosigkeit. Ich wäre verantwortungslos, würde harmlose Wanderer bedrohen und und und. Aber, was sind Rinder auf einer Alm anderes? Auch sie sind zuweilen aggressiv zu Wanderern, greifen immer wieder deren Hunde an, töten ab und zu Menschen und bedrohen Kleinkinder. Was ist jetzt genau der Unterschied? Dass die Almbauernschaft und etwaige andere Personen entrüstet schreien, wie verrückt ich nicht sei, so einen Vergleich zu bringen, beeindruckt mich nicht. Bei jedem Mensch-Tier Vergleich, bei jedem Vergleich zwischen Sklaverei und Tierausbeutung, höre ich dasselbe. Dennoch sehe ich keinen prinzipiellen Unterschied. Dass viele Menschen da so einen fundamentalen Unterschied sehen, ohne ihn benennen zu können, beweist nur die Gehirnwäsche. Es gibt keinen Unterschied, der in diesem Zusammenhang relevant wäre.

Wenn man eine Fotosafari in Afrika bucht, z.B. in Botswana, Kenia oder Uganda, dann ist man, wenn man aus Europa kommt, total erstaunt. Nur kurz mit dem oben offenen Bus in die Landschaft gefahren, und schon sieht man große Säugetiere jeder Art, von Elefanten über Nashörner, Nilpferde und Antilopen bis zu Löwen und Hyänen. Auch Krokodile wird man antreffen. Warum ist das so anders wie bei uns in Europa? Zunächst mag man denken, das liege an der afrikanischen Tierwelt, die es so in Europa nie gab. Das stimmt aber nicht.

Wenn man Tim Flannery’s Buch liest, siehe https://martinballuch.com/europa-ein-plaedoyer-fuer-wildnis-und-gegen-die-invasive-nutzung-der-natur/, dann merkt man erst, dass alle diese Tiere vormals auch in Europa gelebt haben. Hier gab es Elefanten verschiedener Arten, ebenso Nashörner, Antilopen, Pferde, Löwen, Hyänen, Wölfe, Höhlenbären und Säbelzahntiger, aber auch zahlreiche Hirscharten, Elche (bis vor ganz kurzem in großer Zahl in Österreich), Auerochsen, Bisons, Wisente usw. Doch der Mensch hat sie alle in Europa sukzessive ausgerottet. Und genau nach demselben Schema: er drang in die Wildnis vor, rodete den Wald um Weiden zu schaffen, setzte dort seine domestizierten Tiere darauf und rottete einerseits alle Beutegreifer aus, die „seinen“ Tieren gefährlich werden könnten, aber andererseits auch alle Nahrungskonkurrenten unter den Pflanzenessern. Am Schluss waren alle Tiere weg, die größer sind als der Fuchs. Dass Rothirsch, Reh, Steinbock und Gemse überlebten, ist dem Interesse des Adels auf die Jagd nach diesen Tieren „zu verdanken“. Jedenfalls war das kein altruistischer Akt des Artenschutzes, sondern ebenfalls ein egoistisches Selbstinteresse des Menschen, das sich in diesem Fall zufällig positiv ausgewirkt hat.

Man könnte also heute noch, genauso wie in Afrika, ständig große Wildtiere sehen, hätten wir sie nicht ausgerottet und die Wildnis durch Almen ersetzt. So klar und deutlich muss man das sagen. Aber könnte man nicht jetzt, weil wir gescheiter geworden sind, die Rückkehr einiger der großen Arten ermöglichen? Offenbar nicht. Wir sehen, was dann passiert. In den rumänischen Südkarpaten und in Polen hat man Bisons ausgesetzt. Ich habe sie schon in freier Wildbahn getroffen. In Österreich unmöglich, weil die Almbauernschaft Konkurrenz wittert. Im winzigen Slowenien gibt es 950 Bären, sowie Wölfe und Luchse. Dieselben Tiere wandern auch in Österreich ein, werden aber ständig erneut abgeknallt und mit großem Hass bekämpft, weil sich die domestizierten Tiere auf der Alm nicht schützen ließen. Soll man einen Zaun um die Alm ziehen, fragt die Almbauernschaft. Ginge nicht, daher müssten die Wildtiere weg bleiben.

Müssen sie wirklich? Warum lassen wir nicht die Almen auf? Zu einer aufgeklärten Einsicht in die Zusammenhänge gehört, dass wir erkennen, dass wir die Natur viel zu sehr missbraucht und benutzt haben. Wir haben dem ursprünglich Wilden und den Wildtieren bei uns keinen Platz mehr gelassen. Und der richtige Schritt dorthin wäre die Auflassung der Almen. Dann könnte die Wildnis wieder wild werden.

Aber ist das nicht eine unzulässige Einschränkung für die domestizierten Tiere, allen voran den Rindern? Ist die Alm nicht der bestmögliche Platz für sie? Naja, warum sollen Rinder vorgehen? Eigentlich haben domestizierte Tiere in der Wildnis nichts zu suchen. Die sollte für Wildtiere reserviert bleiben. Aber die Rinder und alle anderen sogenannten „Nutztiere“ kann man ja, wenn man unbedingt welche haben will, auf Weiden in der Zivilisation halten. Mitten im Tal, am Dorfrand. Was spricht da dagegen? Dort sind sie unter Menschen, können versorgt werden, leben so frei, wie das für domestizierte Tiere möglich ist, und man kann sie umzäunen. Dann könnten auch die großen Beutegreifer wieder zurückkehren und kein Mensch müsste sich auf den Almen vor den Rindern fürchten.

Das wäre also der erste Schritt Richtung Wiedergutmachung: Wir lassen die Almen auf und halten sämtliche sogenannten „Nutztiere“ auf Weiden im Freiland in der Zivilisation. Im eigentlichen Kulturland. Und lassen ansonsten wieder die Natur das Ruder übernehmen. Auf jeder Ebene wäre damit etwas gewonnen. Und eines baldigen Tages könnten wir den Ruf der Wildnis auch wieder in unseren österreichischen Bergen hören.

PS: Dass ein Rückbau von Zivilisationsrückständen in den Bergen überhaupt kein Problem ist, sondern einem aufgeklärten Verständnis entspricht, beweist der Alpenverein. Er baut definitiv keine neuen Hütten mehr und entfernt sogar immer wieder alte. Mit dem erklärten Ziel, die Wildnis wieder in die Berge einziehen zu lassen und zivilisatorische Infrastruktur abzuziehen. Ein sehr vernünftiger Beschluss, dem jetzt auch die Almen folgen sollten.

Klimakiller Kuh

Kürzlich berichtete die Tageszeitung „Der Standard“ von zwei Studien an der Stanford Universität, USA, die in den Fachzeitschriften „Earth System Science Data“ und „Environmental Research Letters“ veröffentlicht wurden. Die wesentliche Botschaft: der jährliche weltweite Methanausstoß hat einen neuen Rekordwert erreicht. Im Jahr 2017 sollen 600 Millionen Tonnen Methan in die Erdatmosphäre gelangt sein. Gegenüber dem Durchschnitt zwischen 2000 und 2006 sei das um 50 Millionen Tonnen erhöht. Der Artikel: https://www.derstandard.at/story/2000118709617/der-jaehrliche-methan-ausstoss-erreicht-einen-neuen-rekordwert

Methan ist ein sehr starkes Treibhausgas und beschleunigt daher den Klimawandel. Zwar hat es eine kürzere Lebenszeit in der Atmosphäre als CO2, doch selbst wenn man das einberechnet, wirkt es über einen Zeitraum von 100 Jahren 28 x stärker. Dass die Lebenszeit kürzer ist, prädestiniert Methan dafür dazu, als Notbremse in der Klimakrise zu fungieren: würde man den Methanausstoß reduzieren, hätte das einen viel rascheren Effekt, als wenn man den CO2-Ausstoß zu reduzieren versucht. Nur leider handelt die Menschheit wieder einmal gegenteilig.

Der Großteil der weltweiten Methanemission und 100 % des Zuwachses im Gegensatz zu vor 15 Jahren, ist auf den Menschen zurück zu führen. Neben Mülldeponien und fossilen Brennstoffen spielt dabei die Rinderhaltung die wichtigste Rolle. Dabei geht es aber nicht um eine intensive Rinderhaltung, nein, sondern um das Methan, das die Rinder bei ihrer Verdauung aus dem Mund rülpsen. Im Standardartikel wird einer der Studienautor_innen dazu so zitiert: „Die Leute scherzen über das Aufstoßen von Kühen, ohne zu wissen, wie groß die Quelle wirklich ist“. Sie sei nämlich sehr relevant.

In Afrika, China und den USA steigt die Rinderhaltung an, oft auf Weiden, die früher ein Urwald waren. Dadurch wird nicht nur mehr Methan erzeugt, sondern auch noch weniger CO2 aus der Atmosphäre gezogen. Besonders Urwälder und alte Mischwälder haben nämlich diese Funktion. Kurz gesagt: die Haltung von Rindern auf Weiden, auf denen dadurch keine Bäume wachsen können, ist eine von mehreren zentralen Ursachen für den Klimawandel.

In Europa ist die Rinderhaltung zum Glück rückläufig. Auch in Österreich. Die Statistik Austria weist für den 31. Dezember 2019 einen „Viehbestand“ von 1,88 Millionen Rindern in Österreich aus, also 1 Rind für 4 Menschen. Das ist ein Rückgang von 1,7 % oder 33.300 Tieren im Vergleich zu vor 1 Jahr. Und darüber müssen wir angesichts obiger Fakten sehr froh sein und hoffen, dass diese Entwicklung anhält. Stattdessen fördert unsere Landwirtschaftsministerin den Kuhmilchkonsum an Schulen mit Steuergeldern!

Weniger Rinder und entsprechend weniger Rindfleisch- und Kuhmilchprodukte statt regionaler pflanzlicher Alternativen bedeutet einen wichtigen Schritt Richtung Klimaschutz. Aber nicht nur das. Weniger Rinder heißt auch weniger Kälber, heißt wiederum weniger Tiertransporte und weniger Tierleid und weniger getötete Tiere. Selbstverständlich müssen wir uns also auch rein aus Tierschutzgründen, je weniger Rinderprodukte konsumiert und je weniger Rinder gehalten werden.

Noch einmal ganz deutlich: Die logische Schlussfolgerung aus den oben erwähnten wissenschaftlichen Arbeiten ist eindeutig. Ziel muss eine stetige Reduktion des Konsums von Rinderprodukten sowie der Anzahl der Rinder sein, die gehalten werden, und damit eine Reduktion der Weideflächen und damit eine Reduktion der Almflächen. Das wäre für alle Beteiligten besser: für die betroffenen Rinder genauso, wie für das Klima und für die Wildtiere, deren Lebensraum durch Weiden und Almen drastisch eingeschränkt wird! Wer sich über die Rinderweiden auf gerodetem Regenwaldgebiet im Amazonas aufregt, sollte auch dafür sorgen helfen, dass es in Österreich weniger Kuhweiden auf gerodeten Waldflächen oder Latschenfeldern gibt. Was wir zur Klimastabilisierung brauchen, sind vom Menschen unbeeinflusste Ökosysteme wie Urwälder statt Almen, die mit Abstand die beste Klimabilanz haben.

Die Almhaltung und der Tierschutz

Im Buch „Zoopolis“ diskutiert Will Kymlicka, Professor für Politikwissenschaften an der Queens Uni in Ontario, Kanada, das Mensch-Tier Verhältnis. Dabei trennt er in domestizierte Tiere, die nur mit dem Menschen zusammen leben können, in Kulturfolger, die freiwillig und selbstbestimmt in die menschliche Gesellschaft kommen, und echte Wildtiere, die unabhängig vom Menschen in der Wildnis leben. Für alle diese Tiere, so argumentiert Kymlicka überzeugend, gibt es andere Lösungen für ein Zusammenleben oder Koexistieren mit minimalen Konflikten.

Wildtiere sollen selbstbestimmt leben können. Sie haben ein Recht auf ihren eigenen Lebensraum, ohne Einwirkung oder Einfluss des Menschen. Domestizierte Tiere dagegen können das nicht. Sie müssen sich mit dem Menschen ihren Lebensraum teilen und können keine vollständige Unabhängigkeit erlangen. Tierschutz bedeutet also jetzt, den Wildtieren ihren Lebensraum zu lassen und gleichzeitig für die domestizierten Tiere möglichst viel Freiheit mit echter Lebensqualität.

Eine Alm bietet Letzteres für die Tiere, die dort weiden dürfen. Maximale Freiheit und bestmögliche Lebensqualität. Doch die Alm schränkt gleichzeitig den Lebensraum der Wildtiere ein und nimmt ihnen ihr Recht auf Wildnis und Naturlandschaft. Nirgends kann man das besser sehen, als bei der Forderung der Almbauernschaft, den Wolf wieder auszurotten. Als Tierschützer_in muss man sich also fragen: was geht vor, das Lebensrecht des Wolfes oder das Recht auf Freiheit und Lebensqualität der Almtiere?

Ein bisschen erinnert mich das an die Diskussion über Jagdgatter, die jetzt in ganz Österreich verboten wurden, wenn auch mit Ausnahmen. Natürlich geht es den Wildschweinen im Jagdgatter besser, als den Schweinen in einer Tierfabrik. Abgesehen davon, dass sie bei der Gatterjagd einem absolut grauenvollen, lange andauernden Leid ausgesetzt werden, bleibt aber das Argument, dass Jagdgatter den Wald zerstören, also den Lebensraum von Wildtieren, und ihn auch noch mit Zäunen durchschneiden. Für mich war also immer schon neben dem sehr wichtigen Argument der Tierquälerei bei der Gatterjagd selbst, auch das Argument, dass die Wildtiere ein Recht auf Lebensraum haben, entscheidend. Der Mensch in seiner unendlichen Gier nimmt sich da einfach große Waldgebiete, zäunt sie sich ein und nutzt sie für seinen Lustgewinn – die Gatterjagd – ohne auch nur die geringste Rücksicht auf das Recht der Wildtiere.

Bei der Diskussion über die natürlich Einwanderung der Wölfe hören wir das „Argument“ von Jägerschaft und Almbauernschaft ständig: es gäbe keine Naturlandschaft in Österreich, nur mehr Kulturlandschaft, und deshalb hätten hier größere Wildtiere – außer man kann sie jagdlich nutzen – nichts verloren. Erstens stimmt das nicht wirklich, weil es auch hierzulande noch viele wilde Winkel gibt. Aber zweitens ist das ja nicht in Stein gemeißelt: wir könnten Kulturlandschaft, wie die Almen, aufgeben und wieder wild – also zu Naturlandschaft – werden lassen. Was spricht dagegen und wie sollte man das als Tierschützer_in beurteilen?

Faktum ist, dass das Tierschutzideal zweifellos eine große Naturlandschaft, in der sich die Wildtiere frei und ungestört entfalten können, beinhaltet. Faktum ist auch, dass die Tierhaltung auf Almen nur 3-4 Monate im Jahr andauert. Danach setzt die Ausbeutung und Tierquälerei ein. Jede Milchkuh, auch wenn sie als Kalbin kurzzeitig auf der Alm war, wird dann künstlich geschwängert und ihr Kind wird per Tiertransport ins Ausland geschafft. Auch wenn ein Ochse ein paar Monate auf der Alm war, wird er die meiste Zeit seines Lebens auf Vollspaltenboden stehen und grausam im Schlachthof getötet. Wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass die Almhaltung ein Teil eines sehr brutalen Ausbeutungssystems ist, das wir als Tierschützer_innen als Ganzes niemals gutheißen dürfen.

Abgesehen davon gibt es den auch für Tiere sehr wichtigen Aspekt des Klimawandels und der Ressourcenbelastung durch die Tierindustrie, auch bei kurzzeitiger Almhaltung. Die meisten Almen sind völlig überweidet, sodass auch die Natur sehr darunter leidet, die wiederum den Lebensraum für Wildtiere bieten soll.

Unterm Strich ist also in meinen Augen klar: Die Almhaltung ist nicht an sich gut, vielmehr wäre es gut, wenn es viel weniger Rinder gäbe und damit einhergehend viel weniger Almen. Die Wildtiere haben ein Recht auf Lebensraum, der nicht von Menschen genutzt wird. Die domestizierten Tiere sind Teil der menschlichen Gesellschaft und nicht der Wildnis. Wenn sie in Letztere gebracht werden, dann leidet die Gemeinschaft der Wildtiere darunter. Domestizierte Tiere und Menschen sollten sich daher ihre Kulturlandschaft teilen, aber den viel größeren Bereich des Landes ungenutzt und unberührt lassen, und den Wildtieren zur Selbstorganisation zur Verfügung stellen.

Fakten zu: ein kritischer Blick auf Almen

Ich habe vor kurzem 6 Tage im westlichen Teil des Toten Gebirges in der Obersteiermark verbracht und mein Schlafplatz war sozusagen von 4 Almen eingekreist. Es war praktisch nicht möglich, mit meiner kleinen Tochter und schon gar nicht mit meinem uralten Hund, der keiner Kuh mehr davon laufen kann, auch nur ein bisschen zu wandern, ohne auf Kuh- oder Ochsenherden zu treffen. Zusätzlich war alles zugeschissen. Bei einer Wanderung auf einen nahen Gipfel musste ich gefühlte 100 Kackhaufen von Rindern übersteigen, konnte mich nirgends hinsetzen und nicht einmal meinen Rucksack abstellen, vom Gestank und der Menge Fliegen ganz zu schweigen. Das hat mich motiviert, bei meiner Rückkehr diesen kritischen Beitrag über Almen zu schreiben: https://martinballuch.com/ein-kritischer-blick-auf-almen/

Dabei hat sich gezeigt, dass es manche Personen als Sakrileg sehen, wenn man Almen kritisiert. Offenbar muss man als guter Österreicher Almen mögen. Dass zumindest in einem gewissen Teil der Bevölkerung diese Ansicht tatsächlich vorherrscht, merkt man spätestens daran, dass von seiten der Almbauernschaft damit gedroht wird, sie würden die Almen verlassen, wenn der Wolf nicht wieder ausgerottet wird. Ich glaube daher, es ist an der Zeit, meine angeführten Argumente im obigen Blogeintrag nun mit einigen Fakten zu unterlegen.

Da gibt es zunächst einmal den Mythos, dass wenn eine Alm aufgelassen wird und die Natur zurückkommt, diese ein unansehnliches Gestrüpp wäre, das niemand betreten wollen würde. Na schauen wir uns das einmal bei mir zu Hause am Hochschwab genauer an:

Schüttbaueralm, 1220 m, aufgelassen zwischen 1910 und 1927

Das ist die Schüttbaueralm auf 1220 m, seit etwa 100 Jahren aufgelassen. Es hat sich ein wunderschöner, lockerer Baumbestand gebildet. Es gibt (zum Glück) keine Forststraße auf diese ehemalige Alm, weil sie zu einer Zeit aufgelassen wurde, zu der man diese noch nicht so bauen konnte, wie heute. Die Folge ist, dass dieser Ort wunderschön ist, ein Mischwald durch den man wandern kann, und der große Ruhe ausstrahlt. Ich bin mir sicher, dass kein Mensch dieser Erde an dieser Stelle lieber eine dicke Forststraße, eine Herde Kühe und einen Haufen Kacke antreffen würde. Das ist undenkbar.

Nächstes Beispiel:

Hochalm, 1600 m, vor 1910 aufgelassen

Die ehemalige Alm ist die hellgrüne Fläche in der Mitte des Kessels, damals umgeben von Wiesen ohne Latschenfelder. Sie hieß Hochalm, lag auf 1600 m, also hier über der Baumgrenze, und wurde von Erzherzog Johann als eine sehr große Alm mit vielen Tieren beschrieben. Schaut man genau, sieht man, dass dort jetzt leider eine Jagdhütte steht. Aber obwohl ich häufig vorbeikomme, habe ich dort noch nie einen Jäger gesehen. Vermutlich bleiben die lieber unten bei den Forststraßen, ist bequemer. Da diese Alm bereits vor 1910 aufgelassen wurde, führt auch hier keine Forststraße hinauf. Vor Ort sieht man übrigens die Grundmauern von etwa 1 Dutzend Almhütten noch immer stehen. Zum Glück sind die weg, sehr erfreulich. Man sieht auch, dass im Fall von aufgelassenen Almen über der Baumgrenze die Latschenfelder zurückkehren. Sehr vorteilhaft für das Klima, weil auch diese Pflanzen gut 20 cm dicke Stämme ausbilden. Zum Wandern können sie mühsam sein, aber wie man sieht ist das hier nicht der Fall. Das Gras wird hier etwa 20-30 cm hoch und es wächst eine Vielzahl von Pflanzen. Ein wunderschönes, natürliches Ökosystem, das den Bewuchs auf jeder Alm in den Schatten stellt. Die Auflassung ist also auch hier eine Erfolgsstory.

Ein weiteres Beispiel:

Trawiesalm, 1240 m, vor 1910 aufgelassen

Ein Foto der weithin bekannten Trawiesalm, 1240 m, an einem der am häufigsten begangenen Wege auf den Hochschwab-Hauptgipfel. Sie ist ebenfalls schon vor 1910 aufgelassen worden. In meinen Kindheitstagen habe ich noch die alte Almhütte gesehen, die mittlerweile völlig verfallen und verrottet und unter einer Grasmatte versteckt ist. Hier ist ein Wäldchen entstanden, das wunderschön ist. Kein Mensch kann durch diese ehemalige Almfläche gehen, ohne sich über die Schönheit der Landschaft zu freuen. Hier ist auch eine Quelle, aus der zur Zeit der Almwirtschaft sicher nicht getrunken hätte werden können, weil die Kühe einfach überall hin kacken, und so auch in den Quellbereich. Auf der Trawiesalm trifft man immer wieder fröhliche junge Menschen, die hier zelten. Ein bisschen abseits vom Weg, zwischen den Bäumen, sind lauschige Zeltplätze. Auch das wäre zur Zeit der Almwirtschaft sicher nicht möglich gewesen.

Will die Almbauernschaft ernsthaft damit „drohen“, dass alle Almen zu so wunderschönen Plätzen werden könnten, wenn wir nicht wieder den Wolf ausrotten? Was für eine „Drohung“! Ja, bitte, ich würde mich freuen, wenn es überall so aussehen würde. Das wäre großartig!

In meinem ersten Blogeintrag erwähne ich, dass Almen zu Lawinentoten führen. Ich beziehe schon seit sehr vielen Jahren die Unfallberichte des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit. Und da finden sich immer wieder schreckliche Lawinenunfälle auf Almen, die ohne Alm nicht passiert wären. Hier ein Beispiel:

Lawinentote (Pfeil: Auffindungsort) auf der Stoißer Alm, 1333 m, am 5. 1. 2019

Am 5. Jänner 2019 wanderte eine 20 jährige Frau über die Stoißer Alm und wurde von einer Lawine verschüttet. Sie starb an der Unfallsstelle. Am linken Rand ist die Almhütte zu sehen. Der Bereich der Lawine wurde gerodet, um für eine Alm Platz zu schaffen. Deshalb gibt es hier keinen Bannwald mehr, der diese Lawine aufgehalten hätte. Im Hintergrund sieht man den Baumbestand ohne Alm. Dort ist keine Lawine abgegangen. Damit ist klar: diejenigen, die hier unbedingt eine Alm haben wollten, sind für den Tod dieser Frau verantwortlich.

Man könnte viele Beispiele dieser Art bringen. Hier zum Beispiel der Tirolerkogel:

Lawinentote am Tirolerkogel, 1330 m

Auf diesem Foto des Tirolerkogels sieht man deutlich, wie für die Alm der Wald gerodet worden ist. Vor wenigen Jahren fuhr dort eine Frau im Winter mit der Rodel über die Forststraße ab und wurde von einer Lawine getötet. Im Waldbereich daneben hat es keine Lawine gegeben.

Die Almbauernschaft verbreitet gerne die Behauptung, dass die Wanderer, und zwar vor allem jene, die auch in Pensionen nächtigen und Geld in der Region lassen, Almen lieben würden, und dem Wald vorziehen. Das ist aber nicht richtig. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die das Gegenteil belegen.

Quelle: Pröbstl-Haider, U., Nina Mostegl und Anne Schlegel 2019: „Touristische Bedeutung des Wolfes“, in „Der Wolf. Im Spannungsfeld von Land- & Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus und Artenschutz“, herausgegeben von Klaus Hackländer, Leopold Stocker Verlag, S. 129-148.

In diesem Artikel wird eine Untersuchung an der BOKU in Wien vorgestellt, in deren Rahmen 1003 Personen, davon 16,9 % Mountainbiker_innen und 83,1 % Wanderer, zu ihren Präferenzen bzgl. der Landschaft befragt wurden. Zunächst wurden den Teilnehmer_innen an der Studie verschiedene Bilder derselben Landschaft vorgelegt, wobei mittels Computer die Bewaldung zunehmend hinzugefügt, und die Forststraße und die Almhütte zunehmend entfernt bzw. verdeckt wurden. Dabei zeigte sich: am beliebtesten war jenes Foto mit dem meisten Wald und der wenigsten Alm.

In einer detaillierteren Untersuchung ergab sich dann, dass es zwei Wanderer-Typen gibt. Wanderer Typ 1 (72,5 % aller Befragten) stammt eher aus dem urbanen Raum, ist eher jünger (Mittel 47 Jahre) und höher gebildet, und bevorzugt mehr Wald und unberührte Natur, und weniger Alm und weniger durch den Menschen beeinflusste Landschaften. Der Wanderer Typ 2 dagegen (10,6 % der Befragten, also mit Abstand die Minderheit) stammt eher aus dem ländlichen Raum, ist eher älter (Mittel 51 Jahre) und weniger gebildet, und bevorzugt vom Menschen genutzte und geprägte Landschaften und Almen. Wanderer Typ 2 ist übrigens auch rabiat gegen den Wolf, während Wanderer Typ 1 nichts gegen den Wolf hat. Die Mountainbiker_innen mit 16,9 % sind im Mittel noch jünger (40 Jahre) mit einem noch höheren Bildungsgrad, und sie werten unberührte Landschaften und einen Wald höher als Almen.

Ammer und Pröbstl (Ammer U., Ulrike Pröbstl 1991: „Freizeit und Natur“, Hamburg, Berlin: Paul Parey) zeigen, dass ein Waldanteil von 50-70 % als positiver eingestuft wird, als waldfreie Almen. Hunziker (Hunziker M (2000): „Einstellungen der Bevölkerung zu möglichen Landschaftsentwicklungen in den Alpen“, Birmensdorf: Eidgenössische Forschungsanstalt WSL) bestätigt, dass die Urlauber_innen einer zunehmenden Verwaldung wesentlich weniger kritisch gegenüberstehen, als häufig angenommen wird.

Zur Bodenerosion auf alpinen Grasmatten gibt es nicht nur wissenschaftliche Untersuchungen. In praktisch jedem Wanderführer und von jedem Alpinen Verein wird darauf hingewiesen, dass man nicht parallel zu einem Weg gehen soll, weil dadurch die Grasnarbe zertrampelt wird und Erosion greifen kann. In einer Diplomarbeit von Raphaela Robens an der Uni München wurde die Erosion durch Trittbelastung genau heraus gearbeitet. Tritt man auf einen hochalpinen Rasen, dann wird durch das Gewicht die Grasnarbe physisch beschädigt. Bei Wiederholung löst sich der Trittrasen auf, es entstehen Vegetationslücken, Bodenteilchen werden gelöst und der Boden verdichtet. Die Erosion greift jetzt durch Regen und Schnee. In der Diplomarbeit wird auch explizit erwähnt, dass „Weidevieh“ durch sein größeres Gewicht die Grassoden löst, Pflanzen überrollt und die Böschungen destabilisiert. Die Folge ist, dass der dünne Erdboden abgelöst wird und unter Umständen der ganze Hang zu rutschen beginnt.

Typische Bodenerosion auf einer Alm

Wer die Quellschutzgebiete für die Wiener Wasserleitung im Hochschwab kennt, weiß, dass da mit verschiedenen Mitteln verhindert wird, dass jemand das unmittelbare Quellgebiet betritt geschweige denn dort seine Notdurft verrichtet. Der Grund ist klar: im Quellbereich abgesetzter Kot liefert permanent Kotbakterien in das Wasser und verseucht somit die Wasserqualität. Quellen auf Almen, die nicht in einer Weise eingefasst sind, dass die Rinder dort nicht hin können, werden auf diese Weise zwangsläufig verseucht. Kühe koten überall, wo sie leben. Sie koten daher auch auf die Quellen und sie koten auf die Bachverläufe darunter. Wasser, das von einer Alm kommt, darf daher nicht getrunken werden, ohne vorher sterilisiert zu werden, entweder chemisch oder durch Abkochen.

Kriechbaum et al. (Kriechbaum, Splechtna, Pennerstorfer, Pröbstl und Seiberl 2019: „Wolf ODER Artenvielfalt auf Almen: Ist das die Frage?“, in Der Wolf. Im Spannungsfeld von Land- & Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus und Artenschutz“, herausgegeben von Klaus Hackländer, Leopold Stocker Verlag, S. 113-128) analysieren die Biodiversität auf Almen und kommen zu dem Schluss, dass mit Ausnahme der Bürstlingsrasen sämtliche auf Almwiesen anzutreffenden Pflanzenarten und 38 Lebensraumtypen nicht von einer Beweidung abhängig sind, d.h. auch ohne Beweidung vorkommen.

In demselben Artikel krisitieren die Autor_innen, dass zunehmend auf Almen Gülle ausgebracht werde, oft mit modernen Geräten auf den Zubringerstraßen, die mit Hochdruck den Kot 60 m weit auf große Flächen und steile Hanglagen verspritzen. Der Einsatz von Kraftfutter bei Milchkühen führt so zu einer völligen Überdüngung.

Zwischen dem Jahr 2000 und 2016 ist die Besatzdichte auf Almen um 65 % angestiegen. Magerweiden auf Hochalmen vertragen maximal 0,25 Großvieheinheiten pro Hektar, auf Mittelalmen sind es 0,75. Doch in von den Autor_innen untersuchten Almregionen in der Steiermark waren es im Durchschnitt 1,3 Großvieheinheiten pro Hektar, was deutlich über der maximalen Besatzdichte liegt. Von extensiver Weidewirtschaft kann nicht mehr gesprochen werden. Die zu intensive Beweidung wirkt sich sehr ungünstig auf die Pflanzengesellschaften aus. In ganz Österreich betrug die durchschnittliche Besatzdichte auf Almen im Jahr 2017 genau 1,05 Großvieheinheiten pro Hektar, mit steigendem Trend. Die Autor_innen schließen, dass die Sinnhaftigkeit von Beweidung anzuzweifeln ist, „da geeignete Lebensbedingungen für naturschutzfachlich relevante Arten an eine deutliche Extensivierung der Beweidung gebunden sind. Sollte dies nicht oder nur schwer möglich sein, wäre aus ökologischer Sicht das Endstadium Naturwald den gegenwärtigen (intensiven) Weideflächen vorzuziehen. Eine punktuelle oder kleinflächige Verbrachung und Verbuschung [ist] aus zoologischer und naturschutzfachlicher Sicht grundsätzlich positiv. Gründe dafür sind das Ausweich-, Refugial- und Wiederbesiedlungspotenzial dieser Flächen, ein stetes Angebot von Blüten (Nahrung, Lebensraum), ein stetiges Angebot an hoher Vegetation […] und kleinklimatisch günstige, stabilere Bedingungen in diesen Bereichen. Diese Einschätzung deckt sich mit zahlreichen anderen Studien.

Dass Rinder auf Almen, und zwar nicht nur Kühe, die ihre Kinder schützen, sondern auch Ochsen und Kalbinnen, aggressiv auf Hunde reagieren, ist allgemein bekannt. Bisher nirgends gelesen habe ich, dass sie durchaus auch auf Kleinkinder, egal ob in der Tragetasche oder zu Fuß, aggressiv reagieren können. Das ist mir nicht nur kürzlich im Toten Gebirge passiert, sondern gerade eben wieder erneut:

Diese Kalbinnen starren auf ein Kind, in dem sie offenbar nicht einen Menschen erkennen.

Als sich meine Tochter bewegt hat, zuckte eine der beiden Kalbinnen zusammen und senkte den Kopf. Eine dritte kam im vollen Galopp angerannt. Sie haben nicht anders reagiert, als wäre meine Tochter ein Hund gewesen.

Personen mit Beweidungsrecht auf Almen haben auch oft das Recht, dort eine Hütte zu bauen. Wird das Beweidungsrecht immer weiter gereicht, entstehen so auf Almen häufig ganze Hüttendörfer, wie hier auf der Augstwiesenalm:

Hüttendörfer auf Almen sind keine Seltenheit

Edna Hillmann von der ETH Zürich hat die Auswirkung von Kuhglocken auf 25 Schweizer Almen untersucht. Diese Glocken, die oft 5 kg schwer sind, werden den Tieren umgehängt, damit man sie schnell finden kann. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass die Glocken einen Lärm von 100 – 113 Dezibel erzeugen, also etwa die Lautstärke eines Presslufthammers. Sowohl wegen dem Lärm als auch nur wegen dem Gewicht, aßen die Tiere mit Glocken deutlich weniger und hatten eine niedrigere Frequenz ihrer Kauschläge als die Kühe ohne Glocken.