Volksbegehren

Bohrn-Mena droht Kritiker:innen mit Klagen

Oben ein Foto einer österreichischen Massentierhaltung, die es laut dem alleinigen Sprecher des Tierschutzvolksbegehrens, Bohrn-Mena, überhaupt nicht gibt. Und weil dieser Mensch so dubios vorgeht, einmal das und einmal das Gegenteil sagt, und niemandem in seine Finanzgebarung Einsicht gibt, ist es besonders auffällig, dass er ständig Kritiker:innen mit Klagen droht. Mir wurden sehr viele solche Geschichten zugetragen. Hier nur die Spitze des Eisbergs.

Auf diesem Screenshot kritisiert jemand in einer Nachricht an Florian Klenk, dass Bohrn-Mena auf seiner Facebookseite innerhalb von 2 Stunden 2000 Likes aus Asien, Afrika und Indien bekommen hat.

Diese Menschen können nicht einmal deutsch, liken aber Bohrn-Menas Seite, auf der nur deutsch geschrieben wird? Als die Kritik laut wurde, dass es sich um gekaufte Likes von sogenannten Klickfarmen gehandelt haben könnte, drohte Bohrn-Mena sofort mit Klagen. Dabei kam es, wie man hört, zu einer außergerichtlichen Einigung, die auch Stillschweigen über die Vereinbarung selbst umfasste. Wieso sich in so kurzer Zeit so viele Menschen aus fernen Ländern ausgerechnet für Bohrn-Mena interessieren, blieb er allerdings schuldig zu erklären.

Ein Beispiel von vielen. Eine ehemalige Mitarbeiterin packt aus:

Daraufhin kam prompt die Klagsdrohung von Bohrn-Mena:

Und die Reaktion der Whistle Blowerin:

Ich habe vor Bohrn-Mena und seinen Klagsdrohungen keine Angst. Ich habe mir seine Prüfberichte angeschaut, die seit 2018 „durchgehend“ online sein sollen. In Wahrheit sind nur die Prüfberichte von 2018 und 2019 online. Im Prüfbericht von 2019 findet sich das:

Kein Wort davon, wer entscheiden darf, wofür Geld ausgegeben wird. Kein Wort davon, wer Fahrt- und Reisekostenzuschüsse wem wann bewilligt hat. Es gibt ja auch kein Spendengütesiegel. Miete zahlt das Tierschutzvolksbegehren auch? Wofür und an wen? Fürs Home Office bei Bohrn-Mena zu Hause vielleicht? Miete für die Benützung seines eigenen Schreibtischs? Aus dem Prüfbericht kann man jedenfalls nicht entnehmen, was damit gemeint ist. Für mich ist daraus gar nichts ersichtlich. Außer, dass € 17.500 für die Gründung einer Gesellschaft ausbezahlt worden sind, die Unternehmen berät, Herrn Bohrn-Mena als Geschäftsführer bezahlt und auf den ersten Blick absolut nichts mit Tierschutz zu tun hat. Trotzdem das Volksbegehren nun vorbei ist, wird diese Gesellschaft mit dem Geld des Volksbegehrens weitergeführt und Bohrn-Mena wird weiterhin als Geschäftsführer bezahlt. Das soll eine durchsichtige Finanzgebarung sein?

Ein weiteres Beispiel von einem absolut unfassbaren Vorgehen des Herrn Bohrn-Mena gegen Kritiker:innen:

Was ist das, bitte schön, für ein Stil? Wer macht sowas? Unfassbar!

Besonders ekelerregend finde ich diese Art von Postings des Herrn Bohrn-Mena an jemanden aus der SPÖ:

Wie niveaulos kann man sein!

Und warum er sich von allen NGOs distanziert, hat er in diesem Post kürzlich dargestellt:

Offenbar ist er der Meinung, er ist nicht weiß. Sollte einmal in den Spiegel schauen. Aber selbst wenn. Österreich hat eben in der Vergangenheit keine Persons of Colour aus Kolonien als Sklav:innen ins Land gebracht. Daher gibt es erst seit relativ kurzem relevant große Minderheiten von PoCs, weshalb sie in den NGOs noch nicht wirklich vertreten sind. Dieser „Vorwurf“ ist also nur ein weiterer Versuch, die Tierschutz- und Umwelt-NGOs, die durchwegs Bohrn-Mena durchschauen und sich distanzieren, zu diffamieren.

Das Tierschutzvolksbegehren ist vorbei. Man hofft in der Szene, dass Herr Bohrn-Mena, der ja von sich sagt, kein Tierschützer zu sein, nun weiterwandert und andere soziale Bewegungen belästigt. Doch so schnell sind wir ihn offenbar noch nicht los:

Liebe Leute, die ihr für Tierschutz spenden wollt. Bitte spendet direkt an diejenigen Organisationen, die selbst etwas tun. Und nicht an Menschen, die Geld sammeln, um es anderen zu geben, die etwas tun. Weil solche Zwischenschritte bedeuten in der Regel, dass nicht alles an Spendengeld auch wirklich bei denen ankommt, die damit Tieren helfen. Fragt Euch doch, warum sammelt jemand Geld, der selbst nicht Tieren hilft, sondern es anderen geben will, die das tun? Wozu ist das gut?

Bohrn-Mena hat bereits ein zweites Standbein, das Lieferkettengesetz. Wieder platzt er in eine etablierte NGO-Szene rücksichtslos hinein, wie beim Tierschutz, ohne auf die Menschen zu hören oder sie zu beachten, die da bereits seit langem aktiv sind. Auf entsprechende Kritik reagiert er wie wir das im Tierschutz ununterbrochen gesehen haben: er schafft sich seine eigene Bubble, indem er Kritiker:innen rigoros löscht:

Und die altbekannte Masche, sich an die Arbeitgeber:innen von Kritiker:innen zu wenden, wird auch wieder angewandt:

Ich kann der Zivilgesellschaft nur empfehlen, frühzeitig und sehr deutlich öffentlich klar zu machen, was für ein Spiel Bohrn-Mena spielt!

Wieviel Tierschutz steckt im „Tierschutz“volksbegehren?

Mit dem sogenannten „Tierschutz“volksbegehren habe ich mich in diesem Blog schon mehrmals befasst, siehe https://martinballuch.com/category/tierschutz/volksbegehren/. Jetzt ist es vorbei. Es hat mit 416.000 Unterschriften 6,5 % der momentan 6.396.812 Wahlberechtigten angesprochen. Das echte Tierschutzvolksbegehren von 1996 bekam 460.000 Stimmen von 8 % der damals 5.768.099 Wahlberechtigten. In 25 Jahren sind also 1,5 % der Unterstützer:innen abhanden gekommen. Man würde doch das Gegenteil erwarten, dass heute viel mehr Menschen für den Tierschutz sind. Wieso also diese retro Entwicklung?

Ein Unterschied fällt ins Auge: während das Tierschutzvolksbegehren von 1996 vier ganz konkrete Forderungen für alle Tiere hatte (Bundestierschutzgesetz, Tierschutz als Staatsziel im Verfassungsrang, eine Tieranwaltschaft und staatliche Förderung von Tierschutzorganisationen), liest sich das beim aktuellen Volksbegehren denkbar unkonkret: „[Wir] fordern (verfassungs-)gesetzliche Änderungen vom Bundesgesetzgeber. Diese sollen heimische BäuerInnen [und nicht etwa Tiere] stärken und sich positiv auf die Gesundheit [der Menschen und nicht der Tiere], Umwelt und Klima und auf die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder auswirken.“

Einen wesentlichen Unterschied gabs noch: 1996 haben alle Tierschutzorganisationen gemeinsam für das Tierschutzvolksbegehren geworben, 2021 war das Ganze eine One-Man-Show von und mit einem Herrn Bohrn-Mena.

Vor einigen Jahren sah sich dieser alleinige Sprecher und Chef des Tierschutzvolksbegehrens noch als politischer Fürsprecher des Veganismus und warb damit – auch durch Brandreden am Veganen Sommerfest – für Vorzugsstimmen in seinem Wahlkampf im Rahmen der SPÖ für das Rathaus:

Genau, von diesen Wendehälsen und Dampfplauderern haben wir genug in der Politik, die ihre Überzeugungen verleugnen. Es lacht sich tot, wer Bohrn-Mena heute reden hört. So macht er mit dem „Tierschutz“volksbegehren Werbung für konventionelle Tierprodukte ohne jede Verbesserung in der Tierhaltung. Dazu wurde er von der Zeitschrift Landwirt befragt:

Die Antwort:

Der mutige Fürsprecher für Veganismus ist plötzlich nicht mehr gegen Fleischkonsum. Und fordert nicht einmal – als alleiniger Sprecher eines „Tierschutz“volksbegehrens -, dass die Tiere freundlich behandelt werden.

Apropos töten von Tieren. Auch da hat Bohrn-Mena früher klare Worte der Verurteilung gefunden:

Das Töten von Tieren ist also unmoralisch, laut Bohrn-Mena. Folglich:

Im aktuellen NEWS sagt derselbe Bohrn-Mena im Interview:

Am 16. Jänner 2021 gibt Bohrn-Mena schließlich dem Landwirt ein ausführliches Interview unter dem Titel „Wir fordern nicht, dass die Tiere zu Tode gestreichelt werden“ über sein Volksbegehren. Darin zählt er die Forderungen des „Tierschutz“volksbegehrens auf:

Also, kein gentechnisch verändertes Soja aus Übersee als Schweinefutter, kein Glyphosat (ein Pflanzenschutzmittel), keine Importe lebender Tiere aus dem Ausland (die Exporte lebender Tiere aus Österreich sind offenbar irrelevant), 100 % AMA (die keine Kriterien für verbesserte Tierhaltung fordert) und Transparenz woher das Tierprodukt stammt. Nichts davon hat irgendetwas mit Tierschutz zu tun, außer vielleicht die Lebendimporte, obwohl die Lebendexporte von Tieren das viel größere Tiertransportproblem sind. Was wird hier eigentlich gespielt?

Die verwirrte Landwirt-Redakteurin fragt nun explizit nach. Steht das Verbot des Vollspaltenbodens in der Schweinehaltung nicht irgendwo als Forderung in den Beilagen des Volksbegehrens dabei?

In einem Leserbrief wiederholt er diesen Standpunkt:

Also: keine (sofortige) Abschaffung des Vollspaltenbodens in der Schweinehaltung. Was heißt sofort? Vermutlich, was die Tierschutz-NGOs, von denen sich Bohrn-Mena distanziert, fordern: maximal 5-10 Jahre Übergangsfrist. 10 Jahre! Nein, weil das die Arbeit der Bauern erschwere. Man schaue dazu dem obigen Schwein auf Vollspaltenboden ins Gesicht. Tut mir leid, wir können nichts für Dich tun, weil das die Arbeit der Bauern erschwert. Sagt der alleinige Sprecher des Tierschutzvolksbegehrens!

Apropos Distanzierung von Tierschutz-NGOs. Bohrn-Mena sagt hier, er distanziert sich von allen Tierschutz-NGOs. Also nicht etwa nur von den radikalen, sondern von allen. Ob Tierschutzverein gegen Tierversuche, für Katzenkastration oder zum Schutz von Wildtieren. Von allen diesen Tierschutzorganisationen distanziert sich das – man höre und staune! – „Tierschutz“volksbegehren, weil es deren Ideologie – also den Tierschutzstandpunkt! – nicht teile. An anderer Stelle in einem Leserbrief schreibt Bohrn-Mena dazu, das „Tierschutz“volksbegehren ist in Sachen Tierschutz neutral. Wieso heißt es eigentlich dann „Tierschutz“volksbegehren?

Im Interview mit der Zeitschrift Landwirt sagt Bohrn-Mena das noch einmal ganz deutlich:

Ganz langsam zum Mitdenken: Das „Tierschutz“volksbegehren ist keine Bewegung von Tierschützern. Er selbst ist also keiner.

Und das beweist er mit einer Aussage, die wirklich den sprichwörtlichen Vogel abschießt: in Österreich gäbe es keine Massentierhaltung. Der Landwirt fragt nach.

Das „Tierschutz“volksbegehren ist also der Ansicht, dass es keine Massentierhaltung in Österreich gibt. Was ist dann das:

64.000 Schweine, in der Südsteiermark.

Oder das:

Oder das:

Schweinefabriken in Niederösterreich. Oder das:

Masthühnerfabrik mit 100.000 Tieren. Alles keine Massentierhaltung, sondern nur kleinbäuerliche Idylle?

Führt man sich diese Zitate vor Augen, fragt man sich eher, wieso 6,5 % der Wahlberechtigten das überhaupt unterschrieben haben. Die Antwort ist klar: sie wurden durch den Namen „Tierschutz“volksbegehren getäuscht und betrogen.

Meine Mutter wollte gegen Ende der Eintragungswoche von mir wissen, wie sie unterschreiben kann. Ich fragte nach, was sie meinte, dass dieses Volksbegehren eigentlich fordert. Warum will sie unterschreiben? Sie antwortete, na dass es gegen die Massentierhaltung ginge. Weit gefehlt. Ich musste sie aufklären, dass der alleinige Sprecher dieses Volksbegehrens der Ansicht ist, dass es gar keine Massentierhaltung gibt. Sie war sprachlos.

Und genauso sprachlos wären vermutlich 99,9 % derjenigen, die das unterschrieben haben. Man darf sich eben nicht auf ein Wort verlassen, weil das kann leicht missbraucht werden. Vor allem von so rückgratlosen Wendehälsen und Dampfplauderern, die in einer Pressekonferenz ankündigen, als Abgeordnete jede Tierfabrik schließen zu wollen, um als Sprecher eines „Tierschutz“volksbegehrens zu sagen, sie wollen keine einzige Tierfabrik schließen, und abgesehen davon: es gibt ja gar keine.

Extremistischer VGT? – ein Herr Bohrn-Mena macht sich zum Kasperl

In Zeiten von Corona und Home-Office war guter Rat teuer, wie der Tierschutzaktionismus des VGT weitergeführt werden könnte. Die Idee: „Home-Office-Demos“. Viele Menschen machen zu Hause ein Foto von sich mit einem Plakat und per Fotoshop wird das zu einer Demo zusammengesetzt, und am besten noch an einen Ort in der Öffentlichkeit verlegt, der im Hintergrund zu sehen ist. Das war die Corona Fotochallenge, die der VGT auf seinen sozialen Medienkanälen seit Corona jede Woche durchgeführt hat. Das Thema der letzten Woche war die Auslösung von Pandemien durch den massenweisen Fleischkonsum.

So wie viele andere Menschen auch, stellte sich eine Person mit einer Art „Pestmaske“ vor einen gleichmäßigen Hintergrund und hielt ein zu diesem Thema selbst gebasteltes Plakat: „eure MASSENTIERHALTUNG führt zu PANDEMIEN! GO VEGAN OR DIE!“. Dann ließ sie sich fotografieren.

Man braucht nicht viel Hirn, um die Botschaft zu verstehen: solange die Menschen weiterhin so viele Tierprodukte konsumieren, sind wir alle durch Pandemien mit dem Tod bedroht. Man könnte auch anfügen: nicht nur durch Pandemien. Wenn nicht bald viel mehr Menschen aus dem Tierkonsum aussteigen, werden wir an der Antibiotikaresistenz von Bakterien, an unserem viel zu großen ökologischen Fußabdruck und am Klimawandel zugrunde gehen.

Wie bei jeder Corona-Fotochallenge, wurde die Person und ihr Plakat nun per Computerprogramm in einen Demozusammenhang gestellt, in diesem Fall als Fotomontage vor den Hintergrund einer Fleischtheke:

Irgendwie normal, lustig, ernsthaft, zum Nachdenken anregend – und ohne die große Konsequenz. Eintritt Bohrn-Mena. Das ist jener Mensch, der das völlig daneben gegangene sogenannte „Tierschutz“-Volksbegehren initiiert hat. Bis vor wenigen Jahren hatte man von diesem Herren überhaupt nichts gehört, und schon gar nicht im Tierschutz. Da kam er plötzlich, um Tierschutzstimmen zu keilen. Er wolle mit der SPÖ ins Wiener Rathaus, ließ er uns wissen, sei sehr veganfreundlich, sogar 95 % selbst vegan. Leider würde ihn die SPÖ aber nicht an wählbare Stelle setzen, also brauche er Vorzugsstimmen. Und zwar aus dem Tierschutz.

Wir im Tierschutz greifen politisch ja nach jedem Strohhalm, also wurde seine Wahlkampagne unterstützt. Ich bewarb seine Kandidatur für ihn im Internet. Doch genug Stimmen bekam er nicht. Der Vorhang fällt.

Nächster Auftritt, diesmal für eine andere Partei, die Liste PILZ. Wieder wollte er Vorzugsstimmen, um diesmal ins Parlament zu kommen, aber nicht mehr mit der SPÖ, sondern mit Peter Pilz. Wieder generierte er sich als Tierschützer und sagte in einer Pressekonferenz, wenn er gewählt würde, dann werde er jede Tierfabrik in Österreich schließen. Wieder unterstützte ich seine Wahl. War aber nichts. Zu wenig Stimmen, er kam nicht ins Parlament, obwohl er vorher allen Leuten weisgemacht hatte, dass er auf jeden Fall ins Parlament kommen werde, wenn die Liste PILZ ins Parlament kommt. Das war aber leider die Unwahrheit.

Dritter Anlauf, irgendwie wichtig zu sein. Er initiiert ein „Tierschutz“-Volksbegehren. Gegen den ausdrücklichen Wunsch sämtlicher Tierschutzorganisationen. Warum, habe ich anderswo ausgeführt: https://martinballuch.com/kommentar-zum-tierschutz-volksbegehren/

Das allein dürfte ihn schon sehr geärgert haben, wollte er doch der neue Wunderwuzzi im Tierschutz werden. Als sich dann die konkreten Forderungen im Volksbegehren als leere Phrasen entpuppten und sich praktisch alle Tierschützer_innen von ihm abwandten, drehte er sich plötzlich um 180 Grad. Das „Tierschutz“-Volksbegehren wurde zu einem „Pro-Österreichische-Tierindustrie“-Volksbegehren. Im TV sagte er, er wolle keine einzige österreichische Tierfabrik schließen, auch wenn dort noch so viele Missstände herrschten. Dass er noch kurz davor als Anwärter fürs Parlament das Gegenteil gesagt hatte, kümmerte ihn nicht. Das zeichnet Populist_innen aus: keine Inhalte, nur Schein.

Aus Ärger über die versagte Unterstützung begann er plötzlich insbesondere mich und auch den VGT als „militant“ zu beschimpfen. Auf meine höfliche Frage warum, antwortete er doch glatt, dass das ja nur „kämpferisch“ heiße, also eh eine positive Bezeichnung sei. Na klar! Das war der Zeitpunkt, an dem ich die Kommunikation mit ihm abbrach.

Das sogenannte „Tierschutz“-Volksbegehren entwickelte sich zum totalen Flop. Logisch. Wenn man den Tierschutz vergrault, wer soll sich dann noch die Mühe machen, das zu unterschreiben? Die Tierindustrie jedenfalls nicht, die ist allergisch auf das Wort „Tierschutz“. Vor etwas mehr als 20 Jahren haben wir vom VGT zusammen mit anderen Tierschutzorganisationen ein echtes Tierschutz-Volksbegehren durchgeführt und 460.000 Unterschriften bekommen. Um zu verhindern, dass der Eindruck entsteht, dass der Tierschutz heute viel weniger Unterstützung in der Öffentlichkeit genießt als damals, habe ich genau erklärt, warum ich meine, dass dieses Volksbegehren floppt: https://martinballuch.com/warum-ist-das-tierschutzvolksbegehren-so-ein-flop/

An mangelnder Unterstützung für Tierschutzforderungen liegt es jedenfalls nicht. Bohrn-Mena steigerte seine Angriffe auf den VGT und mich, insbesondere in der Vorwahlzeit 2019, weil jetzt die Katze aus dem Sack war und er seine Felle davonschwimmen sah. Zeit, ein paar Fragen über die Finanzgebarung dieses seltsamen Vereins zu stellen, mit dem sich Bohrn-Mena offenbar finanziert hat: https://martinballuch.com/was-macht-das-tierschutzvolksbegehren-mit-seinen-spenden/

Bemerkenswert: zu den Vorwürfen Stellung genommen hat er lieber nicht. Sondern versucht, sie totzuschweigen. Zumal es sich nicht um Vorwürfe, sondern um Fakten handelt, die ich da veröffentlicht habe.

Stattdessen setzt er weiterhin auf die Karte, uns militant zu nennen. Nicht nur uns. Auch Attila Hildmann. Das ist besonders lustig, weil Attila Hildmann und Bohrn-Mena viel mehr miteinander gemein haben, als jeder der beiden mit echten Tierschützer_innen. Beide haben ein großes Ego, beide sind extrem narzisstisch, beide hatten versucht, Tierschutz bzw. Veganismus für die eigene Bekanntheit zu nutzen, beide haben dafür viele Shitstürme aus der Szene erhalten und beide schimpfen daher wie die Rohrspatzen bei jeder Gelegenheit über die militanten, extremen, unerträglichen Veganer_innen. Und die beiden schauen sich auch noch sehr ähnlich. Aber das nur am Rande.

Und jetzt kommt wieder der Herr Bohrn-Mena zum Vorschein, sieht obiges Bild der Person mit der Pestmaske und dem Plakat und legt los:

Da hat er sich aber ganz schön zum Kasperl gemacht, der Herr Bohrn-Mena:

  • Das Plakat spricht davon, dass WIR als Menschheit sterben, wenn nicht ausreichend viele Menschen vegan werden, weil sonst immer öfter Pandemien ausbrechen, die nun einmal mehrheitlich durch Massentierhaltung entstehen. Von einer Drohung ist da nichts zu sehen.
  • Darauf angesprochen, meinte er, es ginge darum, dass dieses Plakat vor einer Fleischtheke öffentlich gezeigt worden sei, und das könnten ja Kinder sehen! Kinder, die englisch sprechen? Von welchem Alter ist da die Rede? Wer bereits ausreichend englisch kann, wird sich im Internet ganz andere Plakate anschauen.
  • Der Witz: Herr Bohrn-Mena hat im Überschwang völlig verschlafen, dass dieses Plakat in der Home-Office Corona-Isolation zu Hause gehalten und fotografiert, und dann vor eine Fleischtheke rein retouchiert worden ist!
  • Abgesehen davon: wenn man kurz ein Foto mit einem Plakat vor einer Fleischtheke macht, dann ist das in 3 Sekunden vorbei und kein Kind hats gesehen.
  • Und überhaupt: was ist genau das Problem, wenn ein Kind dieses Plakat lesen und verstehen sollte? Wenn es geschockt wird, dann durch die Maske, aber sicher nicht durch diesen Spruch. Herr Bohrn-Mena dürfte keine Kinder kennen.

Danke an Corona, dass dieses Theater um das Volksbegehren bald ein Ende hat. Vermutlich wird es eh in der Versenkung verschwinden und gar nicht zur Abstimmung kommen. An Tierschutz dürfte Bohrn-Mena sowieso nicht interessiert sein. Echte Tierschützer_innen legen nämlich Designerschuhe, Designeranzug und Designersonnenbrille ab und stellen sich zu den Tieren in den Kot, um sie auszumisten, oder gehen in Tierfabriken, um das Tierleid zu dokumentieren, oder leisten die harte Knochenarbeit an sämtlichen Frontlinien des Kampfes gegen Tiermissbrauch. Und mit einem Flop dieses Volksbegehrens schadet er bestenfalls seinen hohen Ambitionen, doch noch ganz wichtig und berühmt zu werden, ohne irgendeine besondere Befähigung zu haben.

Ich war die letzten 13 Monate in Karenz und habe mich ausschließlich um meine Tochter gekümmert. Eine tolle Zeit, ich habe viel gelernt und hoffentlich auch dazu beigetragen, meine Tochter sanft in diese Welt einzuführen. Das würde ich Herrn Bohrn-Mena auch empfehlen, sich um sein Kind zu kümmern, statt öffentlich so ein Kasperltheater zu machen. Obwohl – ob er dazu die Befähigung hätte? Auch mit einem Kind sollte man das Designergewand ablegen, sonst kann keine Nähe entstehen. Mit derart noblem Auftreten wird meistens nur inhaltliche Leere kaschiert. Ehrliche Menschen haben das nicht nötig.

Was macht das „Tierschutz“volksbegehren mit seinen Spenden?

Ein Volksbegehren sammelt Unterschriften, keine Spenden. So jedenfalls haben wir das seinerzeit gemacht, als wir das echte Tierschutzvolksbegehren der Tierschutzorganisationen Österreichs durchgezogen haben. Ich habe auch sonst bei ein paar Volksbegehren mitgeholfen und nie wurden Spenden gesammelt. Und ich habe zuletzt einige unterschrieben, aber Spendenaufrufe sind mir dabei nicht untergekommen. Aber das sogenannten „Tierschutz“volksbegehren, das gerade läuft, und von dem bereits dargelegt werden konnte, dass es mit Tierschutz nichts zu tun hat, siehe https://martinballuch.com/warum-ist-das-tierschutzvolksbegehren-so-ein-flop/, sammelt Spenden. In jeder öffentlichen Mitteilung. Und mit den Tierschutzaktionen anderer Organisationen. Was geschieht mit dem Geld?

Dieser Firmenauszug zeigt die Kapitaleinlage des Vereins „Tierschutzvolksbegehren“ in eine Firma. Eine Firma übrigens, die ihren Sitz an einer Adresse der Familie Bohrn Mena hat, und die diesen Herrn offenbar als Geschäftsführer anstellt. Und diese Firma ist zu 100 % im Besitz des Vereins „Tierschutzvolksbegehren“. Diese Fakten findet man im obigen Link belegt.

Dient diese Kapitaleinlage dem Zweck ein Volksbegehren durchzuführen? Faktum ist, wenn man Spenden zweckentfremdet verwendet, dann macht man sich gerichtlich strafbar.

Der Verein „Tierschutzvolksbegehren“ hat auch die private Facebookseite von Herrn Bohrn Mena gesponsert, wie aus diesem Screenshot hervorgeht:

Der VGT sammelt auch Spenden. Er ist ja eine Tierschutzorganisation, die zahlreiche Personen angestellt hat und zahlreiche Kampagnen durchführt. Wir haben deshalb das Spendengütesiegel seitdem es dieses gibt. Dieses Spendengütesiegel bedeutet, dass ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer jedes Jahr detailliert sämtliche Ausgaben und Einnahmen des VGT tagelang prüft und dabei auch nicht nur bestätigt, dass alles seine Ordnung hat und dass sämtliche Ausgaben vom Zweck des Vereins gedeckt sind, sondern auch, dass das Geld, das für einen bestimmte Kampagne gesammelt wurde, auch wieder für diese Kampagne ausgegeben wurde. Das ist sehr wesentlich, weil damit verhindert wird, dass eine Organisation, die Spenden sammelt, eine falsche Tätigkeit vortäuscht. Das Spendengütesiegel des VGT sieht so aus:

Auf der Webseite des Vereins „Tierschutzvolksbegehren“ sucht man ein solches Spendengütesiegel vergeblich.

Beim VGT wird jede Geldausgabe durch einen 9 köpfigen Vorstand beschlossen, der einmal jährlich allen Mitgliedern Rechenschaft ablegt und jedes Jahr einmal neu gewählt wird. Beim Verein „Tierschutzvolksbegehren“ gibt es laut Angaben des Innenministeriums nur eine einzige Person, die nach außen vertretungsbefugt ist:

Wie aus diesem Auszug ersichtlich, ist diese Person für 4 Jahre an diesem Posten fixiert und kann weder abgesetzt, noch bei einer Neuwahl ersetzt werden.

Der Verein „Tierschutzvolksbegehren“ wirbt mit Aktivitäten anderer Organisationen für eigene Spenden, hier z.B. aufgrund der Rettungsaktion der Vier Pfoten von 14.000 Schafen von einem sinkenden Schiff:

Und hier wirbt der Verein „Tierschutzvolksbegehren“ für Spenden mit einer weiteren Aktion der Vier Pfoten, nämlich der Rettung von Löwen aus einem Zoo im Sudan.

Der Verein „Tierschutzvolksbegehren“ wirbt auch mit den Erfolgen anderer, wie z.B. dem Legebatterieverbot, das 2004 beschlossen wurde, also lange bevor der Verein gegründet worden ist, oder der Abschaffung der Polizeipferde oder dem Ende von Mercosur. Alles Erfolge, mit denen der Verein „Tierschutzvolksbegehren“ in Wahrheit nichts zu tun hat. Bei anständigen Tierschutzorganisationen ist es selbstverständlich, dass man nicht mit den Aktivitäten anderer zu Spenden für sich selbst aufruft. Das verhindert auch das Spendengütesiegel. Deshalb sollte man das, wenn man Geld spenden will, berücksichtigen.

Doch Herr Bohrn Mena erschließt offenbar auch andere Geldquellen. Auf der Facebookseite des Vereins „Tierschutzvolksbegehren“ wurde ein kommerzieller Werbefilm der „Salzburg Milch“ veröffentlicht.

Das ist etwas, was normalerweise niemand machen würde, ohne Geld dafür zu verlangen. Werbung einer ganz normalen konventionellen Molkerei mit typisch tierquälerischer Tierhaltung. Letzteres hat der Verein RespekTiere kürzlich aufgedeckt und zeigt dabei angekettete Kühe von Salzburg Milch:

Selbst laut Salzburg Milch ist das Einzige, was sie zu Tierwohl zu sagen haben, dass sie keine dauerhaft angebundenen Kühe zulassen. Das Verbot der Daueranbindehaltung bei Kühen wurde jedoch bereits 2005 nach einer Kampagne des VGT und anderer Organisationen gesetzlich festgeschrieben. Aber Salzburg Milch erlaubt Turbokühe mit immer höherer Milchleistung. Und genau dort liegt die größte Tierquälerei. Die Salzburger Woche hat kürzlich dargelegt, wie dramatisch die Milchleistung pro Kuh über die Jahre in Salzburg ansteigt (die rote Kurve):

In den 1950er Jahren gab eine Salzburger Kuh noch im Mittel 1700 kg Milch pro Jahr.
Im Jahr 1985 waren es 3900 kg Milch pro Kuh und Jahr.
Im Jahr 2018 sind es bereits 6600 kg Milch pro Kuh und Jahr, also fast das Vierfache der 1950er.
Derartige Milchleistungen sind nur mit völlig übernatürlich großen Eutern zu haben. Diese Turbokühe können nicht mehr artgerecht mit Gras und Heu ernährt werden, weil das für die zu produzierende Milchmenge nicht reichen würde, selbst wenn die Kühe 24 Stunden am Tag essen. Deshalb bekommen sie typischerweise synthetisches Eiweiß, das auch noch pansenstabilisiert wurde, d.h. künstlich verändert, um überhaupt für die Kuh, die eigentlich wiederkäuen will, verwertbar zu sein.

Wer konventionelle Milch in Salzburg bewirbt, der bewirbt diese horrende Tierquälerei! Und wer damit Geld verdient, der verdient dieses Geld am Leid der Tiere.

Weiß jemand wieviel der Obmann und Geschäftsführer des Vereins „Tierschutzvolksbegehren“, Herr Bohrn Mena, sich selbst als Gehalt bezahlt hat und nun bezahlt? Der VGT hat sein Gehaltsschema, das für alle Angestellten gilt, selbstverständlich veröffentlicht. Aber Transparenz ist bei der Geschäftsgebarung des Vereins „Tierschutzvolksbegehren“ nicht wirklich Priorität. Bohrn Mena war ja bei der Liste Pilz im Parlament angestellt. Der Vorstand dort hat mitgeteilt, dass Bohrn Mena ein horrendes Gehalt beziehen wollte. Begründet habe er das, so der Vorstand, damit, dass er eben einen luxuriösen Lebensstil habe.

Na dann.

Warum ist das „Tierschutz“volksbegehren so ein Flop?

Vor mehr als 20 Jahren führte der VGT zusammen mit anderen Tierschutzorganisationen ein echtes Tierschutzvolksbegehren durch. Alle arbeiteten zusammen, die Reaktion war beeindruckend: innerhalb von nur einer einzigen Woche unterschrieben 459.096 Personen und 35 Abgeordnete zum Nationalrat! Das waren immerhin 8 % der Stimmberechtigten.

Heute ist das Tierschutzbewusstsein viel weiter verbreitet, mehr als 400.000 Menschen sind Mitglieder von Tierschutzorganisationen. Ein echtes Tierschutzvolksbegehren heute müsste also viel mehr Zustimmung bekommen können. Momentan sammelt ein „Tierschutz“-Volksbegehren Stimmen. Nach 7 Monaten sind kolportierte 50.000 Unterstützungserklärungen zusammen gekommen. Die Dunkelziffer dürfte deutlich tiefer liegen. Wieso ist dieses Volksbegehren so ein Flop?

In einer Aussendung von Oktober 2018 sah das Volksbegehren vor, 6 große Tierschutzorganisationen als Kooperationspartner zu gewinnen. Dem Vernehmen nach gibt es keinen einzigen. Der Verein Tierschutzvolksbegehren hat nur 2 Vorstandsmitglieder, Obmann und Geschäftsführer sind dieselbe Person. Eine 1-Man-Show.

Ursprünglich wurde verkündet, es würden strenge neue tierschutzgesetzliche Auflagen gefordert werden. Laut Innenministerium unterschreibt man aber folgenden Text:

Es sollen also nicht Gesetze kommen, die die Tiere schützen, sondern Gesetze, die die heimischen Bäuer_innen und Tierfabriken stärken.

In diesem Video kann man den Gesinnungswandel des Obmanns und Geschäftsführers des Vereins „Tierschutz“volksbegehren sehen: https://www.facebook.com/watch/?v=1345583918936953

2017 sagt er: „Ich will jede Tierfabrik in Österreich schließen“

2019 sagt er: „Nein, nein, nein, kein einziger konventioneller Betrieb, egal wie groß die Missstände dort sind, soll zugesperrt werden“

Also auch die letzten ausgestalteten Käfighaltungsbetriebe von Legehennen nicht, die laut dem vom VGT und anderen Tierschutzorganisationen im Jahr 2004 (!) erkämpften Käfighaltungsverbot mit Ende des Jahres 2019 schließen müssten?

Der Obmann und Geschäftsführer des Vereins „Tierschutz“volksbegehren verkündet zu Allerheiligen, er will ab sofort nur noch ehrenamtlich für den Verein arbeiten, dafür würde er beruflich Geschäftsführer der Firma „Ökosoziale Zukunft“:

Das Firmenbuch weist allerdings den Verein „Tierschutz“volksbegehren als 100 % igen Gesellschafter dieses Unternehmens aus.

Kommentar zum Tierschutz-Volksbegehren

Volksbegehren gibt es in Österreich seit meiner Geburt. Irgendwie ist mir das Volksbegehren gegen das Wiener Konferenzzentrum, das Vienna International Centre, in Erinnerung. Es war eine Art Denkzettel Aktion gegen den damaligen Bundeskanzler Kreisky. Mit 1.361.562 Personen oder 25,74 % unterschrieben damals mehr Menschen, als jemals vorher oder nachher ein Volksbegehren unterschreiben sollten. Und was tat Kreisky? Er sagte einfach, er gehe davon aus, dass die restlichen 75 % für das Konferenzzentrum seien, und baute es trotzdem, ohne mit der Wimper zu zucken. Heute ist es völlig etabliert. Ein ähnliches Schicksal hatte das zweitbeste Volksbegehren, jenes gegen Gentechnik, und auch das drittbeste gegen die Abtreibung usw. War Ihnen eigentlich bekannt, dass von 25. März bis 1. April 2019 zwei Volksbegehren zur Unterschrift auflagen? Vollständig von den Medien boykottiert, es kam kein einzige_r Journalist_in zu den Pressekonferenzen der Initiator_innen, wurden beide von weniger als 0,5 % der Menschen unterschrieben, obwohl die Forderungen total sinnvoll und gut waren (Volksabstimmung über CETA und für verpflichtende Volksabstimmungen bei Volksbegehren). Die Geschichte der Volksbegehren in Österreich ist eine von Initiativen ohne jede Wirkung. Das trifft leider auch auf die EU-Bürgeriniativen zu. Im Tierschutz erreichten jene gegen Tierversuche, gegen Tiertransporte und jetzt gegen die Käfighaltung von Nutztieren jeweils deutlich über 1 Million Stimmen, nur um im EU-Parlament sang- und klanglos unterzugehen.

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