Coronavirus

Aktueller Bericht Nachtdienst in der Intensivstation und Covid19

Der folgende, erschütternde Bericht entstammt einer Serie von Twitter Nachrichten von Oberarzt Dr. Wolfgang Hagen, Facharzt für innere Medizin an der Klinik Hietzing in 1130 Wien, vom 22. März 2021, siehe https://twitter.com/docjosiahboone/status/1373972818115895304

Das ist die Situation der #COVID19 Intensivbetten in #Wien. Wir haben mit 165 belegten Betten den Höchststand von 162 vom 21.11.2020 übertroffen. Alleine in den letzten 2 Tagen kamen 27 ICU-Patienten dazu. Netto, wohlgemerkt. D.h. übers Wochenende wurde >27 neue ICUs gefüllt.
In dieser Situation hatte ich von gestern früh bis heute früh einen OA-Dienst. Er wird mich noch länger beschäftigen.

Es ist ein schmaler Grat zwischen Informieren und Schockieren. Deshalb habe ich lange überlegt, ob und wie ich darüber schreiben soll.
Ich tu es jetzt einfach.

Es begann damit, dass mir schon bei Dienstantritt mitgeteilt wurde, dass es in ganz Wien nur mehr ein einziges reguläres COV+ Intensivbett gebe + einzelne Notbetten ohne Personal dafür. Eines davon auf unserer an sich vollbelegten ICU.

Was also tun mit dem 70jährigen Diabetiker, der sich seit der Aufnahme vor ein paar Tagen progredient verschlechtert hatte und auf unserer Normalstation trotz auf Maximum eingestellter HFNC (siehe Werbefoto) nur mehr auf 85% sättigte?

Also nicht-invasive Maskenbeatmung (siehe Werbefoto), geht aber nur auf Überwachung oder ICU.
Der Patient: Komplett selbständig alleine lebend, aber 70 und Vorerkrankungen. D.h. schlechter Verlauf recht wahrscheinlich. Soll ich das Notfallbett opfern und dann „zu“ sein?

Entscheidung:
Nein, denn sonst habe ich keine Möglichkeit mehr, eine jüngere, nicht vorerkrankte Person auf der ICU zu versorgen.
Pulmo-Überwachung gibt ihr letztes freies Bett her, Transferierung dorthin.

Davor Gespräch mit Pat. der sich vor dem Ersticken fürchtet, Beruhigung, „wir tun alles für Sie“, was gelogen ist. Ich habe ihm die ICU verwehrt.
Telefonat mit der weinenden Tochter. Versteht nicht, warum der Papa jetzt so schlecht ist wegen „Grippe“. Obige Lüge auch für sie.

Zwischenzeitlich Visite, Gespräche, normale Aufnahmen, Routine.
Abends Anfrage von der Notfall. Patienten in den Schockraum bekommen, hochgradiger Vd. auf COVID. Wurde vom Ärztefunkdienst mit 50% Sättigung bei Raumluft angetroffen, bereits seit 2Wo zunehmende Symptome.

Das Rettungsprotokoll lässt die zunehmende Verzweiflung der Sanis und die Bettensituation in Wien erahnen.
„Leitstelle wird versucht bezüglich Überwachungsbett zu erreiche, RTW (Anm: Rettungswagen) wird mehrmals abgewimmelt, da alle bettenplätze belegt …

Nachdem sich die Bettengestaltung daher massiv verzögern wird, wird NEF (Anm: Notarzteinsatzfahrzeug) nachbeordert. … LST wird durch NEF Lenker nochmals telefonisch bezüglich Überwachungsbett kontaktiert. … Patient wird in der langen Wartezeit für Zielspital weiter…“

Jetzt ist der 67jährige ohne bekannte Vorerkrankungen also auf unserer Notfall, mit HFNC am Anschlag, alle NIV-Betten belegt, alle unsere ICU-Betten belegt außer das einzige Notfallbett fürs ganze Spital.
->Trotz HFNC am Anschlag Aufnahme auf unsere Normalstation.

Hoffen darf man. Dass sich aber angesichts so einer Lunge durch ein bisschen Cortison keine rasche Verbesserung erreichen lässt, überrascht nicht.
Über Nacht weitere langsame Verschlechterung. In der Früh Entscheidung, das Notfallbett zu „opfern“. Verlegung auf die ICU.

Fast gleichzeitig Anfrage der Pulmo, 57jähriger Mann mit Vorerkrankungen, noch an HFNC, rasche Verschlechterung, deren eigene Überwachungsstation brettlvoll.
Sorry, Pulmo, müssts in einem anderen Spital suchen.

Das ist der Bericht aus einem einzigen Spital. An einem Tag, als in Wien netto 13 zusätzliche COV+ ICU-Betten belegt wurden. Nur eines davon bei uns. Ich will mir gar nicht ausmalen, was in einigen anderen Spitälern los war.

Kann sein, dass mein Arbeitgeber unglücklich über meine Schilderung ist (wäre unnötig, denn der Gesundheitsverbund macht in dieser Krise einen großartigen Job, an ihm liegt es nicht). Kann sein, dass mir wer Preisgabe von Pat.details vorwirft.

Aber man kann nicht ruhig zusehen, wie wir nur mehr einen kleinen Schritt von London Dezember 2020 entfernt sind. Während über „kluge Öffnungen“ gesprochen wird und jeden 2.Samstag Coronaleugner durch Wien ziehen, bricht die Intensivversorgung gerade zusammen.

Wer will kann mir jetzt #Panikmache vorwerfen. Geschenkt.
Wer aber wieder mit irgendwelchen Grafiken kommt, laut denen nur 30% oder 40% der Intensivbetten belegt wären, wird kommentarlos geblockt.
Schluss jetzt.

Nach diesem Bericht hat die Triage in Wien also bereits begonnen. Mich verwirrt allerdings der Umstand, dass die ARGES sagt, es seien in ganz Österreich nur 40-50 % der Betten an Intensivstationen belegt. Dazu hat Alex Brosch, siehe seinen Blog https://woswasi.at/2021/03/21/die-auslastung-der-intensivstationen/, einen Artikel verfasst. Ich persönlich kann nicht beurteilen, ob dessen Inhalt stimmt. Ich gebe lediglich diese Information weiter:

In Medienberichten liest man, dass die Intensivstationen in Wien bereits voll sind, gleichzeitig zeigt das ages dashboard eine Auslastung für Wien von 50%. Wie passt das zusammen?

Grundsätzlich sind auf Intensivstationen immer ca. 90% der Betten belegt. Sie werden einerseits für akute medizinische Notfälle (Herzinfarkt, Unfälle, etc.) benötigt, andererseits für die Nachversorgung von Patient:innen nach einer Operation.
Da es in Österreich 2.000 Betten gibt, sind also normalerweise ca. 200 frei. Da im Moment 400 Personen alleine mit Covid-19 auf Intensivstationen liegen, ist das schon mehr als die Spitäler eigentlich hergeben.

Wie ist es dann möglich, dass 400 Personen auf Intensiv liegen, es eigentlich nur 200 freie Betten gibt, aber gleichzeitig das ages dashboard 483 zusätzlich verfügbare Intensivbetten anzeigt?

Da man den Menschen nur schwer weniger Herzinfarkte oder schwere Autounfälle verordnen kann, bekommt man Betten nur frei, indem man Operationen verschiebt (für deren Nachbetreuung man ja die Betten brauchen würde). Die im dashboard ausgewiesenen 883 Betten beinhalten also schon diese freien Betten, die es eigentlich überhaupt nicht gibt.

Das heißt, wir sind momentan schon in einer Situation, in der eine optimale Gesundheitsversorgung, wie in normalen Zeiten, nicht mehr gegeben ist (weil ja OPs verschoben werden müssen). Ob die Spitäler also jetzt schon überlastet sind, oder erst wenn die 883 voll sind und wirklich Patient:innen aussortiert werden müssen (wer wird aufgenommen und wen lässt man einfach sterben – das wäre dann harte Triage), ja das ist dann vielleicht Ansichtssache. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass es durch die derzeit 400 von Covid Patient:innen belegten Betten bereits gesundheitliche Kolateralschäden gibt (durch verschobene OPs), und dass hinter dieser Auslastung ja auch Menschen stehen: Einerseits das Personal in den Spitälern, das nicht mehr optimal arbeiten kann, andererseits die Patient:innen. Es sind auch viele junge Gesunde darunter.

Quellen:

https://www.sn.at/panorama/oesterreich/covid-19-intensivmediziner-markstaller-spricht-vom-aufbau-einer-dritten-welle-100777243

https://www.heute.at/s/alles-voll-wien-hat-keine-intensivbetten-mehr-100133415

https://covid19-dashboard.ages.at/dashboard_Hosp.html

Ich wurde Corona geimpft – keine Nebenwirkungen

Das Bild oben stammt von der Statistik Austria. Gezeigt wird die Häufigkeit verschiedener Todesursachen in Österreich zwischen 2015 und 2020. Man sieht, dass die Herz-Kreislauf Erkrankungen mit Spitzen im Winter mit Abstand für die meisten Sterbefälle sorgen. Danach kommt ca. halb so oft Krebs und dann lange nichts, bis ganz unten irgendwo auch die Grippe zu sehen ist. Covidtote traten zunächst bei der ersten Welle auf, die ja durch einen harten Lockdown, der auch befolgt wurde, abgefangen werden konnte. Vor dem zweiten Lockdown hat man in Österreich lange gewartet. Die Folge ist, wie zu sehen, dass Covid19 die häufigste Todesursache Österreichs wurde, sogar häufiger als die Herz-Kreislauf Erkrankungen. Durch die folgenden Maßnahmen wie Lockdown und Maskenpflicht wurde diese Todesrate wieder abgefangen.

In den USA hat Corona viel mehr grassiert. Die Todesraten waren gewaltig, viele tausend pro Tag. Weltweit sind die Raten der Neuinfektionen und der Todesfälle aufgrund von Corona ständig gestiegen. Doch heute ist das nicht mehr so. Seit einiger Zeit sinken die Zahlen und in den USA besonders.

Was ist neu? Es wird geimpft. In den USA bereits seit Dezember 2020. Das New Scientist vom 13. Februar 2021 berichtet davon, dass vor 2 Wochen bereits 130 Millionen Menschen weltweit geimpft worden waren. Auch in Österreich ist ein Ergebnis zu spüren. Der ORF hat gestern Statistiken gezeigt, nach denen die Erkrankungen bei den älteren Menschen hierzulande stetig sinken obwohl die Neuinfektionen wieder ansteigen.

Das New Scientist vom 13. Februar 2021 handelt schwerpunktmäßig von der Coronaimpfung. Da ist die Rede davon, dass bei der AstraZeneca-Impfung 5 % überhaupt nicht immun werden, der Rest ist die ersten 3 Wochen gar nicht geschützt und danach die Tage 22-90 zu 76 %. Anschließend braucht es die zweite Impfung. Um die Immunwirkung zu erhöhen, wird empfohlen vor der Impfung Sport zu betreiben und danach viel zu schlafen, sich keinem Stress auszusetzen und soziale Kontakte zu pflegen. Nebenwirkungen würden 50 % verspüren, wobei bei 20 % sogar für 3 Tage hohes Fieber auftreten kann. Im Übrigen stehen laut New Scientist 7 weitere neue Impfseren vor der Zulassung.

Ich habe mich auch Online zur Impfung angemeldet und erhielt überraschend vor einigen Tagen einen Termin. Der Ablauf war sehr geordnet und ruhig, obwohl 1000 Menschen gleichzeitig dort waren. Man füllt ein Formular aus und wird dann durch 3 Stationen geschleust, einmal ein Gespräch über das Formular, dann eine Beratung durch Ärzt:innen und dann die Impfung selbst, gefolgt von einem Ruheraum – mit Sesseln im 3 m Abstand. Das Ganze wurde sehr professionell gehandhabt.

Die Ärztin, mit der ich sprach, hat mir Nebenwirkungen angekündigt, die nach 3 Stunden beginnen könnten, aber maximal 3 Tage dauern würden. Doch nichts dergleichen geschah. Ich bin offenbar einer jener glücklichen Prozent, die überhaupt keine Nebenwirkungen haben. Vielleicht ist das auch auf meine Körpermasse zurück zu führen. Soweit ich beobachten konnte, bekamen alle die gleiche Impfdosis, egal ob 40 oder 140 kg schwer.

Die Personen, mit denen ich zusammen geimpft wurde, waren alle sehr jung. Aufgrund der Coronadistanz habe ich mit niemandem gesprochen, aber es dürfte sich um Polizei, Feuerwehr, Pflegepersonal, Lehrer:innen und Kindergärtner:innen gehandelt haben, wie ich verschiedenen kleinen Hinweisen entnahm. Ich war jedenfalls so ziemlich der Älteste vorort. Ich falle auch in eine der offiziellen Kategorien der für die Impfung zu Priorisierenden, weshalb ich so einen frühen Impftermin erhielt.

Im New Scientist ist auch ein Ausstiegsszenario aus der Corona-Pandemie angedacht. Es gibt 4 Coronaviren, die heute bei Menschen nur einen leichten Schnupfen verursachen. Eines davon war Ende des 19. Jahrhunderts als Russische Grippe virulent und tödlich. Doch letztlich hat sich eine Mutation davon durchgesetzt, die relativ harmlos ist, aber dafür weiter existiert.

Es werde nicht gelingen, so New Scientist, dieses neue Coronavirus durch die Impfung auszurotten. Coronaviren haben einen Selbstschutz gegen Mutationen, doch wenn sie sehr unter Druck geraten, wie gegenwärtig in der Pandemie, dann mutieren sie doch. Deshalb sei, so New Scientist, von Virolog:innen erwartet worden, dass sich dann lauter Mutationen einstellen, wie das momentan geschieht. Manche davon sind ansteckender, manche tödlicher, manche aber auch weniger gefährlich. Evolutionär erfolgreich, so New Scientist, sei ein Virus dann, wenn seine Wirt:innen es zwar verbreiten, selbst aber nur wenig bis gar nichts davon spüren, wie eben einen leichten Schnupfen. Deshalb, so meint der Kommentator des New Scientist, würde sich auch bei diesem Coronavirus früher oder später die harmloseste Variante evolutionär durchsetzen und es würde nur eines von vielen Schnupfenviren werden. Doch wie lange das dauert, wurde offen gelassen.

Also ich geh Corona-impfen

Mittlerweile ist es soweit. Jetzt ist die erste mir bekannte Person an Corona gestorben. Bei meinem Bruder starb ein paar Tage davor bereits ein Freund. Ich habe den Überblick über die vielen Mutationen verloren, die jetzt herum geistern, aber mir scheint Corona bedrohlicher denn je. Und aufgrund der langen Zeit, die uns dieses Virus bereits begleitet, werden die Menschen immer unvorsichtiger. Und dann gibts die Corona-Demos.

Vor einigen Wochen hat eine Freundin in Wien eine Postwurfsendung erhalten. Impressum: die Initiative Heim und Umwelt, darunter steht für fortführende Infos der Tierschutzverein Animal Spirit. Letzteren sieht man häufig Transparente schwingend neben stramm Rechtsradikalen auf Corona-Demos marschieren. In der Postwurfsendung kann man nun nachlesen, was diesen Verein an Corona so aufregt.

Es handelt sich um eine doppelseitig bedruckte A4-Seite. Und bei deren Inhalt, also ehrlich, hört sich der Spaß auf. Die Autor:innen sind tatsächlich der Ansicht, sämtliche Regierungen der Welt haben sich zusammengesetzt und gemeinsam verschworen, das Coronavirus und die Pandemie zu erfinden und alles vorzutäuschen, von der Krankheit bis zu den Todeszahlen. Das Ziel sei, so die Postwurfsendung, der „Great Reset“. Ein offenbar in dieser Szene oft gebrauchter Terminus, der bedeutet, dass die Regierungen gezielt die gesamte Wirtschaft der Welt ruinieren wollen, damit dann alles mit 5 Firmen neu aufgebaut werden kann, die die Welt dominieren und alles bestimmen. Also wirklich, wer so etwas glaubt, der ist total durchgeknallt. Das halte ich für extrem pathologisch, so etwas. Und gefährlich. Ich hoffe sehr, dass die allermeisten Menschen auf diesen Corona-Demos nicht diesem Wahn verfallen sind.

Der Obmann von Animal Spirit hat früher, wie ich ihn noch kannte, oft „Tachionen“-Stirnbänder getragen. Das war ein Stoffstirnband mit einem Pentagon aus Metall eingenäht. Der Mann war tatsächlich überzeugt, dass ihn das vor Tachionen aus dem All (die es nicht gibt) schützen würde. Um die Jahrtausendwende hatte er plötzlich die Wahnidee, dass die Welt untergehen werde. Deshalb ließ er sich für teures Geld einen Bunker errichten. Die Welt ging nicht unter, aber dass ihre Vorhersagen nicht zutreffen, hat solche Menschen noch nie von ihren Wahnideen abgebracht. Jetzt glaubt er offenbar an den Great Reset. Ich möchte nur wissen, was die Menschen, die so etwas glauben, dann sagen, wenn wir eines Tages, vermutlich durch Impfungen, Corona los geworden sein sollten und kein Great Reset passiert ist. Wahrscheinlich fühlen sie sich wieder nur bestätigt: durch ihren unglaublich tollen Einsatz wurde der Great Reset verhindert.

Mit dieser Postwurfsendung werden Unterschriften gesammelt, und zwar, man höre und staune, für ein Verbot (!) des PCR-Tests. Ein Verbot! Im Namen der Freiheit! Und warum? Es wird behauptet, dass der PCR-Test in Wahrheit überhaupt nichts aussage, sondern nur willkürliche Resultate liefere. Komisch, weil den PCR-Test gibts meines Wissens schon lange und er wird z.B. auch als AIDS-Test verwendet. War er da schon willkürlich? Wäre das nicht schon längst aufgefallen? Ich habe bereits ca. 20 PCR-Tests für Corona gemacht und alle waren bisher negativ. Und ich habe keine Symptome. Passt irgendwie zusammen und spricht gegen die These willkürlicher Resultate.

Diese Wahnideen werden mit Bezug zu den Herren Wodarg, Bhakdi und Arvay begründet. Ich habe ein Video mit Wodarg gesehen und es war sofort zu merken, dass er Unsinn redet. Er behauptete in dem Video, es gäbe das Coronavirus schon lange und es sei noch nie schlimm gewesen. Komischerweise verheimlicht er dabei, dass es viele Coronaviren gibt, einige davon sind für den harmlosen Schnupfen verantwortlich und andere sind schon ausgerottet worden. Offensichtlich ist Coronavirus nicht gleich Coronavirus, sondern es gibt verschiedene Arten. Und das neue Virus ist eben eine neue Art. Die Wissenschaft ist ja sogar in der Lage, ständig neue Mutationen zu identifizieren, also weiß man ziemlich genau, wie diese Arten von Coronaviren aussehen und die Behauptung von Wodarg ist ziemlich armselig.

Von Bhakdi habe ich kürzlich ein Buch im Geschäft gesehen und aufgeblättert. Zunächst fiel mir der polemische Schreibstil auf. Also wenn ich wissenschaftlich und nicht ideologisch argumentiere, dann ist Polemik fehl am Platz. Ein Zeichen für mangelnde Objektivität. Aber was dann dort stand, war auch offensichtlich falsch. Bhakdi schreibt, dass die Masken deshalb sinnlos seien, weil die Viren ja viel kleiner als die Schlitze im Stoff sind und daher einfach durch gehen. Selbst ich als Laie weiß, dass das nicht stimmt. Das Virus liegt ja auf Aerosolen auf, die viel größer sind. Und diese Aerosole werden vom Stoff aufgehalten, weil sie statisch geladen sind und sich am Stoff anheften. Das kann man ganz genau wissenschaftlich untersuchen. Besonders absurd wird dann die These, dass die Masken sogar gesundheitsgefährlich wären, weil sie CO2 aufhalten, sodass man es wieder einatmet. Also CO2 ist ein Molekül, und Moleküle sind doch noch viel kleiner als Viren und sie sitzen nicht auf Aerosolen. Mit anderen Worten, dass CO2 durch die Masken durch geht, wie auch Experimente bestätigen, ist ja viel viel wahrscheinlicher, als dass Viren durchgehen. Bhakdi hat sich damit für mich auch disqualifiziert.

Von Arvay habe ich mir auch ein Video zu Masken angesehen. Auch er behauptet, dass sie sinnlos seien, aber aus einem anderen Grund. Er meint, dass sich innen an der Maske ein feuchtes Milieu bilde, in dem die Viren länger aktiv bleiben würden, und wenn man da hinein greift, hat man sie auf den Fingern, und wenn man was angreift, sind die Viren da drauf, und wenn das nun wer anderer angreift, dann hat die Person die Viren auf den Fingern, und wenn sie sich dann in die Nase greift, steckt sie sich an. Auch diese Argumentation ist sofort als unwissenschaftlich erkennbar. Das mag grundsätzlich ein Mechanismus sein, mit dem man sich trotz Maske ansteckt. Aber andererseits verhindern die Masken, dass die Viren bei jedem Atemzug mit ihren Aerosolen durch die Luft fliegen und von der nächsten Person eingeatmet werden. Arvay geht verdächtiger Weise auf diesen Mechanismus überhaupt nicht ein. Aber den gibt es zweifellos, und um zu entscheiden, wie gut Masken gegen Infektionen wirken, muss man Experimente machen, um zu schauen, welcher Mechanismus relevanter ist. Und dabei zeigt sich: die Infektion durch direktes Einatmen ist viel relevanter, als die durch Übertragung durch Angreifen. Bei jedem dieser Schritte von der Maske auf die Finger, von dort auf etwas, vom etwas auf die nächsten Finger und von dort in die Nase, gehen sehr viele Viren verloren. Dieser Weg ist daher viel unwahrscheinlicher.

Ich denke für jeden vernünftigen Menschen müsste eigentlich längst bewiesen sein, dass

  • die Krankheit deutlich leichter übertragen wird als Grippe und einen deutlich schwereren Verlauf hat (persönliche Erfahrung mit Freunden)
  • der PCR-Test zumindest einen guten Hinweis gibt, ob man das Virus hat (ebenfalls persönliche Erfahrungen)
  • die Masken und die Isolationsmaßnahmen helfen (wir haben ja z.B. keine Grippewelle heuer, die durch die Masken verhindert wurde, und die Kinder in Kindergärten sind viel weniger krank, als in anderen Jahren)

Die einzige echte Hoffnung, diese Isolationsmaßnahmen los zu bekommen, ist die Impfung. Irgendwer hat mir erzählt, dass in Coronaleugner-Kreisen argumentiert würde, dass Menschen, die sich impfen lassen, keine Tierschützer:innen sein könnten, weil für die Impfung Tierversuche notwendig wären. Also erstens würde dieses Argument für alle Medikamente gelten. Darauf bin ich in mehreren Blogeinträgen bereits eingegangen. Zweitens sind Tierversuche für die Entwicklung solcher Impfungen eben gerade nicht nötig. Die Ärzte gegen Tierversuche aus Deutschland haben belegt, dass besonders die Corona-Impfungen mit Alternativmethoden entwickelt worden sind, weil das viel schneller gehe als die langwierigen Tierversuche. Man hat dann allerdings ihre Toxizität auch an Tieren getestet, weil das gesetzlich vorgeschrieben ist. Da muss man das Gesetz ändern, nicht die Impfung ablehnen. Und drittens sind die RNA-Impfungen grundsätzlich von den Inhaltsstoffen her vegan.

Aus Corona-Leugner-Kreisen kommt weiters die Warnung, dass die Impfungen gesundheitsschädlich sein könnten. Das ist natürlich möglich. Aber bis heute wurden bereits deutlich mehr als 100 Millionen Menschen geimpft, sehr viele schon vor Monaten. Wenn es besondere Nebenwirkungen geben würde, wären die ziemlich sicher bereits aufgetreten. Naja, man muss halt abwägen, was gefährlicher ist: die Impfung mit reduzierter Coronagefahr für alle in der Gesellschaft, oder mögliche Nebenwirkungen. Dass die RNA-Impfung die DNA im Zellkern verändern soll, scheint mir weit hergeholt. Sie dringt ja gar nicht in den Zellkern ein. Abgesehen davon macht sie dasselbe wie das Virus, das ja auch RNA in die Zellen spritzt.

Unterm Strich ist für mich klar, dass ich möglichst bald geimpft werden will. Für Tierschützer:innen gibt es noch ein Zusatzargument dafür: auch Hunde und Katzen sowie andere Haustiere können Corona bekommen. Wenn wir die schützen wollen, sollten wir die Impfung machen lassen.

Kritik muss immer möglich sein, denke ich. Die Maßnahmen, die die Politik trifft, kann man kritisieren. Und sollte dafür auch demonstrieren dürfen. Aber was man in meinen Augen nicht kann, ist einfach naturwissenschaftliche Erkenntnisse negieren. Wenn man meint, sie stimmen nicht, dann muss man das mit wissenschaftlicher Forschung widerlegen, nicht mit ideologischem Geschwurbel. Oder völlig verrückten Verschwörungstheorien, wie dem Great Reset. Deshalb nehme ich jedenfalls sicher nicht an irgendwelchen Demos gegen die Coronamaßnahmen teil.

Erschütterndes Coronazeugnis

Das Bild oben sagt mehr als 1000 Worte. Es sterben momentan doppelt so viele Menschen über 65 in Österreich, als in den beiden Jahren zuvor zur selben Zeit. Und das trotz der Isolationsmaßnahmen! Weltweit sieht es nicht besser aus, wie diese aktuelle Grafik des Worldometers zeigt:

Ich habe kürzlich im ORF eine Pressekonferenz gesehen, in der Leiter:innen von Intensivstationen in Wien, Innsbruck und Linz von den Zuständen berichtet haben. Wir schrammen offenbar gerade an einer Überlastung und einer Triage vorbei. Dank der Isolationsmaßnahmen.

Das folgende Statement stammt vom Arzt Ramin Nikzad aus der Allgemeinmedizinischen Notversorgung am AKH in Wien:

Russland meldet offiziell rund 36.000 Covid-Tote seit Beginn der Pandemie.
Von April bis Oktober zeigt sich in Russland jedoch eine Übersterblichkeit von 120.000 mehr Todesfällen als im Vergleichszeitraum der Vorjahre.
Und da reden wir von Russland. Wo es immerhin eine Todesstatistik gibt.
Kein Mensch weiß und kein Mensch wird je erfahren, wieviele Menschen in Indien, im Iran sowie in etlichen afrikanischen, asiatischen und südamerikanischen Entwicklungsländern dieser Tage an Covid-19 versterben.

Die Dashboards zeigen im besten Fall nur die halbe Wahrheit, wahrscheinlich nicht einmal ein Drittel der Wahrheit.
3 Wochen nach Beginn des zweiten österreichischen Lockdowns ist fast ein Drittel der gesamten Intensivkapazität mit Covid-PatientInnen belegt. Das galt seit Beginn der Pandemie als das Worst Case Szenario.
Heute sind es 709 von insgesamt 2500 Betten.
Wir befinden uns also mitten im Worst Case Szenario.
Kein lebender Mediziner dieses Landes hat soetwas je erlebt. Ein Drittel der gesamten Intensivkapazität mit PatientInnen einer Diagnose belegt! Bis 2020 unvorstellbar.
Die freien rund 500 Intensivbetten am Dashboard sind der theoretische Notnagel. Wenn also auch jene IntensivmedizinerInnen herangezogen werden müssen, die keinerlei Erfahrung mit Infektionskrankheiten haben und im Konkreten noch nie einen Covid-Patienten behandelt haben.
Das ist beispielsweise die unfallchirurgische Intensivmedizinerin, die eine jahrelange Expertise in der Behandlung eines Schädelhirntraumas hat, das ist beispielsweise der unfallchirurgische Intensivpfleger, der eine jahrelange Erfahrung im Handling von offenen Wunden hat. Sie sind jetzt in Bereitschaft gestellt, um zur Not auch Covid-PatientInnen zu behandeln, was sie aber in Wahrheit gar nicht gelernt haben.

Das sei gesagt, um die Zahlen am Dashboard einmal ins rechte Licht zu rücken.
Wie sich solch eine Mobilisierung von Reserve- und Notkapazitäten der Intensivmedizin auf die Behandlungsqualität und Sterberate auswirkt, zeigt diese Tage die Schweiz.
Die Schweiz hat bei der gleichen Einwohnerzahl wie Österreich nur 1200 Intensivbetten, also halb so viele wie Österreich.
Diese Betten sind dort fast voll, die Intensivmedizin ist dort zu deutlich mehr als 50 % nur mit CovidpatientInnen belegt, sprich in der Schweiz sind längst die Notnägel und Reserven der Intensivmedizin im Einsatz.
Die Intensivsterblichkeit von Covid-PatientInnen in der Schweiz ist derzeit 40-50 %, rund jeder Zweite verstirbt trotz intensivmedizinischer Behandlung.
In Österreich sind es derzeit 10-20 %.
Obwohl das Schweizer Gesundheitswesen mindestens so gut wie das Österreichische ist, wenn nicht vermutlich wesentlich besser.
Warum? Weil es sich in Österreich gerade noch ums Arschlecken ausgeht, dass CovidpatientInnen von IntensivmedizinerInnen und Intensivpflegekräften behandelt werden, die eine entsprechende Expertise und Erfahrung haben.
Ihr seht: Was am Dashboard eine Zahl ist, ist in der Wirklichkeit eine komplexe Angelegenheit mit vielen Bedingungen.

3 Wochen Lockdown in Österreich und die Kacke im Gesundheitswesen ist mehr denn je am Dampfen.
Und die Politik spricht schon über Lockerungen in 10 Tagen.
Ganz ehrlich? Als Arzt, der, wie meine KollegInnen und die Pflege und wie die SanitäterInnen derzeit zu 150 % gibt, fühle ich mich verarscht, wenn jetzt allen Ernstes darüber diskutiert wird, wann und wo das Weihnachtsshopping und die Skisaison wieder stattfinden werden.
Gehts noch??
Die Situation in Österreich ist gemessen daran, dass wir seit 3 Wochen einen Lockdown haben, KATASTROPHAL!!!
KA-TAS-TRO-PHAL! Zum Mitschreiben!
Eine Siebentages-Neuinfektionsrate von täglich 5.500 ist katastrophal.
Eine Siebentage-Totenzahl von täglich 80 Covidtoten, Tendenz steigend, ist katastrophal (zum Vergleich: An allen anderen Todesursachen zusammen versterben in Österreich täglich rund 220 Menschen).
Wir befinden uns inmitten einer humanitären Katastrophe!

Wer sich fachlich näher informieren will, dem/der sei Martin Moder empfohlen. Ich kenne ihn persönlich von einer Diskussion bei Servus TV. Seine Kurzvideos zu Corona-Fragen sind immer sehr aufschlussreich.

Hier z.B., warum die neue Impfung nicht unser Erbgut gefährdet: https://www.youtube.com/watch?v=GBq_l2llyzo&t=2s

Oder hier, warum Corona um das etwa 12 fache tödlicher als die normale Grippe ist: https://www.youtube.com/watch?v=AlelK1EDzqA&t=2s

Von diesen Videos gibts noch viel mehr auf seinem Youtube-Kanal. Drosten? Wer ist das? Von dem habe ich weder ein Video gesehen, noch auch nur ein einziges Statement gelesen. Der dürfte irgendwo im Ausland bekannt sein.

Corona und die Spanische Grippe

Das Bild oben zeigt die Anzahl der Toten in der Altersklasse über 65 in Österreich pro Woche heuer im Vergleich zu den Vorjahren. Zu sehen ist, dass irgendetwas momentan die Todeszahlen senkrecht in die Höhe schießen lässt. Dieses „irgendetwas“ ist Corona.

Während also für jeden Menschen, der sehen kann, auf ersten Blick ersichtlich ist, dass es sich um eine ernsthafte Pandemie handelt, tritt eine 22 jährige Frau auf einer Coronaleugnerdemo in Deutschland auf und sagt allen Ernstes, sie sei die neue Sophie Scholl. Auch sie kämpfe für Menschenrechte. Wird auch sie geköpft? Ein Ordner ihrer Demo vertrug so viel Unsinn auf einmal nicht, kam zu ihr zur Bühne, warf ihr seine Ordnerjacke vor die Füße und ging. Das hielt unsere Sophie Scholl 2.0 nervlich nicht aus und begann zu heulen, schleuderte das Mikrophon in eine Ecke und rannte davon.

https://twitter.com/MdBdesGrauens/status/1330227516632657923

Täglich stellen sich diese sogenannten Coronaleugner_innen so derartig doof an, im Niveau wie Donald Trump, und machen sich lächerlich, dass einem die Tränen kommen. Erschreckend.

Ich erhalte täglich mehrere Emails von Menschen dieser Art. Kürzlich z.B. dieses Statement:

Klar und deutlich: Der Drosten-PCR-Test ist ein Fake, Dr. Drosten trägt den Doktor unrechtmäßig. Den Professor-Titel hat der Mann von der Industrie-Familie Quandt geschenkt bekommen.

Oder auch das:

Die Corona-Pandemie ist ein abgekartetes Spiel zur Etablierung einer Neuen Weltordnung, die langfristig in den Totalitarismus führen könnte.

Aha.
Ich lese gerade ein Buch von Laura Spinney über die Spanische Grippe: „1918. Die Welt im Fieber“. Geschrieben 2017, also bevor das Coronavirus bekannt wurde. Da findet man ungeheuerlich viele Parallelen. Die Spanische Grippe – für diejenigen, die nicht wissen, wovon da die Rede ist – war die in absoluten Zahlen tödlichste Pandemie bisher weltweit überhaupt. Sie hatte auch grippeähnliche Symptome, wie Covid19. Die Todesrate wird mit 2,5 % angegeben. Und sie überrollte in insgesamt 4 Wellen mehrmals die gesamte Erde. Viele Regionen hatten damals 1918 kaum eine medizinische Versorgung. Impfung dagegen gab es sowieso keine. Man spricht von 50 – 100 Millionen Toten. Mangels fehlender Statistiken in vielen Staaten damals gibt es da so eine Ungenauigkeit. In Indien allein dürften etwa 21 Millionen an der Spanischen Grippe gestorben sein.

Jedenfalls sind die meisten Menschen nicht an sondern mit der Spanischen Grippe gestorben, an Lungenentzündung etwa. Und es gab Länder und Städte, die verpflichtend Schutzmaßnahmen wie Isolation, Nasen-Mund-Masken und das Verbot von Massenveranstaltungen eingeführt haben. Regionen mit solchen Maßnahmen hatten viel geringere Todesraten. Und Vorerkrankungen machte die Menschen viel anfälliger, so z.B. Malaria oder Tuberkulose.

Wörtlich aus dem Buch:

Der einzige augenfällige Unterschied zu Corona ist, dass die Spanische Grippe besonders die Altersgruppe der 20-40 Jährigen betroffen hat. Sonst ist alles gleich, inklusive Verschwörungstheoretiker:innen und Maskenverweigerern.

Wir sollten immer aus der Geschichte lernen. Aus der Pandemie der Spanischen Grippe lernen wir, dass es für solche Pandemien normal ist, dass die Menschen nicht an sondern mit der Erkrankung sterben, und dass es vor allem Menschen mit Vorerkrankungen betrifft. Und wir lernen, dass damals jedenfalls die Verschwörungstheoretiker:innen nicht recht hatten. Es kam zu keiner Weltverschwörung. Politisch gab es überhaupt keine Auswirkungen. Und diejenigen, die Masken verweigert und Schutzmaßnahmen kritisiert hatten, lagen falsch.

Übrigens hat laut diesem Buch die Spanische Grippe die Voraussetzung für Donald Trumps Reichtum geliefert: sein Großvater, ein Immigrant aus Deutschland, ist an der Spanischen Grippe gestorben und hatte eine Lebensversicherung. Das Geld daraus war das Grundkapital. Lustig, dass der Enkel des Pandemieopfers heute die Pandemie leugnet. Aber rational konsistent und in irgendeiner Weise vernünftig ist dieser Mensch ja sowieso nicht.

Anzeige gegen Mensdorff-Pouilly Gatterjagd: kein Coronaschutz

Am 7. November 2020 fand bei Mensdorff-Pouilly wieder einmal eine Gatterjagd statt. Mitten in der Coronakrise ballert eine Jagdgesellschaft ohne Mund-Nasen-Schutz in großer Gruppe fröhlich „im Bordell“. Es war eine Treibjagd. Stundenlang wurden die Tiere im Gatter hin und her gehetzt, bis alle Jagdgäste ihren Spaß gehabt haben. Nur für die Tiere war es wieder einmal die Hölle – dank der SPÖ, die das Gatterjagdverbot aufheben will.

Wir haben wieder Anzeige gegen Mensdorff-Pouilly erstattet. Diesmal weil die Coronaschutzmaßnahmen ignoriert worden sind. Übrigens: die Jägerschaft sah uns, kam sogar ganz nahe, um uns zu filmen, was „leider“ durch den Mund-Nasen-Schutz, den alle Tierschützer:innen natürlich trugen, nicht zur Identifikation der Menschen führen wird, rief aber nicht die Polizei. Als Doskozil noch Landespolizeikommandant war, wurden die Straßen gesperrt, um die Tierschützer:innen davon abzuhalten, am Gatterzaun zu stehen und zu filmen. Heute stehen wieder Tierschützer:innen da, aber man ruft nicht einmal mehr die Polizei. So gefährlich, wie damals behauptet, können wir also doch nicht sein!

Hier die Anzeige:

Coronavirus: Clemens Arvay widerlegt

Die zweite Infektionswelle des Coronavirus rollt, wie vorhergesagt. Hat sich der Tanz nach dem Hammer doch nicht als so leicht herausgestellt. Eine Reihe von Ländern ist zurück in den Lockdown gegangen, zuletzt Irland, und das total.

Doch manche unserer Mitbürger_innen scheinen infrage zu stellen, ob es überhaupt eine zweite Infektionswelle gibt. 2 % der mit dem PCR-Test geprüften Personen würden ein falsches positives Ergebnis zeigen, also je mehr getestet wird, desto mehr Infizierte. 2 % ist ziemlich viel in diesem Zusammenhang. 10.000 Tests zeigen dann immerhin 200 Infektionen an, die es gar nicht gibt. Ist die gesamte zweite Infektionswelle ein Hoax?

Leider ist das wieder nur ein Beispiel, wie man mit Pseudowissenschaft die Leichtgläubigen unter uns hineinlegen will. Stimmt nicht, sagt Molekularbiologe Martin Moder, und erklärt in einem Video sehr genau und leicht verständlich, warum der PCR-Test praktisch überhaupt keine falschen positiven Testergebnisse liefert: https://youtu.be/LNCRV03-79c

Kurz zusammengefasst: Moder zeigt auf, dass sich der 2 % Fehler nur auf eine Gensequenz bezieht. Wenn man aber 2 oder noch mehr Gensequenzen bei dem Test sucht, dann hat man 2 % von 2 %, oder sogar 2 von 2 von 2 % falsche positive Resultate, also praktisch Null.

Ein anderer Coronaleugner hat mir erklärt, irgendein anderer Pseudowissenschafter hätte gesagt, die Menschen in Bergamo seien alle an Luftverschmutzung gestorben. Ah ja, zuerst stirbt niemand an Luftverschmutzung, dann kommt das Coronavirus aus China nach Italien, plötzlich sterben alle an Luftverschmutzung in Bergamo, indem sie am Bauch liegend künstlich beatmet werden müssen, dann gibts Isolationsmaßnahmen, das Virus geht wieder und die Luftverschmutzung ist wieder zuende. Sehr überzeugend. Aber Harvard hätte durch eine Studie bestätigt, dass die Luftverschmutzung einen Einfluss habe und daher sei diese Behauptung wissenschaftlich bestätigt. Ist sie nicht. Na no na hat die Luftverschmutzung irgendeinen Einfluss auf eine Atemwegserkrankung, aber deswegen wäre noch lange niemand an Luftverschmutzung in Bergamo gestorben, hätte es kein Coronavirus gegeben.

Man kann schon Coronamaßnahmen kritisieren und auch wissenschaftliche Erkenntnisse gegeneinander abwägen. Aber bitte mit Vernunft und fundiert, nicht absichtlich wissenschaftliche Arbeiten missinterpretieren, um eine Ideologie zu bestätigen, die sich in Wahrheit so nicht bestätigen lässt.

Clemens Arvay hat mir geschrieben. Er fühle sich durch meine Aussagen beleidigt. Er habe ein objektiv wissenschaftliches Buch geschrieben, ich sei ideologisch verbohrt. Lustig, weil ich habe überhaupt keine Meinung zu Corona. Ich höre mir nur an, was die verschiedenen Wissenschafter_innen und Politiker_innen sagen. Wenn Corona gefährlich ist, dann mache ich bei den Isolationsmaßnahmen mit. Wenn nicht, dann nicht. Und wenn man zunächst glaubt, das Virus ist gefährlich, und dann stellt sich heraus, es ist nicht gefährlich, dann ist mir das auch recht. Besser man irrt sich auf der sicheren Seite und überschätzt statt unterschätzt die Gefahr.

Clemens Arvay dagegen ist gar nicht wurscht, wie gefährlich Corona ist und ob Schutzmasken etwas helfen. Er hat eine Agenda und ignoriert dafür wissenschaftliche Erkenntnisse. Das hat er mir persönlich bestätigt.

Christian Drosten hat in seinem Blog eine wissenschaftliche Meta-Studie zur Gefährlichkeit des Coronavirus analysiert. Diese Studie kommt zum Schluss, dass Corona 16x (!) tödlicher als die herkömmliche Grippe ist. Bei 85 Jährigen ist die Infektion für eine von vier Personen tödlich.

Ich habe Clemens Arvay gefragt, warum er diese Studie nicht zitiert. Es gibt nur 3 Möglichkeiten:

  • Er hält sie für falsch und meint, er kenne sich besser aus als Drosten oder die Autor_innen der Studie – krankhafte Überheblichkeit
  • Er meint, Drosten und die Autor_innen der Studie würden absichtlich falsche Ergebnisse verbreiten – krankhafte Verschwörungstheorie
  • Oder das Ergebnis passt nicht zu dem, was er gerne hätte, dass wahr ist, und deshalb ignoriert er die Studie

Nun, ich habe ihn gefragt, und er hat gesagt, er zitiere nur jene Studien, die vom Mainstream und den konventionellen Medien ignoriert werden. Aha, ist das ein geeignetes Kriterium, um qualitativ hochwertige wissenschaftliche Arbeiten zu finden? Offensichtlich nein. Klar ist also, Clemens Arvay agiert nicht wie ein objektiver Wissenschafter, als der er sich darstellen will. Ein objektiver Wissenschafter hat entweder eigene Forschungsergebnisse, die er präsentiert, oder er fasst Arbeiten anderer zu einem Thema zusammen, dann aber so, dass alle relevanten Arbeiten und deren Ergebnisse einbezogen werden. Alles andere ist nicht wissenschaftlich objektiv, sondern ideologisch. Und für mich daher uninteressant. Ich möchte unvoreingenommen die Wahrheit erfahren, und nicht ein ideologisches Wunschdenken.

So wird auch argumentiert, die Schutzmasen würden nichts helfen. Ich kann das, wie gesagt, überhaupt nicht beurteilen. Hier das Ergebnis einer Studie über die Effektivität von Schutzmasken:

Nach völlig ineffektiv schaut das nicht aus. An der spanischen Grippe, die in 3 Infektionswellen kam, starben etwa 50 Millionen Menschen. Auch dieser Pandemie versuchte man mit Schutzmasken zu entgehen. Und auch da zeigte sich, wo es mehr Schutzmaßnahmen gab, war die Pandemie wesentlich weniger virulent.

„Wear a mask or go to jail“ hat die Dame auf ihrem Plakat stehen. Gab es schon damals den Streit mit Personen, die aus welchen Gründen auch immer unbedingt keine Maske tragen wollten?

Meine Tochter findet das Maskentragen übrigens lustig, obwohl sie nicht muss:

Und die Animal Liberation Front auch:

Die meisten Menschen sind offenbar überzeugt, dass das Tragen von Schutzmasken sinnvoll ist (und Corona eine gefährliche Pandemie), weil man sieht fast jeden Menschen eine tragen. Und nicht nur das. An der roten Ampel stehen 30 Personen, alle freiwillig im 1 m Abstand voneinander. Und unsere Tierschutztagung müssen wir wegen Corona verschieben. Nicht, weil wir es für zu gefährlich gehalten hätten oder die Behörde es verboten hätte. Sondern weil die allermeisten Menschen, die sich angemeldet und bereits bezahlt haben, aus Angst vor einer Ansteckung nicht mehr kommen wollen. Ich halte das unter den gegebenen Umständen bei den bestehenden Informationen für sehr vernünftig.

Einige Personen haben mir geschrieben, dass ich meine Glaubwürdigkeit einbüßen würde, wenn ich nicht auch die Gefahr herunterspiele und die Schutzmaske für ineffektiv halte. Diese Menschen dürften in ihrer eigenen Bubble leben und nur noch von Menschen mit gleicher Ideologie umgeben sein. Weil hier heraußen, außerhalb dieser Bubble, sind weit über 90 % anderer Meinung. In Wahrheit hätte ich keine Glaubwürdigkeit, würde ich die wissenschaftlichen Erkenntnisse für eine fragwürdige Ideologie zu opfern bereit sein.

Neues von Corona oder warum das Coronaleugnen widerlegt ist

Das obige Bild zeigt die Mentalität und den geistigen Zustand der sogenannten Coronaleugner_innen (obwohl ich bis heute eigentlich nicht weiß, was diese Leute denn eigentlich wollen; aber vermutlich wissen sie es selbst nicht). Ich zitiere dazu Elfriede Hammerl vom Profil, 27. September 2020, Seite 38:

Aber nein, um [Gesellschaftskritik] geht es ihnen gar nicht. Es geht ihnen darum, dass sie keine! Masken! aufsetzen! wollen. Sie wollen keinen Abstand halten! Sie wollen sich nicht einschränken! Sie wollen Ihre Freiheit! Sie wollen sich die Freiheit nehmen, anderen ihre Nähe aufzuzwingen und anderen ihren eventuell viralen Atem ins Gesicht zu blasen. Ihre Freiheit soll schrankenlos sein. […] Weit hat es die Freiheit gebracht, mehr und mehr wird sie zum Synonym nicht für ein universales Menschenrecht, sondern zum Synonym für das Recht des Einzelnen, seine Bequemlichkeit egoistisch durchzusetzen. Ich! mag keine Maske vorm Gesicht! Ich! hasse es, anderen auszuweichen. Ich! will mir die Hände nicht waschen. Wie gehts weiter? Ich! lasse mich nicht hindern, betrunken Auto zu fahren? Ich! habe keine Lust, meinen Müll zur Tonne zu tragen, wenn ich ihn auch vors Haustor kippen kann? Ich! lasse mir das Tragen/Ziehen einer Waffe nicht verbieten?

Falls es wirklich darum geht: Liebe Leute, könnt Ihr bitte Abstand zu mir halten? Ich möchte Eure Nähe nicht. Und könnt Ihr bitte Euren Atem für Euch behalten? Ich möchte Eure Bazillen nicht einatmen. Wäre das ok?

Im ORF in ZIB1 gestern wurde berichtet, dass die Isolationsmaßnahmen und die Schutzmasken auf der Südhalbkugel der Erde dazu geführt haben, dass jetzt, am Ende der Wintersaison, dort um 90 % (!) weniger Menschen an der normalen Grippe gestorben sind, als sonst im Mittel. Na wenn das kein Grund ist, Abstand zu halten und zur Maske zu greifen. Wird wohl niemand bestreiten, auch wenn man aus irgendwelchen Gründen das Coronavirus für so absurd hält, dass diese Maßnahmen generell virale Infektionswege verhindern.

Laut Worldometer sehen die offiziellen Coronazahlen weltweit momentan so aus:

Also: 1 Million 36.360 Tote.

Insgesamt 35 Millionen 57.656 nachgewiesen Infizierte, von denen 26 Millionen 63.140 wieder genesen und 1 Million 36.360 gestorben sind, macht eine Sterberate von 4%.

Interessant ist, dass Coronaleugner Trump nun selbst Corona hat und in ein Spital überstellt wurde. Erinnert mich an den englischen Premier Johnson. Der war danach deutlich vernünftiger in Sachen Corona.

Interessant ist auch, dass Tschechien, die Slowakei und Israel wieder mit Lockdowns beginnen. Und dass Neuseeland durch den energischten aller Lockdowns das Coronavirus vollständig aus dem Land gebracht hat – es aber leider jetzt doch wieder kommt und man wieder mit allerschärfsten Isolationsmaßnahmen reagiert. Und die Bevölkerung trägts mit. Momentan gabs dort 1849 gemeldete Infektionen und 25 Tote, also 5 Tote und 200.000 Tests pro Million Bürger_innen.

Ein Blick auf Schweden und Norwegen. Sehr vergleichbare Länder in Kultur und Klima, und Bevölkerungsdichte. Doch die Regierungen hatten sehr verschiedene Strategien. Norwegen hatte einen strengen Lockdown, Schweden dagegen agierte sehr spät und setzte einen freiwilligen Lockdown um. Was sagen die Statistiken, die von diesen Ländern geliefert werden?

Schweden: 94.283 Infizierte und 5895 Tote, also etwa doppelt so viel wie bei 9/11, macht 583 Tote pro Million Bürger_innen, was im internationalen Vergleich sehr hoch ist (Schweden hat nach Belgien und Spanien den Spitzenwert in Europa). Schweden hat bis dato 165.000 Menschen pro Million Bürger_innen getestet.

Norwegen: 14.328 Infizierte und 275 Tote, macht 51 Tote pro Million Bürger_innen, also weniger als 1/10 von Schweden. Norwegen hat etwa 200.000 Menschen pro Million Bürger_innen getestet. Also mehr Tests, aber um das 7-fache weniger Infizierte als Schweden.

Das New Scientist hat die Situation in Schweden analysiert:

Ergebnis: Der freiwillige Lockdown in Schweden (staatlich verboten waren z.B. lediglich Treffen mit mehr als 50 Personen) hat die Aktivitäten der Menschen etwa gleich eingeschränkt wie in Dänemark, das einen verordneten Lockdown hatte. Der Verkehr ist z.B. auf 40 % zurück gegangen. Doch aufgrund der späten Reaktion sind die Infektionen in Schweden viel stärker gestiegen als in den benachbarten Ländern, und viel langsamer zurück gegangen. Und wie hoch war der wirtschaftliche Rückgang im Vergleich zu anderen Ländern? In Schweden ist das BIP um 8,6 % zurück gegangen, mit einem Durchschnitt von 11,9 % in der EU. Allerdings gibt es eine Reihe von Ländern in Europa, bei denen das BIP trotz staatlich verordnetem Lockdown viel weniger eingebrochen ist.

Unterm Strich war also die Reaktion in Schweden viel schlechter als in anderen Ländern, insbesondere in Norwegen. Eben weil man dort zu spät erkannt hat, wie wichtig die soziale Isolation ist.

Jetzt ist übrigens ein Tierschützer aus VGT-Kreisen an Corona erkrankt, ebenso wie seine Partnerin. Er wurde gerade ins Krankenhaus überstellt. Er sagt, er hatte schon Grippe, aber so schwer wie bei Corona war da nie der Verlauf. Er ist 35 Jahre alt und sehr fit und gesund. Ich kenne übrigens keinen einzigen Menschen nach Jahrzehnten Kontakt mit Grippe, der je wegen Grippe im Spital war. Die Botschaft des VGT-Tierschützers: nehmt bitte Corona ernst.

Übrigens: Der Staat hat gerade dem VGT das Geld für die Kurzarbeit zahlreicher Angestellter überwiesen und damit erstmals dem VGT etwas gespendet. Und meine Sonderfreistellung zur Kinderbetreuung hat der Staat zu einem Drittel mitfinanziert. Und zusätzlich hat mir der Staat gerade 360 Euro für meine Tochter überwiesen, ungefragt und unbeantragt, als Coronazuschuss. Also wenn wer das Coronavirus erfunden hat, dann sehr zum Schaden der Regierung und zum finanziellen Vorteil von VGT und mir.

PS: Meiner Tochter gehts in der Coronazeit auch sehr gut. In der Isolation hat sie ihre Eltern den ganzen Tag und momentan lauft ihr Kindergarten einfach völlig normal weiter, ohne irgendwelche extra Auflagen, die sie belasten könnten, abseits von Desinfektion und Händewaschen. Kein Kind in Österreich muss eine Maske tragen. Obwohl meine Tochter das Maske Tragen lustig findet, und immer wieder von sich aus eine aufsetzt. Sollte sich das als vorteilhaft erweisen, wären wir sowohl zu strikteren als auch zu weniger strikten Maßnahmen bereit, ohne irgendein Problem.

PPS: Die Menschen auf den Anti-Regierungsdemos in Belarus sind übrigens sehr froh über die Schutzmasken, wie sie mir geschrieben haben. Der Staat will ihnen das Maskentragen verbieten, um sie zu terrorisieren, zu verhaften und zu verfolgen. Aufgrund von Corona haben sie eine gute Ausrede, auf den Demos anonym zu bleiben.

Gesichterkennungssoftware der Polizei – oder doch lieber Masken?

Der Standard meldet, dass die Polizei Gesichtserkennungssoftware einsetzt und dafür die Überwachungskameras im öffentlichen Raum, so z.B. in den Verkehrsmitteln, verwendet, siehe: https://www.derstandard.at/story/2000119996329/polizei-nutzt-neue-gesichtserkennung-um-demonstranten-zu-identifizieren. Dabei werden auch Fotos von Sozialen Medien zum Abgleich verwendet. Und es geht nicht um Schwerverbrecher_innen, sondern auch um politische Aktivist_innen und insbesondere Tierschützer_innen.

Im Artikel steht wörtlich: Drohnen, Verbrechensvorhersage und nun Gesichtserkennung: Die österreichische Polizei greift immer mehr zu Mitteln, die man noch vor wenigen Jahren nur aus Hollywoodfilmen kannte. Mit Anfang August ist nun das Gesichtserkennungssystem des Innenministeriums nach einem mehrmonatigen Versuchs- in den Regelbetrieb übergegangen. Und es wird eifrig genutzt. So kam die Software zur Ausforschung von Demonstranten zum Einsatz, wie dem STANDARD vorliegende Dokumente zeigen. Dies wird auch vom Innenministerium bestätigt.

Und weiter: Die Software gleicht Bilder von Überwachungskameras oder anderen Quellen mit Fotodatenbanken der Polizei ab. Dabei können auch Fotos aus sozialen Medien für einen Bildabgleich genutzt werden, wie die Ermittlungen rund um die Demonstrationen in Favoriten zeigen. „Sollte es im Zuge von Erhebungen einen Hinweis auf eine tatverdächtige Person geben, so können weitere Ermittlungen auch in den sozialen Medien stattfinden. Hierbei können auch Fotos zu einem Vergleich herangezogen werden“, erklärt Sprecher Maierhofer. Etwa Fotos von Demonstranten, die auf Twitter veröffentlicht wurden. Das Innenministerium sieht die Nutzung der Fotos durch das Sicherheitspolizeigesetz gedeckt.

Wenn mir wer erzählen will, dass das doch kein Problem sei, weil man ja nichts zu verbergen habe, könne ja jeder Mensch wissen, wann man wo gegen was demonstriert hat, dann sage ich dazu, dass das schon sehr sehr naiv ist. Zwei Beispiele aus meiner Erfahrung. Eine Frau wollte bei der Polizei angestellt werden. Im Anstellungsgespräch eröffnet ihr die Polizei, dass sie 18 Mal auf Demos des VGT identifiziert worden sei und dass sie deshalb zur Arbeit im Staatsdienst nicht geeignet wäre. Also wenn die Polizei weiß, dass man mit dem VGT demonstriert hat, dann verliert man schon einmal die Option Staatsdienst. Egal ist das jedenfalls nicht. Und fair auch nicht.

Zweites Beispiel, noch eklatanter. Eine junge Frau wird in Salzburg um 1 Uhr früh von einem Taxifahrer festgehalten, weil sie ein Tierschutzpickerl auf einen Poller geklebt hatte. Die Polizei kommt, verschleppt sie auf die Wache und weckt die Kriminalpolizei. Zwischen 3 und 5 Uhr früh wird sie einvernommen. Dabei erzählt man ihr, dass sie für ihre böse Straftat mit bis zu 3 Jahren Haft zu rechnen habe – außer sie kooperiere. Daraufhin ließ die junge Frau die Kriminalbeamt_innen in ihr Handy und auf ihr Facebookprofil und nannte 17 Namen von Personen, die vielleicht auch Pickerl aufgeklebt haben könnten. Bei einigen Personen, sagte sie, wisse sie nur den Vor- oder einen Spitznamen. Jedenfalls sagte sie u.a., dass eine Anita, die 50 Jahre alt ist und Locken hat, ebenfalls Tierschutzpickerl aufgeklebt habe. Die Polizei durchforstete daraufhin ihre Datenbanken und fand eine Tierschützerin, auf die diese Beschreibung zutraf. Dass die besagte Frau seit 10 Jahren nicht mehr im Tierschutz aktiv war, störte niemanden. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen die vollkommen unschuldige Person wegen schwerer Sachbeschädigung. Sie wurde zwar freigesprochen, musste aber für ihren Anwalt und die Anreisekosten und den Ausfall ihrer Arbeit und ihren Stress natürlich selbst aufkommen.

Das sind sehr gute Gründe, dass die Polizei nicht erfahren soll, wie man heißt und auf welchen Demos man war. Da lob ich mir doch die Schutzmaske. Und die Aussage, ich würde trotzdem erkannt, zählt vielleicht nicht für eine Gesichtserkennungssoftware. Also mir ist lieber, ich kann eine Maske tragen.

New Scientist vom 15. August 2020 zum Coronavirus als Beispiel

Das renommierte Naturwissenschaftsmagazin New Scientist, das wöchentlich erscheint, versucht von den aktuellsten Entwicklungen in der Wissenschaft zu berichten, hat aber die Klimakrise seit vielen Jahren als prioritäres Thema. Nun hat sich das Coronavirus dazu gesellt und wird in praktisch jeder Ausgabe behandelt. Ich stimme ethisch (viel zu wenig Tierschutz) und auch philosophisch (viel zu positivistisch und technikgläubig) mit vielem aus der Redaktion dieses Magazins nicht überein, aber ich vertraue sehr auf die präsentierten Ergebnisse wissenschaftlicher Studien. Als Beispiel für die Coronaberichterstattung, zitiere ich hier aus einer einzigen Ausgabe, nämlich vom 15. August 2020.

Zunächst das Editorial:

Hier geht es um die mangelnde öffentliche Akzeptanz des hoffentlich demnächst fertigen Coronaimpfstoffes. Aber dabei sagt die Chefredaktion auch, dass eine signifikante Minderheit offenbar erschreckend resistent gegen wissenschaftliche Fakten ist, und meint damit diejenigen, die die Coronagefahr ideologisch kleinreden.

Es gibt 3 mehrseitige Artikel zur Coronaforschung. Da ist einmal jener über den Impfstoff:

Hier geht es nicht darum, ob und wann ein wirksamer Impfstoff kommen wird, sondern darum, dass dieser nicht nur den reichsten Ländern zumindest prioritär zur Verfügung gestellt werden darf. Tatsächlich gibt es offenbar eine globale Koalition von 170 Ländern mit zusammen 4,5 Milliarden Einwohner_innen, die eine faire Verteilung des Impfstoffes weltweit gewährleisten wollen. Die ärmsten 92 Länder sollen den Impfstoff kostenlos bekommen.

Die WHO sieht folgende Prioritäten vor:

Weiters gibt es einen langen Artikel über statistische Analysen der vorhandenen Coronadaten aus England und Wales vom 7. März bis zum 26. Juni 2020. Insbesondere ist dabei folgende Kurve interessant:

Es gibt einen sehr deutlichen exponentiellen Anstieg der Wahrscheinlichkeit mit dem Alter, an Covid19 zu sterben. Und zwar nicht, wenn man es einmal bekommen hat, sondern überhaupt, dass man es bekommt und dann daran stirbt. Alle 20 Altersjahre steigt die Wahrscheinlichkeit um einen Faktor 10, also 35 Jährige sterben um einen Faktor 10 wahrscheinlicher als 15 Jährige, 55 Jährige um einen Faktor 100, 75 Jährige um einen Faktor 1000 und 95 Jährige um einen Faktor 10.000. Männer sterben doppelt so wahrscheinlich wie Frauen. Von den über 90 Jährigen sind in dieser Zeitspanne 2 % an Covid19 gestorben, also jeder 50te. Das sind um 2/3 mehr Tote als ohne Corona im selben Zeitraum in anderen Jahren, d.h. eine ganz deutliche Erhöhung.

Aber es gibt auch einen Artikel, der die Isolationsmaßnahmen (aber nicht die Schutzmaske) kritisch betrachtet. Nicht dahingehend, ob die Isolation wirksam war, was eh selbstverständlich ist. Sondern dahingehend, dass soziale Isolation eine Kaskade von auch gesundheitlichen Problemen hervorrufen kann:

Dazu auch eine interessante Feststellung aus den USA:

Gemeinschaften mit mehr sozialem Zusammenhalt hatten zuerst einen höheren Anstieg von Coronafällen, dann aber auch einen schnelleren Rückgang, weil sie rascher Isolationsmaßnahmen umgesetzt haben.

Zuletzt die aktuellsten Zahlen aus Österreich:

Der Anstieg von Coronainfektionen in Österreich sieht schon ähnlich wie jener am Höhepunkt der Krise Ende März aus.