Jagd

Aktion: Zuchtenten auf Wanderschaft

Es ist ein Trauerspiel. Alle Jahre wieder setzen irgendwelche seltsam veranlagten Menschen tausende Zuchtenten aus Ungarn an den Flusssystemen der Leitha im Nordburgenland aus. Vor ein paar Jahren noch haben sie sogar ein Netz über die Leitha gespannt, damit die hilflosen Tiere nicht stromabwärts getrieben werden. Doch das konnte durch Intervention von uns verboten werden. Dennoch landen die Enten regelmäßig Anfang Juli in temporär aufgebauten Gehegen am Flussufer, an zahlreichen Stellen. Wenige Tage später verschwinden die Zäune und tonnenweise wird Weizen, Mais und andere Nahrung täglich in der Landschaft ausgebracht.

Sämtlicher Grundbesitz dieser Flusssysteme gehört der Republik Österreich, also uns. Und dort werden diese tausenden Zuchtenten aus Massentierhaltung ausgesetzt, ohne uns zu fragen! Die zuständige Landesrätin nimmt dazu nicht Stellung. Unsere Anzeigen versanden, obwohl sich der Bürgermeister öffentlich gegen diese Aussetzerei ausgesprochen hat. Zeit also zu handeln.

Heute fanden sich einige Wanderer am Flusslauf der Leitha ein und begleiteten gut 500 der Zuchtenten nach Ungarn. Die noch flugunfähigen Jungtiere ohne Eltern schlossen sich den Tierschützer_innen an. Knapp vor Ungarn wurde ein Jäger auf die seltsamen Prozessionen aufmerksam. Wenig später griffen einige Jagdhelfer die Tierschützer_innen an. Ein Aktivist wurde zweimal im Fluss ins Wasser gestoßen, einem anderen sollte die Kamera entrissen werden. Durch die Kameras und das kalmierende Auftreten der friedlichen Tierschützer_innen konnte der Gewaltexzess eingedämmt werden. Die Enten verzogen sich unterdessen ins ungarische Unterholz.

Die Polizei traf ein. Sie erkannte mich sofort und wollte gleich wissen, warum ich zur Parlamentswahl antrete. Die Aussetzerei der Jägerschaft war auch den Polizeibeamten völlig unverständlich. Sie erklärten mir jedenfalls, dass wir keine Straftat begangen hätten, und fuhren wieder ab. Die Anzeigen gegen die Jagdhelfer werde ich bei der Staatsanwaltschaft einbringen.

Das Aussetzen dieser Enten ist definitiv illegal. Erstens sind diese Gehege, auch wenn sie temporär aufgestellt werden, nie genehmigt worden. Zweitens kann es doch nicht sein, dass die Grundbesitzerin, nämlich die Republik Österreich, gegen ihren Willen einen derartigen tierquälerischen und wasser- wie umweltverschmutzenden Unfug dulden muss. Und drittens ist es nach dem Tierschutzgesetz verboten, gezüchtete Tiere auszusetzen, die nicht in der Lage sind in der freien Wildbahn zu überleben. Zwar hat die BH bisher unsere diesbezüglichen Anzeigen offenbar einfach nicht verfolgt und damit erklärt, dass diese Tiere sehr wohl selbständig überleben können. Dann frage ich mich aber, wozu die Tonnen von Weizen und Mais nötig sind, die da überall in der Landschaft verteilt werden. Abgesehen davon würden diese Zuchtenten, so sagen wissenschaftliche Studien, den Winter nicht überleben und damit fallen sie definitiv unter das Verbot.

Naja, jetzt sind jedenfalls an einer dieser Aussetzstellen keine Enten mehr da. Ich hoffe die anderen Enten finden ebenfalls den Weg über die Staatsgrenze raus aus diesem Jagdrevier infantiler Charaktere, denen es ernsthaft Spaß macht, hilflose Zuchtenten aus dem Himmel zu ballern!

Auflösung eines Jagdgatters: der Stand im Lainzer Tiergarten

Das Bild oben zeigt links das Jagdgatter Mayr-Melnhof und rechts den Lainzer Tiergarten

Als der VGT im Frühjahr 2015 seine Kampagne gegen die Gatterjagden in ganz Österreich begann, gab es noch immer die Massenabschüsse im Jagdgatter Lainzer Tiergarten. Mit 16 Futterstellen für Wildschweine und 11 für Rothirsche, Damhirsche und Mufflons gab es viele Tiere zum Abschuss. Bei den Wildschweinen sind 1500 pro Jahr verbürgt. Die Stadtregierung hatte uns in den Jahren davor erklärt, dass über die Gatterjagd so viel Geld eingenommen werde, dass man das nicht einfach beenden könne. Nach wenigen Wochen Demos des VGT vor dem Lainzer Tor beschloss die Stadt Wien aber den Versuch zu wagen, gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten. Eine eigene Arbeitsgruppe wurde gegründet und ein Ausstieg aus der Gatterjagd bis Anfang 2021 beschlossen. Dann sollten auch Grünbrücken über die denkmalgeschützte Mauer eröffnet werden.

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Die bewegte Geschichte des größten Jagdgatters Österreichs: Der Lainzer Tiergarten

100 Jahre ist er 2019 alt, der Lainzer Tiergarten, dieses einerseits beliebte Ausfliegsziel der Wiener_innen, dessen liebliche Landschaft aber andererseits die düstere Geschichte von Massenabschüssen eines Jagdgatters überdeckt. Aus Anlass des Jubiläums hat die Stadt Wien nun ein Buch mit dem Titel „Der Lainzer Tiergarten einst und jetzt“ herausgegeben. Eigentlich ist es eine Neuauflage, weil ein Buch mit demselben Titel bereits 1923 erstmals erschienen ist. Und eigentlich ist es kein Jubiläum, weil der Lainzer Tiergarten unter dem Namen „kaiserlicher Tiergarten“ eine viel längere Geschichte hat. Das Buch ist aber äußerst spannend und allen zu empfehlen, die sich auch ein bisschen für die Grätzelgeschichten der Friedensstadt und der Gegend um die Kirche St. Hubertus interessieren. Ein bisschen ist es auch eine Geschichte der Jagd in Österreich und eine Geschichte des Verhältnisses der Menschen zur Natur. Auch der VGT wird im Buch als Teil der Geschichte des Lainzer Tiergartens erwähnt.

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Anwalt stellt Antrag auf Enthebung von Mayr-Melnhof als Jagdschutzorgan

Nachdem nun auch der Wiener Verwaltungsgerichtshof die rechtswidrigen Handlungen von Gatterjägermeister Maximilian Mayr-Melnhof bestätigt hat, ist damit höchstgerichtlich rechtskräftig, dass Mayr-Melnhof in seiner Eigenschaft als beeidetes Jagdschutzorgan einen Tierschützer rechtswidrig festgenommen, ihn rechtswidrig verletzt (siehe Foto der Hand oben), ihm rechtswidrig mit Gewalt die Videokamera entwendet, ihn rechtswidrig in seiner Menschenwürde verletzt und ein Beweismittel fingiert und vor Gericht die Unwahrheit gesagt hat. So eine Person ist als beeidetes Jagdschutzorgan nicht mehr tragbar. Deshalb hat nun Anwalt Stefan Traxler die Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung sowohl aufgefordert, Mayr-Melnhof seines Amtes zu entheben, als auch bei ihm sämtliche Kosten in diesem Verfahren einzutreiben.

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Von jagdlichen Fütterungen für Rehe und Hirsche

Zu meinem Beitrag auf diesem Blog, der sich kritisch mit jagdlich motivierten Fütterungen für Rehe und Hirsche in Österreich auseinandersetzt, siehe https://martinballuch.com/zu-wildfuetterungen-und-angeblich-so-tierlieben-hirschfluesterern/, wie auch zu meinem Blogeintrag zum Schitourengehen, siehe https://martinballuch.com/antwort-auf-orf-journalistin-ulli-wolfs-facebook-kommentar/, gab es einige Anfragen, die ich nun hier noch einmal deutlich ansprechen bzw. beantworten will. (mehr …)

Verwaltungsgerichtshof bestätigt Urteil: Mayr-Melnhof hat Tierschützer misshandelt

Am 20. November 2017 hat Maximilian Mayr-Melnhof rechtswidrig Gewalt gegen einen Tierschützer ausgeübt, diesem mit Gewalt seine Videokamera entwendet, ihn an der Hand verletzt, ihn auch in seiner Menschenwürde verletzt, Beweismittel zu fingieren versucht und vor Gericht die Unwahrheit gesagt. Das jedenfalls hat das Landesverwaltungsgericht Salzburg in einem Urteil vom 23. Mai 2018 festgestellt, siehe https://martinballuch.com/landesverwaltungsgericht-bestaetigt-mayr-melnhofs-gewalttaten/.  Dagegen hat Mayr-Melnhof in Panik mit Rundumschlägen reagiert, dem Richter Befangenheit vorgeworfen – wie könnte es anders sein, wenn ein Salzburger Richter gegen einen Mayr-Melnhof urteilt! – und außerordentliche Revision zum Verwaltungsgerichtshof eingebracht. Dieser hat zunächst klargestellt, dass dieser Revisionsversuch keine aufschiebende Wirkung habe, d.h. dass das Urteil weiterhin rechtskräftig bleibt. Heute ist das Urteil (eigentlich vom 21. Dezember 2018) des Verwaltungsgerichtshofs in Wien, also des in dieser Sache österreichischen Höchstgerichts, eingetrudelt: die Revision wird abgewiesen. Damit ist nun auch höchstgerichtlich bestätigt, dass Mayr-Melnhof rechtswidrig Gewalt gegen einen Tierschützer ausgeübt und mit Gewalt eine Kamera entwendet hat!

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Mayr-Melnhof sperrt sein Jagdgatter für 2 Monate!

November und Dezember ist die Zeit der großen, tierquälerischen Treibjagden im Jagdgatter Mayr-Melnhof. Dafür sperrt er an den jeweiligen Tagen das Gatter. Von außen erkennt man dann, dass drinnen eine Jagd stattfindet. Möglicherweise will der Gatterjägermeister aber nicht, dass die Menschen wissen, wann die Jagd stattfindet. Möglicherweise will er auch nicht, dass andere Dinge, die zu dieser Zeit im Gatter passieren, an die Öffentlichkeit kommen. Anders ist schwer zu erklären, wie jemand einen 500 ha großen Wald aus forstlichen Gründen für 2 (!) Monate vollständig sperren will. Ich habe bei Forstleuten nachgefragt: so etwas ist völlig unbekannt. Normalerweise gibt es forstliche Sperren von vielleicht 2 ha Wald über 1 Woche. Aber 500 ha! Und noch dazu 2 volle Monate! Die Ausrede sind die Eschen, die ja jetzt überall von einem Pilz befallen sind, und plötzlich sollen sie gefährdet sein, umzustürzen und Wanderer zu verletzen. Just in der Zeit der Treibjagden. 2 Monate lang. Und danach nicht mehr. Wers glaubt wird selig.

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Beschwerde beim ORF gegen Mayr-Melnhof Propagandasendung von Ulli Wolf

Ulli Wolf hat als Redakteurin für den ORF in der Sendung „Salzburg heute“ wieder einmal eine Propagandasendung für Maximilian Mayr-Melnhof gebracht. Immer dieselbe Masche, immer derselbe Unsinn, und das, obwohl ich ihr gegenüber bereits mehrfach sehr lange und ausführlich alle Argumente dargelegt habe, siehe z.B. https://martinballuch.com/ein-weiterer-offener-brief-an-redakteurin-ulli-wolf-vom-orf-salzburg/. Es mangelt offenbar nicht an Information, nein, da will jemand ganz gezielt Pro-Gatterjagd Politik betreiben. Dabei hat der ORF als öffentlich rechtlicher Sender, den wir alle mit Beiträge finanzieren (müssen), ein Objektivitätsgebot. Deshalb habe ich Beschwerde eingelegt.

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Anzeige gegen Maximilian Mayr-Melnhof wegen Waldverwüstung nach § 16 Forstgesetz

Wer das Jagdgatter von Mayr-Melnhof in der Antheringer Au betritt und sich ein bisschen mit Natur und Wald auskennt, wird schockiert sein. Überall ist der Waldboden zerstört, kaum gibt es irgendeinen Jungwuchs. Die wenigen Jungbäumchen sind zerbissen und geschält, die Wiesen völlig umgegraben. Die Auteiche stinken nach Abwasser und tragen einen Algenteppich. Nun könnte man naiv meinen, das sei zwar traurig, aber ginge uns Allgemeinheit nichts an. Das Gatter gehört ja Mayr-Melnhof. Aber ganz so einfach ist es zum Glück nicht. Einerseits ist es ja ein Natura 2000 Schutzgebiet, und da muss sich der Gatterjägermeister eigentlich an die Flora-Fauna-Habitatsrichtlinie halten. Entsprechende Anzeigen, insbesondere gegen die Salzburger Landesregierung wegen Untätigkeit, hat es schon gegeben. Aber selbst ohne diesen Schutzstatus darf man in Österreich einen Wald, auch wenn er sich im Privateigentum befindet, nicht zerstören. Im Jargon des Forstgesetzes heißt das „Waldverwüstung“. Geregelt ist das im § 16.

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Hubertusmesse Salzburg: Brief an Erzbischof Dr. Franz Lackner

Am 28. Oktober 2018 fand im Salzburger Dom eine Hubertusmesse statt, bei der die Jagd verherrlicht wurde. Der Salzburger Gatterjägermeister Mayr-Melnhof, von dem das Landesverwaltungsgericht Salzburg festgestellt hat, dass er einem Tierschützer widerrechtlich mit Gewalt die Videokamera entwendet hat, ihn dabei verletzt hat, danach vor Gericht die Unwahrheit gesagt hat und sogar versucht hat, diesbezüglich Beweismittel zu fingieren, sprach auch von der Kanzel herab. Und während mit einem Fackelzug vor dem Dom ein erschossener Hirsch auf einer Kutsche vorgefahren wurde, hielt Erzbischof Dr. Franz Lackner eine Predigt. Ich selbst war im Dom nicht anwesend, sehr wohl aber eine Christin, die von dieser Predigt entsetzt war. Hier ist ihr Brief an den Erzbischof:

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