Veg#ismus

Aus Sicht der Tiere

Beim VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN (VGT) begegnete Stefan S. der Fleischproduktion in Österreich aus völlig anderer Perspektive:

Ich esse gerne Fleisch. In unserer Familie kam es mehrmals täglich auf den Tisch, ohne, dass über die moralischen Implikationen gesprochen worden wäre. Meine Eltern waren sehr tierlieb und dennoch sah mein Vater auch darin keinen Widerspruch, mich schon früh zum Angeln mitzunehmen. Als junger Erwachsener machte ich schließlich die 3 jährige Ausbildung zum Fischwirt und wurde Fischereiaufsichtsorgan in Salzburg. Der Umgang mit den Fischen, vor allem beim Catch and Release Angeln, brachte mich zunehmend in Rechtfertigungsnotstand. Doch mit der konventionellen Fleischproduktion schien das wenig zu tun zu haben. Und so sah ich mich nie veranlasst, weiter nachzufragen.

Dann traf ich auf einen Informationstisch des VGT in Salzburg. Nette Menschen reichten mir ein Flugblatt über die Haltung von Schweinen in Österreich. Als ich mein Fleischessen rechtfertigen wollte, wurde mir gesagt, ich sollte diese Frage einmal aus den Augen der Tiere betrachten.

Tiere sind Sachen nach der österreichischen Rechtslage. Zwar hat man mit § 285a im Jahr 1989 den Satz, dass Tiere keine Sachen sind, ins österreichische Zivilrecht geschrieben, doch der zweite Satz dieses Paragraphen stellt fest, dass bis auf weiteres das Sachenrecht auf Tiere anzuwenden ist. Sachen haben keine eigene Sicht der Dinge, keine Interessen. Tierschutz gilt daher offiziell nicht als Interessensvertretung der Tiere, ähnlich einer Gewerkschaft, sondern als öffentliches Interesse. Tierschutzombudspersonen vertreten laut Tierschutzgesetz die Interessen „des Tierschutzes“, nicht der Tiere. Der Blickwinkel der Schweine wird also in der Diskussion über die gesetzlichen Mindestbedingungen bei ihrer Haltung völlig ausgeklammert.

Die für mich neue Herangehensweise, die Fleischproduktion mit den Augen der betroffenen Tiere zu sehen, machte mich nachdenklich und letztlich beschloss ich, die Herausforderung anzunehmen. Zuerst, so sagten mir die Leute vom VGT, sollte ich Schweine persönlich kennenlernen.

Bei meiner Ankunft im Tierparadies Schabenreith werde ich von einer Meute bellender Hunde empfangen. Nachdem ich an den lauten Gesellen vorbei manövriert worden bin, stehe ich in einem Stallgebäude. Es duftet nach frischem Stroh. Doch die tief eingestreuten Buchten sind alle leer. Draußen blendet die Sonne. Bis da hinunter auf die Wiesen können die Schweine gehen, deutet mir Harald vom Tierparadies, wenn ich sie sehen will, muss ich sie suchen.

Meine Aufgabe ist, den Tag mit den Schweinen zu verbringen, also gehe ich hinunter ins hohe Gras. Dort treffe ich ein großes Tier, das gerade zu grasen scheint und dabei heftig schmatzt. Vor der schieren Kraft dieses Wesens habe ich Respekt und lasse mich in einigen Meter Entfernung zu Boden fallen. Das Schwein toleriert mich und durchwühlt weiter den Boden. Über den Tag hinweg sehe ich, wie sich die Tiere begegnen, wie sie gemeinsam in der Sonne baden, wie sie den Großteil der Zeit im Boden graben, sich aber auch genüsslich im feuchten Erdreich wälzen oder über die Wiese galoppieren. Am Ende des Schweinetages wandern sie hinauf in ihre Buchten und kuscheln sich zusammen in die tiefe Stroheinstreu. Sie haben sich jetzt schon so an mich gewöhnt, dass ich mich ganz dicht zu ihnen setzen kann. Erst jetzt, wenn ich sie berühre, fällt mir auf, wie borstig ihre Haare sind, wie sehr ihre Haut der von uns Menschen ähnelt, und wie weich ihre Schnauze ist. Wie seltsam, dass ich so viele Schweine gegessen, nie aber eines gestreichelt habe.

Szenenwechsel. Ich bin von einer kleinen Gruppe von Tierschützer:innen in einen Schweinebetrieb mitgenommen worden. Ich betrete einen Raum mit einigen Schweinebuchten. Ein überwältigender Gestank nach Exkrementen umfängt mich. Bucht bedeutet hier ein Vollspaltenboden aus Beton, Wände aus Metall, ein Trog mit undefinierbarer, kotähnlicher Substanz und – kein Platz. Zwischen den vielen Schweinen ist der Boden kaum auszumachen, so dicht stehen sie. Ich steige über die Buchtenwand. Sofort werde ich neugierig von Schweinen umkreist, die Forschesten unter ihnen beginnen an meinem Hosenbein zu zupfen.

Ich setze mich auf den Boden, mitten unter die Tiere. Er ist steinhart, keine Einstreu, kein Geruch von Stroh. Da erst, im Halbdunkel, sehe ich, dass überall kleine Käfer und Kakerlaken herum krabbeln und alles mit Fliegen übersät ist. Zwischen den Spalten kann ich mit dem Finger einen flüssigen Kotsee berühren. Wie ich den Finger heraus ziehe, erschrecke ich. Fünf weiße Güllewürmer hängen daran, die, als ich sie abschüttle, über den Boden auf den nächsten Schweinekörper kriechen.

Der Gestank ist kaum zu ertragen, das Atmen kratzt im Rachen. Neben mir husten die Schweine und ich huste mit. In der großen Enge stößt ständig ein Körper an mir an. Nach kürzester Zeit bin ich voller Kot. Da beißt mich ein Schwein in den Fuß. Ich springe auf, rücke weg, versuche das Tier mit dem Fuß auf Distanz zu halten. Da erst sehe ich, dass jedes Tier neben mir Biss- und Kratzwunden hat. Ich bin also nicht der einzige, der hier gebissen wird.

Warum ist hier die Luft so schlecht, frage ich mich. Zwar dröhnt an der Decke ein Ventilationssystem, dessen Rohre, wie ich gerade merke, völlig mit Staub und Spinnweben überzogen sind, doch mit den Ausscheidungen der vielen Tiere hier kann das nicht mithalten. Und Fenster? Fehlanzeige. Es gibt zwar zwei, doch die sind ebenfalls mit einer dicken Staubschicht bedeckt und durch Karton abgedunkelt. Keine frische Luft, kein Blick auf eine Welt außerhalb dieser Spaltenböden und Metallwände.

Wie fühlt sich ein Schwein hier, tagaus tagein? Was macht es den ganzen Tag? In der Bucht gegenüber liegt ein aufgedunsener, unbeweglicher Körper. Ein Schwein, das es schon hinter sich hat. Nach nur einer Stunde in dieser Bucht schmerzen meine Gelenke. Ich weiß nicht mehr, wie ich sitzen soll, ohne dass meine Beine taub werden. An Schlaf ist sowieso nicht zu denken, allein schon, weil mich ständig Schweine zu beißen versuchen.

Doch im Gegensatz zu den Schweinen darf ich wieder in die Außenwelt zurück. Die Eindrücke sind für mich Grund genug, mit dem Fleischessen aufzuhören. Aus Sicht der Tiere ist das eine klare Entscheidung. Und diese Sicht der Betroffenen scheint mir in diesem Zusammenhang die relevanteste zu sein.

Bluttest: 31 Jahre vegan

Alle Jahre wieder veröffentliche ich meinen Bluttest. Und alle Jahre wieder schreiben mir einige wohlmeinende Leute, ich solle nicht mein Persönlichstes preisgeben. Und alle Jahre wieder denke ich, es gibt nicht viele Menschen, die so lange wie ich vegan leben in Österreich, und daher habe ich auch eine gewisse Verantwortung, darzulegen, wie es Langzeitveganer:innen geht. So auch dieses Jahr.

Die meisten Werte, die da stehen, sagen mir nichts. Jedenfalls sind mein Vitamin B12 und mein Vitamin D gut, ebenso mein Zink und mein Eisen. Mein Cholesterin ist ok und meine Harnsäure ist, wie immer, ziemlich hoch. Ach ja, ich sollte noch sagen, dass ich zwar nüchtern zum Blut Abnehmen gegangen bin, aber gedankenverloren ein Pfefferminzzuckerl bei der Anreise gelutscht habe. Das sieht man am momentanen Blutzuckerwert. Aber der Langzeitzucker ist ok.

Here goes:

Unsere Kinder sind von Natur aus vegan

Was wird nicht alles versucht, um vegane Eltern davon abzuhalten, ihre Kinder auch vegan zu ernähren! Das sei ungesund oder gar gefährlich, wird behauptet, obwohl das die statistischen Daten nicht hergeben. Wo sind die vielen todkranken veganen Kinder? Mein Eindruck bisher mit meiner veganen Tochter ist, dass die vegane Kinderernährung sehr einfach ist, wenn man darauf achtet, dass sie auch energiedichte Nahrung bekommen und die Versorgung mit Kalzium, Vitamin D und Vitamin B12 gesichert ist. Doch mehr davon an anderer Stelle.

Neben dem Vorwurf der Mangelernährung gibt es auch den Vorwurf, das Kind zum Veganismus zwingen zu wollen. Solle es doch selbst entscheiden und das essen, was es essen will. Nun, zunächst ist klar, dass wir unseren Kindern ja selbst das Essen geben und daher schon einmal für sie entscheiden müssen. Aber um voll selbstverantwortlich etwas zu entscheiden, muss man die vollen Informationen haben und auch in der Lage sein, ausreichend zu reflektieren. Man könnte dem Kind ja auch ein Gift in die Nahrung mischen und dann sagen, selbst schuld, hat es ja freiwillig gegessen. Das geht offensichtlich nicht. Daher muss das Kind voll informiert werden, und wenn es dazu noch zu klein ist, dann muss man für das Kind entscheiden. Also, was würde ein Kind wählen, wenn es wirklich wüsste, was Fleisch bedeutet?

Kürzlich bin ich mit meiner Tochter von unserem täglichen Waldspaziergang auf eine Lichtung in der Nähe unserer Hütte gekommen, wo sie eine tote Maus auf dem Boden gesehen hat. Sie war total entsetzt. Ich habe gleich versucht, sie abzulenken, aber das war nicht mehr möglich. Sie blieb erschüttert neben dem toten Körper stehen und wiederholte immer wieder „Biep, biep!“, ihre Bezeichnung für Maus. Noch wochenlang blieb sie an der Stelle, an der die Maus gelegen hatte, stehen und sagte traurig und in Gedanken versunken „biep!, biep!“. Könnte ein solches Wesen ernsthaft wollen, dass man ein Schwein, ein Rind oder ein Huhn tötet, um ihm Tier- statt Sojaschnitzel zu essen zu geben?

Wir spielen in der Sandkiste. Plötzlich ein Schrei. Meine Tochter zeigt auf eine Ameise und besteht darauf, dass sie aus der Sandkiste gerettet wird (siehe Bild). Ähnlich ist es mit Regenwürmern und Schnecken auf der Straße. Es ist offensichtlich: sie sorgt sich um jedes Tier.

Dann, ein weiterer für mich erschütternder Augenblick. Meine Tochter sieht erstmals im Leben ein Kreuz mit einer Jesusfigur darauf. Sie ist entsetzt und erschüttert. „Aua!, Aua!“, sagt sie voller Mitleid. Wieder kann man sie kaum dazu bewegen, weiter zu gehen. Es ist schwer, ihr in einer Weise die Hintergründe zu erklären, ohne ihr die unbeschwerte Fröhlichkeit zu nehmen. Ist es eigentlich notwendig, Kreuze mit angenagelten Menschenfiguren öffentlich für alle Kinder ersichtlich aufzustellen?

Kinder sind sehr empathische Wesen, wenn man sie auf Leid aufmerksam macht und ihnen hilft, sich in andere hinein zu versetzen. Sie wollen definitiv nicht, dass andere leiden, egal ob Menschen oder Tiere. Sie haben auch die tiefe Überzeugung, dass Menschen und Tiere gleich sind.

Würde ich mich mit einem lebenden Kaninchen und einem Messer vor meine Tochter stellen, und sie fragen, ob ich dieses Messer in das Tier rammen soll, damit wir es nachher essen, wäre sie nicht nur vollkommen entsetzt, sie würde vermutlich auch ihr Urvertrauen in mich verlieren. Und zurecht. Wie kann ich sie dann hineinlegen, und jemanden anderen diesen Messerstich ausführen lassen, sodass sie es nicht merkt? Egal ob Kaninchen oder Schaf, Schwein oder Rind, Huhn oder Ziege. Zu allen diesen Tieren fühlt sie sich stark hingezogen, streichelt sie, setzt sich zu ihnen und möchte sie auch immer wieder besuchen. So ein Tier vor den Augen meiner Tochter zu töten wäre ein schrecklicher Anschlag auf ihr Seelenheil – vom Anschlag auf das Tierleben ganz zu schweigen. Und dasselbe hinter ihrem Rücken als Fleischkonsument für sie in Auftrag zu geben, wäre auch nicht besser. Ich möchte meine Tochter nicht belügen.

Folgt daraus nicht unmittelbar, dass insbesondere meine Tochter, wie vermutlich auch alle anderen Kinder, von Natur aus vegan ist?

Nicolas Vanier, ein französischer Abenteurer, schildert in seinem Buch „Das Schneekind“ voll stolz, wie seine Tochter bis zu den Knöcheln im Blut eines eben von ihm getöteten Elches watet, ohne auch nur die geringste empathische Neigung zu zeigen. Stolz ist er darauf! Und nicht minder stolz ist Maximilian Mayr-Melnhof, wenn er im Buch „Tolle Zeiten & Große Jäger“ schildert, dass sich seine Tochter zum 10. Geburtstag den Abschuss eines Hasen wünscht.

Es ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar, wie man darauf stolz sein kann, die eigentlich empathische Seele der eigenen Kinder gebrochen zu haben. Auch diese beiden Mädchen waren mit Sicherheit ursprünglich tierlieb und wollten keinem Wesen etwas zuleide tun. Das wurde ihnen offenbar ausgetrieben. Ich weiß ja nicht, wie diese beiden Väter ihren Standpunkt begründen, aber ich könnte mir vorstellen, dass jemand argumentiert, dass Mitgefühl mit Tieren naturwidrig wäre, weil man ja Tiere töten müsse, und sie sich in der Natur auch gegenseitig töten würden. Und deshalb solle ein Kind nicht „zu viel“ Mitgefühl mit Tieren haben. Ansonsten wäre es verweichlicht und in der Natur nicht überlebensfähig.

Dem halte ich entgegen, dass man eben keine Tiere töten muss. Beide Väter im obigen Beispiel töten völlig unnötig. Für beide ist das Töten lediglich Teil ihrer Lebenseinstellung, aber bei weitem keine Notwendigkeit. Und selbst wenn es notwendig ist, zum Beispiel in Notwehr, sollte man dabei mitfühlen und mitleiden. Zu viel Mitgefühl gibt es nicht. Auch nicht für Tiere, die von anderen Tieren getötet werden.

Wie schön und lebenswert wäre unsere Gesellschaft, wenn alle Kinder ohne Töten aufwachsen könnten, und ohne dass für sie hinter ihrem Rücken getötet wird. Wenn ihr Mitgefühl nie vorsätzlich betäubt wird, und ihre empfindsame Seele vergewaltigt. Wenn sie nie abstumpfen müssen, um ihren Eltern, ihrer sozialen Umgebung und nicht zuletzt auch sich selbst in die Augen schauen zu können, wenn sie drauf kommen, dass sie jahrelang tote Tiere gegessen haben und für den grausamen Tod dieser Tiere verantwortlich sind!

Buchrezension: „Wildkräuter Outdoor Küche für Kinder“, Freya Verlag

In der Natur mit Kindern und vegan – eine Kombination so ganz nach meinem Geschmack. Unsere Kinder bestimmen die Zukunft unserer Gesellschaft, und da insbesondere, wie mit der Natur und den Tieren umgegangen wird. Deshalb halte ich es für sehr wichtig, mit den eigenen Kindern sehr häufig draußen in möglichst unberührter Natur zu sein. Damit meine ich nicht, in den Bergen von einem Gipfel zum nächsten zu rasen, sondern einfach draußen sein, der Natur zuhören, sie ansehen und alles auf sich wirken lassen. Am besten geht das natürlich, wenn man gleich über Nacht draußen bleibt.

Nur leider wird immer noch ein naturnahes Leben mit dem Jagen und Töten von Tieren verbunden. Die Natur sei nun einmal hart, dort gelte das Recht des Stärkeren. Der Abenteurer Nicolas Vanier berichtet stolz, dass er seine 1 ½ jährige Tochter dazu gebracht hat, bis zum Knöchel im Blut eines Elchs zu stehen, den er selbst geschossen hat, ohne sich unwohl zu fühlen. Und Gatterjägermeister Mayr-Melnhof freut sich darüber, dass sich seine Tochter zum 10. Geburtstag den Abschuss eines Hasen wünscht. Wie schön wäre aber die Gesellschaft, wenn unsere Kinder stattdessen die rückhaltlose Liebe zu den Tieren lernen würden. Wenn sie sie zu achten und zu respektieren lernen, und sie zu schützen, nicht zu töten! Könnten wir so nicht eine ganz andere Welt schaffen?

Dieses Buch zweier Schwestern, Jennifer Frank-Schagerl und Corinna Frank, Erlebnis- und Kräuterpädagoginnen, ist ein Schritt in diese Richtung. Es verbindet das Outdoorabenteuer zwanglos mit einem veganen Grillessen am Lagerfeuer, noch dazu mit von den Kindern selbst gesammelten Pflanzen. 15 Kräuter werden vorgeschlagen, die sich dadurch auszeichnen, dass es sie fast überall gibt und dass man sie kaum mit Giftpflanzen verwechseln kann. Tatsächlich wachsen alle diese Pflanzen bei mir in der Obersteiermark ums Haus. Und sie schmecken!

Dazu gibt es in diesem Buch 36 Rezepte, wie diese Pflanzen leicht und rasch am Lagerfeuer zu einem leckeren Essen zubereitet werden können. Diese reichen von einem mit Kräutern garnierten Steckerlbrot, über Haferflocken-Brennessel-Suppe oder Hirtentäschel-Bohnen-Nuggets, bis zu Süßigkeiten wie heiße Gundelreben-Schokolade. Die Ideen sind dabei so simpel, dass sie leicht umsetzbar sind. Gleichzeitig wirken sie geschmacklich so interessant, dass ich einige mit meiner Tochter ausprobieren werde. Abgesehen davon hat das Buch ein kinderverträgliches, lustiges Layout.

Die Natur kann Kindern sehr viel geben, fürs ganze Leben. Doch wir wollen keine Blutspur hinterlassen, nicht Angst und Schrecken unter den Tieren verbreiten, sondern bescheiden und respektvoll staunen. Dieses Buch kann dabei helfen, das Naturerlebnis mit unseren Kindern in diese Richtung zu lenken.

Bluttest nach 30 Jahren vegan!

Ich habe kürzlich den „30. Vegangeburtstag“ überschritten. Ich bin im Jahr 1989 vegan geworden. Ein guter Anlass, wieder einmal mein Blut testen zu lassen. Heißt es doch mancherorts, vegan zu leben sei so ungesund. Aber es leben doch so viele vegan, und die fallen nicht alle tot um? Jaja, heißt es dann, aber die Langzeitfolgen. Die sind unabsehbar. Also, schauen wir uns die Langzeitfolgen einmal an.

Also: nach 30 Jahren habe ich zu viel (!) Eisen im Blut. Und ein kleines bisschen zu wenig Vitamin D (im Herbst), wie im Übrigen fast alle Menschen. Ansonsten ist alles unauffällig.

Wie war das noch einmal mit den Langzeitfolgen? Wie lange muss ich noch auf die warten?

Jahrzehntelang vegane Selbstversorgung in der Sibirischen Taiga

Sich in unseren Breiten vegan selbst zu versorgen, bedarf sicherlich einigen Wissens. So einfach ist es nicht. Aber geht es überhaupt? Ich stieß auf ein interessantes Beispiel aus der Sibirischen Taiga, also einer deutlich unwirtlicheren Gegend als dem mitteleuropäischen Wald, wo das Thermometer im Winter monatelang -30° C anzeigt und die Bäume nur 20 cm dick werden. Wassili Peskow hat darüber ein wissenschaftliches Buch geschrieben: „Die Vergessenen der Taiga“. Sämtliche der folgenden Informationen stammen von ihm.

(mehr …)

Alle Jahre wieder: mein Bluttest, nach mittlerweile 29 (!) veganen Jahren

Ich lebe seit 1989 vegan. Und zwar strikt vegan, ich esse nicht einmal Honig. Und ich achte natürlich darauf, dass sich keine Tierprodukte in die Fertignahrung eingeschlichen haben, die ich konsumiere. Abgesehen davon kümmere ich mich praktisch gar nicht darum, was ich esse. Ich zähle keine Proteine, mische keine Proteinquellen und achte auch sonst nicht auf irgendwelche Inhaltsstoffe. Das Einzige, was ich diesbezüglich tue, ist auf eine Vitamin B12 haltige Zahncreme zurück zu greifen.

(mehr …)

Feminismuskritik in der Veganen Gesellschaft UK anno 1993

Ein weiterer historischer Brief, der mir in meiner Buchrecherche untergekommen ist. Diesmal geht es darum, dass ich 1993 gerade Mitglied in der Veganen Gesellschaft in England werden wollte, aber im neuen „The Vegan“ ein Artikel von der neuen Obfrau der Veganen Gesellschaft erschien, der Männer total runtermacht. Der Brief wendet sich an die Chefredaktion der Zeitschrift. Man sieht, auch diese Problematik ist bereits sehr alt. Jedenfalls unterstreicht das für mich deutlich, dass es einen Unterschied zwischen Feminismus und Gendergleichberechtigung gibt. Es erstaunt mich schon, dass man derart offensichtlich sexistisch sein kann, aber es total sozialadäquat ist, solange es sich gegen Männer richtet.

(mehr …)

„Gemüseheilige“ – Eine Geschichte des veganen Lebens in Deutschland

Da gibt es schon wieder eine neue Fleischalternative, dort endlich auch vegane Daunen, hier sogar besonders tolles veganes Leder. Wenn man so im Veggieboom lebt, möchte man meinen, die vegane Welt wird gerade erfunden. Insbesondere junge Menschen, die sich der Bewegung anschließen und ihre ersten veganen Flugblätter verteilen, denken sich meiner Erfahrung nach oft, dass diese Bewegung mit ihren Innovationen funkelnagelneu ist – und deshalb bald eine neue Zeit anbricht. Ist aber nicht so. Vegane Fleisch-, Daunen, Leder-, Butter-, Milch- und sonstige -alternativen gibt es schon seit ewiger Zeit. Da ist gar nichts neu. Vielmehr wirkt das eher nach Hamsterrad: alle 100 Jahre flammt der vegane Gedanke neu auf, entwickelt sich, als hätte es ihn nie gegeben, und stirbt dann wieder, um wie Phönix aus der Asche später neu zu entstehen.

(mehr …)

28 Jahre vegan: meine neuesten Blutwerte

Alle Jahre wieder: hier meine neuesten Blutwerte. Interessant nur, weil ich nunmehr seit 28 Jahren (seit 1989) vegan lebe. Es soll ja noch immer Menschen geben, die behaupten, vegan würde zu Mangelerscheinungen führen. Ich bin der lebende Gegenbeweis. Obwohl, man könnte einwenden, dass es 2 Mankos in diesen Blutwerten gibt. Erstens schlägt ein Eisenwert knapp über die Stränge. Aber laut Arzt mache das gar nichts aus, wenn die Ferritin und Transferrin Werte stimmen, was der Fall ist. Und zweitens das Vitamin D, bei mir Jahr für Jahr zu gering. Die Blutabnahme für diesen Test hat allerdings vor meiner wochenlangen Wanderung durch die Südkarpaten stattgefunden. Der Vitamin D Wert (ich supplementiere nicht) spiegelt eben das viele Sitzen im Büro vor dem Computer wider. Abgesehen davon zeigt es keinen Mangel, sondern eine „unzureichende Versorgung“, und das auch nur knapp. Ansonsten jedenfalls dürften die Werte sehr gut sein – zum Glück auch jene Marker, die einen Krebs anzeigen. Und natürlich Cholesterin.

(mehr …)