Veg#ismus

Unsere Kinder sind von Natur aus vegan

Was wird nicht alles versucht, um vegane Eltern davon abzuhalten, ihre Kinder auch vegan zu ernähren! Das sei ungesund oder gar gefährlich, wird behauptet, obwohl das die statistischen Daten nicht hergeben. Wo sind die vielen todkranken veganen Kinder? Mein Eindruck bisher mit meiner veganen Tochter ist, dass die vegane Kinderernährung sehr einfach ist, wenn man darauf achtet, dass sie auch energiedichte Nahrung bekommen und die Versorgung mit Kalzium, Vitamin D und Vitamin B12 gesichert ist. Doch mehr davon an anderer Stelle.

Neben dem Vorwurf der Mangelernährung gibt es auch den Vorwurf, das Kind zum Veganismus zwingen zu wollen. Solle es doch selbst entscheiden und das essen, was es essen will. Nun, zunächst ist klar, dass wir unseren Kindern ja selbst das Essen geben und daher schon einmal für sie entscheiden müssen. Aber um voll selbstverantwortlich etwas zu entscheiden, muss man die vollen Informationen haben und auch in der Lage sein, ausreichend zu reflektieren. Man könnte dem Kind ja auch ein Gift in die Nahrung mischen und dann sagen, selbst schuld, hat es ja freiwillig gegessen. Das geht offensichtlich nicht. Daher muss das Kind voll informiert werden, und wenn es dazu noch zu klein ist, dann muss man für das Kind entscheiden. Also, was würde ein Kind wählen, wenn es wirklich wüsste, was Fleisch bedeutet?

Kürzlich bin ich mit meiner Tochter von unserem täglichen Waldspaziergang auf eine Lichtung in der Nähe unserer Hütte gekommen, wo sie eine tote Maus auf dem Boden gesehen hat. Sie war total entsetzt. Ich habe gleich versucht, sie abzulenken, aber das war nicht mehr möglich. Sie blieb erschüttert neben dem toten Körper stehen und wiederholte immer wieder „Biep, biep!“, ihre Bezeichnung für Maus. Noch wochenlang blieb sie an der Stelle, an der die Maus gelegen hatte, stehen und sagte traurig und in Gedanken versunken „biep!, biep!“. Könnte ein solches Wesen ernsthaft wollen, dass man ein Schwein, ein Rind oder ein Huhn tötet, um ihm Tier- statt Sojaschnitzel zu essen zu geben?

Wir spielen in der Sandkiste. Plötzlich ein Schrei. Meine Tochter zeigt auf eine Ameise und besteht darauf, dass sie aus der Sandkiste gerettet wird (siehe Bild). Ähnlich ist es mit Regenwürmern und Schnecken auf der Straße. Es ist offensichtlich: sie sorgt sich um jedes Tier.

Dann, ein weiterer für mich erschütternder Augenblick. Meine Tochter sieht erstmals im Leben ein Kreuz mit einer Jesusfigur darauf. Sie ist entsetzt und erschüttert. „Aua!, Aua!“, sagt sie voller Mitleid. Wieder kann man sie kaum dazu bewegen, weiter zu gehen. Es ist schwer, ihr in einer Weise die Hintergründe zu erklären, ohne ihr die unbeschwerte Fröhlichkeit zu nehmen. Ist es eigentlich notwendig, Kreuze mit angenagelten Menschenfiguren öffentlich für alle Kinder ersichtlich aufzustellen?

Kinder sind sehr empathische Wesen, wenn man sie auf Leid aufmerksam macht und ihnen hilft, sich in andere hinein zu versetzen. Sie wollen definitiv nicht, dass andere leiden, egal ob Menschen oder Tiere. Sie haben auch die tiefe Überzeugung, dass Menschen und Tiere gleich sind.

Würde ich mich mit einem lebenden Kaninchen und einem Messer vor meine Tochter stellen, und sie fragen, ob ich dieses Messer in das Tier rammen soll, damit wir es nachher essen, wäre sie nicht nur vollkommen entsetzt, sie würde vermutlich auch ihr Urvertrauen in mich verlieren. Und zurecht. Wie kann ich sie dann hineinlegen, und jemanden anderen diesen Messerstich ausführen lassen, sodass sie es nicht merkt? Egal ob Kaninchen oder Schaf, Schwein oder Rind, Huhn oder Ziege. Zu allen diesen Tieren fühlt sie sich stark hingezogen, streichelt sie, setzt sich zu ihnen und möchte sie auch immer wieder besuchen. So ein Tier vor den Augen meiner Tochter zu töten wäre ein schrecklicher Anschlag auf ihr Seelenheil – vom Anschlag auf das Tierleben ganz zu schweigen. Und dasselbe hinter ihrem Rücken als Fleischkonsument für sie in Auftrag zu geben, wäre auch nicht besser. Ich möchte meine Tochter nicht belügen.

Folgt daraus nicht unmittelbar, dass insbesondere meine Tochter, wie vermutlich auch alle anderen Kinder, von Natur aus vegan ist?

Nicolas Vanier, ein französischer Abenteurer, schildert in seinem Buch „Das Schneekind“ voll stolz, wie seine Tochter bis zu den Knöcheln im Blut eines eben von ihm getöteten Elches watet, ohne auch nur die geringste empathische Neigung zu zeigen. Stolz ist er darauf! Und nicht minder stolz ist Maximilian Mayr-Melnhof, wenn er im Buch „Tolle Zeiten & Große Jäger“ schildert, dass sich seine Tochter zum 10. Geburtstag den Abschuss eines Hasen wünscht.

Es ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar, wie man darauf stolz sein kann, die eigentlich empathische Seele der eigenen Kinder gebrochen zu haben. Auch diese beiden Mädchen waren mit Sicherheit ursprünglich tierlieb und wollten keinem Wesen etwas zuleide tun. Das wurde ihnen offenbar ausgetrieben. Ich weiß ja nicht, wie diese beiden Väter ihren Standpunkt begründen, aber ich könnte mir vorstellen, dass jemand argumentiert, dass Mitgefühl mit Tieren naturwidrig wäre, weil man ja Tiere töten müsse, und sie sich in der Natur auch gegenseitig töten würden. Und deshalb solle ein Kind nicht „zu viel“ Mitgefühl mit Tieren haben. Ansonsten wäre es verweichlicht und in der Natur nicht überlebensfähig.

Dem halte ich entgegen, dass man eben keine Tiere töten muss. Beide Väter im obigen Beispiel töten völlig unnötig. Für beide ist das Töten lediglich Teil ihrer Lebenseinstellung, aber bei weitem keine Notwendigkeit. Und selbst wenn es notwendig ist, zum Beispiel in Notwehr, sollte man dabei mitfühlen und mitleiden. Zu viel Mitgefühl gibt es nicht. Auch nicht für Tiere, die von anderen Tieren getötet werden.

Wie schön und lebenswert wäre unsere Gesellschaft, wenn alle Kinder ohne Töten aufwachsen könnten, und ohne dass für sie hinter ihrem Rücken getötet wird. Wenn ihr Mitgefühl nie vorsätzlich betäubt wird, und ihre empfindsame Seele vergewaltigt. Wenn sie nie abstumpfen müssen, um ihren Eltern, ihrer sozialen Umgebung und nicht zuletzt auch sich selbst in die Augen schauen zu können, wenn sie drauf kommen, dass sie jahrelang tote Tiere gegessen haben und für den grausamen Tod dieser Tiere verantwortlich sind!

Buchrezension: „Wildkräuter Outdoor Küche für Kinder“, Freya Verlag

In der Natur mit Kindern und vegan – eine Kombination so ganz nach meinem Geschmack. Unsere Kinder bestimmen die Zukunft unserer Gesellschaft, und da insbesondere, wie mit der Natur und den Tieren umgegangen wird. Deshalb halte ich es für sehr wichtig, mit den eigenen Kindern sehr häufig draußen in möglichst unberührter Natur zu sein. Damit meine ich nicht, in den Bergen von einem Gipfel zum nächsten zu rasen, sondern einfach draußen sein, der Natur zuhören, sie ansehen und alles auf sich wirken lassen. Am besten geht das natürlich, wenn man gleich über Nacht draußen bleibt.

Nur leider wird immer noch ein naturnahes Leben mit dem Jagen und Töten von Tieren verbunden. Die Natur sei nun einmal hart, dort gelte das Recht des Stärkeren. Der Abenteurer Nicolas Vanier berichtet stolz, dass er seine 1 ½ jährige Tochter dazu gebracht hat, bis zum Knöchel im Blut eines Elchs zu stehen, den er selbst geschossen hat, ohne sich unwohl zu fühlen. Und Gatterjägermeister Mayr-Melnhof freut sich darüber, dass sich seine Tochter zum 10. Geburtstag den Abschuss eines Hasen wünscht. Wie schön wäre aber die Gesellschaft, wenn unsere Kinder stattdessen die rückhaltlose Liebe zu den Tieren lernen würden. Wenn sie sie zu achten und zu respektieren lernen, und sie zu schützen, nicht zu töten! Könnten wir so nicht eine ganz andere Welt schaffen?

Dieses Buch zweier Schwestern, Jennifer Frank-Schagerl und Corinna Frank, Erlebnis- und Kräuterpädagoginnen, ist ein Schritt in diese Richtung. Es verbindet das Outdoorabenteuer zwanglos mit einem veganen Grillessen am Lagerfeuer, noch dazu mit von den Kindern selbst gesammelten Pflanzen. 15 Kräuter werden vorgeschlagen, die sich dadurch auszeichnen, dass es sie fast überall gibt und dass man sie kaum mit Giftpflanzen verwechseln kann. Tatsächlich wachsen alle diese Pflanzen bei mir in der Obersteiermark ums Haus. Und sie schmecken!

Dazu gibt es in diesem Buch 36 Rezepte, wie diese Pflanzen leicht und rasch am Lagerfeuer zu einem leckeren Essen zubereitet werden können. Diese reichen von einem mit Kräutern garnierten Steckerlbrot, über Haferflocken-Brennessel-Suppe oder Hirtentäschel-Bohnen-Nuggets, bis zu Süßigkeiten wie heiße Gundelreben-Schokolade. Die Ideen sind dabei so simpel, dass sie leicht umsetzbar sind. Gleichzeitig wirken sie geschmacklich so interessant, dass ich einige mit meiner Tochter ausprobieren werde. Abgesehen davon hat das Buch ein kinderverträgliches, lustiges Layout.

Die Natur kann Kindern sehr viel geben, fürs ganze Leben. Doch wir wollen keine Blutspur hinterlassen, nicht Angst und Schrecken unter den Tieren verbreiten, sondern bescheiden und respektvoll staunen. Dieses Buch kann dabei helfen, das Naturerlebnis mit unseren Kindern in diese Richtung zu lenken.

Bluttest nach 30 Jahren vegan!

Ich habe kürzlich den „30. Vegangeburtstag“ überschritten. Ich bin im Jahr 1989 vegan geworden. Ein guter Anlass, wieder einmal mein Blut testen zu lassen. Heißt es doch mancherorts, vegan zu leben sei so ungesund. Aber es leben doch so viele vegan, und die fallen nicht alle tot um? Jaja, heißt es dann, aber die Langzeitfolgen. Die sind unabsehbar. Also, schauen wir uns die Langzeitfolgen einmal an.

Also: nach 30 Jahren habe ich zu viel (!) Eisen im Blut. Und ein kleines bisschen zu wenig Vitamin D (im Herbst), wie im Übrigen fast alle Menschen. Ansonsten ist alles unauffällig.

Wie war das noch einmal mit den Langzeitfolgen? Wie lange muss ich noch auf die warten?

Jahrzehntelang vegane Selbstversorgung in der Sibirischen Taiga

Sich in unseren Breiten vegan selbst zu versorgen, bedarf sicherlich einigen Wissens. So einfach ist es nicht. Aber geht es überhaupt? Ich stieß auf ein interessantes Beispiel aus der Sibirischen Taiga, also einer deutlich unwirtlicheren Gegend als dem mitteleuropäischen Wald, wo das Thermometer im Winter monatelang -30° C anzeigt und die Bäume nur 20 cm dick werden. Wassili Peskow hat darüber ein wissenschaftliches Buch geschrieben: „Die Vergessenen der Taiga“. Sämtliche der folgenden Informationen stammen von ihm.

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Alle Jahre wieder: mein Bluttest, nach mittlerweile 29 (!) veganen Jahren

Ich lebe seit 1989 vegan. Und zwar strikt vegan, ich esse nicht einmal Honig. Und ich achte natürlich darauf, dass sich keine Tierprodukte in die Fertignahrung eingeschlichen haben, die ich konsumiere. Abgesehen davon kümmere ich mich praktisch gar nicht darum, was ich esse. Ich zähle keine Proteine, mische keine Proteinquellen und achte auch sonst nicht auf irgendwelche Inhaltsstoffe. Das Einzige, was ich diesbezüglich tue, ist auf eine Vitamin B12 haltige Zahncreme zurück zu greifen.

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Feminismuskritik in der Veganen Gesellschaft UK anno 1993

Ein weiterer historischer Brief, der mir in meiner Buchrecherche untergekommen ist. Diesmal geht es darum, dass ich 1993 gerade Mitglied in der Veganen Gesellschaft in England werden wollte, aber im neuen „The Vegan“ ein Artikel von der neuen Obfrau der Veganen Gesellschaft erschien, der Männer total runtermacht. Der Brief wendet sich an die Chefredaktion der Zeitschrift. Man sieht, auch diese Problematik ist bereits sehr alt. Jedenfalls unterstreicht das für mich deutlich, dass es einen Unterschied zwischen Feminismus und Gendergleichberechtigung gibt. Es erstaunt mich schon, dass man derart offensichtlich sexistisch sein kann, aber es total sozialadäquat ist, solange es sich gegen Männer richtet.

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„Gemüseheilige“ – Eine Geschichte des veganen Lebens in Deutschland

Da gibt es schon wieder eine neue Fleischalternative, dort endlich auch vegane Daunen, hier sogar besonders tolles veganes Leder. Wenn man so im Veggieboom lebt, möchte man meinen, die vegane Welt wird gerade erfunden. Insbesondere junge Menschen, die sich der Bewegung anschließen und ihre ersten veganen Flugblätter verteilen, denken sich meiner Erfahrung nach oft, dass diese Bewegung mit ihren Innovationen funkelnagelneu ist – und deshalb bald eine neue Zeit anbricht. Ist aber nicht so. Vegane Fleisch-, Daunen, Leder-, Butter-, Milch- und sonstige -alternativen gibt es schon seit ewiger Zeit. Da ist gar nichts neu. Vielmehr wirkt das eher nach Hamsterrad: alle 100 Jahre flammt der vegane Gedanke neu auf, entwickelt sich, als hätte es ihn nie gegeben, und stirbt dann wieder, um wie Phönix aus der Asche später neu zu entstehen.

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28 Jahre vegan: meine neuesten Blutwerte

Alle Jahre wieder: hier meine neuesten Blutwerte. Interessant nur, weil ich nunmehr seit 28 Jahren (seit 1989) vegan lebe. Es soll ja noch immer Menschen geben, die behaupten, vegan würde zu Mangelerscheinungen führen. Ich bin der lebende Gegenbeweis. Obwohl, man könnte einwenden, dass es 2 Mankos in diesen Blutwerten gibt. Erstens schlägt ein Eisenwert knapp über die Stränge. Aber laut Arzt mache das gar nichts aus, wenn die Ferritin und Transferrin Werte stimmen, was der Fall ist. Und zweitens das Vitamin D, bei mir Jahr für Jahr zu gering. Die Blutabnahme für diesen Test hat allerdings vor meiner wochenlangen Wanderung durch die Südkarpaten stattgefunden. Der Vitamin D Wert (ich supplementiere nicht) spiegelt eben das viele Sitzen im Büro vor dem Computer wider. Abgesehen davon zeigt es keinen Mangel, sondern eine „unzureichende Versorgung“, und das auch nur knapp. Ansonsten jedenfalls dürften die Werte sehr gut sein – zum Glück auch jene Marker, die einen Krebs anzeigen. Und natürlich Cholesterin.

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Steinzeiternährung (Paleo-Diät): Vegan, mit ein bisschen Fleisch als Beilage

Seit David Hume stimmen wir überein, dass aus dem (natürlichen) Sein nicht geschlossen werden kann, was sein soll, weil es sich dabei um den sogenannten naturalistischen Fehlschluss handelt. Nur, weil Steinzeitmenschen Fleisch gegessen haben, ist es für uns heute nicht zwingend ethisch ok, das ebenso zu tun. Und dennoch ist es auch ethisch nicht ganz unwichtig, was unsere VorfahrInnen gegessen haben, denn höchstwahrscheinlich ist unser Körper daran evolutionär adaptiert und man sollte vermutlich niemanden zwingen, etwas nicht zu essen, was er unbedingt zum Überleben braucht. Abgesehen davon ist es immer eine lustige Diskussion, wenn FleischesserInnen sich auf die Steinzeit – und die Löwen! – rauszureden versuchen.

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Laut New Scientist stinken Tierprodukt-EsserInnen, ob Mensch oder Hund

Wer im Zoo oder bei anderen Tiergehegen den Geruch von Fäkalien carnivorer Spezies mit jenem von herbivoren vergleicht, kommt nicht umhin, einen deutlichen Unterschied zu bemerken. Der carnivore Kot riecht scharf und wirkt viel abstoßender, als der herbivore. Trifft das auch auf menschlichen Kot von Personen zu, die entweder fleischbasiert oder vegan leben? Bei Fragen wie dieser, die ideologisch ziemlich aufgeladen sind, ist es immer am Besten, man orientiert sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen. Und zu meiner Überraschung hat das New Scientist vor einigen Monaten von einem Forschungsergebnis zu genau dieser Frage berichtet, siehe oben.

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