Alternativen zu Tierversuchen

Tierversuche: da ist Licht am Horizont

Die Situation für die in Tierversuchen verwendeten Wesen in Österreich ist seit vielen Jahren eine einzige Katastrophe. Unser so konstruktiver Versuch, den Genehmigungsprozess für Projektanträge mittels eines Kriterienkatalogs zu objektivieren, um wenigstens die sinnlosesten Tierversuche auszuschließen, war insofern erfolgreich, als dass das Tierversuchsgesetz jetzt einen solchen Katalog vorschreibt. Nur leider ist er vollkommen nutzlos, weil nach einem mehrjährigen Projekt dreier extra dafür angestellter Wissenschafter_innen zwar ein detaillierter Katalog von 110 Fragen mit objektiv numerischer Zuordnung entstanden ist, dieser aber mit dem lapidaren Argument, er würde die Freiheit der Wissenschaft einschränken, auf 9 Fragen, die noch dazu nur zur Anregung dienen, reduziert wurde. Faktum bleibt leider weiterhin, dass ausnahmslos jeder noch so sinnlose Tierversuch in Österreich genehmigt wird. Und Faktum bleibt weiterhin, dass für diese Genehmigungen keine Kommissionen gesetzlich vorgesehen sind, wie in anderen Ländern, sondern jeweils einzelne Beamt_innen der Bundesländer. Und Faktum ist noch dazu, dass in der gesamten Zeit der Existenz eines Tierversuchsgesetzes noch nie irgendjemand wegen einer Übertretung zum Schaden der Tiere bestraft wurde. Das ist die Situation in Österreich.

(mehr …)

Politische Strategie: Forschung zu Alternativen von Tierversuchen wird finanziell ausgetrocknet

Es gibt da so ein nettes Heftchen des Vereins „Tierschutz macht Schule“ zu Tierversuchen. Darin hupft „Rita 3R“ durch die Seiten und fordert „Her mit den 3R!“. Also refine: verfeinern, reduce: vermindern, replace: ersetzen. Hot Spot: Frag einen Forscher/eine Forscherin an der Universität/einer Pharmafirma/eines Labors: „Wie setzen Sie die 3R um?“. Ob das wohl irgendeine SchülerIn einmal gemacht hat? Also mir antwortet die Rektorin der VetUni Wien auf meine Fragen zu Tierversuchen jedenfalls nicht. Aber für jeden Tierversuch in Österreich muss man doch auf einer Webseite öffentlich dazu Stellung nehmen, auf welche Weise man im Rahmen des Tierversuchs die 3R beachtet hat. Sehr instruktive Antworten findet man da: „Das Projekt wurde im Hinblick auf Verminderung, Verbesserung geprüft; die komplette Vermeidung ist aufgrund der Komplexheit der Erkrankung und Therapie nicht möglich.“ Punkt. Aus. Soviel dazu. Es wurde bzgl. den 3R geprüft. Auf welche Weise, was alles versucht wurde usw. erfahren wir nicht. Da müssen wir uns auf das Ehrenwort der TierexperimentatorInnen verlassen.
(mehr …)