Bohrn-Mena

Bohrn-Mena will mit € 250.000 Image von Geflügelfabriken aufbessern!

Zuerst war Herr Bohrn-Mena zum VGT und anderen Tierschutzorganisationen gekommen und hat einen fünfstelligen Spendenbetrag an ihn verlangt, um Kooperationspartner seines Volksbegehrens zu werden. Bestimmen würde aber nur er. Als niemand darauf einstieg, verbreitete er plötzlich überall, er sei unabhängig von NGOs, dabei war sein Verein selbst eine. Gleichzeitig begann er den VGT als extremistisch und militant zu attackieren. Und er nahm von der Tierindustrie Geld, ja bot sich ihr sogar als Berater und Lobbyist an. Unfassbar, der Sprecher des Tierschutzvolksbegehrens in Wahrheit Berater und Lobbyist der konventionellen Tierindustrie. Eine höchst brisante Aufdeckung, die jetzt durch die Presse ans Tageslicht kam. Aber der Reihe nach.

Über die seltsamen Verhaltensweisen des Herrn Bohrn-Mena musste ich bereits mehrmals Fakten präsentieren: https://martinballuch.com/category/tierschutz/volksbegehren/ Einer dieser Fakten war, dass Bohrn-Mena von einer konventionellen Molkerei, der Salzburg Milch, für tausende Euro (kolportiert werden € 7.000) einen Werbefilm auf die Webseite des Tierschutzvolksbegehrens setzte. Tierschutz wirbt für konventionelle Kuhmilch inklusive Qualzucht etc.? Dann wurde Gourmetfein Hauptsponsor von Bohrn-Mena, wobei dieser Fleischverarbeiter ganz normales Schweinefleisch aus Vollspaltenbodenbetrieben verwendet, also die unterste Schublade der Tierindustrie. Auch das musste alle echten Tierschützer:innen bereits stutzig machen. Und tatsächlich versuchte Bohrn-Mena dann – als Sprecher des Tierschutzvolksbegehrens! – das Verbot des Vollspaltenbodens in der Schweinehaltung zu torpedieren. Am 29. Oktober 2020 schrieb er einen Leserbrief an die Bauernzeitung, in dem er nicht nur den VGT, sondern auch den Sprecher der Schweinebörse und den Salzburger Landtag kritisierte, weil sie für ein Verbot des Vollspaltenbodens eintreten würden. Das sei viel zu früh. Ganz im Sinn seines Geldgebers Gourmetfein und dessen Vollspaltenboden Zulieferbetriebe.

Zu dieser Zeit verstieg sich Bohrn-Mena in einem Interview sogar zu der Aussage, es gäbe keine Massentierhaltung in Österreich:

Kaum hat die Massentierhaltung Bohrn-Mena kein Geld mehr überwiesen, tritt er plötzlich ganz anders auf. Kürzlich verkündete er:

Also einmal gibt es keine Massentierhaltung in Österreich, wenn ein Massentierhalter sponsert. Kaum versiegt diese Geldquelle, gibt es wieder Massentierhaltung in Österreich und es wird sogar sein Hauptziel, diese zu bekämpfen, vermutlich mit der Hoffnung, so wiederum mehr Spenden zu lukrieren. Das erinnert an Bohrn-Menas Auftritt als Tierschutzsprecher der Partei von Peter Pilz, als er in einer Pressekonferenz verkündete, er werde jede Tierfabrik in Österreich schließen. Nur um 2 Jahre später, als Sprecher des Tierschutzvolksbegehrens und von der Tierfabriksindustrie bezahlt, zu verkünden „Nein, nein, nein, kein einziger konventioneller Betrieb, egal wie groß die Missstände dort sind, soll zugesperrt werden“, siehe https://www.facebook.com/watch/?v=1345583918936953

Und dann kam die Aufdeckung der Tageszeitung „Die Presse“. Man könnte Bohrn-Menas höhnisches Statement zu Sebastian Kurz gegen ihn verwenden:

Laut dem Presseartikel von Hanna Kordik, siehe unten, hat Bohrn-Mena von „Land schafft Leben“, einer Lobbygruppe der Tierindustrie, € 6.000 – 8.000 monatlich verlangt, um beim Lobbying zu helfen. Zusätzlich habe er die konventionelle Geflügelbranche getroffen und angeboten, für ein Jahresbudget von € 250.000 deren Image aufzupolieren. Dazu sagte er:

Nur, zu seinem Pech liegt jetzt das Protokoll dieses Treffens vor. Und dem kann man das schon entnehmen. Hier ein Auszug:

Laut diesem Protokoll hat es am 21. 4. 2021 eine 2 stündige Sitzung mit Bohrn-Mena und der konventionellen Geflügelbranche in Österreich gegeben. Das einzige Thema war eine Zusammenarbeit der Branche mit Bohrn-Mena. Dabei solle es darum gehen, das Image der Massentierhaltung aufzupolieren. Dafür wären € 250.000 für ein Jahr notwendig. Dem Kontext ist zu entnehmen, dass Bohrn-Mena diese Imagekampagne für dieses Geld durchführen würde. Bohrn-Mena sagte dazu spontan, wieso das öffentlich wurde, es sei doch Verschwiegenheit vereinbart worden. Ja, auch das erinnert an die Reaktion der ÖVP zu den Chat Protokollen von Schmid. Die ÖVP meint nämlich, der eigentliche Skandal sei deren Veröffentlichung, nicht deren Inhalt. Attackiert wird die Staatsanwaltschaft. Und so attackiert Bohrn-Mena mich, anstatt sich den Fakten zu stellen und die einzige Konsequenz zu ziehen, die man in seiner Position ziehen kann: sich aus der NGO-Arbeit zurück zu ziehen.

Bemerkenswert ist auch, dass Bohrn-Mena laut Protokoll der Ansicht ist, in österreichischen Hühnerfabriken gäbe es keine toten Tiere. Hier ein Gegenbeweis:

Und die Betriebe würden wunderschön friedlich aussehen, siehe Foto ganz oben. Dazu Bohrn-Mena:

Indirekt gibt Bohrn-Mena also zu, dass diese Protokollausschnitte authentisch sind. Lächerlich allerdings seine Ausflucht. Wenn diese € 250.000 gar nichts mit ihm zu tun haben, warum werden sie dann in einem Treffen, das ausschließlich von der Zusammenarbeit mit ihm handelt, erwähnt? Nein, nein, nein: klar ist, dass er dieses Budget für eine Image-Kampagne für die Massentierhaltung von Geflügel hätte verwenden wollen. Allerdings wurde das letztlich von der Branche abgelehnt. Seither schreibt er wieder gegen die Massentierhaltung.

Wer kann so einem Wendehals eigentlich noch ein Wort glauben? Seine Fanbubble. Er hat schon vor langem entschieden, nicht die Gesellschaft zu verändern, sondern sich eine Bubble zu züchten, die er reiten und melken kann, für die er der Guru ist. Und so eine Bubble muss man nach außen abschließen, die muss man isolieren, die darf solche Fakten, wie hier beschrieben, nicht erfahren, sonst zerfällt sie. Und das erreicht man, so weiß Bohrn-Mena, durch rigoroses Löschen jedes kritischen Postings auf seinen Sozialen Medien Kanälen, und durch sofortiges Blockieren der Autor:innen. So geschehen mit diesem Posting und dieser Autorin:

Binnen Minuten war das Posting weg und die Dame gesperrt. Die Bubble darf nur durch ihn und seine Propaganda beeinflusst werden, sonst niemanden. Die Frage ist, wie lange das noch hält.

Hier der komplette Presseartikel: