Covid-19

Die Gefahr durch das Coronavirus

Ich denke wir sitzen bei Corona alle im selben Boot: wir wollen keine gefährliche Krankheit riskieren, wir wollen aber auch keine möglicherweise sinnlosen Maßnahmen wie Lockdowns und sonstige Einschränkungen mitmachen. Klar ist, dass sich 99,99 % der Menschen bzgl. einer Einschätzung der Gefahr an die Expert_innen halten müssen, weil sie selbst keine sind. Aber an welche? Wie erkennt man die? Ich möchte hier 2 Beispiele von Aussagen von Medizinern zitieren, die direkt die Covid-19 Erkrankungen erleben und mich deshalb sehr beeindruckt haben. Beide Personen dürften real existieren, tatsächlich als Ärzte ständig mit Covid-19 Erkrankten in Berührung gekommen sein und definitiv nicht Teil einer Verschwörung sein, die uns irgendetwas vorgaukeln will.

Ramin Nikzad ist Arzt bei der Allgemeinmedizinischen Akutversorgung (AMA) des AKH in Wien. Er schrieb am 21. August 2020 folgenden Text (siehe https://www.facebook.com/wu.shu.99/posts/10157359355662466):

GRAUSTUFEN
Zu Beginn der Pandemie hatten wir so einen Schwarzweißblick auf Corona, auch wir Mediziner, so wie wir Menschen allgemein dazu neigen, neuartige Phänomene mit einem Schwarzweißblick zu betrachten.
Wir dachten: COVID-19 verläuft bei 90 Prozent der Infizierten entweder asymptomatisch, mit leichten Symptomen oder mit schweren Symptomen, aber ungefährlich.
Die restlichen 10 Prozent brauchen stationäre Behandlung, 5 Prozent sogar intensivmedizinische, und rund 1 Prozent verstirbt dennoch.
Unser Schwarzweißblick auf Sars-CoV-2 war: Für 9 von 10 ist es ein grippaler Infekt. Für 10 Prozent bedrohlich bis lebensbedrohlich.
Bei überlasteten Intensivstationen versterben also bis zu 5 Prozent und nicht 1 Prozent aller COVID-19-PatientInnen, da sie nicht mehr adäquat behandelt werden können, wie die herzzerreißenden Zahlen und Berichte aus Bergamo zeigen.
Im März und April 2020 hatte ich mir sogar insgeheim noch gedacht: „…Ich hätt‘ s am liebsten, dann hätt‘ ichs hinter mir und könnt’ entspannt meine Eltern treffen und entspannter zur Arbeit gehen…“
Heute denke ich: „Oh bitte nicht! Ich will es nicht kriegen! Niemals! Ich will gesund bleiben, bis es eine Impfung gibt!“
Denn in diesem ersten Halbjahr der Coronaviruspandemie hat sich unsere Sicht auf diese entsetzliche Seuche von diesem Schwarzweißblick zu einer Horrorshow in Graustufen gewandelt.
Wir wissen heute, dass COVID-19 keine Atemwegserkrankung, sondern eine Multiorganerkrankung ist.
Sie befällt die Lunge ebenso wie das Gehirn, das Herz, die Nieren, den Magen-Darmtrakt und das Gefäßsystem.
Wir auf der AMA im AKH sehen zum Beispiel mehr COVID-positive PatientInnen mit Benommenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall, oder ganz einfach nur bleierner Müdigkeit und Appetitlosigkeit, als den „klassischen“ fieberhaften Husten mit Kurzatmigkeit.
Die KollegInnen aus dem stationären und intensivmedizinischen Bereich berichten dementsprechend, dass bei weitem nicht alle COVID-19-PatientInnen von Lungenversagen bedroht sind oder letztlich daran versterben.
Viele kämpfen mit und versterben an Herzversagen, an Nierenversagen, oder thromboembolischen Ereignissen, also Blutgerinnseln, die sich aufgrund der Gefäßentzündung bilden, die Sars-CoV-2 auslösen kann.
Ich werde nie die 27-jährige Patientin vergessen, die völlig gesund und sportlich mit hohem Fieber kam, COVID-positiv getestet wurde, aufgrund einer schlechten Sauerstoffsättigung im Blut stationär aufgenommen wurde, zwei Tage darauf beatmungspflichtig wurde und auf der Intensivstation multiple Blutgerinnsel in ihren Handgefäßen entwickelte.
Ein Monat nach ihrer Entlassung kam sie über unsere AMA zur stationären Aufnahme an der Plastischen Chirurgie des AKH, da ihr die gesamte rechte Hand aufgrund dieser Blutgerinnsel schließlich abgestorben war und ihr die rechte Hand nun operativ entfernt werden musste.
Ich werde nie diese tote, kohlschwarze und regungslose Hand dieser jungen Frau vergessen.
Im Zuge dieser sechs Monate der Pandemie haben wir diese Grauschattierungen nach und nach gesehen, erkannt und in die wissenschaftliche Literatur zu COVID-19 aufgenommen.
Und tagtäglich fügen wir neue Graustufen hinzu:
Es zeigt sich dieser Tage zum Beispiel immer deutlicher, dass diese Folgeschäden nicht nur die Schwererkrankten betreffen, sondern auch die Leichterkrankten.
Anthony Fauci hat diese Woche sehr eindrücklich beschrieben, wie COVID-PatientInnen, die nur einige Tage leichte Symptome hatten, nach 3 bis 6 Monaten immer noch eine verminderte Lungenfunktion, eine verminderte Herzfunktion, Nierenfunktion oder auch eine beeinträchtigte Gedächtnis- und Merkfähigkeit hätten.
Und wir wissen heute noch nicht, wie lange diese Organschäden bestehen werden.
Meine Take-Home-Message ist:
Aus ethischer und epidemiologischer Sicht sollte jeder, egal wie alt und egal wie vorerkrankt, das Physical Distancing einhalten und einen Mundnasenschutz tragen, um alle Mitmenschen zu schützen.
Aber es erscheint zunehmend auch medizinisch ratsam, das Physical Distancing und den MNS ernst zu nehmen, um sich selbst vor lebenslänglichen Leiden und einer womöglich verminderten Lebenserwartung durch das neuartige Coronavirus zu schützen, egal wie jung und egal wie gesund man ist.

Schon deutlich früher, am 7. April 2020, schrieb Prof. Paul Vogt, Schweizer Chirurg und Hochschullehrer, Folgendes über seine Erfahrungen mit Covid-19 (https://www.mittellaendische.ch/2020/04/07/covid-19-eine-zwischenbilanz-oder-eine-analyse-der-moral-der-medizinischen-fakten-sowie-der-aktuellen-und-zuk%C3%BCnftigen-politischen-entscheidungen#gsc.tab=0):

Handelt es sich hier nur um «eine gewöhnliche Grippe», die jedes Jahr vorüberzieht und gegen die wir üblicherweise «nichts» unternehmen – oder um eine gefährliche Pandemie, welche rigide Massnahmen benötigt?

Um diese Frage zu klären, muss man bestimmt keine Statistiker fragen, die noch nie einen Patienten gesehen haben. Die reine, statistische Beurteilung dieser Pandemie ist sowieso unmoralisch. Fragen muss man die Leute an der Front.

Keiner meiner Kollegen – und ich natürlich auch nicht – und niemand vom Pflegepersonal kann sich erinnern, dass in den letzten 30 oder 40 Jahren folgende Zustände herrschten, nämlich dass:

  • ganze Kliniken mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose besitzen;
  • ganze Intensivstationen mit Patienten gefüllt sind, welche alle dieselbe Diagnose aufweisen;
  • 25% bis 30% der Pflegenden und der Ärzteschaft genau jene Krankheit auch erwerben, welche jene Patienten haben, die sie betreuen;
  • zu wenig Beatmungsgeräte zur Verfügung standen;
  • eine Patientenselektion durchgeführt werden musste, nicht aus medizinischen Gründen, sondern weil wegen der schieren Anzahl an Patienten schlicht das entsprechende Material gefehlt hat;
  • die schwerer erkrankten Patienten alle dasselbe – ein uniformes – Krankheitsbild aufgewiesen haben;
  • die Todesart jener, die auf der Intensivstationen verstorben sind, bei allen dieselbe ist;
  • Medikamente und medizinisches Material auszugehen drohen.

Aufgrund von 1-8) ist es klar, dass es sich um einen gefährlichen Virus handelt, der dieser Pandemie zugrunde liegt.

Die Behauptungen, eine «Influenza» sei genau gleich gefährlich und koste jedes Jahr gleich viele Opfer ist falsch. Zudem ist die Behauptung, man wisse nicht, wer «an» und wer «wegen» COVID-19 sterbe, ebenso aus der Luft gegriffen.

Vergleichen wir Influenza und COVID19: hat man das Gefühl, bei Influenza seien immer alle Patienten «wegen» Influenza gestorben und nie einer «mit»? Sind wir Mediziner im Rahmen der COVID-19-Pandemie nun alle plötzlich so verblödet, dass wir nicht mehr unterscheiden können, ob jemand «mit» oder «wegen» COVID-19 stirbt, wenn diese Patienten eine typische Klinik, typische Laborbefunde und ein typisches Lungen-CT aufweisen? Aha, bei der Diagnose «Influenza» waren natürlich alle immer hellwach und haben immer die ganze Diagnostik bemüht und waren immer sicher: nein, bei der Influenza sterben alle «wegen» und nur bei COVID-19 viele «mit».

Zudem: wenn es in einem Jahr in der Schweiz angeblich 1600 Influenza-Tote gab, so sprechen wir über 1600 Tote über 12 Monate – ohne präventive Massnahmen. Bei COVID-19 gab es jedoch 600 Tote in 1(!) Monat und das trotz massiver Gegenmassnahmen. Radikale Gegenmassnahmen können die Verbreitung von COVID-19 um 90% senken – man kann sich also vorstellen, welches Szenario ohne Gegenmassnahmen herrschen würde.

Zudem: in einem Monat wurden in der Schweiz >2200 Patienten wegen COVID-19 hospitalisiert und es wurden gleichzeitig bis zu 500 Patienten auf verschiedenen Intensivstationen hospitalisiert. Nie hat jemand von uns auch nur annähernd solche Zustände im Rahmen einer «Influenza» gesehen.

Im Rahmen einer «gewöhnlichen» Influenza erwerben ca. 8% der Betreuenden ebenfalls eine Influenza, aber niemand stirbt daran. Bei COVID-19 werden 25% bis 30% der Betreuenden infiziert und das ist mit einer signifikanten Mortalität verbunden. Dutzende von Ärzten und Pflegepersonen, die COVID-19 Patienten betreut haben, sind an derselben Infektion verstorben.

Zudem: suchen Sie einmal die harten Zahlen zu «Influenza»! Sie werden keine finden. Was sie finden, sind Schätzungen: ca. 1000 oder 1600 in der Schweiz; ca. 8000 in Italien; ca. 20’000 in Deutschland. Eine FDA-Studie (US Food and Drug Administration) hat untersucht, wie viele der 48’000 Influenza-Toten eines Jahres in den USA wirklich wegen klassischer Influenza-Pneumonie gestorben sind. Resultat: alle möglichen Krankheitsbilder wurden unter «Tod durch Pneumonie» subsummiert, so z.B. auch die Lungenentzündung eines Neugeborenen, der bei der Geburt Fruchtwasser in die Lunge aspiriert hat. Die Anzahl der effektiv «wegen Influenza verstorbenen» – Patienten sank in dieser Analyse dramatisch weit unter 10’000 ab.

[…]

Aufgrund des aktuellen Wissensstandes kann man insgesamt nicht von einer «gewöhnlichen Grippe» reden. Und deshalb ist die widerstandslose Durchseuchung der Gesellschaft auch kein Rezept. Ein Rezept, notabene, welches Grossbritannien, die Niederlande und Schweden versucht und nacheinander aufgegeben haben.

Und am 20. April 2020 ergänzte er:

27 führende Virologen aus 9 Ländern (USA, Europa, Australien) haben im «Lancet», einer renommierten, britischen Medizinzeitschrift einen Artikel verfasst («Statement in support of the scientists, public health professionals and medical professionals of China combatting COVID-19»). Weil die Aussage von Bedeutung ist, möchte ich sie hier zitieren:

«The rapid, open, and transparent sharing of data on this outbreak is now being threatened by rumours and misinformation around its origins. We stand together to strongly condemn conspiracy theories suggesting that COVID-19 does not have a natural origin. Scientists from multiple countries have published and analysed genomes of the causative agent, severe acute respiratory syndrome coronavirus 2 (SARS-CoV-2), and they overwhelmingly conclude that this coronavirus originated in wildlife, as have so many other emerging pathogens.»

Dr. Gunnar Jeremias, der Biowaffen-Experte in der «Interdisziplinären Forschungsgruppe zur Analyse biologischer Risiken an der Universität Hamburg» erteilt «Verschwörungstheoretikern eine Absage: „So etwas kann man im besten Labor der Welt nicht herstellen!”

[…]

In Deutschland verstarben zwischen 2001 und 2019 5575 Personen an serologisch bestätigter Influenza und/oder Influenza-Subtypen, also durchschnittlich 310 pro Jahr und das bei einer Bevölkerung von rund 82 Millionen (Robert-Koch-Institut: «Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2018/2019»). In der Schweiz fielen innerhalb von nur 45 Tagen 1368 Patienten COVID-19 zum Opfer – bei einer 10x kleineren Bevölkerung als sie Deutschland besitzt und trotz eines Lock-down, wenn auch eines inkompletten.

Am 21. August 2020 sprach der Infektiologe Franz Allerberger, Leiter einer Forschergruppe, die für das Österreichische Gesundheitsministerium die Ausbreitung der Corona-Pandemie beobachtet, im ORF auf ZIB2 (https://www.youtube.com/watch?v=qjsAy6cEGTk&fbclid=IwAR2aXCOeZAM9SV_dlTUXMGwCH0NkW-MhDrqInLRk4CouIdFyi-UCFCtBzNM). Er glaubt, dass die Infektionen viel weiter verbreitet sind (bis 300.000 allein in Österreich), als bisher angenommen, und dass daher die Sterberate 0,25 % der Infizierten ist, also vergleichsweise sehr gering. Aber er bestätigt, dass Covid-19, auch wenn es symptomlos verläuft, schwere Schäden an vielen Stellen im Körper hervorrufen kann, die sehr lange anhalten: „Ganz anders als bei der Grippe haben wir hier Dauerschäden, die Tage, Wochen, Monate und Jahre anhalten können.“ Das Tragen von Schutzmasken im Freien hält er für unnötig, und auch in Innenräumen sei eine Wirkung bisher nicht nachweisbar.

Hier haben wir also einen recht scharfen Kritiker der momentanen Maßnahmen, von dem aber niemand sagt, dass er ein Verschwörungstheoretiker ist. Da gehört offenbar viel mehr dazu. Beim Zusehen habe ich nicht den Eindruck, Allerberger ist ideologisch motiviert, sondern er argumentiert wissenschaftlich. Offenbar geht das also doch!