Eskalation im Gerichtssaal

Eine Anklage gegen eine ganze soziale Bewegung

Bei Beginn dieses Verfahrens haben SOKO und Staatsanwalt ihre Rechnung ohne die WirtInnen gemacht. Aus den Aussagen der Pressesprecher von Staatsanwaltschaft, Landesgericht und Innenministerium, sowie von Mitgliedern der SOKO, insbesondere als Reaktion auf objektive Medienberichte, war das deutlich zu entnehmen. Normalerweise wenn Polizei und Staatsanwaltschaft Leute überfallen und in U-Haft nehmen, reagieren diese verschreckt und werden isoliert. Sie suchen nicht die Öffentlichkeit und die Medien. Wenn dann noch, wie im Tierschutzfall, Staatsanwaltschaft und Innenministerium unisono Lügen über die Beschuldigten verbreiten, behaupten, man müsse sie mit weiß der Himmel was für schweren Verbrechen in Zusammenhang bringen und sie seien dringend verdächtig, dann werden diese Beschuldigten meistens von den Boulevardmedien zerrissen und die Polizei über den Klee gelobt. Nicht aber im Tierschutzfall.

Beim Angriff auf den Tierschutz gab es sofort eine breite Solidarität in der gesamten Tierschutzbewegung, gegen die derartige Verleumdungen nichts ausrichten konnten. Und diese Tierschutz- und Tierrechtsbewegung ist ziemlich tief in der Gesellschaft verankert und hat ein hohes Ansehen. Aber auch viele PolitikerInnen etablierter Parteien reagierten nicht panisch, sondern objektiv und wohlüberlegt. Insgesamt haben mich 7 Abgeordnete zum Nationalrat von der SPÖ und den Grünen im Gefängnis besucht. Die Grünen stellten mich und eine der Beschuldigten sogar für die damalige Nationalratswahl auf ihre Liste. Die Medien reagierten zuerst zurückhaltend vorsichtig und dann immer offensiver kritisch. Alle U-Häftlinge wurden intensiv von außen unterstützt, hatten laufend Besuche und erhielten jeweils weit über 300 Briefe aus dem In- und Ausland in ihre Zellen.

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