Hainburg

30 Jahre Besetzung der Hainburger Au

Dieser Tage feiern wir das 30 jährige Jubiläum der Besetzung der Stopfenreuther Au bei Hainburg. Dort sollte ein Wasserkraftwerk gebaut werden, das diese einzigartige Naturlandschaft, einen der letzten Urwälder Mitteleuropas, völlig zerstört hätte. Dagegen wurde mobilisiert, es kam zu einer Besetzungsaktion durch insgesamt etwa 10.000 AktivistInnen. Die Kampagne wurde gewonnen, heute ist dort ein Nationalpark. Aber nicht nur durch diesen Erfolg ist es wert, an die Vorgänge zu erinnern. Hainburg markiert auch den Beginn der Grünen im Parlament, des breiten Widerstands in der Demokratie und, insbesondere, der modernen Tierschutzbewegung in Österreich. Es war an den Lagerfeuern in der besetzten Au, wo sich Menschen zusammenfanden und die ersten Tierschutzvereine und Tierschutzgruppen gründeten, die einen politischen Anspruch stellten und Vegetarismus – später Veganismus – als identitätsstiftendes Merkmal ihrer Vorstellungen erkannten. Hier wurde die Idee ausgebrütet, nicht nur an das Gute im Menschen zu appellieren, zu Tieren gnädig zu sein und sie „human“ zu nutzen, sondern Gerechtigkeit für Tiere einzufordern. Hier sprang der Funke über, der 14 Jahre später zum Pelzfarmverbot und in den Folgejahren zum Verbot von Wildtierzirkussen, von Legebatterien und von Kaninchenkäfighaltungen führen sollte.

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