Hetzjagd

Protestnote gegen tierquälerische Hetzjagden an die Regierung von Großbritannien

Anlässlich der heutigen Demonstration vor der britischen Botschaft in Wien wurde folgende Protestnote an die Verantwortlichen übergeben:

Tierschutz ist ein Thema, das uns alle angeht, ob Stierkampf in Spanien, Pelzfarmen in Finnland oder die Fuchsjagd und andere Hetzjagden in Großbritannien. Derartige Hetzjagden mit Hundemeuten waren auch in Österreich bis zur Abschaffung der Monarchie 1919 das Privileg des Adels. Seitdem aber liegen sie im Mistkübel der Geschichte.

Großbritannien hat, wie Österreich, eine lange Tradition im Tierschutz. Österreich und Großbritannien waren die ersten beiden Länder, in denen Pelzfarmen verboten wurden. Österreich und Großbritannien haben europaweit die strengste Umsetzung der Tierversuchsrichtlinie der EU. Nur auf dem Auge der Hetzjagden mit Hundemeuten war man in Großbritannien bis zur Abschaffung 2005 blind. Doch leider wird das Verbot nicht exekutiert, die Jagdverbände können ungestört weiter Tiere quälen. Ist dieses Vorgehen schon eines Rechtsstaates unwürdig, so soll es schlimmer kommen: die Konservative Partei kündigt an, im Falle ihrer Wiederwahl das Hetzjagdverbot sogar wieder aufzuheben!

Hetzjagden mit Hunden sind schwere Tierquälerei. Bei der Fuchsjagd wird das Opfer von der Hundemeute zunächst aufgespürt und dann über 45 Minuten lang verfolgt und gehetzt, bis es so erschöpft ist, dass es die Hunde, die auf Ausdauer statt auf Geschwindigkeit gezüchtet wurden, einholen. Der Fuchs erleidet diese gesamte Zeit hindurch eine absolute Todesangst. Wie schrecklich muss es sein, wenn überlegene, tödliche Feinde langsam näher kommen und einem die Kräfte ausgehen, um zu entkommen! Zuletzt fallen die Hunde über den schwächeren Fuchs her und zerreißen ihn bei lebendigem Leib. Diese gesamte Prozedur ist eine abscheuliche Tierquälerei, die in einem zivilisierten Land keinesfalls einen Platz haben darf. Sie ist mit dem spanischen Stierkampf durchaus vergleichbar, wobei dieser mit 15 Minuten sogar deutlich kürzer dauert. Es darf keinesfalls Verschlechterungen im Tierschutz geben, insbesondere nicht in so zentralen Fragen. Im Gegenteil, das Tierschutzbewusstsein wird von Generation zu Generation größer. Dieser Entwicklung muss mit immer schärferen Tierschutzbestimmungen entsprochen werden.

Wir möchten daher gerne unseren Protest gegen die Hetzjagden deponieren und bitten, dass Großbritannien sich wieder seiner alten Tierschutztradition besinnt und das Verbotsgesetz nicht nur nicht aufhebt, sondern mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln durchsetzt und überwacht. Dass die TäterInnen aus der gesellschaftlichen Elite stammen, darf keinesfalls eine Rolle spielen. Neben Großbritannien werden derartige Hetzjagden nur noch in Irland und vereinzelt in Frankreich praktiziert. Die große Mehrheit der Bevölkerung, sowohl in Großbritannien aber auch in der EU, ist für ein absolutes Verbot dieser Tierquälerei. Es wird jetzt endlich Zeit, diesem Faktum zu entsprechen.

Der Verein Gegen Tierfabriken und der Tierrechtsverein CANIS im Namen aller tierschutzbewegten Menschen in Österreich

Unsere Presseaussendung zu der Aktion: https://vgt.at/presse/news/2015/news20150506es.php

Die Fuchsjagd in England

Es war lange Zeit die bevorzugte Jagdart des Adels, die Hetzjagd mit Hundemeuten. Sie wurde in Österreich mit der Abschaffung des Adels nach dem 1. Weltkrieg beendet, doch in England praktiziert man sie bis zum heutigen Tag. Zwar beschloss dort das Parlament am 18. November 2004 ein Verbot, doch man hält sich nicht daran. Im House of Lords, dem Oberhaus im Parlament, in dem adelige Abgeordnete sitzen, die niemals gewählt wurden, ist die große Mehrheit selbst in die Hetzjagden involviert. Fast alle der GroßgrundbesitzerInnen unterstützen diese Tradition. Vor dem Gesetz sind doch nicht alle gleich.
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