Philosophie

„Die tierliche Person“ von Carolin Raspé im Duncker&Humblot Berlin Verlag

Dieses Buch aus der Schriftenreihe zur Rechtstheorie gibt die Dissertation der Autorin an der Bucerius Law School in Hamburg, Deutschland, aus dem Sommer 2012 wieder und widmet sich der notorisch unbefriedigenden Frage, wie sich der Widerspruch auflösen lässt, dass nichtmenschliche Tiere einerseits von der Gesellschaft klar nicht als Sachen empfunden werden – in Österreich steht im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch ABGB in § 285a sogar eindeutig: Tiere sind keine Sachen – und dennoch sowohl strafrechtlich als auch zivilrechtlich wie Sachen behandelt werden. Der logische Folgeschritt, für zumindest manche Tiere neben dem Menschen Grundrechte einzuführen, wie z.B. vom Großen Menschenaffenprojekt gefordert, würde aber, je nachdem auf welche Tiere angewandt, das gesamte Rechtssystem umkrempeln und den Großteil der heutigen Praxis im Umgang mit Tieren beenden. Eine so weitgehende Änderung ist daher zunächst undenkbar, bis sich die Gesellschaft schon vorher in großem Rahmen umgestellt hat.

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Bewusstsein, Künstliche Intelligenz und der Anthropozentrismus

Typisch New Scientist. In der Ausgabe vom 18. Mai 2013 findet sich ein Special Issue über Bewusstsein. Darin schreibt Daniel Bor über die hohe Komplexität von verschalteten Nervenbahnen, die Bewusstsein voraussetze und von den zwei Modellen im Rahmen der Erforschung Künstlicher Intelligenz, die es von Bewusstsein gebe. In einem entspricht das Gehirn einem Computer und das Bewusstsein dem Arbeitsspeicher, im anderen entspreche Intelligenz einfach der computerisierten Verarbeitung von sehr viel Information auf einmal. Seltsam, meine ich, weil in beidem übertreffen Computer heute schon bei weitem das menschliche Gehirn. Und haben die Bewusstsein?

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Homo Floresiensis und die Montessori-Pädagogik

Hobbit

Dieses Wesen hat vor 18.000 Jahren auf der Insel Flores in Südostasien gelebt. Mensch oder Tier?

Was unterscheidet den Menschen (d.h. die Tierart Homo Sapiens) von anderen Tieren? Diese Frage wird seltsamerweise im vorrangig an technischen Entwicklungen interessierten Fachmagazin New Scientist mantrahaft wiederholt und anthropozentrisch überhöht beantwortet. Die Abgrenzung scheint für das Weltbild der Leserschaft offenbar zentral. Auch im aufgeklärten Humanismus bemüht man sich fanatisch, alle Schlacken des Tierseins abzuschütteln. Und jetzt dieselbe Erfahrung in der Montessori-Pädagogik: Tiere seien rein instinktgesteuerte Triebwesen, Menschen dagegen hätten überhaupt keine Instinkte, sie wären völlig frei. Auf die Frage an die Ausbildnerin, wie sie das mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaft in Einklang bringen könnte, siehe z.B. http://derstandard.at/1369362949209/Hat-der-Glaube-an-die-menschliche-Ueberlegenheit-ausgedient, kommt eine dogmatische Antwort: so sei eben die Montessori-Lehre und wem das nicht passe, der bzw. die könne ja eine andere Pädagogik studieren.

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