Prozesskosten

Privatkonkurs für Angeklagte

Ist es Kalkül? Ist das ein gewünschter Nebeneffekt dieses Prozesses?

Ich habe mich oft gefragt, wie es im Fall von Martin Luther King, dem Bürgerrechtsaktivisten in den USA der 1960er Jahre war. Er wurde, wie wir im Tierschutzprozess, angeklagt und mit vielen Jahren Gefängnis bedroht. Auch bei ihm ging es um angeblich radikale Aussagen bei seinen Vorträgen. Er hatte auch einige Kampagnen mit Dauerdemonstrationen organisiert, die so angelegt waren, dass sie den Handel möglichst beeinträchtigen sollten. So erwartete sich King, am ehesten Gehör zu bekommen. Seine konfrontativen Kampagnen hatten das Ziel, die Mächtigen an den Verhandlungstisch zu zwingen. Und das ging nur, wenn seine Kampagne ihnen schwer auf die Nerven ging, sodass sie nur im Kompromiss eine Lösung des Konflikts sahen.

Aber King wurde nie von seinen politischen GegnerInnen finanziell ruiniert. Er hatte Frau und Kinder und ein Privathaus. Das war, entnehme ich seiner Biographie, nie in Gefahr. Weder durch Privatklagen der Handelstreibenden, noch durch eine Behörde, die ihn mit dem finanziellen Ruin bedrohte.

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