Viktor Emanuel Frankl

Autonomie der primäre Wert: das emotionale Argument

Es wirkt zunächst so plausibel: da leidet jemand, aber wer will schon leiden, also ist es besser, dieser Jemand leidet nicht oder weniger, also ist Leidvermeidung gut. Diese Schlussfolgerung setzt aber nicht nur voraus, dass kein leidensfähiges Lebewesen leiden will, sondern auch, dass es die ethische Verpflichtung gäbe, den Willen leidensfähiger Lebewesen zu ignorieren und sie zu ihrem Glück, nicht leiden zu müssen, zu zwingen, wenn man meint, es besser zu wissen.

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