Katastrophale Zustände in der Putenmast!

Obiges Bild zeigt den Besatz in einer Putenmastfabrik in Österreich am Tag vor dem Ausstallen, d.h. vor dem Abtransport in den Schlachthof. Ein ganz aktuelles Foto, so sieht es hierzulande heute in der Putenmast aus. Und noch dazu in einer vergleichsweise eher guten. Und obendrein ist die Besatzdichte in Österreich ja auf einen niedrigeren Maximalwert begrenzt, als irgendwo sonst in der EU. Unfassbar!

Die Katastrophe in Zahlen: Bei diesem Betrieb wurden 5200 Puten eingestallt, je zur Hälfte männliche und weibliche Tiere. Die Halle ist 110 m lang und 16 m breit. Nach 16 Wochen hatten die Tiere ein Gewicht von etwas über 13 kg. Die Besatzdichte war also fast 40 kg Lebendgewicht pro m² Bodenfläche – genau die maximale Grenze nach dem Tierschutzgesetz. Also fuhr damals bereits ein Tiertransporter vor und alle weiblichen Puten wurden abgeholt. Mitten in der Nacht, übrigens, damit sich die Tiere möglichst wenig wehren.

Dann ließ man die männlichen Puten noch weitere 5 Wochen in der Halle, bis sie fast 22 kg schwer waren. Bis dahin waren mehr als 15% der Tiere, also fast 1000 Puten, an den Haltungsbedingungen gestorben. Die übrig gebliebenen 2400 männlichen Puten sind auf dem obigen Foto zu sehen. Die Halle ist komplett gefüllt und dennoch wäre es rein rechnerisch noch möglich, weitere Puten hinein zu stopfen. Mit 22 kg Körpergewicht ergibt sich eine Besatzdichte von 30 kg pro m² Bodenfläche. 40 kg/m² wäre erlaubt, also 30% mehr! Und die Putenmastindustrie fordert eine Erhöhung der maximalen Besatzdichte auf 60 kg/m², also auf das Doppelte dessen, was auf dem obigen Bild zu sehen ist!

P1030605kleinIch denke, es ist vollkommen klar, dass das völlig indiskutabel ist. Wer diesen Tieren in die Augen schaut, kann doch nicht ernsthaft solche Vorschläge machen. Dieses arme Wesen ist jetzt mittlerweile tot. Sein Körper liegt vermutlich  im Kühlregal irgendeines Supermarktes. Die ultimative Respektlosigkeit. Zu einem schieren Monster gezüchtet, wurde es zu Lebzeiten in eine Halle ohne jede interessante Betätigung gepfercht, sein Schnabel brutal verstümmelt, im eigenen Kot über 5 Monate sitzen gelassen. Und dann ein brutales Ende.

Für den Putenmäster bleiben etwa € 100.000 für jede Mastperiode übrig. Seine Arbeit: einmal pro Tag ging er für weniger als 1 Minute durch die Halle, um die Leichen einzusammeln. Ansonsten beschränkte sich seine Versorgungstätigkeit auf das Nachfüllen der Futtersilos. Der Kot der Tiere wird erst nach deren Tod entfernt und dann auf die Felder verteilt. Am bestialischen Gestank in der Umgebung erkennt man, dass wieder einmal der gesamte Besatz einer Halle getötet worden ist. Nur einzelne Federn flattern noch im Wind zwischen den Ackerfurchen. In wenigen Tagen kommen die nächsten Küken an.

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