AMA

Zeitungsente: weiterhin ungebremst Import von genmanipuliertem Soja auch für AMA

Die Grün-Schwarze Regierung hat es in einer Weise verbreitet, dass man darauf hereinfallen könnte. Einige Zeitungen haben es aufgegriffen. Auch Bohrn-Mena, der seine Spender:innen bei der Stange halten will und daher eigene Erfolge erfindet, schreibt: „ERFOLG! Was wir alle gemeinsam erreichen können, sieht man an diesem schönen Erfolg, den wir diese Woche feiern konnten. Der Einsatz von genmanipuliertem Soja aus brandgerodetem Regenwald wird verboten. Bislang landete es sogar im AMA-Gütsiegel Schweinefleisch.“ Falsch. Leider.

Wir alle kennen das Problem. Allein für die Fütterung der (vorwiegend) Vollspaltenboden-Schweine in Österreich werden jedes Jahr ca 600 Millionen (!) kg genmanipuliertes Sojaschrot oftmals aus brandgerodeten Regenwaldgebieten nach Österreich importiert, um daraus – und der Verwendung von hunderten Millionen kg Maisfutter und anderem – ca. 500 Millionen kg Schweinefleisch zu erzeugen. Österreich, das sich so viel darauf hält, kein genmanipuliertes Essen zuzulassen, importiert genmanipuliertes Soja, um es den Schweinen zu verfüttern, die dann erst wieder gegessen werden. Und das noch dazu aus ehemaligen Regenwaldgebieten. Und derartiges Schweinefleisch erhält das AMA-Gütesiegel.

Dagegen richtete sich ein Antrag der NEOS im Parlament:

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/I/I_00817/fname_955190.pdf

Entschließung betreffend „Kein AMA Gütesiegel für Sojaimporte auf Bundes- wie auf Landesebene“
Die Bundesregierung, insbesondere die Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, wird aufgefordert, umgehend die Vergabe des AMA Gütesiegels anzupassen. Demnach sollen keine Produkte, welche in Aufzucht und Produktion nicht-europäisches Eiweißfutter beinhalten, mit dem AMA Gütesiegel ausgezeichnet werden können.

Dieser Antrag wurde im zuständigen Ausschuss VERSEHENTLICH von der ÖVP-Grüne Regierung angenommen, dann allerdings im Plenum des Parlaments abgelehnt. Die SPÖ hatte einen eigenen Antrag eingebracht, das AMA-Gütesiegel nur noch für Fleisch aus gentechnikfreier Fütterung zu vergeben, der mit den Regierungsstimmen vertagt wurde. Ein üblicher Vorgang, um Oppositionsanträge ohne Aufhebens auszuhebeln. Doch da der NEOS-Antrag versehentlich beschlossen worden war, musste ein eigener Antrag der Regierungsparteien her, der dem ersten Anschein nach dasselbe aussagt, aber in Wahrheit bedeutungslos ist.

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/I/I_00817/fname_955192.pdf

Entschließungsantrag
Der Nationalrat wolle beschließen:
„Die Bundesregierung, insbesondere die Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, wird ersucht, im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten auf die zuständigen Stellen und betroffenen Branchen einzuwirken, damit das AMA-Gütesiegel im Sinne einer Forcierung des Einsatzes von gentechnikfreiem Soja weiterentwickelt wird. Ziel ist der Ausstieg aus nicht GVO-freien Futtermitteln im Rahmen einer marktbasierten Entwicklung, sowie die Stärkung der Eigenversorgung mit gentechnikfreiem, europäischem Soja. Begleitend sollen Maßnahmen, insbesondere in der nationalen Ausgestaltung der GAP, genutzt werden, damit den Bäuerinnen und Bauern gentechnikfreie regionale und europäische Eiweißquellen für Futtermittel zur Verfügung stehen und die Transparenz bezüglich Wertschöpfung und Abgeltung der Mehrkosten für die GVO-freie Fütterung geschaffen wird. Es sollen Maßnahmen gesetzt werden, um den Absatz von GVO-freien AMA-Gütesiegel-Produkten in allen Tierhaltungssparten zu stärken und damit die Marktbedingungen der Betriebe zu verbessern. Die Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus wird weiters ersucht im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten auf die zuständigen Stellen und betroffenen Branchen einzuwirken, damit das AMA-Gütesiegel auch die Weiterentwicklung der Tierwohlkriterien (auch in Basisanforderungen, Auslauf, Platzangebot) berücksichtigt.“

Der NEOS-Antrag hätte es der AMA verboten, Fleisch auszuloben, das mit importiertem Eiweiß gefüttert worden ist. Der SPÖ-Antrag hätte es der AMA verboten, Fleisch auszuloben, das mit gentechnisch manipulierten Futtermitteln hergestellt worden ist. Der Antrag von ÖVP/Grünen, der letztlich angenommen wurde, enthält kein verbindliches Verbot, sondern nur einen frommen Wunsch, zusammen mit vielem ÖVP-Blabla, wie „marktbasierte Entwicklung“. Man ersucht die Landwirtschaftsministerin, auf alle einzuwirken, dass es irgendwann in 100 Jahren vielleicht einmal nur gentechnikfreie, europäische Futtermittel gibt. Ein Nullbeschluss also. Wenn das ein Erfolg ist, dann dürften wir das Verbot des Vollspaltenbodens feiern, weil die Landwirtschaftsministerin sagt schon lange, dass sie auf die Branche diesbezüglich einwirken will. Das sagt sie, und dann isst sie lachend Stelze aus Vollspaltenbodenhaltung im Schweizerhaus.

Eine AMA-Bodenhaltung von Legehühnern mit Käfigaufstallung

Schon wieder (https://martinballuch.com/kafige-in-der-bodenhaltung-von-legehennen-ist-tierqualerei/) haben wir eine aufgedeckt, eine als Bodenhaltung deklarierte Käfighaltung mit AMA-Gütesiegel. Dabei ist dieser Betrieb völlig neu. Der Besitzer gab an, eine seiner beiden Hallen erst im letzten Jahr neu aktiviert und mit Käfigen versehen zu haben. Wenn diese in der untersten Ebene geöffnet würden, dann können die Hühner in jedem zweiten Gang auf den Boden zwischen den Käfigen und unter die Käfige hinaus, und dann genüge dieses Haltungssystem den formalen Kriterien der Bodenhaltung, weil wenigstens ein Drittel der Stallfläche für die Tiere begehbar und eingestreut ist.
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Die AMA und die Schweine des Herrn Kowald

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Schweine in der Tierfabrik von Josef Kowald, ÖVP-Bauernbundobmann der Steiermark

Josef Kowald, steirischer ÖVP-Bauernbundobmann, präsentierte seine Schweinefabrik als Vorzeigebetrieb. Durch einen Teil davon organisierte er sogar öffentliche Führungen und erhielt als besondere Ehrung eine Hoftafel der AMA. Diese Hoftafel wurde ihm nun entzogen. Verdeckt aufgenommenes Filmmaterial aus dem Bereich seiner Schweinefabrik, der der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, brachte dramatische Szenen zu Tage, siehe https://vgt.at/presse/news/2013/news20130925mh.php. Obwohl man natürlich sagen muss, dass diese Schweinefabrik nicht irgendwie schlimmer als andere Schweinefabriken wäre. Die Dramatik des normalen Schweinealltags in diesen Tierfabriken eben.
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Kommt bald das letzte Huhn aus dem Legebatteriekäfig?

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Besetzung der konventionellen Legebatterie von ÖVP-Bürgermeister Karl Latschenberger am 2. 11. 2009, mehr als 10 Monate nachdem diese Legebatterien verboten worden waren!

Morgen den 11. Oktober 2013 ist Tag des Ei’s. Ein wirtschaftliches Konzept, das werbewirksam sein soll und den Profit erhöhen. Ich spreche lieber vom Tag der Legehenne. Und da gibt es – möglicherweise – etwas zu feiern: wir stehen knapp davor, das allerletzte österreichische Huhn aus dem Legebatteriekäfig zu bekommen! Und das deshalb, weil der Betrieb Latschenberger – ursprünglich jener ÖVP-Bürgermeister, der noch Monate nach dem Verbot 2009 eine konventionelle Legebatterie weitergeführt hatte, die deshalb vom VGT besetzt wurde – heute bankrott gegangen ist.

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