Angeklagter hinausgetragen

Frageverbot für Angeklagte

Es ist sogar ein Menschenrecht: jedeR Angeklagte hat das Recht auf ein faires Verfahren, zu dem das volle Fragerecht an die ZeugInnen gehört. Natürlich steht das auch in der Strafprozessordnung so. Das ist die Theorie. Die Praxis in Wr. Neustadt beim Tierschutzprozess schaut anders aus.

Wie mir am 21. Mai 2008 maskierte und bewaffnete WEGA-Beamte in der Nacht die Wohnungstür eingeschlagen und mich nackt aus dem Bett geholt haben, wurde mir nicht gesagt warum. Ich saß dann in Polizeigewahrsam und 105 Tage im Gefängnis in U-Haft, und niemand konnte mir sagen warum. Deswegen war ich 39 Tage im Hungerstreik. Natürlich gabs einen Formalgrund: ich sei verdächtig, Mitglied einer kriminellen Organisation zu sein. Aber warum konnte mir niemand sagen.

Dann das Warten auf den Abschlussbericht. Anfang 2009 finde ich ihn in der Post. Lauter Behauptungen, ich hätte z.B. die Infrastruktur unseres Vereins einer kriminellen Organisation zur Verfügung gestellt oder ich hätte unsere Filme in Legebatterien und Pelzfarmen für eine kriminelle Organisation gedreht oder wir hätten mit unseren Tierrechtskongressen eine kriminelle Organisation gefördert, aber nirgends stand WARUM man das behauptet.

Im August 2009 kam der Strafantrag. Dieselben Behauptungen, noch immer keine Begründung.

Anfang März 2010 begann der Prozess. Ich dachte, was auch sonst immer passieren mag, wenigsten werde ich jetzt erfahren, was man mir eigentlich konkret vorwirft. Doch auch hier wurde ich eines Besseren belehrt.

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