Lawinenversuche

Leserbrief an Bergführerzeitschrift

In der Zeitschrift für BergführerInnen, Berg & Steigen, wurde über die Lawinenversuche an Schweinen berichtet. Ich habe mich in einem Leserbrief kritisch zu diesen Versuchen ausgesprochen, woraufhin ein Herr Seidl, der sich als Hirnforscher bezeichnet, meint, ich sei fundamentalistisch und überhaupt würde gegen mich ein Verfahren wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation geführt. Ich habe diesen Leserbrief jetzt wieder mit einem eigenen Leserbrief beantwortet:

Herr Seidl hat in einem Leserbrief die Lawinenversuche an Schweinen mit dem Vergleich verteidigt, Menschen seien wie Ferraris, Schweine wie Fahrräder, und so würde man ein Kugellager besser aus dem Fahrrad als dem Ferrari ausbauen, um es zu untersuchen. Ein lebendes, hochintelligentes und sensibles Wesen, wie ein Schwein, mit einem Fahrrad zu vergleichen, um tödliche Experimente zu rechtfertigen, halte ich für reichlich zynisch. Aber davon abgesehen ist genau dieser Vergleich der Kugellager völlig unpassend. Einzelne Teile wie z.B. den Kniegelenksknorpel des Menschen – die Entsprechung zum Kugellager – lassen sich wissenschaftlich wesentlich exakter mit Zellkulturen studieren. Das Argument von Tierversuchsseite für die Notwendigkeit von Experimenten am lebenden Tier war immer, dass sich an Zellkulturen nicht untersuchen lasse, wie sich ein gewisser Eingriff auf den Gesamtorganismus auswirkt. Und gerade da hinkt der Vergleich zu Ferrari und Fahrrad, oder will man ernsthaft die Auswirkung von Ölmangel auf den Ferrari z.B. durch einen Versuch mit einem ungeschmierten Fahrrad simulieren?

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