Maria Elisabeth Stampferin

Das Hausbüchl der Stampferin oder was Tierschutz mit der Todesstrafe zu tun hat

Maria Elisabeth Stampferin lebte 1638 bis 1700, großteils in der Obersteiermark am Hochschwab, wo sie von 1679 bis 1694 ein Tagebuch führte, das sich, zuletzt 1925 verlegt, bis heute erhalten hat. Es ist sehr interessant, allein schon weil hier die Geschichte nicht vom Standpunkt der Mächtigen geschrieben wird. Zwar gehört die Stampferin zum gehobenen Bürgertum – ihr Mann leitet den Bergbau in Vordernberg –, sonst hätte sie gar nicht schreiben können, aber dennoch lebt sie im ländlichen Raum. Sie schildert die ständige Gefahr durch Krankheiten ohne ärztliche Hilfe, die Pestepidemie, der ein Drittel der Menschen erlagen und der durch die Isolierung eine Hungersnot folgte, und die Angst der tausenden Flüchtenden vor der Türkenbelagerung Wiens 1683 und die Besetzung des Semmering, um die Türken nicht ins Mürztal zu lassen. Mehrmals brechen große Lawinen mitten in ihr Dorf, Menschen werden verschüttet und sterben, einmal sogar ein Rettungsteam wegen einer Nachlawine. Die Stampferin und ihre Familie müssen oftmals wegen der Lawinengefahr das Haus verlassen.
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