Natur

In der Natur

Ich bin immer wieder erstaunt, auf Menschen zu treffen, für die die möglichst unberührte Natur keinerlei besondere Bedeutung hat. Es reicht ihnen, spannende Naturbilder anzuschauen, ansonsten genießen sie lieber die Annehmlichkeiten einer Stadt. Meine Naturpassion beurteilen sie wie ein Hobby, vielleicht sogar einen Spleen. Manche Leute besuchen gerne ein Fußballmatch, andere wandern gern durch die Natur, ein jedes wie es will.

Für mich ist in die Natur zu gehen aber etwas ganz anderes. Der Hochschwaber Bergführer Rudolf Lindner schreibt in seinem Buch über dieses Gebirge: „Ein jeder Tag, den ich nicht draußen verbringe, ist ein verlorener Tag.“ Das fasst mein Gefühl gut zusammen.

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Wir brauchen eine Urwald-Stiftung

 

Viele wissen vielleicht heute nicht mehr, dass noch vor 15 Jahren über 30 Bären im steirisch-niederösterreichischen Grenzgebiet frei lebten. Ich selbst habe 1997 am Hochschwab einen dieser Bären getroffen, in Gollrad ging zwei Mal einer mitten am Tag durch die Ortschaft. Die Gemeinden schrieben damals an die AnrainerInnen in den betroffenen Gegenden sogar, dass man sich im Fall einer Begegnung unterwürfig verhalten solle, im Extremfall auf den Boden legen, die Hände im Nacken, dann würde der Bär keine Bedrohung darstellen. Beim Lesen dieser Schrift dachte ich schon, dass das nicht lange gutgehen könne. Der Mensch in seiner Überheblichkeit wird doch kein Tier in seiner Nähe dulden, demgegenüber er sich unterwürfig verhalten muss! Tatsächlich, nur wenige Jahre später waren alle 30 Bären abgeknallt. 2 davon wurden ausgestopft im Keller verstorbener Jäger gefunden, der Rest fiel einfach dem Umstand zum Opfer, dass die „Wildnis“ in Österreich, in der Bären leben können, also der Wald und nicht das Ödland über der Waldgrenze, so von Forststraßen durchzogen und Jagdständen durchsetzt ist, dass jeder freilebende Bär in absehbarer Zeit einem Jäger vor die Flinte laufen muss. Die Zerstörung und Entzauberung der Natur durch diese Forststraßen habe ich ja kürzlich angesprochen: https://martinballuch.com/?p=1932.

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Forststraßen: ein Krebsgeschwür in der Natur!

Seit 13 Jahren beobachte ich einen mir lieb gewordenen Teil unserer heimischen Bergwelt. Ein einsames, wegloses Kar über der Baumgrenze, am Fuß einer großen Felswand. Davor ein bewaldeter Graben mit wunderschönen alten Bäumen. Am Kammende des Grabens ein alter Mischwald, große Bäume, die Hälfte davon am hohen Alter gestorben, stehen sie noch als stumme Zeugen ihrer Vergangenheit und bilden jetzt Refugien für zahlreiche Tiere. Ein wunderschönes Kleinod von Wildnis, einige Quadratkilometer groß, umgeben von menschengenutzter Natur, im dicht besiedelten Mitteleuropa.

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