Südkarpaten

Vorbild: Der Wolf in den Südkarpaten

In der momentanen Diskussion über Wölfe in Österreich fällt es mir schwer, ruhig und sachlich zu bleiben. Das deswegen, weil mit einer ungeheuerlichen Ignoranz eine emotionale Hetze betrieben und Falschaussagen verbreitet werden, dass es jedem vernünftigen Menschen den Magen umdreht. Da ist die Rede von den mörderischen Bestien, die nicht nur sämtliche Schafe Österreichs sondern auch gleich alle Kinder fressen, da wird vom Ende der Almwirtschaft gefaselt und vom Untergang der Zivilisation. Dabei gibt es einen ganz einfachen Gegenbeweis: die Situation in den Südkarpaten. Natürlich versucht man das zu ignorieren oder als irrelevant wegzuschieben, aber das gelingt nicht. Die Situation in den Südkarpaten ist sehr relevant für uns heute in Österreich und ein beeindruckendes Vorbild. Ich habe bereits von meinen Wanderungen dort und von Erlebnissen mit Wölfen berichtet: https://martinballuch.com/auf-den-spuren-der-wolfe/. Das Bild oben zeigt übrigens einen echten Wolf aus den Südkarpaten. Eine mörderische Bestie vor der man panische Angst haben muss? Eher nicht.

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Vorbild Rumänien: Großraubtiere und die Jagd

Heuer im August war ich wieder einmal in den rumänischen Südkarpaten mit dem Zelt abseits jeder Wege unterwegs (sämtliche Bilder dieses Beitrags habe ich in den Südkarpaten in freier Wildbahn aufgenommen). Für mich war das bereits das 8. Mal, dass ich dort war, und zwar jeweils zwischen 1-5 Wochen. In den Südkarpaten leben 80 % der europäischen Bärenpopulation. Das kann ich aus meiner Erfahrung bestätigen. Ich habe mehr als 20 Mal Bären getroffen, zum Teil auch in der Nacht und zum Teil in bis zu 5 m Nähe. Natürlich war ich nicht bewaffnet und bedrohlich wurde es auch nie. Das Bild oben habe ich von einem in den Südkarpaten wild lebenden Bären aufgenommen. Meiner Erfahrung nach sieht man, wenn man mit dem Zelt abseits von Wegen wandert, jeden zweiten Tag eine Bärenspur und jede Woche einen Bären.

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Zurück bei den Bisons

„Ihr habt ja keine Ahnung von der Natur!“, sagen die JägerInnen zu den TierschützerInnen. Ob sie schon einmal wochenlang mit dem Zelt abseits von Häusern und Straßen in der Wildnis unterwegs waren? Ich schon. 100 Tage im Jahr. Vor Bär und Wolf und anderen großen Wildtieren könne man sich nur mit dem Gewehr schützen, meinen sie. Ah ja. Dann müsste ich schon lange tot sein.

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Die Österreichische Jägerschaft will schon wieder die Wölfe ausrotten!

Letzte Woche noch saß ich um 22:30 Uhr bei Vollmond am Lagerfeuer vor unserem Zelt mitten in den Südkarpaten in Rumänien. Plötzlich schlägt mein Hundefreund Kuksi an. Immer wieder einmal hat er mit einem kurzen Gebell vor einer für mich unsichtbaren Gefahr gewarnt, doch diesmal ist es anders. Er ist sich ganz sicher. Es ist todernst. Er stampft mit seinen beiden Vorderbeinen auf und bellt und bellt. Ich richte den Strahl meiner Stirnlampe – auf Scheinwerfer verstärkt – in die Richtung seines Gebells und mache dunkle Schatten am 70 m entfernten Waldrand aus. Zwei Augenpaare leuchten gespenstisch in unsere Richtung. Wölfe!

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