Tierfabriken

Fleisch der Zukunft: Burger aus dem Labor oder Insekten?

Am 5. August 2013 wurde in London unter großer öffentlicher Anteilnahme ein im Labor aus Stammzellen von Rinderschultern produzierter Fleischburger verköstigt. Übrigens von einer österreichischen Ernährungsexpertin, die ihn als zu wenig gesalzen empfand. Dieses Muskelfleisch war in einer Nährlösung mit Zellen aus Rinderföten gewachsen. Kosten € 250.000. Dennoch: die Herstellung dieses Fleisches würde im Prinzip kein Tierleid voraussetzen, braucht nur 55% der Energie von Massentierhaltungsfleisch, setzt 96% weniger Treibhausgase frei und nutzt nur 1% des Landes. Eine Vision der Zukunft? Immerhin könnte man dabei sogar sich selbst essen, indem man eigene Stammzellen verwendet. Muskelfleisch des eigenen Körpers würde zweifellos die ideale Aminosäurenzusammensetzung des Proteins liefern.

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Folgen der Legebetriebsbesetzung – doch eine effektive Aktionsform?

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Eine Besetzungsaktion: friedlich, kein Schaden entstanden und die Öffentlichkeit erfährt von dem Missstand

Aktionismus würde, so der Tenor beim Symposium der AGES Akademie im Workshop über ein Tierschutzbildungszentrum (https://vgt.at/presse/news/2013/news20130606y.php), sinnlos sein und nicht die Öffentlichkeit erreichen. Jetzt bin ich ja nicht der Ansicht, ein Tierschutzbildungszentrum müsse aktionistisch tätig werden, aber war der Seitenhieb auf NGOs wie den VGT nötig? Als Seitenhieb war es jedenfalls gemeint, fürchtet man sich doch vor „Radikalität“, die sich in dieser Form äußere. Nur nicht das Boot zum Schwanken bringen, in dem man sitzt und das einen – mit staatlichen Geldern – erhält. Dabei ist ein konstruktiver Konflikt für einen gesellschaftlichen Wandel notwendig, wie nicht nur Koryphäen sozialer Befreiungsbewegungen (z.B. Frederick Douglass und Martin Luther King) deutlich gemacht haben, sondern auch in meinem Buch „Widerstand in der Demokratie“ ausgeführt wird. Jetzt habe ich ein neues, aktuelles Beispiel.

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Besetzung einer Legebatterie aka Bodenhaltung im Bezirk Hartberg, Steiermark

P1050840kleinMit 1. Jänner 2009 trat in Österreich endlich das Verbot aller Legebatterien im Kraft, für das wir so lange gekämpft hatten. Nicht ganz aller. Sogenannte ausgestaltete Legebatterien, also welche mit „möblierten Käfigen“, wie das so euphemistisch genannt wird, die bereits vor 2005 bestanden hatten, dürfen bis 2020 weitergeführt werden. Das betrifft, soweit bekannt, 17 Betriebe mit zusammen 200.000 Hühnern, also etwa 2% aller Legehühner Österreichs.

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Die bakterielle Apokalypse – Antibiotikaresistenz wegen Tierfabriken

P1050778Als Alexander Fleming während des Zweiten Weltkriegs das Penicillin entdeckte, eröffneten sich völlig neue Möglichkeiten für die Medizin. Seitdem haben sich die nach dem Vorbild von Penicillin weiter entwickelten verschiedenen Antibiotika zum Medikament Nummer 1 entwickelt, mit einem Marktanteil von 13% aller Menschen verschriebenen Arzneimitteln. Fast alle von uns werden schon einmal Antibiotika zu uns genommen haben, vielleicht haben sie auch unser Leben gerettet. Ob wegen Lungenentzündung oder einer starken Grippe, ob wegen einem entzündeten Zahn oder einer Operation, Bakterieninfektionen sind allgegenwärtig. Aber auch als Hilfe bei der Geburt, bei Krebsbehandlung oder bei Operationen generell sind Antibiotika im Einsatz. (mehr …)

Geflügelindustrielobby-Propaganda, um Intensivierung von Tierfabriken zu erreichen

Unbenannt-2kleinNachdem die Lobby der Geflügelindustrie im Oktober 2012 ihre Vorstellungen für eine dramatische Verschlechterung der Haltungsbedingungen der Hühner und Puten an das Tierschutzministerium geschickt hatte, siehe https://martinballuch.com/?p=2113, begann ein Trommelfeuer von Presseaussendungen, um Druck für diese Änderungswünsche aufzubauen. Es gab sogar einen Protest von angeblich 1000 jener GeflügelproduzentInnen, die mit €-Zeichen vor Augen den Tierschutz in der Geflügelhaltung begraben wollen, um 4-5 % höhere Profite einzustreifen. Das ist Berufsdemonstrieren in Reinkultur, eine Kundgebung der Industrie um die eigenen Profite zu erhöhen!

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Neue Schweinefabriken verhindern! – Samstag Demo in Graz

Tierfabriken sind Altlasten aus der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, als der wirtschaftliche Aufbau alles galt und man unkritisch der Industrialisierung der Landwirtschaft vertraute, ohne jedem Gegengewicht durch Ethik und Tierschutz. Es waren Hühnerschlachthöfe, in denen die ersten Fließbänder der industriellen Fabriksproduktion installiert wurden. Das ultimative Ziel, Wohlstand, wurde mit der billigsten Massen“herstellung“ von Tierprodukten assoziiert. Fleisch, das Luxusprodukt von Adel und Geistlichkeit im Mittelalter, sollte für alle 3 Mal täglich erschwinglich werden. Schweinefleisch ist das einzige Produkt, das trotz Inflation heute billiger ist als in den 1950er Jahren.

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Landwirtschaftskammer NÖ kritisiert Aufdeckung von Missständen in Masthuhnfabriken

Leider sind mediale Beiträge über die tatsächlichen Zustände in Tierfabriken sehr selten. Betrachtet man die Machtkartelle von ÖVP, Raiffeisen und Cartellverband, und insbesondere deren Einfluss auf die Medien, nimmt das wenig Wunder. Abgesehen davon sind kommerzielle Medien natürlich von WerbekundInnen abhängig, und das große Geld findet sich, wie bei sozialen Themen immer, bei den TäterInnen und nicht bei ihren Opfern.

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Vegetarismus“boom“ und Geflügelfleischproduktion

 

Gestern war ich an der Handelsakademie in Traun zunächst zur Präsentation eines Tierschutzprojekts zweier Maturantinnen und dann zu einer Diskussion über Vegetarismus mit SchülerInnen dieser Schule eingeladen, die ein Journalist der Kirchenzeitung organisiert hatte. 10% der TeilnehmerInnen des Gesprächs ernährten sich vegetarisch, das ist wahrscheinlich kein repräsentativer Schnitt. Zwei Burschen meinten, sie hätten zwar Verständnis für Vegetarismus, würden aber selbst nicht vegetarisch leben wollen, weil die Gesellschaft sich sowieso nicht verändern werde, das wäre sozusagen verlorene Liebesmüh. Ein Mädchen erklärte, dass sie nur noch weißes Fleisch von Geflügel, aber kein rotes von Schwein oder Rind esse.

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