Tierindustrie

Ein Rechtsruck würde Fortschritte im Tierschutz gefährden!

Mitgefühl mit Tieren ist nicht unmittelbar mit einer parteipolitischen Ideologie verbunden. Im EU-Parlament, aber auch z.B. im Parlament in Großbritannien, gibt es eine überparteiliche Intergroup von Abgeordneten, die sich zum Tierschutz bekennen. Sie umfasst 110 Personen, die sich, untereinander abgesprochen, jeweils in ihren Parteien für Fortschritte im Tierschutz einsetzen. In Österreich gilt diese Feststellung der Überparteilichkeit von Tierschutzüberzeugungen nur in kleinerem Rahmen. So ist die ÖVP in Geiselhaft der Agrarlobby und deshalb grundsätzlich als Partei nicht in der Lage, tierschutzfreundlich zu agieren, wenn auch einzelne FunktionärInnen der ÖVP durchaus tierschutzaffin wären. So wurde ich von einigen IdealistInnen auf die ÖVP-Akademie eingeladen, um dort über Tierschutz zu referieren, woraufhin diese OrganisatorInnen mit größten Schwierigkeiten innerhalb der Partei konfrontiert wurden. Ähnlich bei einer Veranstaltung über Tierschutz zusammen mit der Jungen ÖVP in der Steiermark. Parteilinie ist offenbar, am Tierschutz nicht anzustreifen.

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Die Demokratieunreife der österreichischen Regierungspolitik

Demokratie ist eine historisch junge Errungenschaft, und sie bedarf nicht nur einer Reife des partizipierenden Volkes, sondern auch seiner Regierung. Gerade in repräsentativen Demokratien ist das Potenzial für Missbrauch sehr hoch. Leider ist man hier in Österreich noch immer nicht wirklich bereit, das Volk mitsprechen zu lassen. Zum Beispiel das Wissenschaftsministerium. Nur mit massivem öffentlichen Druck konnte etwas so harmloses und vernünftiges wie ein Kriterienkatalog für eine ethische Abwägung zwischen Schaden und Nutzen durchgesetzt werden, aber der Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Mitterlehner zerstört das Projekt eiskalt, und das, obwohl die Bevölkerung sehr tierversuchskritisch ist und eindeutig eine strenge Schaden-Nutzen Abwägung fordert. Dieser Wunsch der großen Mehrheit ist Mitterlehner aber völlig egal. Er lässt das Tierversuchsgesetz genau so schreiben, wie es Pharmaindustrie und Universitäten wollen, Punkt aus. Keine Mitsprache, kein Mitbestimmen, kein Mehrheitsentscheid.

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Sackgasse Industrialisierung: wie der Bauernhof zur Tierfabrik wurde

Im 18. Jahrhundert nannte es sich „ökonomische Aufklärung“. In Preußen zog man gegen die Sommerweide der Kühe zu Felde. Die Weide sei eine Seuchenfalle, die Wiesen würden verwüstet, es würde Zeit, dass die Kultur über die Natur siege. Das Tier sei wie ein Mensch ohne „Seelenkraft“, also wie ein geistig verwirrter Mensch, auch in der Gefangenschaft glücklich. Die Freiheit an sich habe für das Tier keinen Wert (1772). Die Preußische Akademie der Wissenschaften konstatierte 1787: die Sommerstallfütterung, d.h. die ganzjährige Anbindehaltung von Kühen, ist die wichtigste Revolution in der Landwirtschaft. 1799 wurden vom „Vater der deutschen Landwirtschaft“, Albrecht Thaer, Kühe explizit als „Maschinen“ bezeichnet, die Futter in Milch verwandeln. Man müsse also Maßnahmen setzen, die diesen Prozess modern und effizient gestalten. Der Schritt zur Industrialisierung auch der tierlichen Landwirtschaft war getan.
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