Veterinäruniversität Wien

Ich habe jetzt Redeverbot an der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Im Rahmen eines Seminars am Messerli-Institut für Mensch-Tier Beziehung war ein Vortrag von mir für den 17. März 2016 vorgesehen. Es sollte um die Jagd auf gezüchtete Tiere gehen, um die Gatterjagd genauso, wie um das Aussetzen gezüchteter Fasane für die Jagd. Ein brisantes Thema momentan, stehen doch in verschiedenen Bundesländern Reformen dazu an. Und, wie immer bei solchen Kampagnen, gibt es Versuche der Tierindustrie und der Behörde, uns zu kriminalisieren, zu bekämpfen und zu behindern, wo es nur geht. Und eine Maßnahme ist nun offenbar ein Redeverbot an der Vet Uni Wien.

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Offener Brief an Vet Uni Wien Rektorin Sonja Hammerschmid

Sehr geehrte Frau Rektorin,

Sie haben kürzlich dem VGT eine Klagsdrohung wegen eines Tierversuchs geschickt, der der Effizienzsteigerung der Nutztierindustrie dient. Es war Ihnen ein großes Anliegen zu betonen, dass dieser Versuch nicht an Ihrer Universität stattgefunden hat, weil: „Die Veterinärmedizinische Universität Wien lehnt jede Verletzung des Tierschutzes und seiner rechtlichen Grundlagen ab.“ Jetzt haben Sie in der Tageszeitung „Der Standard“ eine 4-seitige Anzeige geschaltet, in der der Leiter der Universitätsklinik für Geflügel, Michael Hess, über seine Forschungsarbeit an der Schwarzkopfkrankheit bei Puten Auskunft gibt. Nun, zu diesem Thema gab es 2 Tierversuchsprojekte im Jahr 2014 in Österreich, in deren Verlauf insgesamt 150 Puten und 100 Hühner mit dieser Krankheit infiziert wurden. Tatsächlich gibt es sehr ähnliche Tierversuche in Österreich seit über 10 Jahren, ohne erkennbares Resultat. Den Angaben des Wissenschaftsministeriums ist zusätzlich zu entnehmen, dass diese Tierversuche schweres Leid verursachen, das ist die höchste der Stufen für Tierleid bei Tierversuchen.
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SLAPP: Vet Uni Wien droht VGT mit kostenintensiver Klage

Außenstehende staunen oft, wenn ich ihnen erzähle, wie häufig der VGT zivilrechtlich geklagt wird. In Summe werden wir mit mehreren solcher Klagen oder zumindest ernsthaften Klagsdrohungen pro Jahr konfrontiert. Dabei ist eine Klagsdrohung nicht viel anders als eine Klage, weil die DroherInnen eine Forderung mit bereits geleisteten anwaltlichen Kosten verbinden. Nun, man könnte meinen wir seien selbst schuld, eine Klage würde doch nur bedrohlich sein, wenn man etwas falsch gemacht hat und demnach sozusagen diese Strafe verdient.
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Tierversuche: Schreiben an die Rektorin der Veterinäruniversität Wien

Sehr geehrte Frau Rektorin Dr. Hammerschmid,

ich habe eben eine Anzeige wegen eines Tierversuchs eingebracht, siehe https://martinballuch.com/anzeige-wegen-tierversuch-fuer-tierfabriken/.

Im Jahr 2014 wurden in Österreich 36 Tierversuche mit dem Ziel durchgeführt, die Intensivierung der Tierindustrie und damit die Effizienz der Ausbeutung von Nutztieren, zu steigern. Viele dieser Versuche haben vermutlich an Ihrer Universität stattgefunden, Sie können mich gerne korrigieren. Dagegen gab es nur 2 Tierversuche, die der Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren dienen. Die Liste finden Sie hier: https://martinballuch.com/tierversuche-in-oesterreich-2014-versuche-zur-profitsteigerung-in-tierfabriken/

Das Tierversuchsgesetz schreibt eine Abwägung von Schaden und Nutzen jedes Versuchs vor, und nur jene, deren Nutzen den Schaden überwiegt, dürfen stattfinden. Sie haben auch eine Ethikkommission an Ihrer Universität, die angblich Tierversuche überprüft und nur ethisch akzeptable genehmigt. Können Sie mir bitte ein einziges Argument nennen, warum solche Tierversuche gerechtfertigt sind? Können Sie diese Tierversuche in der Öffentlichkeit vertreten? Wenn nein, warum sprechen Sie sich nicht öffentlich dagegen aus? Lassen Sie zu, dass solche Tierversuche zum Schaden aller – außer einer handvoll Personen, die von der Tierindustrie profitieren, inklusive Ihre KollegInnen, die daraus Drittmittel beziehen – stattfinden dürfen? Gibt es nicht eine Art von Hippokratischem Eid auch in der Veterinärmedizin, die Sie dem Wohlergehen der Tiere verpflichtet? Wie kann man nur so herzlos sein!

Jetzt ist bewiesen, dass dieses ganze Gerede von Kontrollen, hohen Standards und strengen Bestimmungen nur heiße Luft ist. Wenn solche Versuche ungestraft stattfinden dürfen, dann gibt es keine ethischen Schranken, dann ist alles erlaubt. Oder nennen Sie mir bitte einen Tierversuch, der wissenschaftlich Sinn macht, der aber in Ihren Augen unethisch wäre und von Ihrer „Ethikkommission“ abgelehnt würde?

Das ist eine unfassbar große Schande für die Naturwissenschaft, die mir so am Herzen liegt, aber auch für unsere gesamte Gesellschaft. Ich kann Ihnen versprechen, dass ich das nicht ruhen lassen werde, sondern die Öffentlichkeit so breit wie möglich informieren, bis dieser alptraumhafte Spuk ein Ende hat!

Martin Balluch