Veggie Planet in Salzburg: die erste österreichische Veggiemesse!

Von einigen Hundert BesucherInnen ging man aus, die Messe sollte von der Veganen Gesellschaft Österreich eher klein angelegt werden. Dann meldeten sich so viele Firmen, darunter auch die neue Veggie-Marke von SPAR, dass die Messe vergrößert werden musste. Am letzten Wochenende besuchten mehrere Tausend Personen die erste österreichische Veggiemesse „Veggie Planet“ im Kongresshaus Salzburg.

Die rein pflanzliche Ernährung scheint tatsächlich nicht nur immer mehr öffentliches Interesse zu wecken, sie wird auch zunehmend aus dem sektiererischen Eck geholt. Die Medienberichte über die „Veggie Planet“ sind alle ausnahmslos positiv, wie z.B.:
http://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/art58,847263
http://www.salzburg24.at/stadt/grosser-erfolg-fuer-%E2%80%9Eveggie-planet%E2%80%9C/3204367

Die Salzburger Nachrichten haben sogar ein Video zur Messe online, für das ich auch zum Kommentar aufgefordert wurde:
http://www.salzburg.com/nachrichten/salzburg/chronik/sn/artikel/video-essen-geniessen-und-tiere-schuetzen-8492/

Selbst der staatliche Sender ORF hat sehr positiv berichtet:
http://tv-thek.orf.at/programs/70019-Salzburg-heute/episodes/3788151-Salzburg-heute/3791127-Trend-zum-Vegetarischen

Diesem Beitrag entnehme ich, dass es bereits 250.000 VeganerInnen in Österreich gibt. Sollte das stimmen wären das immerhin mehr als doppelt so viele Personen wie alle JägerInnen und etwa gleich viele wie alle LandwirtInnen zusammen. So viele Wählerstimmen müssten eigentlich auch politisch eine immer größere Rolle spielen.

Zufällig habe ich heute die „I have a dream“-Rede von Martin Luther King am 28. August 1963 beim Lincon Memorial in Washington, USA, vor 250.000 Menschen gelesen. Darin sagt er, dass sich alle irren werden, die annehmen, bei der Bürgerrechtsbewegung handle es sich nur um einen Sturm im Wasserglas, die werde schon wieder vergehen, wenn man sie nur aussitzt. Und sie ist nicht vergangen und hat letztlich auch einen farbigen Amerikaner zum Präsidenten der USA, und damit zum mächtigsten Menschen der Welt, gemacht. Ich glaube, dass auch die vegane Bewegung für Tierrechte nicht weggehen wird, auch sie ist ein nicht nur bleibendes sondern zunehmend lauteres Phänomen in unserer Gesellschaft, das die Bruchlinie für einen der größten sozialen Konflikte im 21. Jahrhundert vorgibt. So sieht das zumindest der Landwirtschaftsminister der Niederlande.

Vor 23 Jahren, als ich vegan wurde, gab es dieses Wort „vegan“ hierzulande überhaupt nicht. Es stand auf keinem Produkt, es wurde nirgends in der Gastronomie angegeben, es gab absolut keine Ersatzprodukte, nicht einmal Sojamilch. Wie anders ist das heute! Und wie wird es in weiteren 23 Jahren sein? Wird hier ein weiterer Traum – nach dem von Martin Luther King 1963 – wahr?

8 thoughts on “Veggie Planet in Salzburg: die erste österreichische Veggiemesse!

  1. Susanne says:

    @ Susanne V. – Vielen Dank fürs Teilen dieser tollen Videos, wunderschön so etwas zu sehen!!! und gleichzeitig unendlich traurig wenn man sieht was Menschen den Schweinen antun 🙁 Schweine sind so liebe, friedliche Tiere.

  2. Susanne V. says:

    Das passt zwar hier nicht dazu – oder eigentlich doch irgendwie – denn es zeigt wie Tiere leben könnten, würden wir Menschen kein Fleisch essen. Wer es noch nicht kennt sollte sich das ansehen. http://www.bahamas.de/aktivitaeten/wassersport-aktivitaeten/schwimmen-mit-schweinen Hier leben glückliche Schweine, bzw. so sieht es aus wenn Schweine glücklich sind. Sie wurden auf eine Insel gebracht, damit sie sich dort vermehren und um später gegessen zu werden. Jetzt trachtet ihnen niemand mehr nach dem Leben. Sie sind zur Touristenattraktion geworden. Wenn die Leute mit dem Futter kommen, schwimmen die Schweine ihnen entgegen. Sie leben übrigens vegan, aus Überzeugung. 🙂 (Die Schweine natürlich) Diese hier sind auch (noch) glücklich, aber man wird sie vermutlich irgendwann schlachten. http://www.dailymotion.com/video/xibw1x_schweine-erfinden-rutsche-und-rutschen-im-dreck_fun
    Ich finde es gut wenn man den Menschen zeigt wie Tiere leben, wenn man sie sein lässt wie sie sind. So mancher sieht die Tiere dann wohl mit anderen Augen. 🙂

  3. Vera says:

    Kein Wunder, diejenigen, die von Tierausbeutung leben müssen ja Panik haben wenn sie mal schauen, wo der Trend schön langsam hingeht. Die sehen ihre Felle sicher schon davonschwimmen. Ich weiß nicht ob nur mir das so vorkommt, aber in letzter Zeit häufen sich in allen Sendern, egal ob Radio oder TV, sehr fleischkritische Stimmen und Beiträge und immer wieder Aufforderungen und Apelle zu zumindest „weniger“ Fleisch und Tierprodukten.

    Es wird jetzt wohl zu einem letzten, panikartigen „Aufbäumen“ der ganzen Tierausbeuterindustrie kommen, wie sich auch schon in dem völlig überzogenen Vorgehen und den Repressalien gegen die Tierschützer gezeigt hat, greifen die zu immer drastischeren Mitteln, ABER, dieses ganze System ist nicht mehr länger haltbar.

    Dass sich das vermutlich umwelt-, tier- und menschenschädlichste Produkt „Fleisch“ überhaupt bis jetzt so halten konnte – das allein ist schon ein Skandal.

    Finde ich von Schönborn jedenfalls wieder mal sehr lobenswert, weiter so 🙂

  4. Susanne V. says:

    Da werden sich die Fleischproduzenten aber ärgern. In unserer Bezirkszeitung steht: „Sauerei! Schweinebörsen-Chef ruft zum Boykott der Kirchensteuer auf.“

    Hans Schlederer, Chef der Österr. Schweinebörse schreibt in der Bauernzeitung, Schönborns Äußerungen seien „geschäftsschädigend“ und deshalb solle man weniger Kirchensteuer (als Strafe) bezahlen. Schönbauer hatte geschrieben man solle auf die Hälfte des Fleischkonsums verzichten – auch aus ethischen Gründen. Da frage ich mich was der gute Mann tut, wenn „Veggiemessen“ modern werden.

  5. Andrea says:

    Ich mag das Victor Hugo-Zitat! 🙂 Es wäre soooo wünschenswert, und dringendst notwendig, dass jetzt eine neue Zeit anbräche! Die Informationen sind da, die Alternativen sind da, wir müssen uns nur umentscheiden und der Großteil des weltweiten Leidens wäre zuende!

  6. Martin C. says:

    Die sechs Stunden Zugfahrt waren es in jeder Hinsicht wert, der Wohlfühlfaktor war enorm.

  7. Vera says:

    Wahrlich eine gelungene Veranstaltung! Die Vorträge waren super, das kulinarische Angebot eine Gaumenfreude, und der Spaßfaktor war enorm!! Mögen noch viele weitere Veggie-Planten folgen!!!

    Veganismus ist sicher nicht nur eine Modeerscheinung sondern ein zivilisierter Umgang mit Mensch, Tier und Natur, der sich erfreulicherweise immer mehr durchsetzt.

    „Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ (Victor Hugo)

  8. Susanne says:

    Ich war da und es war sooo schön :):) Was mir immer wieder auffällt – egal ob in Internet-Foren oder auf Veranstaltungen – wo Veganer unterwegs sind, da ist die Stimmung und der Umgang miteinander extrem freundlich, rücksichtsvoll und herzlich!! Völlig zurecht nennt sich diese Ernährung „Peace Food“!!

Leave a Comment

Your email address will not be published.

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Psychologie des Fleischessens: Melanie Joy’s Konzept „Carnismus“

Dank der Veganen Gesellschaft Österreich, die ich übrigens am 1. April 1999 zusammen mit meinem Bruder und meiner damaligen Partnerin...

Heute letzter Prozesstag im Verfahren der Klage der Landwirtschaftskammer NÖ gegen mich

Heute fand der zweite und letzte Prozesstag im Verfahren der Landwirtschaftskammer NÖ gegen mich wegen deren Klage auf Unterlassung statt....

3 Jäger aus der ÖVP im steirischen Landtag verbieten Tierschutzaktionen gegen die Jagd

Ich weiß nicht, was die Jagd an sich hat, dass sie so häufig gerade von politisch mächtigen Personen, insbesondere innerhalb...

Schließen