Xenotransplantation – eine erschreckende Vision

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Schweine als Ersatzteillager für Menschen?

Mitte der 1990er Jahre arbeitete ich an der Uni Cambridge in England als Universitätsassistent. Im nahen Addenbrookes Hospital wurden Tierversuche für die Transplantationsmedizin durchgeführt. Die neue heiße Story: Schweine wurden genetisch manipuliert, sodass sie menschliche Organe entwickeln, die dann in Menschen eingepflanzt werden sollten. Es war überall in den Medien, die neue, endgültige Lösung des Problems, dass zu wenige Spenderorgane zur Verfügung stehen. Menschen, die z.B. durch hohen Alkoholkonsum ihre Leber zerstören, sollen rasch und billig Ersatzteile bekommen. Wenn man Schweine schon isst, warum sie nicht auch als Organspender benutzen? Die Tiere selbst würden besser leben als jedes Schwein in der Massentierhaltung, wurde versprochen. Man wolle ja schließlich ein gesundes Organ transplantieren, kein in schlechter Haltung verdorbenes. Das ganze hieß Xenotransplantation.

Seitdem verfolgt mich diese Horrorvision von Lebewesen, die für die Herrenrasse als Ersatzteillager fungieren.

Doch alle Versuche scheiterten, die Organe tatsächlich in Menschen einzupflanzen. Immer starben die EmpfängerInnen früher oder später an der Immunabwehrreaktion. Es wurde wieder still um diese Idee, auch wenn in verschiedenen Labors weltweit fieberhaft daran weiter gearbeitet wurde, und Generation um Generation von Tieren, von Ratten über Schweine bis zu Affen, dafür „verbraucht“.

Im New Scientist vom 29. Juni 2013 wird auf den Seiten 6-7 unter dem Titel „Get your spares at the organ farm“ über die Erfolge einer japanischen Forschergruppe bei der Xenotransplantation berichtet (das Bild eines Schweins trägt die Unterschrift „This little piggy grew a human kodney“). „Groundbreaking“ seien die Tierversuche. Ratten wurden so genetisch manipuliert, dass sie z.B. keine Bauchspeicheldrüse entwickeln. Dann entnimmt man einer normalen Ratte sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen und injizierte diese in eine Blastozyste aus der Linie genetisch manipulierter Ratten. Die Ratte, die aus dieser Zellkombination entsteht, hat eine Bauchspeicheldrüse samt den entsprechenden Blutgefäßen aus dem genetischen Material der Ratte, die das Organ erhalten soll. Jetzt hat man auch Schweine mit entsprechend manipulierter Genetik entwickelt, die nun für die Injektion menschlicher Stammzellen bereit stehen.

Die Gesetze Japans wurden, wie im Artikel des New Scientist erklärt wird, extra für diese Tierversuche adaptiert. Jetzt ist es erlaubt, Chimären zwischen Menschen und Schweinen zu produzieren, solange diese neuen Wesen weder ein menschliches Gehirn noch menschliche Samenzellen bekommen. Alle anderen Organe wurden zur Nutzung gesetzlich freigestellt.

Doch so schnell wird die Xenotransplantation trotzdem nicht gelingen. Auch die japanische Forschergruppe sieht das so. Man will zur Not auf Affen ausweichen, weil diese den Menschen näher verwandt sind.

Italien, mit einer traditionell starken Bewegung gegen Tierversuche, geht einen anderen Weg. Am 31. Juli 2013 stimmte das Parlament einem neuen Tierversuchsgesetz zu, das einerseits die EU-Richtlinie implementiert, aber andererseits weit darüber hinaus geht. So sind ab sofort in Italien alle Tierversuche zur Xenostransplantation verboten! Darüber hinaus untersagt Italien nun auch jede Zucht von Hunden, Katzen und Primaten für Tierversuche, alle Experimente an Tieren für Waffentechnologie, Drogen, Tabak und Alkohol, sowie Tierversuche ohne Betäubungsmittel bzw. Schmerzmittel mit Ausnahme von der Schmerzforschung. Italien bietet damit der EU die Stirn, indem es strengere Tierschutzrichtlinien erlässt, als in der EU-Richtlinie vorgesehen, obwohl das diese Richtlinie explizit untersagt.

Ob wir auch eines Tages so weit kommen?

14 thoughts on “Xenotransplantation – eine erschreckende Vision

  1. susanne v. says:

    Gewaltmonopol des Staates bedeutet, dass ich jemanden der mich angreift nicht einfach so erschießen darf – ausgenommen Notwehr – aber die Polizei darf das unter bestimmten Voraussetzungen. Auch in China hat der Staat das Gewaltmonopol, trotzdem gibt es dort so gut wie keinen Tierschutz und Menschen werden hingerichtet und deren Organe verkauft.

    In einem Staat gilt was Gesetz ist und die Staatsorgane versuchen die Gesetze durchzusetzen, was nicht immer gelingt. Gesetze werden von denjenigen geschaffen, die dazu die Macht haben. „Wer die Macht hat, hat das Recht!“

    Ethik ist etwas anderes. Wenn jemand mächtig genug ist, seine Sicht der Ethik, des ethischen Handelns durchzusetzen, also dementsprechende Gesetze zu schaffen und diese auch zu vollziehen, müssen sich alle (offiziell) danach richten. Diese Macht kann entstehen, wenn viele Menschen eine Partei wählen, welche dann solche Gesetze macht; oder mit Waffengewalt, also wenn eine Diktatur herrscht.

  2. julia says:

    Weltfremder Unsinn, Herr DDr. Mal wieder zu lange in der Wildnis gewesen?

    „Wir leben in einer Gesellschaft mit Gewaltmonopol und daher ohne Recht des Stärkeren …“ ist eine schöne Utopie, aber leider nicht die Realität. Anderen Menschen gegenüber ist es bestenfalls eine Fiktion, Tieren gegenüber nicht einmal das. Obwohl gesetzlich verboten, Tiere „ohne vernünfigen Grund“ zu töten, gilt doch schon die alles andere als vernünftige Lust auf Steak als Grund genug, Tiere zu quälen und zu töten. Vom Recht des Tiers auf Leben und Unversehrtheit bleibt sehr rasch nichts übrig, wenn die Gelüste des Menschen sich regen. Und noch schneller, wenn es um die eigene Haut geht, oder was darunter ist.

    Als ein Freund von uns plötzlich herzkrank war und die Herzklappe eines Schweins eine von zwei Überlebensoptionen war (letzten Endes bekam er dann eine künstliche, weil das bei jungen Menschen sicherer ist), war mein erster Impuls ihn zu fragen, ob er das denn akzeptieren könne, dass ein Schwein für ihn stirbt, damit er leben kann -? (wäre es wohl gewesen) aber es geht noch schlimmer, wie Susanne anmerkte. Die „Zeit“ berichtete vor einiger Zeit über todkranke Ausländer, für die in chinesischen Lagern Falun Gong-Anhänger und andere „Kriminelle“ anscheinend auf Bestellung getötet und ausgeweidet werden. Aber die todkranken Ausländer stellen keine Fragen, wissen nichts oder wollen nichts wissen.

    Warum erscheint den meisten von uns das eine schlimmer als das andere? Nur weil wir daran gewöhnt sind, dass Schweine für uns geschlachtet werden, während der Gedanke an zweckgerichtet getötete Menschen, eine inzwischen selten gewordene Praxis, in uns Unbehagen hervorruft? Oder weil wir das Schwein als von geringerem Wert als den Menschen ansehen? Wie bemesse ich dann das Leben der Stechmücke?

    Es ist so gut wie unmöglich zu leben, ohne andere Lebewesen leiden zu machen. Nur manchmal sind die Entscheidungen einfach. Ich kann die Schnecke auf dem Weg zertreten, krabbeln lassen oder sie behutsam mit einem Blatt erfassen und am Wegrand unter einen Busch setzen, damit auch niemand anderer sie zertritt.

    Grundsätzlich anders ist die Frage des aktiven Tötens. Klaus Petrus meint zB, dass es legitim ist, wenn ich Mensch oder Tier töte, wenn er/es mich angreift und damit mein Leben gegen seins steht. Das ist nicht weit weg von der Frage, unter welchen Bedingungen ich die Herzklappe eines Schweins, oder das Herz eines anderen Menschen akzeptieren würde. Ich würde sicher nicht wollen, dass jemand für mich getötet würde. Aber was, wenn ich es nicht wüßte?

    Bekanntlich stellen sich viele ethische Fragen aus der Außenperspektive ganz anders dar – wie zB die berühmte Frage an die Großeltern, warum sie sich in der Nazizeit so und nicht anders verhalten haben. Wir wissen nicht, wie wir uns verhalten hätten. Ob ein Anton Schmidt oder ein Karl Jäger in uns steckte. Das hätte erst die konkrete Situation erwiesen – die Deo gratias vorbei ist. Die Frage bleibt offen.

    So auch hier: Letzten Endes sind dies ethische Fragen, die man nur von einem sehr hohen Roß herunter abschließend beantworten kann (auch wieder speziesistisch). Das ist eine ganz andere Perspektive als vom Krankenbett des Herzpatienten herauf. Von dort aus gesehen sieht manches vermutlich ganz anders aus und läßt keine abschließende Antwort zu. Ich vermute sogar mal, manchen von uns würde in der Situation ganz die Sprache wegbleiben – oder sie würden ganz anders klingen.

  3. Martin Balluch says:

    Wir leben in einer Gesellschaft mit Gewaltmonopol und daher ohne Recht des Stärkeren. Die Entscheidungen darüber, wie in dieser Gesellschaft miteinander und mit Tieren umgegangen wird, müssen also am Prinzip der Gerechtigkeit gemessen werden, und nicht an dem, was „für uns“ (wer auch immer unter dieses „uns“ fällt) besser/bequemer/billiger ist.

    Kann es einem Schwein gegenüber gerecht sein, es ausschließlich als Ersatzteillager für menschliche Organe zu missbrauchen? Offensichtlich nicht. Ich vermisse die Sensibilität bzgl. dieser Ungerechtigkeit bei manchen Menschen. Selbst wenn es heute Xenotransplantation gäbe, wäre es ein ethisches Gebot, daran zu arbeiten, sie wieder abzustellen oder zumindest durch gleichwertige medizinische Hilfe, die gerechter ist, zu ersetzen.

    Was gerecht ist und was nicht, kann man nicht beurteilen, wenn man selbst betroffen ist. Ein juristischer Grundsatz ist, dass das Opfer nie auch der Richter sein darf, aus diesem Grund. Dasselbe gilt für den psychischen Zustand bei der Entscheidung: unter Todesangst oder wenn es um das eigene Leben geht, ist eine gerechte Entscheidung nicht mehr möglich.

    Unsere Aufgabe ist also, im Zustand der Nichtbetroffenheit ein gerechtes System in der Gesellschaft zu finden und dieses dann mit Hilfe des Gewaltmonopols abzusichern. Auch dagegen, übrigens, dass man unter gewissen Umständen selbst plötzlich andere ungerecht behandeln will.

    Die Intuition, dass man sich gegen das Schwein entscheidet, wenn man selbst sterben würde außer man bekommt ein Organ von einem Schwein, und es ist legal und ohne Probleme möglich, dieses Organ zu bekommen, ist nichtssagend. Genauso würden alle Menschen entscheiden, wenn ihr Überleben vom Organ eines Menschen am anderen Ende der Welt abhängt – wie gesagt, wenn es legal ohne Probleme möglich wäre und den Normalfall darstellt. Das gilt zumindest dann, wenn man in einer Gesellschaft aufgewachsen ist, in der diese Menschen am anderen Ende der Welt, deren Organe man bekommt, als minderwertig gelten.

  4. susanne v. says:

    Ich glaube sie verstehen nicht worum es geht. Man kann etwas aus rein ethischen Gesichtspunkten betrachten, aber auch aus praktischen Überlegungen heraus.

    Erstens stimmt es keineswegs, dass ein Schwein für einen Menschen sterben würde. Es ist vielmehr so, dass unzählige Tiere unvorstellbar gequält werden, um überhaupt einmal herauszufinden, ob man das was man machen möchte, überhaupt machen kann.

    Zweitens ist es eine psychische Belastung für einen Menschen zu wissen, dass er ein Organ erhält welches in einem Schwein heran gewachsen ist. Es ist weiters anzunehmen, dass er über das Organ Gene vom Schwein erhalten könnte. Nicht nur das Schwein wird zur Schimäre, sondern auch der Mensch. Ausschschließen kann man das nicht. Stellen sie sich vor, sie bekommen so ein Organ und beginnen dann zu grunzen. 🙂

    Drittens muss man davon ausgehen, dass man neue Krankheiten erzeugt, die es bisher in der menschlichen Gesellschaft nicht gab.

    Die Wissenschaftler glauben die Natur sei blöd und unvollkommen. Religiöse Leute würden sagen, sie – die Wissenschaftler – glauben, dass Gott unvollkommen und blöd ist und sie – die Wissenschaftler – müssten deshalb die Natur korrigieren. Ich denke alles hat seinen Sinn und Zweck, auch die Artengrenze. Diese hebt der Mensch auf und es stellt sich deshalb die Frage, ob der Mensch dadurch in das Reich der Tiere und vielleicht auch ins Reich der Pflanzen (biologisch) zurückkehrt, oder ob die Tierwelt und die Pflanzenwelt ins Reich der Menschen eindringen wird. Im Grunde genommen haben diese „Wissenschaftler“ keine Ahnung was sie eigentlich tun. Sie erklären uns dummen „Normalsterblichen“ ständig sie würden alles verbessern, in Wahrheit beschwören sie unvorstellbare Katastrophen herauf.

  5. gts says:

    wenn ein schwein dafür sterben soll um einem menschen das leben zu retten, dann finde ich das alles andere als verwerflich!!
    Denn bei allem Tierschutz und Tierwohl, denke ich, ist es doch wohl richtig einem menschen dem vorzug gegenüber einem tier zu geben!! Ich finde ihre meinung ist recht heuchlerisch, denn würde es um einem nahen verwandten oder guten freund gehen, würden sie ein rettendes tierorgan wohl keinesfalls ablehnen

  6. susanne v. says:

    Es gibt auch Leute die sich ein Organ kaufen und nicht danach fragen ob der Spender freiwillig gespendet hat, ob er gezwungen wurde, ob seine Notlage ausgenützt wurde und ob er überlebt hat. Sogar Morde werden begangen um Organe zu bekommen. Diese Leute haben wahrscheinlich meistens eher kein schlechtes Gewissen. Es gibt auch Leute die zahlen um vorgereiht zu werden, wie man aus Deutschland weiss. Die haben wahrscheinlich auch kein schlechtes Gewissen weil andere, die deshalb länger warten müssen, in der Zwischenzeit sterben. Im Prinzip warten die meisten Organempfänger ja darauf, dass jemand stirbt der das passende Organ hat, oder dass sich jemand opfert. Es gibt genug Menschen die über Leichen gehen, ohne Schuldgefühle zu entwickeln, das steht außer Frage.

    Heuchlerisch ist es zu tun, als wären andere verpflichtet zu spenden, wie man das den Leuten gerne einredet. Heuchlerisch ist es so zu tun, als würden hinter dieser Industrie ethische Gesichtspunkte stehen. Ob sie die Sache genauso sehen würden, müssten sie unter furchtbaren Bedingungen und für wenig Geld eine Niere spenden, oder würde man sie ermorden um ihr Herz zu stehlen, frage ich mich.

    http://www.zeit.de/schlagworte/themen/organhandel/index

    Wir haben zufällig derzeit noch ein Gesundheitssystem, wo teure Operationen von der Allgemeinheit bezahlt werden. Deshalb begreifen wir nicht, dass das alles nur für Reiche ist. Sobald der Reichtum versiegt, sterben die Leute wie die Fliegen. Wer kein Geld hat bekommt auch keine tierischen „Ersatzteile“, selbst wenn sie vorhanden sind.

  7. Werner Furlan says:

    das muss wohl der Organempfänger selber entscheiden ob er den Eingriff machen lässt oder nicht. Ich kenne jedenfalls viele, die sehr zufrieden sind mit dem Ergebnis und nicht tauschen würden. (v.a. Nierentransplantierte, oft auch mit einer Lebendspende von Angehörigen, aber auch andere. Natürlich gibt es auch Fälle, die kompliziert verlaufen sind und es gibt welche, die lieber die Dialyse in Kauf nehmen als noch einen Transplantationsversuch. Das von oben herab zu beurteilen und schlecht zu reden halte ich für sehr begrenzt und auch etwas heuchlerisch.

  8. susanne v. says:

    Menschen sind nicht nur „Körper“, sondern auch
    „Seele“. Tiere natürlich auch. Das ist etwas was gerne unter den Tisch gekehrt wird, weil es ins Konzept nicht so gut passt. Schließlich geht es nicht um Gesundheit, sondern nur ums Geld. Wenn es sein muss, bzw. wenn es möglich ist, beschafft man auch Organe indem man gesunde Menschen ihrer Organe beraubt, oder sie sogar umbringt. Wird alles gemacht.

    Der Spuk ist sofort vorbei, wenn daran nichts verdient wird.

    Menschen die fremde Organe erhalten, haben danach oft arge psychische Probleme. Ebenso die Angehörigen des Spenders. Und wie man weiss sind die Spender nicht immer tot, deshalb werden sie jetzt sogar „betäubt“. Tiere wären noch lebendiger. Man würde sie nicht vorher töten.

    Wenn die „Spender“ Tiere sind, wird das mit Sicherheit für viele Empfänger zum psychischen Problem werden. Man kann das Essen eines Tieres nicht damit vergleichen, ein lebendes Organ eines Tieres in sich zu haben. Es ist schwer zu sagen ob die Geschichten die man so liest echte Erlebnisse sind, oder rein psychisch, erst nehmen sollte man sie:

    http://www.transplantation-information.de/veroeffentlichungen/unterricht/45_folgenII.html

    „Viele „OrganempfängerInnen“ beschäftigen sich intensiv mit der mutmaßlichen „SpenderIn“ „SpenderIn“, wobei das Geschlecht, die ethnische Herkunft oder mögliche Vorlieben eine zentrale Rolle spielen. Vorstellungen, mit einem fremden Organ das Geschlecht gewechselt, die ethnische Identität oder per­sönliche Vorlieben übertragen bekommen zu haben, sind nicht selten.

    Identitätsstörungen, Persönlichkeitszusammenbruch oder Entfremdungserscheinungen können auftreten sowie Ängste oder Depressionen.“

    Eine Frau schrieb darüber ein Buch: Herzensfremd. Wie ein Spenderherz mein Selbst veränderte
    Claire Sylvia

    Jetzt stelle man sich vor, diese Frau hätte das Herz eines Tieres erhalten.

  9. Werner Furlan says:

    Zitat: „Lösung des Problems, dass zu wenige Spenderorgane zur Verfügung stehen. Menschen, die z.B. durch hohen Alkoholkonsum ihre Leber zerstören, sollen rasch und billig Ersatzteile bekommen.“
    Das ist sehr tendenziös formuliert. Die Indikationen zu einer Organtransplantation sind breit gestreut, ihre Formulierung klingt so als ob die bösen Menschen an selbst verschuldeten Krankheiten leiden und die braven Tiere dafür sterben müssen. So ist das natürlich nicht und wie schon von Julia geschrieben, Bioprothesen gibt es schon lange und es ist wahrscheinlich vom ethischen Standpunkt gesehen kein großer Unterschied ob ich eine Schweineherzklappe oder einen Lederschuh trage.

  10. rud says:

    Ich fürchte ich auch nicht. Der Mensch ist nunmal Mensch! Rekombinante Organe werden kommen, einfach weil die derzeitige Menschheit sie braucht, ob die jetzt aus Kultur oder Wirt stammen wird sich zeigen.
    Zum generellen Thema Tierversuche: Sicher gehören diese in verschiedenen Bereichen eingeschränkt und strenger überwacht, z.B in der Kosmetik, aber in der pharmazeutischen/medizinischen Forschung und sei es auch Grundlagenforschung gibt es derzeit einfach keine Alternative-und deshalb sind sie notwendig. Ich frag mich wie sich die VGT Umfragen verändern wenn ich mich hinstelle mit einem Plakat wo draufsteht: Dieses Kind musste sterben, weil Tierversuche verboten wurden…

  11. julia says:

    Das ist doch längst Realität. Herzklappen von Schweinen zB werden seit über 20 Jahren herzkranken Menschen transplantiert (noch sind nicht in allen Fällen künstliche Herzklappen benutzbar).
    Aber auch wenn wir die Vision der Labore grausig finden: die Realität der Schlachthöfe ist es nicht minder.
    Transgene Mäuse leiden vermutlich ebenso wie betäubungslos kastrierte Ferkel. Nur ist die Zahl der Ferkel in den Ställen um ein vielfaches größer als die der Versuchstiere.
    Und es ist viel leichter, Menschen dazu zu bringen, Tierversuche abzulehnen als auf Schweinskotelett zu verzichten.
    Im übrigen bin ich mir nicht sicher, ob ich die Herzklappe eines Schweins ablehnen würde, wenn ich nur mit einer solchen überleben könnte – hätte ich hier die Größe festzustellen, dass mir nur das Recht des Stärkeren das Recht gäbe, die Herzklappe des Schweins für mich zu beanspruchen, und würde den Ärzten im Herzzentrum sagen, nein danke, dann sterb ich lieber, bevor das Schwein für mich stirbt? Ich fürchte nicht.

  12. Monika says:

    Einfach nur KRANK was sich die Menschen einfallen lassen…….

  13. Martin C. says:

    Frankenstein läßt grüßen. Eine schauderhafte Vorstellung von lebenden Ersatzteillagern.
    In Italiens Parlament mag es zwar zeitweise recht chaotisch zugehen, aber dieses Tierversuchsgesetz hat Hand und Fuß. In der vergleichsweise stabilen österreichischen Politlandschaft wird versprochen, hingehalten und dann kommt ein fauler Kompromiss (für die Opfer) heraus.

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