Anzeige wegen Wolfsabschuss

Der Wolf ist ein sehr wichtiger und wertvoller Teil des heimischen Ökosystems. Diese Erkenntnis ist unbestritten. Leider gibt es auch Zeitgenoss:innen unter uns, denen Ökosysteme und Natur völlig egal sind. Denen es nur darum geht, zu ihrem Vorteil zu nutzen was zu nutzen ist, ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Rücksicht auf Tiere und Natur. Diese naturfernen Menschen haben keinerlei Verständnis für Naturzusammenhänge, für Wildnis und Natur ohne menschlichen Einfluss. Wenn sie Wolfsgeheul hören, dann empfinden sie nichts, gar nichts. Keinerlei emotionale Regung. Innerlich tot. Der stumpfsinnig egoistische Zugang: „Natur“ gut, wenn nutzbar, Natur schlecht, wenn unnütz. Da der Wolf für sie keinen Nutzen hat, ist er schlecht. Fertig. Weiter reicht die Denkkapazität nicht mehr.

Es gibt noch einen zweiten Aspekt in der Wolfsdebatte. Bei sehr vielen aus der Jägerschaft scheint eine unbändige Lust vorzuherrschen, einen Wolf zu erschießen. Die wesentliche und vermutlich einzige emotionale Regung in Zusammenhang mit Wildtieren dieser Menschen ist das Erbeuten von Trophäen möglichst großer und gefährlicher männlicher Tiere. Das geht vom Rehbock über den Hirsch bis zum Bär, Luchs und Wolf. Normale Menschen haben diese seltsame Lust nicht in ihrem Gefühlsrepertoir, weshalb es mir schwer fällt, sie einzuordnen. Woher kommt das? Was, genau, daran ist so lustvoll? Auch Literatur wie jene von Paul Parin, die wirklich sehr schwer zu verkraften ist, hat meinem Verständnis nicht auf die Sprünge geholfen. Faktum bleibt: diese Zeitgenoss:innen sind bereit, sehr viel Geld für so einen Abschuss zu bezahlen. Und wenn dann „kostenlos“ ein Wolf vor die Flinte läuft, juckt der Finger so sehr, dass das Hirn ausschaltet.

Ja, und drittens dünken sich solche naturfernen Menschen über jedem Natur- und Artenschutzgesetz. Für sie ist Natur- oder Artenschutz nur ein Luxusproblem der Städter:innen, das sie mit ihrem Nutzungsdenken und der Lust, Tiere abzuknallen, ignorieren können. Da kann der Wolf noch so sehr geschützt sein, die naturferne Gilde sieht es als lustiges Kavaliersdelikt, ihn trotzdem zu töten. Und damit hält man nicht einmal hinter den Berg. In der Bubble ihrer naturfern stumpfsinnigen Umgebung verfangen, glauben sie doch tatsächlich, sich so zu verhalten sei akzeptabel und normal. In Wahrheit bilden sie eine kleine, weltfremde Minderheit.

Ein gewisser Herr Marco Vögele postete öffentlich auf einer Facebookgruppe Fotos von einem Wolf in Pertisau in Tirol:

Derselbe Marco Vögele schreibt unter diese Fotos wörtlich „Für meine Herde der Schutz ist Abschießen vom Wolf“ und „jeder Almbauer ist für den Abschuss“:

Weiters lässt sich unter diesen Fotos ein Herr Hopfgartner, der schon öfters wegen ähnlich naturferner Postings aufgefallen ist, in einer das Gesetz verachtenden, kindischen Weise darüber aus, dass der Wolf auf der Alm zu erschießen sei. Darunter Marco Vögele: „so schaugs aus“:

Und auf die Frage eines Dominik Wurzrainer, ob er den Wolf erschossen habe, schreibt Vögele „schweigen“:

Also entweder Marco Vögele ist ein kindischer Angeber oder er hat ein Verbrechen begangen. Ein Verbrechen sowohl an dem Tier, als auch an der Natur. Und er hätte dann den strengen Artenschutz der EU ignoriert. Außerhalb der naturfernen Bubble dieser Personen ist das sicherlich kein Kavaliersdelikt.

Deshalb hat der VGT nun Anzeige gegen Marco Vögele erstattet. Er wird verdächtigt, am 15. Mai 2021 in Pertisau einen Wolf getötet zu haben.

One thought on “Anzeige wegen Wolfsabschuss

  1. Marco says:

    Sehr geehrter Herr Balluch,

    wie ich auf Ihrem Profil sehen kann, stellen Sie die Behauptung auf ich hätte eine Wolf in Pertisau erschossen. Weder habe ich diese Bilder selber gemacht (kamen von einer Wildkamera) noch bin ich Jäger oder aus dieser Gegend. Ich bitte Sie diese Falschaussage umgehend zu löschen und richtig zu stellen, ansonsten sehe ich mich gezwungen dies an eine Anwalt weiterzugeben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Marco

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Anzeige gegen Landwirtschaftsministerin Köstinger nach § 177 StGB wegen fahrlässiger Gemeingefährdung durch Zoonosen aus Tierfabriken

Die intensive Tierhaltung ist das genaue Gegenteil vom social Distancing, um der Coronainfektion zu entgehen. Sie ist deshalb eine Brutstätte...

Ende der Trophäenjagd auf Grundbesitz der Stadt Wien innerhalb der Stadtgrenzen!

In den Jahren bis 2015 habe ich noch die großen Jagdgesellschaften im Lainzer Tiergarten in Wien gesehen. Zig Autos am...

Schweine, vom Vollspaltenboden gerettet

Letztes Wochenende habe ich wieder einmal das Tierparadies Schabenreith am Ziehberg bei Kremsmünster besucht. Eigentlich war ich in professioneller Mission,...

Schließen