Brief zur Unterstützung von Paul Watson in deutscher Auslieferungshaft

Mein Brief an die deutsche Justizministerin:

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Justizministerin
Deutscher Bundestag
Platz der Republik
111011 Berlin
Deutschland

Wien, am 23. Mai 2012

Betrifft: Auslieferung des Tierschützers Paul Watson an Costa Rica

Sehr geehrte Frau Justizministerin,

mit großer Besorgnis haben wir in Österreich die Nachricht aufgenommen, dass in Deutschland der weltbekannte und weltweit geschätzte kanadische Tierschützer und Obmann der Tierschutzorganisation Sea Shepherd, Paul Watson, von der deutschen Polizei festgenommen wurde, um ihn an Costa Rica auszuliefern. Paul Watson hat sich mit seiner Organisation der Aufgabe gewidmet, die Meerestiere – insbesondere Wale und Robben, aber auch Haie und andere Fische – vor Wilderern in internationalen Gewässern zu bewahren, die sich nicht an internationale Schutzabkommen für die Tiere halten. Diese Aktivität ist in unser aller Interesse und müsste daher von jedem vernünftigen Menschen positiv aufgenommen werden. Paul Watson genießt weltweit deshalb sehr großes Ansehen und wird insbesondere von NGOs aus dem Tier-, Umwelt- und Artenschutz unterstützt.

Ich schreibe Ihnen im Namen des Vereins Gegen Tierfabriken, eines der größten Tierschutzvereine Österreichs. Auch wir sind als effektive Tierschutzorganisation Ziel von Operationen der Polizei und der Justizbehörden gewesen, wir wurden (und werden?) überwacht und hatten 2 Spitzel in den Verein eingeschleust. Diese internationale Tendenz, den Tierschutz als Gefahr für die öffentliche Sicherheit darzustellen und zu kriminalisieren, ist empörend. Die große Mehrheit der Bevölkerung unterstützt unsere Aktivität und zeigt uns volle Solidarität. Ein unabhängiges Gericht hat die Polizeiaktivitäten in unserem Fall für ungerechtfertigt erklärt. Genauso verhält es sich im Fall von Paul Watson. Ich möchte daher im Namen unserer 20.000 Mitglieder, und noch viel mehr UnterstützerInnen, dringend an Sie appellieren, das Auslieferungsverfahren gegen Paul Watson einzustellen und diese Farce zu beenden. Sie und ich wissen, dass es sich hier um ein politisches Verfahren und eine rein politische Entscheidung handelt, die also im Namen der Mehrheit der Menschen gefällt werden soll. Und, glauben Sie mir, die große Mehrheit steht hinter Paul Watson und seinen Aktivitäten. Bitte respektieren Sie daher den demokratischen Volkswillen und stellen Sie das Verfahren gegen Paul Watson ein.

Hochachtungsvoll,

DDr. Martin Balluch
Obmann des Vereins Gegen Tierfabriken

Siehe: https://vgt.at/presse/news/2012/news20120523.php

6 thoughts on “Brief zur Unterstützung von Paul Watson in deutscher Auslieferungshaft

  1. Tina says:

    Danke! (Mir auch nicht)

  2. Administrator says:

    @Tina:
    Also mir hat niemand geantwortet!

  3. Tina says:

    Hallo Martin, hast du auf deinen Brief eine Antwort erhalten? Mir scheint es, die zuständigen Personen sind mit Stellungnahmen zu dem Fall besonders sparsam. 😉

  4. Jimmy says:

    Super, das sich der VGT für Sea Sheaperd’s Watson einsetzt! Ich finde es skandalös, was Deutschland da treibt und habe auch schon an die Justizministerin und Herrn Westerwelle geschrieben. Interessant ist, dass nicht einmal die übliche höfliche Abwimmel-Massenmail kommt.

  5. der wilde Wolf says:

    Lesenswert!!!

    ……..Watson plädiert weiterhin für ein Wirtschaftssystem, in dem alle Menschen einen Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung haben, ohne die Welt und ihre Ressourcen auszubeuten. Deshalb setzt er sich für eine freiwillige Populationskontrolle ein und schlägt vor, dass sich die Menschheit in Zukunft radikal auf eine Milliarde Individuen beschränken und nur denjenigen Nachwuchs zuzugestehen, die sich ihrer Verantwortung für das Wohlergehen der Welt und ihrer Bewohner stellen. Watson vergleicht es bildlich mit der Krankheit Krebs, die man nur mit radikalen und invasiven Mitteln bekämpfen kann und sieht eine Rettung der Biosphäre vom menschlichen Virus nur durch ebenso radikale Methoden. (Auszug von Paul Watson)
    Deshalb setzt er sich für eine freiwillige Populationskontrolle ein und schlägt vor, dass sich die Menschheit in Zukunft radikal auf eine Milliarde Individuen beschränken und nur denjenigen Nachwuchs zuzugestehen, die sich ihrer Verantwortung für das Wohlergehen der Welt und ihrer Bewohner stellen. Watson vergleicht es bildlich mit der Krankheit Krebs, die man nur mit radikalen und invasiven Mitteln bekämpfen kann und sieht eine Rettung der Biosphäre vom menschlichen Virus nur durch ebenso radikale Methoden. (Auszug von Paul Watson)

    Gibt es solche Menschen nicht, ja dann, gute Nacht!!!!

  6. Emil says:

    Schön geschrieben. 🙂

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