Feminismus

Ein feministisches Argument gegen den ethischen Vegetarismus

Es gibt tatsächlich viele Stimmen mit feministischem Hintergrund, die sich für Veganismus aussprechen – wenn auch Tierrechte oft als patriarchales Konzept dabei abgelehnt werden. Aber es gibt auch feministische Argumente gegen Veganismus, die strukturell ähnlich sind, was in meinen Augen die Beliebigkeit sozialwissenschaftlicher Schlussfolgerungen widerspiegelt. Ein Beispiel dafür ist Kathryn Paxton George, die in zahlreichen Publikationen den ethischen Vegetarismus quasi als patriarchale Unterdrückungsstrategie gegen Frauen darstellt. Im Wesentlichen sagt sie, dass gesund vegan zu leben eigentlich nur für Männer im Alter zwischen 20 und 50 Jahren möglich ist und durch Verbreitung der Forderung, vegan zu leben, werden Frauen, deren Körper das nicht vertragen würden, physisch geschwächt und leichter unterdrückbar gemacht. Wenn man nur genügend lange dreht und symbolisiert ist scheinbar jedes gesellschaftliche Phänomen als patriarchales Konzept zur Unterdrückung der Frauen interpretierbar.
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Ein kritischer Blick auf den Ökofeminismus

Viele philosophische Traditionen und sozialen Bewegungen haben einen eigenen Zugang zu Tierschutz, Tierrechten und Tierbefreiung entwickelt, und das ist gut so. Müsste man erst einer gewissen Tradition oder Bewegung angehören, bevor man sich für Tiere engagieren kann, wäre das eine völlig unnötige Einschränkung. Und so hat auch der Feminismus eine eigene Version von Tierethik entwickelt, den Ökofeminismus, wie er z.B. von Carol Adams, Josephine Donovan und Barbara Noske propagiert wird.
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Sexismus im Kontext

Schistar Marcel Hirscher als Sexobjekt. Nicht sexistisch? Freundin Laura gesteht im Interview, sie wäre gerne an seiner Stelle fotografiert worden.

Schistar Marcel Hirscher als Sexobjekt. Nicht sexistisch? Freundin Laura gesteht im Interview, sie wäre gerne an seiner Stelle fotografiert worden.

PETA hat seit geraumer Zeit fast keine AktivistInnen mehr. Dieses Problem habe ich von Stuttgart bis London erzählt bekommen, und in den USA dürfte es ähnlich sein. Auch aus der Organisation der amerikanischen Tierrechtskongresse ist PETA ausgestiegen. Der Grund für die Isolation im Aktivismusbereich ist der Sexismusvorwurf wegen Werbesujets mit halbnackten Frauen. Andere Kritik, wie das Töten von Streunertieren, die Holokaust-auf-dem-Teller Kampagne oder die strikte Hierarchie in der Organisation mit Ingrid Newkirk an der Spitze, sind dagegen völlig untergeordnet. Sexismus durch Bilder von Frauen ist also ein relevantes Thema in der Aktivismusszene und kann große Organisationen ins Abseits manövrieren.

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Sind Nackt-Aktionen sexistisch?

IMG_2363kleinDieses Foto zeigte ich im Rahmen meiner Präsentation am sozialwissenschaftlichen Kongress zu „Critical Animal Studies“ in Karlsruhe. Darauf sind 3 Personen zu sehen – in diesem Fall in Innsbruck 2 Frauen und 1 Mann, aber die Aktion fand in vielen Städten Österreichs statt und da waren im Schnitt gleich viele Männer wie Frauen dabei, einmal sogar nur 3 Männer – die sich „oben ohne“ im Kaninchenkostüm mit aufgemalten Brandwunden in einem Käfig präsentieren, um auf das Leid in Tierversuchen aufmerksam zu machen. Anlass waren die Reform des Tierversuchsgesetzes und ein realer Tierversuch in Wien, in dessen Verlauf 50 Kaninchen durch kochendheißes Wasser Brandwunden zugefügt worden waren.
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Gibt es „Sexual Politics of Meat“?

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Auch zum Verzehr bestimmt? Eine aktuelle Werbung für den Mucha-Verlag mit einem sexuell präsentierten Männerkörper ohne Gesicht, den Frauenhände abgreifen. Ich vermute allerdings, dass der Mann stolz auf dieses Bild ist und dadurch an Selbstvertrauen gewonnen hat, und sich nicht abgewertet und objektiviert fühlte.

Was hat das Leben von Supermodel Heidi Klum mit dem eines Schweins aus einer Tierfabrik gemeinsam? Nicht viel, würde man meinen. Heidi Klum ist reich, bekannt, sehr beliebt und bewundert, hat 2,5 Millionen Likes auf Facebook und wirkt selbstbewusst und lebenslustig. Im Gegensatz dazu ist ein Schwein in einer Tierfabrik völlig unbekannt, leidet und stirbt hinter verschlossenen Türen, vegetiert auf Vollspaltenböden über dem eigenen Kot dahin, in ständigem Gedränge, ohne frische Luft, ohne Sonne, ohne auch nur irgendeine Lebensqualität. Wenn es männlich ist wurde es ohne Betäubung kastriert, in jedem Fall wurden ihm routinemäßig der Schwanz und die Zähne kupiert. Die Liste der schrecklichen Lebensumstände ließe sich verlängern.
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