Ein kritischer Blick auf den Ökofeminismus

Viele philosophische Traditionen und sozialen Bewegungen haben einen eigenen Zugang zu Tierschutz, Tierrechten und Tierbefreiung entwickelt, und das ist gut so. Müsste man erst einer gewissen Tradition oder Bewegung angehören, bevor man sich für Tiere engagieren kann, wäre das eine völlig unnötige Einschränkung. Und so hat auch der Feminismus eine eigene Version von Tierethik entwickelt, den Ökofeminismus, wie er z.B. von Carol Adams, Josephine Donovan und Barbara Noske propagiert wird.

Man könnte jetzt einfach aus pragmatisch-taktischen Gründen jede Diskussion innerhalb der Gruppe derjenigen, die sich schon für eine Verbesserung der Situation nichtmenschlicher Tiere einsetzen, über die Qualität verschiedener Zugänge unterlassen. Doch die Tierschutzbewegung muss auch langsam erwachsen werden und solche Diskussionen verkraften lernen. Letztlich, denke ich, helfen sie das Argument für Tierschutz zu schärfen, das ja immerhin in der Welt draußen gegen tierfeindliche Thesen bestehen muss. Abgesehen davon gefällt mir das Bild von Philosophie als einem Supermarkt nicht, in dem verschiedene Theorien wie Waren angeboten werden, und man nimmt sich eben, was einem am besten passt. Immanuel Kant muss diese Vorstellung auch abgestoßen haben. Deshalb entwickelte er eine Moraltheorie, die ohne metaphysische Annahmen und ohne Religion auskommt, und behauptete zuletzt, dass jeder Mensch, der sich  der Rationalität verschreibt, seinen kategorischen Imperativ befolgen müsste.

Ökofeminismus

Ich finde diesen Anspruch sehr gut. Für den Ökofeminismus ist das dagegen ein rotes Tuch. Prinzipien, wie Gerechtigkeit und Universalität, aber auch Rechte seien, ebenso wie der Anspruch zu objektiveren, d.h. die Naturwissenschaft, männlich-patriarchale Konzepte, die durch eine subjektive „ethics of care“, also eine Ethik des Mitgefühls, ersetzt werden sollen. Frauen hätten durch die Geschichte viel stärker als Männer unter Repression gelitten und daher habe erst der Feminismus diesen ethischen Zugang ermöglicht. Sich auf abstrakte Prinzipien berufen, die allgemein gültig seien, wäre allen repressiv-dominanten Systemen gemeinsam. Moralisch gut zu handeln sei dagegen die liebende Zuwendung zu spezifischen Individuen im konkreten Kontext.

Carol Gilligan illustriert ihre Überzeugung einer Trennung von männlicher und weiblicher Moral anhand des Beispiels eines Buben, der, um seine kranke Mutter zu retten, Medikamente stiehlt, weil er kein Geld hat, sie zu kaufen. Seine Schwester versucht stattdessen in derselben Situation die Apothekerin zu überzeugen, die Medikamente kostenlos herzugeben, oder von anderen Personen Geld für den Kauf der Medikamente zu erbitten. Das sei typisch für die moralische Psychologie von Männern und Frauen. Der Mann würde sich also auf das höhere Moralprinzip berufen, das in diesem Fall das Eigentumsrecht aufhebe, während die Frau zu vermitteln versucht. Er würde unpersönlich mit Logik und Recht vorgehen, sie persönlich mit Kommunikation und dem Aufbau einer Beziehung.

Kritik

Befremdlich wirkt auf mich diese Trennung in männlich und weiblich, zumal dabei die Unterscheidung von Gender als dem sozialen Geschlecht, und Sex als dem biologischen Geschlecht, verwischt wird. Dieser Art der Beschreibung der Rollen in der Gesellschaft, einhergehend mit einer eindeutigen Wertung, vertieft meinem Gefühl nach die Geschlechterrollen, anstelle sie aufzuheben.

Aber abgesehen davon ist am subjektiven Zugang so problematisch, dass er ganz stark von der Sozialisation, aber auch von der Persönlichkeit und sogar von der momentanen Stimmung abhängt. Wer durch Indoktrination blind gegenüber dem Leid gewisser Wesen ist, weil er/sie deren Gefühle einfach nicht so ernst nimmt, wie die von „seines/ihresgleichen“, wer also  zwischen „wir“ und „die anderen“ trennt, wird kein entsprechendes Mitgefühl empfinden. Vorausgesetzt, es soll überhaupt Tierschutzgesetze geben, wie würden diese exekutiert und vor Gericht behandelt, wenn es keinen objektiven Maßstab gibt? Nach dem subjektiven Empfinden der Richterin?

Aber das wesentlichste Argument gegen diese Tierethikkonzeption scheint mir zu sein, dass es berechtigtes und unberechtigtes Mitgefühl gibt. So kann ich z.B. Mitgefühl empfinden, wenn ich sehe, wie ein altes Auto, mit dem ich jahrelang gefahren bin, am Schrottplatz zerquetscht wird. Und einmal pflanzte ich Fenchel im eigenen Garten an, konnte ihn aber dann aus lauter Mitgefühl nicht ernten, während ich kein Problem damit hatte, Fenchel im Supermarkt zu kaufen. Ohne empirisch-rationale Überprüfung meines Mitgefühls gebe es reihenweise Fehlfunktionen.

Immanuel Kant meint sogar, moralisches Handeln setze voraus, das es nicht von Mitgefühl getragen wird. Wenn ich so handle, wie es mir selbst emotional am liebsten ist, dann ist das mein Bedürfnis. Nach Kant beginnt daher die Moral erst dort, wo ich aus einem Moralprinzip heraus meine eigenen Bedürfnisse zurückstelle. Dort endet sie aber für den Ökofeminismus.

28 thoughts on “Ein kritischer Blick auf den Ökofeminismus

  1. Alex says:

    Zum Thema ein Auszug aus einem anderen Blog:

    „[…] Entsprechend werden Mitleid, Fürsorge und Gefühle überhaupt als schlechte Gründe für eine Tierrechtsposition angesehen. Stattdessen wird eine rationale Ethik verteidigt, die sich nicht auf Gefühle (wie Mitleid) stützt, weil diese immer unverlässlich seien. Dahinter steht Luke zufolge auch eine patriarchale Konzeption der Rolle von Ethik: Die Idee sei, dass Menschen quasi von Natur aus, von ihrer Triebnatur her dazu geneigt seien, Tiere zu quälen und auszubeuten. Diese Nei­gungen müssten durch die Vernunft – in Form einer rational begründeten tierethischen Theorie – unter Kontrolle gebracht und gehalten werden. Damit würden freilich die alten Dichotomien von Vernunft und Gefühl wiederholt.
    Luke behauptet dagegen, dass alle Menschen ‚von Natur aus’ eigentlich mit Tieren mitfühlen: Diese Mitgefühl würde zur Zeit von der tierausbeutenden Industrie durch verschiedene Mechanismen unterdrückt – es sei so verlässlich, dass alle diese Industrien sorgfältige Vorkehrungen treffen, um es nicht wirksam werden zu lassen.
    Die Aufgabe der Ethik sollte in dieser Situation Luke zufolge nicht sein, irgendwelche Neigungen zu kontrollieren, sondern im Gegenteil die Menschen wieder dazu zu befähigen, aus ihrem naturgegebenen Mitleid heraus zu handeln. Die wahre Tierbefreiungsethik sei auch für Menschen befreiend, nicht restriktiv. Mitgefühl, Mitleid, „caring“ müssten als angemessene Reaktion auf die Tierausbeutung anerkannt werden. […]“

    http://frieschmitz.blogsport.de/2013/02/24/fleischlust-und-fleischeslust-maennliche-herrschaft-und-weibliches-mitleid-tierbefreiung-und-feminismus/3/

    @AKT-Institut für Mitweltethik

    Allein, dass Sie „quark“ auch als „Troll“ bezeichnen, weil er das in den Raum gestellt hatte und Sie sich scheinbar angesprochen gefühlt haben (wie du mir, so ich dir), zeigt mir, dass sie ebenfalls nicht rein rational handeln können, bzw. ebenso Emotionen unterworfen sind, wie wir alle. Mensch ist nun mal kein Roboter.

    Und wie hier mit Vorurteilen um sich geworfen wird… Damit stoßen Sie auch diejenigen vor den Kopf, die schon so sind, wie Sie sie gern hätten. Ich dreh den Spieß mal um: Männer…
    sind aggressiv und gewalttätig
    sind rechthaberisch
    sind unsensibel
    sind herrschsüchtig
    sind streitsüchtig
    sind untreu, weil schwanzgesteuert
    sind Frauen gegenüber überheblich
    brauchen das Fleischessen, um sich männlich zu fühlen.

    Und, Herr AKT, was tun Sie jetzt dagegen? Meinen Sie, ich ändere damit etwas?

    Für eine konstruktive Diskussion finde ich es sinnvoller, eigene Erfahrungen und Eindrücke als diese anzugeben und nicht allen als gegebene Tatsache (oder „WAHRHEIT“, wie unten genannt) anzulasten. Alles andere führt nur zu Wut und Abschottung der Gruppe vor Kritik von außen. Es ist dann egal wie sehr Sie meinen, Recht zu haben, Sie werden dann nichts mehr erreichen können, da Ihnen keiner mehr zuhören wird.

    “Wenn jeder auf jeden achtet, dann ist auch für ihn selbst gut gesorgt, womit der Egoismus überflüssig wäre”.

    Auch dann müssten wir zu Robotern werden, da Menschen z.B. sonst immer unbewusst schöne Menschen bevorzugen, womit „hässlichere“ ständig im Nachteil wären.

    @ Felix Denig

    „Die pervertiertesten, krankhaftesten, abstoßendsten Verhaltensarten gegenüber Mitlebewesen (von Frosch bis Kind alles dabei) findet man bei den Ost-Asiaten. Man ist doch auch kein Volksverhetzer wenn man einfach die WAHRHEIT ausspricht.“

    Und wie pervers, krankhaft und abstoßend wir alle, Deutsche und Österreicher, sein müssen, immerhin wurde es in unseren Ländern möglich, Millionen von Menschen zu quälen und zu ermorden. Muss ich mich dafür jetzt auch ständig im Ausland rechtfertigen? Alles auf eine (Volks-)Gruppe zu verallgemeinern ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die das Angelastete zu verhindern such(t)en, da diesen damit Anerkennung verwehrt wird.
    http://german.china.org.cn/china/2008-12/19/content_16980416.htm
    http://www.veganblog.de/2012/11/09/china-tierrechtler-protestieren-gegen-kanadisches-robbenmassaker/

    Ich wurde einmal von einem Osteuropäer abgezockt, dennoch bin ich nicht in der rechten Ecke gelandet, sondern habe daran gedacht, dass es in diesen Ländern viele arme Menschen leben, während wir hier in unserem (m.M.n. ungerechtfertigten, weil durch Ausbeutung anderer entstandenen) materiellen Wohlstand ersticken, was zwangsläufig Neid hervorrufen muss, sprich ich habe Verständnis entwickelt. So wie Menschen, die durch Haie verletzt worden, ebenso selten wütend auf die Fische sind (zumindest habe ich noch von keinem gehört, bei dem es so wäre). Und wenn man die Ursachen versteht, kann man auch die richtigen Wege finden, um die Probleme zu lösen.

    @ ap calyp

    Es gab und gibt sehr wohl Philosophinnen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Frauen_in_der_Philosophie
    Eine die bei Wikipedia wohl noch fehlt: Hilal Sezgin

    Abschließend eine Frage: Wie viele Menschen haben sich nur aus reiner Vernunft für den Tierschutz, Veganismus etc. entschieden? Ich glaube, wenn es nur damit möglich wäre, dann lägen wir jetzt noch einige Jahre zurück. Mitleid ist ein guter Einstieg in das Thema, danach kann einem die Vernunft zum endgültigen Ziel (so wenig Tierleid wie möglich) bringen.

    Manche argumentieren sich auch ganz „vernünftig“ aus dem Veganismus heraus, um ohne schlechtes Gewissen wieder Fleisch essen zu können. Zum Beispiel in Büchern wie:
    „Ethisch Essen mit Fleisch“ von Lierre Keith
    „Vegetarismus – Irrtum und Heuchelei der Pflanzenesser“ von Hans Wagner

    P.s.: Ich finde es schade, dass Herr Balluch eine Diskussion anstößt, sich dann aber selbst nicht weiter daran beteiligt.

  2. ap calyp says:

    Warum gibt es keine Philosophinnen? – Weil für Frauen das Denken immer nur ein (schnelles, dreckiges) „Mittel zum Zweck“ ist, aber nie ein „Ziel an sich“. Oder frei nach Friedrich Schiller: „Bis einstweilen den Bau der Welt / Philosophie zusammenhält / erhält sich das Getriebe / durch Hunger und durch Liebe“.

  3. quark says:

    Geometrie ist nicht das spezifische Feld des Rechtsextremismus – gesellschaftliche Hierarchiesierungen qua Natur/Biologie/Kultur aber wohl. Insofern ist das ein unsinniger Ablenkungsversuch Ihrerseits.
    .
    Es ist ebenso vollkommen falsch, wenn Sie denken, hier ginge es um „meine Meinung“. Im Gegenteil sind es ja gerade SIE, der der unreflektierten Beliebigkeit das Wort redet, indem Sie nunmehr feststellen, politische Kategorisierungen seien Ihnen ohnehin egal.
    .
    Zu Ihrem zuvor geäußerten Anspruch „gegen alle Ismen“ zu sein wollen Sie demnach wohl auch nicht mehr stehen. Das wäre da nur konsequent. Dass Sie nicht mehr auf Kritik eingehen wollen, um sich und Ihre schaurigen Ansichten nicht noch mehr zu offenbaren, ist es ebenso.

  4. quark says:

    „Sie würden auch viele Positionen in unseren Thesen finden, die Sie als “links” einordnen würden…“
    .
    Um ernst genommen zu werden: Nennen Sie bitte EINE solche Position, die mehr als ein Lippenbekenntnis ist und nicht durch Ihre sonstigen Ausführungen widerlegt und ad absurdum geführt wird.
    .
    Im übrigen „verkrafte“ ich Ihre rechten Äußerungen schon irgendwie :), Sie im Gegenzug tun sich sichtlich schwer damit, wenn Ihnen vor Augen geführt wird, dass Ihr zeitgeistiges „gegen alle Ismen“ vor dem Hintergrund Ihrer sonstigen Ausführungen nur ein trauriger Witz ist.
    .
    Bedenken Sie: „politisch rechts“ ist eine beschreibende Kategorisierung, die auf Sie sehr wohl zutrifft, auch wenn Sie das nicht gerne hören.
    .
    Ich würde Ihnen vorschlagen, sich mal mit einschlägigen esoterisch-rechten Diskursen zu beschäftigen – Ihnen würde das Herz aufgehen vor Wiedersehensfreude…
    .
    Die sind nämlich auch alle total gegen Denkverbote und wollen stigmatisierte Begriffe wieder salonfähig machen und über die „Natur“ von Frauen und – wie von Ihnen ins Gespräch eingeführt – „Ost-Asiaten“ und anderen „Völkern“ haben die auch jede Menge zu erzählen!
    .
    Da gefällt es Ihnen womöglich noch besser als auf diesem Blog.

  5. @ quark: Frage: Wenn ein Rechtsradikaler feststellt, dass der Kreis rund ist, und wir tun das ebenso, sind wir dann Rechtsradikale?In ihren Augen schon – Sie würden sich dann wohl veranlasst fühlen, einen anderen Begriff für rund zu erfinden, nur um sich von den Rechtsradikalen abzugrenzen. Ihre „Meinungen“ interessieren uns nicht, da sie kontraproduktiv und stupide sind.
    Machen Sie ihr Ding und wir machen unseres. Wenn Leute wie Sie sich als Links bezeichnen, dann sind wir gerne rechts, denn mit Leuten wie Ihnen haben wir nichts gemein – nicht mal die Sprache – und das ist gut so. Auf quark gehen wir ab jetzt nicht mehr ein. Punkt!

  6. Felix Denig says:

    Eben. Es ist wirklich ironisch dass jene, die sich doch so auf die Meinungsfreiheit berufen, es selbst nicht verkraften können wenn jemand sagt ich bin anderer ANSICHT, WEIL …

  7. quark says:

    Ach du Schxxx…! „Der angeborenen Natur Rechnung tragen???“
    .
    Menschen, Frauen, „Völker“ sollen den Platz in der Gesellschaft einnehmen, der Ihnen qua ihrer Natur vorbestimmt wäre? Als Exekutor dieser natürlichen Ordnung würden dann vermutlich Sie gerne auftreten…
    .
    Sie leben wirklich im falschen Jahrhundert! Seit 1945 trauen sich nur mehr Ultarechte so zu sprechen. Aber im Namen der „Mitweltethik“, wenn mensch die Wahrheit gepachtet hat und en passent die gesamte moderne und postmoderne Wissenschaft vom Tisch wischt…da geht natürlich einiges.

    Bzgl. „AKT“ bzw. „Felix D.“: Achtung, Sie bringen Ihre sock puppets durcheinander. 🙂

  8. @quark: Ja, wir trauen uns, OHNE politisch rechts zu sein. Sie würden auch viele Positionen in unseren Thesen finden, die Sie als „links“ einordnen würden, denn Sie sind ein Schubladendenker mit Scheuklappen und ohne Bereitschaft für die ganzheitliche Perspektive bzw. Draufsicht auf die Probleme. Wir nehmen auf Mainstream und Denkverbote keine Rücksicht – das haben wir noch nie getan. Ihnen geht es um Begrifflichkeiten, die leider einer gewissen Stigmatisierung unterliegen und die man Ihres unerheblichen Erachtens deshalb nicht mehr verwenden dürfe. Immer noch haben Sie es unterlassen, mal auf das seriös und fundiert (anstatt Beleidigungen, Unterstellungen und Polemik) einzugehen, was wir – mit unseren Worten – ausgesagt haben, um darauf mal inhaltlich und wiederlegend einzugehen. Sie tun auf liberal,aber Sie verkraften es nicht, dass es noch Luete gibt, die offen ihre Standpunkte (wohlgemerkt nicht „Meinungen“) ausdrücken und begründen. Meinungen ist was für Leute Ihres Schlages. In welch einer grauenvollen Diktatur würden wir leben, wenn leute wie Sie an der Macht wären?

  9. quark says:

    Sie sind ein Idealist der schlimmsten Sorte: Ihr Ideal sind Sie selbst. Mit materialistischer Analyse haben Sie nichts am Hut.

    Daher nur so viel: Es hat ü-ber-haupt keinen Wert, wenn sie sich selbst von allen sogenannten „Ismen“ freisprechen, wenn Sie gleichzeitig alles – aber auch wirklich alles! – ignorieren, was gegen diese „Ismen“ konkret gesagt und getan wird, sowohl von der damit befassten Theorie als auch von den engagierten sozialen Bewegungen.

    Sie sind gegen Sexismus? Und betreiben aktiv argumentativen Antifeminismus.
    Sie sind gegen Rassismus? Und sprechen von „Völkern“.

    „Gegen alle Ismen!“ zu sein, können Sie noch so überzeugt dekretieren – solange Sie nichts als Geringschätzung für die tatsächliche antisexistische und antirassistische Arbeit und Forschung übrig haben, ist diese Selbsternennung genau gar nichts wert.

    Herr Balluch behauptet wenigstens nicht, antisexistisch zu sein, wenn ich seine Postings richtig deute.

  10. @ Supertroll quark: Gegen Ismen zu sein bedeutet noch lange nicht, Natürlichkeit (des Tieres Mensch) und Naturgesetzmäßigkeiten zu ignorieren, jedes Wertedenken aufzugeben und sich der Gleichmacherei hinzugeben. Vor allem bedeutet es nicht, linksliberalen Ideen auf den Leim zu gehen.
    Z. B. unterscheiden wir zwischen wertvoll (da sind alle gleich) und wertig (womit ideelle, soziale und geistige Eigenschaften eines Individuums zum Ausdruck bzw. zur Berücksichtigung kommen).
    Die ideologisch motivierten „modernen“ (wir meinen eher postmodernen) Sozialwissenschaften und Psychowissenschaften frisieren ihre „wissenschaftlichen Erkenntnisse“, weswegen sie in vielen Bereichen nichts wert sind. Gender-Mainstream ist hierfür das beste Beispiel.
    Wenn wir den archaischen Nukleus des Menschen unberücksichtigt lassen und ein Gesellschaftssystem kreieren, das seiner angeborenen Natur nicht Rechnung trägt (wie bei den Tieren auch), können wir von ihm kein adäquates Verhalten erwarten, weswegen er dann auch nicht in die Biosphäre reintegrierbar sein wird.
    Dies alles hier zu vertiefen erachten wir als wenig sinnvoll, da das Klinentel, das sich hier zumeist hervor tut, ohnehin nur Beleidigungen und Unsachlichkeiten für alles erübrigt, was wir hier ausführen, da es nie zu kommunizieren gelernt hat und keinen Anstand besitzt.

  11. quark says:

    Es wird Sie vermutlich schockieren, aber „Völkerpsychologie“ (eine Zeitlang auch „Rassenkunde“ genannt) zu betreiben, wie Sie es tun, war tatsächlich schon im 19. Jahrhundert rassistische Hetze und ist es bis heute geblieben.

    Es ist übrigens sehr interessant, dass für Sie der Schritt von „alle Frauen sind so“ zu „alle >>Ost-Asiaten<< sind so" ein ganz natürlicher ist. Interessanterweise ist es auch vollkommen nebensächlich, eher eine strategische Frage, ob das klassifizierende Generalurteil über "Frauen" oder "Völker" biologistisch oder kulturalistisch argumentierend daherkommt:

    „Das vornehme Wort Kultur tritt anstelle des verpönten Ausdrucks Rasse, bleibt aber ein bloßes Deckbild für den brutalen Herrschaftsanspruch.“

    Rassismus und Sexismen treten zumeist im Doppelpack auf: Das eine Ressentiment stützt argumentatorisch scheinbar das andere – und vice versa.

    Wer naiverweise geglaubt hätte, sich "Mitweltethik" oder "Tierrechte" auf die Fahnen zu schreiben würde davor bewahren, reggressives menschenverachtendes Gedankengut zu kultivieren, wird durch diesen Blog und seine beiden Stammtrolls bitterlich eines Besseren belehrt.

  12. Susanne Veronika says:

    Welche Generation bist du? Diese Verallgemeinerungen sind jedenfalls Vorurteile, mehr nicht.

    http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130422_OTS0092/mehr-tierschutz-fuer-aquarium-fische-bild
    http://www.petcom.at/index/aktuell/2013/Tierschutz-Aquarien-Fische.html
    http://www.blauerkreis.at/unsere-projekte/gib-den-fischen-deine-stimme/
    http://www.tierversuchsgegner.at/index.php/tierschutzthemen-tierschutz-289/fische-a-krebstiere-tierschutz-300.html

    Es gibt unzählige Seiten im Internet die sich mit dem Schutz von Fischen beschäftigen. Das sind nur einige wenige. Bei google eingeben …

  13. @ Susanne Veronika: Solange für Säugetiere mehr unternommen wird, als für Kiemenatmer, obwohl Letztere zahlenmäßig und individuell ungleich mehr leiden und sterben, als die Erstgenannten, liegt Speziesismus, genauer, antthropozentrischer Speziesismus vor, der nur mit Vorlieben seitens der Tierschützer und Tierrechtler begründet werden kann.

    @ Troll „quark“ (nomen est omen): Wir glauben daran, dass der Mensch zur Zulänglichkeit auf emotionaler und kultureller Ebene ebenso finden kann, wie auf intellektuell-geistigen Ebene, wenn Anreize hierzu geschaffen werden, die als Werte in der gesellschaft aufrecht gehalten werden. Indem wir alles gut heißen und für alles „Verständnis“ zeigen und indem wir aus lauter Angst, der „Diskriminierung“ bezichtigt zu werden, alles gleich machen, rauben wir den Menschen den Ansporn, an sich zu arbeiten.
    Beispiel: Wenn diverse Völker merken, dass sie Geringschätzung erfahren, solange sie unter ihren Völkern Perversionen und Sadismus zulassen, werden sie sich angespornt fühlen, diese Unarten zu verbieten und zu bekämpfen. Leute wie Sie wollen diesen Ansporn nicht zulassen – weshalb, fragen wir uns. Die AKT hat sich von jeher gegen alle Ismen ausgesprochen. das heißt aber nicht, dass sich etwaige Betroffene benehmen können, wie sie wollen, und dennoch volle Anerkennung einfordern dürfen – das gilt für Männer, für Frauen und für alle Völker und Nationen der Welt.

  14. Felix Denig says:

    Es ist auch meine Erfahrung – und Erfahrungen macht man eben, die sucht man sich nicht aus. Beispielsweise weiß ich von der Mehrheit meiner Generation, dass deren Väter eher introvertiert und oft Narzisten sind und die Mütter die dominierenden Furien, deren Stimmung von einem auf den anderen Moment kippen kann. Nur weil man eine Tatsache darlegt, ist man kein Sexist oder irgendwem feindlich gesinnt! Genau das selbe Phänomen finden wir bei den Asiaten (besonders die Chinesen): Die pervertiertesten, krankhaftesten, abstoßendsten Verhaltensarten gegenüber Mitlebewesen (von Frosch bis Kind alles dabei) findet man bei den Ost-Asiaten. Man ist doch auch kein Volksverhetzer wenn man einfach die WAHRHEIT ausspricht. Es liegt doch an den Gruppierungen (seien es Geschlechter oder Völker) selbst, die Welt von sich zu überzeugen!
    „@AKT Es gibt durchaus auch Bestrebungen von Tierschützern, aber auch von Umweltschützern, beispielswiese Fische, oder sogar Insekten zu schützen.“ – Es kann sein dass es einzelne Tierschützer gibt, ich habe, wie oben bereits erwähnt, allerdings noch keine biozentrische Tierschutzorganisation gefunden, obwohl ich schon intensiv danach gesucht habe. Und ich bitte erneut darum dass mich jemand verbessert – das würde mich sehr freuen.
    Zum Egoismus:
    So? Egoismus ist gut und gesund? Der Egoismus hat uns dort hin gebracht wo wir heute sind! Weil alle nur auf ihren Vorteil aus sind, keiner sich um jemand oder etwas anderes schert als das Eigenwohl. „Nach mir kann ja die Welt untergehen, Hauptsache ich habe noch bis zuletzt mein saftiges Steak jeden Abend und kann weiter aus Gaudi mit meinem Motorrad spazieren fahren.“ So Aussagen müsste hier doch jeder kennen, und jedem der halbwegs vernunftgesteuert ist, ordentlich gegen den Strich gehen!
    Wie bereits von AKT gesagt: Wenn wir alle auf unsere Mitlebewesen achten (und alle mitmachen und nicht nur ein paar), wird für uns selbst mehr gesorgt als wir es für uns alleine je könnten.
    Zitat von Fridolin:“Die Effekte unserer Taten auf andere spielen für unser Wohlbefinden nur dann eine Rolle, wenn wir irgendwelche Konsequenzen davon zu spüren bekommen.“ Da muss ich widersprechen. Wenn man sozial intakt ist, ist man stets am Wohl der anderen interessiert, ob es einen tangiert oder nicht. Wenn man ihr gesamtes Kommentar ließt, wird einem klar, was für ein unempathisches, asoziales Etwas Sie doch sind.

  15. Gonzessa says:

    „typisch weiblich!“ wie originell! …

  16. Lena says:

    er kritisiert doch nicht ‚den ökofeminismus‘ als ganzes, sondern lediglich einzelne vertreterinnen und ihre thesen. ich finde es sehr falsch und verwerflich, einzelne theorien in einen topf zu schmeißen und alles in einem zu kritisieren. es gibt nicht den einen wahren feminismus, so wie es nicht den einen ökofeminismus gibt. und frauen bzw. männern einzelne eigenschaften zuzuschreiben, ist im feminismus von heute (grob zusammengefasst) denken von gestern. die kritik an der einen these, die er beschreibt, finde ich gerechtfertigt. doch sollte das ganze nicht unter dem titel ‚ökofeminismus‘ zusammengefasst werden, da es da mehrere vertreterinnen mit sehr unterschiedlichen ansichten gibt.

  17. Gonzessa says:

    „Wir können nichts für unsere kokreten Erfahrungen, die wir mit Frauen nun einmal gemacht haben. Wir sind ja gerade nicht der Ansicht, dass Frauen so sein sollten, wie sie nach wie vor mehrheitlich unserer Erfahrung gemäß leider sind. “ AKT, deine permanenten unfassbar überheblichen verbalen Angriffe auf Frauen sagen vieles über dich aber sehr wenig über „die Frauen“ aus.

  18. @ Gonzessa: Dein Beitrag mag Dir gut getan haben, aber er stellt keine konkreten Inhalte dar. Er ist nur polemisch und darüber hinaus typisch weiblich!

  19. Susanne Veronika says:

    @AKT Es gibt durchaus auch Bestrebungen von Tierschützern, aber auch von Umweltschützern, beispielswiese Fische, oder sogar Insekten zu schützen. Egoismus kann aber auch sein, wenn jemand beispielsweise etwas für jemanden tut, weil er sich dann als Retter fühlen darf. Man kann sich als „strahlender Held“ ein Lustgefühl „erkämpfen“, ohne etwas zu bewirken, nur weil man für etwas gekämpft hat, weil man „der bessere Mensch“ zu sein glaubt. Andererseits sagte mir einmal ein Arzt: „Wenn man hilft sollte man darunter leiden, weil man sich sonst indirekt wünscht, jemand möge Hilfe brauchen!“ Vielen Menschen ist nicht bewusst, welches ihre tatsächlichen Beweggründe sind. Für die denen man hilft, macht es aber keinen Unterschied aus, weshalb jemand hilft, Hauptsache sollte doch die Hilfe sein.
    Selbstbeschränkung würde dort beginnen müssen, wo die Menschen zu viele werden – also bei der Geburtenkontrolle. China macht das vor, wenn auch nicht erfolgreich genug, aber es wird kritisiert. In Europa gibt es viele Leute die es aus „Egoismus“ tun und auch auch das wird kritisiert, vor allem von Religiösen, aber auch von Politikern die glauben, die Bevölkerungen dieser Länder würden „aussterben“. Dabei platzt der Planet vor Menschen. Ich habe auch mehr als nur ein Kind, aber ich denke in unserer Gesellschaft spielt die Anzahl der Kinder die jemand hat keine Rolle, weil viele eben gar keine Kinder bekommen – und das ist gut so.

  20. Fridolin says:

    Egoismus ist gut und gesund. Problematisch ist nur Kurzsichtigkeit. Selbstlosigkeit ist ein schädliches, irreführendes Märchen, da es uns anstiftet vorzugeben uns wäre egal, wie es uns selbst ergeht. Selbstaufgabe zu fordern bzw. zu erwarten, führt zur Leugnung persönlicher Bedürfnisse und nicht zu ihrer Auflösung. Wir sind letztlich alle egoistisch. Selbst dort, wo wir die Bedürfnisse anderer erfüllen, obwohl uns das vielleicht unmittelbar unbequem ist. Wir tun das nämlich nur, wenn wir dabei unseren persönlichen Wertmaßstäben gerecht werden wollen. Es ist damit trotzdem eine Selbstbefriedigung, die zwar anderen zu Gute kommen kann, aber die Befriedigung ist letztlich erst Recht wieder auf uns selbst gerichtet. Wir können mit unseren Taten zufrieden sein, wenn wir anderen – trotz vielleicht gegenteiliger Absichten – unterm Strich Schaden zugefügt haben. Die Effekte unserer Taten auf andere spielen für unser Wohlbefinden nur dann eine Rolle, wenn wir irgendwelche Konsequenzen davon zu spüren bekommen. Es ist leicht uns im Irrtum über die tatsächlichen Auswirkungen unseres Tuns zu befinden. Wir können ebenso ein schlechtes Gewissen wegen erfreulichen Effekten wie ein gutes Gewissen wegen schrecklichen Effekten haben.

  21. Egoismus ist gut und gesund, nicht jedoch bei der Spezies Mensch. Bei ihr ist der Selbst- und Arterhaltungstrieb zu einem Selbstvernichtungstreib mit allen Kolateralschäden bei Nichtmenschen und Mitwelt entartet, der alles mit in den Abgrund zieht, was ja wohl niemand bestreiten kann. Dies kann nur gestoppt werden, wenn wir uns anschicken, die soziokulturellen Bedingungen zu schaffen, um den Egoismus auf ein Minimum zu reduzieren oder besser gesagt stark zu verdünnen. Kraft unseres Geistes sind wir sehr wohl dazu in der Lage, unseren Egoismus zu kollektivieren über ethische Direktiven. Gegenwärtig jedoch leben wir in einer Werteordnung, die das Gegenteil fördert und schürt. Der Altruist schadet sich ja keinesfalls selbst, indem er das Wohl von Mitwelt, Biosphäre und Gesellschaft über das seine stellt ,oder? Er schadet sich nur dann, wenn es nicht zur gesellschaftlichen Norm oder Opportunität wird, wenn er also in der Minderheit verbleibt. Dann allerdings wird er zum Ausbeutungsobjekt der Egoisten und das ist natürlich nicht im Sinne dessen, was wir hier vertreten. „Wenn jeder auf jeden achtet, dann ist auch für ihn selbst gut gesorgt, womit der Egoismus überflüssig wäre“.
    Kommentare wie die von Friedolin werfen bei uns die Frage auf, was denn eigentlich die Leute wollen, die sich anschicken, Tiere und Mitwelt zu schützen, wenn sie sich selbst zum Egoismus bekennen. Oder wenn M. Balluch behauptet, dass jeder der gegenwärtig lebenden 7 Mrd. Menschen ein Recht hätte, in der Natur zu sein und dort sogar zu leben, zugleich aber beklagt, dass wir keine intakte Natur mehr haben etc. (aus einem anderen Beitrag in diesem Blog) Wie können diese dann den Ausbeutern, Zerstörern, Vorhaltungen machen, denn letzlich sind diese doch nicht minder egoistisch wie jene, die gegen sie und ihre Aktivitäten kämpfen. Was wollen wir denn nun eigentlich?
    Weshalb kann es nicht als erstrebenswert erachtet werden, Pflicht und Verzicht höher zu bewerten, als das Einfordern eigener (postulierter) Rechte? Das Problem der Menschheit bestand von jeher darin, dass den „Rechten“ keine Pflichten gegenüber gestellt wurden. Die Biosphäre kann nur überleben, wenn wir eine Pflicht- und Verzichtethik etablieren. Doch die überindividualisierte (bis hin zur Exzentrik) Mentalität, die auch und gerade in der TS- und TR-Szene vorherrscht, wird sich hierfür nicht begeistern lassen. Deshalb sagen wir schon lange: „Arme Tiere, alle habt ihr gegen Euch, sogar Eure selbsternannten Beschützer.“

  22. Susanne Veronika says:

    Ach so „ihr“ habt alle dieselben Erfahrungen gemacht? Siamesische Mehrlinge? Es gibt nicht „die Männer“ und „die Frauen“, sondern Individuen die verschiedene Meinungen und Verhaltensweisen haben. Viele Menschen haben keine Ahnung warum sie etwas tun, was ihre eigentlichen Beweggründe sind. Ich habe das dunkle Gefühl, du bist einer davon. Auch wenn jemand sich für Tiere einsetzt, kann er es durchaus auch aus rein egoistischen Gründen tun. Ist in letzter Konsequenz nicht fast alles was man tut egoistischer Natur?

  23. „Die Überwindung des Egoismus ist die größte geistige und existentielle Herausforderung der Menschheit!“
    Wer andere, ob Tiere, Menschen oder Mitwelt, aus egoistischen Gründen schützt oder zu schützen vorgibt, der missbraucht das heher anmutende Ziel zur Kompensation persönlicher Unzulänglichkeiten. Tiere und Tierschutz diesbezüglich zu missbrauchen, verbietet sich, wenn es um die Wahrung von Tierrechten gehen soll. Und exakt deshalb wurde im Tierschutz- und Tierrechtskampf bislang nichts erreicht. Und genau deshalb wurden nur Tierarten Schutzzumessungen zuteil, die sich von ihrem Aussehen und ihrer Art als Kompensationsobjekte und Projektionsflächen eignen, bzw. „vermenschlicht“ werden können. Ginge es wirklich um die Tiere und um die Natur und ihr (und nicht unsere) Gefühle und Ansprüche, würden völlig andere Prioritäten gesetzt und Positionen bezogen werden.
    Es ist doch eine Tatsache, dass die Menschen im Grunde fast alle Tiere nicht um ihrer selbst willen behandeln, oder? Auch die Tierschützer – die meisten von ihnen – ziehen ihren persönlichen, zumeist intrapsychischen Nutzen aus ihnen, bzw. aus dem, was sie selbst glauben, was gut für diese Tiere sei (und dabei von sich selbst und ihren Idealvorstellungen ausgehen). Haben sich die Tierschützer je für die Tiere interessiert? Wenn ja, weshalb haben sie sich dann stets so wenig um tierfachliches Wissen bemüht? Die Einschätzung und Ausformulierung der Tieransprüche erfolgt bei den meisten Tierschützern zumeist aus dem Bauchgefühl heraus, nach Gutdünken werden Forderungen und Slogans formuliert.
    Wäre es nicht an der Zeit, die Tiere um ihrer selbst willen zu achten und zu schützen?
    Die AKT hat sich stets exakt für jene Tierarten und Tierschutzthemen stark gemacht, die als sog. unterrepräsentierte Themen von den meisten Tierschützern und Tierrechtlern aus egositischen und somit speziesistischen Gründen vernachlässigt wurden oder unbeachtet blieben. Und sie hatte stets den Mut zu begründeten Positionen, die weder dem gesellschaftlichen, noch dem tierschutzinternen Mainstram entsprechen. Insoweit ist der Verdacht von Susanne Veronika, wir seien ein Opfer unserer eigenen „unbewussten Regieführung“ (ein psychoanalytischer Fachbegriff), bei uns sicherlich am wenigsten begründet, es sei denn, man wollte irrigerweise unseren Hang zur Gerechtigkeit und ausgleichenden Gerechtigkeit als Macke auslegen.

  24. Felix Denig says:

    Ja, ich habe ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass Frauen mehr zu Mitleid neigen. Eine Ethik von Mitgefühl oder gar Ehrfurcht (wie Schweitzer & die AKT sie vertreten) habe ich bisher noch von keiner Frau zu hören bekommen. Besonders habe ich da die vielen „Katzen-Omas“, die sich im Tierschutz ja zu Hauf tummeln (Herr Balluch, Sie als TS- &TR-Szene beobachtender Mensch werden mir da sicher beipflichten), im Kopf.
    Es ist tatsächlich äußerst bedauernswert, ich habe auch schon darüber gegoogelt, aber die AKT ist die einzige TS-Orga, welche eine Biozentrische und keine Pathozentrische Ethik vertritt. Dabei würde ich es sehr begrüßen, wenn mich jemand bezüglich meiner letzten Aussage eines besseren belehren würde.

  25. Susanne Veronika says:

    Erstens stört es mich wenn immer die Rede von „nichtmenschlichen Tieren“ ist. Damit teilt man in: nichtmenschliche Tiere und menschliche Tiere. Da kann man gleich sagen: Menschen und Tiere – ist kein wesentlicher Unterschied. Wir – und die anderen.
    @AKT Frauen neigen vielleicht mehr zu Mitleid aufgrund des Kindchenschemas. Wie du allerdings behauptet hast, gibt es auch viele grausame Frauen. Männer neigen jedoch dazu alles regulieren und beherrschen zu wollen. Dazu gehört auch, alles in Kategorien einzuteilen und überall einzugreifen und sich Philosophien auszudenken wie es richtiger wäre. Wir Menschen glauben die Natur (andere nennen es Gott) sei dumm und wir wüssten besser wie es richtig zu machen sei. Ich neige dazu, die Natur so weit wie möglich zu lassen wie sie ist. Wir sollten von ihr lernen statt sie ständig korrigieren zu wollen – weil das auch gar nicht geht.

  26. Al says:

    Aber ist das wirklich „Feminismus“, wenn den Geschlechtern derart Rollen zugeschrieben werden wie bei o. g. Beispiel von Gilligan? Ist es nicht eher feministisch sich davon zu befreien? Oder was ist überhaupt Feminismus? Es ist doch eher ein Überbegriff, unter dem sehr viele verschiedene, teils auch widersprüchliche Ansätze zusammengefasst werden, was es eigentlich fast unmöglich macht DEN „Feminismus“ bzw. „Ökofeminismus“ zu kritisieren. Man kann eigtl. nur wie oben einzelne VetreterInnen bzw. deren Meinungen kritisieren.

    „Wir vermuten, dass der überaus hohe Frauenanteil und somit die Werte des Ökofeminismus (was für ein blöder Begriff) den hohen Grad an weiblicher emotionaler Beliebigkeit in der TS- und TR-Szene verursacht.“
    Weibliche emotionale Beliebigkeit… Das haut mir jetzt schon eine rein, muss ich sagen. Die Frauen sind emotionsgesteuert und die Männer die rein rationalen Denker? Genau diese Rollenzuteilung sollte man doch mal solangsam überwinden.

  27. @ Al: Wir können nichts für unsere kokreten Erfahrungen, die wir mit Frauen nun einmal gemacht haben. Wir sind ja gerade nicht der Ansicht, dass Frauen so sein sollten, wie sie nach wie vor mehrheitlich unserer Erfahrung gemäß leider sind. Es liegt an den Frauen, dieses Klischee durch Verhaltensänderungen ad absurdum zu führen, anstatt die Gesellschaft per se zu verpflichten, diese Defizite nicht mehr zu benennen. Außerdem sind es doch auch gemäß des hier zur Diskussion gestellten Beitrages die Frauen, die den Männern Empathielosigkeit vorwerfen, was faktisch ungerechtfertigt ist. Natürlich gibt es solche Männer, so wie es auch überkandidelte Männer gibt. Aber unserer Erfahrung gemäß ist mehrheitlich mit Männern eher ein vernünftiger und beständiger Umgang und Austausch möglich als mit Frauen. Also, Mädels, IHR solltet Euch anschicken, das endlich zu ändern. Emanzipation kann nicht verordnet werden, sie muss natürlicherweise wachsen, indem sich die geschlechter aufeinander zubewegen und auf der grundlage ihrer Gemeinsamkeiten ihr Verhältnis neu definieren. Der Feminismus kam als Kampfansage daher und argumentierte entsprechend – da genau lag der Fehler.

  28. „Immanuel Kant meint sogar, moralisches Handeln beginnt erst dort, wo es nicht von Mitgefühl getragen ist. Wenn ich so handle, wie es mir selbst emotional am liebsten ist, dann ist das mein Bedürfnis. Nach Kant beginnt daher die Moral erst dort, wo ich aus einem Moralprinzip heraus meine eigenen Bedürfnisse zurückstelle.“

    Exakt so sehen wir das auch. Wir vermuten, dass der überaus hohe Frauenanteil und somit die Werte des Ökofeminismus (was für ein blöder Begriff) den hohen Grad an weiblicher emotionaler Beliebigkeit in der TS- und TR-Szene verursacht.
    Die Tatsache, dass vor allem „schmusige“ Tierarten geschützt werden, dass Tiere das emotionale Mitgefühl zu stimmulieren haben, wenn sie auf Schutz hoffen wollen, führen wir schon lange auf den hohen weiblichen Anteil in der Szene zurück. Insofern bedarf es in der Tat einer rational motivierten Ethikmotivation, wie sie Kant vorschlug, weil nur so eine Erfassung aller Tierarten, ohne Ansehen ihrer Art, ihres Aussehens, ihrer Neurobiologie, ihrer zoologischen Zugehörigkeit und ihres Verhaltens möglich zu sein scheint. Dies aber zu etablieren, hat sich als unmöglich erwiesen.

    Zwar werden die Führungspositionen in der Szene zumeist von Männern besetzt, diese sind aber mehrheitlich von Frauen gewählt und da es um die Spendengunst geht, machen diese das Programm nach den Wünschen der Mehrheiten. Animal Angles hat mal eine Umfrage unter den Mitgliedern vor Jahren durchgeführt, um zu erfragen, wo AA ihre Schwerpunkte zukünftig setzen sollte. Zur Wahl standen u. a. Pferdetransporte, Schaftransporte, Schweinetransporte und Fischtransporte – und genau in dieser Reihenfolge wurden die Themen von den Mitgliedern fovorisiert (die Fische erhielten fast keine Stimmen!). Wir hatten damals gegen diese Umfrage protestiert und ihr Ergebnis prognostiziert.
    Es kann nicht tierrechtlerisch sein, dass Tiere nach speziesistischen Kriterien wie Niedlichkeit, Sympathie und Menschenähnlichkeit mehr oder weniger beachtet und geschützt werden. Wir haben immer vertreten, dass es – wenn überhaupt – dann eher umgekehrt sein müsste. Je mehr eine Spezies anders ist als wir selbst, um so größer ist die Gefahr, dass ihr deshalb besonders viel Unrecht und Unbild wiederfährt und exakt deshalb benötigen diese mehr Engagement, Fachverstand, Aufklärung und Schutzmaßnahmen.
    Vgl.: http://www.akt-mitweltethik.de/images/texte/WURM_.pdf

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