„Der Falsche Feind. Schuld sind nicht die Männer“, ein Buch von Christine Bauer-Jelinek im Ecowin Verlag 2012

Die Autorin Christine Bauer-Jelinek ist Psychotherapeutin, Leiterin des Instituts für Macht-Kompetenz in Wien, Vorstandsmitglied im Club of Vienna sowie Mitglied in Frauennetzwerken. Sie war selbst feministische Aktivistin der sogenannten 2. Welle, also von den 1970er-1990er Jahren. Ging es in der 1. Welle um 1900 um das Wahlrecht, so erreichte nach Bauer-Jelink die 2. Welle die Chancengleichheit und die Gleichstellung vor dem Gesetz. Die 3. Welle des Feminismus wirkt nun wie eine Lobby-Bewegung für reine Fraueninteressen. Es gibt wenig Links-Intellektuelle, insbesondere aus der Frauenbewegung selbst, die es wagen, feministische Thesen und Traditionen zu kritisieren. Ja, laut der Autorin würden solche Personen massiv öffentlich angegriffen und ihrer politischen Funktionen enthoben. Die heute gängige Political Correctness schütze Männer nicht. Männerforschung würde nur Geld bekommen, wenn sie einen pro-feministischen Zugang habe. Feministische Ideologinnen würden sogar das Gender-Mainstreaming bekämpfen, weil Frauen im Vordergrund stehen sollten, Gender-Studies würden in Wirklichkeit feministische Frauenforschung sein und für die Gleichbehandlungsbeauftragte seien nur Frauenfragen interessant.

Die Autorin listet sehr viele Bereiche der Gesellschaft auf, in der sie ein Ungleichgewicht gegen Männer identifiziert. Insbesondere ginge das gängige Rollenverständnis davon aus, dass Männer immer Täter und Frauen immer Opfer seien, auch wenn die Statistik z.B. Männer häufiger als Opfer von Gewalt ausweist. Da aber Männer auch in diesen Fällen mehrheitlich die Täter seien, wären sie in gewissem Sinn „selbst schuld“. Männer würden als gesellschaftliche „Klasse“ gesehen, als Mächtige, die mit bösartigen Hintergedanken Frauen unterdrücken. Dabei würde ignoriert, dass Frauen die Gesellschaft genauso mitgestalten und daher genauso Verantwortung tragen. Die Autorin führt z.B. an, dass der Nationalsozialismus ohne die Zustimmung und aktive Mitgestaltung der Frauen niemals möglich gewesen wäre, und dass Frauen als Herrscherinnen genauso Kriege geführt und Unterprivilegierte ausgebeutet haben.

Nun bestünde die Gefahr, dass diese Schuldzuweisung den in der Gesellschaft notwendigen zivilgesellschaftlichen Widerstand schwäche. Männer, auch als politische Aktivisten, seien Feindbild und daher die Zusammenarbeit immer wieder gefährdet. Zusätzlich würde der moderne Feminismus mit seiner Forderung nach einer Vollbeschäftigung von Frauen, statt nach mehr lebensfreundlicher Teilzeitarbeit, dem finanzgetriebenen Neoliberalismus zuarbeiten. Die 2. Welle des Feminismus habe noch möglichst lange Karenzzeiten für beide Geschlechter und möglichst viele Teilzeitarbeitsangebote für Frauen gefordert. Jetzt würde die 3. Welle des Feminismus die Väter aus ihrer Rolle drängen und versuchen, die Arbeitsunterbrechung für die Mütter möglichst kurz zu halten.

Die Autorin beschäftigt sich auch intensiv mit der Frage des Gender Pay Gap (GPG), der Gehaltsdifferenz zwischen Männern und Frauen, der oft mit 25% und mehr angegeben wird. Dem widerspricht sie und bezieht sich auf einen Artikel im Profil von April 2012, in dem der GPG als Mythos bezeichnet wird. Es gebe bereits gleichen Lohn für gleiche Arbeit, die Statistik sei undifferenziert und ideologisch gefärbt. In einer eigenen Studie für den Club of Vienna hat sie auf Basis von OECD-Statistiken einen GPG von 5,6% errechnet, wobei für Arbeitszeit, Alter, Berufserfahrung, Ausbildung, Tätigkeit und Branchen korrigiert wurde. Subjektive Faktoren, wie Motivation und Verhalten, seien nicht berücksichtigt worden. Die Autorin meint, es sei fraglich, in wieweit diese Größe noch statistisch relevant sei. Da Teilzeitarbeit geschlechtsunabhängig geringer bezahlt sei, aber der Anstieg an Erwerbstätigen primär auf Frauen zurückzuführen ist, die in Teilzeit arbeiten, würden sich hohe Frauenerwerbsquoten negativ auf den GPG auswirken.

Wir beschäftigen uns andauernd mit den Frauenforderungen und haben zu wenig Energie für die viel größeren Spannungsfelder unserer Gesellschaft. Eine nicht bewiesene schlechtere Bezahlung von Frauen und Quoten für Toppositionen sind nicht unsere Hauptprobleme. Wirkliche Gefahren sind hingegen: die rasant wachsende Kluft zwischen Arm und Reich; der Abbau des Sozialstaates, weil er angeblich unfinanzierbar sei; die schlechte Bezahlung von Frauen UND Männern in den Sozialberufen; die steigende Arbeitslosigkeit – besonders der Jungen; die Zukunft der EU und des Euro; der Angriff der Finanzmärkte auf die Staatenfinanzierung sowie die Unterwerfung zunehmend aller Lebensbereiche unter das Prinzip der Gewinnmaximierung. Frauen allein können die Gesellschaft nicht ändern, indem sie einseitig ihre Interessen durchsetzen, ohne auf das Ganze zu schauen – das konnten Männer übrigens auch zu keiner Zeit. Es gibt Männer, die ihre Macht missbrauchen oder nicht zum Wohle der Allgemeinheit einsetzen – und es gibt inzwischen ausreichend Beispiele dafür, dass Frauen nicht das bessere Geschlecht sind und die Macht ebenso missbrauchen können. Daraus folgt, dass „Frau sein“ als Kriterium für eine eigenständige politische Ideologie nicht geeignet ist – wie übrigens auch „Mann sein“ nicht. Die weltanschaulichen Unterschiede sind wesentlich größer als die Gemeinsamkeiten des Geschlechts. […] Wer versucht, die Menschen quer durch alle Schichten nach ihrem Geschlecht zu spalten, muss sich den Vorwurf der Fahrlässigkeit oder des Machtmissbrauchs gefallen lassen.

23 thoughts on “„Der Falsche Feind. Schuld sind nicht die Männer“, ein Buch von Christine Bauer-Jelinek im Ecowin Verlag 2012

  1. Felix Denig says:

    Herr Balluch, warum räumen sie eigentlich nie ihren Blog auf? Verstößt es etwa gegen ihre Prinzipien, die Kommentare von pöbelnden Asozialen zu löschen?
    @Susanne: Ich halte es für falsch, die Denkfähigkeit des Menschen zu verteufeln, das Problem ist eher, dass die Menschheit nie verantwortungsvoll agiert hat. Ich sage dazu immer: Der Mensch hat die Freudsche Anal-Infantile Phase nie erreicht (die Prägezzeit in der Kindheit, in der das Kind beginnt, Verantwortung über seine Ausscheidungen [deswegen anal] zu übernehmen). Wenn man die gesamte Menschheit als soziokulturelles Phänomen in ein Charakterliches Alter einordnen würde, wäre sie nicht älter als 2 Jahre. Es herrscht eine „Haben“-Mentalität, wir produzieren mithilfe hochentwickelter Technik (Atomkraft) Energie, aber den Müll, verbuddeln wir einfach unter der Erde, wir sehen in unseren interspeziellen Sozialpartnern und der Mitwelt nur Nutz>objekte< (wie kann ich das für meine Bedürnisse verwenden) etc etc.

  2. Susanne Veronika says:

    gut oder schlecht sollte das heissen.

  3. Susanne Veronika says:

    @AKT Es gibt kein „gut oder schelcht“, es gibt nur „richtig, oder falsch“. Jedes Tier ist an seine Bedürfnisse angepasst, wobei es natürlich immer auch dumme und kluge Tiere einer Art gibt. Wir brauchen nicht ein Walgehirn und der Wal braucht kein Menschengehirn. Das hat nichts mit Primitivität zu tun. Wir sind zwar alle Individuen, aber auch Teil eines Systems, innerhalb dessen wir funktionieren. Wir Menschen sind zu erfolgreich, deshalb dominieren wir und zerstören unsere Umwelt. Wären wir Jäger und Sammler geblieben, wären wir innerhalb des Systems „gut“. Jetzt sind wir für dieses System eine Gefahr. Das gilt für alle Tiere die zu erfolgreich sind, auf die eine, oder andere Weise. Irgendwann rächt sich das. Es gab einen virtuellen Versuch. Eine Insel auf der Menschen lebten. Die Versuchspersonen sollten alles so gestalten, dass es „perfekt“ ist. Die Folge davon war, dass die virtuelle Zivilisation an ihrer Perfektion zugrunde gegangen ist. Die Natur ist nicht perfekt, sondern optimal und das verlangt das Gute wie das Böse. Also auch die Vernichtung.

  4. @ gonzessa: Wie sehr wir mit unseren Ausführungen Recht haben, zeigen Kommentare wie der Ihre! Keine Ahnung, aber rumrülpsen und beleidigen – so machen Sie sich in der Welt wirklich unentbehrlich.

  5. Susanne Veronika says:

    Was haben Delphine damit zu tun? Abgesehen davon dass die Logik falsch ist:

    „Delfine z.B. haben mehr Windungen und stärkere Furchen ihrer Großhirnrinde als Menschen.
    Gleichwohl aber sind Delfine nicht in der Lage, etwas zu konstruieren oder mit etwas zu hantieren –
    schon deshalb, weil ihnen ein entsprechendes Greif- bzw. Kreativorgan, wie z.B. Hände (beim Pri-
    mat) oder Rüssel (beim Elefant) nie gewachsen ist. Dies hat natürlich etwas mit dem Element zu tun,
    in dem sie ausschließlich leben, dem Wasser. Im Meer würden Kreativorgane wenig nützen. “

    Wer sagt das würde nicht nützen? Auch im Meer gibt es Tiere die Greifarme haben und damit sogar Gläser öffnen können. Sie sind sehr intelligent, Einzelgänger, können sich aber auch zu Gruppen zusammenschließen.
    Du schreibst, die Menschen würden heute ihre Kinder missbrauchen. War das früher anders? Schon die alten Griechen haben das gemacht, wie wir wissen. Die anderen Völker werden auch nicht anders gewesen sein. Wir sind weder schlechter, noch besser als die Menschen früherer Zeiten. Da wir derzeit keinen Überlebenskampf kennen, und überbevölkert sind, braucht nicht jede Frau ein Kind in die Welt setzen. Frauen müssen nicht den ganzen Tag am Herd stehen und kochen und den Mann bedienen, weil sie keine Lebensmittel mehr herstellen müssen. Die Umwelt ändert sich und damit auch die Lebensformen.

  6. @ Susanne Veronika:
    Zum M.B.-Blog-Thema „Blackfish“ haben wir folgenden Kommentar gepostet, der die Gründe, weswegen Walartige so einen großen Neokortex aufweisen, begründet.

    http://www.akt-mitweltethik.de/images/texte/019delfin2.pdf

    Wir sind davon überzeugt, dass der enorme Neokortex der Walartigen auch zur Verarbeitung dreidimensionaler Reize und Informationen erforderlich ist, denn sie leben im Volumen, senden Ultraschallwellen aus, empfangen die Reflektionen derselben und bekommen hierdurch exakte Informationen über ihre dreidimensionale Lebensumwelt. Dies erfordert erhebliche Speicher- und Verarbeitugskapazitäten, so wie bei einem Computer, der Hologramme anstatt nur zweidimensionale Bilder erzeugt. Wenn Wale kommunizieren, senden sie sich per Ultraschall die Schallwellen zu, die im Empfänger dreidimensionale Vorstellungen erzeugen, Kopien von jenen Infos, die der Sender aus seiner Erfahrung.- und Wahrnehmungswelt abgespeichert hat. Deshalb konnte bislang die “Sprache” der Wale auch nicht entschlüsselt werden. Wir Menschen haben ein zu primitives Gehirn hierzu, denn als Landtiere sind wir zweidimensional geprägt, da wir Flächenbewohner sind.
    PS.: Wir konnten 1994 ein Delfinarium in Deutschland abschaffen. Der Link oben war damals unser Flyer.

    Ansonsten kommen wir mit Deinen Argumenten nicht weiter, weil sie keine Lösungsvorschläge enthalten. Nur weil wir „schon immer“ schlecht waren, muss das nicht so bleiben. Wenn doch werden wir halt untergehen. Uns würde interessieren, ob Du mal einen unserer Links gelesen hast.
    Für andere (Partner, Kinder, Tiere, Mitwelt) da zu sein, ihre Belange über die eigenen zu stellen, ist etwas Edles und Erstrebenswertes, weil Altruistisches. Nur an sich selbst zu denken ist hingegen primitiv und zeugt von geringer geistiger Reife. In unserer kaputten Gesellschaft werden die Erstgenannten als blöd und dumm (Gutmenschen als Schimpfwort) hingestellt, die Egomanen und Egozentriker indes als modern und tough. Dies zeigt schon, wie falsch die Aufklärung und Emanzipation gelaufen ist. Aber da wirst Du uns natürlich auch nicht zustimmen.

  7. gonzessa says:

    AKT klingt wie eine Mischung aus Jihadist und Spätrentner: alles so dekadent im bösen Westen und früher war´s ja so viel besser….

  8. Susanne Veronika says:

    Das sind doch alles nur Idealvorstellungen die real sehr selten auftreten. Das ist so, das war so und das wird immer so sein. Um 1900 herum gab es z. B. ca. 40% außereheliche Geburten. Die Kinder wurden systematisch geprügelt und Freud hätte ohne seine hysterischen Patientinnen nie berühmt werden können. Im Mittelalter durften Männer ihre Frauen nach Lust und Laune misshandeln – sofern diese dann wieder ganz hergestellt werden konnten. Interessen werden immer kollidieren und zwei Menschen die gemeinsam leben, haben immer wieder verschiedene Interessen, das ist normal. Totale Harmonie ist eine Wunschvorstellung, nicht mehr.

  9. @ Susanne Veronika: Das eigentliche Problem der Menschen besteht in ihrer charakterlichen Unreife, da diese auch gesellschaftlich nicht gefördert wird. Reife Formen von Partnerschaft und Ehe kennen keine Machtspiele, weil sie ihre Gemeinsamkeiten erkannt und sich DESHALB liiert haben. Das Wort „Beziehung“ kommt von Ziehen, von Bande, Verbundensein, an einem Strang ziehen etc. – was bei Leuten, die zusammen passen, nicht als Fesselung, Einschränkung oder Beschneidung empfunden wird.
    Der hypere, sozial unverträgliche Individualisms hat die Leute aufeinander gehetzt. Jeder sieht heute im Anderen eine Bedrohung und nicht eine Chance zur Entwicklung und Bereicherung. Als Primat ist der Mensch aber ein überaus soziales Wesen, dazu geschaffen, sich mit anderen zu arrangieren, zu koordinieren, zu kommunizieren, denn nur deshalb haben wir einen so großen Neokortex.
    Wir haben auf diesem Blog in anderem Zusammenhang mal unsere Kommunikationsdefinition gepostet. Wenn wir nicht mehr lernen, wie man streitet, kommuniziert und sich auf die Gemeinsamkeiten, anstatt auf die Unterschiede mit dem anderen konzentriert, dann kann von Beziehung keine Rede sein und dann entsteht ein Klima der Antisozialität, das alle Fasmilienmitglieder psychisch kaputt macht – vor allem die Kinder. Da liegt das Problem.
    Wenn Mütter inzwischen in ihren Kindern eine Einschränkung ihrer Möglichkeiten sehen, dann geht die Antisozialität inzwischen so tief, dass sie den angeborenen Muttertrieb (der im archaischen Nukleus verankert ist) überlagert – und das ist mehr als besorgniserregend, es ist fatal.
    Die ganze Emanzipationsbewegung hat ihre Argumentation nicht verbindend, sondern trennend ausgeführt und damit erreicht, dass sich die Geschlechter und die Individuen feindlich gegenüber stehen. Das ist ein Grundproblem des Kultur-Menschen (Kultur als Kontraentwurf zur Natur), dass er sich leider lieber über Trennendes und über Ausschließlichkeiten definiert, anstatt über Gemeinsamkeiten. Diese Mentalität zieht sich wie ein roter Faden durch alle Beziehungsfragen, auch bezüglich des Mensch-Tierverhältnisses und unser Verhältnis zur Natur und Mitwelt insgesamt. Dennoch ist dieses Phänomen nicht angeboren, es ist soziokulturell erworben und durch Massentraumatisierungen in den zahlreichen Kriegen begründet.. Erforderlich wäre ein Paradigmenwechsel diesbezüglich.
    Hierzu zwei Texte, die erhellen, was wir genau meinen: (Bitte in der Reihenfolge lesen.)
    http://www.akt-mitweltethik.de/images/texte/MenschMonster_.pdf
    http://www.akt-mitweltethik.de/images/texte/GruhlGesellschaftVortrag.pdf

  10. Susanne Veronika says:

    @AKT
    Kinder sind oft gar nicht fähig zu verstehen worum es bei einem Streit der Eltern geht. Man kann nicht aus der Entfernung verstehen wer in einer Beziehung Recht, oder Unrecht hat.

    In Beziehungen geht es auch um Macht und jeder will seine Sicht der Dinge durchsetzen. Das ist normal. Wenn du selbst Mit-Erlebtes hier anführst, dann schreib doch mal über einige Beispiele, damit man weiß was du meinst.

  11. @ Susanne Veronika:
    Es kann nicht von Beziehung gesprochen werden, wenn zwischen den Beteiligten Machtkämpfe ausgetragen werden. Die Partnerschaftsanbahnungszeit dient normalerweise dazu, festzustellen, ob zwei Leute miteinander harmonieren oder nicht. Wenn sie es tun, ist der Weg frei zur Vereinigung auf sozialer und biologischer Ebene. Dann erst können Kinder geboren werden, die im Schutz der Beziehung/Ehe sich entwickeln und ausprägen können. So jedenfalls läuft es bei monogam veranlagten Tieren. Beim Menschen ist dies schon lange nicht mehr so, was zur Folge hat, dass Beziehungen keine sind, weil in ihnen mehr Konkurrenzkampf herrscht als Gemeinsamkeit und „an einem Strang ziehen“. In kaum einer „modernen“ Beziehung gibt es noch stabile Strukturen, die Harmonie und somit Stabilität für die beteiligten Familienmitgleider bedeuten.

    Kinder sollten in ihrer Wahrnehmung und Urteilskraft keinesfalls unterschätzt werden, denn sie verfügen noch über die Fähigkeit der Propriozeption. Ferner haben wir hier keine Kleinkinder als Praktikanten, sondern Jugendliche ab 14 Jahren, die sehr wohl Durchblick aufweisen über das, was daheim abgeht.

    Wir möchten das hier nicht wieder endlos ausweiten. Wir haben lediglich darauf hingewiesen, dass auch und u. E. sogar überwiegend Frauen die Ursache für Konflikte in den Familien sind und dass im Geiste wahrhaftiger Emanzipation auch den Frauen eine wesentlich kritischere Betrachtung zuteil werden muss, um die Ursachen zu bestimmen und zu beseitigen. Es gibt viele Formen von Gewalt. Die üblicherweise männliche ist sehr gut erforscht – jetzt ist die weibliche Form dran, erforscht zu werden. Fakt aber ist, dass die „Keimzelle der Gesellschaft“ nicht nur menschliche Körper hervorbringt, sondern auch menschliche Psychen – und diese werden von Generation zu Generation immer labiler, kränker und schwächer. Die Zunahme an Charakterpathologien wie Borderline, Depression, Perversionen und Burnout haben psychosoziale und soziokulturelle Ursachen in der Kindheit und Jugendzeit. Die neuen Generationen wachsen nicht mehr artgemäß auf und entwickeln deshalb immer tiefgreifendere psychische Störungen. Es ist deshalb folgerichtig, dass z. B. das ADHS-Syndrom immer mehr um sich greift und nach einer Umfrage unter Eltern als die zweithäufigste Kinderkrankheit genannt wird. Anstatt Sozialität, Vorbildhaftigkeit und Harmonie verabreichen wir tonnenweise das Neuroleptikum/Amphetamin Ritalin, damit die Kleinen nicht schlapp machen – das muss man sich mal vorstellen.

    Kinder dürfen in dieser postmodernen weil dekadenten Gesellschaft nicht mehr Kinder sein, Männer nicht mehr Männer und Frauen nicht mehr Frauen. Es gibt keine Normalität, keine Sollensnorm mehr, alles zerfließt – von wem sollen die Kinder noch erfahren, wie „Leben“ geht? Dasselbe gilt für die Tiere, die Natur und alles andere, was der Willkür offenbar völlig entwester (kybernetischer – nach Erich Fromm) Menschen ausgesetzt ist – alles wird in seiner natürlichen und naturgewollten Entwicklung gehemmt und verzwungen. Wenn es uns nicht gelingt, den Zugang zur Natürlichkeit, die in und mit uns ist, wieder zu finden, wird die Welt die in und mit uns ist, unweigerlich kaputt gehen. Wir sehen es doch überall – keiner kann dies noch leugnen.

  12. quark says:

    Wer war nochmal dieses „wir“?
    Wieviele Personen schreiben diese Kommentare?
    Mit welchen Einrichtungen sind Sie angeblich in Kontakt?
    Von Seriösität zeugt es nicht gerade, Anekdotisches als statistisch relevanten Beleg zu verkaufen, ehrlich gesagt finde ich es auch nicht sehr korrekt, die Erfahrungen einzelner Betroffenen für Ihre Thesen zu instrumentalisieren.

  13. quark says:

    „Wir kennen Fälle, bei denen Frauen ihre Partner bis zur Weissglut provozierten und Psychoterror machten, bis der Mann dann irgendwann ausflippte und zuschlug. Die Folge: Die Frau holte sodann Nachbarn und Polizei, gab sich heulend als Opfer aus und der Mann wurde abgeführt und erhielt Betretungsverbot seines eigenen Hauses.“

    Ein schlagender Mann hat in einem Familienhaushalt nichts verloren.
    Das wirkt auf Sie vielleicht extrem.
    Ist aber für alle das Beste.
    Grundsätzlich.

    Und sonst: Als Reaktion auf den Hinweis auf die Realität (bitte, nochmal: googeln Sie „Familientragödie“), kommen Sie mit „Wir kennen viele Fälle…“.

    Dazu kann ich nur sagen: Ich kenne Sie nicht – weder im Singular noch im Plural – und Sie wirken alles andere als glaubwürdig.

    (Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Menschen ihre häuslichen Probleme gerade Ihnen anvertrauen sollten, aber das nur am Rande. Sicherlich gibt’s ein paar Kerle, die Ihnen gerne ihr Leid mit dem „Psychoterror der Frauen“ klagen, nur würde ich das eher weniger für bare Münze nehmen.)

    Vorschlag am Rande: Wenn Sie glaubwürdig wirken wollen und nicht nur lächerlich, sollten Sie sich auf nachvollziehbare Informationen stützen und nicht auf „Weil ich es sage, ist es so“.

  14. Streitsüchtige, psychoterrorisierende und antisoziale Frauen haben ebenfalls weder in einem Familienhaushalt, noch in einer Beziehung etwas verloren!

    @ quark (nomen est omen): Sie irren sich: Wir sind involviert in etliche Fälle, in denen wir von den Betroffenen in ihre psychischen und familiären Probleme eingeweiht werden und wir tauschen uns mit Therapeuten, Sozialarbeitern etc. aus, lassen betroffene Kinder und Jugendliche in unserer Einrichtung arbeiten und erfahren hierdurch auch viel aus deren Erzählungen. Die Väter werden nicht selten als ohnmächtig, introvertiert und hilflos gegenüber der Willkür und Beliebigkeit, insbesondere gegenüber der mangelnden Affekt- und Impulskontrolle der Mütter beschrieben.
    Es wird höchste Zeit, dass auch die Gesetzgebung den Psychoterror und die subtile sowie verbale Gewalt mit Handgreiflichkeiten/körperlicher Gewalt – gerade auch bezüglich der Kindererziehung, auf eine Stufe stellt, zumal Untersuchungen ergeben haben, dass die Folgen auf die Psyche von Opfern bei Psychoterror sogar tiefer gehen. So erfasst das Grundgesetz in Deutschland lediglich den Schutz der körperlichen Unversehrtheit und unterschlägt somit die seelische Unversehrtheit. (Natürlich schädigt körperliche Gewalt die Psyche ebenso.)

    Wir möchten Sie ferner bitten, Ihre unverschämten Sticheleien zu unterlassen und zur vernünftigen und anständigen Diskussion zurück zu kehren, sonst müssten wir nämlich annehmen, dass Sie hierzu ebenso wenig fähig sind, wie zur Respektierung anderer Standpunkte und Überzeugungen. Unter diesen Umständen wäre ein weiterer Dialog mit Ihnen Zeitverschwendung.

  15. Felix Denig says:

    @ quark:
    Ich bin hocherfreut, dass die Antwort auf ihr Kommentar schon gepostet wurde BEVOR sie sich einschalteten!
    Für ein besseres Verständnis gebe ich einmal die Reihenfolge vor:
    Lesen sie ihr Kommentar (am besten ihr letztes) und anschließend das von Konrad.
    Fällt ihnen etwas auf?
    Sie verteidigen etwas das gar nicht angegriffen wurde! Es wurde lediglich auch die andere, bis vor kurzem weniger beachtete, Seite aufgezeigt und sie reagieren als ob man alles kleinreden würde. Dann auch noch auf solch aggressive, denunziative Weise. Das haben sie doch nicht nötig, oder?

  16. quark says:

    Merken Sie was? Ich gebe Ihnen einen Hinweis auf reale, tödliche, dokumentierte Gewalt und Sie kontern mit einer Generalbeschuldigung an „die Frauen“ – angeblich kaum erforscht, trotzdem wissen Sie, dass es so ist?
    Merken Sie das gar nicht?

    Wieviel offener können Sie Ihr Ressentiment denn noch offenbaren?

    Und zum Mann aus ihrem Beispiel: Ein Mann schlägt zu, die Frau weint, ist Ihrer Ansicht nach aber die wahre Täterin – und das Betretungsverbot Ihrer Meinung nach womöglich unangebracht?

    Vermutlich wäre die Frau auch schuld, wenn der arme provozierte Mann sie in seiner Verzweiflung umbringen würde?

    Und falls er wegen Mordes ins Gefängnis ginge, so hätte sie ihm aus dem Grabe heraus noch sein Leben ruiniert…

    Ihre hier geäußerte Meinung ist an Frauenverachtung schwer zu überbieten. Ihr ganzes Mitleid gilt dem Schläger. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wozu Sie selbst im Stande wären, würden Sie von einer undankbaren Frau provoziert.

    Und jetzt lese ich nochmal Ihren Nick: „Institut für Mitweltethik“…der beste Treppenwitz.

    Sie rechtfertigen die Gewalt, die sie sich gegen Frauen richtet!

  17. @ quark: Das, was Sie aus unserem Statement, auf das Sie sich beziehen, gelesen bzw. gedeutet haben, steht dort nicht geschrieben – lesen Sie nochmal genau nach. Emanzipation, die wir befürworten, bedeutet, dass gegenüber beiden Geschlechtern objektiv Gerechtigkeit zum Tragen kommt – dagegen können Sie doch nichts haben. Es gibt unterschiedliche Formen von Gewalt und Terror, stimmen Sie uns da zu? Wie realitätsbezogen sind Sie wirklich, wenn Sie so tun als sei die Problematik, die wir aufgezeigt haben, nicht ebenfalls existent. Wir kennen mehr Beziehungen und Ehen, in denen die Frau den Mann dominiert und nur selten handelt es sich dabei um wohlwollende Formen von Dominanz. Wenn Sie andere Erfahrungen haben, dann bringen Sie diese hier konstruktiv ein, wie es sich für eine fruchtbringende und anständige Diskussion gehört, anstatt beleidigend zu werden und mit unbegründeten Unterstellungen zu kontern. Wir lehnen Gewalt in jeder Form, ob physisch oder psychisch, kategorisch ab. Wir lehnen es aber auch ab, dass nur die Gewalt, die von Männern ausgeübt wird, angeprangert wird. Wie schon erwähnt: Die weibliche Gewalt ist im Begriff, endlich auch als existent anerkannt und untersucht zu werden. Da Sie ja sicherlich gegen jede Gewalt (und nicht nur die männliche) sind, können Sie diese Entwicklung doch nur begrüßen.

  18. quark says:

    Ein Tipp: Googeln sie mal „Familientragödie“ und achten sie auf das Geschlecht von sowohl Opfer als auch Täter.

    Solange jeden Tag so eindeutig vergeschlechtlichte Gewalt ausgeübt wird, ist es einfach nur mysogyner Zynismus, angebliche „Gleichheit“ (die ihnen tatsächlich niemand verwehrt) für die Männer einzufordern.

    Damit Sie es verstehen: Das sind nicht „die Männer“, die das tun, sondern einige, leider sehr viele, individuelle Männer. Aber es besteht nunmal eine Verbindung zwischen dem gesellschaftlichen Bild von Männlichkeit und Gewalttätigkeit.

    Aber klar, sich hinter eine angeblich feministischen Autorin verstecken, die sich auf dem Niveau: Wir machen zuviel für Frauen, dass wir keine Zeit mehr für die echten Themen haben. Genau, Herr Balluch, kennen Sie sowas nicht in der Form, es würde zuviel für Tiere gemacht, dass für Menschen keine Zeit mehr bliebe. Schade, dass Sie es nur in der einen Variante als Lüge erkennen und in der anderen sind Sie es selbst, der in die gleiche Kerbe schlägt….kognitive Dissonanz at work.

  19. Die Gewalttätigkeit der Frauen (gegenüber Männern, ihren Eltern und Kindern) ist weniger körperlicher, sondern mehr psychischer Natur. Sie wird zumeist subtil ausgeübt und ist in ihren Folgen auf die Opfer tiefergehend sogar. Wir kennen Fälle, bei denen Frauen ihre Partner bis zur Weissglut provozierten und Psychoterror machten, bis der Mann dann irgendwann ausflippte und zuschlug. Die Folge: Die Frau holte sodann Nachbarn und Polizei, gab sich heulend als Opfer aus und der Mann wurde abgeführt und erhielt Betretungsverbot seines eigenen Hauses. Weibliche Formen von Willkür und Gewalt sind aus sexistischen Klischeegründen kaum erforscht. Inzwischen aber stellt sich diesbezüglich ein Umdenken ein, was z. B. auch für sexuellen Missbrauch von Kindern durch Mütter gilt.

  20. Konrad says:

    Das ist ein altes Spiel. Alle werfen sich gegenseitig Unhaltbarkeit der Behauptungen vor. Wie lässt sich so etwas lösen? Überprüfen können das nur jene mit genügend Zeit und Motoivation, denen andere dann vertrauen oder misstrauen. Letztlich orientieren sich die meisten an ihren persönlichen Erfahrungen. Diese sind allerdings offenbar recht unterschiedlich.

    Einen ähnlichen Ablauf beobachte ich in Hinsicht auf die multikulturelle Gesellschaft. Dort führen Tabus dazu, dass jede kritische Betrachtung von Problemen die betreffenden Leute in ein rechtsextremes Eck zwingt, solange sie diesen Gedankengängen nicht abschwören.

    Ist es wirklich so gefährlich unbequeme Themen aufzuwerfen? Sind die jeweiligen Theorien wirklich so schwach, dass sie kritischen Betrachtungen nicht standhalten könnten?

    Ich glaube gar nicht, dass das wirklich der Fall ist. Hauptsächlich verantwortlich für diese Dynamik ist wohl die Angst jener, die die eigenen Ideologien nicht wirklich verstehen und die sie daher vor jeder Kritik abschirmen möchten.

  21. joeluis says:

    Nach dieser Rezension dürfte es sich hierbei um ein ziemlich oberflächliches Buch handeln. Es scheint, dass Fr. Bauer-Jelinek hier ein Sammelsurium an Gedanken vorlegt, die zum Teil die gesellschaftliche Realität beschreiben (Kluft zwischen Arm und Reich, Angriff der Finanzmärkte, Unterwerfung aller Lebensbereiche unter die Ökonomie). Andere Realitäten scheint Fr. B-J zu relativieren (Schlechterbezahlung der Frauen – ihre Berechnungen, die das in Abrede stellen wollen, sind fachlich völlig unhaltbar, ja dilletantisch; Gewalt gegen Frauen wird von Fr. B-J geradezu gemein relativiert).
    Dann vermischt sie die Realitäten mit den von ihr selbst erfundenen Realitäten und nützt das um gegen den Feminismus einen Rundumschlag auszuführen. Hier werden die persönlichen Enttäuschungen sichtbar. Und sie versucht den Feminismus, eine der grossen geistigen und sozialen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts, kleinzureden und zu verunglimpfen.
    Damit macht sie im Endeffekt aber nichts anderes als billige Anbiederung an die patriarchalischen Verhältnisse – in der Hoffnung, selbst ein bisschen davon zu profitieren, leider auf Kosten der anderen, vor allem der anderen Frauen.
    Solche Bücher muss man (und vor allem frau) als reaktionär zurückweisen.

  22. Chris says:

    Die Apartheid an (westlichen) Männern durch Femi-Sexismus und Gender-Geldstreaming wird auch hier behandelt: http://gw.justiz-debakel.com/forum/viewforum.php?f=25

  23. Die Frage nach dem Geschlecht sollte sich eigentlich nur im Schlafzimmer bzw. bei gewissen Interaktionen stellen. Ansonsten gibt es Menschen. Die Geschlechtlichkeit hat sehr geringen Einfluss auf die Bedürfnisse eines Individuums, was für alle Tieren gleichermaßen gilt.

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