Dompfarrer Faber mag lieber 1000 Jäger als eine Handvoll Tierschützer: Kirchenaustritt

Am Jägerball in der Hofburg in Wien finden sich Adabeis aus allen Lebensbereichen. Und einer dieser „schillernden Gestalten“ ist regelmäßig Dompfarrer Toni Faber von St. Stefan. Bekannt wurde er nicht nur durch seinen Jagdschein und seine Artikel für den freien Zugang zu Schusswaffen, sondern auch, weil er wegen Trunkenheit am Steuer von der Polizei ertappt wurde. Jede freundliche Anfrage von Tierschutzseite zum Gespräch lehnt er ab. Er steht fest auf der Seite derjenigen, die Tiere töten. So wird er in der Presse zitiert, dass ihm 1000 Jäger im Stefansdom lieber seien als eine Handvoll Tierschützer auf einer Demo.

Eine gläubige Katholikin hat jetzt das erneute Auftreten des Dompfarrers auf dem Jägerball zum Anlass genommen, aus der Kirche auszutreten. Hier ihr Schreiben an die Erzdiözese Wien, das bis heute unbeantwortet blieb:

Gesendet: Mittwoch, 29. Jänner 2014 08:00
An: ‚anliegen@erzdioezese-wien.at‘
Betreff: Kirchenaustritt

Sehr geehrte Damen und Herren!
 
Ich zahle seit Jahren Kirchenbeitrag und sponsere damit gerne sowohl die Erhaltung der Kulturgüter als auch die Institution der Kirche selbst.
Womit ich aber nicht mehr kann ist das seitenblickegeile Auftreten des Dompfarrers Faber.
 
Wenn das die Aufgabe der Kirche sein soll, dann fällt mir nur das Liebermann- Zitat ein, als die Nazis durchs Brandenburger-Tor marschierten. [„Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte“]
 
Den absoluten Höhepunkt hat wieder mal sein Erscheinen im Trachtenjankerl am Jägerball dargestellt.
Als Tierschützerin (ich hab die Botschaft Jesu im Gegensatz zu dem Promiküsser verstanden) bin ich zutiefst empört und nehme das zum Anlaß meine Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft endgültig zu beenden.
 
Es tut mir nur leid, dass ich diesen Schritt nicht schon früher gesetzt habe , spätestens als sein Satz „mir sind ein paar tausend Jäger im Stephansdom lieber als eine Hand voll Tierschützer“ veröffentlicht wurde, hätte ich die Konsequenzen ziehen müssen.
 
Ich habe das auch deswegen nicht getan, weil ich 6 Tauf und Firmpatenkinder habe um deren Erziehung und Ausbildung ich mich intensiv kümmere.
   
Nur jetzt ist das Maß voll, Konrad, Pröll und co werden den Ausfall schon wettmachen.
[Name und Adresse beigefügt]
Mehr zu Dompfarrer Faber und seinen dubiosen Aktivitäten und Ansichten:
https://martinballuch.com/?p=680

18 thoughts on “Dompfarrer Faber mag lieber 1000 Jäger als eine Handvoll Tierschützer: Kirchenaustritt

  1. Nikolaus Eberan says:

    Was Dompfarrer Faber an Eva am 12. Feb. antwortete, ist ja nur noch als „speicheltriefender Stumpfsinn“ zu bezeichnen.
    Speziell der Satz „Wenn ich auf die Jagd gehe, töte ich nicht willkürlich“ ist ja mehr als dumm. Ich weiss nicht, ob die Lehrerschaft dem Dompfarrer vielleicht schon in der Schule vorgeschlagen hatte, er solle bei seiner herausragenden Intelligenz den reinen und guetigen Weg der katholischen Kirche gehen.

  2. Susanne Veronika says:

    „Natürlich sind das Töten eines Rehs und das Töten einer Gelse nicht dasselbe; und doch ist beides ein Tötungsakt.“ Na ja, er meint es macht keinen Unterschied aus. So gesehen macht es auch keinen Unterschied aus ob man ein Reh, oder einen Menschen tötet. Ist auch beides nur ein Tötungsakt und wird beides vielfach durchgeführt.

  3. Eva says:

    Ich habe dem Dompfarrer am 31. Jänner eine kritische Mail zum Bericht „Die Jagd, die Jäger und die Geschöpfe Gottes“ geschrieben. Heute die Antwort, leider hat sie überhaupt nichts mit meiner Kritik zu tun:

    Hallo Eva,

    danke für Ihre Nachricht.

    Natürlich sind das Töten eines Rehs und das Töten einer Gelse nicht dasselbe; und doch ist beides ein Tötungsakt.

    Ich weiß nicht, ob Sie Blumen mögen und sich manchmal ein paar Tulpen oder Margeriten oder Gänseblümchen in eine Vase stellen, oder sich darüber freuen, dass Sie eine Rose geschenkt bekommen. Jede Blume, die in einer Vase steht, ist nämlich in gewisser Weise schon tot.

    Wenn sich unsere Ahnen nicht von Tieren und Pflanzen ernährt hätten, würden wir beide heute nicht existieren.

    Tiere töten sich gegenseitig, Tiere fressen Pflanzen, größere Pflanzen verdrängen kleinere, Orkane, Hochwasser oder Vulkanausbrüche zerstören die Natur. Das Leben ist ein Kreislauf von Geboren werden, Leben und Sterben.

    Der Mensch macht sich vielfach an der Natur schuldig, das wissen wir heute besser denn je. Doch neben der Zerstörung verdankt gerade die Natur der Tatsache, dass wir Menschen unser Handeln steuern und Denken können, in vielen Bereichen eine nie da gewesen Achtsamkeit, das Bemühen, der Natur zu ihrem Recht zu verhelfen, indem z.B. Arten bewusst geschützt oder gezüchtet werden.

    Jeder Mensch ist für sein Leben selbst verantwortlich. Wenn ich auf die Jagd gehe, töte ich nicht willkürlich. Wenn ich Käse esse, weiß ich, dass zuvor eine Kuh gemolken werden musste. Wenn ich Blumen geschenkt bekomme, ist mir bewusst, dass sie schneller verwelkt, als wenn sie noch im Nährboden wachsen könnte.

    Das Leben in und mit der Natur bringt täglich viele Ereignisse mit sich, die der Natur schaden. Das ist so, wenn wir leben – selbst wenn wir noch so vorsichtig sind.

    Wir müssen uns entscheiden, wie wir leben wollen. Denn nur mit schlechtem Gewissen durchs Leben zu gehen, weil wir die Natur immer belasten, mit fast allem was wir tun (müssen), um zu überleben, das ist nicht mein Weg Freude am Leben zu haben, das Beste aus meinem Leben zu machen und anderen Freude und Lebensfülle zu vermitteln.

    Dass Sie da einen guten Weg für sich selber gefunden haben und immer wieder neu finden wünscht Ihnen,

    Dompfarrer Toni Faber.

  4. hermann siedl says:

    Armes Wien , armer Stefansdom! Toni Faber ist für mich ein unwürdiger Gottesmann!! Von so
    einem mediengeilen Selbstdarsteller und Jagdscheinbesitzer kann man kein Verständnis für Tiere
    Tierschützer erwarten! Bin schon vor ca. 35 Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten!

  5. Heidemarie Mengel says:

    Es zeigt den desolaten Zustand der Pfaffengemeinde.solche verwirrten Gestalten
    ohne Probleme auf die Kanzel zu lassen.Andererseits wird ja auch Kindesmißbrauch
    bagatellisiert.Mein Mann und meine Tochter werden nun austreten,ich bin es schon länger

  6. Georg Furcht says:

    Solche Aussagen von „Gottesfürchtigen“ Ehrenmännern wundern mich schon ewig nicht mehr.Trotzdem immer wieder abstoßend.

  7. Eckard Wendt says:

    Ja, mit dem graumelierten Herrn da oben kann man sich schon arrangieren, aber mit seinem Fußvolk gibt es immer neue Probleme. Pfarrer Faber sollte sich unbedingt einen anderen Beichtvater suchen, der in der Lage ist, ihn auf einen guten Weg zu führen. Ansonsten bleibt uns und den Tieren nur noch die Hoffnung auf die biologische Lösung oder daß er nur sich und keine Unbeteiligten bei seiner nächsten Suff-Fahrt um die Ecke bringt.

  8. Brigitte Bussmann, katholische Theologin und Tierschützerin. says:

    Der Herr Dompfarrer hat seinen Beruf verfehlt und wohl auch seine sog. Berufung falsch verstanden. Er sollte sich schämen, besonders immer dann, wenn er während der Messe für Papst Franziskus betet, der seinen Namen vom Tierschutzpatron Franziskus angenommen hat. Der Tierschutzheilige sprach von den Tieren als seinen Brüdern und Schwestern. Aber der Dompfarrer gibt sich lieber mit denen ab, die die Brüder und Schwestern des Heiligen töten.

  9. Karen says:

    Ich werde der Kirchenbehoerde schreiben. Der Dompfarrer muss versetzt werden. Er ist eine Schande fuer den Stephansdom.

    Karen

  10. Susanne Veronika says:

    @mitleserin
    Stimmt doch. Lies hier http://derstandard.at/1328162577961/3-Milliarden-Euro-kolportiert-Wie-der-Staat-die-Kirche-finanziert
    „Die Initiative schätzt, dass der gesamte Bereich der Kirche insgesamt drei Milliarden Euro an direkten oder indirekten Förderungen erhält.“

  11. friederike ploechl says:

    danke für diesen begründeten Austritt. ich denke auch, dass die Menschen die aus der Kirche austreten nicht gottlos geworden sind, sondern ganz im Gegenteil Gott endlich gefunden haben. und Gott ist wohl kaum in der Kirche zu finden!!

  12. joeluis says:

    Wer der Kirche freiwillig auch nur einen Cent bezahlt (Kirchensteuer), muss am Gehirn amputiert worden sein. Denen sind nicht nur die Tiere wurscht, sondern auch die Menschen, insbesonders die hilflosen Kinder. Und wie die Schönborn-Clique mit den Opfern der Vergewaltigungen in den kirchlichen Heimen umgesprungen ist.
    Der Promiküsser Faber ist kein Einzelfall, er ist sozusagen der kirchliche Normalfall.
    Thomas Bernhard hat einmal geschrieben „1000 Jahre Habsburger und 2000 Jahre Kirche haben dieses Land restlos ruiniert“.

  13. Ich beglückwünsche Sie zu diesem Schritt (der Erkenntnis)!Aus ebensolchen Gründen bin ich erst nie in die katholische Kirche eingetreten.Das Verhalten dieser „Kirchenväter“ steht im unüberbrückbaren Widerspruch zum Sinn der Liebe.

  14. Eva says:

    ich hab dem dompfarrer eine mail geschrieben, bin gespannt, vielleicht antwortet er mir ja 🙂

  15. mitleserin says:

    @johannes braun:

    es stimmt nicht, dass der staat für die erhaltung der kirchen und pfarrer etc. bezahlt.

    mfg, mitleserin

  16. ich beglückwünsche sie zu dieser entscheidung.
    zu ihrem „sponsoring“ darf ich ihnen noch mitteilen,
    dass nicht die kirche für die erhaltung der bauwerke usw.
    bezahlt, sondern der staat.
    ebenso für alle gehälter der bischhöfe, pfarrer, kardinäle usw.

    vielleicht wurde mit ihrem kirchenbeitrag ja ein trachtenjankerl angeschafft 😉

    mfg,
    hannes braun

  17. Hannes says:

    p.s.: gibt es zu dem Presse Zitat einen Link oder Beleg?

  18. Hannes says:

    Schade, dass ich schon länger ohne Begründungsschreiben aus der Kirche ausgetreten bin, das wär sonst jetzt ein super Zeitpunkt! An alle die noch können: DO IT 🙂 (und schreibt undedingt warum)

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