Endlich: zwei Wölfe sind jetzt bei mir in den Bergen nachgewiesen!!

Es war im Jahr 2008, als ich das erste Mal Wolfsrudel heulen hörte, und zwar gleich drei zur selben Zeit aus verschiedenen Richtungen. Wir hatten schon seit Tagen immer wieder Wolfsspuren gesehen. Wir befanden uns im Fagaras-Gebirge in den Südkarpaten. Es war gegen 22 Uhr, wir hatten unsere Zelte aufgestellt und saßen um das Lagerfeuer herum. Plötzlich, ganz deutlich kam ein Heulen von weit her über die Berge, und wurde sofort von zwei weiteren Rudeln beantwortet, die deutlich näher bei uns waren. Ich erinnere mich an diesen Moment heute noch mit unbändiger Freude. Ein absolut großartiges Erlebnis, das ich niemals missen möchte!

Das ist nun 11 Jahre her, und ich war zwar fast jedes Jahr danach wieder in den rumänischen Südkarpaten zelten, aber ein Heulen war niemals mehr so deutlich und nahe zu hören. Dafür habe ich unzählige Male Wolfsspuren gesehen, auch ganz frische, Wolfsrisse, Wolfskot, Wolfsspielplätze. Für mich ist es ein ungeheuer schönes Gefühl, in einem Wald zu sein, in dem auch wilde Wölfe leben. So sehr habe ich mir seither gewünscht, auch in Österreich bei mir zu Hause einmal das Heulen von Wölfen zu hören und ihre Spuren zu sehen.

Vielleicht kann das in gar nicht so ferner Zukunft Wirklichkeit werden. Die neuesten Daten zeigen, dass im Jahr 2018 mindestens 35 Wölfe in Österreich gelebt haben, darunter 17 Jungwölfe. Der Wolfsbeauftragte und Bärenanwalt, Georg Rauer, veröffentlicht ganz aktuell dazu auch die Verteilung dieser Wölfe. Und, siehe da, in dem Wald, in dem ich lebe, sind 2 Wölfe sicher nachgewiesen worden. Offenbar nicht als Durchzügler, weil sie schon seit mindestens 6 Monaten ihr Revier bezogen haben. Fehlt nur noch eine Wolfsdame für die Rudelgründung!

Wolfsdamen finden sich in Kärnten, in Tirol und in den zwei bis drei Rudeln im nö Waldviertel bzw. angrenzenden Böhmen. Ich hoffe bald kommen weitere nach und verlaufen sich bis in die Obersteiermark. Gerade sitze ich im Dunkeln vor meiner Hütte und sehe die Silhouetten der Bäume gegen den helleren Himmel. Was gäbe ich dafür, jetzt ein Wolfsheulen zu hören!

Gerade war ich wieder mit meinem Kind im Wald, siehe Bild ganz oben. Selbstredend hatte ich keine Angst vor dem Wolf, im Gegenteil. Die Vorstellung, er könnte uns gehört oder beobachtet haben, vielleicht jetzt unsere Spuren riechen, begeistert mich. Ich bin mir sicher, mein Kind wird sich von dieser Begeisterung anstecken lassen. Wer naturverbunden aufwächst, kann wohl nicht anders.

Es hat hier schon eine Luchssichtung gegeben. Einmal bin ich keine 5 Stunden zu Fuß von meiner Hütte entfernt auch schon einem Bären begegnet, allerdings 1997, es ist lange her. Da man weder von Bären noch von Luchsen wieder etwas gehört hat, fürchte ich, sie sind dem Schießwahn der hiesigen Jägerschaft zum Opfer gefallen. Ich hoffe sehr, dass dieses Schicksal den Wölfen, die sich hoffentlich gerade hier als Rudel etablieren, nicht blüht.

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