Ethik und die Werte-Willkür

In der Philosophie geht es eigentlich nur um 2 Fragen: was existiert tatsächlich und was soll ich in Zukunft tun, wobei das „ich“ alle jene Wesen umfasst, die sich eben diese Frage stellen. Leider sind diese beiden Fragen auf verschiedenen logischen Ebenen angesiedelt. Unter Voraussetzung der Metaphysik der Naturwissenschaften, wie z.B. dass es eine objektive Realität gibt und dass wir uns einem Verständnis dieser nach den Methoden des kritischen Rationalismus annähern können, gelingt es z.B. allgemeingültige Naturgesetze abzuleiten. Abgesehen von der Problematik eines freien Willen in einem deterministischen Weltbild, die sehr tiefgreifend ist, scheint die Frage nach dem, was richtig wäre zu tun, also der Moral, nicht gleich zwingend zu beantworten. Aus dem Sein folgt kein Sollen. Bleibt daher nur nach einer jeweils subjektiven Moral und nach subjektiven Werten zu leben oder gibt es einen Ausweg für allgemeingültige Moralvorschriften? immerhin verlangen die Gesetze unserer Gesellschaft unter Androhung von Gewalt sich an eine gewisse Moral zu halten. Und da wäre es besser, eine Moral dafür zu finden, die auch eine gewisse Allgemeingültigkeit beanspruchen kann.

Der unmittelbar erste Zugang zur Frage, was ich tun soll, orientiert sich an meinem eigenen Wohlbefinden: tu das, was dein Wohlbefinden fördert, und lasse das, was dir Leid bringt. Im Umgang mit anderen bedeutet das, wir machen einen Deal: ich respektiere deine wichtigsten Ansprüche, wenn du meine wichtigsten Ansprüche respektierst. Diese Moral nennt man Kontraktionalismus, sie ist sozusagen ein Vertrag (oder Kontrakt), der jeweils zum Vorteil aller, die ihn mit abschließen, unterzeichnet wird. Die Grundlage dafür ist der Egoismus, die Rationalität wird nur als Mittel dafür verwendet, möglichst viel für sich persönlich dabei heraus zu holen. Jene Wesen, die keine Bedrohung darstellen, oder die keinen solchen Vertrag abschließen können, sind dann moralisch irrelevant.

Mit Fug und Recht sagen manche, das sei doch keine Moral sondern nur das Recht des Stärkeren. Neben meinen Gefühlen für Glück und Leid haben auch viele andere Wesen solche Gefühle. Rational gesehen gibt es keinen Grund, die subjektiven Gefühle eines Wesens denen eines anderen Wesens vorzuziehen. Glücksgefühle sind gut, Leid ist schlecht, die Welt ist besser, je mehr Wesen Glücksgefühle haben, und schlechter, je mehr Wesen leiden. Eine Handlung ist dann gut, wenn sie die Glücksgefühle auf der Welt fördert, und schlecht, wenn sie das Leid auf der Welt fördert. Nichtmenschliche Tiere spielen dabei die gleiche Rolle wie Menschen, solange man ihre Gefühle gleich ernst nimmt. Diese Moraltheorien nennt man konsequentialistisch, weil die Bewertung von Handlungen, ob sie gut oder schlecht sind, ausschließlich von ihren Konsequenzen abhängt. Es gibt dann keine gute Handlung an sich. Selbst die denkbar beste Handlung kann zu einer schlechten werden, z.B. wenn jemand sagt, solltest Du den Armen dein Geld schenken, dann bringe ich einen Menschen um. Schon wird das Schenken von Geld an Bedürftige zu einer moralisch schlechten Tat.

Dieser Position versuchen nun MoralphilosophInnen intuitiv erfasste Werte entgegen zu setzen. Z.B. sei es prinzipiell gut, wenn Menschen leben, und daher bestünde ein Recht auf Leben für Menschen, das alle angehalten sind, zu respektieren oder gar zu verteidigen. Solche willkürlichen Werte können entweder intuitiv postuliert werden, und anschließend versucht man die rationale Konsistenz der Werte untereinander durch leichte Änderungen der Werte zu erreichen, bis ein subjektiv akzeptables Gleichgewicht entsteht. Oder man postuliert einige Werte einfach in Form von Moralaxiomen und versucht alle moralischen Pflichten, die daraus folgen, rational abzuleiten. Nichtmenschliche Tiere werden in diesen Moraltheorien nur dann berücksichtigt, wenn die Intuitionen jener, die die Axiome formulieren, das zulassen. Der Zugang ist also sehr paternalistisch: geschützt wird jener Wert, der den Mächtigen in der Gesellschaft genehm ist. Oft sind natürlich religiöse Überzeugungen die Grundlage einer solchen Moral.

Kant versucht einen ganz anderen Weg zu beschreiten. Er möchte keinerlei moralische Werte oder Axiome erfinden, dazu ist die Intuition viel zu sehr von Traditionen und der Sozialisation in der Kindheit abhängig. Man könne auch gar nicht wissen, ob eine Religion, und wenn dann welche, richtig wäre, und daher könne man keine Moral darauf fußen, die Allgemeingültigkeit beansprucht. Kant analysiert daher Rationalität an sich und möchte daraus Gesetzmäßigkeiten ableiten, die logisch zwingend jedes Wesen, das rational ist, automatisch befolgen bzw. ihnen zustimmen muss. Sein Anspruch an die Moral ist, dass Wesen von anderen Welten, die ebenfalls rational sind, zur selben Schlussfolgerung kommen. Wie die Naturgesetze im Reich der Natur, denen man sich nicht verschließen kann und die den freien Willen einengen, so gelten Moralgesetze im Reich der Zwecke, die alle rationalen Wesen binden. Und nach langer Analyse findet Kant dafür seine verschiedenen Formen des kategorischen Imperativs. Kategorisch heißt er, weil er zwingend logisch aus der Rationalität bzw. Vernunft folgt. Egal welche Religion, welche Erziehung, welche Kultur: alle Wesen, die rational sind, werden den kategorischen Imperativ genauso als richtig anerkennen müssen, wie sie, wenn sie rational sind, mathematische Wahrheiten als richtig anerkennen müssen. Das Moralprinzip wird zur mathematischen Wahrheit, unabhängig von jeglichen subjektiven Werten.

Das ist Kants Programm in der Kritik der praktischen Vernunft und in seiner Metaphysik der Sitten. Und dass er damit sehr erfolgreich war, zeigt der ungeheure Einfluss, den seine Ergebnisse bis heute, 230 Jahre danach, noch auf das Denken und das Zivilrecht in unserer Gesellschaft ausüben.

12 thoughts on “Ethik und die Werte-Willkür

  1. Susanne Veronika says:

    @Sabine Aigner …“Ich möchte mir gar nicht das Recht herrausnehmen alles Leben zu vernichten, da ich es auch nicht geschaffen habe.“ Habe ich das irgendwo behauptet, oder verlangt? Abgesehen davon bin ich auch davon überzeugt, dass ein einzelnes Menschlein – welches auch immer – die dazu notwendige Fähigkeit nicht hat. Ich habe lediglich einen logischen Gedankengang dargelegt. Eine Frage am Rande: Was haben Sabine Aigner und Peter Arras gemeinsam, abgesehen von den übereinstimmenden Rechtschreibfehlern?

  2. Sabine Eigner says:

    Zuallererst: Herr Balluch, ich weiß nicht was sie mit diesem Schreibstil erreichen möchten, sie machen in ihrem Artikel sogar grammatikalische Fehler und er ließt sich nur sehr zäh. Ich dachte Sie möchten möglichst viele Interessenten anlocken um ihre Message weit zu streuen, während dem Lesen dieses Artikels überlegt man sich allerdings dreimal ob man seine Zeit nicht anderweitig besser investieren kann. Das Niveau und der Sinn eines Artikels steigt nämlich nicht automatisch, je hochtrabender er formuliert ist.
    @Susanne Veronika: Ich möchte mir gar nicht das Recht herrausnehmen alles Leben zu vernichten, da ich es auch nicht geschaffen habe. Es liegt auch nicht in der Hand der Menschen, alles Leid auf der Welt zu beseitigen, aber wir könnten uns Mühe geben, diesem Ziel möglichst nahe zu kommen. Stattdessen ist die Menschheit, als Ganzes betrachtet, den ganzen Tag dabei, trotz besseren Wissens das Leid auf dieser Erde zu maximieren. Ist da nicht irgendetwas verquert? Läuft hier nicht etwas GRUNDLEGEND falsch?!
    Im Übrigen denke ich nicht, dass der Tod etwas schlimmes ist, er gehört zum Leben wie die Nacht zum Tag. Nur der Sterbeprozess selbst ist meist ein leidvoller, aber aus allem Toten kann früher oder später auch wieder Lebendigesentstehen, es ist ein ewiger Kreislauf.
    @Dean: Ich finde in Arras‘ Ausführungen keine emotionale Willkür, er hat alles sachlich begründet und schlüssig hergeleitet. Zwar waren meine Gedanken zu dem Thema Wertewillkür in der Ethik nie so ausführlich, aber ich kann Arras‘ Kommentar absolut unterschreiben (Mich hat bisher immer verärgert, dass die Leidensfähigkeit von Tieren erst bewiesen werden muss, bevor man überhaupt auf die Idee kommt diesem Geschöpf Rechte zuzusichern.).
    Warum duzen Sie eigentlich Herrn Arras? Schließlich schreiben sie auch „Herr Balluch“ und nicht Martin. Vielleicht bin ich ja altmodisch, aber diese ständige Duzerei im Internet empfinde ich als Respektlosigkeit und ich denke auch dass es die Hemmschwelle für Beleidigungen erheblich heruntersetzt.
    @Peter Arras: Danke für ihr fleißiges Kommentieren, ich glaube Herr Balluch hätte mit seinem Artikel lediglich ein großes Fragezeichen in meinem Kopf hinterlassen. Vor allem wüsste ich nicht, was Balluch zu dem Thema sagt, schließlich schreibt er nur über Kant.

  3. Dean says:

    Und ich versteh den Herrn MB sicherlich auch nicht so wie ich es mir und er es sich vielleicht wünschen würde! Ich stelle ja auch Fragen die am Thema vorbeigehen, viel zu oberflächlich oder sonstwie unpassend sind, aber wie du richtig gesagt hast: „Ich hatte bislang nicht den Eindruck, dass es sich hier in diesem Blog um einen elitären Club handelt, vor allem wenn man betrachtet, wieviele Schäbigkeiten und Blödheiten hier gepostet und vom Blog- Betreiber geduldet wurden.“ Ich zähle mich da auch dazu 🙂 dreist muss man nur sein!

  4. Dean says:

    @Peter

    Oi oi oi, nur mal um es ganz klar zu machen: Bitte nicht persönlich nehmen!
    Ich habe dich absolut nicht abwatschen oder sonstwie persönlich anfeinden wollen!

    Meine intention war zu analysieren, warum, meines erachtens nach, die Kommunikation zwischen dir (und/oder auch andere) und dem Herrn Balluch nicht ganz so gut klappt wie gewünscht! Und ich habe es so allgemein gehalten, dass ich kein schlechtes Gewissen hatte dies zu veröffentlichen!
    Und meine „hochgestochenheit“ entspringt leider nicht einer vorzüglichen Bildung (beim Balluch vielleicht schon :P), weil ich weder ein Akademiker noch Maturant bin und es steckt sehr viel unsicherheit dahinter, aber die kann man im text natürlich nicht sehen! Wie dem auch sei, ich will hier nicht meine Person rechtfertigen müssen und hoffe dieses Missverständnis hier aufgeklärt zu haben.

    Und inhaltlich muss ich sagen sind Tierrechte und -schutz, Biosphäre und Biozentren und was es sonst noch alles gibt nicht wirklich meine Stärken! Ich bin nur auf diesen Blog durch einen Freund aufmerksam gemacht worden weil mich Philosophie sehr interessiert und ich eben neue Erfahrungen sammeln wollte. Deshalb auch mein Augenmerk auf die philosophischen Beiträge!

    Wo du sagst „Wir forschen, um die Natur zu betrügen, um herauszufinden, wie wir sie am besten Ausbeuten können, nicht aber dazu, um zu erfahren, wie WIR leben können, um mit der Biosphäre und den Mitlebewesen kompatibel zu sein.“ möchte ich dir die zwei Seiten der Intelligenz aufzeigen welche ich mir erdacht habe!

    Mir fällt ja auch auf, dass wir Menschen unseren Verstand zum guten wie zum schlechten Gebrauch anregen können, und deshalb unterscheide ich hier zwischen List und Intelligenz!
    Die List ist die Anstrengung zum Negativen hin – das Zerstörerische, das Verlogene, das Betrügerische, das Ausbeuterische usw.
    Die Intelligenz ist die Anstrengung zum Guten hin – das Bildende, das Schaffende, das Wahre, das Gütige und sonstigen positiven Eigenschaften.
    Und natürlich wirken Intelligenz und List antagonistisch, also sich gegenseitig hemmend und beschränkend aber auch genauso agonistisch, also im Wettbewerb um die Vorherrschaft des einen oder anderen! Ein ewiges Tauziehen zwischen gut und böse!
    Aber das wäre jetzt zB dem Herrn Balluch ein willkürlich-moralischer Wert, weil dessen Begründung nicht aus der reinen Vernunft sondern aus meiner persönlichen Erfahrung gewonnen wurde!

    Aber ich werde mir in Zukunft mehr Mühe geben dir auch Inhaltlich auch zu antworten weil es mich auch sehr zu interessieren beginnt!

    MfG
    Dean

  5. @ Dean: Ohne Erfahrung keine Vernunft, ohne Erkenntnis kein Wissen, ohne Ethos keine Ethik – ansonsten freu ich mich über Deinen guten Willen und Dein Interesse!

    Bezüglich der Akademiker („vorzügliche Bildung“): Diese haben mehrheitlich die Welt zu dem gemacht, was sie heute ist, ein Jammertal. Es ist nicht wichtig, woher einer Wissen und Erkenntnis gewonnen hat, sondern nur, was er weiß und erkannt hat und auf welcher Seite er steht. Wichtig ist, ob jemand denken kann und fähig ist, zu argumentieren und auf Argumente einzugehen – bei den Akademikern habe ich hierbei die schlechtesten Erfahrungen gemacht. Das vorherrschende Bildungssystem fördert keinesfalls die intellektuell-geistige Entwicklung des Menschen – im Gegenteil. Die sogenannten Experten haben etwas autistisches an sich – sie wissen viel, haben aber wenig begriffen. Sie wissen über immer weniger immer mehr, haben aber den Blick für das Ganze nicht – war halt nie prüfungsrelevant. Von ihnen gehen weder Lösungen zu den brennenden Problemen der Zeit aus, noch sind sie fähig, einfachste Zusammenhänge klar zu machen, was einer Behinderung gleich kommt. Immer mehr Menschen erkennen dies, was mich hoffen lässt.

  6. Dean says:

    Hallo Peter,

    allem voran, nimms mir nicht übel wenn ich dir nicht gleich ausführlich antworten kann wie du es getan hast.
    Es stimmt, dass der Hr. Balluch hier eine Sprache spricht die nicht viele verstehen können, weil nunmal nicht jeder dieses Verständnis mitbringt welches vorausgesetzt wird!
    Solch strenge Schlussfolgerungen wirken auch auf einige sicherlich abstoßend oder gar ignorant und menschenfremd, weil man sich selbst damit wenig identifizieren kann.
    Aber ja, man muss sich halt die Frage stellen was der eigene Anspruch einem aufzwingt und welche Zielgruppe man erreichen möchte? Die Reichweite des Blogs wäre natürlich im Still der Kronen Zeitung viel größer, indem man mehr auf die Gefühlsdrüse drückt anstatt sich faktisch und streng mit Kant zu beschäftigen, aber ich glaube dass es eine Grundbedienung des Herrn Balluch ist eben solche emotionale Willkür und Zufälligkeit zu vermeiden und dafür Vernunftstrenge und Allgemeingültigkeit zu fordern! Und für mich sind Haarspalterein und Spitzfindigkeiten nichts anderes als die notwendige Sorgfalt im Gebot der Allgemeingültigkeit!
    Wenn man solche strenge fordert, dann muss man den Interpretationsraum der Begriffe dingfest machen! In der Logik dürfe ein Begriff nicht mehrdeutig sein, und selbst wenn, muss die Mehrdeutigkeit eindeutig sein (behaupte ich mal als Laie 😉 )! Aber es gibt ja auch eine Fuzzylogik aber das geht dann zu weit.

    Zu ihrer Philosophie kann ich nur im groben sagen dass Sie eben viel „emotionale Willkür“ in den Definitionen heingelegt haben. Das bedeutet nicht dass diese deshalb weniger Wahrheit als Herrn Balluchs Texte enthaltet, allerdings erfüllen sie nicht die Kriterien der Allgemeingültigkeit (wissenschaftlichen Methode).
    Vor allem verstehe ich nicht wieso alle Lebewesen egoistisch sind, wenn doch verhaltensbiologisch viele Beispiele für Altruismus beschrieben wurden?
    Was bedeutet „Die Natur und ihre Wesen agieren logisch, und es ist unlogisch gegen die Natur zu agieren, was der Mensch ja ihrer Meinung nach tut“? Steht der Mensch über die Natur indem er sich, im gegensatz zum Tier, zu ihrem Gegenspieler entscheiden kann?
    Und überhaupt fällt mir sehr viel schwammiges auf.
    Sie sprechen zwar viele Sachen richtig an, das ist keine Frage, aber den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erfüllen Sie mMn nicht.
    Nun wie gesagt, der Kern den Sie darstellen möchten ist deshalb nicht weniger Wahr auch wenn er eben „willkürlich“ ist!

    MfG
    Dean

  7. @ Dean: Na, jetzt haben Sie mich aber in sehr elitärer Weise abgewatscht – danke!

    Allerdings haben Sie keinen meiner Punkte wiederlegt, sondern nur Allgemeinplätze bedient, so dass ich damit ebenso wenig anfangen kann, wie mit den Ausführungen des M. B., der sich auf Kant beruft und dennoch Tierrechtler ist, aber nicht fähig oder willens ist, klar zu machen, wie er dies ganz konkret vereinbart.
    Klar, könnte sein, dass ich zu beschränkt bin für die hochgestochene philosophische Welt von Ihnen und M. B. . Allerdings ist es die Pflicht eines jeden, sich um Verständlichmachung zu bemühen, konkrete Fragen zu beantworten und vor allem, Realitätsbezogenheit an den Tag zu legen – oder wozu ist dieser Blog gut, wenn nicht dazu, um zu kommunizieren. Ich hatte bislang nicht den Eindruck, dass es sich hier in diesem Blog um einen elitären Club handelt, vor allem wenn man betrachtet, wieviele Schäbigkeiten und Blödheiten hier gepostet und vom Blog- Betreiber geduldet wurden.
    Ich befasse mich nicht mit diesen Themen aus Zeitvertreib, mir geht es um Resultate – und zwar dringlich.
    Also, seien Sie konstruktiv und kommunikativ und gehen ie auf meine Punkte ein. Die in Ihrem Post gestellten Fragen sind alle in meinem Statement bereits beantwortet. Da ich mich sicherlich plastischer/verständlicher (Krone-Zeitungsstil, wie Sie dies so eloquent angespielt haben) ausdrücke, als der „intellektuelle“ Herr B. werden Sie mich sicherlich in Ihrer Eigenschaft als Laie auch besser verstehen können.
    Nur soviel: Wir Menschen erforschen die Natur und entwickeln Logien, weigern uns aber dann, unser Leben diesen Logien gemäß zu leben. Wir forschen, um die Natur zu betrügen, um herauszufinden, wie wir sie am besten Ausbeuten können, nicht aber dazu, um zu erfahren, wie WIR leben können, um mit der Biosphäre und den Mitlebewesen kompatibel zu sein. Da liegt das Problem – der Mensch lebt und handelt nicht logisch. Dies ist eine kategorisch Tatsache und keine Hypothese.

  8. Susanne Veronika says:

    Thorild hat gemeint: „Die in Kants philosophischem System entwickelten Hypthesen setzen Erfahrungen voraus, die in dieser Weise kein Kant, sondern nur ein Jehovah aussprechen könnte.“ Es gibt diesen Universalismus nicht, den Kant meint. Logik hängt eben davon ab was man als gegeben voraussetzt. Gerade deshalb bringen die Verfechter der verschiedenen Religionen einander regelmäßig gegenseitig um. Ich würde sagen, die Natur möchte gar keinen Frieden zwischen den Menschen, denn sie hat uns ja so geschaffen. Die verschiedenen, religiösen Logiken sind allgemein bekannt, die muss ich nicht beschreiben. Wenn man aber materialistisch und atheistisch ist und möchte, dass es kein Leid mehr gibt, müsste man logischerweise die Welt in die Luft sprengen. Denn: wir müssen alle sterben. Ob wir alle gleichzeitig sterben, oder einer nach dem anderen ist egal. Sterben ist immer unangenehm. Wenn alle tot sind, wird niemand mehr geboren und ohne Geburt gibt es auch kein Leid. Unzähligen, zukünftigen Generationen würde man alles Leid der Welt ersparen. Das ist Logik. Wir sind aber nun einmal keine rein logischen Wesen, deshalb tun wir weiter, wollen leben, obwohl uns bewusst ist, dass viel Leid auf uns wartet und obwohl wir nicht wissen, ob unser Leben überhaupt sinnvoll ist. Vielleicht auch nur, WEIL wir es nicht wissen? Wir sind Teil der Natur und die Natur verteilt Angenehmes und Unangenehmes gleichermaßen. Ohne Hunger würden wir nicht essen und deshalb verhungern. Ohne Schmerzen würden wir nicht aufpassen, damit wir uns nicht verletzen, und an Verletzungen sterben. Wäre das Sterben schön, würden wir alle Selbstmord begehen. Auch das Unangenehme hat seinen Sinn. Diese ganzen Tierversuche würden die Menschen nicht machen, könnten sie das begreifen. Man kann Krankheiten nicht abschaffen.

  9. Fortsetzung meiner Stellungnahme:
    Ich hätte mir gewünscht, dass M. B. konkret und praktisch nachvollziehbar begründet, wie er aus Kant k. I. SEINE tierrechtlerische Motivation exakt ableitet. Dies wäre eine gute Diskussionsgrundlage, aber vielleicht kommt er diesem Wunsch ja noch nach.

    Ich bin mir nicht sicher – insbesondere wenn ich die Interpretationen von Begriffen wie „kategorisch“ und „Vernunft“ hier lese, ob Kant überhaupt eine geeignete Grundlage ist, Biozentrismus herzuleiten. Für Haarspaltereien und Spitzfindigkeiten haben weder die Menschen, noch die Mitwelt Zeit – diese Diskussionen hätte man vor 30 Jahren führen müssen, um heute einvernehmliche Lösungen und Strategien zu besitzen, mit denen das Leben konkret geschützt werden könnte.

    Ich möchte dennoch versuchen – auch unter verweis auf meine Ausarbeitungen – darzulegen, weshalb es denknotwendig und somit logsich ist, dass der Mensch Nichtmenschen und Natur vor sich selbst schützt. Das geht aber nicht mit drei Halbsätzen (ohne Anspruch auf Vollsatändigkeit, da das Thema viel zu komplex ist, um es hier in diesem Blog erschöpfend abzuhandeln):

    1.) Die organische Welt ist aus der anorganischen hervorgegangen und somit mit dieser kompatibel. Leben ist nur im Rahmen der Naturgesetzmäßigkeiten möglich. Zunächst gab die anorganische Welt die Rahmenbedingungen vor, an die sich das Leben anzupassen hatte. Später jedoch vermochte es das Leben und Lebenssysteme, auch die anorganischen Einflüsse zu seinen Zwecken zu beeinflussen (Gaia-Hypothese). Dies geschah jedoch unbewusst.
    2.) Alle Lebensformen gestalten unter natürlichen (unter Ausschluss des Menschen aber nur)) Bedingungen ihr Leben und Interagieren innerartlich und zwischenartlich. Jede Kreatur ist egoistisch motiviert. Indem sie sich selbst erhält, erhält sie ihre eigene Art. Indem sie ihre eigene Art erhält, erhält sie automatisch das natürliche Gleichgewicht, das durch die Interaktion verscheidenster Arten ermöglicht und aufrecht erhalten wird. Ist es einer Art nicht mehr möglich, zum natürlichen Gefüge erhaltend beizutragen, stirbt diese Art aus.
    3.) Die Natur und ihre Kreaturen agieren also logisch, bzw. gemäß der Naturgesetzmäßigkeiten, dies jedoch unbewusst, also ohne eine bewusste Absicht.
    4.) Bewusstsein, wie es der von sich selbst ausgehende Mensch interpretiert, war in der Geschichte des Lebens kein begünstigender Faktor, um sich selbst, seine eigene Art und das natürliche Gefüge, das die Lebensgrundlage darstellt, aufrecht zu erhalten. Bewusstsein (nach menschlicher Definition) kommt auch im Tierreich qualitativ vor, nicht jedoch in der Quantität, wie es beim Menschen auftritt (und woraus er den Anthropozentrimus ableitete).
    5. Dennoch geschehen die Prozesse in der Natur, der unbelebten wie der belebten, nach logischen Prinzipien, die der Mensch erforscht hat und erforscht. Die Natur in ihrer Gesamtheit handelt folglich logsich, entwickelt und verwirft entlang des Prinzips der Logik, weil sie auf Logik aufgebaut ist.
    6.) Der Mensch bewahrte sich seinen triebhaften Egoismus und fügte noch eine Eigenschaft hinzu, die „Vernunftbegabung“. Da letztere später hinzu kam und sich in neuerlich entwickelten Hirnarealen (Neokortex) zuträgt, als die animalische Treibhaftigkeit, gelang es ihm bis heute nicht, die neuere Eigenschaft zu seiner bestimmenden Handlungsmotivation zu erheben. Der Mensch ist also ein Tier, das zusätzlich auch noch denken kann, es aber nicht schafft, sein Verhalten bestimmend auf das logische Denken zu fundamentieren. „Das Bindegleid zwischen Tier und Mensch sind wir“ konstatierte deshalb Konrad Lorenz.
    7.) Fakt ist, dass es unlogisch ist, gegen die Naturgesetzmäßigkeiten jener Welt zu agieren, aus der man hervor gegangen ist und die unsere Lebensgrundlage darstellt. Dies aber tut der Mensch in fatalem Ausmaß und ruiniert damit nicht nur die Mitweöt, sondern auch den Fortbestand seiner eigenen Art.
    8.) Der Mensch ist zur Empathie und zur Propriozeption fähig. Zunächst war sie eine Eigenschaft, die ihm das innerartliche Leben, also das soziale Miteinander ermöglichte. Einen Sinn für die ihn umgebende Mitwelt zu besitzen, war aber auch eine Fähigkeit, die sein Überleben begünstigte, z. B. bei der Einschätzung des Verhaltens von anderen Tieren oder der Witterung etc. Einfühlungsvermögen, Propriozeption und Empathie gehören zum mesnchlichen Wesen und sind älter als die Fähigkeit zum vernünftigen Denken. Sie müssen interaktiv ein Verhalten erzeugen, das im Ergebnis dazu führt, dass wir die Mitwelt und somit uns selbst nicht zerstören.
    9.) Folglich ist es denknotwendig – und das Potenzial unseres menschlichen Wesens gibt das auch her – dass wir zu interspezialen Wesen werden, dass uns das Los Andersartiger und Anderer ebenso tangiert wie unser eigenes Los, also dass wir gemäß unseres geistigen Horizonts und unserer Einsichten folgerichtig und somit logisch handeln. Dazu braucht es weder eines Glaubens, noch einer Ideologie. Es ist nicht hypothetisch, sondern kategorisch, wenn ich feststelle, dass das menschliche Verhalten, getrieben von einer viehischen Egomanie und unter Ausschluss jeder weitergehenden und vorrausschaunenden Logik, bislang unser Wirken auf Erden bestimmte. Quasi sind wir Krüppel – unfähig, uns mit unserer evolutionsbiologisch neuen Errungenschaft namens Vernunft, in die Biosphäre der Erde zu reintegrieren. Faktisch sind wir die einzige Art, auf die der Begriff Schädling anwendbar ist, denn wir haben keinerlei Nutzen für die Biosphäre, sondern sind in unserem Wirken auf der ganzen Linie schädlich.
    10.) Da der Mensch aufgrund seiner beschwerlichen evolutionären Entwicklungsgeschichte sehr gut weiß, was Entbehrungen, Leid, Schmerz und Elend sind und da er ebenso weiß, dass alle Kreaturen ihr Daseinsrecht auf diesem Planeten dadurch erworben haben, indem sie den Selektiven Kräften der Evolution (Globallabor Biosphäre, um Überlebenstauglichkeit von Arten zu ermitteln) erfolgreich trotzten, ergibt sich hieraus ihr naturgewolltes Daseinsrecht – auch vom Menschen unbeeinflusst – leben und sich weiter zu entwickeln und zu entfalten. Im Gegensatz zu Tieren WEISS der Mensch genau, was er den Nichtmenschen antut und zumutet. Es trotzdem zu tun, ist unlogisch, weil nur möglich, wenn er seine Einsichten und Erkenntnisse dabei ignoriert, was zumesit nur möglich ist, wenn er seine persönlichkeit hierzu spaltet oder pervertiert (verdreht). Spätestens seit der Neurobiologie weiß er ebwenso, dass er selbst auch ein Tier ist und dass zumindest im Falle aller Wirbeltiere die Emotionen in exakt demselben Hirnareal prozessiert werden, das er selbst auch aufweist (limbischen System), mit denselben emotionalen Folgen (Angst, Panik, Furcht, Schmerz etc.). Wenn es also logisch ist, Menschen vor Unbilden zu bewahren, dann ist dieselbe Logik auch auf Nichtmenschen anwendbar.
    Logisch ist es ebenso, anzuerkennen, dass Unwissenheit nicht vor Schuld schützt. Nur weil wir nicht oder noch nicht wissen, wie andere Lebensformen „ticken“, per se anzunehmen, dass es statthaft sei, ihnen Bedenkenlosigkeit und Wahrlosigkeit im Umgang mit ihnen entegegen zu bringen, kann nur mit Rohheit und Ignoranz begründet werden, die nicht akzeptabel ist.
    11.) Im Ergebnis handeln Tiere und Natur logisch. obwohl sie in ökologischen Nischen und durch artspezifische Grenzen ihrer Wahrnehmung und Intelligenz verschrankt sind. Die Beachtung der Logik ist also eine Überlebensvorraussetzung auf dieser Welt – egal wie sie im Ergebnis zustande kommt. Wer diese Bedingung nicht erfüllt, wird untergehen. Es gibt in der (vom menschen unbeeinflussten) Natur keine beabsichtigte Grausamkeit – nur in der Menschenwelt ist sie an der Tagesordnung.
    12.) Wenn wir die Natur erforschen, um ihre Gesetzmäßigkeiten zu ergründen und wenn wir daraus Logien ableiten, dann muss uns klar werden, dass ein Leben gegen die Natur unmöglich ist. Auch bezüglich unseres eigenen Wesens muss uns dämmern, dass wir selbst Tiere sind, die angeborene artspezifische Bedürfnisse aufweisen, die in Gesellschaftsorganisation und Kultur zwingend berücksichtigt werden müssen. PsychoLOGIE und SozioLOGIE können nicht gegen die menschliche Natur entwicklet werden.
    Kultur hatte der Mensch stets als CONTRAentwurf zu Natur erdacht und entwickelt. Die Folgen sind heute überall sichtbar. Zurück zur Natur und zur Natürlichkeit heißt nicht, zurück in die Wildnis, die es nicht mehr gibt, weil wir sie zerstört haben, sondern sie heißt eine Welt- und Werteordnung, die erstmals dem Wesen Mensch in seiner Geamtheit, also seinen Wesensmerkmalen ebenso wie seinen Potenzialen (emotionalen, sozialen, intellektuellen und geistigen) Rechnung trägt und diese fördert. Davon sind wir weit entfernt und entfernen uns weiter davon. Die Welt die IN uns ist ist dieselbe, wie die die MIT uns ist – wir haben beide ruiniert. Ein Gebot der Logik muss es deshalb sein, beide Welten zu heilen.

    Ich behalte mir konkrete Ergänzungen zu diesem Statement vor, das keinen Anspruch auf Vollständigkeiten erhebt.

    Vgl.:Textesammlung auf http://www.akt-mitweltethik.de

  10. Dean says:

    “Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu” ist aber leider kein kategorischer sondern ein hypothetischer Imperativ, der eben nur in bestimmten und durch den Imperativ eingegrenzten Situationen geltung hat, und somit nicht kategorisch sein kann. Und bei dem Versuch des Herrn Balluch ein fundamentales Gerüst der Tierrechte auf Kants Moralbegriff aufzustellen darf das nicht leichtsinnig verwechselt werden, weil somit dem Anspruch an Redlichkeit und Anstrengung des Herrn Balluch nicht genügend Rechnung gebilligt wird.

  11. Alles, was existiert, ist ohne Sinn bzw. ohne Eigenwert, wenn es nicht zum Phänomen Leben führt, dieses begünstigt, unterhält und in seiner Entwicklung positiv beeinflusst bzw. fördert. Sicherlich ist diese unsere (subjektive???) Überzeugung auch bei Außerirdischen, die eine gewisse Entwicklungsstufe erreicht haben, bestimmend.
    Ihr obiger Beitrag, den Sie als Antwort auf unseren an Sie gerichteten Einlass in Ihrem anderen Beitrag mit dem Titel „Kant revisited: die beste Begründung für Tierrechte“ verfasst haben, stellt keine spezifische Antwort auf unsere konkreten an Sie gerichteten Fragen dar. Weshalb fällt es Ihnen eigentlich so schwer, normal und direkt Fragen zu beantworten und in Augenhöhe dabei zu treten?

    Ein kategorischer Imperativ kann nicht ohne Empathie gedacht werden. „was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu“ ist zutiefst logisch und auf alles leben anwendbar. An dieserstelle sei angemerkt, dass „Glück“ sicherlich kein erstrebenswertes Ziel der lebewesen ist, denn es ist von kurzer Dauer, macht leichtsinnig und ist somit gefährlich. Was Lebewesen – gleich welcher Art – anstreben ist Zufriedenheit und Kontinuität, weil das Energie spart und die Überlebenswahrscheinlichkeit insgesamt erhöht. Glück fördert Übermut und senkt die Lebenserwartung – dies nur am Rande.

    Menschen sind keine Roboter, auch Sie nicht, Herr Balluch, selbst wenn wir ja wissen, dass Sie Naturwissenschaftler sind. Alles ins Reich der Subjektivität und Willkür zu verschieben, was grundsätzlich feststellt, dass Leben im Universum etwas Seltenes und Besonderes ist, da es die Fähigkeiten zur Autodynamik, Individualität, Reaktion, Reproduktion, Regeneration und Kreativität aufweist, was auch für Lebenssysteme gilt (Gaia-Hypothese), und deshalb über allem Physischen, Chemischen und Mathematischen steht, auch wenn es auf deren Gesetzmäßigkeiten basiert und daraus hervor gegangen ist, sollte auch mit Kant als logisch klassifiziert werden können.

    Ich hatte ab meinem 10ten Lebensjahr einen Mentor, der Physiker war. Er, dieser Physiker, lehrte mich u. a., dass das Phänomen Leben deshalb etwas besonderes sei, weil in ihm Materie und Geist eine Fussion eingegangen wären, die sonst stets als unvereinbare Gegensätze niemals zueinander gefunden hätten. Er war davon überzeugt, dass der Urknall ein Produkt hyperen Willens des „kosmischen Geistes“ gewesen sei, und dass sich Physik und Mythologie bei dieser Frage träfen bzw. dort ineinander übergingen. Wie Ihnen sicherlich schon aufgefallen ist, kommen sehr viele ethische Aussagen und philosophische Gedanken ausgerechnet aus der Ecke der Physiker.
    Wenn man Ihre Texte so liest, dann kommt der Eindruck auf, dass Sie doch recht ambivalent zu sein scheinen. Einerseits proklamieren Sie die „reine Vernunft“ in Ihrer Eigenschaft als nüchterner und rationaler Naturwissenschaftler, andererseits sind Sie voller Emotionen, bezeichnen sich selbst als wildtierähnlich und als Naturfreund und Tierrechtler, sorgen sich um die persönliche Integrität der Hunde etc. Wie passen diese beiden Seiten von Ihnen zusammen?
    Sie bringen Menschen, die den Schutz des Lebens als eine denknotwendige Pflicht unserer Spezies bezeichnen, in „Verlegenheit“, werfen uns gar vor, dass wir das Leben als intrinsisch darstellen, was willkürlich und subjektiv von uns sei, stülpen Ihren Kant darüber, ohne jedoch zu erklären, wie Sie konkret Lebensschutzethik, der sie sich ja wohl auch widmen, begründen – auch und gerade mit Kant.

    Ich möchte gar nicht damit anfangen, auszuführen, dass der Schutz der Biosphäre für den Fortbestand unserer Art entscheidend ist, denn diese Tatsache ist für mich nicht der Hauptgrund, weswegen ich mich für nichtmenschliches Leben einsetze, denn das wäre anthropozentrisch. Zumal sich ja dann auch die logische Frage stellt, ob ein Interesse an der Erhaltung der eigenen Art kantgemäß logisch sein kann, zumal wenn man bedenkt, was wir auf Erden anrichten und angerichtet haben. Auch die psychologischen Gründe, weswegen der Mensch konstruktiv anstatt destruktiv sein sollte, wohlwollend anstatt missgünstig, altruistisch anstatt egoistisch etc., würden Sie nicht als logische Begründung für meinen Biozentrismus gelten lassen.

    Vielleicht sollten Sie auch mal meine Texte zu Kenntnis nehmen, um zu erfassen, wie ich die biozentrische Ethik begründe und nicht gleich alles abwerten, was sich nicht in reiner Metaphysik ergeht.

    Bis hier her ein erstes Statement von mir – bin gespannt auf weitere Einlässe – sicherlich werden Schnittmengen und Einsichten auf beiden Seiten gemehrt werden können.

  12. Dean says:

    Hallo Martin,

    Kant zu rechtfertigen ist schon ok, da kann man dir nur beipflichten, aber wieso gibt es keinen rationalen Grund die subjektiven Gefühle eines Wesens die eines anderen Wesens vorzuziehen? Welche Wertung legst du in dieser Behauptung und kannst du das anhand eines Beispiels vorführen? Denn mir würden sofort viele Beispiele einfallen in denen es um den Vorzug meiner eigenen Gefühle oder die Fremder oder die der Tiere geht!

    Das erinnert mich irgendwie an Buridans Esel, der zwei absolut in jeder Hinsicht gleichwertige Heuhaufen vor sich hat, sich aber dadurch nicht entscheiden kann welchen er aufessen soll und daraufhin verhungert! Aber praktisch ist das natürlich nicht möglich und noch nicht vorgekommen, solange der Esel frei genug war eine Entscheidung zu treffen.

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