Kuksi – ein Nachruf

„Er ist der Letzte, der dich noch liebt“, sagte meine Partnerin vor vielen Jahren, als sie mich verließ, und deutete auf Kuksi. Und jetzt ist auch er nicht mehr da.

Ich kann es noch immer nicht fassen. Mein kleiner Kuksi ist tot. Nie wieder stupst mich seine feuchte Nase, nie wieder robbt er in der Früh unter der Decke zu mir her, um zu kuscheln. Nie wieder werde ich seinen milden Blick erwidern und seine lustigen Schlappohren streicheln.

Seine Lebensgeschichte begann Anfang Oktober 2007. Im Alter von nur 3 Monaten hängte ihn ein Mensch mit der Leine an einen Zaun und verschwand. Eine 90 jährige Passantin sah das, merkte sich die Autonummer und der Mann wurde wegen Tierquälerei verurteilt. Der noch winzig kleine Kuksi – damals unter dem Namen Titan – kam ins Tierheim Altmünster in OÖ und dann ins Tierparadies Schabenreith, wo er auf den Namen Haberkuk umgetauft wurde. Die Leiterin Doris rief mich gleich an. Da sei ein Hund, der würde ideal zu mir passen, ich solle ihn mir anschauen. Keine Ahnung, wie sie auf diese Idee gekommen ist. Aber ich reiste sofort an und es war Liebe auf den ersten Blick.

Zunächst gingen wir nur einen Spaziergang auf einen nahen Berg, zusammen mit anderen Hunden aus dem Tierheim, um uns kennen zu lernen. Kuksi war jung und ungestüm, aber er kommunizierte bereits intensiv mit mir. Also nahm ich ihn mit auf eine „Probewanderung“ über 5 Tage durch das Waldviertel. Meine damalige Partnerin und ein befreundetes Pärchen mit 2 Hunden begleiteten uns. Danach waren die Würfel gefallen. Wir wollten zusammen bleiben, in guten wie in schlechten Tagen, bis dass der Tod uns scheidet.

Auf in die Obersteiermark

Ich lebe in einem alten Blockhaus am Hochschwab in der Obersteiermark. Das sollte also Kuksis Revier werden. Mein Gefühl war, dass wir uns langsam seinem neuen Zuhause nähern sollten. Also wanderten meine damalige Partnerin und ich mit ihm quer über das steirische Gebirg in 5 Tagen nach Hause. Die Nächte verbrachten wir gemeinsam im Zelt. Am Teufelssee fiel mir auf, dass Kuksi in der Nacht fror, was mich erstaunte. Von meinen bisherigen Hunden war ich anderes gewöhnt. Doch er adaptierte rasch an die niedrigeren Temperaturen in der Gebirgswildnis und war ab dem nächsten Winter kälteresistent.

Er war damals noch sehr jung, und so machte ich mir Gedanken über seine Erziehung. Zwar hatte ich Erfahrungen mit zwei Hunden vor ihm, doch die waren ebenfalls aus Tierheimen und deshalb deutlich älter, als sie zu mir gekommen waren. Dass Hunde so jung ausgesetzt werden, wie Kuksi, ist die große Ausnahme. Ich dachte also an eine Hundeschule.

Ein Dominanzverhältnis zwischen uns wollte ich auf jeden Fall vermeiden. Deshalb ging ich in eine Hundeschule, die mit positiver Verstärkung arbeitete. Doch auch da fühlte ich mich nicht wohl. Ich wollte nicht in seine Persönlichkeit eingreifen, um sein Verhalten meinen Bedürfnissen anzupassen. Ich wollte ihn nicht mit Leckerlis konditionieren. Also setzte ich darauf, seine soziale Kompetenz und seine Problemlösungsfähigkeit zu entwickeln, sodass wir uns in unserer Beziehung sozusagen gleichberechtigt zusammenraufen könnten. Und das geht am besten, wenn man sich auf Augenhöhe begegnet: in der Wildnis.

Ich nahm mir also gleich die Zeit für ausgedehnte Wanderungen in die Niederen Tauern und in die rumänischen Südkarpaten. Dort lebten wir wochenlang im Zelt miteinander, ohne Leine, ja sogar ohne Halsband. Er konnte kommen und gehen, wann er wollte. Wir sollten uns völlig stressfrei kennenlernen können. Das Experiment gelang. Die Basis für eine tiefe Beziehung war gelegt.

Ein mysteriöser Autounfall

Kuksis Leben verlief nicht immer rosig und einfach. Ein erstes Trauma traf uns schon sehr früh. Wir waren bei meiner Partnerin im Weinviertel zu Besuch, er war etwa 1 Jahr alt. Kuksi begleitete mich beim Joggen durch die Nacht, auf Feldwegen zwischen den Äckern. Ich hatte eine Stirnlampe, in deren Kegel er neben mir her lief. Plötzlich, mir war gar nicht aufgefallen, dass Kuksi nicht mehr da war, hörte ich ein lautes Jaulen hinter mir. Ich hatte kein Licht gesehen und keinen Ton gehört, nur diesen herzzerreissenden Hundeschmerzensschrei. Sofort blickte ich mich nach Kuksi um, und als ich ihn nicht sah, lief ich etwa 50 m zurück. Dort lag er auf dem Boden. Ich hatte keine Vorstellung, was passiert sein konnte, und forderte ihn auf, mit mir weiter zu laufen. Was er dann auch versuchte, aber er lief geduckt, sodass sein Becken fast am Boden schliff. Ich nahm die Leine, fixierte ihn am nächsten Baum, lief nach Hause und holte ihn mit dem Auto ab.

In der Notfallambulanz sagte mir der Tierarzt nach der Röntgenaufnahme, dass Kuksis Hüfte gebrochen sei. Es dürfte sich um einen Autounfall handeln, mutmaßte er. Autounfall? Auf den dunklen Feldern? Ohne jedes Licht, ohne Motorenlärm?

Kuksi konnte kein Gips angelegt werden. Seine Knochen mussten ohne Hilfe zusammenwachsen, er durfte sich nur eine zeitlang nicht viel bewegen. Tatsächlich wurde alles wieder gut, aber so schnell wie vorher konnte Kuksi danach nie mehr wieder laufen. Immerhin wussten wir durch das Röntgenbild, dass Kuksi keine Hüftdysplasie entwickeln werde, wie so viele Schäferhunde und Schäferhundmischlinge, wie er einer war.

Straßenverkehr

Als Landhund war Kuksi den Straßenverkehr nicht gewohnt. Und obwohl dieser mysteriöse Autounfall mitten in den Feldern abseits jeder Straße passiert war, mussten wir uns überlegen, wie Kuksi geschützt werden konnte und trotzdem so frei wie möglich war.

Das erste Mal in einer großen Stadt von der Leine nahm ich ihn in einem Park in Graz. Rundherum rauschten die Autos vorbei. Als Kuksi frei war, lief er in einem großen Bogen davon, sodass mir das Herz stehen blieb. Doch er kurvte einmal um die Wiese und kam wieder zurück. Später entfernte ich die Leine auf dem Gehsteig neben der mehrspurigen Westausfahrt in Wien. Als die Autos von hinten heran brausten, wurde er nervös. Ich hockerlte mich zu ihm und beruhigte ihn.

So gewöhnten wir uns langsam an den Autoverkehr. Später konnte Kuksi ohne jedes Problem leinenlos durch den dichtesten Straßenverkehr gehen. Wenn ich mit dem Fahrrad in Wien ins Büro fuhr, dann lief er am Gehsteig einfach neben mir her, achtete auf die Ampeln und den Fußgängerübergang, und gefährdete sich nie. Er war im Straßenverkehr völlig kompetent geworden.

Ein unbekümmertes Leben in der Wildnis

Was brach jetzt für eine unbekümmerte Zeit an! Und Kuksi immer ohne Leine. Wir wanderten ein Drittel des Jahres miteinander, ob zu Hause in den Alpen, wo wir jede Woche unterwegs waren, oder in der Hohen Tatra, den Südkarpaten, oder sogar in den arktischen Nationalparks von Skandinavien. Hatte Kuksi, der offenbar ein Mischling von einer Bracke mit einem Schäferhund war, anfangs noch die starke Tendenz zu jagen, so hörte er bald damit auf. Und zwar vollständig. Ich vermittelte ihm, wie sehr mich das verletzt, wenn er andere Tiere hetzt. Und er nahm sich das zu Herzen. Ich habe ihn nie bestraft, nur ganz deutlich meine Emotionen gezeigt, von Freude und Liebe bis Trauer und Wut. Er gab das Jagen völlig auf. Wir konnten keine 20 m entfernt von einem Gemsenrudel lagern, und er machte keine Anstalten, die Tiere zu verfolgen.

Wie viel haben wir da erlebt! Am Hochschwab hat mich ein balzender Auerhahn angegriffen, und Kuksi hielt ihn in Schach. Umgekehrt beruhigte ich einen Steinbock, der sich von Kuksi provoziert fühlte und auf 1 m an uns heran gekommen war. Gemeinsam entkamen wir wildgewordenen Kühen auf einer einsamen Alm. Auch Bären und Wölfen begegneten wir, und hörten einen Luchsmann um Mitternacht maunzen. Auf Kuksi war immer Verlass. Sowohl, dass er mir half, wenn es notwendig war, als auch, dass er die Tiere nicht unnötig provozierte.

Besonders berührt hat mich Kuksis passiver Widerstand, wenn wir nach vielen Tagen in der Wildnis wieder zurück in die Zivilisation fahren mussten. Er wollte einfach nicht. Er weigerte sich, ins Auto einzusteigen. Meistens setzte ich mich dann zu ihm und wir besprachen das. Wenn mich ein Termin zum Ende unserer Tour zwang, dann musste ich ihn ins Auto tragen. Dabei erschlaffte er völlig, um seinen Protest zu zeigen und es mir schwer zu machen. Niemals war er aggressiv gegen mich.

Auch im Winter waren wir ständig zusammen unterwegs, ich mit Schneeschuhen oder, viel häufiger, mit Tourenschi, er auf allen Vieren mit seinen 34 kg Körpergewicht. Ich hatte für Kuksi ein eigenes Hunde-Lawinenpiepserl besorgt, um ihn gegebenenfalls ausgraben zu können. Umgekehrt musste ich auf seine Nase vertrauen. Einmal steckten wir mehrere Tage und Nächte im winterlichen Schneesturm und White Out im Toten Gebirge fest. Ein anderes Mal zog mich Kuksi am Pullover aus dem Tiefschnee unter einem umgestürzten Baum hervor. Wir waren nicht nur ein Herz und eine Seele, wir gaben auch sehr aufeinander acht.

Krebs!

Da brach das erste Mal unsere Welt zusammen. Ich entdeckte eines Tages feste, erhabene Körperstellen am Genick und in der Leiste von Kuksi. Die Untersuchung ergab: Lymphknotenkrebs. Laut Internetrecherche ein Todesurteil. Für Hunde im Alter von 4 Jahren, wie Kuksi gerade war, die häufigste Todesursache.

Unsere Tierärztin Birgit Angerer meinte aber, wir sollten eine Chemotherapie versuchen. Gerade bei Lymphknotenkrebs sei das vielversprechend. Die Hunde würden im Mittel 344 Tage überleben. 344 Tage? Nicht einmal ein ganzes Jahr? Meine Kehle schnürte sich zu, mein Herz setzte aus. Ich umarmte Kuksi mit aller Kraft und weinte hemmungslos. Sollten wir uns jetzt schon, in so jungen Jahren, verlieren? Wenn, ach wenn Kuksi wenigsten schon 10 Jahre alt wäre, dachte ich mir damals. Dann hätte er wenigstens ein Leben gehabt. Aber so?

14 Monate lang ertrug Kuksi stoisch die giftige Flüssigkeit, die jede Woche in seine Venen tropfte. Täglich gab es zusätzlich Kortison. Nebenwirkungen hatte er kaum. Vielleicht zwei- oder dreimal ging es ihm einen Tag lang sehr bescheiden, blieb er lieber liegen, als mit mir weg zu gehen. Aber sonst schien alles im grünen Bereich.

Gegen Ende seiner Chemotherapie fuhren wir sogar mit meiner damaligen Partnerin mit dem Auto nach Nordschweden und blieben 4 Wochen im Zelt in den dortigen Nationalparks. Kuksi war völlig fit und zeigte keinerlei Symptome. Ich dachte noch, dass das sein Abschied von einem wilden Leben sein würde, die 344 Tage waren vorbei. Doch Kuksi blieb fröhlich und gesund. Die Tierärztin entfernte einige seiner Lymphknoten und schickte sie ins Labor. Keine Spur von Krebszellen, kam von dort zurück. Kuksi war vollständig geheilt. Ein kleines Wunder.

Ein freies Leben

Wir trieben es nun wilder, als je zuvor. Was hatten wir zu verlieren? Wir wollten das neu gewonnene Leben auskosten. Ich kaufte Kuksi eine Kletterausrüstung und wir machten alpine Touren im ersten Grad. Er war sehr gewandt im Klettern, wusste gut einzuschätzen, was er sich zutrauen konnte, und genoss auch die Ausgesetztheit. Man konnte seine Vernunft daran erkennen, wie er schwierige Stellen anging. Wie ich stand er zunächst davor, betrachtete das Gelände, kletterte es offenbar im Geist einmal durch und nahm dann jene Route, die am leichtesten war. Mit großer Treffsicherheit. Auch vertraute er mir voll. In besonders gefährlichen Situationen ließ er sich von mir heben und tragen. Selbst Leitern konnten wir so auf Klettersteigen meistern.

Einmal waren wir untertags zwischen Felsen einen steilen Hang hinauf geklettert und hatten oben auf der Hochebene die Zeit vergessen. Beim Abstieg war es dunkel und für mich unmöglich, wieder den richtigen Durchstieg zu finden. Nicht aber für Kuksi. Er konnte erschnüffeln, welche Route wir gegangen waren. Und so brauchte ich nur mit meiner Taschenlampe hinunter zu leuchten, bis ich seine beiden Augen funkeln sah. Dann wusste ich, jetzt gerade hinunter muss ein möglicher Durchstieg sein. Und so war es auch. Mein kleiner Bergführer brachte mich sicher ins Tal.

Ging ich große alpine Klettertouren oder Eisklettereien mit anderen Menschen, dann wartete er einfach leinenfrei am Fuß der Wand. Das war nie ein Problem. Eine unserer Erstbesteigungen im Hochschwab ist nach Kuksi, dem wartenden Hund, benannt. Und einmal gingen wir in 30 ¾ Stunden ohne Pause über den gesamten Hochschwab von West nach Ost in einem durch. Solche Dauerbelastungen meisterte er ohne jede erkennbare Schwäche.

Wir suchten zusammen die Wildnis. Ob in Österreichs Urwäldern, in den Alpen, den Karpaten, den Abruzzen, den Pyrenäen, der Tatra, der Arktis, in Kroatien oder auch in Sibirien. Wir reisten zusammen ans Meer. Überall lief Kuksi völlig frei herum, nie gab es ein Problem. Niemals biss oder bedrohte er einen Menschen, niemals kämpfte er mit Hunden. Im Gegenteil, gerade anderen Hunden gegenüber, auch den Herdenschutzhunden in den Karpaten, trat er mit größter sozialer Kompetenz auf. Und Wildtieren folgte er nicht, er schnüffelte vielleicht an ihren Spuren und manchmal freundete er sich sogar an. Einmal traf er einen Fuchs, der sich aus unerklärlichen Gründen nicht fürchtete. Die beiden berührten sich kurz mit den Nasen und gingen dann ihres Weges. Nur mit einem Dachs lieferte er sich in der Nacht ein Bellduell, allerdings mag er angenommen haben, dass das Tier auch mich bedrohte.

Als Kuksi 7 Jahre alt war, schrieb ich ein Buch über unsere Beziehung, siehe https://vgt.at/publikationen/texte/buecher/Hund-Philosoph/index.php. Das machte ihn öffentlich bekannt. Vermutlich hat kein anderer Hund so großes Entgegenkommen genossen. Überall, wo eigentlich Hundeverbot herrscht, wurde für ihn eine Ausnahme gemacht. Ob in einem Linzer Casino, verschiedenen Universitäten, dem Parlament, der Hofburg, dem Naturhistorischen Museum in Wien oder dem Lainzer Tiergarten. Und immer erwies er sich als diesem Entgegenkommen würdig und machte keinerlei Schwierigkeiten.

Zu seinem 10. Geburtstag erstellte meine Partnerin über unseren Kuksi einen Film. Sie hatte viele seiner Freund:innen und Wegbegleiter:innen interviewt und ein Rundumporträt zustande gebracht. Ich habe es mir heute wieder angesehen. Wie schön es damals war!

Aber auch in meiner Tierrechtsarbeit half Kuksi mir. Er war bei jeder Demo dabei, saß neben mir bei meinen Vorträgen, lenkte sogar Wachhunde von Tierfabriken ab und recherchierte mit mir Jagdreviere.

Wir waren so eng zusammen gewachsen. Wir schliefen im selben Bett, aßen gemeinsam dieselben Speisen, hatten dieselben Freund:innen, dieselben Interessen, dieselben Vorlieben. Wir teilten einfach alles, das gesamte Leben. Bis plötzlich dunkle Wolken aufzogen. Und diesmal sollten sie bleiben.

Diabetes

10 Jahre und 3 Monate war Kuksi bereits alt geworden. Noch gab es keinerlei Anzeichen von Altersschwäche. Natürlich, so jung und dynamisch wie früher war er nicht mehr. Aber immer noch gingen wir große Bergtouren gemeinsam. Da merkte ich eines Tages, dass Kuksi sehr viel zu trinken begann. Ich erkundigte mich und wurde beruhigt. Das müsse noch nichts heißen, vielleicht geht es wieder weg? Ging es aber nicht. Nach einer Woche ließ ich ihn untersuchen und unsere Tierärztin diagnostizierte Diabetes. Von jetzt ab musste ich meinem lieben Kuksi lebenslang zweimal am Tag Insulin spritzen. Es dauerte Monate, bis er endlich eingestellt war, d.h. die richtige Insulinmenge der richtigen Art für seinen Zuckerspiegel bekam. Und in dieser Zeit potenzierte sich das Unglück.

Zunächst unmerklich, doch bald deutlich erkennbar, zog ein weißer Schleier über Kuksis Augen. Auf Anraten unserer Tierärztin vereinbarten wir einen Termin in der Augenklinik der Wiener Vet Uni. Doch noch vor diesem Termin verdunkelte sich Kuksis Welt. Ein Auge schob sich weit aus der Höhle heraus und war kalkweiß, das andere entzündet. Kuksi war erblindet. Als er absolut nichts mehr sah, wollte er nicht mehr aus dem Auto aussteigen, nachdem wir von einer Wanderung zurückgekommen waren. Am nächsten Tag hatten wir den Termin in der Augenklinik, also verbrachte er die Nacht im Auto, wo ich ihm das Essen und Trinken hin brachte. Was hatte ich für Sorgen um ihn, ich machte kein Auge zu, an Schlaf war nicht zu denken.

Am nächsten Tag in der Klinik war die Stromversorgung zusammengebrochen. Wir mussten also noch einen Tag warten. Dann die Hiobsbotschaft: das eine Auge war nicht mehr zu retten, es musste herausgeschnitten werden. Beim anderen konnte man die trübe Linse entfernen, aber keine künstliche Linse mehr einsetzen, weil der Linsensack gerissen war. Kuksi würde also für immer sehr sehr schlecht sehen, und täglich zweimal Tropfen und Creme ins Auge bekommen müssen.

Grauenhaft. Kuksi war zu Tode betrübt, und ich nicht minder. Sein geliebtes Stockiwerfen war nicht mehr möglich. Wie oft bat er mich noch, ihm ein Stocki zu werfen, aber er konnte es einfach nicht sehen, um es wieder zu bringen. Es dauerte lange, bis er schließlich aufgab. Im stehenden Gewässer ging es noch. Da warf ich das Stocki, er hörte das Platschgeräusch und sprang hinterher. Durch Steinwürfe konnte ich ihm die Richtung angeben, in die er schwimmen musste, um das Stocki zu finden.

Und trotzdem wanderten wir noch viel und weit. Kuksi fand sich irgendwie zurecht. Zwar streunte er nicht mehr so sehr, sondern blieb in meiner Nähe, aber er konnte immer noch frei stundenlang über die Berge ziehen, ohne mich zu verlieren oder nicht mehr zurück zu finden. Selbst vom wochenlangen Zelten ließen wir uns nicht abhalten. Ich musste eben seine Medikamente mitnehmen und vor der starken Sonne oder zu großer Kälte schützen.

Hörsturz

Das ging noch zwei Jahre gut, ohne nennenswerte Verschlechterungen. Doch eines Tages plötzlich konnte Kuksi nichts mehr hören. Oder nur mehr sehr wenig, und nur mehr auf einem Ohr. Es ist schwer mit jemandem zu kommunizieren, der weder hört noch sieht. Ich musste laut schreien, um mich bemerkbar zu machen, und trotzdem gelang es mir nur innerhalb von 10 m Distanz von ihm gehört zu werden.

Kuksi lebte nun in einer düsteren Stille. Doch er hatte seine Lebensfreude nicht vollständig verloren. Immer noch konnten wir ausgedehnte Wanderungen unternehmen. Es gab eben eine Reihe von Gefahren, auf die ich ihn aufmerksam machen musste, wie z.B. Löcher im Boden, oder Steilabstürze, oder heran nahende Kühe.

Es ist besser die schönen Erlebnisse mit einer geliebten Person in Erinnerung zu behalten, als die schlimme Zeit am Ende des Lebens. Es genügt also hier zu sagen, dass er einen Krebs am Ellbogen entwickelte, dessen Metastasen in die Milz ausstrahlten und wer weiß noch wohin. Dennoch hatte sein Leben über die nächsten 6 Monate ab Diagnose eine gute Qualität. Wir reisten sogar nach Kroatien ans Meer, wo er schwimmen ging.

Doch einen Tag vor Weihnachten 2021 war sein Leben ausgelebt. Der von Ludwig Hirsch besungene große schwarze Vogel hat ihn geholt. Für mich brach eine Welt zusammen. 14 Jahre und 3 Monate ist er alt geworden. Eine so lange Zeit, in der sich unsere Seelen untrennbar vereinten. 3 Partnerinnen von mir hat er überdauert und ist immer geblieben, und hat mich bis in die Unendlichkeit geliebt, wie das eine von ihnen ausdrückte. So war er, mein Kuksi. Die größte Liebe meines Lebens.

In der Nacht liege ich wach, spüre seine Schnauze, höre ihn durch das Zimmer tapsen. Wie oft habe ich mich an seinem warmen Körper ausgeweint, wenn es Probleme gab. Er war immer für mich da und hat mich getröstet. Mit was für einer stoischen Kraft er seine Schicksalsschläge überwunden hat! Alles haben wir gemeinsam gemeistert. Nur irgendwann ist es vorbei. Zurück bleibt ein großes Loch in meinem Leben, eine Leere, die niemals gefüllt werden kann.

Mein Kuksilein. Es wird schwer werden, ohne Dich, sehr schwer.

70 thoughts on “Kuksi – ein Nachruf

  1. Sabri says:

    Die Operation
    (Für Kuksi; 2018)

    Mein Leben ist bisher erfolgreich verlaufen, ich habe allen Grund, zufrieden zu sein. Mein Gespür für – mein Mann nennt es scherzhaft “innere Angelegenheiten” – ist enorm, mein Ruf als begnadete Chirurgin weit über die umgebenden Landkreise hinaus gelangt; auch privat habe ich allen Grund, dankbar zu sein. Es gibt nur eine einzige Begebenheit, die in stillen Augenblicken, während ich allein im Zimmer auf den nächsten Patienten warte und aus dem Fenster des Sprechzimmers in den alten Park schaue, der vor meiner Praxis liegt, ungerufen und ungewollt durch die verschlossenen Pforten der Erinnerung dringt und mich zwingt, innezuhalten und mich zu sehnen, nach etwas, was ich nicht kenne oder nicht erkenne. Wie ein winziges Wassertröpfchen auf einem Display, stört sie das gesamte Bild meines ansonsten unbefleckten Lebens. Nun werde ich sie erzählen – vielleicht, um sie fortzuwischen.

    Es war in meinem zweiten Mutterschaftsurlaub, in meinen Adern war eine Müdigkeit wie Blei, das Blut floss schwer, ich sehnte mich nach dem Ausstrecken in meinem Bett, da klingelte spät abends das Telefon. Eine Frau mittleren Alters, deren Stimme mir bekannt vorkam, meldete sich. Sie redetet sehr schnell und mit einer großen Dringlichkeit, und nannte mich beim Namen. “Ich weiß, dass Sie in Mutterschaftsurlaub sind”, sagte sie. “Aber Sie müssen in Ihre Praxis kommen, es geht um einen absoluten Notfall.”
    “Meine Kolleginnen vertreten mich, ich bin tatsächlich in Mutterschaftsurlaub, warum rufen Sie mich denn an, wenn Ihnen das bekannt ist”, wehrte ich ab.
    “Es jemand, den nur Sie operieren sollten – nicht irgend jemand – er ist in ganz – ” hier verschluckte sie ein Wort, mir kam es intuitiv so vor, als hätte sie den Namen eines Landes, das aber nicht mein Land war, heruntergeschluckt – “bekannt. Es wurde auf ihn geschossen. Er ist in Gefahr, verstehen Sie, und es ist sehr wichtig, dass er – bleibt.”
    Jetzt sprach auch ich schneller und abgehackt, ich hatte verstanden, dass es galt, keine Zeit zu verlieren; es blieb auch keine Zeit, mich zu wundern.
    “Ein Jagdunfall?”, sagte ich nur. Meine Praxis liegt ländlich, es kommt oft vor, dass bei der gemeinschaftlichen Jagd Hunde schwer verletzt und dann in meine Praxis gebracht werden.
    “Nein. Ein politischer Mordversuch, ein Attentat. Es darf niemand wissen, dass er hier ist. Er ist eine lange Strecke hierher gefahren worden, vielleicht zu lang, er hat viel Blut verloren. Bitte kommen Sie schnell! Wir werden gleich in der Praxis ankommen.”
    Ich war mir jetzt nicht mehr ganz sicher, ob es tatsächlich ein Hund sein würde, den ich operieren sollte.
    Ich rief meinem Mann das Wichtigste zu: dass ich wegen eines Notfalls auf dem Weg in die Praxis sei, und stürzte mit meinen bleiernen Beinen zum Auto, so schnell es ging. Mit dem Handy verständigte ich meine Assistenzärztin, die noch während wir telefonierten in ihren Wagen sprang, um loszufahren. Als ich die Praxistür aufgeschlossen und die Lichteinlage eingeschaltet hatte, noch bevor ich die Praxis richtig betreten hatte, sah ich die Scheinwerfer eines Autos, das in hohem Tempo auf meinen Parkplatz einbog und Steine spritzend bremste. Ohne dass die Scheinwerfer ausgeschaltet wurden, sprangen ein Mann und eine Frau und ein kleiner Hund aus den verschiedenen Türen des Wagens und liefen gemeinsam zur hinteren Tür des Wagens. Der Mann beugte sich über eine Gestalt im Kofferraum. Es war ein großer, dunkler Körper, den der Mann gleich darauf in seinen Armen hielt und, ohne dass die Frau ihm hätte helfen können, wozu sie allerdings auch keine Anstalten machte, sehr schnell über den Parkplatz in Richtung meiner Praxis trug. Im Licht, das aus der Praxis drang, sah ich, dass der Hund die Augen geöffnet hatte und mich kurz fixierte, bevor ihm der Kopf heruntersackte. Der Blick traf mich, als hätte er eine Frage in mich gesenkt, deren Antwort er aus mir zu fischen hoffte, als würde er in meinem Herzen angeln. Obwohl mir das unangenehm war, spürte ich, dass der Hund mich unwiderruflich an sich gebunden hatte. Eine große Ruhe ging von ihm aus, es war aber nicht die Ruhe schwer verletzter Tiere, deren Körper Opiate ausschüttet, um die Schmerzen zu stillen – es war eine Ruhe, die aus dem Tier selbst kam, aus seinem Wesen. Der Hund hatte jedoch starke Schmerzen, das sah ich an seiner harten, zitternden Muskulatur unter seinem blutverkrusteten Fell. Das Einschussloch klaffte schwarz – dann erkannte ich zu meinem Schrecken, dass er mehrere Schussverletzungen haben musste, so, wie der Blutfluss im Fell zu schwarzen Spuren verkrustet war – ein mörderisches Muster von Gewalt auf seinem Leib, als wären dort die Spuren eines ungeheuren Krieges in sein Fleisch gesenkt, von einer menschlichen – man sagt zu Unrecht unmenschlichen – Maschine in seinen Körper geradezu eingeschrieben worden.
    Als der Mann den großen Hund auf meinen Operationstisch gelegt hatte, verschwand er ohne ein Wort oder Zeichen aus meiner Praxis, und ich hörte, wie gleich darauf ein Motor ansprang und das Auto vom Parkplatz fuhr, während gleichzeitig ein anderes Auto sich näherte: Meine Assistenzärztin hatte die Praxis erreicht.
    “Ich werde dich operieren”, sagte ich zu dem großen Hund. Der Hund hob seinen schweren Kopf und sah mir in die Augen; mich schauderte, sein Blick war eine brennende Frage, und zugleich lag eine Güte darin, die ich in noch keinem Blick eines Menschen oder eines Tieres gesehen hatte, und ich erinnere mich, dass ich einen Moment lang ein merkwürdiges Schuldgefühl gegenüber meinem Mann empfand, weil nicht er es war, der mir so nah gekommen war. Es war, als flösse mein Blut leichter, als habe der Blick des Hundes mir Leben eingehaucht und meine Müdigkeit, die auf meiner Schwangerschaft beruhte, vertrieben. Dann sank sein Kopf auf den Operationstisch, und der Hund schloss die Augen.
    “Ich bleibe bei ihm”, sagte die Frau, die ich tatsächlich kannte, schon ihre Stimme war mir ja am Telefon bekannt vorgekommen. Sie mochte Ende dreißig, Anfang vierzig sein und arbeitete mit ihrem kleinen Hund, der sich jetzt neben ihr hingesetzt hatte, als Therapeutin, der kleine Hund war, obwohl gesund, seit einiger Zeit Patient bei mir, ein ruhiges, freundliches Kerlchen mit langen Haaren, der für seine Arbeit als Therapiehund in regelmäßigen Abständen Gesundheitszeugnisse von mir bekam.
    “Das ist nicht möglich, Sie müssen während der Operation das Zimmer verlassen”, teilte ich ihr mit. “Meine Kollegin -” ich nickte ihr, die soeben in die Praxis hastete und dabei einen kalten Luftstrom mit hereinriss, grüßend zu – “wird mir während der OP assistieren.”
    “Dann setze ich mich draußen vor der Tür an die Wand”, entschied die Frau, “ich muss ihm so nah wie möglich sein, ihm darf nichts passieren.”
    Ihm i s t schon etwas passiert, schoss es mir durch den Kopf, ich verschwieg den blöden Kommentar aber.
    “Das können Sie gerne machen”, stimmte ich stattdessen zu, verschloss die Tür hinter der Assistenzärztin und mir und sah dabei noch, wie die Frau sich tatsächlich an der Wand des Operationszimmers hinabgleiten ließ, um neben dem kleinen Hund auf dem Boden Platz zu nehmen.

    Die erste Phase der Operation verlief unauffällig. Wie sich herausstellte, gab es vier Einschusslöcher, die Kugeln hatten zwei innere Organe sehr schwer verletzt, eine Niere beschloss ich zu entfernen, auch die Milz war so zerrissen, dass wir uns berieten, sie ebenfalls herauszunehmen. Meine Patienten hängen an einer Herz-Kreislauf-Überwachungsmaschine, während wir operieren – seit Jahren war mir kein Tier mehr während einer Operation verstorben. Aber während ich die Milz herausschnitt, setzten bei dem Hund Herzschlag und Atmung aus. Die Maschinen sprangen zwar an, aber, als ließe sein Herz sich nicht ersetzen, fiel der Sauerstoffgehalt im Blut rasant ab, sein Gehirn und sämtliche Organe wurden nicht mehr versorgt. Es dauerte viel zu lange – eine dumpfe Angst überkam mich, ich konnte weiter nichts tun als zu warten, und ich wagte nicht mehr zu atmen, als könnte ich so auch die Zeit anhalten. Die Zeit dehnte sich nun und dehnte sich wie die Flügel meiner Lungen und ich wusste, dass es gleich vorbei sein würde und ich aufgeben müsste und das Leben aus dem großen Hund rinnen würde. Auf einmal wurde es aber sehr kalt in dem Raum, als hätte jemand die Tür zum Park aufgerissen und als wäre ein Strom erfrischender und kalter Luft hereingedrückt worden, was nicht der Fall war, die Tür zum Park war geschlossen. Es war wie eine fremde Energie oder ein Licht im Zimmer, das ihn erhellte und zugleich uns alle durchströmte, ich fühlte diese warme Energie in mir, überall in mir, in meinem Bauch, sogar in meinem Baby, und öffnete den Mund und schnappte endlich nach Luft, und im selben Atemzug sah ich, wie der Brustkorb des Hundes sich ebenfalls hob – er hatte wieder angefangen zu atmen, er würde leben.
    Der restliche Teil der Operation verlief ohne Zwischenfälle. Als die Wundnähte verschlossen, die Wundverbände gelegt und die Intubationsschläuche gezogen waren, wachte der Hund röchelnd auf. Wir überwachten ihn weit über die empfohlene Zeitspanne hinaus; zäh zog die Zeit dahin, die sechste Stunde war längst vorüber, der Morgen wehte endlich mit einem hellen Streifen über den Rand des Parks. Mir war übel, jetzt aufgrund von Erschöpfung und Müdigkeit. Dann entschlossen wir uns, den Patienten ins Aufwachzimmer zu bringen, wo er unter Aufsicht der Therapeutin liegen konnte, während wir den OP aufräumen würden. Während es dem Mann scheinbar mühelos gelungen war, den großen Hund in die Praxis zu tragen, schafften meine Assistenzärztin und ich es kaum, ihn zu zweit zu bewegen. Ich sah, dass die Frau, die gewartet hatte, noch immer an die Wand gelehnt dasaß und jetzt vergeblich versuchte, schnell genug auf die Beine zu kommen, um uns behilflich zu sein. Erst als wir den Hund im Aufwachzimmer abgelegt hatten, sah ich sie mit seltsam gebückter Haltung zu uns eintreten – und mir schoss der Schreck durch die Glieder. Die Frau war verändert, es schien, als wäre sie zu einer älteren Schwester ihrer selbst geworden, sie war schneeweiß, ihre Haare hatten alle Farbe verloren, bis auf einen merkwürdig anzusehenden Ansatz oben auf dem Kopf. Dort hatte sie augenscheinlich ihre von oben schon ergrauenden Haare gefärbt, und diese falsche Farbe war nun das, was herausstach, während die zuvor braunen Haare nun schlohweiß ihr Gesicht umrahmten. Auch dieses Gesicht war um Jahre gealtert, jemand hatte in der Nacht Falten hineingefurcht wie ein Gärtner, der mit einem Rechen schnell durch feuchte Erde fährt und Furchen ins Erdreich kratzt – die ganze vorher aufrechte Gestalt der Frau wirkte zusammengefallen, als hätte jemand ihr ein Brett auf den Kopf gelegt wie früher die Eltern, um die Größe der Kinder am Türrahmen zu markieren, stattdessen aber mit einem Hammer mehrmals auf das Brett und die Frau eingeschlagen, um sie zu stauchen.
    Die Frau sah mein Erschrecken und wusste, was es bedeutete. Sie hätte darüber selbst erschrecken können, aber sie wollte mich beruhigen, indem sie etwas erklärte: “Ich hab ihm etwas meiner Zeit geben müssen, um ihn frei zu bekommen”, sagte sie ruhig. Obwohl der Satz grammatikalisch nicht eindeutig war, war mir klar, dass sie nicht nur über den Hund gesprochen hatte.
    “Er wird leben”, antwortete ich ihr. “Wir haben ihm eine Niere und die Milz entfernen müssen, er wird nicht ganz der Alte sein, aber er wird leben.”
    In dem Moment kam der kleine Hund der Frau in das Aufwachzimmer. Er torkelte, und die Frau, die mir sehr gefasst und ruhig gewirkt hatte trotz ihrer Veränderung, schrie auf, als sie ihn sah. “Was hast du getan, was hast du getan?”, schrie sie zweimal hintereinander, und ich folgte dem Blick ihrer aufgerissenen Augen und erkannte entsetzt, dass auch der kleine Hund nicht aussah zu zuvor: Sein Fell war um die Augen und die Schnauze herum weiß geworden, und er schien sich an seine verlorene Beweglichkeit erst gewöhnen zu müssen, mühsam, Pfote vor Pfote setzend, näherte er sich der Frau, wedelte und stupste sie sachte mit dem Köpfchen an. Da fingen der Frau an Tränen über das gefurchte Gesicht zu laufen. “Auch du, mein Hund…”, sagte sie leise.
    Der kleine Hund sah zu dem großen Hund, der ruhig atmete, und sah dann wieder die Frau an. Die Frau holte Luft.
    “Es ist geschehen, und es war deine Entscheidung, wie meine auch. Es ist kein Unterschied zwischen uns”, sagte sie, nun wieder ruhig, und der kleine Hund und die Frau setzten sich zu dem verletzten Hund, der leben würde, und warteten gemeinsam Seite an Seite, dass der Tag fortschritt, während meine Assistenzärztin und ich die nötigen Aufräumarbeiten erledigten. Wir sprachen dabei nicht, wir waren damit beschäftigt, das Geschehene zu verarbeiten. Dann hörte ich die Frau telefonieren, und wenig später näherte sich ein Auto der Praxis, und ich wusste, dass es der Mann vom Beginn der Nacht war, der kam, um den Hund abzuholen.
    Dass ich meine Anweisung als Frage stellte, wunderte mich selbst: “Werden Sie morgen wieder in die Praxis kommen? Das ist notwendig für die Nachuntersuchung.”
    Der Mann antwortete nicht auf meine Frage, mir schien, als hätte er deren Bedeutung auch gar nicht verstanden, als spräche er eine andere Sprache. Die Frau antwortete.
    “Nein, der Hund wird woanders untersucht werden. Das ist besser für seine Sicherheit.”
    Der große Hund, der jetzt wach war, suchte mit seinem Blick den Raum ab, als der Mann eintrat. Der Hund schien jemand anders erwartet zu haben, einen sehr geliebten Menschen, denn mir schien, als sinke er wie enttäuscht in sich zusammen, als er den Mann erkannte, arrangierte sich dann aber mit der Situation und sah den Mann ruhig an. Bevor der Mann den großen Hund aufhob, sah der Hund mir noch einmal in die Augen, und es war wie beim ersten Mal, als hätte ich niemals zuvor eine dringlicher gestellte Frage als die des Hundes erlebt, und niemals eine größere Güte. Aber ich verstand nicht, was genau er mir sagte, keine Worte, ich empfand nur diese fast erschreckende Nähe.
    Dann war der Hund fort.

    Ich habe ihn nie wieder gesehen, noch von ihm gehört. Ich muss zugeben, dass ich mich verflucht habe, kein Foto von dem Hund gemacht zu haben, mein Handy war ja dabei, es hätte nur einen Moment gedauert, das Nummernschild des Autos zu fotografieren – das wäre ein Anhaltspunkt gewesen. Auch muss ich gestehen, dass ich einige Monate später tatsächlich einen Privatdetektiv, einen kleinen, rührigen Mann mit einer Halbglatze, beauftragt habe, etwas über den Hund herauszufinden. Es ist dem Privatdetektiv, der trotz seiner Erfolglosigkeit teuer war, nicht gelungen, die Identität oder Herkunft des Hundes zu entschleiern. Auch die Frau, deren kleiner Hund zuvor mein Patient gewesen war, ist nicht wieder in meine Praxis gekommen. Ein einziges Mal sah ich die Beiden im Vorbeifahren, wie sie am Rand der Stadt schlenderten, beide gebückt, eher langsam – aber weder war ein großer Abstand zwischen ihnen, noch wirkten sie traurig oder gar verstört, eher so, als bestünde eine große Nähe zwischen ihnen, ein großes Glück.

    Auch mein Leben verläuft glücklich. Und jetzt habe ich den Wassertropfen vom Display gewischt, und mein Blick fällt auf ein Foto auf meinem Schreibtisch, das meine beiden Kinder zeigt, lachend in ihren Kindersitzen im Auto. Das ist lange her, längst brauchen die beiden keine Kindersitze mehr, eher würde es mich nicht wundern, wenn sie bald anfangen, für ihren Führerschein zu sparen. Und plötzlich bin ich sicher, ich werde den Hund nicht wiedersehen. Er ist inzwischen fort gegangen. Aber es ist merkwürdig, jetzt, wo ich alles erzählt habe, möchte ich nichts weniger, als ihn vergessen. Es gibt ja auch die Tiefe, nicht nur des Körpers, auch des Lebens, und dort unten ruht die Frage des Hundes, auf die zu unser ganzes Leben verläuft: Wie erreichen wir, inmitten des Kampfes, Frieden? Und ganz im Grunde ist es seine Frage: Warum bist du hier?

  2. maria D: says:

    Es tut mir so leid.
    ich kann ihren Schmerz nach empfinden.Trost ist-die Seele geht nicht verloren.Der Schmerz wird nicht weniger.
    Dankbarkeit und Dehmut das man die Liebe und Treue eines Hundes erleben darf.
    Ich wünsche Ihnen Kraft um den Schmerz zu tragen.
    Ich habe meine 2Lieblinge auch gehen lassen müssen.Es ist kaum zu ertragen ich bete täglich
    und bitte darum das ich im nächsten Leben wieder mit den Beiden leben darf.
    Ich bin sicher Kuki ist ganz in ihrer Nähe.

  3. albert says:

    Hallo, Herr Balluch,
    zum trost (ich weiss, eh schon ein bisserl spät):
    ich sehe, dass Sie Ihrem Kuksi ein sehr sehr gutes leben, basierend auf echtem vertrauen, ermöglicht haben. Weil Sie es eben können, wie wenige. Ich hoffe, Sie werden bald wieder einen unglückspilz zu einem glückspilz machen.

  4. Karin says:

    Lieber Martin, mein von Herzen kommendes Beileid zu deinem Verlust! Ich kann nicht sagen warum, aber die letzen Tage ist mir Kuksi immer wieder im Kopf herumgspukt. Ich habe auch dein Buch lieber Martin, noch nicht ganz gelesen. Kuksi war ein Geschöpf wie wir alle, mit viel Liebe und Verständnis in unserer Welt, so gut es ging um ihn “frei” Leben zu lassen. Ich bin noch ein Katzenmensch, wenn ich die Zeit in Pension habe, wird “mein” Lebenshund im Tierheim auf mich warten. Und du findest hoffentlich auch wieder jemanden, der dein und “sein” Leben bereichert! Karin

  5. Mag. Nicole Schenk says:

    Hallo Martin,

    dein Nachruf hat mich zutiefst berührt; ich kann jetzt kaum schreiben, weil ich weinen muss. Nur zu gut kann ich deinen Schmerz verstehen. Ich hab auch schon einige Tiere verloren und mir graut jetzt schon vor den Tagen, an denen ich meine derzeitigen verlieren werde. Kein Mensch kann dich so bedingungslos lieben. Daher geht auch immer ein Stück unseres Herzens mit, wenn uns ein geliebtes Tier verlässt. Martin, du bist in deinem Schmerz nicht allein. Jeder Tierliebhaber fühlt mit dir und denkt in diesen Tagen besonders an dich und… Kuksi.

  6. Alexandra says:

    Lieber Martin,

    erschrocken habe ich gerade erst gelesen, dass dein über alles geliebter Kuksi verstorben ist. Vor allem beim Lesen der letzten Abschnitte kamen mir die Tränen, weil sie mich so berührt haben und von mir hätten stammen können.
    Mein Hund, der im Jahr 2018 verstorben ist, ist auch die Liebe meines Lebens. Damals ist für mich eine Welt zusammengebrochen und eine Lücke entstanden, die nicht gefüllt werden kann. Nach wie vor vermisse ich ihn sehr. Ich erinnere mich noch gut, dass ich einige Wochen nach seinem Tod dein Buch “Der Hund und sein Philosoph” las, welches mich sehr berührte und seitdem zu meinen Lieblingsbüchern zählt. Es hat mich tief bewegt, in welchen liebevollen und warmen Worten du darin über Kuksi schreibst und ich schrieb dich damals auch an, um dir das alles mitzuteilen. Obwohl es dir gerade selbst nicht gut ging, du in großer Sorge um Kuksi wegen der Diabetes und seiner Augen warst, hast du mir sogar geantwortet.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Raum, deiner Trauer Ausdruck zu verleihen.

  7. Pia says:

    Ich fühle mit dir und wünsche dir Kraft.
    Und dass du dir all die Zeit erlaubst, die es braucht.

    Etwas Großes und Tiefes und Innigliches fehlt. Das andauernde Kommunizieren scheint abgebrochen. Mit der Person verschwindet deren ganze Welt… Dinge, Plätze, Worte, Namen … alles verwaist, so wie man selbst. Die Verbindung, die uns so unglaublich flirrend an dieses Wesen und das Leben gebunden hat, ist unterbrochen, alles in und an uns ruft und bleibt ohne Antwort. Und all die Fäden, die wir so voller Innigkeit gesponnen hatten, fühlen sich an wie abgerissen. Wir fangen an sie zu entwirren, neu zurecht zu streichen und herauszufinden, wohin die scheinbar losen Enden nun gehören…
    … wie soll das gehen: ein Leben ohne dich, ohne unser Füreinandersorgen? So zurückgeworfen auf eine eindimensionale Existenz, so verarmt: wie soll ich plötzlich nur aus zwei Augen schauen, den Wald vor mir nur aus meiner Menschensicht beurteilen, nur für mich denken, planen, achtgeben, mich nur für mich an dem Anblick ins Tal erfreuen?
    Natürlich: alles bebt vor Leben und überall wohnt ein Jemand, doch dieses Wissen ist viel abstrakter als … deine leuchtenden Augen, der Geruch deines weichen Fells, deine süße und erstaunliche Nase, deine Ohren, deine Gesten, kurz: deineVerleiblichung. Du fehlst. Deine Perspektive fehlt.
    How is it to be a Not-Me & a Non-Human … nie intensiver erlebbar als in einer so innigen interspezifischen Beziehung.
    Du hast es mir leicht gemacht, die Welt aus anderen Augen zu sehen, sie aus einer anderen Nase zu riechen … sie anders zu erleben. Nicht bloß im Kopf, sondern echt und wahrhaftig. Danke für deine Lehren.

    Lieber Martin, was für ein Segen. Ich glaube es sind solche Beziehungen, die die Welt gut und friedlich machen.

    Irgendwann wird das System sich neu zu ordnen beginnen.

  8. Marianna says:

    Lieber Martin, es tut mir leid, sehr .. sehr leid…. Ich weine und ich werde immer merken wie wir alle zusammen brav marschieren für Tierrechte mit Kuksi…. Zw Zeit auch meine drei Hunde sind auf RBB … Mein aufrichtiges Mitgefühl…traurige Grüße

  9. Michael says:

    Lieber Martin!
    Was dir mein Herz noch sagen wollte. Mein Seelenfreund, mein über alles geliebter Lebensgefährte und jahrelanger Weg Begleiter. Du hast mich geachtet, gehalten und getröstet. Viele Male habe ich dein Lachen gehört und manchmal auch deine Tränen gesehen. Gemeinsam sind wir durch dick und dünn gegangen, durch Wälder gezogen und spielend über Felder gelaufen. Ich durfte mich im Wasser austoben und mit meiner Freude dein Herz berühren. Ich war lustig, aber manchmal auch ernst. Ich war eine Bereicherung für dich, doch manchmal auch eine Herausforderung, an der du wachsen solltest. Du warst mein Lebensinhalt – dafür habe ich deine Seele reich beschenkt. Jedem Sturm haben wir uns gemeinsam gestellt, jeden Regentropfen genossen, denn wir waren zusammen – verbunden in bedingungsloser Liebe und Freundschaft. Auch die Unwetter des Lebens konnten uns nichts anhaben, denn unsere Partnerschaft machte uns stark. In Zeiten des Umbruchs und der Erneuerung führte ich dich in die Natur, damit du wieder klar denken konntest. Wir waren wie Zwillingsseelen im Universum – und wir sind es noch immer. Jetzt wo du mich nicht mehr sehen kannst, glaubst du, ich sei fort. Doch das bin ich nicht. Ich begleite dich bei jedem deiner Schritte, lausche jedem deiner Worte, sehe jede deiner Tränen – Tag für Tag. Mein Seelenfreund, ich bin noch immer an deiner Seite und werde es für alle Zeit sein, denn ich bin dein Seelenhund. Ich sehe deine Trauer, und ich halte dich, wie du mich in meinen schwersten Stunden gehalten hast. Ich bin da, nur einen Wimpernschlag entfernt. Ich sehe dich, ich rieche und fühle dich. Nachts wache ich neben dir wie ein Engel, und wenn du ein Bauchgefühl bekommst, dann habe ich dich dort gekitzelt. Mein Seelenfreund, ich danke dir für ein sinnerfülltes Dasein voller Leidenschaft und Freude. Du warst es und wirst es immer sein: mein Engel, mein Herz, mein größter Schatz. Die Jahre mit dir sind unvergessen. Unzählige Male hast du mir ” Ich liebe dich ” ins Ohr geflüstert, und ich höre und fühle diese Worte noch immer. Noch immer fühle ich deine Küsse auf meiner Schnauze und deine Hände in meinem Fell. Unsere Herzen sind für alle Zeiten miteinander verbunden.
    I.A. dein Kuksi

  10. Martina Jerabek says:

    Ein wirklich sehr berührender Nachruf auf Ihren Kuksi. Mein aufrichtiges Beileid an Sie, Herr Balluch. Ich wünsche Ihnen von Herzen, daß Sie – natürlich nach reiflicher Trauerzeit – wieder einer armen Fellnase auf vier Pfoten ein Zuhause geben können. Ich glaube diese hätte es sehr gut bei Ihnen, es spricht so viel Herzblut aus Ihren Zeilen – und natürlich Ihrer ganzen vorbildlichen Arbeit für den VgT. Run free Kuksi!

  11. Kurt says:

    Hallo Kuksi,
    obwohl ich dich nicht gekannt habe, hoffe ich, dass du da oben in einer Welt, wo Menschen und Tiere gleichberechtigt sind, auch darüber sprichst, dass es gute Menschen gibt.. Du hattes laut Nachruf zu Beginn schlechte Erfahrungen erlebt, hast dann aber einen Menschen kennengelernt, den du vertraut und denn du all deine Liebe zurückgegeben hast.
    Erzähl da oben auch, dass es Menschen gibt, die nicht nur Haustiere sondern auch sogenannte Nutztiere, Fische und andere Lebewesen lieben und respektieren. Leider wird es noch dauern (hoffentlich noch bevor es diesen Planeten nicht mehr gibt) bis es soweit ist, dass Tiere keine Sachen mehr sind.
    Viel Glück da oben und wünsche deinem Herrl viele Kraft, dass er wieder die Energie findet, in seiner Sache so weiterzumachen, wie vor diesem Schicksalsschlag!!
    Schöne Grüße von Kurt, der hier mitfühlen kann, da er auch einen 16jährigen Hund hat, wo diese Situation jederzeit eintreten kann und wovor er sich sehr fürchtet!!

  12. Uta says:

    Mein aufrichtiges Beileid. Es ist als wäre ein Mensch, ein Freund, ein Kind gestorben.
    Die einzige Hoffnung die bleibt ist die Reinkarnation. Ja, auch Tiere reinkarnieren.
    So werden Hunde zu Frauenseelen und Katzen zu Männerseelen wiedergeboren und treten nun das Leben eines Menschen an. Kuksi ist schon längst wiedergeboren als Mensch.
    Das ist ur-ur-ur-altes atlantanisches Wissen und man findet dieses Wissen überall.
    Die Seele wird als Tier geboren und geht dann über die Katze oder den Hund in den Menschen über. Das ist eine Tatsache.
    Darum, bitte liebe Tierfreunde, lasst euch nicht impfen, denn durch die Pharmaindustrie werden nur um dem Gesetz genüge zu tun, Millionen, nein Milliarden von Tiere getötet, damit ein Medikament auf den Markt darf, ob es wirkt oder nicht. Wenn die Tierversuche auch nur einen Nutzen hätten, dann hätte es die Contagan-Kinder niemals gegeben. Das wird von der Pharmaindustrie verschleidert und vertuscht und wer glaubt, daß die Medikamente vorher geprüft werden, der irrt. Allein die wundervollen phantastischen Prognosen der Pharmaindestrie und gefälschten Statistiken sollen glauben machen, es käme ein neues Wundermittel auf den Markt. Dabei geht es nur um Geschäftemacherei und Börsennotierungen. Daß Tiere und vor allem Hund und Katzen in Massen ihr Leben dafür lassen müssen ist der Geldgeiern völlig egal. Die Versuchstiere, die geimpft wurden, sind übrigens alle durch die Impfung gestorben. Das sollte nachdenklich machen, wo doch jetzt auch so viele Menschen nach der Impfung versterben.
    Also Kuksi lebt und das ist der einzige Hoffnungsschimmer in der Trauer.
    in Liebe Uta

  13. Ursula-Theresa Seibt says:

    Lieber Herr Balluch,

    Ich möchte Ihnen mein tiefstes herzliches Beileid aussprechen.
    Ich weiss aus eigener Erfahrung wie weh es tut seinen besten Tierfreund oder Tierfreundin zu verlieren.
    Ich und meine Tierfreundinnen sind in Gedanken bei Ihnen und schicken Ihnen ganz viel Kraft für diese schwere Zeit.Aber wir sind im Herzen auch bei Kuksi im Tierhimmel denn ich weiss, dass auch die Tiere eine Seele haben…und so bedanke ich mich bei ihm dafür, dass er bei uns…bei Ihnen. war und Ihnen ein so treuer Freund war. ❤️

    Ich danke Ihnen aus tiefstem Herzen für Ihre Arbeit und dafür dass Sie niemals aufgeben.Sie sind ein grosses Vorbild für mich und viele andere.

    Wir werden weiter für die Tiere leben und uns für sie einsetzen so lange wir können genau wie Sie und Ihre tollen Mitarbeiter und Freunde.

    Im aufrichtigen Beileid und mit herzlichen Grüßen.

    Anna, Emma und Ursula Theresa Seibt

  14. Eleonore Baur says:

    Lieber Herr Dr. Balluch,
    ich kann Ihren Schmerz so sehr nachfühlen und weine mit Ihnen über diesen großen Verlust Ihres so sehr geliebten Kuksi.
    Für die kommende schwere Zeit wünsche ich Ihnen viel Kraft, den schweren Verlust Ihres treuen Begleiters tragen zu können.

    Liebe Grüße
    Eleonore Baur

  15. Claudia says:

    Tief berührt da ich den Schmerz und Verlust verstehe. Habe vor zwei Jahren meine langjährige, treue Weggefährtin verloren und ich vermisse sie jeden Tag. Immer an meiner Seite ob in guten oder schlechten Tagen, was man von den meisten Menschen nicht behaupten kann. Wünsche Dir viel Kraft.

  16. Ingrid Klehenz says:

    Lieber Martin,
    auch ich habe meinen Seelenhund ARES nach 12 Jahren großer Liebe verloren. Mein Schmerz darüber ist immer noch unsäglich, obwohl (nach einem halben Jahr) wieder ein wunderbares Hundemädchen zu mir gefunden hat.
    Ich wünsche dir viel Trost durch die vielen schöne Erinnerungen an deinen Kuksi. Wahre Liebe vergeht nie! Er wird dich weiter begleiten, bis du ihn loslassen kannst. Ich bin mir sicher (es ist mein größter Wunsch), dass wir unsere geliebten Tiere wieder einmal treffen und umarmen können.
    Alles Liebe Ingrid

  17. Petra Pörnbacher says:

    Mein aufrichtiges Mitgefühl. Trauer braucht Zeit, sehr viel Zeit. Das hat mich der Abschied von 3 Hunden und 6 Enten gelehrt. Es zerreißt einem jedesmal das Herz.
    Und völlig richtig, es ist besser wenn man sich an die schöne, glückliche Zeit erinnert als an die letzte schwere Zeit geprägt von Krankheit und Tod.
    Kuksi hat ein tolles Alter erreicht und hatte ein wunderbares Leben! R.I.P. lieber Kuksi.

    PS: es gibt ein tröstliches Bilderbuch „Ente, Tod und Tulpe“ es beschreibt den Tod als Begleiter und Freund. Für größere Kinder auch gut geeignet.

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