29. November 2022

Laut New Scientist stinken Tierprodukt-EsserInnen, ob Mensch oder Hund

Wer im Zoo oder bei anderen Tiergehegen den Geruch von Fäkalien carnivorer Spezies mit jenem von herbivoren vergleicht, kommt nicht umhin, einen deutlichen Unterschied zu bemerken. Der carnivore Kot riecht scharf und wirkt viel abstoßender, als der herbivore. Trifft das auch auf menschlichen Kot von Personen zu, die entweder fleischbasiert oder vegan leben? Bei Fragen wie dieser, die ideologisch ziemlich aufgeladen sind, ist es immer am Besten, man orientiert sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen. Und zu meiner Überraschung hat das New Scientist vor einigen Monaten von einem Forschungsergebnis zu genau dieser Frage berichtet, siehe oben.


Ein Team von WissenschaftlerInnen von der Monash Universität in Melbourne, Australien, hat menschlichen Kot mit Cystein gemischt, eine Substanz, die sich vor allem in Fleisch, Milchprodukten und anderen Arten von Protein findet. Das Ergebnis war eine 7-fache Zunahme von jenem Wasserstoffsulphid, das von den Darmbakterien im Kot entwich. Dieses Gas stinkt für menschliche Nasen nach verfaulenden Eiern. Umgekehrt reduzierte Stärke, wie sie in Erdäpfeln, Bananen, Gemüse und Getreide gefunden wird, oder auch Fructan aus Weizen, Artischocken und Spargel, den Anteil an Wasserstoffsulphid um 75 %!

Das würde erklären, warum Bodybuilder mit hohem Proteinanteil in der Nahrung so schlecht riechen, werden die ForscherInnen zitiert. Jedenfalls sei es offenbar für Menschen mit stinkender Flatulenz besser, auf Nahrung mit hohem Anteil an Ballaststoffen umzusteigen.

Interessanterweise mache ich eine ähnliche Beobachtung bei Hunden. Wenn sie im Wesentlichen vegan ernährt werden, riechen sie verträglich und haben wenig Blähungen. Kommen sie aber an Fleischnahrung heran, z.B. weil es ihnen von wohlmeinenden Personen zugesteckt wird oder weil sie es in Form von Aas beim Wandern finden, dann verbreiten sie nach kurzer Zeit absolut übel riechende Gase. Ob das daran liegt, dass sie durch das vegane Leben gewisse Enzyme abgebaut haben, die ihnen die Verdauung von tierlichen Nahrungsbestandteilen erleichtern, wie z.B. bei mir, oder ob ihr Verdauungstrakt einfach grundsätzlich mit tierlicher Nahrung größere Probleme hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht ist die Erklärung aber tatsächlich nur der oben beschriebene chemische Prozess, bei dem Cystein die Darmflora dazu bringt, ekelhafte Ausdünstungen zu produzieren. Es scheint jedenfalls für Mensch und Hund verträglicher, sich gemeinsam vegan zu ernähren.

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