Mein Hundefreund im Straßenverkehr: wie ein Hund lernt

Wenn wir entlang vielbefahrener Straßen gehen, dann bleibt mein Hund von sich aus bei jedem Gehsteigrand stehen, wartet auf mich, und geht direkt neben mir über die Straße. Dabei können wir auch durchaus nur die eine Fahrbahnseite kreuzen, auf die Autos der anderen Fahrbahnseite warten und erst zuletzt bis ganz hinüber queren. Ist die Straße schmaler und kommt kein Verkehr, so läuft er auch manchmal von sich aus hinüber. Zuweilen fährt dann ein Auto zwischen ihm und mir durch, er wartet, und kommt erst wieder zurück, wenn die Fahrbahn frei ist. Im Dunkeln auf kleinen Seitengassen beachtet er keine Regeln, sondern läuft kreuz und quer, um dort zu schnüffeln, wo es interessant riecht. Auf der Autobahnstation lasse ich ihn aussteigen und gehe dann auf die Toilette. Er bleibt heraußen, sieht sich selbst um, begrüßt mich, wenn ich wiederkomme, und steigt dann mit mir ins Auto ein. Wenn wir nach einer Wanderung auf eine Bundesstraße stoßen, auf der die Autos mit 110 km/h daher rasen und kaum mehr als 1 m neben uns vorbei fahren, geht er betont aufmerksam, immer dicht hinter mir, und überquert die Straße nur im Galopp.

Um zu beschreiben, wie sich mein Hundefreund im Straßenverkehr verhält, müsste ich so viele komplexe „wenn … dann …“ Regeln angeben, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass sein Verständnis in Wirklichkeit nur aus Reiz-Reaktions Mustern besteht, die er mittels Versuch und Irrtum und einer positiven Verstärkung durch mein Lob oder den Erfolg, die Straße schadenfrei überquert zu haben, ankonditioniert bekommen hätte. Versuch und Irrtum sind insofern ausgeschlossen, weil man einen Irrtum im Straßenverkehr i.A. nicht überlebt.

Alle diese Handlungen setzt mein Hund autonom, d.h. ohne Leine und ohne Befehle von mir. Unter Umständen rede ich ein bisschen mit ihm, aber im Wesentlichen macht er alles von sich aus. Mit ihm zu reden bedeutet, dass ich ihm mit Worten und mittels Körpersprache meine Gefühle und meine Bitten vermittle. Dabei habe ich vollstes Vertrauen zu ihm. Ich könnte überall und jederzeit mit ihm leinenfrei, und ohne ihn zu etwas aufzufordern, sicher durch den dichtesten Straßenverkehr kommen. Nur wenn ich ihm die Leine anlege, dann gibt er seine Verantwortung ab. Plötzlich wartet er in allem auf meine Vorgaben und läuft stupide gerade aus, bis ich ihn stoppe. Ein interessantes psychisches Phänomen, der himmelhohe Unterschied im Verhalten eines Hundes, ob er an der Leine ist oder nicht, auch im Umgang mit anderen Hunden.

Wie lernt mein Hund?

Wie, nun, habe ich ihm dieses Wissen über den Straßenverkehr beigebracht? Ganz einfach: als Hundekind wie einem Menschenkind. Er lernt durch Beobachtung und durch Imitation. Er versteht, dass Autos sehr schnell sind und eine tödliche Gefahr ausstrahlen, aber i.A. immer geradeaus fahren. Autos in der Nacht allerdings, insbesondere auf Schnellstraßen, sind kaum abzuschätzen. Ihnen muss man also besonders weit aus dem Weg gehen.

Anfänglich habe ich im Straßenverkehr sehr viel mit ihm gesprochen. Vor jeder Überquerung der Straße habe ich ihn zu mir gebeten, habe ihm deutlich gemacht, dass ich mich vor den Autos fürchte und dass ich um ihn besorgt bin, und dann bin mit ihm, er dicht bei mir, gemeinsam über die Straße gegangen. Dabei habe ich ihn genau beobachtet und seine Körpersprache gelesen: Passt er auf? Achtet er auf die Autos? Lässt er sich durch Hunde oder Gerüche ablenken? Schaut er auf mich, was ich tue und wann ich vorsichtig oder gelassen auf die Straße gehe? Je nach dem, wie weit er schon geistig war, habe ich ihn immer mehr selbst entscheiden lassen und ihm autonomen Freiraum gegeben.

Das erste Mal ließ ich ihn in einem kleinen Park in Graz, der von dicht befahrenen Straßen umgeben ist, mit bangem Herzen sozusagen unkontrolliert davonlaufen. Ich beobachtete ihn natürlich genau, vertraute aber schon auf sein Verständnis. Und tatsächlich erwies er sich des Vertrauens würdig. Er lief zwar weit davon, bis dicht an die Straße, spielte mit Hunden und tollte umher, aber er achtete genau, wo die Fahrbahn anfing und mied die Nähe der Autos. Von da an habe ich ihn im Straßenverkehr immer öfter sich selbst überlassen. Als ich dann eine Knieoperation hatte und nicht mit ihm auf die Straße gehen konnte, ließ ich ihn in unseren Garten. Schon am ersten Abend zwängte er sich unter dem Zaun durch und wanderte für sich allein über die Straßen davon. Das wiederholte sich von da an jeden Abend, solange ich nicht gehen konnte. Meistens kam er 1-2 Stunden, manchmal aber auch erst 4 Stunden später zurück. Ich sah ihn dann aus dem Fenster am Gehsteig die Straße daher traben. Vor der Haustür bellte er kurz und ich ließ ihn herein. Nie passierte auch nur das Geringste. Ich bin überzeugt davon, dass es nicht möglich ist, sich derart sicher und überlegt im Straßenverkehr zu verhalten, ohne dessen Regeln wirklich zu verstehen. Und ein so tiefes Verständnis beim Hunde- oder Menschenkind erlangt man meinem Eindruck nach nicht durch Konditionierung und Dressur, wie im Zirkus, sondern durch ein behutsames Hinführen, durch Förderung seiner Autonomie und Selbstverantwortung und durch ein Selbstbewusstsein, das er umso stärker entwickelt, je mehr er spürt, dass ich ihm vertraue und ihm Verantwortung übertrage.

Der Unterschied zur Konditionierung

Ich lerne ihm keine Befehle, sondern spreche mit ihm auf emotionaler Ebene. Bei der Konditionierung sollte der Reiz möglichst emotionslos erfolgen, um die Wiedererkennungswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Meine Kommunikation ist aber möglichst emotional gefärbt: er soll verstehen, was ich empfinde. Welche Worte dabei verwendet werden ist egal, nur ehrlich müssen sie sein. Der Hund achtet extrem auf die Gesichtszüge, die Körperhaltung und den Tonfall seiner Bezugspersonen.

Nie würde ich ihn für etwas bestrafen, aber zu meinen Emotionen gehört natürlich auch, angefressen oder ärgerlich zu sein. Dadurch entstehen unsere sozialen Regeln. Natürlich kann er genauso seine Emotionen zeigen und diese Regeln mitgestalten. Wir müssen eben gemeinsam Wege entwickeln, wie wir miteinander auskommen.

Bei der Konditionierung soll die positive (oder negative) Verstärkung möglichst unmittelbar nach dem Reiz einsetzen, um die Assoziation zwischen Reiz und Reaktion zu fördern. Dass und warum ich angefressen bin, versteht der Hund aber natürlich auch, wenn er es erst einige Zeit nach dem Vorfall merkt oder mein Gefühl bis dahin anhält. Im Verständnis für die sozialen Gefühle der jeweiligen SozialpartnerInnen sind Hund und Mensch ebenbürtig.

Wichtig ist, möglichst nie eine Leine zu benutzen. Dadurch spürt der Hund, dass es nun in seiner Verantwortung liegt, was passiert. Er steht damit vor dem Problem, sein Leben eigenständig zu meistern, und ist dadurch besonders motiviert, auf seine Bezugsperson zu achten und von ihr zu lernen.

7 thoughts on “Mein Hundefreund im Straßenverkehr: wie ein Hund lernt

  1. Al says:

    was mich interessieren würde: wie ist das bei kuksi mit dem jagdtrieb? die beiden hunde, die ich ab und zu mitbetreue, muss ich fast nie an die leine nehmen. wenn sie zu zweit sind, gibt es aber probleme mit dem jagdtrieb. die beiden sind eh zu langsam um ein tier zu erwischen und es geht fast immer um wasservögel, denen sie nicht ins wasser folgen. aber ich nehm sie dann doch lieber an die leine, wenn ich zb enten sehe. ich würds schon gerne ohne leine in den griff kriegen, denn ich bin nicht immer die erste, die die enten sieht.

  2. Kurt says:

    @ Julia S. – „Die absolute Wahrheit wird immer eine Asymptote bleiben, der wir uns nur unendlich nahe approximieren können denke ich“. Das setzt voraus, dass es eine „absolute Wahrheit“ gibt. Der Ausdruck hat für mich fast etwas von einer contradictio in adiecto.

    Aber davon abgesehen schätze ich Ihre postings sehr.

  3. Julia S. says:

    und ich kann nur wieder schmunzeln und wiederholt sagen: Herr Balluch, Sie wollen das mit der klassischen und operanten Konditionierung einfach nicht getrennt voneinander betrachten. Oder (mit Verlaub) Sie können es nicht?

    1. Bei der klassische Konditionierung geht es in der Tat nur um die Verknüpfung von Reizen mit (meist emotionalen) Reaktionen. Daher sind viele unserer „plötzlich auftauchenden“ Emotionen klassisch konditioniert. Aber das hatten wir ja schon zuhauf angesprochen und Sie haben ja selbst schon oft geschrieben, dass unser Gehirn nun mal AUCH so funktioniert (wissenschaftlich erwiesen).

    2. Bei der operante Konditionierung geht man davon aus, dass ein Verhalten nur dann beibehalten wird, wenn es für den Einzelnen von Nutzen ist. Auch diese Theorie ist wissenschaftlich sehr gut untersucht und bis heute nicht wiederlegt worden. WAS GENAU jemandem von Nutzen ist, ist nicht immer direkt ersichtilich und ganz bestimmt ist es in den wenigsten Fällen etwas leckeres zu essen 😉 Es könnte aber von Nutzen sein, mich an die Straßenregeln zu halten, weil „mein Mensch“ ansonsten ärgerlich ist (=negative Verstärkung, denn die negative Konsequenz (verärgerter/besorger Mensch) bleibt aus). Nun gut, um sich an die Straßenregeln halten zu können sollte man Sie natürlich verstehen. Und da kommen wir zu

    3. Lernen durch Beobachten / Imitation. Bei dieser Theorie geht man davon aus, dass es genügt, jemand anderen bei einer Handlung zu beobachten um für sein eigenes Handeln Schlüsse zu ziehen. Welche Schlüsse jemand daraus zieht, hängt davon ab, ob er die beobachteten Konsequenzen für das beobachtete Handeln (Verhalten) für sich nützlich empfindet (verstärkend) oder nicht (strafend). Damit gilt diese Lerntheorie als eine Übergangsform zwischen behavioristischen Lerntherotrien (die Herr Balluch ja überhaupt nicht schätzt) und den kognitiven Lerntheorien.

    Lieber Herr Balluch,
    ich finde es wunderbar, wie viel Autonomie und Vertrauen Sie ihrem Hund entgegenbringen und ich bin mir sicher, ihr Hund hat die Gefahren des Straßenverkehrs wietgehend verstanden, nur bitte unterlassen Sie Ihre Versuche die positive Verstärkung in Ihrem Blog so missverständlich darzustellen. WIE GENAU ihr Hund den Straßenverkehr verstanden hat, können Sie genausowenig wie ich mit 100%iger Sicherheit sagen. Da mir die Welt aber recht komplex zu sein scheint, schließe ich nicht aus, dass es verschiedene Erklärungsansätze (Theorien) gibt, die diesen Lernprozess annähernd beschreiben.
    Sie versuchen zu „belegen“ dass ihr Hund die Regeln verstanden haben muss und vermutlich hat er das ja auch. Ihre Argumentation beschränkt sich aber darauf, dass sie „emotionale Botschaften“ an ihren Hund senden und er „durch Beobachtung“ lernt und das halte ich für eine sehr vage Erklärung. Können Sie mir denn beweisen, dass Ihre emotionalen Botschaften KEINE verstärkende oder strafende Wirkung auf Ihren Hund haben? Können Sie mir beweisen, dass Ihr Hund beim Beobachten von Menschen oder Hunden die über eine voll befahrene Straße laufen tatsächlich versteht (lernt), dass es auch sein könnte, dass Autofahrer auch mal dumme Fehler machen und unvorhersehbare Fahrmanöver vollziehen?
    Verstehen Sie mich nicht falsch, ich glaube dass Ihr Hund sehr viel verstanden hat, aber ich glaube nicht, dass Sie 100% verstehen WIE er das lernt (ich ebenso wenig). Im Unterschied zu Ihnen, schließe ich aber keine Möglichkeiten aus und minimiere dadurch womöglich das Risiko, daneben zu liegen 😉

    Und noch eine Sache: Nur weil wir etwas verstanden haben, heißt das noch lange nicht, dass wir auch „motiviert“ sind, danach zu handeln. Jeder Raucher hat verstanden, dass rauchen tödlich sein kann. Hört er deswegen auf? Nein, weil die Nikotinsucht sein Verhalten verstärkt (negativ, denn raucht er nicht, bekommt er Enzugserscheinungen). Jeder hat verstanden, dass er sich im Auto anschnallen sollte. Tut es jeder? Nein. Außer dieses nervige Piepsen hängt mir solange in den Ohren, bis ich es doch mache (=negative Verstärkung). Ein Kind imitiert seinen Papa und Mama sagt hocherfreut „oooh wie toll du das machst! Ganz der Papa!!“. Wird das Kind sich nun häufiger so verhalten? Ja, denn Mamas Freude ist total anstecken und motivierend (= positive Verstärkung)! Und auch wenn ich mir absolut sicher bin, dass mein Kind oder mein Hund verstanden hat, wie gefährlich die Straße ist, so nehme ich es/ihn in manchen Situationen an die Hand, weil ich weiß, dass es Situationen gibt, wo unser Gehirn einfach ausschaltet. Zum Beispiel in Panik, beim Jagen oder Spielen. Was ich verstanden habe oder nicht, spielt dann einfach keine Rolle mehr. Das Großhirn ist dann nämlich einfach ausgeschalten.

    Meine Fellnase hier geriet früher regelmäßig in Panik, wenn er nur in 100m Entfernung einen Mensch gesehen hat (er ist ein griechischer Straßenmischling), oder hat sofort vor Schreck die Flucht ergriffen, wenn plötzlich jemand um die Ecke kam. Es war wirlich schlimm und ich bin sooooo froh, dass ich unter anderem durch gezielte Gegenkonditionierung (NICHT positive Verstärkung) sein Gehirn dazu bringen konnte „zu verstehen“ dass nicht jeder Mensch böse ist. Emotionale Worte und Gestiken haben ihm da reichlich wenig geholfen. Durch positive Verstärkung haben wir gemeinsam (vor allem aber ich, denn er wusste es ja schon) herausgefunden, welches Verhalten ihm in schwierigen Situationen hilft (nützt), was ihn also verstärkt. Er hat sich im Prinzip selbst verstärkt und ich durfte dabei zusehen und verstehen. Die positive Verstärkung hat aus ihm eine selbstbewussten jungen Mann gemacht, der weiß was er will, weiß was er kann und trotzdem noch hin und wieder meine Unterstützung braucht. Positive Verstärkung ist einfach sooooo viel mehr als Leckerchen werfen, hat absolut nichts mit Emotionslosigkeit oder Befehlen zu tun (das verwechseln Sie gerne mit der klassischen Konditionierung) und steht auch in überhautpt keinem Wiederspruch zu Autonomie und Selbsttändigem Handeln – im Gegenteil.

    Lassen Sie mich noch ein letztes Beispiel machen: ich habe verstanden, dass ich mich geirrt habe, aber ich will es nicht zugeben. Warum? Weil andere Menschen hinter mir stehen und mir immer wieder sagen, wie toll sie meine Gedanken und Ansichten finden (= positive Verstärkung).

    Von Mathematiker zu Mathematiker: Die absolute Wahrheit wird immer eine Asymptote bleiben, der wir uns nur unendlich nahe approximieren können denke ich 😉

  4. Susanne Veronika says:

    Hat zwar jetzt nicht direkt mit Hunden zu tun, zeigt aber wie wichtig es ist, dass Menschen Kontakt zu Tieren haben, damit sie diese Tiere auch verstehen können. Zumindest in einer Gesellschaft in der Tiere leben (müssen). Ai Wei Wei hat 40 Katzen und einige Hunde. Er hat Katzen aufgenommen, die von ihren Besitzern einfach in den Dörfern zurückgelassen wurden, als diese in die Stadt zogen. Eine seiner Katzen kann Türen öffnen, was ihn offenbar fasziniert. http://www.trailerseite.at/film/12/ausschnitte/clip-aus-ai-weiwei-never-sorry-katzen-23711.html Übrigens ein Beispiel dafür, dass auch Asiaten Tiere lieben können. Tierschützer gibt es überall auf dieser Welt, sie sind nur leider meistens machtlos.

  5. Hannes says:

    Das mit der Imitation trifft auf Hunde i.d.R. nicht so stark zu. Wölfe sind da noch besser, wie eine Studie kürzlich herausfand: http://www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice/presseinformationen/presseinfo2014/woelfe-lernen/
    Einzelne Hunde oder Rassen sind da sicher besser oder schlechter als der Durchschnitt. Ob ich einem Hund also den Straßenverkehr zutraue oder nicht, hängt vom Individuum ab. Meine Hündin ist grundsetzlich recht schlau, aber die Gefahr der Autos hat sie bislang nicht erkannt bzw. konnte ich ihr diese nicht vermitteln, insofern finde ich deinen Erfolg toll. Ich kann sie sehr leicht durch Kommandos („warte bitte“) davon abhalten, die Straße bei rot zu überqueren. Trotzdem wäre es mir dadurch zu gefährlich, sie laufen zu lassen, da sie von alleine wohl meist nicht stehen bleiben würde. Hier sieht man gut, dass es schon einen Unterschied zw. Verstehen vs. Konditionieren gibt, ich gebe dir Recht!

    Bewusste Konditionierung find ich allerdings zB. besonders in Situationen sehr hilfreich, mit denen Hunde ein Problem haben (banales Beispiel: innerartliche Aggression). Dass man dabei möglichst emotionslos agieren sollte, höre ich zum ersten Mal. Auch ich finde, Kommunikation auf emotionaler Ebene spielt für Hunde eine genauso wichtige Rolle wie für Menschen. Kann man mittles Konditionierung beim Hund in spezifischen Situationen eine Änderung des Emotionszustandes erreichen, besteht in weiterer Folge immer noch die Möglichkeit für den Hund, die Situation zu verstehen. Insofern kann Konditionierung auch den Weg zum Verstehen ebnen/fördern. Da sind wir dann wieder beim Individuum Hund – manche verstehen bestimmte Situationen besser, andere weniger gut. Manches Frauchen/Herrchen bietet ihm dabei da eine größere Hilfe, andere weniger.

    In jedem Fall ist es eine Qualitätsverbesserung für Mensch und Hund, wenn zB. innerartliche Aggression durch Konditionierung stark vermindert werden kann. Dem Hund Verstehen zu helfen ist sicherlich die gewinnbringendste Variante, dennoch steht die nicht immer zur Verfügung und so stehe ich Konditionierungsmethoden bei Versagen dieser Variante nicht grundsätzlich negativ gegenüber…

  6. Paula says:

    Mir geht es wie Hugo: Martin, du (be)schreibst so schön, es ist eine Freude, deine Beiträge zu lesen. Der Inhalt ist natürlich besonders schön! 🙂

  7. Hugo says:

    Hoffe es geht nicht als trolling durch wenn ich nur schreibe: „sehr schön“.

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