Reaktion der Hardcore Jägerschaft 1: Stellungnahme Landesjagdverbände

Ich bin immer für Gespräche und die Ausarbeitung von Kompromisslösungen. Bisher wirkte die gesamte Jägerschaft auf mich so, als wäre sie grundsätzlich nicht gesprächsbereit. Im Rahmen unserer Kampagne gegen die Jagd auf Zuchttiere aber, begann sich die Spreu vom Weizen zu trennen. Eine ganze Reihe auch einflussreicher JägerInnen kontaktierten mich und waren an Zusammenarbeit und gemeinsamem Vorgehen interessiert, bis heute erreichen mich fast täglich neue Emails interessierter JägerInnen, einer darunter sogar vegan oder eher „jegan“, ein Mann, der vegan lebt mit Ausnahme von Wildbret, das von Tieren stammt, die er selbst schießt. Ich bin für Zusammenarbeit und pragmatische, reale Lösungen, so wie im Fall des Lainzer Tiergartens.

Doch in der Jägerschaft gibts auch die Hardcore Fraktion, die, die sich um die GatterjägerInnen scharen, die den Tierschutz verteufeln oder für sich vereinnahmen, die alles beim Alten lassen wollen, auch wenn sie damit gegen die Wand fahren. Zu denen hat sich nun auch die Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände bekannt. Offenbar will man die Fütterungen und Massenabschüsse im Lainzer Tiergarten beibehalten. Der Tod der Tiere und der Schaden am Wald ist ihnen keine Bemerkung wert.

In seiner Aussendung unten meinen die Landesjagdverbände, die Stadt Wien habe sich an „militante Tierrechtsaktivisten“ verkauft und Verhütung sei gegen den Schöpfungsplan. Hat ihnen das der Papst zugeflüstert? Nein, Tiere sind doch keine Menschen! Tiere, so die Hardcore JägerInnen, würden lieber sterben als keine Kinder bekommen. Wie stehen diese Leute eigentlich zu den Kastrationsprojekten für wildernde Katzen und Hunde, die TierschützerInnen weltweit durchführen? Nein, Wildtiere sind doch keine Haustiere! Oder wie lautet nun die Ausrede? Klar ist, wie wir Menschen aus unserer eigenen Erfahrung wissen, dass wir nicht unser Leben der Erhaltung unserer Art opfern wollen, dass wir nicht lieber sterben, als keine Kinder zu bekommen, ja, dass wir sogar oft bewusst entscheiden, keinen Nachwuchs zu haben. Und von den Hunden, mit denen ich eng zusammengelebt habe, hat kein einziger bisher Kinder bekommen und trotzdem war sein Leben sehr erfüllend und er war total glücklich. Was für ein Unsinn also diese These doch ist.

Doch es geht um ganz etwas Anderes, das Herausstreichen des Verhütungsprojekts ist eine Finte. Man will damit diejenigen JägerInnen gewinnen, die die Gatterjagd ablehnen, aber trotzdem Wildbret erbeuten wollen. Es soll der Eindruck entstehen, dass TierschützerInnen und JägerInnen gar nichts gemeinsam haben und nur einander bekämpfen können. Doch Faktum ist, dass das nicht stimmt. Es gibt bei vielen JägerInnen ein großes Tierschutzverständnis, das uns einen weiten Weg gemeinsam gehen lassen könnte. Die Hardcore Fraktion will das verhindern und dafür ist ihnen jedes Mittel recht, auch Schattenboxen mit Strohmannargumenten.

Hier die Presseaussendung von heute:

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4 thoughts on “Reaktion der Hardcore Jägerschaft 1: Stellungnahme Landesjagdverbände

  1. Martin C. says:

    Habe ich heute in den Nachrichten vernommen und mir ist gleich das Frühstück wieder hoch gekommen: „Verhütung bei Wildtieren nimmt diesen ihre Würde“, und natürlich ist ein feiges Massaker im Gatter ein vollkommen würdevoller Umgang mit der „Schöpfung“. Nicht schwer zu erraten aus welcher Ecke hier gerülpst wird.

    Wenn Wildtiere ohne Einfluss des Menschen, selbst organisiert leben können, so wäre das der Idealfall, Geburtenkontrolle und weitestgehende Autonomie ist dabei immer noch die zweitbeste Variante, jedenfalls bei weitem besser als Wildtiere von einem Haufen zahlender Sadisten abknallen zu lassen.

  2. amor says:

    Richtig @ Martin C., so empfinde ich es auch.
    Ich habe es mir abgewöhnt morgen früh Nachrichten zu hören.
    Vor allem weil die Medien, als Kollaborateure, unter der Steuerung der Fleisch- und Ausbeutungsindustrie agieren.

    Selbstverständlich würden Wildtiere besser ohne Einfluss des Menschen leben.
    Leider unter diesen Einfluss steht auch der Raub ihres natürlichen Raums.

    In meiner Gegend ist die Anzahl der Falken in diesem Jahr deutlich gestiegen.
    Klar! Die Bauer holzen die Wälder ununterbrochen ab um immer wieder neue Reben anzubauen, überall sieht man nur kahle Stellen im Wald.
    Ich wohne mitten im Wald, ich weiß es!
    Nicht nur die Falken, sondern eine Menge andere Wildtiere verlieren jeden Tag ihren Lebensraum.
    Aber wie es mit allen Morden gegen Tiere der Fall ist, verwechseln wir absichtlich Ursache mit Wirkung.
    Das heißt, dass bald ein Beschluss vom Jagdverband kommen wird: Falken stehen auf der Abschussliste, sie verursachen Schaden in der Landwirtschaft.
    Und so werden wieder die Opfer bezahlen.

    Für mich ist es schon längst klar, dass wir zu viel auf diesem Planet geworden sind.
    Die Menschen werden immer mehr und deshalb die Tiere immer weniger, so simple kann man es auch formulieren.
    Weil wir 100% auf Kosten der Tiere leben.
    Ich bin der Meinung, dass wir aufhören sollen Kinder zu machen.
    Ich halte es für politisch und ethisch korrekt.
    Amor

  3. Alex says:

    Na das ging ja schnell. Wäre spannend zu erfahren, ob da viel diskutiert wurde. Interessant jedenfalls, dass der oder die Landesjägermeister das Hetzen von Tieren im Gatter und sogar das Töten von Tieren aus Spaß würdevoller finden als ein Leben ohne Nachwuchs. Absurd.

  4. Maier says:

    War die Empörung von Herrn Lebersorger genau so groß als die Taubenplage mittels ‚Pille‘ eingedämmt wurde ?

    Richtige Antwort: NEIN – oder haben Sie schon mal eine Taube ausgestopft an der Wand bei einem Jäger gesehen ?

    Die Tierwürde ist offensichtlich nur dann gegeben, wenn man’s abknallen und ausstopfen kann ……

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