Treibjagd

In den Augen gebrochene Bilder …

Ängstlich blicken die großen Augen um sich. Die Schmerzen der vielen Kugeln im Körper sind unerträglich, ermöglichen keine Bewegung. Sonst hat das Niederducken doch immer so gut gewirkt, hat ihn unsichtbar gemacht, gegen mögliche Feinde. Doch hier auf der Wiese gibt es keine Deckung. Die Ohren stehen hoch aufgerichtet, um die Gefahr zu orten. Da sieht er ihn. Wie der Blitz schießt ein schwarz-weißes Monster mit aufgerissenem Maul auf ihn zu! Die großen scharfen Zähne leuchten weiß. Es gibt kein Entkommen mehr. Wie erstarrt erwartet der Hase sein Schicksal, bis sich das Raubtiergebiss in seinen Körper bohrt. Jetzt schreit er, laut, so laut er kann. Die Beine strecken sich, während der Hund seine Eckzähne in den weichen Bauch des Hasen bohrt. Ich muss mich wegdrehen.

Überall Schüsse, überall Schreie, wie von Menschenkindern. Da, ein Tier hoppelt mit grotesk entstelltem Bein davon, duckt sich ins Gras. So nahe bei mir, dass ich sehen kann, wie ihm das Blut aus dem Mund tropft. Dort lauft ein Hund einem Hasen nach, kommt immer näher an ihn heran. Drüben haben zwei Hunde denselben Hasenkörper erfasst, reißen daran, ziehen um die Wette. Jedes Mal, wenn das kleine Lebewesen auseinandergezogen wird, verkrampft sich mein Herz. Wann hört das endlich auf!

„Hast Du nicht Mitleid, mit dem armen Tier?“, frage ich einen Jäger neben mir, als vor uns ein Hase vorbei rennt, ein Jagdhund dicht auf seinen Fersen. „Wünscht Du ernsthaft, dass der Hund den Hasen erwischt, dass sein Leben ausgelöscht wird?“ „Weichei“, meint der Mann im grünen Loden zu mir. „Typisch Städter. Du hast keine Ahnung von der Natur. Die ist nämlich grausam. Da ist kein Platz für Mitleid.“ Der Hase schlägt einen Haken nach dem anderen. Ich zögere kurz, vor Angst, er könnte jeden Moment erwischt werden. „Ja, die Natur kann grausam sein“, antworte ich dann. „Von uns Bergsteigern sterben jedes Jahr einige Dutzend in einer Lawine. Wenn Du das siehst, eine Lawine am Berghang, und ein Mensch versucht zu entkommen. Auf welcher Seite bist du in diesem Fall?“. „Ha,“, braust der Jäger auf, „man kann doch nicht Mensch und Tier vergleichen.“ Oja, denke ich, kann man sehr wohl. Die gleiche Angst, die gleichen Schmerzen, der gleiche Lebenswille. Aber ich antworte: „Ok, dann sagen wir die Lawine rast auf einen Hasen zu und er läuft davon. Hoffst Du da allen Ernstes, sie würde ihn töten? Oder hast Du plötzlich doch, grausame Natur hin oder her, ein bisschen Mitgefühl?“ „Aber was, mit Dir kann man nicht reden“, winkt der Mann ab. Sagts, und reißt seine Waffe in die Höhe, um auf einen Hasen zu schießen, der in Todesangst an ihm vorbei aus dem Kessel dieser Treibjagd zu flüchten versucht.

Diese Angst überall, diese Schmerzen. Hunderte Hasen sind betroffen, ein regelrechtes Massaker. Unter der Jägerschaft nur zufriedene Gesichter, als gut 100 der Tiere an den Galgen baumeln. So nennen sie selbst das Gerüst am Anhänger ihres Wagens, mit dem sie stolz ihre eingesammelte Beute präsentieren. Eine andere, fremde Welt.

Als sie weg sind, bleiben einige tote Hasen zurück. Ein blutiges Gesicht. Was hast Du gefühlt, in den letzten Sekunden Deines Lebens? War dieses Feld hier Dein Zuhause? Was hast Du erlebt, in den Wochen und Monaten vom Frühling über den Sommer bis jetzt in den Herbst? Bist Du ungestüm in der Frühlingssonne gesprungen, hast Dich fröhlich gepaart, Dich in Rangkämpfen erprobt und die hohe Geschwindigkeit genossen, mit der Du durch die Wiesen laufen konntest? Hast Du Kinder gehabt?

Jetzt ist sein Leben dahin. Ausgelöscht. Der Körper erkaltet. In den weit aufgerissenen, starren Augen gebrochene Bilder.

Jagdaufseher und Polizei vor Gericht – und schon wird das Gesetz gegen den Tierschutzaktivismus geändert!

Als TierschützerInnen im Dunkelsteiner Wald in Niederösterreich von einer Straße mit öffentlichem Verkehr aus eine Treibjagd dokumentierten, wurden sie aufgehalten und festgenommen, ja man beschlagnahmte sogar ihre Kameras. Wo kämen wir da hin, würde es erlaubt, die Jägerschaft beim Abschuss von Tieren zu filmen! Doch die Gerichte sahen das anders, die Strafbescheide wurden aufgehoben. Das Urteil war klar: von einer Straße mit öffentlichem Verkehr aus darf eine Treibjagd gefilmt werden. Doch die JägerInnen wollten das nicht hinnehmen und schon wurde das Gesetz geändert. Dort steht jetzt, dass auch Straßen mit öffentlichem Verkehr während einer Treibjagd im Treibjagdgebiet nicht betreten werden dürfen. Das war Niederösterreich, wo sich die Jägerschaft selbst die Gesetze schreibt. Dort hat man ja auch schon das Filmen in Tierfabriken per Strafe verboten. Immer, wenn es wo effektive Aktionen von Tierschutzseite gibt, die den Status Quo im Umgang mit Tieren in Frage stellen, dann muss man dieses „Schlupfloch“ rasch stopfen. So sehen es jedenfalls diejenigen, die den Status Quo im Umgang mit Tieren – also Tierfabriken und Gatterjagden – genießen. Leider werden sie immer noch an die entscheidenden Stellen in die Landesregierung gewählt.

(mehr …)

Anzeige Tierquälerei: Treibjagd auf Niederwild in Gattendorf

Dass diese Jagdgesellschaften, die solche Treibjagden veranstalten, vollkommen jenseits jeder normalen Wirklichkeit leben, zeigt sich jedes Mal, wenn wir Fotos und Filme von solchen Events veröffentlichen. Kein Mensch mit Herz und Hirn kann so etwas sehen und nicht völlig entsetzt reagieren. Das soll in Österreich erlaubt sein? Angeschossene Hasen hoppeln nur noch auf 3 Beinen, Hunde hetzen verletzte Tiere, ein Schreien und Quieken, Blut, herausgeschossene Augen, grobe Menschenhände greifen schreiende Tiere und schlagen ihnen mit der Handkante auf den Kopf, wieder und immer wieder, ohne sie dadurch töten zu können! Und vor allem die Schüsse aus offensichtlich viel zu großer Entfernung! Im Jagdprüfungsbehelf steht eindeutig, dass der Schrotschuss aus einer Entfernung unter 35 m abgegeben werden muss, sonst ist er nicht tödlich. Aber die Schussgeilheit ist größer als die Vernunft. Überall wird auf Tiere aus viel größerer Distanz geschossen. Die Folge sind hunderte verletzte Tiere, die elendiglich zugrunde gehen. Tierqual aufgrund roher Gesinnung, in voller Absicht, um irgendeine seltsame Art von Lust zu befriedigen. Deshalb: Anzeige.

(mehr …)

Anzeige Tierquälerei: Treibjagd im Schlosspark Thal auf 1000 ausgesetzte Zuchtfasane

Eine weitere Anzeige wegen Tierquälerei habe ich gegen die Verwalter des Schlosses Oberthal bei Graz erstattet. Dort werden jedes Jahr 1000 Zuchtfasane, die aus einer Großfasanerie im Burgenland stammen, wo sie in klassischer Massentierhaltung leben mussten, im Schlosspark ausgesetzt. Die Region ist aber für Fasane überhaupt nicht geeignet, dort können sie nicht überleben. Viele der Tiere verhungern, oder sie werden von Autos überfahren oder fallen Raubtieren zum Opfer. Die restlichen werden von der Jagdgesellschaft angeschossen, fallen verletzt vom Himmel und gehen elendiglich zugrunde. Und das, nur weil einer reichen Spaßgesellschaft jeder Sinn für Natur, Mitgefühl und vernünftiger Freizeitbeschäftigung fehlt!

(mehr …)