ziviler Ungehorsam

Ziviler Ungehorsam im Dritten Reich? – „Kurt Gerstein oder die Zwiespältigkeit des Guten“

Ziviler Ungehorsam ist ein ganz wesentliches Mittel des Widerstands der Ohnmächtigen und der außerparlamentarischen politischen Kampagnenarbeit in einer Demokratie. Als ich mich in den 1970er und 1980er Jahre für Umwelt- und Tierschutz zu engagieren begann, war ziviler Ungehorsam bei uns hier gerade im Entstehen. Der Spirit der „Alternativbewegung“ hat sich daraus genährt. Es war ein Teil des politischen Selbstverständnisses, offen Gesetze zu brechen und der Staatsmacht dabei in die Augen zu schauen. Eigentlich hatte ich damals gedacht, dass das der neue Politstil wird, im Fahrwasser von Martin Luther King und der 1968er Bewegung, und dass Demokratie in den 2000er Jahren dadurch definiert sein wird. Doch irgendwie stimmt das nicht. Es gibt einen Backlash, erschreckender Weise. Ziviler Ungehorsam wird immer mehr skandalisiert und als radikal verfolgt. Der Staat, insbesondere der Überwachungsstaat, versucht mit scharfer Repression Zivilen Ungehorsam zu verunmöglichen. Und eine neue Generation einer politisch angepassten Jugend, so meine Wahrnehmung, lässt sich davon beeindrucken.

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Offene Befreiung von Rebhühnern: Selbstjustiz oder Widerstandsrecht?

Man könnte die Ansicht vertreten, dass das Entwenden von 17 Rebhühnern aus dem „Besitz“ von Alfons Mensdorff-Pouilly im Südburgenland eine kriminelle Handlung war. Es könnte sich um dauernde Sachentziehung oder gar um Einbruchsdiebstahl gehandelt haben. Interessant dabei die Medienreaktionen. Ich mag etwas übersehen haben, aber überall wurde nur neutral oder sogar positiv davon berichtet. Niemand verdammte die Aktion als Selbstjustiz oder kriminell oder radikal oder gar extremistisch. Irr ich mich oder wäre das vor dem Tierschutzprozess noch anders gewesen? Selbst Klaus Hackländer, der in der Tierschutzcausa die Befreiung von Nerzen aus einer Pelzfarm als Tierquälerei bezeichnet hatte, muss mir wohl zustimmen, dass es für die Tiere besser ist, in einer geräumigen Voliere im Tierschutzhaus zu leben, als in der Massentierhaltung bei Alfons Mensdorff-Pouilly, um dort letztlich als Abschussbelustigung zu enden.
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Tierversuchsreform: Gesprächsverweigerung der Verantwortlichen!?

 

Zuerst zwei Termine vorweg:

  • Am kommenden Montag dem 24. September 2012 organisieren wir von 18-21 Uhr im Hörsaal 3D, 3. Stock des NIG, Universitätsstraße 7, Institut für Philosophie der Uni Wien, eine Podiumsdiskussion zur Reform des Tierversuchsgesetzes. Schwieriger könnte es nicht sein, GesprächstpartnerInnen von Tierversuchsseite und Wissenschaftsministerium zu bekommen. Dennoch wird die Veranstaltung stattfinden und sicherlich interessant werden. Wir erwarten DiskutantInnen der politischen Parteien, von Tierschutzseite, Tierversuchsseite und Wissenschaftsministerium, siehe https://vgt.at/hinweise/20120924TierversucheNIG/index.php
  • Heute, Donnerstag, wird um 21:15 Uhr im TV-Sender ServusTV ein „Talk im Hangar-7“ zu Tierversuchen und Tierrechten ausgestrahlt. Die Diskussion wurde vorgestern Dienstag aufgezeichnet und verlief sehr spannend und konfrontativ. Beteiligt waren neben mir Richard Greil, Krebsforscher mit Tierversuchen, Kurt Kotrschal, Verhaltensforscher, der ebenfalls auch schon invasive Tierversuche durchgeführt hat, Karen Duve, Autorin über Vegetarismus, und Andreas Laun, katholischer Weihbischof, siehe http://www.servustv.com/cs/Satellite/Article/Talk-im-Hangar-7-011259446334741.

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Kastenstandkampagne: 3. Besetzungsaktion, nö Landwirtschaftskammer in St. Pölten

Da sind sie schon wieder, die radikalen TierschützerInnen, und besetzen einfach eine demokratisch gewählte Kammervertretung der Bauernschaft. Tja, so ist das in einer Demokratie. Die Kunst, eine effektive Kampagne zu führen, besteht darin, zum Thema der Kampagne laufend neue News zu schaffen, die eine mediale Berichterstattung wert sind. Erst durch die permanente Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit kann eine breite, offene und öffentliche Diskussion über das Thema stattfinden. Und nur wenn die Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt, was vor sich geht, wird die Entscheidung demokratisch ausfallen.

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