Und wieder ein Hausbesuch durch die Polizei!

Kürzlich kam wieder die Polizei bei mir zu Hause vorbei. Ihr Anliegen: es gibt wieder neue Verwaltungsstrafverfahren gegen mich. So wurde mir ein Schreiben überreicht, laut dem ich jetzt, 8 Monate danach, wegen Veranstaltens einer nichtangemeldeten Kundgebung  – laut Verfassungsschutzbericht dem häufigsten Verbrechen der „militanten Tierrechtsgruppen“ – angezeigt wurde. Mir wurde auch ein Termin genannt, an welchem ich im Amt für die polizeiliche Einvernahme zu erscheinen habe. Es geht dabei um eine Besetzungsaktion einer der Landwirtschaftskammern Anfang Dezember letzten Jahres. Ich persönlich wurde belangt, weil ich anwesend war und das LVT offenbar davon ausgeht, dass ich die Aktion dann organisiert haben muss.

Und gestern trudelte eine weitere Anzeige beim VGT ein. Dabei geht es wiederum um die Nacktdemo und die Festnahme von mehreren nackten Personen vor der kanadischen Botschaft Mitte April 2012, wo sie gegen das Robbenschlachten protestiert hatten – angemeldet, im Übrigen. Siehe

https://vgt.at/presse/news/2012/news20120417m.php
https://martinballuch.com/?p=1030
.

Das Schreiben liest sich recht amüsant:

„Business as usual“, kann man dazu nur sagen.

10 thoughts on “Und wieder ein Hausbesuch durch die Polizei!

  1. Jimmy says:

    Hallo!
    Jetzt habe ich ein Verständnisproblem: war die Nackdemo jetzt eine „Erfolgspromotion“ wie seinerzeit bei Kleiderbauer oder solltest Du/sollten Sie zum Polizeitermin die Bosse von Kleiderbauer mitnehmen? Wäre interessant zu erfahren, wie hoch die Strafen gegen Kleiderbauer waren und warum gegen Kleiderbauer nicht wegen Terrorismusverdachts ermittelt wurde, hatte Kleiderbauer doch trotz mehrmaligem Hinweis, dass Ihre Aktionen verboten sind, immer weitergemacht.
    Zur Erinnerung: 26. März 2000 – Erfolgspromotion: Hunderte Nackte bei Kleiderbauer – „Wer nackt kommt, wird angezogen“: http://www.horizont.at/medien/aussenwerbung/detail/erfolgspromotion-hunderte-nackte-bei-kleiderbauer.html?cHash=17c99152cbcc58b9f031a85716c5ea4e

  2. Susanne V. says:

    Die Polizei kommt vorbei und gibt ein Schreiben ab? Kommt eine Anzeige denn nicht normal per Post?

    Ich habe mal gegooglet. Nacktdemos. Die Oben-ohne-Damen aus der Ukraine werden zwar manchmal von der Polizei verprügelt, aber sie sind international bekannt geworden. Man schreibt über sie – meistens im positiven Sinne und in vielen Zeitungen. Sucht man unter Nacktdemos und Tierschutz, findet man schon weniger Nachrichten. Die Kronen Zeitung schreibt manchmal und ansonsten schreiben fast nur Tierschutzzeitungen, oder Organisationen. Ausgenommen über die Nacktdemos in Spanien. Damit identifizieren sich anscheinend doch etwas mehr Leute und es waren auch viele Demonstranten. Auch wenn die ukrainischen Damen meinen, nur so würde man gehört, scheint das nicht für alle zu gelten.

    So wie es aussieht gibt es kaum wirklich unabhängige Zeitungen, oder die Jurnalisten meinen, Tierschutz würde niemanden interessieren und deshalb bringen sie nicht viel darüber. Wenn die Medien schweigen, nützt ein nackter Auftritt auch nicht viel, auch wenn ihn einige Passanten sehen.

    Ich glaube es gibt viele Menschen die sich für Tierschutz interessieren, aber sie tun das zu unauffällig um die Medien wachzurütteln. Genau um die geht es dabei aber, denke ich. Jeder weiß eigentlich schon was alles passiert. Vielleicht braucht man gar keine Medien mehr um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, denn es ist da. Vielleicht irre ich mich, aber ich denke es gibt so etwas wie Feedback in beide Richtungen. Auch von den Lesern und Zusehern muss etwas zu den Medien kommen, damit diese reagieren und dann etwas bringen. Bringen sie dann etwas, fühlen sich die Konsumenten der Medien bestätigt und es werden neue Leute dazu kommen die zumindest einmal nachdenken. Das wiederum steigert vielleicht die Häufigkeit der Berichte. Wie Ping-Pong. Vielleicht sollte man nicht nur Aktionen (E-Mail, oder Briefe) an Politiker durchführen, sondern auch an Zeitungen und Fernsehen. Den Politikern ist es egal wieviele Leute ihnen schreiben und die Zeitungen sehen vielleicht höchstens Zahlen. Vielleicht wäre es interessant zu sehen was passiert, wenn solche Unterschriftenaktionen auch an alle Zeitungen gehen.

    Ob man etwas an einen Politiker verschickt oder an zehn ist egal, also könnte man auch jeweils ein Mail gleichzeitig an Zeitungen schicken, damit die Journalisten merken wieviele Leute für Tierschutz sind. Wenn möglich nicht nur an österreichische, denn Tierschutz muss zumindest auf EU Ebene erfochten werden. Vielleicht findet sich dann doch einmal jemand der etwas mehr über Tierschutz schreibt?

    Zudem möchte ich noch etwas anmerken – zum Nachdenken, ohne mich in eure Tierschutzarbeit einmischen zu wollen.

    So wie ich es empfinde machen Tierschutzaktionen oft ein schlechtes Gewissen. Ich nehme an das ist auch so gewollt. Die meisten Menschen reagieren aber nicht positiv wenn sie ein schlechtes Gewissen haben, Vielleicht liegt der Unterschied Tierschutz allgemein und Kampf gegen Stierkampf, oder das Töten von Hunden nach Hunderennen auch darin, dass dabei nur wenige Menschen dabei ein schlechtes Gewissen haben. Sie waren nie dafür. Auch bei Pelz findet man noch leichter Leute die Pelz für unnötig halten und gar nicht auf die Idee kämen sich einen Pelzmantel zu kaufen. Aber wenn es ums Essen geht, oder um Medikamente, glauben die Leute man will ihnen etwas wegnehmen und sie wollen sich nicht schuldig fühlen. Ich glaube viele wehren sich gegen die Schuldgefühle, indem sie Tierschützer,
    die noch dazu erklären sie seien vegan, herunter machen. Man erwartet angegriffen zu werden wenn man sich für das tägliche Schnitzel ausspricht. In einem Blog hat jemand das provokant gemacht und war fast enttäuscht, weil die Reaktionen so wild auch wieder nicht waren.

    Das nur einmal zum Nachdenken. 🙂

  3. Andrea says:

    Absurd! „trugen lediglich eine Unterhose“…was ist der Unterschied zum Freibad, wo Frauen oben ohne rumsitzen und alle leute knappe Badekleidung tragen? Müssen da auch alle Kinder mit verbundenen Augen rumlaufen, um vor dem „furchtbaren“ Anblick des menschlichen Körpers bewahrt zu werden?
    Was ist denn mit diesem Land los? Eine Nacktdemo ist eine Nacktdemo. Was gibt’s denn daran nicht zu verstehen?
    Der Terror gegen Tierschutz und diverse Tierschutz bzw. Tierrechtsaktivitäten hat mittlerweile total absurde Züge angenommen. Dass das den zuständigen Behörden nicht selbst zu dumm wird?!!
    Und was bitte sind „diejenigen Pflichten“? Ein Rhetorik-Workshop wäre mal angebracht!

  4. Martin C. says:

    Mit der Kanone nicht getroffen, versuchen sie es jetzt mit vielen gezielten Nadelstichen. Der persönliche Besuch der Polizei soll natürlich zeigen: wir wissen wo du wohnst wir beobachten dich. Wenn dieser Polizei- und Stasiapparat genügend Zeit dafür aufbringen kann, sich mit solcherlei Lächerlichkeiten zu beschäftigen um engagierte Menschen zu schikanieren, dann gleicht dieser eher schon einer geschützten Werkstatt in der unterdurchschnittlich begabte Personen einfache und/oder nutzlose Aufgaben zu bewältigen haben, nur um den Apparat in dieser Form am Leben zu erhalten.

    Die lächerliche Haftendschädigung in Österreich und ihre Opfer:
    Trotz Freispruchs die berufliche Existenz verloren:
    http://derstandard.at/1341526849910/Haftentschaedigung-Trotz-Freispruchs-die-berufliche-Existenz-verloren

    Wenn Justizopfer draufzahlen (hier wird auch der Prozess gegen die Tierrechtler erwähnt):
    http://derstandard.at/1341526852198/Kommentar-von-Michael-Moeseneder-Wenn-Justizopfer-draufzahlen

  5. bernhard says:

    nackt ist unanständig. ist robben schlachten anständig?

  6. Gerhard Männl says:

    lass dich auf spencer tunick umbennen oder erkläre dein leben einfach zu einer einzigen kunstsession; des tierschützers (über)leben muss ohnehin als kunst betrachtet werden

  7. Ich bewundere Ihre Kraft gegenüber schier Ubermächtigen Institutionen und gewissenlosen Unternehmen und Politikern vorzugehen, ich möchte mich auch persönlich mehr engagieren, so Menschen wie Sie sind die Helden unserer Zeit aber leider hängt auch hier einiges schief. Ich wuensche ihnen weiterhin viel Kraft und das sich die Menschen mehr und mehr Ihren Ideen anschliessen
    Lg

  8. miss viwi says:

    Also ehrlcih gesagt, kann ich diese Vorwürfe des „Nacktseins“ auch nicht wirklich nachvollziehen. Noch dazu, wo dieses „Nacktsein“ ganz klar mit einer nichte-sexuellen Botschafte verknüpft war.

    vegan love&peace, miss viwi

  9. Emil says:

    Hm, Werbeplakate sind anscheinend kein Problem, auch wenn sie völlig nackte Leute zeigen und dann auch noch viele Wochen lang permanent von Kindern gesehen werden können.

    Diese behördlichen Organe haben offensichtlich wirklich nichts Besseres zu tun als mit solchen Verfolgungen ihre Arbeitszeit zu vertrödeln.

    Wäre es da nicht angemessen den Rotstift bei den nächsten Einsparungsmaßnahmen bei der offensichtlich unterbeschäftigten Polizei und Justiz anzusetzen?

    Eine möglicher Weise bessere Maßnahme wäre es freilich die Ressourcen nach vernünftigeren Prioritäten einzuteilen…

  10. Silvia K. says:

    Ob dieser verstaubten Redens- respektive Schreibweise kann ich trotz der Ernsthaftigkeit des zugrunde liegenden Tatbestandes einen gewissen Schmunzler nicht unterdrücken und sehe mich deshalb gezwungen, diesen voll und ganz aus meinem Gesicht zu lassen…. ;o)))

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