19 Tage in der subarktischen Wildnis Skandinaviens mit meinem Hund

Wir sind wieder zurück. Nach 6500 km Fahrt mit dem Auto und insgesamt 19 Tagen mit Zelt in der subarktischen Wildnis Skandinaviens sind mein Hund und ich wieder nach Österreich zurückgekehrt. Wir hatten wieder überwältigende Erlebnisse und Eindrücke, die sich besser mit Bildern als Worten ausdrücken lassen.

Wir haben Gletscher überquert, sind 2 Mal in Schneestürme geraten, wanderten lange Tage in der ewigweiten Tundra und durchs Moor, überquerten reißende Flüsse und steile Blockfelder – und waren einmal sogar 12 m tief in einem über 6000 Jahre alten Eisfeld, das durch den Klimawandel immer mehr abzuschmelzen beginnt.

An 14 der 19 Tage hat es geregnet. Nicht untypisch für diese Gegend. Die Gelsen haben sich erstaunlich zurückgehalten, obwohl ich meinen Hund immer wieder bewundern musste, wie er Angriffe hunderter dieser Tiere mit stoischer Ruhe ertrug.

Das Essen für uns beide musste ich zwar tragen, aber mein Hund hat sich zusätzlich von insgesamt mindestens 50 Lemmingen und 2 Fischen ernährt. Aber bevor hier falsche Vorstellungen aufkommen: heuer war kein Lemmingjahr, wir haben keinen einzigen Lemming lebend gesehen. Vielmehr stammten alle 50 toten Lemminge noch aus dem Vorjahr, sind aber jetzt erst durch die wärmenden Sonnenstrahlen aus dem Schnee aufgetaut. Die beiden Fische hat mein Hund ebenfalls bereits tot gefunden.

Wer die Wildnis aus persönlichem Erleben nicht kennt, sollte sie unbedingt einmal besuchen. Nur so kann man die Natur auch mit Körper und Geist erfahren, nur so versteht man, was das wilde Leben bedeutet und nur so lernt man sich wirklich kennen – als homo sapiens, als Primat, als Säugetier. Wer vom großen Unterschied zu anderen Tieren redet sollte einmal die wenige tausend Jahre alte Zivilisation hinter sich lassen und ihnen in ihrem Territorium begegnen. Vieles relativiert sich dann.

5 thoughts on “19 Tage in der subarktischen Wildnis Skandinaviens mit meinem Hund

  1. Dominik says:

    Ein Wort: Fantastisch!

  2. Tina says:

    Cool 🙂

    Weißt du zufällig ob es für dieses Phänomen einen Fachbegriff gibt bzw. welchen? Würd mich dazu gern noch etwas schlaulesen, das schaut ja echt interessant aus.

  3. Administrator says:

    @Tina:
    Zuerst waren die Steine, dann hat die Erosion das (weiche) Gestein rundherum weggeschafft. Die Spitze entstand also erst durch den Stein, der die Erosion direkt unter ihm verhindert hat.

  4. Tina says:

    Frage einer Uneingeweihten: Wie kommen denn die Steine auf diese weißen Spitzen? 😉

  5. Messics Ronald says:

    Bewundernswert

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