„Sekte“ als historischer Kampfbegriff, ein menschenrechtliches Problem

Ein hostorischer Zeitungsartikel aus DDR-Zeit: die Losung der Regierung

Ein historischer Zeitungsartikel aus DDR-Zeit: die Losung der Regierung

Wikipedia: Sekte ist eine ursprünglich wertneutrale Bezeichnung für eine philosophische, religiöse oder politische Gruppierung, die sich durch ihre Lehre oder ihren Ritus von vorherrschenden Überzeugungen unterscheidet und oft im Konflikt mit ihnen steht. […] Aufgrund seiner Geschichte und Prägung durch den kirchlichen Sprachgebrauch bekam der Ausdruck abwertenden Charakter und verbindet sich heute mit negativen Vorstellungen, wie der möglichen Gefährdung von etablierten religiösen Gemeinschaften oder Kirchen, Staaten oder Gesellschaften. […] Im landläufigen Sprachgebrauch werden als Sekten oft religiöse Gruppen bezeichnet, die in irgendeiner Weise als gefährlich oder problematisch angesehen werden.

Tierschutz- und insbesondere veganfeindliche Personen bezeichnen oft unsere Vereine, wie den VGT oder die VGÖ, oder sogar die gesamte vegane Gemeinschaft als Sekte. Das Wort ist dabei ein Kampfbegriff, der die Gesellschaft zur Ausgrenzung dieser Menschen aufrufen soll. Gruppen, die sich durch eine von der Gesamtgesellschaft verschiedene Ansicht und ein daraus abgeleitetes Verhalten von „NormalbürgerInnen“ unterscheiden, stehen immer vor dem Problem, entweder offen in der Gesellschaft zu leben und sich dabei der persönlichen sozialen Isolierung auszusetzen, oder eine Gemeinschaft untereinander zu suchen, sich abzukapseln und dann nach außen als verschworene Gruppe mit Gefahrenpotential zu wirken. Insbesondere religiöse Gruppen wählen oft den zweiteren Weg und machen sich dadurch angreifbar.

In Berlin besuchte ich auch eine Ausstellung über die Verfolgung der Zeugen Jehovas als „gefährliche Sekte“. Unter dem Nationalsozialismus wurden die Zeugen Jehovas 1933 verboten, Tausende in Konzentrationslager gesperrt, etwa 250 hingerichtet und zahllose Kinder ihren Eltern entzogen. Die Befreiung 1945 währte nur kurz. Schon 1 Jahr nach Gründung der DDR wurden die Zeugen Jehovas am 31. August 1950 in Ostdeutschland ieder verboten. Es kam zu einer landesweiten Verhaftungswelle und am 3. und 4. Oktober 1950 zu einem ersten Schauprozess am Obersten Gericht unter Vorsitz von Richterin Hilde Benjamin.

Von 1950-1961 wurden in der DDR 2891 Zeugen Jehovas verhaftet. 2202 von ihnen, darunter 674 Frauen, verurteilte man zu insgesamt 12013 Jahren Gefängnis, d.h. im Schnitt jede Person zu 5,5 Jahren. In 15 Fällen wurde lebenslänglich verhängt. Insgesamt waren in der DDR über 5000 von ihnen inhaftiert. Für in die Zellen geschmuggelte Bibelseiten gab es wochenlange Dunkelhaft und jahrelange Isolation. In der Haft oder an den unmittelbaren Haftfolgen starben über 50 Personen. Das Ministerium für Staatssicherheit setzte sich 1963 zum Ziel, die gesamte Leitung der Zeugen Jehovas zu zerschlagen, es folgten Bespitzelung, Hausdurchsuchungen, Vernehmungen und in der Folge hohe Freiheitsstrafen zur Abschreckung und eine zermürbende Diskriminierung im Alltag, wie sie auch gegen politische DissidentInnen eingesetzt wurde. In der Ausstellung waren Einzelschicksale von Personen angeführt, die in ihrem Leben als Zeugen Jehovas 40 Jahre im Gefängnis waren.

Manche Menschen fordern, man müsse veganen Eltern ihre Kinder wegnehmen, weil sie diese indoktrinieren und mit ihren „falschen Vorstellungen“ gefährden. Ähnlich haben die beiden totalitären deutschen Staaten des 20. Jahrhunderts gegenüber „Sekten“ nicht nur argumentiert sondern auch gehandelt.

Und deshalb macht es mir Sorgen, wenn ich in der Tierschutzbewegung höre, wie leichtfertig wieder mit demselben historisch belasteten Begriff umgegangen wird, scheinbar ohne jedes geschichtliche Bewusstsein und völlig unreflektiert. Wieder wird eine religiöse Gruppierung, in dem Fall das Universelle Leben, mit diesem Kampfbegriff ausgegrenzt, weil sie als gefährlich und problematisch angesehen wird. Plötzlich gibt es keine Religionsfreiheit mehr, kein Recht, aufgrund der eigenen Weltanschauung nicht diskriminiert zu werden, und damit keine Menschenrechte, weil dort diese beiden Grundsätze klar festgehalten sind. Wenn ich den geschichtlichen Lauf und den Umgang mit den Zeugen Jehovas betrachte, dann bin ich mir sicher, dass auch das Universelle Leben ein ähnliches Schicksal unter totalitären Regimes gehabt hätte. Dürfen sich dann Personen, denen Menschenrechte und die individuelle Freiheit wichtige Werte sind, an einer Ausgrenzung dieser und ähnlicher Menschengruppen beteiligen?

8 thoughts on “„Sekte“ als historischer Kampfbegriff, ein menschenrechtliches Problem

  1. bitte keine hetze says:

    @ admin: bitte den letzten kommentar:
    https://martinballuch.com/?p=2565&cpage=1#comment-38788
    löschen – auch wenn er so idiotisch formuliert ist, dass er fast wie eine satire auf die dummheit von antisemit_innen wirkt – allem anschein nach leider doch ernst gemeint und damit einfach nur hetze.

  2. Bärbel F. says:

    Was die Kommentatorin Susanne V hier über die urchristliche Gemeinschaft Universelles Leben schreibt, ist eine Verbreitung einer Verleumdung, die – trotz nahezu grenzenloser Meinungsfreiheit in der Rechtssprechung – mittlerweile auch nicht mehr verbreitet werden darf, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen.

    Leider versuchen fanatische Gegner dieser Gemeinschaft immer wieder, die Unwahrheiten weiter zu streuen, und dann schreibt eben halt wieder einer ungeprüft vom anderen ab wie vermutlich auch in diesem Fall.

    Belege unter vielen anderen:
    Susanne V verweist auf 20 Jahre alte längst bereinigte Vorkommnisse, zu denen bereits das Verwaltungsgericht München am 25.1.1995 geurteilt hat (AZ, 7 CE 95.462):
    Dem [damaligen] Antragsgegner {der Gemeinschaft] wurde untersagt, „folgende Äußerungen über die Glaubensgemeinschaft ´Universelles Leben` zu verbreiten: Nach den heute vorliegenden Schriften zu urteilen, muss man dem UL … Antisemitismus vorwerfen“.

    Auch darf nicht mehr mit dem Hinweis auf den „Christusstaat Nr. 9“ und dem damaligen Redakteur German Murer verleumdet werden, „es sei denn, es wird gleichzeitig hinzugefügt, dass sich der Redakteur der entsprechenden Veröffentlichung öffentlich davon distanziert und entschuldigt hat“, so dass Urteil des Landgerichts Berlin vom 15.6.2005 (27 O 496/04).
    Mehr z. B. unter http://www.steinadler-schwefelgeruch.de/buch/fussnoten.html#461

    PS: Der damalige Redakteur, ein Schweizer, der wenig mit deutscher Geschichte vertraut war, hatte versehentliche eine Quelle zitiert, deren Herkunft er nicht kannte und sich dann sofort für seine Darlegungen entschuldigt und sich davon distanziert, nachdem er er darauf hingewiesen wurde.

    Die Gegner dieser Gemeinschaft irgnorieren des jedoch sehr oft, lasten den Fehler eines einzelnen einer weltweiten Gemeinschaft an und erfinden noch das eine oder andere hinzu, was gar nicht in dem damaligen Extrablatt stand – nur um die inszenierte Empörung über die angeblich „böse Sekte“ weiter schüren zu können. Denn die Inquisition hat nie aufgehört. Sie wechselt nur je nach Zeitgeist das Gewand.

  3. Lilly says:

    Fernab aller vorgegebenen „Objektivitäten“ ist das Subjekt doch immer wieder in jedem Moment dahin gedrängt ganz allein „das Richtige“ zu entscheiden, es geht seinen Weg ganz allein.

    Andersdenkende sind für die einen eine Bedrohung, für die anderen eine willkommene, sportliche Herausforderung zum Wachsen. Selbst das Universum weiß, dass wir uns in einem bestimmten Korridor bewegen (dürfen), alles an Zuviel oder Zuwenig zwingt uns neue Wege zu finden, vorrangig im Geiste.
    Darum ist ein Zuviel an Verwöhnt sein gar nicht gut… Welcher Chef mag wirklich lauter Ja-Sager?

    Liebe deinen Nächsten WIE dich selbst, JESUS und seine Jünger waren eine Sekte, eine kleine Gruppe außerhalb der zeitgenössischen Norm, und wer? behauptet, dass Norm immer etwas Norm.ales sei, besonders in barbarischen Zeiten?, auch heute?
    Jesus war und ist eine Ausnahmeerscheinung, ein vielleicht unerreichbarer Leitstern.

    Wenn wir die Geschichte über viele Jahrhunderte näher betrachten, wie auch diesen Bericht, so können wir alle, trotz großer Herausforderungen, täglich wirklich DANKBAR sein in dieser Zeit in diesem Land, Österreich, leben zu dürfen. Umso weniger verstehe ich den ewigen Hick Hack zwischen FPÖ und Grüne IN Zeiten der Riesenkonzerne, welche nicht verstehen und gar nicht wollen!!, dass Menschen in ihren Heimatländer, in allen Heimatländern!! glücklich sind!! mit wirklich innovativen, freudvollen Möglichkeiten!!
    Vielleicht sind alle trotz Anstrengungen die anderen niederzumachen und immer nur die anderen ändern zu wollen vor lauter Symptombekämpfungen fern der Ursachen, zu bequem geworden…? freuen sich darüber die lachenden Dritten, egal wie sehr der Planet weint?

    Zusammenhalt ist wichtig!
    Die zeitgenössisch größte destruktive Sekte aller Couleur heißt “in aller Modernität” Narzissten-Sekte. Buchtipp: Die Narzissmusfalle, von von Reinhard Haller. Das Buch kann für uns alle eine Herausforderung sein, na und?!

    Dass viele Menschen, auch Z.J., ehemals verfolgt und ermordet wurden tut mir leid. (Aktuell, in wie vielen Ländern wird modern gemordet?) Wenn Menschen, Z.J., sich nicht bereit erklärten andere zu zerstören…, dann ist es emotional Defizitären ein Leichtes, Feiges, (auch) diese unter Vorwand zu verfolgen. Ein vegetarischer Hitler, der seinen Schwager ermorden ließ, nur weil dieser in hochherrschaftlich naher Umgebung wohnen wollte, hat womöglich den Vegetarismus nur gewählt um seinen auserkorenen Feinden, dazu zählten alle, zu zeigen, was diese ihm, dem Einsamen, bedeuten. Ein zweckentfremdeter Vegetarismus, der auf Abwertung und (Selbst-) Hass beruht. Für alle Opfer: Liebe ist die stärkste Macht des Universums.

    Ein echter Vegetarismus, der so viele Neue Zusammenhänge wahrnehmen kann, Bewusstsein im Ausbau 🙂
    hat rein gar nichts mit engstirniger Sektiererei zu tun. Ganz im Gegenteil. Ich bin froh, dass Jesus existiert hat!! Er, der Mensch Jesus zeigt uns seinen Mut zur Ausnahmeerscheinung (Liebe). Keine Gruppierung konnte das besser vermitteln als er selbst, der beste Draht im Leben zum Universellen ist der direkte!, ganz weltlich gesprochen und (12D) weltlich gemeint. Lg

  4. Stefan Mandl says:

    „Du sollst nicht töten– ist zum Beispiel für mich nichts auslegbares.“

    Die Frage ist meiner Ansicht nach nicht, ob das „auslegbar“ ist oder nicht – vielmehr, ob dieses Dogma nicht zu hinterfragen ist. Ich teile hier die Singersche Argumentation, dass Töten in manchen Fällen sogar geboten ist.

  5. Veganella says:

    Hy super Thema!
    Ich find eigentlich das das Wort Sekte so wie es heute interpretiert wird nichts in unsrem Sprachgebrauch verloren hat. Es schürt Vorurteile, und ist eigentlich ein ganzes Vorurteil und als solches benutzt. Es wird extrem leichtfertig verwendet, besser gesagt auf alles geschmissen was einem Fremd vorkommt. Ich glaube aber es wird meist verwendet um anzuklagen und mit dem Finger zu zeigen, und das tut man allzu schnell, weil man natürlich von den eigenen „Fanatismus“ ablenken muss.

    Die meisten Menschen die in eine Religion hineingeboren werden, hinterfragen diese nicht. So wie wenn man als Jägerkind oder Kind eines Schlächters auf die Welt kommt. Man darf dies meist aus solidarischen Gründen der Familie gegenüber nicht hinterfragen. Tut man es doch gibts troubles oder Familienausschluss, oder man wird beispielsweise mit Liebesentzug bestraft.
    Möglich wäre auch das man die Eltern nicht mehr respektieren kann wenn man beginnt zu Hinterfragen.
    Es gibt aber klar noch viele andere Gründe um nicht Hinterfragen zu wollen.

    Leute die dann die Religion wechseln werden dann oft von den „hineingeborenen in eine Religion“ beschimpft.
    Es bringt sie vll. zum nachdenken oder es könnte etwas im unterbewussten Schlummerndes ins Bewusstsein dringen.Vielleicht zwingt uns dieser Mensch darüber nachzudenken warum ein Mensch aus eigenen Stücken die Religion wechselt? Hat er sich etwa mit der Religion beschäftigt die ihm in die Wiege gelegt wurde? Hat er sie vll aus irgendwelchen Gründen als nicht gut befunden und daher abgelehnt? Furchtbarer Gedanke !
    Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor?!
    Und dann muss man ganz schnell mit dem Finger zeigen, damit man zu beschäftigt ist um zu hinterfragen warum man eigentlich immer eine Religion braucht . Man ist selber aber in derselben Situation wie der Religionswechsler. Schnell sucht man Fehler oder dergleichen.
    Ich persönlich finde es ist eine Flucht aus der Realität in eine Phantasiewelt.
    Jemand der an Gott glaubt oder glauben möchte, der sollte
    in sich die Wahrheit finden.
    Denn Gott sagt man sei in uns, und nicht in einem Buch oder einer Kirche zu finden.

    Ich finde es gibt keine Rechtfertigung für das Wort „Sekte“ !
    Den was ist dann das Christentum oder eine andere dieser Weltreligionen.?
    Natürlich sind diese keine Sekte im ursprünglichen Gebrauch.

    Für mich ist alles der gleiche Schrott !!
    Tut mir leid !
    Akzeptieren will ich Menschen aber trotzdem , ob sie nun Religiös sind oder nicht.
    Ich kenne Menschen die Veganer sind und in denselben Religionen wie solche die genau dieselbe als Rechtfertigung benutzen um nicht Vegan sein zu müssen !!!

    Bei mir zählt im Endeffekt der Mensch mit seiner Entscheidung.! Ob er nun ein Anhänger einer Weltreligion ist oder keiner Religion. Jeder darf Vegan leben und die richtigen Entscheidungen fällen.

    Die Schriften vieler Religionen sind wie man sieht für viele arg Auslegbar.
    Jemand der ein Herz hat, und genug Verstand kann seine Schrift für sich so auslegen um Vegan zuleben, und auch die Umwelt zu schützen.
    Auch wenn das für mich eine Augenauswischerei ist.

    Du sollst nicht töten– ist zum Beispiel für mich nichts auslegbares. Es gibt dafür ja noch zig andere Beispiele die es nicht sind.
    aber wenn man zb den fleischessenden Christen so zuhört, dann merkt man schnell das es für sie zugeschnitten ausgelegt wird. Natürlich meint man dann nicht das Tier das man nicht töten soll.
    Was der Fleischesser sehen will interpretiert er in sein Schriftstück hinein. Und das macht fast jeder der einer Religion angehört.
    Sich selbst belügen würd ich es nennen.
    Einer der Tiere wirklich liebt würde wieder sagen: „du sollst klar niemand töten– auch nicht Tiere , so ist es gemeint „!

    Daher ist für mich jede Religionsform „SChrott“ !

    Jedoch ist keine besser als die andere, weil jede Beliebigbar interpretierbar ist.
    Für jeden gibt es den richtigen Absatz mit dem er sein eigenes Verhalten rechtfertigen kann,und anderen unrichtiges vorzitieren kann.

    Verantwortung wird sowieso abgeschoben. Entweder an die nächste Pfarre, ober wird man eh bei der nächsten Beichte los im Falle eines Christen.

    Also wozu eine kleine Gruppe andersgläubiger verurteilen und als Sekte beschimpfen um seine eigene Religion
    als besser darzustellen.

    Besser mal Verantwortung übernehmen, . Selber nachdenken was ist richtig was ist falsch ?!

    Ist eben gar nicht so einfach ! Jedoch besser für die Allgemeinheit-Mensch-Tier-Umwelt.
    Oder gar Umwelt -Tier- Mensch ! Wie auch immer !

  6. Stefan Mandl says:

    „Was mich an dir wundert ist, dass du immer irgendwo an der Oberfläche bleibst. Du gehst nie wirklich in die Tiefe. Als würdest du nie genauer recherchieren, als würdest du dich immer irgendwie einseitig informieren.“

    Wie sagte einer meiner Dozenten so schön: Immer Vorsicht mit Allquantoren :P.

  7. Konrad says:

    Martin hat lediglich vor einem leichtfertigen Einsatz des Wortes „Sekte“ gewarnt. Ich sehen in sienem Text keine Würdigung oder Entwertung anderer Gruppen. Universelles Leben wurde nur als Beispiel einer Gruppe erwähnt, der diese Bezeichnung oft zugeschrieben wird.

    Es ist eine Sache vor Konsequenzen zu warnen, aber eine andere Gedanken und Ideen unter Strafe zu stellen bzw. Leute zu verfolgen, die diesen Ideen zustimmen. Die Rechte anderer zu beschneiden, ist für alle verboten – ganz egal ob das mit einem religiösen Hintergrund geschieht. Dem entsprechend ist es überflüssig das Selbe, das ohnehin schon verboten ist, noch einmal extra für Gruppen zu verbieten, die diese Verbrechen möglicher Weise mit einem speziellen Motiv begehen.

    Anders gesagt: Ich muß nicht ins Gesetz schreiben, dass religiöse Ritualmorde verboten sind, wenn ich ohnehin schon Morde an sich verbiete. Das würde nur notwendig sein, wenn ich Ausnahmen für das Tötungsverbot im Gesetz vorsehe und das Ganze daher feiner definieren muß.

  8. susanne v. says:

    Was du schreibst ist ziemlich leichtfertig und oberflächlich.

    Veganer oder Vegetarier sind keine Sektenangehörige von dieser einen Überzeugung ausgehend. Es gibt Religionen die ein veganes, oder vegetarisches Leben fordern und es gibt auch Sekten die dies tun, aber bei diesen liegt das Hauptgewicht nicht unbedingt auf Vegetarismus, oder Veganismus.

    Es gibt Gegner des Vegetarismus und Veganismus die behaupten es handele sich dabei um eine faschistische Verschwörung, weil Hitler Vegetarier gewesen sei, aber auch weil esoterische Gemeinschaften wie z. B. die Theosophen für Vegetarismus oder Veganismus waren/sind. Das Vorurteil, Veganer oder Vegetarier seien Faschisten kommt aus der Vergangenheit und das sollte man abbauen statt verstärken.

    Es gibt Sekten die man als Aufspaltung von etablierten Religionen ansieht und es gibt Psychosekten. Auch innerhalb von großen Religionsgemeinschaften gibt es immer Tendenzen hin zur Psychosekte. Man kann das auch Fanatismus nennen, der sich bis zur totalen Kontrolle der Mitglieder steigert. Das „universelle Leben“ ist eine Psychosekte.

    Die „Zeugen Jehovas“ wurden verfolgt, das stimmt. (Mein Großvater war einer, meine (angeheiratete) Großtante auch. Deshalb habe ich mich damit auch beschäftigt.) Sie wurden wohl vor allem verfolgt weil sie den Kriegsdienst abgelehnt haben. Die Verfolgung war aber sicher nicht der Grund dafür, dass sie eine „verschworene Gemeinschaft“ bilden. Was die Gemeinschaft betrifft, bewegen sie sich zumindest stark an der Grenze zur Psychosekte, denn da geht es darum die Leute zu halten.

    Das „Universelle Leben“ wird nicht verfolgt. Es steht jedem frei zu glauben was er möchte. Eine Parallele zwischen der Verfolgung von den „Zeugen Jehovas“ und dem „universellen Leben“ zu ziehen ist absurd. Sie tun als würden sie verfolgt. Es steht außer Frage dass diese Sekte sich für Tierschutz einsetzt. Aber das alleine ist wenig hilfreich wenn auf der anderen Seite die Leute ihre Individualität aufgeben müssen. Was du den Hunden zugestehen willst, gestehen sie den Menschen nicht zu. Und wenn dann auch noch folgendes geschrieben wird;

    »Einst Judenverfolgung, jetzt Verfolgung der Urchristen«
    prangte als fette Headline auf dem
    Christusstaat
    Extrablatt
    Nr. 15 vom September 1993.
    Seltsamer Vergleich. Die Juden, die nach Meinung des
    Uni-
    versellen Lebens
    für ihr Schicksal selbst verantwortlich sind,
    müssen nun dafür herhalten, die ‘Ungerechtigkeiten’, die
    dem
    UL
    widerfahren, deutlich zu machen. Dass das
    Univer-
    selle Leben
    ansonsten selbst antisemitische Schriften ver-
    breitet, wird gern unter den Tisch gekehrt.
    In der Sonderausgabe Nr. 9 des
    Christusstaat,
    dem Organ
    der
    Bundgemeinde Neues Jerusalem,
    vom November 1991
    widmet sich Redakteur German Murer ausführlich der dro-
    henden Übernahme der Weltherrschaft durch die Juden.
    Sein ‘Beweis’: Der deutsche Reichsadler sei entsprechend
    geändert worden, damit sich das »zionistische Symbol von
    Macht und Herrschaft«, der Davidstern, zeige: (http://www.peryton.de/freedomofspeech/ul-bericht_voice_31-2002.pdf) dann hört nich bei mir das Verständnis auf.

    Ich habe geschrieben: „Nur eine Religion könnte das Verhalten in Bezug auf Tiere ändern.“ und das stimmt ganz sicher. Eine Religion die Tiere als gleichwertig einschätzt muss aber auch menschlich sein, um Leid verhindern zu können. Ich meine, eine Religion die Tiere als gleichwertige Wesen ansieht, noch dazu wenn sie den Glauben an Wiedergeburt beinhaltet, sollte sich von der Illusion, es würde bei der Wiedergeburt um Lohn und Strafe gehen, lösen. Denn wenn ich davon ausgehe, dass Menschen denen Böses widerfährt zu Recht leiden müssen, weil sie selbst früher Böses getan haben, dann erfordert dieser Gedanke, setzt man ihn logisch fort, anzunehmen die Tiere die heute leiden würden auch zurecht leiden. Ansonsten wäre es ja keine Gleichsetzung zwischen Mensch und Tier. Was aber sollte ein Tier Böses getan haben? Tiere folgen ihren Instinkten. Dann wären alle Tiere die leiden früher böse Menschen gewesen? Die Konsequenz die aus dieser Theorie gezogen wird heißt: gleichgültig gegenüber anderen sein, denn sie leiden zurecht. Das ist wohl das Gegenteil dessen was du glaubst und tust. Denke doch einmal die Gedanken anderer logisch zu Ende.

    Eine Religion kann dem Tierschutz auf lange Sicht gesehen auch schaden. Wenn die Religion nämlich beispielsweise faschistische Gedanken verbreitet, wird man noch leichter als bisher Veganismus und Vegetarismus, bzw. Tierrechtler, als faschistisch denunzieren können.

    Was mich an dir wundert ist, dass du immer irgendwo an der Oberfläche bleibst. Du gehst nie wirklich in die Tiefe. Als würdest du nie genauer recherchieren, als würdest du dich immer irgendwie einseitig informieren. Ich halte das für sehr gefährlich. Tierschutz ist auch Politik, obwohl es das eigentlich nicht sein sollte. Man sollte sich gut überlegen mit wem man sich einläßt, denn man kommt schnell in die Situation seinen Feinden Zündstoff zu liefern.

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