2. Januar 2026

IPCC-Bericht: Tierproduktion zu etwa einem Drittel für Klimawandel verantwortlich

„Vegan fürs Klima“ heißt der Slogan des VGT, mit dem seine Aktivist_innen die zahlreichen Klimademos und -streiks unterstützen. Und nicht von ungefähr. Der neueste IPCC-Sonderbericht von August 2019 wartete mit der erschreckenden Botschaft auf, dass die Landwirtschaft für 23 % und die Nahrungsproduktion insgesamt für 37 % der menschengemachten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Der Großteil davon ist auf die Tierproduktion zurück zu führen, also etwa ein Drittel der Gesamtemission. So deutlich, wie noch nie, mahnte das weltweite Forscherkonsortium von mehreren 1000 Expert_innen aus allen Ländern der Welt, dass der Fleischkonsum der Menschheit unbedingt zurückgefahren werden muss. Die österreichische Politik – inklusive der Grünen – drückt sich aber um die logische Konsequenz: eine Fleischsteuer. Stattdessen propagierten manche sogar das Recht auf ein Billigschnitzel!

Das Landwirtschaftsministerium reagierte auf diese Botschaft mit einer eigenen Berechnung. Die Schweineproduktion würde nur 0,34 % der Treibhausgase verursachen, die Rinderhaltung zwar zugegebener Maßen mehr, nämlich 10 %, aber man könne eben nicht die gesamte Tierproduktion verteufeln.

Ums Verteufeln gehe es nicht, konterten daraufhin die beiden Klimaexperten Dr. Kurt Schmidinger und Dr. Martin Schlatzer. Es geht um Fakten. Die Berechnung des Landwirtschaftsministeriums berücksichtigt nur die Haltung der Tiere und die Produktion ihrer Futtermittel im Inland (!), ist also keine Life Cycle Analyse, die alle Einflussfaktoren einberechnet. Bezieht man etwa den Energieeinsatz für Stickstoff-Mineraldünger und für andere Betriebsmittel, wie die Lagerung und die Inlandstransporte, mit ein, komme man schon auf 14 % der Treibhausgasemissionen durch die Tierproduktion. Gerade Schweine aber werden in großem Stil mit gentechnisch manipuliertem Soja aus Übersee, immerhin 600.000 Tonnen pro Jahr, gefüttert. Dafür holzt man auch fleißig den Regenwald ab oder legt Feuer zur Brandrodung. Inklusive Transportaufwand und Lagerung dieser Futtermittelimporte steigt damit der Anteil der Treibhausgasemissionen auf 18 %. Dazu kommen noch die weiteren Verarbeitungsschritte der Tierprodukte, bis sie im Handel landen, sowie die Errichtung der Infrastruktur für die Tiernutzung, von der Tierfabrik zum Tiertransporter bis zum Schlachthof.

Ganz wesentlich bei der Berechnung der Auswirkung der Tierproduktion auf die Klimakrise ist aber auch die verabsäumte Kohlenstoffsenke aufgrund des größeren Flächenbedarfs durch Futtermittelanbau oder Weiden. Gut zwei Drittel der Agrarflächen werden nur für Futtermittelanbau verwendet. Ein Ende der Tierproduktion würde also große Flächen frei werden lassen, auf denen Wald angepflanzt werden könnte, inklusive der Almen. Dieser Wald könnte gewaltige Mengen an CO2 aus der Luft saugen und den Kohlenstoff in den Baumstämmen, im Humusboden und im Unterwuchs binden. Berechnungen zeigen, dass damit weltweit die Klimakrise entschärft werden würde.

Auch ein Wissenschaftskonsortium im Rahmen des Climate Change Centre Austria (CCCA) von ca. 70 Personen aus ganz Österreich unterstützt jetzt diese Forderungen. In dem kürzlich veröffentlichten Referenz-Nationaler Energie- und Klimaplan (Ref-NEKP) heißt es:
• eine Fleischsteuer ist dringend notwendig
• der Fleischkonsum in Österreich muss bis 2030 um 50 % reduziert werden

Abseits von politischem Opportunismus, Fake News und Populismus ist die Botschaft der Wissenschaft also ganz klar. Der VGT hat recht: vegan fürs Klima!

3 Gedanken zu „IPCC-Bericht: Tierproduktion zu etwa einem Drittel für Klimawandel verantwortlich

  1. Wie soll die Tierhaltung für “Klimagase” verantwortlich sein, wenn mindestens 90% von CO2 & CH4 durch Vulkanismus aus über 13 Millionen kleinen und großen Vulkanen erzeugt und in die Ozeane und den Luftraum freigesetzt werden.

    Die meisten dieser Vulkane sind für uns nicht sichtbar, weil sie sich tief unter den Ozeanen, entlang der kontinentalen Risse befinden.

    Gäbe es keine Haustiere, dann gäbe es mehr wilde Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine, also die gleiche Beteilung derartiger Tiere am gesamten Kohlenstoffkreislauf.

    Mit Verlaub, aber obgleich Du behauptest, Physik studiert zu haben, ist dieser Blog vollgestopft mit Repetition von pseudowissenschaftlicher politischer Propaganda, was über IPCC & Konsorten verbreitet wird.

    Bei der Wissenschaft muss mit tatsächlichem Wissen argumentiert werden.

    1. ChatGPT antwortet:

      Hallo, da du konkrete physikalische Aussagen gemacht hast, möchte ich ebenso konkret und faktenbasiert darauf eingehen.

      Der heutige Methananteil der Atmosphäre liegt bei etwa 1,9 ppm, also 0,00019 %. Deine Angabe von 0,000018 % liegt um den Faktor 10 darunter. Entscheidend ist aber: Methan wird als Treibhausgas nicht nach seinem Volumenanteil beurteilt, sondern nach seiner Strahlungswirksamkeit pro Molekül, und die ist rund 80-fach stärker als bei CO₂. Deshalb spielt CH₄ trotz geringer Konzentration eine große Rolle in der Energiebilanz der Atmosphäre.

      Dass „mindestens 90 % des Methans nicht biologisch entsteht“, ist ebenfalls nicht zutreffend. Die moderne Atmosphärenforschung zeigt – über Isotopensignaturen klar messbar –, dass der überwiegende Teil des atmosphärischen Methans biologischen Ursprungs ist: Feuchtgebiete, Wiederkäuer, Reisanbau, Abfallwirtschaft usw. Vulkanisches Methan ist global ein sehr kleiner Beitrag. Auch bei CO₂ machen vulkanische Emissionen <1 % der jährlichen anthropogenen Emissionen aus und sind seit Jahrzehnten gut quantifiziert.

      Zur Photochemie von Methan: Methan wird nicht primär durch direkte Sonnenstrahlung zerstört, sondern durch Reaktionen mit OH-Radikalen in der Troposphäre. Die Lebensdauer beträgt etwa 9–12 Jahre. Eine konstante atmosphärische Konzentration ergibt sich nur, wenn Emissionen und Abbau im Gleichgewicht sind – und dieses Gleichgewicht ist seit Beginn der Industrialisierung deutlich gestört. Genau deshalb steigt CH₄ messbar an.

      Die Ausführungen zur Atmosphäre in der Kreidezeit oder im Karbon sind richtig insoweit, dass Zusammensetzung und Dichte sehr verschieden waren. Mit der heutigen Klimadynamik lassen sich diese Epochen jedoch nicht vergleichen: Die damaligen Bedingungen resultierten aus völlig anderen Kontinentalkonfigurationen, Ozeanzirkulationen und biogeochemischen Kreisläufen. Dass die Erde früher dichter war, ist übrigens geologisch nicht haltbar – die atmosphärische Dichte entsteht nicht durch das Erdvolumen, sondern durch die Zusammensetzung der Gase und den Druckverlauf, nicht durch eine kompaktere Erde.

      Zum Kohlenstoffkreislauf: Natürlich gab es vor der Domestikation wilde Wiederkäuer. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass wir heute über 4 Milliarden wiederkäuende Haustiere in landwirtschaftlicher Nutzung halten – eine Biomasse, die die früheren Wildtierpopulationen um ein Vielfaches übertrifft. Ihre Methanemissionen sind messbar und tragen seit Jahrzehnten erheblich zur Erhöhung der atmosphärischen CH₄-Konzentration bei. Dass Tierhaltung klimarelevant ist, ist kein politisches Narrativ, sondern Ergebnis isotopengeochemischer, atmosphärischer und satellitengestützter Messungen.

      Ich halte eine sachliche Diskussion für wichtig, aber sie muss sich auf überprüfbare physikalische Größen und etablierte Daten stützen. Klimaphysik ist kein Glaubenssystem – wir beobachten reale Änderungen der Strahlungsbilanz, der atmosphärischen Zusammensetzung und der globalen Energiebilanz, unabhängig von politischen Interpretationen.

  2. Egal wie viele Prozent der Treibhausgase durch Tierhaltung verursacht wird – es ist zu viel. Die Umwelt wird ja auch nicht nur durch Treibhausgase geschädigt, sondern auch anderweitig. Ein Beispiel: “Die Landwirtschaft ist mit einem Anteil von etwa 95 Prozent Hauptemittent des Luftschadstoffs Ammoniak in Deutschland. Gemäß der Emissionsberichterstattung 2013 stammt der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Ammoniak-Emissionen aus der Rinderhaltung (52 Prozent), der Schweinehaltung (20 Prozent), der Geflügelhaltung (9 Prozent) sowie der Mineraldüngeranwendung (15 Prozent). In der Schweinehaltung entsteht der Großteil der Emissionen direkt im Stall, in der Rinderhaltung bei der Lagerung von Wirtschaftsdünger und seiner -ausbringung. Ammoniak breitet sich in der Atmosphäre aus. Es kann dort mit anderen Bestandteilen der Atmosphäre reagieren und lagert sich anschließend wieder in Ökosystemen ab. Ammoniak selbst und das nach Umwandlung entstehende Ammonium schädigen Land- und Wasserökosystemen erheblich durch Versauerung und Eutrophierung (Nährstoffanreicherung). Bodenversauerung und Nährstoffüberversorgung natürlicher und naturnaher Ökosysteme (wie zum Beispiel Moore, Magerstandorte, Gewässer) können zu Veränderungen der Artenvielfalt führen. In der Umgebung von großen Tierhaltungsanlagen können Ammoniak-Emissionen besonders hoch sein und zu direkten Schäden an der Vegetation führen. Ammoniak und Ammonium sind außerdem wesentliche Vorläufersubstanzen für die Bildung von gesundheitsschädlichem Feinstaub .” https://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/umweltbelastungen-der-landwirtschaft/ammoniak-geruch-staub#textpart-1 Das gilt für Deutschland, wird aber in Österreich in kleinerem Maßstab, genauso sein. Auf lange Sicht gesehen, sägen wir den Ast ab, auf dem wir sitzen. Irgendwann wird es ein böses Erwachen geben. Man kann nicht immer nur eine Ursache heraus klauben. Die Ursachen für zukünftige Katastrophen sind vielschichtig.

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