Veg#ismus

Warum ich will, dass möglichst viele Menschen vegan werden

Wer hat sie noch nicht gehört, diese Frage, manchmal bösartig manchmal ehrlich erstaunt, warum wir Vegan-AktivistInnen nicht den fleischessenden Teil der Bevölkerung einfach in Ruhe lassen, sondern unbedingt bekehren wollen. Toleranz wäre es, wenn man die Leute essen lässt, was sie wollen, egal wie es produziert wurde und wer darunter gelitten hat. Kann man es Toleranz nennen, wie jene Personen, die Fleisch konsumieren, mit den Tieren, von denen dieses Fleisch stammt, umgegangen sind? Kann jemand Toleranz fordern, der selbst nicht tolerant ist? Aber Toleranz, oder Fairness und Gerechtigkeit, sind Begriffe, die für diejenigen, die obige Frage stellen, nicht auf Tiere anwendbar sind. Die auf der Hand liegende Antwort, Intoleranz gegenüber dem Willen der Tiere, weiterleben zu können, muss nicht toleriert werden, wie uns schon Karl Popper lehrte, wird also nicht verstanden. Stattdessen wird erwartet, wie in einer kapitalistischen Gesellschaft eben, egoistisch zu argumentieren.

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In 30 ¾ Stunden quer über den Hochschwab!

Das Hochschwabgebirge ist nicht nur ein Berg, es ist eine ganze Bergregion. Und von Wien aus kommend, die mit Abstand wildeste, in einer Distanz von 150 km von der Hauptstadt entfernt. Der Hochschwab ist meine Heimat, wenn ich das so pathetisch sagen darf. Dort habe ich mit 16 meine erste große Felswand erklettert. Dort bin ich in den stillsten Winkeln unterwegs, in urwaldartigen Restbeständen, in Fels und Eis, oder auf den weiten Hochebenen. So reifte in mir der Gedanke den Hochschwab einmal sozusagen auszumessen. Ich wollte ihn von West nach Ost an einem einzigen Tag begehen. Dieselbe Route bin ich im November 2008 mit meinem Hundefreund Kuksi als seine erste Hochgebirgstour gegangen. Damals allerdings 5 Tage lang. Warum also nicht einmal die gesamte Länge in 24 Stunden durchqueren, ohne Pause? Von Hieflau an der Enns, am Ausgang des Gesäuses, bis zum Brandhof am Seebergsattel.
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Vegan Fast Food Take Away: Front Food in Linz und Swing Kitchen in Wien

Ich bekomme regelmäßig kommerzielle Anfragen, ob ich auf meinem Blog Werbungen schalten würde. Das könnten einerseits als Werbung deklarierte Banner sein, oder andererseits versteckte Bewerbungen durch Erwähnung im Text. Damit würde ich € 400 pro Monat verdienen, verspricht man mir. Ich erwähne gerne gewisse Produkte oder Firmen positiv, doch nur solche, von denen ich auch überzeugt bin. Dieser Artikel, so wie alle anderen auf meinem Blog, ist also definitiv ohne Bezahlung entstanden und gibt meine (subjektive) Meinung wieder.
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Bluttest nach 26 (!) Jahren vegan (>30 Jahre vegetarisch)

Also ich bin ja nicht wirklich hypochondrisch davon besessen, ständig meine Gesundheit zu checken. Ich fühle mich pudelwohl, bin total fit, kaum je krank, und wenn, dann nie so schwer, dass ich das Bett hüten müsste. Einen Monat mit vollem Rucksack und Zelt zu wandern, die gesamte Nahrung im Gepäck dabei, macht mir auch überhaupt nichts aus. Aber trotzdem lasse ich fast alle Jahre wieder einen Bluttest erstellen. Und das deswegen, weil der gesellschaftlich tatsächlich am Vormarsch befindliche Veganismus die Propagandamaschinerie der Fleischindustrie angeworfen hat. Überall ist zu hören, wie gefährlich Veganismus für die Gesundheit sei, im Bayrischen Fernsehen wurde sogar gesagt, es sei Gewalt, die eigenen Kinder vegan zu ernähren, und überhaupt hatte der Vortrag über die Liste der Nährstoffmängel durch Veganismus nicht ausreichend Platz in der Sendung, weil sie zu lange war: von Protein bis Magnesium, von B12 bis Kalzium und und und. Es schien, dass alle Nährstoffe, von denen dieser offensichtlich gekaufte Ernährungswissenschaftler je gehört hatte, in der rein pflanzlichen Ernährung fehlen würden.

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Leserbrief zu einem Unsinn von Gerti Senger über Veganismus in der Kronenzeitung

Zu Ihrem Artikel „Lust auf Tabus“, Krone Bunt vom 8. 2. 2015, Seite 41 – gegen Veganismus und Bio

Sehr geehrte Frau Senger,

es ist für mich schwer nachvollziehbar, was Sie bewegen konnte, einen solchen Unsinn über Veganismus und biologische Ernährung zu schreiben. Ich lebe seit 1989 vegan und seit 1982 vegetarisch, schaue nie auf irgendwelche Nährwerttabellen, esse alles Pflanzliche, das mir über den Weg läuft und biologisch produziert wurde, genieße das Essen rückhaltlos und wiege 115 kg. Gerade eben habe ich ein riesiges, fettes, ungesundes Tiramisu verspeist, natürlich vegan. Ich bin das genaue Gegenteil eines Asketen oder Essensverweigerers, und schon gar kein Gesundheitsfanatiker.
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Ein feministisches Argument gegen den ethischen Vegetarismus

Es gibt tatsächlich viele Stimmen mit feministischem Hintergrund, die sich für Veganismus aussprechen – wenn auch Tierrechte oft als patriarchales Konzept dabei abgelehnt werden. Aber es gibt auch feministische Argumente gegen Veganismus, die strukturell ähnlich sind, was in meinen Augen die Beliebigkeit sozialwissenschaftlicher Schlussfolgerungen widerspiegelt. Ein Beispiel dafür ist Kathryn Paxton George, die in zahlreichen Publikationen den ethischen Vegetarismus quasi als patriarchale Unterdrückungsstrategie gegen Frauen darstellt. Im Wesentlichen sagt sie, dass gesund vegan zu leben eigentlich nur für Männer im Alter zwischen 20 und 50 Jahren möglich ist und durch Verbreitung der Forderung, vegan zu leben, werden Frauen, deren Körper das nicht vertragen würden, physisch geschwächt und leichter unterdrückbar gemacht. Wenn man nur genügend lange dreht und symbolisiert ist scheinbar jedes gesellschaftliche Phänomen als patriarchales Konzept zur Unterdrückung der Frauen interpretierbar.
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Genesis: Veganismus, ein 3000 Jahre altes ethisches Ideal

Für manche ist sie das Wort Gottes, mit göttlicher Inspiration geschrieben. Entstanden ist sie etwa vor 3000 Jahren, die Genesis, das erste Buch des Alten Testaments der Bibel. Eine Geschichte der Entstehung der Welt, wie sie ein Hirtenvolk aus der Wüste vermutlich über Generationen in mündlicher Überlieferung erzählt hat. Erstaunlich dabei, dass Gott anfänglich die Welt vegan erschaffen hat: Und Gott sprach: Siehe, ich habe Euch alle samentragenden Pflanzen gegeben, die auf der Erde wachsen, und jeden Baum, an dem samenbringende Baumfrucht ist: Sie sollen Euch zur Speise sein; und allen Tieren auf der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebendige Seele ist, habe ich alle grünen Pflanzen zur Speise gegeben. (Gen 1:29-30)
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„Warum Kühe lachen und Hühner nicht weinen“ von der Wiener Journalistin Elisabeth Zacharia über die dunkle Seite des Konsums, im Goldegg Verlag 2013 erschienen

„Niemand mag Menschen, die einem das Essen vermiesen“ schreibt die Autorin und geht dann daran, genau das auf 350 Seiten gründlich zu tun. Da geht es um menschliche Darmbakterien in Kuhjoghurt, um Sklavenarbeit für spanische Erdbeeren, um Fertigbrotgemisch mit Backduftspray in Bäckereien und um Kinderarbeit für Schokolade. Aber 6 der 11 Kapitel handeln vom Leid der sogenannten Nutztiere in der Massentierhaltung, wobei die Autorin nicht davor zurückschreckt, auch die Biogroßbetriebe als solche zu bezeichnen. Das Buch ist dabei eine Tour de Force durch die Abgründe der Tierausbeutung mit allen Schikanen. Für die positive Alternative bleiben lediglich ein paar Seiten des Epilogs. Doch dieser ist kein Plädoyer für Vegetarismus und das Wort Veganismus kommt gar nicht vor. Zacharia will die Menschen nicht überfordern, indem sie ihnen Vorschriften macht oder auch nur vorschlägt, aber gleichzeitig lässt sie an praktisch keinem Produkt – zumindest aus dem Supermarkt – ein gutes Haar.
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Und VegetarierInnen/VeganerInnen leben doch länger!

Eine Studie von der Medizinischen Uni Graz lässt aufhorchen: angeblich seien VegetarierInnen gesundheitlich am Boden. Das jedenfalls behauptet ein deutscher Ernährungswissenschaftler in einer Presseaussendung mit Bezug auf diese Studie und schreibt nach der Überschrift Vegetarier: Mehr Krankheiten & weniger Lebensqualität als Viel-Fleischesser wörtlich: Im Hinblick auf die aktuellen Erkenntnisse wirken die unhaltbaren Gesundheitsversprechen von Vegetarierlobbyisten noch weitaus fragwürdiger. Das klingt nicht nach Naturwissenschaft, sondern als sei hier jemand auf einer Mission gegen Vegetarismus. Und er wäre nicht der Erste, dem seine kulinarischen Vorlieben das Urteilsvermögen vernebeln. Schauen wir also auf die Fakten.

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25 Jahre vegan!

Ich habe heute einen Bluttest machen lassen, nachdem ich nun genau 25 Jahre lang vegan lebe. Alles ist in bester Ordnung, Protein genug, Eisen hoch, Vitamin B12 hoch mit niedrigem Homocystein, und insbesondere sehr gute Cholesterinwerte. Nur das Vitamin D ist etwas niedrig, weil wir gerade eine winterlich tiefstehende Sonne haben und ich daher trotz viel Zeit an Wochenenden im Freien offenbar zu wenig Sonnenlicht abbekomme. Aber, soweit ich darüber lese, ist das im Winter ziemlich normal. Wenn die Sonne wieder höhersteigt, wird sich das rasch ändern.

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