Die Erde ein Planet der Menschen

Ein Blick auf die gesamte Biomasse aller Landwirbeltiere des Planeten Erde ist erschreckend: 32% davon machen allein die Menschen aus, 65% die von den Menschen für ihre Nutzung „produzierten“ sogenannten Nutztiere, und nur 3% (!) die gesamten restlichen Tiere, inklusive aller Elefanten, Nilpferde, Bisons usw., aber auch aller Ratten und Mäuse! Wir Menschen haben die nichtmenschlichen Tiere derart an den Rand der Existenz gedrängt. Noch vor 100 Jahren sah dieses Verhältnis ganz anders aus. Wie wird das weitergehen? Was erwartet die Wildtiere am Ende des 21. Jahrhunderts?

Letzte Woche war ich wieder von Österreich nach Spanien unterwegs, auf den Spuren von Tiertransporten. Überall auf der gesamten Strecke sah ich nur Häuser und noch einmal Häuser, Menschen, Felder, Straßen, unzählige Autos, und Stadt neben Stadt. Es gibt keinen Platz mehr für Tiere, die unabhängig von der menschlichen Zivilisation leben oder leben wollen. Wir haben den Erdball mit unserer Gesellschaft überzogen, alles in unsere Gewalt gebracht, den Wildtieren bleibt gar nichts mehr.

Am letzten Montag fuhr ich mit dem Zug nach Stuttgart, um dort an der Uni einen Vortrag zu halten. Dabei las ich das Buch „Nils Holgersson“ von der schwedischen Literaturnobelpreisträgerin Selma Lagerlöf. Als naturwissenschaftlich orientierter Mensch bin ich nur sehr schwer für derartige Zaubermärchen von Kobolden und Heinzelmännchen zu begeistern, und so tat ich mir bei dieser Geschichte auch nicht leicht, obwohl der Sommeraufenthalt der Wildgänse in einer Region in Nordschweden spielt, die ich mittlerweile sehr gut kenne. Aber Lagerlöf bemüht sich in diesem immerhin bereits 1905 geschriebenen Buch redlich, die Menschen zum Nachdenken zu bringen, wie sie mit Tieren umgehen. Zwar wird die Ausrottung von Bären und Wölfen ganz offensichtlich begrüßt, und die Tötung von Fischen spielt auch keine Rolle, jedenfalls sprechen diese Tiere nie, im Gegensatz zu allen anderen Wirbeltieren, die in der Geschichte auftauchen, über ihr Leid oder bekommen eine individuelle Persönlichkeit zugewiesen.

P1010594kleinDoch nach vielen Monaten der gemeinsamen Reise von Nils Holgersson und den Wildgänsen lässt die Autorin das Buch mit einem eindrucksvollen Plädoyer für mehr Freiräume für Wildtiere enden. Die Leitgans, Akka von Kebnekaise, deren Name offensichtlich einem Berg gleichen Namens entlehnt ist, der auf dem Bild rechts zu sehen ist und sich im Sarek Nationalpark ganz in der Nähe des höchsten Bergs von Schweden befindet, nämlich Kebnekaise, wendet sich bei der Trennung mit folgenden Worten an ihren Reisegefährten (Seite 663 in der Ausgabe von 2011): Wenn Du etwas Gutes bei uns gelernt hast, Däumling, so findest Du am Ende nicht mehr, dass die Menschen allein die Erde besitzen sollen. […] Bedenke, Ihr habt ein großes Land, da könntet Ihr uns armen Tieren sehr wohl ein paar kahle Schären und einige sumpfige Seen und Moore und einige öde Felsen und entlegene Wälder überlassen, wo wir in Frieden leben können! Alle die Jahre, die ich gelebt habe, bin ich gejagt und verfolgt gewesen. Es wäre herrlich, zu wissen, dass es auch für einen Vogel, wie ich es bin, eine Freistatt gäbe.

Und Nils Holgersson antwortet: Ich würde wahrlich glücklich sein, wenn ich Euch dazu hätte verhelfen können, doch ich werde wohl niemals zu Macht unter den Menschen gelangen.

Nein, es gibt keine Freistatt. Auch in den österreichischen Nationalparks wird fröhlich Almwirtschaft betrieben und auf Tiere geschossen. Die Jagdzeitschriften sind voll mit Werbeannouncen für den Abschuss selbst harmloser Murmeltiere im Nationalpark Hohe Tauern. Dabei ist das Gebiet nur ein einziger Fleckerlteppich und wäre als autonome Wildregion bei weitem nicht ausreichend. Und im Nationalpark Neusiedlersee Seewinkel wird sogar auf Wildgänse geschossen, die dort auf ihrer Reise von Norden nach Süden ausruhen wollen!

Ich muss leider anerkennen, dass ich, als jemand, dem die unberührte Wildnis ein Wert ist, unter den Menschen ziemlich alleine dastehe. Die Urwälder sind abgeholzt, die Populationen großer Wildtiere ausgerottet, die Natur wird als Zuchtfarm für jagdbares Wild verwendet, nirgends in ganz Europa gibt es Natur in einer Form, in der sich Tiergemeinschaften unabhängig von Menschen organisieren könnten. Den meisten Leuten scheint Natur in Form eines städtischen Parks völlig zu genügen. Vielleicht kann ich aber meine Mitmenschen wenigstens im Namen der betroffenen Tiere dafür gewinnen, Wildnisbereiche zu etablieren.

Diese Situation der totalen Dominanz des Menschen, zusammen mit einer düsteren Zukunftsaussicht, nach der diese Dominanz nur stetig schlimmer werden wird, ist für mich das Allerdeprimierendste an unserem Zeitalter. Wie ließe sich diese Entwicklung realistisch umkehren?

14 thoughts on “Die Erde ein Planet der Menschen

  1. Veronika says:

    Hallo Ella, es gibt „Heger“ und es gibt „Jäger“. Im Fernsehen habe ich einmal eine Frau gesehen, eine Jägerin, die gerne im Wald ist – und zumindest behauptet sie würde nur kranke und sterbende Tiere schießen. Sie sieht sich als Hegerin. Der Wald in dem sie sich aufhält gehört ihr. Als Beispiel brachte sie sterbende Rehe, denen von Krähen die Augen ausgehackt werden während sie noch am Leben sind. Solche Tiere erlöst sie. Das wäre ja ok. Es gibt aber auch sehr viele Jäger die viel Geld bezahlen damit sie jagen dürfen. Nicht für die Pflege des Waldes, sondern für einen Abschuss. Solche Leute fahren auch in ferne Länder nur um dort töten zu dürfen. Sie schießen keine alten und kranken Tiere, sondern die gesündesten und schönsten. Damit fördern sie ja geradezu die Degeneration, weil sich dann die schwächeren Tiere fortpflanzen und nicht die kräftigsten. Die Gatterjagd dient auch nicht den Tieren, sondern einzig und alleine dem Jäger. Damit er in kurzer Zeit so viele Tiere wie möglich töten kann, ohne sich dabei auch noch anstrengen zu müssen. Niemand kann mir erzählen, dass dieses Verhalten etwas mit Hege zu tun hat. Und ich glaube das trifft auf den Großteil der Jägerschaft zu. Offenbar besaufen sich während der Jagd auch viele und sie schießen blindwütig auf alles was ihnen vor die Flinte kommt – einschließlich Menschen. Weil sie gar nicht so genau nachschauen auf was sie schießen.

    Es ist auch ein einträgliches Geschäft. Ich habe einmal an verschiedene Politiker verschiedener Parteien einen Anti-Jagd-Brief geschrieben und von der FPÖ zur Antwort erhalten, die Jagd sei für Österreich ein starker Wirtschaftsfaktor. Darauf könne man nicht verzichten. Andere haben mir erst gar nicht geantwortet.

    Ich verstehe nicht was das mit der Unmöglichkeit den Kommunismus zu realisieren, zu tun hat? Die Jagd war noch nie Sache der Bevölkerung, sondern immer die des Adels, der Herrschenden. Auch sonstiger, übertriebener Fleischkonsum blieb den Herrschenden vorbehalten. Was gut war, denn sonst gäbe es heute gar keine Wildtiere mehr und wahrscheinlich auch keinen Wald. Denn die Herrschenden schützten das Wild und den Wald auch vor der „normalen“ Bevölkerung. Die Jagd als Volksbelustigung, wie sie heute betrieben wird, ist hier sozusagen die Realisierung des Kommunismus. Jagd für alle, Fleisch für alle, jeden Tag und jederzeit.

  2. ella says:

    Lieber Amor,

    Ich hatte nicht den Anspruch mit meinem Eintrag, Ihnen im speziellen die Jagd verständlich zu machen- Veronika hat um eine Erklärung gebeten warum Jagd „erhalten“ kann- und diese habe ich ihr gegeben- insofern hab ich auch nicht versucht die Jagd über dieses Thema zu rechtfertigen.

    Der Vergleich mit umgangssprachlich sog. „Kinderschändern“ steht Ihnen natürlich frei- hat aber hier, meiner Meinung nach keinen Platz.

    mit freundlichen Grüßen,

    Ella

  3. amor says:

    Hi Ella,
    deiner Logik folgend könnte man sagen:
    „Selten gibt es Menschen denen die Kinder so am Herzen liegen wie den Kinderschändern“.
    Sie investieren auch viel Zeit, Mühe und Geld um auch nur den geringsten Erfolg zu erzielen.
    Und es ist nicht bekannt, dass sie einbalsamierte Köpfe ihrer Opfer im Wohnzimmer hängen.
    Man muß eine total perverse Auffassung von Liebe haben, um damit die Morde der Jäger im Wald rechtfertigen zu wollen.
    Man spricht nicht von Lieben, wenn man etwas vernichtet und auch noch Spass dabei hat.

    Vergiß den Kommunismus: Wenn jemand sich als Jäger-Versteher entwickeln möchte, dem empfehle ich die Beschäftigung mit den Antisozialen Persönlichkeitsstörungen.
    Amor

  4. ella says:

    Liebe Veronkia,

    Jetzt ist etwas Zeit verstrichen, irgendwie war nie der passende Moment gekommen um ein paar Minuten Zeit zu finden….

    Auf welcher Weise sorgt die Jagd dafür dass Wild erhalten bleibt?

    Ich würde gerne bei dem Beispiel Hasen bzw. Niederwild bleiben- aber vorweg ein kurzer Einwurf der aber wahrscheinlich wieder auf Missverständnis stoßen wird: Jagd hat nichts mit sog. sinnlosem Töten zu tun- im Gegenteil, selten gibt es Menschen denen die Wildtiere so am Herzen liegen wie den Jägern, und selten gibt es Menschen deren Herz so dafür schlägt Wildtiere in all ihrer Vielfalt zu erhalten, die unglaublich viel Zeit, Mühe und auch Geld investieren um auch nur den geringsten Erfolg zu erzielen- und sei es auch nur-um das Überleben eines einzelnen weiteren Hasen zu sichern- und was man dabei nicht vergessen darf, was oft angeprangert wird, aus meiner Erfahrung jedoch stimmt ist: Der „ferme“ Jäger, eben dessen Herz für die Natur mit alle ihren Besonderheiten schlägt, hat einen tieferen und weiteren Einblick, als der zunehmend in Städten lebende Mensch, der zwar einen Anspruch auf die Natur erhebt und ein damit verbundenes Mitspracherecht, jedoch in Wirklichkeit keine bis wenig Ahnung hat von der Natur… Wer hat sie noch nicht gesehen? Ich sehe sie ständig, am besten in ultra Multifunktionskleidung, mit Sonnenbrille und Ohrenstöpsel… Menschen die mal wieder in die Natur gehen…am besten laufend oder sich auf eine anderen Art und Weise sportlich ablenkend… aber egal-zurück zu Kernfrage

    Das Beispiel Niederwild und Hase:
    Dem Niederwild/dem Hasen geht es derzeit sehr schlecht in Österreich/Europa, und dem Großteil der Österreicher ist dass vollkommen egal- einer kleinen Minderheit, und zu der zählen Jäger wie auch andere Menschen, eben nicht. Warum geht es dem Niederwild so schlecht? Das hat hauptsächlich, wie hier schon beschrieben mit der Veränderung der Landwirtschaft, und der damit auch verbundenen Veränderung der Landschaft zu tun. Die, für diese Wildarten so wichtigen Biotope fallen, immer bessere Spritzmittel werden eingesetzt, immer schneller und breiter werden Traktoren… et cetera..
    In Österreich gibt es noch eine Handvoll „gute“ Niederwildreviere, bei einem Großteil davon handelt es sich um sog. Versuchsreviere: sprich hier wird geforscht, wie man diese Wildarten erhalten kann, dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur… und es ist eben zu 98% die Jägerschaft, die den Erhalten tragen, es sind die Jäger die, „Forschungserkenntnis“ umsetzen dazu zählt, neben vielen anderen Punkten auch, Hecken, Wildäcker, Grün/Schutzstreifen- zu pachten, anzulegen, zu pflegen..dazu zählt mit so vielen Bauern wie möglich zu sprechen, über „Bewirtschaftungszeitpunkte“, dazu zählt auch den vom Niederwild verursachten Wildschaden zu bezahlen, dazu zählen Bestandserfassungen und in schwachen Jahren/Jahrgängen auch der Verzicht der Bejagung… diese Liste ist lang…und die Umsetzung kostet wie schon geschrieben viel Zeit, Mühe, Herzblut und auch Geld- und richtig Sie könnten jetzt schreiben: „wenn die Jäger soooo Wild liebende Menschen sind könnten sie das doch auch ohne Jagd machen“ Könnten würden sie es, tun würden sie es wahrscheinlich nicht-wie es auch die anderen Menschen nicht machen, jedoch machen könnten, weil der Mensch- Mensch ist, und der Kommunismus deshalb auch nicht funktioniert hat- Sie sehen- die Möglichkeit der Bejagung ist extrem wichtig für diese Wildarten- und die Bejagung schützt diese Wildarten- und das ist gemeint mit dem Begriff „Hege und Pflege“

    glg Ella

  5. Hugo says:

    Ich kenne diese Zahlen gut und trotzdem erschrecken sie aufs neue. Umweltschützer wie Paul Kingsnorth argumentieren, dass aufgrund solcher Realitäten die Zerstörung der Erde wie wir sie kennen unumgänglich sei. So sicher wie der Tod. Es wäre besser es einfach zu akzeptieren meint Paul Kingsnorth und „to bow out gracefully“.
    http://www.nytimes.com/2014/04/20/magazine/its-the-end-of-the-world-as-we-know-it-and-he-feels-fine.html
    .
    Der einzige Grund warum ich persönlich noch nicht das Handtuch werfe ist, dass es eine angreifbare und reale Lösung gibt: die vegane Lebensweise . Ob wir wollen oder nicht, es liegt eine entweder-oder Situation vor und ich hoffe vegan gewinnt oder wir verlieren alle alles.

  6. juergen says:

    Ich glaube, dass die Natur dieses Problem regeln wird. Die Angst vor Pandemien ist sicher nicht zufällig und unbegründet.

  7. Franz de Paula says:

    Liebe Veronika, geschätzte Ella: Österreich ist ein modernes Land in Mitteleuropa, niemand muss an Hunger leiden und niemanden sollte es an Genüssen fehlen – ABER – die Feststellung, ein Haselhuhn oder ein Alpenschneehuhn schmecke besser an ein gewöhnliches Hendl ist absurd, niemand muss rohe Dachsleber essen und Hirschfleisch gibt es bereits aus „domestizierten“ Beständen. Das Weltbild – Schädlinge auszurotten, Nützlinge auszubeuten – sollte dem vorigen Jahrhundert angehören. Die genetische Vielfalt der Wildtiere ist Erbe der gesamten Erde und nur durch natürliche Selektion bestmöglich erhaltbar. Lukratives Handeln mit schon zu stark beeinträchtigten Wildtierbeständen ist verzichtbar!

  8. Veronika says:

    @ella Und in welcher Weise sorgt die Jagd dafür dass Wild erhalten bleibt? Wenn sie diese Behauptung aufstellen, müssen sie auch eine Erklärung anbieten. Ich glaube nicht dass jemand ihnen da folgen kann. Vielleicht können sie das noch genauer erklären? Und nein, es wird nicht wieder alles gut. Es wird gar nichts gut. Wir werden ernten was wir gesät haben.

  9. ella says:

    @Veronika

    Ich bin betreffend ihres letzten Postings vollkommen ihrer Meinung! Nur: Einfach zu sagen, am Ende wird es alles wieder gut,ist mir ein bisschen zu wenig- wir müssen doch jetzt kämpfen, damit es jetzt schon ein besser wird! Und klar, den Hasen geht es nicht wirklich gut- nur wie Sie richtig schreiben, ist das Hauptproblem in diesem Fall die derzeitige Landwirtschaft- und da in diesem Block immer mal wieder gerne gegen die Jagd gewettert wird- hab ich mir erlaubt hinzuzufügen, dass im Fall der Hasen, die Jagd sehr wohl dafür sorgt und bemüht ist diese wunderschöne Wildart zu erhalten. Sprich es war nur eine Randnotiz
    lg Ella

  10. Veronika says:

    @Ella, die Hasen sind auch bei uns vom Aussterben bedroht. Sie verhungern. Hier ein Link der das gut beschreibt. Die Gedanken eines Jugendlichen. http://www.wwf-jugend.de/entdecken/deutschland/artikel/feldhase-vom-aussterben-bedroht;3835

    Es wird sich sowieso alles ändern. Der Mensch ist nur Teil der Natur, nicht sein Herrscher, wie es in der Bibel steht. Allgemein ist es so, dass Tierarten die extrem erfolgreich sind – wie es auch der Mensch ist – an ihrem Erfolg zugrunde gehen. Die Natur schlägt zurück und greift ordnend ein. Man merkt das an den vielen Umweltkatastrophen und daran, dass die Wüsten wachsen. „Jedes Jahr werden sechs Millionen Hektar Land vernichtet.“ Auch in Europa. Die Landwirtschaft zerstört die Umwelt. Durch Gifte und durch Gentechnik. In den USA wurden 24 Millionen Hektar Land bereits aufgegeben, weil darauf „Superunkraut“ wächst.

    Vielleicht werden Tierarten aussterben – dann werden neue Tierarten entstehen die besser angepasst sind. Wenn wir Menschen nicht gut aufpassen, werden wir zu den aussterbenden gehören.

  11. Zivilisation

    Viele Länder sah Zarathustra und viele Völker: keine größere Macht fand Zarathustra auf Erden, als die Werke der Liebenden: „gut“ und „böse“ ist ihr Name.
    Wahrlich, ein Ungetüm ist die Macht dieses Lobens und Tadelns. Sagt, wer bezwingt es mir, ihr Brüder? Sagt, wer wirft diesem Tier die Fessel über die tausend Nacken?
    Tausend Ziele gab es bisher, denn tausend Völker gab es. Nur die Fessel der tausend Nacken fehlt noch, es fehlt das eine Ziel. Noch hat die Menschheit kein Ziel.
    Aber sagt mir doch, meine Brüder: wenn der Menschheit das Ziel noch fehlt, fehlt da nicht auch – sie selber noch? –

    Also sprach Zarathustra / Von tausend und einem Ziele.

    Der bedeutendste Philosoph – nicht allein – des einstigen Volkes der Dichter und Denker, der „Antichrist“ Friedrich Nietzsche, konnte nicht wissen, dass zu seiner Zeit ausgerechnet er der tatsächlich einzige wahre Christ auf diesem kleinen blauen Planeten war,…

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/glaube-aberglaube-unglaube.html

    …und konnte „Die Verwirklichung des Rechtes auf den vollen Arbeitsertrag durch die Geld- und Bodenreform“ (Silvio Gesell, 1906) nicht mehr lesen, sodass weder Nietzsche noch Gesell, die sich der ganzen Wahrheit aus zwei verschiedenen Richtungen genähert hatten, in Erfahrung bringen konnten, dass der geniale Prophet Jesus von Nazareth „das eine Ziel“ schon formuliert hatte – jedoch bis heute und wie alles andere korrumpiert wurde vom „Kreuz als Erkennungszeichen für die unterirdischste Verschwörung, die es je gegeben hat“:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2014/11/gut-und-boese.html

    Pharisäer und Schriftgelehrte versuchen durch moralische und rechtliche Vorschriften höchst unzureichend zu ersetzen, was bisher jedem Staat an „freiwilliger Selbstregelung“ fehlte. Die Übersetzung als Politiker/Schweinepriester und Rechtsverdreher ist etwas ungenau, weil es die so genannte „moderne Gewaltenteilung“ in Exekutive, Legislative und Judikative sowie die vorgebliche „Trennung von Kirche und Staat“ in früheren Zeiten so nicht gab. Um diese besonderen Patienten genauer zu charakterisieren, ist erst einmal festzustellen, was sie heutzutage gemeinsam haben: Sie sind eher dummgierig und nicht mehr neugierig.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2014/11/zivilisation.html

  12. Ella says:

    Na wenigstens sind Jäger bemüht, dass die restlichen Wildtiere nicht aussterben, und tut dafür was… würde man die Jagd auf gewisse Tiere verbieten, e.g der Hase, würde dieser binnen der nächsten 10 Jahre verschwinden…siehe afrikanische Länder die die Jagd eingestellt haben- meist in einer Zeitspanne von 2-3 Jahre vollkommen ausgewildert- eh klar der Mensch muss essen

  13. Dietrich Schwägerl says:

    Eine ganz ausgezeichnete Analyse der von der Übermasse Mensch hervorgerufenen Zustände auf unserer geschundenen Erde: „Es gibt keinen Platz mehr für Tiere, die unabhängig von der menschlichen Zivilisation leben oder leben wollen. Wir haben den Erdball mit unserer Gesellschaft überzogen, alles in unsere Gewalt gebracht, den Wildtieren bleibt gar nichts mehr.“

    Unsere Species überlastet die Erde wie eine Krebsgeschwulst, die nach und nach alles Leben unter sich erdrückt.
    Wie sehr die Bevölkerungsdichte europäischer Länder die ökologische Dauertragfähigkeit überlastet, so dass ihre Grenzen sogar bei minimalem Lebensstandard gesprengt würden, ist hieraus zu ersehen:
    https://dl.dropboxusercontent.com/…/GPh/gaia99-4.pdf;
    wie dies mit der Höhe der Ausrottungsraten koreliert ist, hieraus:
    https://dl.dropboxusercontent.com/…/SaeugetierKorrel06.pdf

    Was dann erst noch droht in aufstrebenden Ländern mit einer Reproduktionsrate von 4-8 Kindern pro Familie, ist der Exitus für noch weit mehr Wildtierarten als bisher schon.

    Und wenn man leider auch in Publikationen der veganen Bewegung als „Werbung“(!) für die eigene Position liest, die Erde könne bei Verzicht auf tierische Nahrung 11 Mrd. Menschen ernähren, dann kann das wegen des noch weiter erheblich verstärkten Verdrängungsdruckes nur als extrem tier- und naturfeindlich eingeordnet werden. Weshalb überlegen sich das die Autoren nicht vorher, und wann werden sie es korrigieren???

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