Ein zweiter Polizeispitzel in den VGT eingeschleust!

Ein Agentinnenthriller der besonderen Art: zuerst flog eine Polizistin, die von April 2007 bis Ende 2008 als undercover Agentin den VGT infiltriert hatte, auf, jetzt konnten wir aufdecken, dass eine Laien-Agentin von Mai 2007 bis November 2007 bei uns eingeschleust war. Beide haben überall mitgemacht, beide fanden nichts Kriminelles – und beide hätten völlig vertuscht werden sollen!

Beide waren sogar bei denselben Veranstaltungen und Demonstrationen. Ob sie sich gegenseitig bespitzelt haben? „Danielle Durand“ sagt ja immer, sie habe sich radikal geäußert, um nicht als Agentin aufzufallen. Na zum Glück haben sie sich nicht gegenseitig mit radikalen Äußerungen zu kriminellen Handlungen aufgestachelt, um sich dann gegenseitig zu verpfeifen und das Ganze dem VGT in die Schuhe zu schieben.

Agentin 2 war schon 1999 für einige Monate beim VGT dabei, damals noch nicht als Agentin sondern als Aktivistin. Nach relativ kurzer Zeit verschwand sie, nachdem sie einen schweren Autounfall gehabt hatte, wie sich später herausstellen sollte. Dann geriet sie mit dem Gesetz in Konflikt, sie fuhr alkoholisiert und – nachdem man ihn ihr weggenommen hatte – ohne Führerschein mit dem Auto und musste schließlich im Jahr 2007 insgesamt € 1600 im Gefängnis absitzen, weil sie so viel Geld nicht zahlen konnte. Sie hatte auch ein Kind. Da griff offenbar die Polizei ein. Aus irgendeiner Quelle wusste die Polizei, dass Agentin 2 bereits 8 Jahre früher kurz beim VGT gewesen war und bot ihr wahrscheinlich irgendwelche Vergünstigungen und Geld, um sie zur Anti-Tierschutz Agentin zu machen.

Unmittelbar nach SOKO-Gründung im April 2007 fragte der SOKO-Chef Mag. Zwettler bei der Abteilung für verdeckte Ermittlungen im Bundeskriminalamt um Hilfe an. Agentinnen sollten in den VGT eingeschleust werden. Wie viele es letztendlich waren, ist bis dato unbekannt, aber neben den 2 Bekannten dürften mindestens 2 weitere noch Unbekannte aktiv gewesen sein. Dazu gibt es deutliche Hinweise, doch davon ein anderes Mal.

Jedenfalls wurden „Danielle Durand“ und Agentin 2 sofort rekrutiert und noch im April bzw. Mai 2007 zum VGT geschickt. Agentin 2 sagt von sich, dass sie in dieser Zeit Tag und Nacht betrunken gewesen sei und deshalb nicht zurechnungsfähig. Ein lustiger Artikel zum Thema ist heute in NEWS erschienen:

http://img842.imageshack.us/img842/8718/201102newsspitzel2ganz.jpg

In ihrer gesamten Zeit als Agentin fand sie nichts strafrechtlich Relevantes heraus. Sie wollte offenbar verschiedene AktivistInnen dazu bringen, Radikales zu sagen, scheiterte aber dabei. Und einmal kam sie in ein später von der Polizei abgehörtes Kaffeehaus, in dem sich die BAT treffen wollte, doch fühlte sie böse Blicke auf sich gerichtet und ging wieder.

Im Oktober 2007 hatte sie dann wieder einen schweren Autounfall. Im November 2007 gab sie der Polizei bekannt, aus persönlichen Gründen nicht mehr als Agentin beim VGT tätig sein zu wollen. Was auch immer das heißen mag.

Übermorgen Freitag ist Franz Raab, der Polizeiführer von Agentin 2, beim Tierschutzprozess als Zeuge geladen. Wir dürfen gespannt sein, was er aussagen wird. Spätestens 2 Wochen danach ist auch mit Agentin 2 als Zeugin zu rechnen.

Was dieser verrückte Prozess noch alles an Wunderlichkeiten ans Tageslicht bringen wird?

8 thoughts on “Ein zweiter Polizeispitzel in den VGT eingeschleust!

  1. S.g. Herr Schröter!
    Antwort auf Ihre Frage: „Was sind das für Menschen, die auf solche Ideen kommen?“ Aus der Erfahrung meiner Vorladungen beim LVT Wien Schottenring (April 2006, August 2008) kann ich folgendes berichten.
    1. Sie sind sehr dumm, sehr ungebildet. (Volksschule)
    2. Sehr autoritätshörig – Befehlsempfänger
    3. Geldgierig und immer auf der Suche nach „Nebeneinkünften“
    4. Sie halten Menschen – besonders Frauen – die intelligenter sind schwer aus. Sie werden unterdrückt und unterdrücken.
    5. Sie decken Mörder (nach Bezahlung)
    6. Sie verdrehen Tatsachen – d.h. machen Opfer zu Tätern und umgekehrt.

    Die kriminelle Organisation ist das LVT selbst – und nicht so sehr der VGT. Denken Sie an Horngacher, der in der Dienstzeit als Polizeipräsident von Wien mit den Huren im Dienstwagen spazieren fuhr und die EKIS-Passwörter verriet, worauf im Polizeicomputer Vorstrafen etc…gelöscht wurden…

    PS: Ich schreibe diese Zeilen in 100%iger Eigenverantwortung. Man kann mich gerne klagen.
    Positiv ist, dass es heute am LG Wr. Neustadt ein vegetarisches Menü gab. Die Menschheit lernt ja doch. Vielleicht wird Richterin Arleth noch eine große Tierschützerin, dann ist der Prozess nicht ganz vergeblich gewesen!

  2. Martin C. says:

    Was den Missbrauch von dieser doch irgendwie bedauernswerten Person betrifft: Die Polizei ist um nichts besser als die Klientel mit der sie es üblicherweise zu tun hat.

  3. Martin C. says:

    Schön langsam komme ich zur Ansicht, dass dieser Prozess bis zum bitteren Ende geführt werden sollte damit sämtliche Machenschaften von Polizei, Justiz und sonstiger involvierter Kreise nahtlos aufgedeckt werden. Wer weiß was da noch seitens einer korrupten Staatsgewalt zum Vorschein kommt? Daraus resultierend sollte es für alle zuwider handelten Personen angemessene Konsequenzen geben.

    Eine Prozessverlängerung natürlich nur unter der Voraussetzung, dass anschließende alle Beschuldigten volle Rehabilitation erhalten und sie selbstverständlich in vollem Umfang entschädigt werden – eigentlich noch darüber hinaus.

    So ein Vorgehen wäre für mich rechtsstaatkonform. Aber bei dieser halbweichen Gesetzeslage und dieser Gurkenjustiz wohl ohnehin nur Illusion.

  4. Wolfgang Schröter says:

    An dieser ganzen endlosen Prozess-Geschichte hat mich
    schon vieles bedrückt bzw. schockiert.
    Was mich aber jetzt besonders betroffen macht,
    ist die zynische Menschenverachtung, mit der die Polizei
    eine offensichtlich gescheiterte,
    im Grunde bedauernswerte Existenz,
    nämlich „Agentin 2“, für ihre Zwecke instrumentalisiert
    und benutzt – das sind ja Methoden wie bei der Gestapo,
    beim Stasi oder beim KGB !
    Was sind das nur für Menschen,
    die auf solche Ideen kommen ???

  5. Wolfgang Schröter says:

    Wenn der Hintergrund nicht so ernst,
    beschämend und traurig wäre,
    dann wäre die Geschichte ja fast schon lustig…

  6. nilschwein says:

    oweh! was werden klenk und mayer sagen, wenn feststeht, daß der von ihnen beschworene terror durchwegs im rahmen des staatlichen gewaltmonopols geschah? werden sich die herrschaften zu einer entschuldigung aufraffen können? (ich bezweifle es)

  7. Im Namen des österr. Steuerzahlers fordere ich einen sofortigen Stopp dieses sinnlosen Prozesses, der die österr. Justiz der absoluten Lächerlichkeit preisgibt. 6 Millionen Euro hat der Einsatz des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung angeblich gekostet. Unsere Staatspolizei gibt einer Textilkette PR-Tipps und schleust über das „BKA“ Dilettanten als Agentinnen ein! Wo bleiben eigentlich die Sanktionen aus Brüssel und OSZE-Beobachter? Die wirklichen Terroristen lachen sich eins ins Fäustchen und nutzen unser Land schamlos aus!

  8. sohnemann says:

    „Was dieser verrückte Prozess noch alles an Wunderlichkeiten ans Tageslicht bringen wird?“

    das naheliegendste wird wohl noch länger auf sich warten lassen: nämlich ein bedingungsloser freispruch von §278a!

    zwetschkenrepublik österreich!

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